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Nachdem es wochenlang geregnet hat, scheint die Sonne mal wieder. Ab nach draußen, spielen! Computer und Fernsehen sind Nebensache. Drei japanische Kirschbäume stehen direkt vor unserem Haus und laden regelrecht zum Klettern ein. In einem der Bäume nisten gerade Meisen, die ich nicht stören will. Deshalb halte ich lieber fern von diesen Baum. Heute ist ein ganz besonderer Tag für mich. Kevin und ich haben uns verabredet. Damals wohnte Kevin mit seinen Eltern bei uns in unserer Straße, als wir noch klein waren. Früher besuchte er mich natürlich öfter.

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Meine Mutter machte den Haushalt, ohne großartig auf uns zu achten. Irgendwie hat meine Mutter immer was zu tun. Sodass Abends einige Nachbarn um ihre Autos laufen um zu schauen, ob nicht auf oder an ihren Autos etwas eingeschlagen ist. Eine Nachbarin beschwerte sich sogar, warum die Kinder immer auf die Bäume klettern müssen. Dabei machen wir das freiwillig! Was ist, wenn da mal jemand herunterfällt? Dann haben wir den Salat! Was immer das zu bedeuten hat.

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 Dann passiert es tatsächlich! Ich falle vom Baum. Mir schießen viele Gedanken durch den Kopf. Vielleicht darf ich mich jetzt nie wieder mit Kevin verabreden? Warum passe ich nicht besser auf? Sollten wir  doch besser  fernsehen oder mit dem Computer spielen? Dann kann so etwas nicht passieren, weil uns meine Eltern immer im Auge hätten. Andernfalls sollen wir draußen spielen, wenn das Wetter schön ist.

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Da liege ich nun auf dem Boden und höre mir das Gemeckere meiner Mutter an. Schau, ich habe eine riesengroße Wunde am Knie, erwider ich ihr. Doch meine Mutter winkt nur ab und beruhigt mich indem sie sagt:,,Das ist nicht schlimm!" Danach verartztet mich meine Mutter ein wenig und alles ist wieder gut. Kevin hingegen ist immer noch total aufgeregt, was passiert ist.

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Nachdem wir uns alle wieder abgeregt haben, fragen Kevin und ich uns. Was machen wir jetzt? Wir können zum Teich gehen und sehen, was da so los ist. Natürlich sind wir die Einzigen. Wäre auch ein Wunder, wenn hier mal einer wäre. Obwohl wir in einem Dorf leben, wo sich eigentlich mehr Kinder treffen könnten. Meine Eltern erzählen mir oft, wie es früher war. Auf ihren Bolzplatz waren immer Kinder. Sie mussten nicht lange suchen um sich mit anderen Kindern zu treffen. Die Kinder waren einfach da und sogar unbeaufsichtigt. Die Eltern schickten ihre Kinder nach draußen zum Spielen. Vielleicht hatten die Kinder damals mehr Zeit und der Tag war nicht so durchorganisiert, wie heute. Klavier spielen! Judo! Fußball!

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Als wir an unserem kleinen stehenden Gewässer angekommen sind, steht Kevin minutenlang auf der gegenüberliegenden Seite des Weihers und staunt, wie viele Fische in diesem Tümpel sind. Das Wasser ist glasklar. Wir können sogar den Grund sehen, was sehr selten ist. Heute ist wirklich eine ganz besonders schöner Tag. Die Sonnenstrahlen glitzern  auf der Wasseroberfläche. Jemand muss Koikarpfen in den Teich gesetzt haben.

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Wir beobachten die Fische im Wasser und bemerken, dass sich nicht nur Fische im Teich befinden, sondern auch zwei kleine Krebse. Das Wasser muß sehr sauber sein, damit Flusskrebse darin leben können. Kevin ist sichtlich verwundert, was sich hier alles verändert hat. Er ist schließlich lange nicht hier gewesen. Das hat er noch nie gesehen. Wir versuchen flache Steine über das Wasser springen zu lassen. Plötzlich hat Kevin eine Idee!

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Wir gehen nach Hause und überlegen uns, wie wir Kevin seine Idee umsetzen, eine Angel zu bauen. Kevin besucht schon die weiterführende Schule, wo er in technischen Fertigkeiten unterrichtet wird. Bin mal gespannt, ob wir eine funktionstüchtige Angel bauen können.

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Auf dem Weg zurück findet Kevin einen Wurm, den er in seiner Jackentasche steckt. Den werden wir noch gebrauchen können, wenn wir angeln gehen. Ich besorge Kevin ein Seil, einen Stock und eine Büroklammer aus dem Schreibtisch meiner Mutter. Kevin beginnt eine Angel zubauen und ich schaue ihm dabei zu, wie er ein dünnes Seil um den Stock bindet und die Büroklammer an dem Seil befestigt.

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So gehen wir langsam zum Teich zurück. Mal sehen, ob wir mit Kevins selbstgebauten Angel überhaupt angeln können. Bin gespannt, wie ein Flitzebogen, der zum Bersten gespannt ist.

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Angeln ist tatsächlich ein Geduldsspiel. Man wartet und wartet, lange Zeit passiert nichts! Wir unterhalten uns ganz leise, um nicht die Fische zu erschrecken. Wir hören sogar dem Wasser zu, wie es aus dem Rohr unter uns heraus plätschert. Unsere Ungeduld steigt ins Unermessliche, aber wir geben die Hoffnung nicht auf. Nachdem Ereignis, dass ich vom Baum gefallen bin, brauchen wir beide doch ein wenig Ruhe.

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Da ist was an der Angel! Mein Herz klopft wahnsinnig schnell. Meine Aufregung ist so groß, dass ich mich gewaltig anstrengen muss, die Angel nicht fallen zu lassen. Ich kann es nicht glauben, wir haben wirklich einen Fisch geangelt.

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Das gibt es nicht! Wir haben es geschafft! Meine Freude ist so groß, dass ich diesen riesigen Fisch kaum bändigen kann. Kevin steht vor Aufregung bewegungslos neben mir und schaut mir zu, wie ich mit diesem Brocken kämpfe. 

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Der alte Haudegen muß schon öfter an der Agel gehangen haben, sonst würde er nicht mit so einer unbändigen Kraft am Haken zappeln. Der Haken löst sich aus seinem Maul und ist verschwunden auf nimmer wieder sehen. Ich verliere das Gleichgewicht und liege mit meinem Hintern im Teich. Kevin lacht sich während dessen ich in dem Teich fliege  regelrecht kaputt. Das darf doch nicht wahr sein. Heute bleibt mir auch gar nichts erspart.

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Unter Wasser öffne ich meine Augen. Die Welt ist schön, aber das sie so schön unter Wasser ist, hätte ich in meinen schönsten Traumen nicht gewagt zu träumen. Ist das, was ich sehe in  die Wirklichkeit oder Träume ich? Das ist vielleicht heute nicht mein absuluter Glückstag, aber damit habe ich selbst nicht gerechnet. Unfassbar! Kevin ist das Lachen gehörig vergangen, da ich doch eine ganze Zeit unter Wasser gewesen bin. Kevin flucht:,,Mist", als ich wieder auftaucht. Sein Gesicht ist blass vor Schreck und Sorge, dass ich ertrinken hätte können. Aber ich habe jedes Jahr die Möglichkeit in unserem heimischen Freibad zu trainieren und damit habe ich meine Tauchzeiten beeindruckend verlängern können. Leider sehe ich Kevin nur noch selten im Freibad.

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Ich robbe mich vorsichtig wieder aus dem Wasser, da der Rand des Teiches sehr rutschig ist. Die Erleichterung ist Kevin deutlich anzusehen, dass alles gut gegangen ist. Im Hintergrund hallt ein lautes unheimliches Grummeln. Was ist das? Ein Gewitter? Doch das Geräusch wird lauter und lauter, als ob etwas Riesiges den Berg herunterrollt. Diese Monsterwelle hat uns fast erwischt.

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Panisch rennen wir so schnell, wie wir können nach Hause. Komisch! Auf einmal ist es mir egal, ob meine Mutter mit mir schimpft oder auch nicht, weil ich mal wieder nass wie eine Katze bin. Ich will nur noch nach Hause. O Gott! Was ist hier los? Hoffentlich schaffen wir es rechtzeitig. Meine Mutter sagte mir vor längerer Zeit, dass man vor Wasser nicht weg laufen kann. Wasser sucht sich seinen eigenen Weg. Aber wir rennen trotzdem weiter, bis wir aus der Ferne unser Haus sehen können. Auf jeden Fall sind wir froh, dass alles so glimpflig abgeangen ist. Kevin fragt mich:,, Bin ich in einem falschen Film, der nicht enden will?" Wenn ich das

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meiner Mutter erzähle, die glaubt mir kein Wort. Die Welle verzieht sich so schnell, wie sie gekommem ist, so dass meine Eltern von diesen Ereignissen nichts mitbekommen haben. Komm jetzt rein, du siest aus, wie ein begossener Pudel meckert mich meine Mutter an. Kannst du nicht besser aufpassen? Bevor du ins Haus gehst, zieh dir deine nassen Sachen aus und zieh dir Trockene an. Was hat mein Vater für ein Paket in der Hand? Ist denn schon wieder Weihnachten? Das kann nicht für mich sein? Ohne Widerrede befolge ich meiner Mutter ihre Anweisungen, was bei mir schon an einem Wunder grenzt.

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Im Haus duftet es nach selbstgemachter Pizza. Mittlerweile haben wir einen Bärenhunger bekommen. Nun können wir uns endlich ein wenig Ruhe gönnen nach dem Abenteuer, was wir gerade eben erlebt haben." Seid ihr müde oder warum seid ihr so still?" Fragt uns meine Mutter. Wir sagen nichts und essen unsere Pizza weiter.  Nachdem Essen packt mein Vater 3 Drohnen aus einem überdimensionalen Karton aus. Vor lauter Aufregung vergessen wir alles, was gewesen ist. Vorallem ich, weil ich mir schon sehr lange genau so eine gewünscht habe zu Weihnachten, aber habe sie nicht bekommen. Aber meine Mutter sagt immer:,, Wenn du  dir etwas ganz fest wünscht, dann kommt es machmal sogar besser als du denkst". Das ist heute der Fall. Ich kann es nicht glauben!

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Endlich starten wir unsere Drohnen, die sogar mit einer richtigen Kamera ausgestattet sind. Ganz vorsichtig versuchen wir unsere Drohnen in die Luft zu bekommen. Schließlich haben wir bisher keinerlei Erfahrung mit dem Umgang solcher Fluggeräte gemacht. Nach einiger Zeit klappt es immer besser! Wir fragen uns immer noch, woher die Wassermassen her gekommen sind. Wir wollen die Quelle des Teiches mit unseren neuen Drohnen suchen. Aus der Luft hat man eine bessere Übersicht. Plötzlich steht sie da! A.N.N.A, eine ehemalige Klassenkameradin von Kevin. Sie muss Kevins Stimme und die Motoren unserer Dronen gehört haben. Sie wohnt nur eine Straße weiter entfernt von unserem Haus. Anna hat eine X-Drohne dabei. Das Drama kann beginnen. Ich habe Anna noch nie so richtig gemocht, sie ist eine kleine Zicke! Einach nur Schrecklich! Das darf doch nicht wahr sein.  Anna ist wieder in ihrem Element, Hauptsache nerven! Ich habe Angst, dass Anna mir meine Drohne abschießt. Deshalb hole ich meinen Vater, der schon besser ausweichen kann als ich. Allerdings muss Annas Drohne doch einige Attacken einstecken, was Anna offensichtlich gar nicht gefällt.

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Natürlich ist Annas X-Drohne größer und wendiger als unsere. Sie beherrscht ihre Drohne perfekt. Anna hat ihre Drohne schon viel, viel länger als wir. Dadurch ist Anna geübter und ihre Flugmanöver sind präzieser. Doch Anna muß es wieder übertreiben, indem sie wagemutige Ausweichmanöver startet. 

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Durch diesen anhaltenden Druck wird Anna immer unkonzentrierter, so dass ihre Drohne plötlich zerstört auf dem Boden liegt. Aus! Ende! Schluss! Anna verlässt ohne viel Worte zusagen, den Ort des Geschehens. Meine Schadenfreude drücke ich mit wildes herumfliegen aus, obwohl so etwas sollte ich Anna  nicht wünschen. Aber es ist nun mal passiert.

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Endlich ist Anna weg, obwohl sie mir schon ein wenig Leid tut. Nun können wir unser Vorhaben mit unseren Drohnen beenden, die Ursache für die plötzlichen Wassermengen heraus zu finden. Gut, dass meine Eltern immer noch nicht mitbekommen haben, dass Hochwasser ist. Sonst würden sie uns auf gar keinen Fall dort hingehen lassen, weil es viel zu gefährlich wäre.
 

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Kevin und ich schauen uns aus einem sicheren Abstand mit unseren Drohnen den Wasserstand unseres Teiches an. Er ist bedeutend höher als sonst. Der Boden ist aufgeweicht und matschig. Wir hätten besser unsere Gummistiefeln anziehen sollen, aber dann hätten meine Eltern unnötig Verdacht geschöpft.

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Was für ein Zufall! Da springt gerade ein Fisch aus dem Wasser und berührt fast meine Drohne. Was Anna nicht geschafft hat, wird der größte Fisch, den ich vermutlich an der Angel hatte, schaffen. Meine Drohne zum Absturz zu bringen. In letzter Minute kann ich meine Drohne mit der Fernbedienung nach oben ziehen. Das ist noch mal gut gegangen! Kevin findet die Ursache für das Hochwasser. Ein riesen großer Fels liegt in dem Bach, der den Zufluss unseres Teiches bildet. Der anhaltende Regen in den letzten Wochen spülte den Fels aus dem Bergmassiv und schließlich löste er sich heraus. Langsam fängt es an dunkel zu werden. Meine Eltern sagen immer, wenn die Straßenlaternen angehen, kommst du nach Hause. So gehen wir zurück, währenddessen wartet Kevins Mutter auf ihren Sohn, um ihn wieder abzuholen. So geht ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

Widmung

 

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 27.04.2016

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
In unserem 6ten Buch hat Marius seine ganz eigene Geschichte in Wort und Bild zu Papier gebracht. Aufgrund der Aufzeichnungen und der Texte, die auf den Bildern meines Sohnes zu sehen sind, habe ich lediglich nur die Zusammenhänge der Geschichte schriftlich erstellt. Ansonsten sind die Personen und die Handlungen dieser Erzählung frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und realen Handlungen sind rein zufällig.

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