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Leseprobe

Royal A**hole

Mia Kingsley

Daddy Romance

Inhalt

Royal A**hole

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Bücher von Mia Kingsley

Über Mia Kingsley

Copyright: Mia Kingsley, 2018, Deutschland.

Coverfoto: © Anastasia & © Katia25 – fotolia.com

Korrektorat: http://www.swkorrekturen.eu

Alle Rechte vorbehalten. Ein Nachdruck oder eine andere Verwertung ist nachdrücklich nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin gestattet.

Sämtliche Personen in diesem Text sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig.

Black Umbrella Publishing

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Royal A**hole

»Hast du etwa Angst vor Daddy?«

Mein Plan war so simpel: Ich wollte König Brice nachschleichen und einen Kuss ergattern. Im Nachhinein kann ich kaum sagen, was schiefgelaufen ist, aber ich habe mehr bekommen als nur den Kuss. 22 Zentimeter mehr, um genau zu sein. Und jetzt werde ich den König nicht mehr los …

KURZgeschichte mit ca. 15.000 Wörtern. Daddy Romance.

Ein bisschen romantisch, ein bisschen schmutzig und garantiert ein bisschen unrealistisch – ein zuckersüßer Quickie mit Happy-End-Garantie.

Kapitel 1

Ophelia

Ich war so gut wie tot. Wenn mein Vater herausfand, dass ich keineswegs in Prinzessin Noelles Schlafzimmer saß und eine romantische Komödie schaute, wie ich es ihm versprochen hatte, würde er vermutlich einen Wutanfall bekommen. Anschließend würde er seine Drohung wahr machen und mich im nächstbesten Turm einmauern, bis er mich an einen – in seinen Augen – standesgemäßen Mann verheiratete.

Angesichts der absurd strengen Erziehungsmethoden meines Vaters war es ein Wunder, dass ich nicht schon längst viel größere Dummheiten begangen hatte, als mich nur auf einen königlichen Maskenball zu schleichen.

Prinzipiell verstand ich den Beschützerinstinkt meines Vaters, der immerhin der König von Bruinia war, aber ich sah es trotzdem nicht ein, völlig planlos durchs Leben zu laufen. Bevor ich heiratete, wollte ich wissen, worauf ich mich einließ. Wie war es, von einem Mann geküsst zu werden? Wie fühlte es sich an, in seinen starken Armen zu liegen?

Ich wusste den Anblick eines attraktiven Mannes zu schätzen, aber es war meine persönliche Horrorvorstellung, heiraten zu müssen, um in der Hochzeitsnacht festzustellen, dass ich entgegen aller Vermutungen doch lesbisch war und beim Anblick einer Erektion aus nächster Nähe prompt in Ohnmacht fiel.

Natürlich war es undenkbar, meinen Vater mit der Schilderung meiner Sorge dazu zu bewegen, mich öfter vor die Tür gehen zu lassen, damit ich Erfahrungen sammeln konnte. Ich hätte beinahe gelacht, weil ich sein Gesicht quasi vor mir sah.

Nein. Ich musste schon selbst für die nötige Erfahrung sorgen. Und zwar noch heute Abend.

Noelle winkte mir verstohlen zu und suchte sich eine strategisch gute Position am Rand der Tanzfläche. Sie sah in ihrem smaragdgrünen Kleid atemberaubend aus. Eine elegante Perlenkette lag um ihren Hals und sie trug ellenbogenlange Handschuhe. Ellenbogenlange Handschuhe im zarten Alter von 23 Jahren und sie war zu allem Überfluss auch noch zufrieden damit. Zwischen den Prinzessinnen Lucienne, Vivienne und mir war Noelle diejenige, die dem Bild am ehesten entsprach. Obwohl sie die meisten Freiheiten hatte, weil ihr Bruder Brice sie großgezogen hatte, nutzte sie diese am wenigsten. Sie rebellierte nicht wie ich, hatte kein Interesse daran, nach Paris zu flüchten wie Lucienne und wurde bei der Vorstellung, zu heiraten, nicht kreidebleich wie Vivienne.

Noelle musste es nicht laut aussprechen, aber ich wusste, dass sie nur für mich mitgekommen war. Sie wäre völlig damit zufrieden gewesen, zu Hause zu bleiben und eine romantische Komödie nach der anderen zu schauen, statt auf den Maskenball der königlichen Familie von Ludwigsburg zu gehen. Prinzessin Ariane von Ludwigsburg war nicht direkt unsere Freundin, doch als sie die Einladungen unter unsere Nasen gehalten hatte, war mir klar gewesen, was zu tun war.

Ich war hier und ich würde meinen ersten Kuss ergattern. Von einem Mann. Wenn das nichts in mir auslöste, brauchte ich einen alternativen Plan.

Noelle bedeutete mir, endlich zu verschwinden, während sie der Tanzfläche nach einem geeigneten Prinzen Ausschau hielt. Sie wollte heiraten. Sie wollte Kinder und einen ganzen Zoo Haustiere – sie konnte es praktisch kaum erwarten.

Damit unterschied sie sich massiv von Lucienne, Vivienne und mir. Wollte ich heiraten? Irgendwann bestimmt. Allerdings nicht, ohne vorher gelebt zu haben. Ich wollte Erfahrungen sammeln. Ich wollte mich auf einen Maskenball schleichen, dem Mann meiner Träume in das obere Stockwerk hinterherlaufen und es fertigbringen, mir einen Kuss zu stehlen.

Deshalb hatte ich auch ein doppelt schlechtes Gewissen, dass ich Noelle dazu gebracht hatte, mit mir auf den Ball zu gehen, weil es ihr Bruder war, dem ich über die Treppe folgte. Mein Herz klopfte wie verrückt.

König Brice von Asmesia war ein Bild von einem Mann. Früher war es mir nicht aufgefallen, aber eines Nachmittags im Sommer vor zwei Jahren hatte ich Noelle besucht. Sie hatte sich am Pool gesonnt und ich hatte mich zu ihr gelegt. Wie mir dabei entgangen sein konnte, dass ihr Bruder derweil seine Runden im Pool gedreht hatte, wusste ich selbst nicht. Vielleicht hatte ich einfach nicht darauf geachtet – bis er aus dem Pool gestiegen war. Normalerweise hatte ich Brice nur im Anzug gesehen, weil er immerhin der König war – doch in den knappen Badeshorts … Mein Mund war schlagartig trocken gewesen. Während Noelle einen spöttischen Kommentar dazu abgegeben hatte, dass er schon bessere Rundenzeiten abgeliefert hatte, war ich damit beschäftigt gewesen, nicht zu sabbern.

Noelle hatte definitiv versäumt zu erzählen, dass ihr Bruder tätowiert war – so weit das Auge reichte. Von seinen Handgelenken bis zu den Schultern, über die muskulöse Brust und den flachen Bauch bis zu seinen kräftigen Beinen. Dann hatte er sich umgedreht und nach dem Handtuch gegriffen, weshalb ich die Gelegenheit bekam, seinen starken, ebenfalls komplett tätowierten Rücken zu bewundern.

Ich wusste nicht, was mich mehr antörnte: die Tattoos oder wie verdammt gut gebaut er war. Ganze zwei Sekunden hatte ich mir den Anblick gegönnt und dabei kurz die vielversprechende Wölbung unter den Badeshorts betrachtet, bevor ich wegsah. Immerhin war mir von Kindesbeinen an beigebracht worden, was sich für eine Lady gehörte – sich die Kleidung vom Leib zu reißen und zu schreien: »Fick mich, älterer Bruder meiner besten Freundin«, hatte definitiv nicht auf der Liste gestanden.

Seitdem war Brice mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Sympathisch und nett hatte ich ihn vorher schon gefunden, weil er sich rührend um Noelle kümmerte. Wann immer ich bei ihr gewesen war, hatte er nach ihr gesehen und immer einen witzigen Kommentar parat gehabt, der Noelle dazu brachte, mit den Augen zu rollen und den nächstbesten Gegenstand nach ihrem königlichen Bruder zu werfen, während ich lachte.

Ich konnte gar nicht zählen, wie viele verbotene Dinge ich gerade auf einmal machte.

Nummer 1: Ich sollte nicht auf dem Maskenball sein.

Nummer 2: Ich sollte mich nicht vom Ballsaal entfernen und einem Mann hinterherschleichen.

Nummer 3: Unter keinen Umständen sollte ich als wohlerzogene Prinzessin mit einem Mann allein sein.

Nummer 4: Ich hegte die feste Absicht, den Mann dazu zu bringen, mich zu küssen. Mit Zunge. Das volle Programm.

Nummer 5: Dass der besagte Mann der Bruder meiner besten Freundin war, machte es nur noch verwerflicher.

Nummer 6: Mein Vater konnte Brice nicht ausstehen, weil er jung und locker war, womit er die »neue« Generation von Monarchen repräsentierte. Von allen Männern, die ich für mein Vorhaben hätte aussuchen können, war Brice auf jede erdenkliche Weise die schlechteste Wahl.

Auf dem Treppenabsatz blieb ich stehen und tastete nach meiner Maske, obwohl ich wusste, dass sie fest saß. Ich hatte das Band extra in meine langen Haare geflochten, die ich dann zu einem Knoten gedreht hatte, um sicherzugehen, dass die Maske sich keinesfalls löste. Ich war abenteuerlustig, nicht lebensmüde.

Da mein Vater nicht anwesend war und es sich um einen Maskenball handelte, hatte ich ein für meine Verhältnisse geradezu aufreizendes, feuerrotes Kleid gewählt. Die seidige Maske war aus dem gleichen Stoff gefertigt worden und verdeckte den oberen Teil meines Gesichts komplett. Ich musste mir nur etwas einfallen lassen, wie ich Brice dazu brachte, mich zu küssen, ohne mit ihm zu reden, damit er meine Stimme nicht erkannte.

Ich wollte mich gerade auf die Suche nach ihm machen, als er aus dem Schatten trat und mich direkt ansah. Er hatte seine Maske abgenommen und in die Tasche seines Smokings gesteckt.

»Da bist du ja endlich. Ich habe schon gewartet, und du weißt, wie sehr ich Warten hasse.« Der Unterton in seiner Stimme ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen.

Brice hatte auf mich gewartet? Dann wurde mir klar, dass er nicht auf mich gewartet hatte. Er hielt mich offensichtlich für jemand anderen. Es versetzte mir einen Stich, dass er mit einer anderen Frau verabredet war. Meine Eifersucht war lächerlich. Natürlich hatte er eine … Freundin? Geliebte? Er war der König von Asmesia und verdammt attraktiv. Hatte ich vielleicht gedacht, dass er mit seinen 32 Jahren noch Jungfrau war?

Ihn in dem Fall für meinen ersten Kuss auszusuchen wäre ja, wie mir das Schwimmen von einem Nichtschwimmer beibringen zu lassen.

Die Stille dehnte sich zwischen uns aus, und ich zuckte mit den Achseln, weil ich es nicht riskieren konnte, mich für die angebliche Verspätung zu entschuldigen, damit er meine Stimme nicht hörte.

Brice’ Augen wurden schmal. »Hast

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 17.10.2018
ISBN: 978-3-7438-8390-1

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