Cover

STAR GATE – das Original - 033

  

Wilfried A. Hary

Im Auge des Feindes

»Eine Welt vor dem Abgrund – und der Tod als Unterhaltungsmittel!«

 

Die Kyphorer haben ein geradezu teuflisches Unterhaltungsformat, das nicht von ungefähr an das irdische »Big Brother« erinnert. Mit dem gravierenden Unterschied: Hier muss ein ganzer Planet dafür herhalten: Kahlim Salem! Und die unfreiwilligen Bewohner wissen gar nichts über ihre Rolle.

Aber es gibt noch einen Beobachter, von dem die Kyphorer nicht einmal etwas ahnen: Der Stations-Computer eines der »Götter-STAR-GATES«, das sich seit Jahrtausenden unerkannt und unentdeckt trotz der beinahe lückenlosen Überwachung hier befindet. Und seit Cat Groskowsky als eine »berechtigte Göttin« von den Göttertoren anerkannt wird (siehe STAR GATE 25), ohne zu wissen, wieso, hat sie Möglichkeiten, von denen sie vorher nicht einmal zu träumen gewagt hätte.

Eine Möglichkeit davon ist: Sie wird Zeugin einer Episode, die als die bisher erfolgreichste in die Geschichte einging von »Big Brother auf Kyphorisch«! Nutzen ihr diese Erkenntnisse in ihrem heimlichen Kampf gegen die Vorherrschaft der Kyphorer in der Galaxis?

 

DIE HAUPTPERSONEN

Cat Groskowsky – findet auf dem Stützpunkt-Planeten der Rebellen das »Tor der Götter« (siehe Band 25) und gelangt von dort auf den »Big-Brother«-Planeten der Kyphorer: Kahlim-Salem...

Irv Sturg – Großbruder der Wissenschaften und wegen seines Vorgehens unter Arrest

Mar Chri – zum Helden geboren, aber kann er seine Ziele wirklich erreichen, jetzt, wo er in Gefangenschaft geriet?

To Le, Jo Xwe – gehören einer geheimnisvollen Organisation an, deren Ziele noch im Dunkeln verborgen liegen.

 

 

 

 

Impressum

Urheberrechte am Grundkonzept zu Beginn der Serie STAR GATE - das Original:

Uwe Anton, Werner K. Giesa, Wilfried A. Hary, Frank Rehfeld

Copyright Realisierung und Folgekonzept aller Erscheinungsformen (einschließlich eBook, Print und Hörbuch) by www.hary-production.de

Diese Fassung: © 2012 by HARY-PRODUCTION ISSN 1860-1855

Canadastr. 30 * D-66482 Zweibrücken * Telefon: 06332-481150 * www.HaryPro.de * eMail: wah@HaryPro.de

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck und Vervielfältigung jedweder Art nur mit schriftlicher Genehmigung von Hary-Production.

Coverhintergrund: Anistasius * Logo: Gerhard Börnsen

 

 

1

 

Cat Groskowsky rieb sich erschüttert über die Augen. Sie konnte einfach nicht begreifen, was sie selbst gesehen hatte. Mehr noch, sie hatte es gemeinsam mit ihren Begleitern Kawilas und Del Shannon regelrecht miterlebt: Der Stationscomputer hatte ihnen die erfolgreichste Staffel gezeigt, die »Big Brother auf Kyphorisch« jemals hervorgebracht hatte. Wenigstens zum Teil. Sie waren Zeugen davon geworden, dass zumindest zwei der Hauptbeteiligten bemerkt hatten, dass sie beobachtet, manipuliert und gesteuert wurden – von einer für sie unbekannten Macht.

Cat wusste es besser: Die unbekannte Macht, das waren Fernsehleute, die dieses ganze im wahrsten Sinne des Wortes unmenschliche Spektakel nur aus einem einzigen Grund stattfinden ließen: Um ihre Artgenossen auf den Planeten des Bundes von Dhuul-Kyphora zu unterhalten!

Eines jedoch konnte Cat erst recht nicht begreifen: »Wieso ließen sie es überhaupt zu, dass dieser gigantische Zentralcomputer gebaut wurde, mit dem die beiden Protagonisten Irv Sturg und Mar Chri zweifelsfrei das Vorhandensein ihrer Beobachter und Manipulatoren nachweisen konnten?«

Falls der Stationscomputer des »Göttertores« in der Lage gewesen wäre, so etwas wie Humor zu entwickeln, hätte er jetzt wahrscheinlich gelacht. So aber erklärte er nur lapidar: »Das gehörte mit zum Programm!«

Cat hatte auf der Zunge, auszurufen: »Wie bitte?«, aber dann dämmerte es ihr selbst.

Ein Blick zu Kawilas und Del Shannon genügte allerdings, um ihr zu zeigen, dass sie dabei die Einzige blieb: Die beiden schafften es nicht, das Erlebte zu verarbeiten, geschweige denn, dass sie in der Lage gewesen wären, nüchtern über alles nachzudenken.

Kawilas, der gewaltige Kämpfer, auf dem Minenplaneten von Moran-Dur unbesiegbar, bis er auf Cat getroffen war. Das hier war selbst für seine eisernen Nerven zu viel.

Del Shannon, selbst Kyphorer, aber mit ausgeprägtem Hass auf die Machenschaften seiner eigenen Artgenossen, weshalb er zum Führer einer Rebellengruppe geworden war, die sich immerhin einen eigenen Stützpunktplaneten leisten konnte. Er rang sehr um Fassung. Cat sah in seinen Augen trotzdem den lodernden Hass, der durch das Erlebte nur noch stärker angefacht worden war.

Cat schüttelte den Kopf und sagte, wobei sie Mühe hatte, zumindest nach außen hin ruhig zu wirken: »Deshalb haben sie die beiden in dem Glauben gelassen, der Planet werde von so einer Art vierdimensionaler Wesen beobachtet. Aha? Es wurde zu einem besonderen Nervenkitzel für die Zuschauer, vor allem dann die beiden zu beobachten, wenn sie sich völlig unbeobachtet fühlen durften, trotz ihrer Erkenntnis. Eine Erkenntnis, die sie nur deshalb erlangten, weil die Regisseure des Geschehens aus dem Unsichtbaren heraus das so vorgesehen hatten. Aber wohin soll dies alles denn eigentlich führen – am Ende?« Doch auch diese Frage konnte sie sich selbst beantworten: »Zu noch dramatischeren Ereignissen, um die Einschaltquoten noch höher zu treiben, nicht wahr?«

»So ist es, meine Göttin!«, antwortete der Computer auf seine geschwollene Art und völlig emotionslos.

»Bis zur Eskalation?«, hakte Cat nach.

»Richtig, meine Göttin: Bis zu der Eskalation, die man für die Zuschauer vorgesehen hatte: Möglichst effektvoll, also möglichst spektakulär...«

»Nein, warte, nicht weiter! Ich will es gar nicht wissen. Nicht bevor ich weiß, wie es im Einzelnen weiterging. Was geschah mit Mar Chri, nachdem er aus der Gefangenschaft entflohen war? Wie geht es weiter mit dem Großbruder der Wissenschaften Irv Sturg?«

Del Shannon schluckte schwer. »Willst du uns das wirklich antun, Cat?«, erkundigte er sich anklagend.

Cat nickte heftig: »Und ob!«

»Aber was soll es letztlich bringen?«, begehrte auch Kawilas jetzt auf.

»Das werden wir sehen, wenn wir alles wissen!«, versprach Cat und dachte dabei im Stillen: Hoffentlich!

Und dann ging es weiter: Die unmittelbare Umgebung versank für sie – und sie wurden Teil der damaligen Geschehnisse...

 

2


Die Sicherheitsabteilung der Weltregierung war eine Einrichtung, die nicht nur die Aufgabe hatte, Aktivitäten gegen den Großcomputer Alpha Eins zu unterbinden und zu bekämpfen: Sicherheitsabteilung war nämlich eine eher bescheidene Umschreibung für eine in Wahrheit weltweit agierende Organisation mit Ina Wiard an der Spitze.

Eine Frau, in deren Händen alle Fäden zusammenliefen!

Warum auch nicht!, dachte der Großbruder der Wissenschaften Irv Sturg aufgeklärt, als man ihm eröffnete, dass die allmächtige Chefin für Sicherheit für ein persönliches Gespräch mit ihm bereit sei.

Im Laufe vieler Jahre hatte sich mehr und mehr herausgestellt, dass Frauen für gewisse Posten wesentlich besser geeignet waren als Männer. Vor allem, was Menschenführung betraf, hatten sie meistens die größere Begabung.

Ina Wiard war eine äußerst attraktive Frau, die ohne Schwierigkeiten ihr Geld als Fotomodell für Herrenmagazine hätte verdienen können. Irv Sturg zweifelte jedoch mit Recht daran, dass sie sich für solcherlei Beschäftigungen hergegeben hätte. In dem hübschen Kopf, der viel jünger erschien, als es den Tatsachen entsprach, wohnte zudem ein überaus wacher Geist.

Das zeigte sich bei der Begrüßung. Sie fragte: »Für wen sind wir Bürger nicht mehr als nur Versuchstiere?«

Mar Chri hatte den heimlichen Lauschern angenehmes Knobeln gewünscht – ohne damit zu rechnen, dass man den Originaltext seiner gemurmelten Worte sofort an Ina Wiard weitergab. Sie fing nicht einmal an mit dem Knobeln, sondern drehte sogleich den Spieß um.

Irv Sturg wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. »Was meinen Sie damit?«

»Stellen Sie sich nicht so an, Großbruder Irv Sturg«, entgegnete Ina Wiard burschikos, was eigentlich gar nicht ihrer Art entsprach. Normalerweise war sie sanft und weichherzig – zumindest nach außen hin. »Sie wissen sehr genau, wovon ich spreche.«

Irv Sturg zögerte. Dann sagte er vorsichtig: »Dieser Mar Chri ist eine recht illustre Persönlichkeit. Ich möchte mich damit keineswegs entschuldigen, aber er trug mir die Theorie vor, dass unser Planet in Wirklichkeit nur eine Versuchsanordnung ist – beobachtet und analysiert von unbekannten Wesen. Erlauben Sie mir, dass ich mich eines Kommentars enthalte? Auf jeden Fall war für mich diese Annahme kurios genug, um Mar Chri agieren zu lassen. Glauben Sie mir, es bestand zu keiner Sekunde eine Gefahr für Alpha Eins. Oder trauen Sie mir solcherlei zu?«

»Ich überlege die ganze Zeit schon, Großbruder Irv Sturg, was ich Ihnen zutrauen kann und was nicht. Aber es spricht für Sie, dass Sie so offen reden.«

Irv Sturg nickte grimmig. Er hatte sich nicht ohne Grund für den Frontalangriff entschieden. Ohne Zweifel war man schon dabei, den Computer sehr sorgfältig zu überprüfen. Das eingegebene Rechenprogramm von Mar Chri hatte gewiss seine Spuren hinterlassen. Man würde auf das Ergebnis der Abfrage ohnedies früher oder später stoßen. Warum also sollte Sturg leugnen?

Nur eine einzige Gefahr sah er darin: Falls sich hier nicht zufällig ein toter Winkel für die übergeordneten Wesen befand, waren diese jetzt in Kenntnis davon gesetzt, dass es Bürger gab, die zumindest etwas von ihrem Vorhandensein ahnten.

Als hätte man das auf die Dauer geheim halten können!, dachte Irv Sturg bestürzt. Erst jetzt wurde ihm das richtig bewusst. Er hatte ein Leben lang mit Karten gespielt, die gewissermaßen beidseitig bedruckt gewesen waren – was er selbst nie bemerkt hatte.

Aber vielleicht sah er die ganze Sache pessimistischer als notwendig?

Um weitere Überlegungen in dieser Richtung abzublocken, fragte der Großbruder der Wissenschaften unverschämt:

»Sind Sie eigentlich verheiratet, Ina Wiard, Großbürgerin der Sicherheit?«

»Ja, und zwar mit einem mickrigen, schielenden, glatzköpfigen, wenig intelligenten Registraturbeamten der untersten Gehaltsklasse, der natürlich unter der Überlegenheit seiner Gattin furchtbar leidet. – Bin ich mit dieser Antwort Ihrem Klischee gerecht geworden, Großbruder der Wissenschaften?«

Irv Sturg fühlte sich zutiefst beschämt. »Ich bitte um Entschuldigung. Eine solche Frage sollte eigentlich nicht über die Lippen eines intelligenten, aufgeklärten Bürgers kommen.«

»Note ›sehr gut‹ dafür, dass Sie das

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 25.02.2014
ISBN: 978-3-7309-8642-4

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