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Leseprobe

 

 

 

Bis an dein

Lebensende

 

 

 

 

 

 

 

 

Thriller

 

 

 

 

 

 

Michael Prasch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Juni 2011

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Röchelnd zuckte die alte Frau am Boden. Die weit aufgerissenen Augen spiegelten das Ende wider, während ihre Hände immer wieder verzweifelt nach dem Herzen griffen, aber nur das Nachthemd zu fassen bekamen. In den letzten Momenten ihres Lebens schaute die Frau dem Mann, der den Herzinfarkt ausgelöst hatte, fassungslos ins Gesicht. Ohne jede Regung stand dieser an der Schlafzimmertüre und sah dem Todeskampf zu.

 

 

 

1

 

Oktober 2018

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»Ich schlafe jeden Abend mit Angst ein. Angst vor diesem einen Traum.«

Franz Klenz blickte in die übersichtliche Runde. Man sah ihm seine knapp zwei Meter Körpergröße auch im Sitzen an. Er hatte wieder einmal das Gefühl, dass er zu viel von sich preisgab, verwischte den Gedanken aber schnell und nippte stattdessen unsicher an seinem Bier.

Anton Schlosser und Erol Selters saßen ihm schweigend in der Mieze gegenüber und hoben nicht einmal die Köpfe. Seine sanfte Stimme hatte sich im Wortgewirr der Gaststube verloren. Vielleicht besser so, ging es ihm durch den Kopf, und sein Blick schweifte gedankenverloren umher.

Der Schuppen war nach der raumfüllenden Pächterin Renate »Mieze« Tappeiner benannt, die wie immer hinter dem Tresen stand und sich lautstark mit ihrem Barpublikum unterhielt. Fünfunddreißig Jahre in der Gastronomie hatten Spuren an Haut, Haar und Stimme hinterlassen. Erol Selters hatte schon einige Male die Frage in den Raum geworfen, ob der nicht ganz durchtrainierte, aber keinesfalls übergewichtige Klenz mit seinen ein Meter fünfundneunzig oder die drei Köpfe kleinere, speckige Mieze mehr auf die Waage brachte. Man einigte sich meistens auf unentschieden.

Die Gaststube versteckte sich wie unzählige andere in der Stadt hinter einer unscheinbaren Türe, über der ein verrostetes Brauereilogo angebracht war, und roch auch heute nach kaltem Zigarettenqualm, obwohl seit Jahren Rauchverbot galt. Die Lautstärke hatte sich im Laufe des Tages mit jedem Bier ein klein wenig gesteigert und verschluckte mittlerweile ganze Sätze, selbst dann, wenn man am Tresen nebeneinandersaß. Für die wenigsten ein Grund nachzufragen.

Das Jahr war bereits weit fortgeschritten, und der erste Herbststurm kündigte sich mit kurzen, aber ergiebigen Schauern an. Nasse Jacken und Schirme trugen das regnerische Wetter in die Stube, in der die Zeit seit Jahrzehnten stehen geblieben zu sein schien. Lediglich die Zapfanlage hinter der altbackenen Bar aus Marmor wurde in unregelmäßigen Abständen ausgetauscht.

»Die Leute kommen sicher nicht wegen einer neuen Keramik-Toilette«, erklärte Mieze Tappeiner ihre Sparsamkeit.

Die fünf Barhocker aus dunklem Holz waren zumeist von denselben Gästen besetzt, die ihren begehrten Stuhl wie einen Staffelstab weitergaben. Die Leute aus der Frühschicht wurden von den immer gleichen Mittagsgästen abgelöst, bis auch die genug hatten und nach einer Stehhalben den Posten für einen Wartenden aus dem Abendpublikum aufgaben. Man kannte sich. Und wenn nicht, musste man an einem der sieben abgenutzten Holztische Platz nehmen, die in der Mitte des niedrigen Raumes eine schmale Gasse bildeten.

Niemand störte sich an der feuchten, stickigen Luft, welche die Fenster beschlagen ließ. Auch Klenz, Schlosser und Selters nicht. Seit mehreren Jahren traf sich das ungleiche Trio regelmäßig in dem alten Bierstadel, der neben verschiedenen Biersorten niemals Speisen anbot. Für einen Platz an der Bar hatte es dennoch nicht gereicht. In der Regel hatten sich die drei nicht viel zu sagen. Es genügte ihnen, wenn sie gemeinsam tranken und ihre Gespräche sich um Nichtigkeiten drehten. Heute aber war das anders. Franz Klenz wollte seine Ängste nicht mehr mit sich alleine ausmachen. Freunde waren ihm im Laufe seines Lebens verloren gegangen, also entschied er sich, nachdem auch vom dritten Bier nur noch der Schaum übriggeblieben war, aus einem Impuls heraus, den beiden Anwesenden von seinem wiederkehrenden Albtraum zu erzählen.

»Jeden Abend die Angst, dass ich davon träume«, offenbarte sich Franz Klenz nun etwas lauter, aber immer noch mit zaghafter Stimme, die in keiner Weise zu seinem riesigen Wesen passte.

Dabei saß er unruhig auf einem Holzstuhl, der nur bei ihm winzig wirkte. An dessen Lehne hing eine schwarze Lederjacke, deren Ärmel bis zum Boden reichten. Sie erschien auch nicht angezogen zu jugendlich für seine mittlerweile dreiundvierzig Jahre. Schlosser blickte zum ersten Mal auf, während Selters weiter abwesend das Emblem des Glases streichelte und anfing routiniert den Bierdeckel in gleich große Fitzelchen zu zerkleinern.

»Erzähl!«, forderte Schlosser unerwartet aufmerksam auf. »Wovor hast du Angst?«

Klenz schaute ihn an und bereute es schon, davon angefangen zu haben. Anton Schlosser war normalerweise reserviert und konsequent desinteressiert, wenn es um das eigene Seelenleben oder das anderer ging. Eigentlich konnte er sich an keine einzige Unterhaltung mit ihm erinnern, die intime Themen beinhaltete. Noch bevor Klenz ansetzen konnte, unterbrach Mieze mit dem Klicken ihres Kugelschreibers den Versuch. Sie ergänzte die Bierdeckel jeweils um einen Strich und setzte die nicht bestellten, aber gern gesehenen frischen Bier darauf ab. Selters bestrafte sie hingegen mit einem bösen Blick und setzte sein Glas übertrieben fest auf der abgenutzten Tischplatte ab.

»Immer das Gleiche. Irgendwann stelle ich dir die Dinger in Rechnung«, nörgelte sie mit heiserer Stimme.

»Und ich lasse mein Bier das nächste Mal zurückgehen«, erwiderte Selters eingeschnappt, für dessen Geschmack wie immer einen Fingerbreit zu tief eingeschenkt war.

»Ist schon recht, ihr Süßen«, machte Mieze einen Punkt unter die Nettigkeiten und schlurfte zurück hinter ihre Bar.

Das ›Süß‹ passte weder auf Klenz, der von den dreien einem Frauentyp trotz oder wegen seiner Größe noch am nächsten kam, noch auf Schlosser und Selters. Schlosser war seit der Schulzeit Außenseiter und optisch immer noch der hagere, blasse Junge, während Selters weder gut noch schlecht aussah und in der Runde normalerweise durch seine Schweigsamkeit auffiel. Wenigstens verlieh ihm ein leicht nach oben gebogener Schnauzbart, den er neuerdings stehen ließ, einen sympathischen Anstrich. Noch vor zehn Jahren wäre er als sportlich agiler Typ durchgegangen. Heute nicht mehr. Im letzten Gespräch mit seiner Ex-Freundin waren die Worte ›Durchschnittstyp‹, ›Bierbauch‹ und ›ich muss mal wieder was erleben‹ gefallen.

»Was ist jetzt, Klenz. Du hast etwas von Angst gesagt«, erinnerte Schlosser, der eine auffällige grellgelbe Schirmmütze trug, auf der vorne das Logo einer Bergbahn und seitlich Werbung für Tiefkühlkost gestickt war, sein Gegenüber und schaute ihn an, als könnte er die Geschichte nicht erwarten.

Sichtlich unwohl begann dieser zu erzählen. »Wie soll ich mich ausdrücken? … Ich habe wiederkehrende Albträume. Schlimme Träume, die immer gleich ablaufen und seit Jahren nicht verschwinden.« Er machte eine ungewollte Pause, da er sich selbst reden hörte und ihm schwindelig wurde.

Schlosser schien das zu bemerken und nickte ihm aufmunternd zu, also schloss Klenz für einen Moment die Augen und fuhr danach mit leiser Stimme fort. »Der Traum fühlt sich so unumstößlich echt an, dass ich danach eine Ewigkeit wie betäubt im Bett liege. Er krallt sich minutenlang an mir fest und folgt mir. Je öfter ich diesen furchtbaren Traum habe, desto schlimmer ist der Kampf zwischen ihm und der Realität. Das Geschehen spielt sich bis auf Kleinigkeiten immer gleich ab und kehrt in regelmäßigen Abständen zurück. Ich hatte gehofft, dass es mit der Zeit aufhört, aber es wird immer schlimmer.«

Der Ruhigste in der Runde, Erol Selters, warf Klenz einen Blick zu, der ›Was zum Teufel redest du da!‹ besagte, und stand demonstrativ auf. Er ging in Richtung Toilette, die hinter einem schweren Filzvorhang neben der Bar versteckt war und sowohl Männern als auch Frauen Platz bot. Das Lokal war mittlerweile so gut besucht, dass er immer wieder auf sich aufmerksam machen musste, um von den im Gang stehenden Leuten vorbeigelassen zu werden.

Zurück blieben Klenz und Schlosser, die dem Italo-Deutschen hinterhersahen.

»Ich habe das auch«, sagte Schlosser schließlich nach einer bedeutungsschweren Pause. »Fast jeden Tag.«

 


2

 

Der einen Kopf größere Klenz starrte Schlosser an. Er war so mit sich beschäftigt gewesen, dass er mit keiner Erwiderung gerechnet hatte. Schon gar nicht mit dieser. Das Interesse seines Arbeitskollegen an dem Gespräch war erstaunlich genug gewesen. Viel mehr überraschte ihn aber, dass Anton Schlosser einen Spalt in die eigene Privatsphäre geöffnet hatte. Weder sein Vorstoß noch die Reaktion darauf passte zur Oberflächlichkeit ihrer Beziehung.

»Interessant«, meinte Klenz schließlich, um irgendwas zu sagen. »Und was träumst du?«

Schon mitten im Satz war ihm seine Frage unangenehm. Es hörte sich so absurd deplatziert an, dass er sich zu schämen begann. Wann hatte er zuletzt so etwas Intimes angesprochen? Ein Blick auf Schlosser verstärkte das Unbehagen noch weiter. Dieser saß unbeweglich mit seiner auffälligen Kopfbedeckung und dem albernen Aufdruck vor ihm und versuchte sich an einem Lächeln. Der spärliche Bartwuchs und die roten Flecken am Kinn ließen ihn um einige Jahre jünger aussehen, als er war. Die Igel-Frisur passte genauso wenig zu dem Alter von neununddreißig Jahren wie sein nicht vorhandener Kleidungsstil, auf den er im Gegensatz zu Klenz keinen Wert legte. Schlosser war ein Mensch, den man ohne schlechtes Gewissen als Sonderling bezeichnen konnte.

Die Unterhaltung verlief nach wie vor komplett konträr zu ihren bisherigen. Klenz war absolut ungeübt in tiefgründigen Gesprächen und wäre am liebsten einfach aufgestanden.

»Zuerst du, dann ich«, schlug Schlosser vor.

Es schien, als hätte der nur darauf gewartet, mit jemandem über das Thema zu reden. Er wirkte wie ausgewechselt. In der Zwischenzeit war auch Selters zurück und fuhr fort das Emblem des Bierglases zu streicheln. Die Fenster waren nach wie vor verschlossen, und Tropfen bahnten sich den Weg durch das Kondenswasser. Der nasse Hund vom Nebentisch schaute gelangweilt in Richtung Bar.

»Also gut. Ich versuche es«, willigte Klenz nach kurzem Zögern ein. Sein Drang, die Geschichte loszuwerden, war größer als die eigene Verlegenheit.

»Es beginnt immer gleich. Ich stehe im Schlafanzug in meinem Wohnzimmer und blicke nach draußen. Es dämmert bereits. Eine Straßenlaterne erhellt den Garten. Nicht stark, aber stark genug, um einen Mann zu erkennen, der einige Meter entfernt von der Terrasse regungslos in meine Richtung stiert. Das ist der Zeitpunkt, an dem Panik in mir aufsteigt. Panik vor dem Eindringling. Ich fühle mich hilflos. Starre den unkenntlichen Mann wie gelähmt an. Beginne zu schreien. Der Fremde soll verschwinden. Einfach nur verschwinden. Meist bekomme ich nur ein gequältes Gebrüll zustande. Manchmal ein undeutliches ›Hau ab!‹ oder ›Hilfe!‹. Das Schreien kostet mich unendlich viel Kraft. Der Unbekannte rührt sich keinen Schritt. Ich trete vor zur Terrassentüre und öffne sie. Im gleichen Moment verschwindet der Mann aus meinem Blickfeld in Richtung Haustür, die um die Ecke liegt, und lässt mich alleine auf der Terrasse zurück.

Die Haustüre öffnet sich und fällt sofort wieder ins Schloss. Ich beobachte, wie der Mann, dessen Gesicht durch eine Kapuze verdeckt ist, keine drei Meter entfernt ohne Eile ins erste Obergeschoss steigt und wieder aus meinem Sichtfeld verschwindet. Die schweren Schritte hallen nach unten, bis eine weitere Türe geöffnet und wieder geschlossen wird. Ich folge dem Eindringling trotz panischer Angst in den ersten Stock. Links das Bad. Rechts das Schlafzimmer. Beide Türen sind zu.

Ich öffne wie fremdgesteuert die Badtüre. Immer diese zuerst. Nicht die andere. Niemand zu sehen. Die Schlafzimmertüre liegt bedrohlich am anderen Ende des Flures. Am liebsten würde ich weglaufen, aber eine unsichtbare Kraft lässt mich nicht gehen. Ich stehe vor der geschlossenen Türe und öffne sie. Langsam. Vorsichtig. Mein Blick wandert durch das Zimmer, während ich gleichzeitig die Türe immer weiter aufschiebe. Die Klinke hat die Wand schon fast erreicht, bis ich einen Widerstand spüre. Ich brauche einige Sekunden, um zu bemerken, dass die Türe gegen den Körper des fremden Mannes drückt, der gleichzeitig nach vorne tritt. Das ist der Moment, in dem ich es nicht mehr aushalte. In dem ich schreie, so laut ich kann, und panisch aufwache.«

Klenz hatte die ganze Zeit auf den Salzstreuer in der Mitte des Tisches geschaut und unruhig die eigenen Hände geknetet. Sein Mund fühlte sich trocken an, und er hatte zu schwitzen begonnen. Über den Traum zu sprechen war einfacher, als ihn zu erleben. Dennoch hatte er sich verkrampft, und sein Nacken schmerzte. Während der letzten Minuten hatte er, als wäre er in die Untiefen eines Ozeans getaucht, um sich herum nichts wahrgenommen. Nur langsam setzte der Lärmpegel der Bierstube auch bei ihm wieder ein.

Klenz zuckte unmerklich zusammen, als sich ein Gast an ihm vorbeischob und ihn am Rücken berührte. Der Hund vom Nachbartisch hob kurz seine Schnauze, als der Mann auch ihm gefährlich nahe kam.

»Prost.«

Erol Selters war der Erste, der etwas sagte. Bis jetzt hatte er dem Schauspiel nur ungläubig gelauscht. An seinem Schnauzer hing noch Schaum, als er das Glas hob und seine zwei Bekannten auffordernd anschaute. Diese taten es ihm nach kurzem Zögern gleich.

»Ja. Prost.«

 

 

 


3

 

Schlosser hatte Klenz, den Mann, der sich ihnen soeben anvertraut hatte, bei der Arbeit im Bezirkskrankenhaus Breitenfeld kennengelernt, einer Einrichtung für Psychiatrie, Psychotherapie und psychosomatische Medizin. Die ›Klapsi‹, wie sie in der Region nur auf den ersten Blick liebevoll genannt wurde, warb mit psychiatrischer Vollversorgung und war spezialisiert auf Psychosomatik, Sucht, Geronto- und Forensische Psychiatrie. Mit tausendfünfhundert Betten durfte sich das Krankenhaus die größte psychiatrische Einrichtung Deutschlands nennen und erstreckte sich auf einem riesigen Gelände vor den Toren der Großstadt, die trotz der Nähe unendlich weit weg erschien.

Im Laufe der über hundertjährigen Geschichte waren auf den einst weitläufigen Krautäckern an die hundertzwanzig Häuser, Krankenstationen und Dienstwohnungen entstanden, die architektonisch nahezu jedes Jahrzehnt abbildeten. Geprägt war das Gelände allerdings von Gebäuden aus den Zwanzigerjahren. Wie in einer Filmkulisse reihten sich prunkvolle, aber größtenteils heruntergekommene Villen im Jugendstil inmitten einer riesigen Parkanlage aneinander. Ein Geflecht aus Straßen, Forstwegen und Trampelpfaden verband die einzelnen Häuser wie ein unsymmetrisches Spinnennetz. Das Herz des Klinikums war im Gegensatz dazu ein schmuckloser Siebzigerjahre-Betonklotz, der wie alle anderen Gebäude eine Nummer trug. Haus 1. Hier wurden alle neuen Patienten aufgenommen, erstversorgt und später bei Bedarf in die anderen Häuser verteilt.

Obwohl das Areal seit einigen Jahren für die Bevölkerung viel zugänglicher geworden war, strahlte es etwas Unheimliches aus. Jedes Kind in der Gegend kannte wahre oder erfundene Geschichten von aus den Einrichtungen Geflüchteten, die in der Gemeinde umherirrten oder sich wochenlang in den nahegelegenen Wäldern versteckten. Erst bei einem Spaziergang fielen die vielen Gitterstäbe an den Fenstern auf. Einige der Häuser waren zudem mit Zäunen und Stacheldraht abgesichert. Nachts begann im hintersten Winkel wie in einem schlechten Horrorfilm ›Die Burg‹ zu leuchten. Die Haftanstalt wurde von hohen Flutlichtmasten bestrahlt und sah aus wie die kindliche Vorstellung eines Gefängnisses, mit hohen Mauern, viel Drahtverhau und je einem Überwachungsturm an jeder der vier Ecken. Menschen, die hier einsaßen, waren psychisch krank und hatten eine schwere Straftat begangen.

Anton Schlosser arbeitete nun seit sieben Jahren als Krankenpfleger in Haus 11. Ein verspieltes Gebäude mit einem ausladenden Balkon, der sich auf sechs Säulen stützte und unter sich eine Veranda beherbergte, die bei Sonne Schatten spendete und bei Regen Schutz bot. Auch wenn der Putz an den Mauern blätterte, strahlte es mit den vielen Erkern, Türmchen und Verzierungen eine magische Wärme aus. Umringt war die dreistöckige Villa von Kletterrosen, die selbst um diese Jahreszeit noch kräftig blühten, und einem herrlichen Garten, der nur von Hecken begrenzt war. Mittendrin thronte eine achthundert Jahre alte asymmetrische Eiche, die im Laufe der Zeit viel gesehen hatte. Heute waren in dem Bereich bis zu siebzig Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen untergebracht.

Genau an diesem Ort hatte Anton Schlosser vor einigen Jahren auch Franz Klenz, den ›Riesen‹, wie er genannt wurde, das erste Mal getroffen, als er ihm eine neunzehnjährige Methadonabhängige übergeben hatte.

»Zum EKG. Aber pass gut auf sie auf. Die Kleine ist noch nicht ganz fit«, hatte Schlosser seinem Kollegen Klenz damals mit auf den Weg gegeben, und ihm war bei der Antwort bereits aufgefallen, in welchem Widerspruch die zarte Stimme zu dem Kerl stand, der wiederum Angestellter im ›PBD‹ des Klinikums war.

›PBD‹ stand für Personenbegleitdienst, was vereinfacht ausgedrückt bedeutete: Klenz brachte Patienten von A nach B. Wenn möglich nur als Begleitung, wenn nötig als Fahrer. Das ergab sich einerseits aus der schieren Größe der Fläche und dem speziellen Betreuungsbedarf der Patienten. Die Häuser der ›Klapsi‹ lagen teilweise kilometerweit auseinander, und selbst erfahrene Kollegen verliefen sich in dem unübersichtlichen Gelände von Mal zu Mal. Zum anderen sollte keiner der Patienten aus geschlossenen Stationen auf die Idee kommen, abzuhauen oder sich selbst etwas anzutun.

»Na klar, ich bring sie dir heil wieder«, hatte Klenz damals geantwortet, als ob die Patientin sie nicht hatte hören können.

Danach waren sie sich einige Male zufällig auf dem Gelände begegnet, bis ihnen auf einer Weihnachtsfeier einige Monate später der Gesprächsstoff ausgegangen war und sie sich bei der Verabschiedung das erste Mal in der Mieze verabredet hatten.

»Warum nicht«, hatte Klenz zugestimmt, ohne zu wissen, worauf er sich eingelassen hatte.

Weder Schlosser noch Selters hatte bisher auf Klenzes Seelenstriptease reagiert. Schlosser war zu verblüfft von der Offenheit seines Kollegen. Er konnte die Qualen regelrecht spüren, denen der Mann ausgesetzt war. Unruhig saß dieser jetzt auf seinem Stuhl und versuchte seine zittrigen Hände zu verbergen. Wie so oft trug er ein blütenweißes Hemd, dem man mit den auffälligen Manschettenknöpfen seinen Preis ansah. Genauso wie die Schweißflecke, die sich in den letzten Minuten gebildet hatten. Mit der Markenjeans im Used-Look, auffälligem Krokodilledergürtel und einwandfreien Lederschuhen glich er eher einem Millionär auf Kurzurlaub als einem einfachen Klinikangestellten. Zu anderen Zeiten hätte Schlosser vielleicht über den affigen Kleidungsstil innerlich den Kopf geschüttelt. Nicht so heute.

Seit Klenz wie aus dem Nichts von seinem Traum angefangen hatte, war Schlosser hellwach und sein eigener rannte wie im Zeitraffer durch seine Gedanken. Er konnte nicht fassen, dass sich sein Kollege wie er mit einem Traum herumplagte. Die Offenbarung hing nach wie vor wie unsichtbarer Ballast in der Luft. Schlosser überlegte, wie er auf die Geschichte reagieren sollte. Diese hatte ihn zweifelsohne berührt und sofort schmerzhaft an sich selbst erinnert. Er hatte Klenz vorher leichtfertig zugesagt, dass er ebenfalls über seinen Albtraum erzählen würde. Aber wollte er das jetzt wirklich? Schließlich handelte es sich bei ihm im Grunde genommen gar nicht um einen Albtraum. Außerdem hatte er das Gefühl, dass Klenzes Traum im Vergleich zu seinem lächerlich unbedeutend war. Aber was hatte er schon zu verlieren?

Den Wunsch, mit jemandem darüber zu reden, trug er schon lange mit sich herum. Enge Freunde gab es nicht, und Fremden wollte er sich nicht anvertrauen. Und es bestand die unrealistische, aber immerhin kleine Möglichkeit, dass er sich mit Klenz austauschen konnte. Wenn es schiefgehen würde, gab es den Ausweg, einfach den Kontakt abzubrechen. Viel vermissen würde er sowieso nicht. Er war froh, als Erol Selters die Stille unterbrach und sich über das schale Bier beschwerte. Sein Lieblingsthema, seit die Zapfanlage ausgetauscht worden war.

»Dir hängt schon wieder Schaum am Schnauzer«, war die Antwort von Schlosser, der froh war, irgendetwas von sich zu geben.

Eine Runde später konnte Schlosser den Blicken von Klenz allerdings nicht mehr ausweichen. »Dann bin jetzt wohl ich dran.« Erol Selters schaute ungläubig in seine Richtung, sagte aber nichts. Klenz beugte sich wiederum weit nach vorne und war sichtlich erleichtert, dass es endlich weiterging. Seine zitternden Hände verbarg er dabei unter dem Tisch. Von draußen drang zeitgleich das leise Bimmeln der Straßenbahn ins Innere.

»Ich habe keinen Traum. War nur gespannt auf deine Gefühlsduselei«, sagte Schlosser, ohne eine Miene zu verziehen.

 


4

 

Endlich waren in der Dunkelheit zwei kleine, helle Punkte zu erkennen. Auch zur späten Stunde warteten einige Passagiere im kalten Regen und starrten unter den Schirmen wie Motten auf die sich nähernden Lichtlein. Nur einer kümmerte sich weder um die Nässe noch um die einfahrende Tram.

Schlossers gelbe Cap war bereits durchweicht, als er mehrere Male ungeduldig auf den neongrün leuchtenden Öffner drückte und in den hinteren Teil der Straßenbahn stieg. Seine vier Bier hatte er durch ein kurzes Nicken in Richtung Bar anschreiben lassen, um sie am Monatsende zu begleichen. Die Wirkung hatte er mit in den Regen genommen. Station um Station zog vorüber, ohne dass er wusste, wohin er fahren sollte. Er war zu aufgewühlt und betrunken, um klare Gedanken zu fassen. Es arbeitete in ihm, ohne dass er es steuern konnte. Schlosser spürte regelrecht, wie sein Ich in jeder Ecke seines Körpers nach der passenden Emotion suchte. Erst nach und nach stieg ein greifbares Gefühl in ihm auf: Reue. Reue, nicht von seinem Traum erzählt zu haben.

Die Straßenbahn war wie jeden Donnerstag gut besetzt. Anonymes Treiben in einer angebrochenen Nacht. Schlossers Sitznachbar wechselte gerade von einem ungewöhnlich großen Asiaten zu einer tätowierten jungen Brünetten, die er einige Sekunden zu lange musterte. Wie immer, wenn er neben einer Frau saß, die ihm gefiel, wurde er unsicher und wusste nicht wohin mit seinem Blick. Die unbekannte Schönheit schien keine Probleme damit zu haben und schaute konsequent aus dem Fenster auf der anderen Seite des Ganges. Er tat es ihr widerwillig gleich.

Der Fluss schimmerte durch die verregnete Scheibe und zog mit Hochwasser in die entgegengesetzte Richtung. Im Fensterglas spiegelten sich die Lichter der Stadt, und wenn er genau hinsah, der Schoß der schönen tätowierten Frau, die er nach einer kurzen Pause wieder verstohlen über diesen Umweg beobachtete. Ihre Beine waren bunt verziert, ohne dass er durch die feine Netzstrumpfhose Genaueres erkennen konnte.

Nach zwei Stationen verschwammen die Bilder mehr und mehr und verloren sich schließlich vollständig in seiner durcheinandergeratenen Gedankenwelt, bis sie, ohne auszusteigen, aufstand, in den vorderen Teil der Straßenbahn flüchtete und ein schlaksiger Mann mit New-York-Yankees-Mütze den Platz einnahm. Tiefe Bässe drangen aus den Kopfhörern und überschallten die leisen Motorengeräusche. Genervt drehte er sich weg, bis Schlosser auf einmal wusste, zu wem er wollte.

Drei weitere Haltestellen später wechselte er die Linie und fuhr in Richtung Endstation Breitenfeld. Mit einem dicken Filzstift hatte jemand ›Endstation Klapsi‹ auf den Fahrplan gekritzelt.

Sein Ziel lag am östlichen Rand des Geländes, direkt hinter einer dichten Lorbeerhecke. Ein schmaler Kiesweg führte von der Hauptstraße in einem großen Bogen vor den Eingang von Haus 56, der Angestelltenunterkunft des Klinikums. Hier konnten Mitarbeiter der Einrichtung für wenig Geld auf dem Gelände in kleinen Zimmern wohnen.

Es war zu dunkel, um an der Klingelanlage Namen zu erkennen, also fummelte Schlosser auf der Suche nach seinem Handy in seinen Taschen, als das Licht des Treppenhauses anging und eine dunkle Gestalt heraustrat. Kurz dachte er darüber nach, ohne zu klingeln durch die zufallende Türe zu huschen, entschied sich aber dagegen. Er wollte nicht aufdringlich wirken und ungebeten vor ihrer Wohnung stehen.

Der Mann verschwand in die Nacht. Das Licht blieb an und erhellte den Eingangsbereich. Die Klingelschilder waren mehrfach wild überklebt worden. Er fand den Namen schließlich oben links in gelben Großbuchstaben auf einem schwarzen Klebestreifen: BETTY.

Schlosser drückte unsicher den Knopf. Ohne dass die Sprechanlage benutzt wurde, erklang ein leises Surren. Schlosser zog an der Türe, bis das monotone Geräusch auch schon wieder verstummt war.

»Du musst drücken«, rauschte es jetzt durch den kleinen runden Lautsprecher, und es surrte erneut.

Schlosser drückte hektisch und wäre fast wieder zu spät dran gewesen. Auf dem Weg in den ersten Stock übersprang er jede zweite Stufe, als müsste er die verlorene Zeit wieder hereinholen, und kam völlig außer Atem vor der angelehnten Türe zum Stehen.

»Meine Güte, was hast du denn vor?«, hörte er von drinnen, als er pro forma noch mal klopfte, seine Schuhe ordentlich neben den Abstreifer stellte und eintrat.

Das mickrige Zimmer bot rechterhand Platz für ein schmales Einbaubett, über dem drei Bretter provisorisch montiert waren. Bücher, Souvenirs und unbeschriftete Ordner türmten sich darauf ohne ersichtliche Logik. Linkerhand reihten sich ein offener Kleiderschrank, ein Miniatur-Waschbecken und ein Schreibtisch aneinander, der nicht mehr war als eine Spanplatte auf vier Beinen. Durch das Fenster an der Kopfseite konnte Schlosser im schwachen Mondlicht die Gärtnerei des Klinikums erkennen. Ein Anblick, den ihr blinder Wellensittich Bruce nie zu Gesicht bekommen würde. Aufgeregt drehte er sein gelbes Köpfchen von links nach rechts und sprang von der oberen auf die untere Stange und wieder zurück. Dabei baumelte sein silberner Käfig, der an einer Schnur an der Decke befestigt war, wie ein Schiff auf hoher See.

»Alles okay, Bruce«, flüsterte Betty ihm zu und streckte ihren kleinen Finger hinein, ohne dass dieser reagierte.

Sie hatte Bruce vor einem Jahr aufgenommen, nachdem sie einen ihrer regelmäßigen Besuche im Tierheim hinter sich gebracht hatte.

»Ein klassischer Fall von ›nicht vermittelbar‹«, hatte ihr die Pflegerin gesagt.

Bruce war bereits das fünfte Tier, das Betty über das Tierheim bezogen hatte. Seine Vorgänger waren ein dreibeiniger Hamster, ein vernarbter Kater und zwei verschüchterte Meerschweinchen gewesen, die alle einen nicht allzu langen, aber immerhin liebevollen Lebensabend bei ihr genießen durften. Betty hatte es aus Mitleid nie über das Herz gebracht, diese armen missachteten Geschöpfe in ihren kleinen Käfigen zurückzulassen. Genauso wartete sie in der Weihnachtszeit jedes Jahr ab, bis die Christbaumverkäufer am vierundzwanzigsten Dezember mittags schon dabei waren, ihre Stände aufzuräumen, um sich eine meist schiefe oder anderweitig missratene Tanne ins Zimmer zu stellen, für die ihre Mitmenschen keine Verwendung gefunden hatten, oder nahm in der Obstabteilung Früchte mit Druckstellen, die ansonsten im Müll gelandet wären. Sie hatte einfach ein Herz für die kleinen und großen Dinge des Lebens, die in der Gesellschaft wenig Beachtung fanden.

Ähnlich verhielt es sich bei Männern. Die Perfekten interessierten sie nur ab und zu. Vor allem wurde sie bei denen schwach, die der restlichen Damenwelt nicht auffielen oder für die sich niemand interessierte. Zu dieser Kategorie zählte auch Anton Schlosser.

Der große Vorteil an dieser Vorgehensweise war, dass die meisten davor und danach wenig Ärger machten und sie ihre Vorlieben zügellos ausleben konnte. Es gab für sie nichts Schlimmeres als den unnötigen Aktionismus eines Liebhabers, der sie daran hinderte, selbst das Kommando zu übernehmen. Ganz nebenbei hatte sie schnell erkannt, dass ihre Zuneigung den meisten sogar etwas wert war. Und da sie die Nachtschichten hasste wie die Pest, befand sie, dass es durchaus fair wäre, wenn der andere Teil für sie einsprang, wenn sie mit ihm ins Bett ging.

Aus dem Nebenzimmer drang elektronische Musik und ein angeregtes Gespräch unter Frauen durch die dünnen Wände. Schlosser war nicht das erste Mal bei Betty und nicht mehr so nervös wie davor. Trotzdem überkam ihn wieder das Gefühl, etwas Illegales zu tun. Er hatte vor einigen Jahren von einem Kollegen, der, ohne gefragt zu werden, jede seiner Bettgeschichten mitteilte, von ihr erfahren.

»Schlosser, du musst auch mal wieder ficken«, hatte er in einer Mittagspause festgestellt, nachdem er eigentlich nur über die kaputte Kaffeemaschine gejammert hatte. »Geh mal zur Betty, vielleicht lässt dich die ran. Du musst nur ihre Nachtschichten übernehmen und …«

»Und was?«

»Na ja, sie lässt nicht jeden ran. Sie trifft eine recht seltsame Auswahl. Habe ich jedenfalls gehört.«

Schlosser hatte bis dahin noch nie mit einer Frau geschlafen, also hörte sich für ihn das Tauschgeschäft fair an. Sex für eine Nachtschicht. Die Stunden der Nachtschicht im Personentransportdienst waren zwar auch bei ihm nicht beliebt, aber er hätte für Betty noch ganz andere Dinge in Kauf genommen.

Von sechs bis sechs verbrachte man die Zeit auf Abruf in einem schäbigen engen Zimmer, um im Notfall Transporte im gesamten Gelände zu fahren. Ein antiquiertes Funkgerät riss einen aus dem Schlaf, wenn man überhaupt dazu kam, um bei Notoperationen, Suiziden oder sonstigen Zwischenfällen mit dem zuständigen Arzt als Erstes vor Ort zu sein und die Fahrt zu übernehmen. Der Dienstplan erlaubte es auch Mitarbeitern anderer Abteilungen, sich einzuschreiben, um die Kollegen zu entlasten. Schlosser war einer der wenigen Krankenpfleger, die sich dort die Nächte um die Ohren schlugen und wie Nikolaj Coster-Waldau in dem Film Nachtwache, der als Student in einer Pathologie aushalf, ihre Ängste überwinden mussten. Die Bilder konnten sich für ewig einbrennen. Trotzdem stand er auch heute vor ihrer Türe.

»Du schnaufst wie altes Wildschwein«, stellte Betty mit leicht gebrochenem Deutsch fest und holte zwei Bier, die gut gekühlt auf dem schmalen Fenstersims im Freien standen.

Schlosser war sich nicht ganz sicher, ob sie das mittlerweile absichtlich machte. Ihre Sätze klangen dann immer etwas langgezogen, und ab und zu fehlten Artikel oder Wörter. Das ›E‹ hörte sich dann auch eher wie ein ›Ä‹ an. Er mochte es. Während der Arbeit war aber kaum etwas von ihrem finnischen Akzent zu erkennen.

Wahrscheinlich hatte er sie aus dem Bett geklingelt. Sie trug ein dunkles samtiges Nachthemd, das er noch nicht kannte, und hatte ihre weißblonden Haare zu einem Zopf gebunden. Die Träger hingen verloren über ihren sehnigen Körper. Seit ihrer Schulzeit hatte man ihr hinter ihrem Rücken immer wieder Essstörungen angedichtet, ohne dass jemand auf die Idee kam, dass sie schon immer so gewesen war. Wie üblich war sie ungeschminkt und barfuß. Betty Horitilä war gute zehn Jahre jünger als Anton Schlosser und nach einer zweijährigen Europareise in Deutschland geblieben. Wenn sie von ihren Gesprächspartnern ungläubig gefragt wurde, »warum nicht Italien oder Griechenland«, antwortete sie immer: »Hier geht´s mir gut.«

Bei der Begrüßung konnte sich Schlosser nicht entscheiden, ob er sie einfach nur umarmen, auf die Wangen oder auf den Mund küssen sollte. Es kam irgendetwas dazwischen heraus.

»Hast du Schnaps?«, fragte er und öffnete sein Bier.

»Jägermeister kannst du haben«, sagte Betty und grinste.

Sie holte zwei zu große Gläser ohne Eis und setzte sich zu ihm aufs Bett. Eine andere Sitzgelegenheit gab es in dem Zimmer nicht.

»Du Armer bist ja klitschnass und betrunken«, meinte sie übertrieben fürsorglich und fing gleichzeitig an, Schlossers Brust zu streicheln.

»Ja. Bin ich wohl. Und durcheinander. Kennst du eigentlich diesen Klenz?«

»Den Großen? Klar. Der arbeitet bei mir in der Abteilung. Was ist mit ihm?«

»Ach, nicht so wichtig. Mit dem war ich vorher nur ein paar Bier trinken.«

»Komischer Typ. Trägt immer bisschen zu dick auf«, urteilte Betty, öffnete dabei seine Hose und begann mit der linken Hand an seinem Schwanz rumzuspielen.

Mit der anderen klaute sie ihm die Schirmmütze und setzte diese verkehrt herum selbst auf. Heute bewegte ihn weder das eine noch das andere. Auch wenn Schlosser keinen Vergleich hatte, war er sicher, dass es auf der Welt keine bessere Liebhaberin gab als sie. Aber jetzt war er abgelenkt. Es fiel ihm schwer, sich zu konzentrieren. Immer

Impressum

Verlag: Zeilenfluss

Texte: Michael Prasch
Bildmaterialien: Winkelhaus Zinkdach Abend, https://stock.adobe.com/de/231668608, KB3; Morning in the forest, https://stock.adobe.com/de/225598580, kwasny221, film noir concept, https://stock.adobe.com/de/231204349, grandfailure; Backgrounds, Designed by Freepik.com, Freepik
Cover: Buchcoverdesign.de / Chris Gilcher – http://buchcoverdesign.de
Lektorat/Korrektorat: Dr. Andreas Fischer
Satz: Zeilenfluss
Tag der Veröffentlichung: 16.09.2019
ISBN: 978-3-96714-019-4

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