Cover

Titel

 

Anne Beeskow

 

Mein ganz großer Tag

Eine Hochzeitsgeschichte

Mein ganz großer Tag

Die Geschichte meiner eigenen Hochzeit beginnt eigentlich am Tag der Hochzeit meiner besten Freundin. Britta hatte geheiratet. Im Wonnemonat Mai und mit allem Drum und Dran.

Als ich das erste Mal von ihrem Plan hörte, der erst mal nur darin bestand, die zu diesem Zeitpunkt bereits ein reichliches Jahr andauernde Beziehung mit ihrem Philipp in aller Form amtlich zu machen, war ich einfach nur entsetzt. Wie konnte das nur möglich sein? Britta holte sich einen Mann ins Haus! Forever! Und wo blieb ich?

Später versuchte ich mich ernsthaft an den Gedanken zu gewöhnen, dass die schönen Zeiten mit Faulenzerabenden auf Brittas oder meiner Couch und mit abenteuerlichen Wochenenden „on the road“ eben unwiederbringlich vorbei waren. Offenbar waren wir mit 29 Jahren jetzt gefälligst erwachsen und sollten uns damit auch erwachsenen Angelegenheiten zuwenden. Dem Heiraten zum Beispiel, und gleich darauf vielleicht sogar der Familiengründung ...

Gegen Brittas Philipp als Mensch und Mann hatte ich im Grunde nichts einzuwenden. Im Gegenteil, ich konnte mir lebhaft vorstellen, dass man sich tatsächlich ganz schnell und erwähnenswert intensiv in diesen Knaben verlieben konnte. Dennoch fühlte ich mich von meiner Freundin reichlich unverstanden, noch mehr vernachlässigt und irgendwie sogar echt verlassen.

Aber es half ja alles nichts. Auch wenn mir der Sinn eigentlich gar nicht danach stand, so hatte ich als allerbeste Freundin natürlich gefälligst an Brittas Hochzeit teilzunehmen. Und damit nicht genug: Ich sollte sogar ihre Trauzeugin sein.

Trauzeuge Nummer zwei war übrigens Philipps bester Freund: Florian Merkenthin.

Dieser Florian begegnete mir zum ersten Mal auf dem Polterabend von Britta und Philipp, und ich gestehe, dass ich mich unter anderen Bedingungen auf der Stelle in ihn verliebt hätte. Er sah gut aus, wirkte sehr sympathisch, war fünf Jahre älter als ich und ebenso wie Brittas Philipp als Rechtsanwalt tätig. Auch war dieses mehr als beeindruckende Exemplar eines Mannes noch Single, wie Britta mir bereits Wochen zuvor mit Verschwörermiene zugeflüstert hatte.

Allerdings hatte ich kaum hingehört. Die bevorstehende Hochzeit meiner Freundin drückte mir damals erheblich aufs Gemüt. Und damit wohl auch aufs Gehör ...

Und dann war es so weit: Brittas „schönster Tag im Leben“, wie ihre Hochzeit gleich mehrere Male in der Festrede des Brautvaters bezeichnet wurde, war da. Und damit die zweite Begegnung zwischen Florian Merkenthin und mir.

Als ich ihn vor dem Standesamt begrüßte, rührte sich erst mal wenig in mir. Denn ich war mindestens so aufgeregt wie die Braut selbst, hatte aber statt bräutlicher Freudentränen einen dicken Trauerkloß im Hals, ja, ich war noch immer etwas enttäuscht darüber, dass Britta mich nun tatsächlich für alle Zeiten verlassen wollte.

Mein Gesichtsausdruck, mit dem ich Florian die Hand reichte, muss daher wohl unübersehbar matt und deprimiert gewirkt haben. Und das hatte offenbar zur Folge, dass sich der attraktive Florian - erfolgsverwöhnt und ernsthaft auf Freiersfüßen – gerade deshalb ab sofort auffallend für mich interessierte. Da ich seine Tischdame war, kamen wir uns schon im Laufe des Nachmittags schnell näher, das heißt, wir unterhielten uns recht lebhaft. Darüber hinaus hielt ich allerdings Abstand. Auch bei den Hochzeitsspielen

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: Anne Beeskow
Bildmaterialien: Cover-Design: Andreas Reschny/Anne Beeskow Unter Verwendung einer Vektorgrafik von http://www.pixabay.com des Anbieters Nemo
Lektorat/Korrektorat: Anne Beeskow
Übersetzung: keiner
Tag der Veröffentlichung: 11.12.2014
ISBN: 978-3-7368-6366-8

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Für alle Brautpaare und solche, die es werden wollen

Nächste Seite
Seite 1 /