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Kapitel 1

Alexander

 

„Das kann doch nicht wahr sein“, schrie Alexander wütend auf als er die Nachricht bekam, dass seine Verlobte mit einem anderen Mann gesehen wurde. Wie konnte Alex sich nur in Natalie täuschen und nicht erkennen, dass sie wie alle anderen Frauen auch nur hinter seinem Geld her waren? Nie im Leben hatte der 25 jährige sich träumen lassen, dass er wieder auf so eine rein gefallen war. Doch leider hatte er es jetzt schwarz auf weiß.

 

Mit einem wütenden Schrei schmiss Alexander die Unterlagen auf seinen Tisch und überlegte was er jetzt machen sollte. Natürlich würde er die Verlobung mit Natalie sofort lösen, doch würden sich die Leute von der Presse wieder darauf stürzen. Warum hatte er nicht auch mal Glück in der Liebe so wie die Anderen?

Mit einem verzweifelten Seufzer ließ sich Alex auf seinen Bürostuhl nieder und sah sich das Bild seiner Familie an. Innerlich fragte er sich immer wieder wie sein Vater es geschafft hatte seine Mutter kennenzulernen, denn auch dieser hatte schon in jungen Jahren eine Menge Geld gehabt.

Tief in seinen Gedanken merkte Alexander nicht wie seine kleine Schwester Lizzy in sein Büro kam und ihn traurig ansah. Es tat ihr weh ihren großen Bruder so niedergeschlagen zu sehen, weshalb sie einfach beschloss ihn auf andere Gedanken zu bringen. Vorsichtig ging das junge Mädchen zu ihren Bruder und legte eine Hand auf dessen Schulter. „Alex mach etwas Pause und komme mit auf die Ranch. Mama und Papa werden sich auch freuen dich mal wieder zu sehen“, sagte Lizzy deshalb mit einem breiten Grinsen als dieser sie ansah. „Es wird dir gut tun mal hier raus zu kommen. Glaub mir“, sprach sie weiter und machte einen süßen Welpenblick dem nicht mal Alex wieder stehen konnte.

 

Für Alexander war seine Familie mit das Wichtigste und vor allem seine jüngeren Schwestern liebte der junge Mann über alles. „Du hast recht Kleine. Vielleicht bringt mich das wirklich auf andere Gedanken“, murmelte er deshalb nach einer Weile leise vor sich hin. Das war jetzt drei Tage her und seitdem hatte Alex alles so geregelt das sein Stellvertreter keine Probleme haben sollte, wenn er weg war.

 

Mit einem leichten Lächeln stieg Alexander in sein Auto und fuhr zu der Ranch seiner Eltern um dort etwas zu entspannen und mit seiner Familie etwas zu unternehmen. Die ganze Fahrt über hörte der junge Mann Musik und sang auch bei einigen Songs mit, so das die Zeit recht schnell vorbei ging. Am späten Abend kam Alex dann auch endlich an und sah schon das sich nichts verändert hatte, seitdem er das letzte Mal hier war.

Die Pferde waren der ganze Stolz seines Vaters und das wusste jeder der hier lebte. Man sah das in jedes Tier viel Zeit und Liebe gesteckt worden war und trotzdem kam die Familie nie zu kurz.

Mit einem Lächeln auf den Lippen hielt Alexander den Wagen an und stieg dann auch gleich aus, um nur wenig später den Freudenschrei seiner anderen kleinen Schwester zu hören. Anna kam mit ausgebreiteten Armen auf ihren Bruder zu gerannt und sprang ihm lachend in die Arme. „Es ist schön dich wieder zu sehen großer Bruder“, sagte Anna lachend und gab Alex einen Kuss auf die Wange. „Und du bist immer noch ein kleiner Wildfang wie es aussieht“, kam es lachend von ihm, während er sie eng an sich drückte.

Es war einfach schön wieder bei seiner Familie zu sein und er wusste jetzt schon, dass er hier abschalten konnte. „Komm rein! Mama hat das Essen schon fertig und du weißt wie Lizzy ist, wenn sie Hunger hat“, sprach Anna während sie ihren Bruder am Arm zum Haus zog. Oh ja Alex wusste genau wie seine kleine Schwester sein konnte, wenn diese Hunger hatte und das wollte keiner gern erleben. „Hast recht Kleine. Das wollen wir unseren Eltern und vor allem uns nicht antun“, kam es lachend von ihm und er folgte Anna ins Haus. Drinnen war alles schön hell eingerichtet und man sah gleich, dass seine Mutter hier ihre Hände im Spiel hatte. Alles war wunderbar abgestimmt und passte zu dem Rest des Hauses. „Na da ist ja mein verlorener Sohn“, kam es dann auch von seiner Mutter die gerade aus der Küche kam und eine Schüssel mit Salat auf den gedeckten Tisch stellte. Nachdem sie das gemacht hatte kam sie auch gleich auf ihn zu und umarmte Alex einmal liebevoll. „Na mein Sohn auch mal wieder da?“, hörte er dann die tiefe Stimme seines Vaters der schon am Tisch saß und Lizzy versuchte davon abzuhalten, über das Essen her zu fallen. „Ja ich lebe auch noch“, sagte Alex mit einem Lächeln und setzte sich dann auch an den Tisch. „Aber lass uns später reden sonst bringt Lizzy mich noch um, weil sie nicht essen kann“, sagte Alexander lachend und sah seine kleine Schwester dabei an.

Das ganze Essen über redete die Familie über alles mögliche und erst danach zogen sich die Erwachsenen zurück, um über die gelöste Verlobung zu reden. „Wie es aussieht hattest du mal wieder Pech in der Liebe“, sagte sein Vater mitfühlend während er seinen Sohn ansah. „Ja leider aber ich verstehe einfach nicht, warum das immer so ist“, meinte Alex verzweifelt und sah aus dem Fenster. „Bei dir und Mutter hat es doch auch geklappt. Warum also nicht bei mir?, fragte der junge Mann und drehte sich zu seinen Eltern um. „Naja ich habe deine Mutter nur unter einen kleinem Trick kennengelernt“, erklärte Lucan seinem Sohn dann.

Mit einem Lächeln erzählte dieser dann, dass er einfach unter einem anderem Namen eine Anzeige in der Zeitung aufgegeben hatte und sich darauf hin Marie seine Mutter gemeldet hatte. Nachdem sie sich eine Zeit lang getroffen hatten und er sich sicher war, dass sie die Richtige war, erzählte er ihr wer er wirklich war und das er nicht gerade arm sei. Seine Mutter hatte nur mit den Schultern gezuckt und gemeint, dass sie sich in ihn verliebt hatte und nicht in das Geld oder den Status und seit dem Tag waren sie beide zusammen.

 

Alex hörte der Geschichte genau zu und musste schmunzeln, da es doch irgendwie süß war und er sah auch, dass sich beide noch immer sehr liebten. Nachdem sie noch eine Weile geredet hatten verabschiedete sich Alex und ging in sein Zimmer um noch etwas nach zu denken.

„Vielleicht sollte ich es auch so machen wie Vater. Vielleicht finde ich so meine Liebe“, sprach der junge Mann zu sich selber und setzte sich an seinen Laptop.

 

Schnell hatte Alex ein Profil bei einer öffentlichen Internetseite eingerichtet wo er angab, ein 25 jähriger Koch zu sein der die große Liebe suchte. Unter seinem Zweitnamen Jason hoffte er so vielleicht seine Traumfrau zu finden, mit der er seine eigene glückliche Familie gründen konnte. Nachdem alles eingerichtet war klappte Alex den Laptop wieder zu und ging dann auch ins Bett, in der Hoffnung das sich vielleicht jemand melden würde.

 

Johanna

 

„Johanna wann willst du heute duschen?“ „Um 20:30 Uhr Mum, wenn das geht.“ „Natürlich Schatz“, sagte sie und ging. Wie mir das auf die Nerven ging. Warum musste ich im Rollstuhl sitzen? Das war doch doof. Ja ich saß im Rollstuhl aufgrund meiner Behinderung. Ich konnte meine Beine und meinen rechten Arm nicht gut bewegen, deshalb war ich auch Linkshänder.

Ich schloss meine Hausarbeit, die Konzentration war einfach nicht mehr da. Mir kamen die Erlebnisse von gestern in den Sinn. Meine beste Freundin und ich waren shoppen gewesen und sie hat ihren neuen Freund mit gebracht. Die Beiden haben so geturtelt, dass ich mich fehl am Platz gefühlt habe. Ich bin ja froh das sie Jemanden gefunden hat und Mara und Hannes waren ein süßes Paar.

Ich wollte auch gerne jemanden an meiner Seite haben, aber der Rollstuhl schreckt viele ab. Plötzlich kam mir die Idee. Was wäre, wenn ich mich mich auf so einer Datingseite anmelde. Das wäre doch einen Versuch wert oder nicht.

 

Mit meinen 22 hatte ich noch nie eine Beziehung gehabt, war das nicht peinlich. Mir war es eigentlich egal was andere dazu sagen, ich möchte aber nicht mehr allein sein. Natürlich hatte ich meine Eltern und Mara, aber das war etwas anderes. In der Kneipe oder in der Disco sah man den Rollstuhl und das ich mich nicht gut bewegen konnte sofort, aber da würde keiner sehen, dass ich ein Handicap habe.

Gesagt getan. Ich hatte ein Bild nur von Oberkörper hoch geladen, mich schnell mit meinem Zweitnamen angemeldet, dann noch schnell meine Interessen und so weiter eingetragen und fertig war mein Profil. Mal sehen ob sich jemand melden würde.

 

Der Zweitnamen war noch ein Scherz von meinen Eltern gewesen. Wie kam man auf die Idee seine behinderte Tochter Hope zu nennen. Ich hatte sie mal danach gefragt wie sie auf die Idee gekommen wären. Sie sagten, dass der Name mir Hoffnung geben soll und mich immer daran erinnert nie aufzugeben und immer Hoffnung zu haben. Das ich nicht lache. Als ob ich die Hoffnungen habe normal zu sein.

 

Nach dem duschen im Bett, dachte ich noch mal nach. War das eine gute Idee gewesen? Was ist wenn sich nur Perverse melden oder was ist, wenn ich dann irgendwann sagen musste, dass ich im Rollstuhl sitze? Und was ist, wenn es ein richtig guter Typ ist der damit nicht klar kommt? Wieso gehe ich immer vom Negativen aus? Es könnte auch sein, dass ich meine große Liebe finde. Mit diesem Gedanken der Hoffnung schlief ich ein.

 

Kapitel 2

 

Alexander

 

Am nächsten Tag wachte Alex recht spät auf und genoss es einfach mal ausgeschlafen zu haben, denn das konnte er schon lange nicht mehr machen. Gerade als er aus seinem Bett stieg wurde auch schon die Tür aufgerissen und Anna kam laut schreiend rein. „Aufstehen du Schlafmütze! Es ist schon fast Mittag“, meinte seine kleine Schwester und sah erst zu spät, dass ihr Bruder schon wach war. „Na da kommst du etwas zu spät Kleine“, sagte Alex dann lachend während er sich streckte.

 

Aus dem Augenwinkel sah er das seine kleine Schwester rot wurde was ihn schon etwas amüsierte und er sich deshalb extra langsam bewegte. „Musst du immer fast nackt schlafen Alex?“fragte diese dann, nachdem sie sich etwas beruhigt hatte. Grinsend drehte sich Alexander zu ihr um und legte leicht den Kopf schief als er das hörte. „Was denn kleine Schwester? Noch nie einen Mann in Boxershorts gesehen?“, neckte er sie gleich und genoss es zu sehen wie Anna noch roter wurde. „Du bist blöd“, sagte diese nur noch und ging dann schnell wieder aus dem Zimmer raus.

 

Immer noch grinsend machte sich Alex auf den Weg in sein Bad um dort zu duschen und sich zu rasieren, wie er es immer nach dem aufstehen machte. Frisch geduscht zog sich der junge Mann ein kurzes schwarzes T-Shirt und eine Jeans an die ihm locker auf der Hüfte saß. Nachdem er sich angezogen hatte ging Alex auch nach unten um sich etwas zu essen zu machen und vielleicht seinem Vater bei der Arbeit zu helfen.

 

Auch wenn er vielleicht hier Urlaub machte half Alex gerne bei der Versorgung der Pferde, denn er wusste auch wenn sein Vater es nicht zu geben würde, war dieser nicht mehr der Jüngste.

Gestärkt von dem Sandwich machte sich Alex auf den Weg in den Stall wo sein Vater schon dabei war die Pferde zu füttern. Ohne lange zu zögern nahm er die Pferde mit raus, die auf die Weide sollten und ließ sie dann dort laufen. Es dauerte eine Weile bis alle Tiere versorgt waren und beide Männer dann erschöpft wieder ins Haus gingen.

 

Drinnen roch es schon lecker nach dem Essen was seine Mutter gemacht hatte und wenn seine Nase sich nicht täuschte war es sein Lieblingsessen. „So ihr Beiden. Ab ins Bad und waschen. Das Essen ist gleich fertig“, sagte diese als die Männer in die Küche gingen um sich an den Tisch zu setzen. „Hat das nicht Zeit bis nach dem Essen?“, fragte dann sein Vater und machte einen sehr verliebten Blick, doch seine Mutter ließ da nicht mit sich reden. “Ja das muss sein. Ihr stinkt und auch wenn ich Pferde liebe muss ich den Geruch nicht am Tisch haben“, sagte sie darauf hin und zeigte mit dem Finger Richtung Treppe. „Keine Gnade diese Frau“, brummte sein Vater dann und konnte gerade noch dem Geschirrtuch ausweichen, was seine Mutter lachend nach ihm geworfen hatte. „Pass nur auf mein Lieber. Am Ende bekommst du nichts zu essen“, rief sie ihm noch hinter her und Alex konnte sich ein Lachen nicht verkneifen.

 

Seine Eltern benahmen sich wirklich noch wie frisch verliebt und so sehr er sich darüber auch freute, so schmerzte es ihn auch. Er wollte immerhin auch so etwas haben und als er in seinem Zimmer war fiel dem jungen Mann wieder sein Profil ein, was er gestern gemacht hatte.

 

Schnell war Alex unter der Dusche und hatte sich frische Sachen angezogen. Voller Vorfreude ging der junge Mann wieder nach unten, wo der Rest seiner Familie schon auf ihn wartete und kaum saß er am Tisch, wurde auch schon gegessen.

 

Wieder sprach die Familie über Sachen die sie heute gemacht hatten und so erfuhr Alex auch, dass Anna sich mit einen Jungen getroffen hatte in den sie schon etwas länger verliebt war. Neugierig hörte er deshalb zu und nahm sich vor, diesen mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Immerhin war er hier der große Bruder und musste seine kleine Schwester beschützen. „Den muss ich mir dann wohl genauer anschauen“, kam es gleichzeitig von ihm und seinem Vater was die Frauen aufstöhnen ließ. „Oh bitte nicht“, sagte Anna deshalb nur und verließ die Küche, nachdem sie ihren Teller abgeräumt hatte.

 

Nachdem sie noch eine Weile weiter geredet hatten ging auch Alex in sein Zimmer und legte sich zusammen mit seinem Laptop auf sein Bett, um zu sehen was sich auf der Datingseite getan hatte. Neugierig las er sich alle Nachrichten durch und schrieb auch einige Frauen an, die ihm gefielen und hoffte auf eine Antwort. Als er dann das Profil einer gewissen Hope entdeckte musste er schon zugeben, dass sie recht hübsch war. Weshalb er auch ihr eine Nachricht schrieb. „Hi na wie geht es dir“, schrieb er einfach so um ein Gespräch mit der hübschen Frau anzufangen.

Immer wieder antwortete Alex auf die anderen Nachrichten und fand auch einige der Frauen nett, doch war bis jetzt noch nicht das dabei was er suchte. Gelangweilt surfte er deshalb nebenbei weiter im Netz herum und sah sich das eine oder andere Musikvideo an.

 

Johanna

 

"Mara ich komm dieses mal nicht mit", sagte ich zu ihr am Telefon. " Warum denn nicht? Du bist doch sonst immer dabei wenn es ins Kino geht". Da hatte sie ja recht, ich wäre auch mit gekommen wenn Hannes nicht von der Partie gewesen wäre.

 

Ich hatte nichts gegen ihn, aber das einkaufen mit denn beiden hat mir gereicht. Ich hatte nichts gegen Pärchen, aber seit neusten versetzte es mir eine Stich. Mir fiel immer mehr auf was mir fehlte. Ich konnte Mara doch nicht sagen das ich nur wegen Hannes nicht mit kommen wollte.

 

"Mara diese Woche war sehr anstrengend. Ich muss Arbeiten schreiben und die Hausarbeit ist auch noch fällig. Ich brauch einfach mal einen ruhigen Tag. Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei".

"Du benimmst dich seit ein paar Tage so komisch was ist los?" "Nichts ist los, mir geht es gut". " Johanna du kannst mir alles sagen das weißt du". "Danke Mara aber es gibt nichts zu sagen". Das war gelogen, es gab so viel was mir auf der Seele lag. Das würde aber keiner verstehen, da war ich sicher. Ich wollte ja auch nicht das sich alle die ich lieb hatte Sorgen um mich machten und so war es besser nichts zu sagen, das hatte ich schon in frühen Jahren gelernt.

Ich wurde ja so schon immer bemuttert und das geht einem mit der Zeit auf den Keks. "Johanna ich weiß dass das nicht stimmt", sagte Mara. Sie kannte mich einfach zu gut. "Mara mir geht es gut ". "Du weißt ja, wenn was ist ich bin immer für dich da". "Danke Mara du bist die Beste. Ich wünsche euch viel Spaß morgen, ich muss jetzt auch Schluss machen". "Ok Johanna dann noch einen schönen Abend und sag Bescheid wenn du reden willst". "Danke dir auch noch ein schönen Abend. Bey". "Bey", sagte sie noch bevor wir auflegten.

 

Es tat mir leid, das ich es Mara nicht sagen konnte, aber es ging einfach nicht. Ich legte mein Handy auf den Schreibtisch und wollte gerade den Laptop hoch fahren als meine Mutter rief: "Johanna es gibt essen kommst du?". Ich klappte den Laptop wieder zu und fuhr mit meinem E-Rollstuhl in die Küche.

Mein Vater und meine Mutter saßen schon am Tisch. Ich hatte keine Geschwister, leider. Ich denke meine Eltern hatten Angst gehabt noch ein Kind zu bekommen, weil es auch mit einer Behinderung zur Welt kommen könnte. "Wie war dein Tag? ", fragte mich mein Vater. "Ganz gut. Lisa war Krank und Kira ist ein gesprungen".

 

Lisa war meine Begleitung in der Uni und Kira war ihre Vertretung. Es war eine Kampf gewesen, das mir der Staat die Unterstützung bezahlte. Es war der reinste Papierkrieg gewesen und durch die Verzögerung hatte ich ein Jahr verloren und somit war ich eine der ältesten in vielen Kursen, aber das machte mir nicht so viel aus. Ich könnte so meinen Traumberuf später ausführen.

 

Juristin war ein spannender Beruf und ich konnte so später Menschen helfen und das wollte ich gern, so könnte ich der Gesellschaft etwas zurück geben. Nach dem Essen was wir heute fast schweigend zu uns genommen haben, fuhr ich wieder in mein Zimmer wo ich dieses mal den Laptop hoch fuhr und mich auf der Datingseite einloggte. Ich hatte sieben Nachrichten und ich war erst seit zwei Tagen angemeldet. Die erste Nachricht war von einem Andy18.

Er schrieb wieso so eine Schönheit wie ich noch keinen Freund hatte. Ich fand das ein wenig dick aufgetragen und das Bild von ihm sprach mich auch nicht an. Es zeigt ihn mit Tenktop und Sonnenbrille in einem Park oder so. Er war ein Macho und darauf stand ich nicht. Ich dürfte ja eigentlich nicht so wählerisch sein, aber ich würde lieber alleine bleiben als mich mit jemandem einzulassen, wo ich weiß das es keine Zukunft hat.

Die 2. Nachricht kam für mich garnicht in Frage und die dritte auch nicht, die Männer waren zu alt für mich.

Die vierte war von jemandem der nicht mal in Deutschland lebte, die fünfte war von einem alten Knacker so um die 45, die sechste war einfach nur pervers, er schrieb ob ich mit ihm in die Kiste steigen würde. Die Siebte sprach mich an sie war von einem gewissen Jason. Er schrieb: Hi na wie geht es dir?

Das Bild sprach mich auch an. Jason hatte schwarze kurze Haare und sah ganz sympathisch aus, deswegen schrieb ich zurück. Ganz gut und dir?

 

Andy18 schrieb ich auch noch vielleicht täuschte der erste Eindruck also bekam er ein Hi zurück. Dann schrieb ich noch zwei weitere Typen an, aber die bekamen nur ein Hi. Damit macht ich mich an die Hausarbeit und hoffte das ich eine Antwort bekommen würde.

Kapitel 3

 

Alexander

 

Immer wieder sah Alexander auf der Datingseite nach und beantwortete dort die Nachrichten die er bekommen hatte.

Erst nachdem er sich eine Weile mit den Frauen unterhalten hatte, merkte Alex das einige von ihnen ihn leider doch erkannt hatten, obwohl er ein Foto genommen hatte das etwas älter war. Immer wieder stellten sie ihm die Frage ob er der Alexander Jason Gordon war und warum er sich unter seinem Zweitnamen hier angemeldet hatte. Leise fluchend erklärte der junge Mann ihnen dann auch geduldig, dass er halt nach einer Frau suchte die ihn so liebte wie er war und nicht wegen seinem Geld oder seinem Status. Doch fanden diese es nur blöd. Immer wieder versuchten sie ihm einzureden, dass er was besseres als so eine langweilige Frau verdient hätte und er sich doch mal mit ihnen treffen solle, doch das wollte er nicht. Nachdem er das noch eine Weile lesen musste fand Alex das es erst einmal genug sei und er eine Ablenkung brauchte.

Ohne lange zu zögern ging er dann auch gleich nach draußen um im Stall seinen weißen Hengst, den er liebevoll Devil getauft, hatte zu satteln.

Den Namen hatte das Tier nicht umsonst von ihm bekommen, denn schon von klein auf war der Hengst ein kleiner Teufel gewesen, der keinen an sich ran gelassen hatte bis auf Alexander. Seit dem Tag konnte auch nur Alex ihn reiten und genoss es auch, denn der Hengst vertraute ihm bedingungslos. '“Na mein Hübscher, Lust aus zu reiten?“, fragte Alex sein Pferd während er ihm liebevoll über die Nüstern streichelte und ihn aus der Box holte. Schnell war Devil gesattelt und der wilde Ritt konnte los gehen. Alex merkte schnell, dass er es vermisst hatte auf dem Rücken dieser wunderschönen Tiere zu sitzen und einfach die Natur zu genießen so wie jetzt.

Erst nach einer Stunde machte sich Alex wieder auf den Rückweg und nahm sich vor, morgen wieder einen Ausritt zu machen. Schon allein damit Devil mal wieder mehr Bewegung bekam.

Wieder am Stall angekommen versorgte Alexander sein Pferd ehe er ihn auf die Weide ließ und wieder ins Haus ging. Leise summend machte er noch einen kleinen Abstecher in die Küche um dort etwas zu Trinken und sich noch ein Sandwich zu machen, ehe er wieder in sein Zimmer ging. Mit einer Flasche Cola und einem Spezial Sandwich machte es sich Alexander auf seinem Bett gemütlich und überprüfte wieder seinen Posteingang der Datingseite.

 

Mit einem Lächeln stellte Alex fest, dass sich Hope auf seine Nachricht gemeldet hatte und konnte es kaum erwarten zu lesen was sie schrieb. Als er las, dass es ihr gut ging grinste der junge Mann weiter vor sich hin und nahm schnell ein Schluck von seiner Cola, ehe er ihr antwortete. '“Es freut mich zu hören das es dir gut geht. Mir geht es auch gut. Ich hab mich wirklich gefreut, dass du auf meine Nachricht geantwortet hast. Wie war dein Tag denn bis jetzt so?“, fragte Alex sie dann neugierig, ehe er nochmal ihr Profil genauer ansah. Die junge Frau auf dem Bild war wirklich schön mit ihren mittel langen braunen Haaren und diesen blau-grauen Augen.

 

Irgendwie konnte Alex nicht verstehen das sie noch Single war, denn jeder normale junge Mann würde alles geben um mit ihr ausgehen zu dürfen, so hübsch wie sie war. Alexander erkannte schon auf dem Bild das diese Frau eine freundliche und liebenswerte Person war die für ihre Liebsten und ihre Freunde alles tun würde. Genau so eine Frau suchte Alex für sich, denn mit solchen die nur auf ihr Aussehen bedacht waren, hielt er es nicht lange aus. Ihm ging es mehr um die inneren Werte, denn so hatten ihn seine Eltern erzogen und er war ihnen sehr dankbar dafür.

Nachdem Alexander noch seine E-Mail's durch gesehen hatte stellte er seinen Laptop neben sich, um in aller Ruhe sein Sandwich zu essen und vielleicht noch ein Buch zu lesen. Neben seinen anderen Hobby's las der junge Mann auch gerne, was viele nicht von ihm wussten. Nur seine engsten Freunde und seine Familie eben.

Für die Anderen war er eher der Typ der gern ins Fitnessstudio ging, Musik hörte oder viel über Pferde sprach und sich mit ihnen beschäftigte.

Das er diese Sachen auch gerne machte sah man vor allen an seinem Körper der recht muskulös war, ohne das es aussah als würde es zu viel sein. Alex hatte einen wirklich guten Sixpack auf den er Stolz war aber auch Muskeln an den richtigen Stellen, so das wirklich jede Frau schwach wurde und jeder Mann ihn beneidete.

 

Nachdem er zu Ende gegessen hatte nahm Alex das Buch, welches er gerade las und machte es sich jetzt richtig gemütlich auf seinem Bett ehe er sich ins Buch vertiefte.

 

Johanna

 

Endlich war Freitag und das hieß einen entspannten Tag, der letzte Kurs war um eins vorbei gewesen und die Kurse die ich am Freitag hatte waren auch nicht so schwer, nämlich BWL und Mathe.

Das Mittagessen mit meiner Mutter war auch ganz gut gewesen. Dad war noch bei der Arbeit, er arbeitete bei Gordon Enterprises als Techniker, er kam fast immer so um sieben nach Hause.

Sein Chef war noch ganz jung, aber auch sehr nett, sagte Dad. Er hatte meinem Vater auch sofort frei gegeben als ich operiert wurde und die Op ein wenig länger dauerte als geplant und meine Mutter ihn ganz aufgelöst angerufen hatte.

 

Er erzählte gestern das sein Chef seine Familie besucht oder so und das Gerücht ging um das er sich von seiner Verlobten getrennt hatte, bevor er gefahren war. Und so kam es das meine Mutter und ich das Mittagessen fast immer alleine zu uns nahmen, wenn ich mal so früh Schluss hatte, was auch nicht oft war.

 

Meine Mutter arbeitete seit meiner Geburt nicht mehr, sie war Kauffrau im gleichen Unternehmen gewesen wie mein Vater und so hatten sie sich auch kennen und lieben gelernt.

Wir haben über unsere Pläne am Wochenende gesprochen, sie und Dad wollten am Samstagabend ausgehen und sie fragte mich ob das für mich in Ordnung wäre.

Ich entgegnete, dass ich drei Stunden auch ganz gut alleine klar kommen würde, ich war ja nicht mehr zehn.

Ich erzählte ihr dass ich an diesem Wochenende nichts vor hatte und einfach nur entspannen wollte.

 

Ich fuhr nach dem Essen in mein Zimmer und fuhr den Laptop hoch. Ich surfte zuerst ein bisschen und hörte Musik. Bis mir einfiel das ich mich auf der Datingseite einloggen konnte um zu gucken ob mir jemand zurück geschrieben hatte.

Ich hatte zwei neue Nachrichten die eine war von Andy18 er schrieb: Hi na wie geht’s dir Süße. Ich war nicht seine Süße.

Mein erster Eindruck hatte mich doch nicht getäuscht, er war ein Aufreißer. Ich schrieb eine kurze Antwort: ich bin nicht deine Süße.

Die zweite Nachricht war von Jason er schrieb: Es freut mich zu hören das dir gut geht. Mir geht es auch gut. Ich hab mich wirklich gefreut dass du auf meine Nachricht geantwortet hast. Wie war dein Tag denn bis jetzt so?

 

Ich schrieb: Ganz gut, in der Uni war nicht viel los gewesen und jetzt ist ja Wochenende und da kann ich ein wenig entspannen. Wie war dein Tag?

 

Ich meldete mich wieder ab und schnappte mir ein Buch und fing an zu lesen. Lesen war schon immer meine Lieblingsbeschäftigung gewesen, das merkte man auch an den zwei vollen Bücherregalen in meinem Zimmer.

Kapitel 4

 

Alexander

 

Nachdem Alex eine Zeit lang gelesen hatte legte er sein Buch wieder zur Seite, da er seine E-Mails durch schauen wollte. Gerade hatte er seinen Laptop wieder zur Hand genommen, da wurde er von seiner Mutter gerufen.

Seufzend stand Alexander von seinem Bett auf und machte sich auf den Weg zu ihr da er ahnte was sie wollte. Da sein Vater gerade keine Zeit hatte musste Alex den Wocheneinkauf übernehmen da seine Schwestern noch keinen Führerschein hatten und es mit dem Auto schneller ging.

 

Seinem Schicksal ergeben machte sich Alex auf den weg um alles zu besorgen was seine Mutter aufgeschrieben hatte. Erst als er alles hatte machte sich der junge Mann wieder auf den Rückweg zu der Ranch seiner Eltern. Dort angekommen packte Alexander den Kofferraum aus und verstaute die ganzen Sachen an ihren Platz, damit es seine Mutter nicht mehr machen musste. Nachdem das erledigt war zog sich Alex wieder in sein Zimmer zurück wo er schnell seine E-Mail's machte um dann wieder bei der Datingseite nach zu schauen.

 

Voller Freude sah der junge Mann dann, dass sich Hope wieder gemeldet hatte und antwortete ihr wieder. Da sie auch gerade Online war schrieben die beiden eine Zeit lang hin und her.

 

 

Jason:

„Du gehst also noch zur Uni? Was studierst du denn? Mein Tag war recht abwechslungsreich. Habe mich etwas um die Pferde meiner Eltern gekümmert und bin dann ausgeritten.“

 

Hope:

„Ja ich gehe zur Uni und studiere dort Jura im zweiten Semester. Mein Tag war ganz gut recht entspannt, habe gelesen und Musik gehört. Also haben deine Eltern einen Pferdehof und du reitest gern. Ist ziemlich selten das Männer reiten, was machst du sonst so? Arbeitest du auf dem Hof?“

 

Jason:

„Oh du willst also Anwältin werden. Das ist doch mal ein guter Job. Für was für einen Bereich hast du dich denn entschieden? Meine Eltern züchten Pferde und ja ich reite für mein Leben gerne aus. Magst du Pferde? Ich lese sehr gern und koche auch sehr gern. Was hast du denn so für Hobby's? Nein ich arbeite nicht auf dem Hof. Ich helfe nur aus wenn ich meine Eltern besuche.

 

Hope:

Ja das möchte ich. Ich habe mich fürs Sozialrecht entschieden. Ja das schon, aber ich kann nicht reiten und habe auch ein wenig Angst vor Pferden. Es ist gut das du kochen kannst, ich kann es nämlich nicht. Lesen, mit Freunden etwas unternehmen, ins Kino gehen. Wenn du nicht bei deinen Eltern arbeitest, was machst du dann beruflich?“

 

Jason:

„Und ist das Studium schwer oder kommst du gut damit klar? Das Reiten kann man lernen und auch die Angst vor Pferden kann man verlieren. ;D Mit dem richtigen Pferd ist das alles kein Problem. Wenn du mal Lust hast kannst du gern vorbei kommen. Dann zeige ich dir die Pferde. Man kann hier auch wunderbar entspannen und schwimmen gehen. Na da haben wir ja was gemeinsam mit den Lesen. Ich bin nur ein einfacher Koch nichts besonderes aber es macht Spaß.“

 

Hope:

„Mit dem Studium komme ich gut klar. Ich glaube nicht das ich reiten lerne, aber mit der Angst hast du recht. Wenn wir uns besser kennen kann ich ja vorbei kommen oder du kommst zu mir, aber zuerst würde ich sagen, dass wir uns an einem neutralen Ort treffen. Was liest du denn gern? Ich esse fast alles und du kannst auf jeden Fall besser kochen als ich.“

 

Jason:

„Es freut mich zu hören das du mit deinem Studium gut klar kommst. Das kommt nicht oft vor. Man sollte es vorher versuchen bevor man sagt das man es nicht lernt. ;D Stimmt, davor sollten wir uns wirklich besser kennenlernen. Immerhin könnte ich auch ein verrückter Mörder sein. ;P Man kann sich ja in einem Café oder so treffen oder in einem Park bei einem Picknick. Ich würde auch das Essen mit bringen.“

 

Hope:

„Ich glaube nicht, dass du ein verrückter Mörder bist und ich bin nicht irgendeine 80 jährige Frau. In einem Café würde ich bevorzugen.“

 

Jason:

„Stimmt für eine 80-jährige hättest du dich sonst auch gut gehalten so hübsch wie du bist ;D Gerne doch, musst mir dann nur sagen wann du Zeit und Lust hast.“

 

Hope:

„Danke für das Kompliment. Nächste Woche Samstag um 16:00 Uhr im Starbucks am Brandenburger Tor.“

 

Jason:

„Bitte immer wieder gerne. Klar da habe ich Zeit. Woran erkenne ich dich denn, denn ich glaube kaum, dass du an dem Tag wie auf deinem Profilbild aussiehst. Auch wenn du darauf wirklich hübsch bist.“

 

Hope:

„Ich werde ein violettes Oberteil tragen und wie erkenne ich dich?“

 

Jason:

„Okay das kann ich mir merken. Ich werde einen Strauß Blumen dabei haben und ein rotes Hemd anhaben.Was sind denn deine Lieblingsblumen?“

 

Hope:

„Einen ganzen Strauß gleich, ist doch nicht nötig, aber ich fühle mich geehrt. Rote Tulpen sind meine Lieblingsblumen.“

 

Jason:

„Für eine schöne Frau gehört zu einem Treffen auch schöne Blumen ;D Okay das merke ich mir. Also erkennst du mich an einem Strauß roter Tulpen und einem rotem Hemd. Ich freue mich schon dich richtig kennen zu lernen Hope.“

 

Hope:

„Ich freue mich auch schon dich kennen zu lernen Jason. Ein ganzer Strauß ist wirklich nicht nötig und außerdem viel zu teuer.“

 

Jason:

„Für dich mache ich das gerne Hope und so teuer sind sie auch nicht. Meine Mutter hat einen ganzen Garten voll davon“ ;D

 

Hope:

„Okay dann bis die Tage. Können wir auch anders in Kontakt treten als hier auf der Seite?“

 

Jason:

„Ja bis die Tage und wenn du willst kann ich dir meine Handynummer geben aber nicht verlieren.“

 

Hope:

„Ja gerne, hier ist schon mal meine aber auch nicht verlieren 0176 512901.“

 

Jason:

„Danke dir ich hab sie mir auch gleich eingespeichert. Hier hast du meine 0157 830183.“

 

Hope:

„Speichere ich mir auch gleich an. Bis bald.“

 

Jason:

„Dann bis nächste Woche meine Schöne und wer weiß vielleicht schreibt man sich hier nochmal.“ ;D

 

Hope:

„Ja bist nächste Woche.“

 

Immer mehr freute sich Alex das Hope eine normale junge Frau war die sich auch mit kleinen Dingen zu Frieden gab. Es hatte ihm auch Spaß gemacht mit ihr zu chatten und er konnte es kaum erwarten das sie wieder zusammen schreiben würden.

 

Vor allem aber freute sich Alexander auf das Treffen mit ihr und hoffte das sie ihn nicht so schnell erkennen würde. Klar wusste er das er ihr irgendwann die Wahrheit sagen musste, doch wollte Alex sie erst einmal näher kennenlernen bevor er das machte. Mit einem glücklichen Lächeln machte sich Alexander auf den Weg nach unten in die Küche um mit seiner Familie zu Abend zu essen.

 

„Na was hast du heute so gemacht mein Sohn?“, fragte sein Vater ihn dann neugierig und sah ihn dabei auch an. „Nichts besonderes Vater. Bin nur etwas ausgeritten, habe gelesen und etwas gechattet“, erzählte er ihm lächelnd und aß weiter. Die ganze Familie unterhielt sich dann noch etwas auch nach dem Essen und das war wirklich eine schöne Zeit.

So was vermisste Alexander immer wieder, wenn er nicht hier war sondern in seinem Haus in der Stadt, doch konnte er es um so mehr genießen wenn er hier war.

Erst am späten Abend verabschiedete sich Alex um schlafen zu gehen da er morgen wieder früh raus musste um seinem Vater dabei zu helfen ein paar Pferde einzureiten. In seinem Bett dachte Alex noch etwas an Hope und wie das Treffen wohl verlaufen würde, bis er irgendwann einschlief.

 

 

Johanna

 

Ich war von allen guten Geistern verlassen. Wie kam ich auf die Idee, ihm meine Nummer zu geben und mich dann auch noch mit ihm zu einem Treffen zu verabreden? Ich kannte Jason doch erst kurz und wusste doch nicht, ob er nicht wirklich irgendein Perverser oder was noch schlimmeres war.

Was ich eigentlich nicht glaubte, aber es konnte ja sein.

Ich war Jurastudentin und ich sollte eigentlich vorsichtiger sein. Wie sollte ich überhaupt zu dem Treffen auftauchen? Er wusste doch nicht, dass ich im Rollstuhl saß. Ich musste es ihm vorher sagen, das war klar oder sollte er es erst beim Treffen sehen?

 

Ich wusste nicht was besser war, aber eins wusste ich. Ich würde da nicht alleine auftauchen, wenn ich überhaupt kommen würde. Aber wen konnte ich fragen?

Ich würde Mara fragen ob sie mit mir mitkommen würde und was sie von dem ganzen hielt.

 

„Johanna warst du schon mit Lucky draußen?“, rief meine Mutter. „Nein noch nicht Mum. Aber ich gehe jetzt mit ihr“, rief ich zurück. Lucky war mein Golden Retriever, ich hatte sie vor 7 Jahren bekommen. Sie war ein Begleithund und war mir in meiner Schulzeit eine große Hilfe gewesen. Leider durfte sie nicht mit in die Uni, noch nicht. Ich war schon dabei mit dem Direktor darüber zu verhandeln, die nötigen Papiere hatte ich schon alle zusammen. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis mich Lucky wieder begleiten konnte.

 

Ich holte die Leine vom Haken und klimperte ein wenig damit und schon stand Lucky neben mir. Ich leinte sie an, nahm sie in die rechte Hand, weil ich mit der linken die Steuerung meines E-Fix bediente. Es war ein kleiner Elektronischer Rollstuhl. „Ich bin dann mal mit Lucky draußen“, rief ich und fuhr aus der Tür.

Ich fuhr mit Lucky in den Park der nicht weit vom Haus entfernt war. Dort angekommen ließ ich sie von der Leine, hier war es erlaubt das sie ohne Leine laufen durfte.

 

Ich zog mein Handy aus der Tasche und rief Mara an „Hi Johanna!“ „Hi Mara, wie war der Film?“ „Der war gut. Schade dass du nicht dabei warst, es hätte dir gefallen. Hannes und ich fanden den Film super gut.“ „Das nächste Mal bin ich wieder dabei. Mara ich hab da ein Problem. Würdest du mir einen Gefallen tun?“ „Natürlich. Erzähle dein Problem. Du weist doch ich bin immer dich da.

 

“ Ich fing an ihr die Geschichte zu erzählen, wie ich Jason kennen gelernt hatte und wobei ich ihre Hilfe brauchte. „Johanna ich bin so froh, dass du mir das erzählt hast und nicht alleine zu dem Treffen gehst, aber was hast du dir dabei gedacht ihm deine Nummer zu geben und dich auf ein Treffen mit ihm zu verabreden?“, sagte sie. „Ich weiß auch nicht was in mich gefahren ist, aber er ist so süß Mara und sieht auch echt gut aus und ist noch dazu ein Gentleman“, verteidigte ich mich und mir viel selber auf das ich anfing zu schwärmen. „Jojo so hab ich dich ja noch nie reden hören“, sagte sie. Jojo war ein Spitzname von mir, den mir Mara gegeben hatte. Sie hatte Recht, so rede ich eigentlich nicht von Männern. „Jojo du hättest mir doch erzählen können wie du dich fühlst. Hannes hat Freunde die wir dir vorgestellt hätten“

 

„Mara die meisten von denen kennen mich schon und manche von denen gucken mich immer so mitleidig an und die anderen sind nicht mein Typ. Jason wird mich bestimmt auch so anschauen wenn ich ihm das sage oder gar nicht erst auftauchen“, sagte ich traurig. „Jojo ich würde sagen, du sagst es ihm vorerst nicht und er sieht es beim Treffen. Ich weiß das es nicht ganz fair ihm gegenüber ist, aber so kann er nicht schon vorher absagen.“ „Meinst du es ist wirklich gut, wenn ich es ihm nicht sage?“ „Jojo es wird schwer es ihm zu erklären, aber so wird er unbefangen an die Sache ran gehen können, aber er wird bestimmt auch enttäuscht oder wütend sein, aber wenn er ein guter Kerl ist wird er es verstehen und wenn nicht, hat er dich nicht verdient.

Zu deinem Schutz sitze ich ein paar Tische weiter falls was mit ihm nicht stimmt. Man weiß ja nie. Er könnte ein Perverser alter Sack oder ein Mörder sein.“ „Ich sag es ab. Das ist eine blöde Idee.“ Mara hatte Recht, wenn er gefährlich war brachte ich uns beide in Gefahr. „Nein Jojo, das wirst du nicht. Ich merke doch wie du von ihm redest, dass du dich schon in ihn verknallt hast und du wirst jetzt keinen Rückzieher machen, so wie immer. Eine Freundin von meiner Schwester hat so ihren Mann kennen gelernt, das kann dir auch passieren und wäre das nicht einfach schön, ich würde mich für dich freuen, aber das passiert selten. Aber es wäre schon cool. Ich vertraue deiner Menschenkenntnis dass es kein Mörder ist. Du hast mich ja schon vor so manchem Reinfall in Sachen Männern bewahrt.“ „Mara danke dir. Ich muss jetzt auch langsam wieder zurück, sonst rufen sie bald die Polizei, weil ich so lange weg bin“, sagte ich. „Das wäre doch mal eine gute Schlagzeile“, sagte sie lachend. „Sehr witzig bye“, sagte ich jetzt auch lachend. Wenn ich jetzt schon daran dachte wurde ich ganz aufgeregt. Was sollte ich bloß anziehen, wie sollte ich mich schminken lassen und wie sollte ich meine Haare tragen? Das waren alles Fragen die mir durch den Kopf gingen, als ich nach Hause fuhr. Aber die wichtigsten Fragen waren, wie würde er es aufnehmen, dass ich im Rollstuhl saß und eine Behinderung hatte und wie sollte ich ihm erklären, warum ich es ihm nicht vorher gesagt hatte.

Kapitel 5

 

Alexander

 

Alex hatte die ganze Woche über aller Hand zu tun auf der Ranch seiner Eltern, so das er kaum die Zeit hatte etwas anderes zu tun. Nur Abend's schaffte es der junge Mann kurz seine Nachrichten durch zu schauen und zu beantworten.

 

Jeden Tag hatte Alex etwas zu tun egal ob es ein Pferd war was er einreiten musste oder eines das gerade verkauft werden sollte. Ab und zu kamen auch Leute auf die Ranch die ein Pferd mieten wollten um auszureiten, so dass Alex ihnen alles erklärte und zeigte was sie wissen mussten. Natürlich kam es auch vor das man darum bat einen Führer mit zu bekommen und da sein Vater genug zu tun hatte, übernahm Alex das gerne. Heute zum Beispiel kam eine Familie mit zwei kleinen Kindern die gerne mal auf einem Pferd reiten wollten, so das der junge Mann wieder alle Hände voll zu tun hatte. Mit viel Geduld erklärte Alex den beiden Kleinen wie sie die Pferde striegeln mussten ehe er den Sattel auflegen konnte.

Voller Freude machten die beiden das und versuchten es so um zu setzen wie Alexander es ihnen erklärt hatte, doch musste dieser ab und zu mal helfen.

Als das dann erledigt war half er den beiden auf das Pferd, führte sie dann an einem langen Strick und sagte ihnen was sie machen sollten.

So verging dieser Tag mit viel Spaß und Alex entdeckte eine neue Seite an sich selber. Nie hätte Alexander gedacht das es ihm so großen Spaß machen würde Zeit mit Kindern zu verbringen.

 

Am Abend fiel Alex trotz des ganzen Spaßes erschöpft ins Bett und schlief gleich darauf ein. Am nächsten Tag musste Alexander wieder ein Pferd einreiten doch leider hatte das Tier keine große Lust dazu und warf ihn immer wieder ab bis dieser sich den Fuß verstauchte und somit erst einmal nicht mehr groß helfen konnte.

 

Auf das Treffen mit Hope freute sich Alexander sehr und hoffte nur, dass sie wirklich so nett war wie er sie bis jetzt kennengelernt hatte. So verging die Woche mit viel Arbeit für Alex bis endlich der Tag gekommen war an dem er Hope sehen würde.

 

Immer wieder hatte er ihr auch mal eine SMS geschickt und freute sich, wenn sie ihm zurück schrieb. So erfuhr er immer wieder wie es ihr ging und was sie so gemacht hatte und auch er erzählte ihr von seinem Tag.

Natürlich erzählte Alex ihr das er einmal vom Pferd gefallen war und sich dabei den rechten Fuß verstaucht hatte, doch versicherte er ihr schnell das, dass Treffen trotzdem statt finden würde. Alex wäre auch zu diesem Treffen gekrochen wenn es sein musste, denn immerhin wollte er um alles in der Welt diese Frau kennenlernen.

 

Voller Freude stand Alexander früh auf um sich in aller Ruhe fertig machen zu können, denn immerhin wollte er gut aussehen.

Frisch geduscht und rasiert zog sich Alex das rote Hemd an, damit Hope ihn auch erkannte. Die Tulpen hatte Alex schon in einer Vase stehen so das er diese nicht vergessen konnte, da er lange gebraucht hatte um seine Mutter zu überreden ihm die Blumen zu geben.

 

Mit einem Lächeln im Gesicht ging Alexander runter in die Küche wo seine Schwester schon auf ihn wartete, da diese sehen wollte wie ihr Bruder aussah. „Ja so kannst du gehen Großer. Sie wird hin und weg von dir sein“, meinte Anna dann zu ihm während sie Alex umrundete. „Dann drücke ich dir mal die Daumen großer Bruder. Du hast etwas Glück verdient“, sprach sie weiter und hauchte ihrem Bruder noch einen Kuss auf die Wange.

 

Alex war auch froh das sein Fuß soweit wieder gesund war, dass er ohne Hilfe laufen konnte da er mit Hope vielleicht noch etwas Spazieren gehen wollte sofern sie auch Lust hatte.

 

Nachdem seine kleine Schwester ihm den Kuss gegeben hatte machte sich Alex auf den Weg zu dem Café, indem das Treffen statt finden sollte. Voller Aufregung kam der junge Mann zu früh da an doch hatte er Glück, denn so konnte er einen guten Platz für sich und Hope sichern. Kaum hatte sich Alex hingesetzt kam auch schon ein Kellner der ihn nach seiner Bestellung fragte und ihm eine Vase für die Blumen brachte.

 

Mit einem freundlichen Danke bestellte der junge Mann sich dann erst einmal einen Kaffee da er noch Zeit hatte bis seine Verabredung eintreffen würde.

 

Johanna

 

Die Woche verging wie im Flug. Ich ging zur Uni, machte Hausaufgaben. Am Donnerstag war ich mit Mara shoppen gewesen, für das Date mit Jason. Mara und ich hatten viel Spaß gehabt und dabei auch was zum anziehen für mich gefunden. Ich hatte mir ein Neckholder Top in violette und dazu eine hell blaue Jeans mit rissen gekauft.

 

In der Stadt sind mir dieses Mal ganz besonders die Pärchen ins Auge gestochen und dann musste ich an Jason denken. Ob wir auch mal so ein verliebtes Pärchen sein würden. Meinen Eltern hatte ich nichts davon erzählt, dass ich mich mit einem jungen Mann treffen würde, sie hätten nur ihre ganzen Bedenken geäußert, ich hatte selber genug Bedenken, da brauchte ich nicht noch ihre.

 

Jason und ich hatten uns in der Woche SMS geschrieben. So erfuhr ich von seinem Alltag und er von meinem. Unsere Tagesabläufe hätten nicht unterschiedlicher sein können.

Während er fast die ganze Zeit an der frischen Luft war, Pferde einritt, mit Besuchern ausritt oder aber auch einfach mal zum Spaß ritt, saß ich in der Uni und hörte mir Vorlesungen an, gab Hausaufgaben ab oder machte sie, bekam Krankengymnastik und Ergotherapie.

Er hatte auch erzählt, dass er vom Pferd gefallen war und sich den Fuß verletzt hat. Ich war schon angezogen und wartete jetzt auf Mara, die mir mit meiner Frisur und dem Make up helfen wollte. Ich war so in Gedanken, dass ich gar nicht mit bekam das jemand ins Zimmer getreten war, bis dieser jemand mir auf die Schulter tippte. Ich zuckte heftig zusammen und musste einen Aufschrei unterdrücken. „Jojo ich bin es nur“, sagte Mara lachend. „Man Mara hast du mich erschreckt, ich sterbe irgendwann an einem Herzinfarkt“, sagte ich und schaute sie gespielt böse an. „Nein das wirst du nicht. Wollen wir mit dem Styling anfangen? Viel Zeit haben wir nicht mehr, wir müssen ja mit der Bahn dahin fahren“, sagte sie und fing an.

 

„Jojo kannst du nicht mal ruhig sitzen?“ „Tut mir leid. Ich bin so aufgeregt. Vielleicht sollte ich ihm das mit dem Rollstuhl schreiben und das andere auch“ „Jojo das haben wir doch schon besprochen. Er soll dich ohne Vorurteile das erste Mal kennenlernen so kann er nicht absagen und du kannst mit deinem Charakter punkten und auch mit deinem Aussehen, wenn ich fertig bin.“ „Aber es ist nicht fair ihm gegenüber!“ „Jojo die Welt ist hart und da muss man ein wenig tricksen“ Ich nickte nur. Ich wollte ihn nicht anlügen, ich hatte ja auch nicht direkt gelogen ich hatte ihm nur etwas verschwiegen. Es war auch nicht besser als lügen, aber er hat auch nie Fragen in die Richtung gestellt.

 

Wir saßen in der Bahn, ich schaute aus dem Fenster und sah mein Spiegelbild. Mara hatte sich selbst übertroffen, meine sonst zu einem Zopf gebundenen Haare fielen mir jetzt in kleinen Locken über den Rücken. Meine Augen hatte sie mit einem schwarzen Kajal und mit hell violettem Lidschatten schön betont und mit Wimperntusche sahen meine Wimpern noch länger aus.

 

„Jojo hörst du mir überhaupt zu?“ „Sorry Mara was hast du gesagt?“, sagte ich und blickte sie entschuldigend an. „Ich hab dich gefragt wer zuerst rein gehen soll?“ „Ich gehe zuerst rein, damit wenn er schon da ist, du dir einen Platz in der Nähe suchen kannst.“ „Ok und wenn was sein sollte greif ich ein.“ Unsere Haltestelle wurde auf gerufen und wir stiegen aus. Der Weg zum Café war nicht weit und so standen wir 5 Minuten später davor.

„Mara ich kann das nicht. Lass uns gehen“, sagte ich und drehte um. „Johanna du wirst jetzt keinen Rückzieher machen. Ich weiß das du ihn sehen willst, ich hab dich noch nie so oft in Gedanken gesehen wie diese Woche und dabei hattest du immer ein Lächeln auf den Lippen, dass ich bei dir schon sehr lang nicht mehr gesehen habe“ „Mara ich kann das einfach nicht. Er weiß doch noch nicht mal das ich im Rollstuhl sitze und was wird er dann erst zu meiner Behinderung sagen.“ „Johanna wenn er damit nicht klar kommt, dann hat er die liebste und klügste junge Frau in den Wind geschossen, die er je bekommen kann“, sagte sie mit vollem Ernst in der Stimme. „Und jetzt geh da rein und hau ihm vom Hocker, das dürfte bei deinem Aussehen heute nicht schwer sein. Wenn ich ein Kerl wäre würde ich sofort mit dir Ausgehen wollen“, sagte sie und brachte mich damit zum Lachen.

 

Ich nahm meinen Mut zusammen und fuhr rein. Es war nicht viel los und so erblickte ich ihn augenblicklich. Er sah aus wie auf dem Bild, die Haare waren vielleicht etwas länger. Er hatte ein rotes Hemd an und auf dem Tisch stand ein Strauß roter Tulpen.

 

Ich fuhr auf den Tisch zu, als ich nur noch ein paar Meter davon entfernt war, erkannte er mich. Das sah ich daran wie auf seinem Gesicht ein überraschter Gesichtsausdruck erschien, der sich aber zu einem verwirrten Gesichtsausdruck verwandelte, als ich näher kam.

 

Kurz bevor ich den Tisch erreichte, stand er auf. Wollte er jetzt flüchten? Ich war am Tisch angekommen, er hatte sich noch nicht bewegt. „Hi, ich bin Hope und du musst Jason sein“, sagte ich und streckte ihm die Hand entgegen.

Kapitel 6

 Alexander

 

Immer wieder sah Alex auf die Uhr da er schon Angst hatte das Hope vielleicht doch nicht kommen würde.

Als er aber sah das noch genug Zeit war entspannte sich Alex sichtlich denn es gab grade nix schlimmeres für ihn als das Hope ihn sitzen lassen würde.

Mit jeder Minute die verging wurde Alexander nervöser und auch sein Blick ging immer wieder zu der Eingangstür in der Hoffnung das sie endlich kommen würde.

Grade als er einen Schluck von seinem Kaffee trinken wollte ging die Tür wieder auf und eine junge Frau im Rollstuhl kam rein. Vom Aussehen her konnte es nur Hope sein doch das sie in einem Rollstuhl saß wusste er nicht.

Überrascht ließ Alex seinen Blick über sie gleiten um zu verstehen das es wirklich seine Hope war. Verwirrung machte sich langsam in seinem Kopf breit da Alex mit so was wirklich nicht gerechnet hatte doch würde er deshalb nicht gleich gehen.

Auch wenn Hope eine Behinderung hatte war sie eine wunderschöne junge Frau und er wollte sie unter allen Umständen kennenlernen. Kurz bevor sie an dem Tisch ankam erhob sich Alex um sie freundlich begrüßen zu können da es einfach höflicher war als sitzen zu bleiben.

Als er dann auch noch ihre schöne Stimme hörte wusste Alexander das er diese Frau auf jeden Fall näher kennenlernen wollte.

 

Mit einem freundlichen Lächeln nahm er ihre Hand entgegen und hauchte ihr ganz Gentleman ein Handkuss auf den Handrücken. ''Es freut mich sehr dich kennen zu lernen Hope. Ja ich bin Jason.''antwortete er mit einem Lächeln und rückte den anderen Stuhl so zur Seite das sie ohne Probleme mit dem Rollstuhl an den Tisch fahren konnte.

''Es freut mich wirklich das du zu dem Treffen gekommen bist auch wenn es eine kleine Überraschung ist das du im Rollstuhl sitzt'' meinte Alex dann freundlich zu ihr.

Man hörte es ihm aber an das er nix dagegen hatte sondern eher einfach überrascht war. ''Kann es sein das du nicht grade viele positive Erfahrungen gemacht hast weil du es nicht erwähnt hast?'' fragte er neugierig aber dennoch höflich bei ihr nach.

 

''Und keine Angst es stört mich nicht eher bin ich neugierig wie du so vom Charakter her bist und wie es dazu kam das du im Rollstuhl sitzt''erklärte Alex ihr weiter während er nach dem Kellner winkte. ''Möchtest du etwas trinken oder essen?'' fragte er sie nachdem der Kellner am Tisch ankam und ihn fragend ansah.

Innerlich hoffte Alexander auch das Hope ihn nicht erkannte da er ihr auch etwas verschwiegen hatte nur das es bei ihm etwas anderes war.

 

Nachdem der Kellner dann ihre Bestellung aufgenommen hatte verschwand dieser wieder um die beiden allein zu lassen.

 

''Dann erzähl mal etwas über dich Hope. Ich weiß wir haben im Internet schon viel über uns geschrieben aber jetzt ist es etwas anderes'' fing Alex dann in Ruhe an zu reden und war gespannt was sie ihm erzählte. Aufmerksam hörte er ihr zu und stellte auch immer wieder mal eine Frage über ihre Hobby´s und so aber sonst hörte Alex ihr gespannt zu.

Alex bekam kaum mit das der Kellner ihre Bestellung brachte so sehr war er auf Hope fixiert. Es fühlte sich einfach gut an in ihrer Nähe zu sein und ihr zu zuhören da Hope wirklich anders war als die Frauen mit denen er sich sonst immer traf.

 

''Hope bist du heute allein hier her gekommen oder hat dich jemand begleitet?'' wollte Alex dann von ihr wissen da er sich schon etwas Sorgen machte.

Zwar waren sie hier an einem öffentlichen Ort doch trotzdem konnte man ja nie wissen mit wem man sich traf. Alex hatte genug Artikel in Zeitschriften gelesen wie junge Frauen oder Mädchen entführt oder noch schlimmer vergewaltigt wurden, während sie sich mit einem fremden Mann trafen den sie im Internet kennengelernt hatten.

 

Da Alex ja selber zwei kleine Schwestern hatte und Hope auch seinen Beschützerinstinkt weckte hoffte er das sie so schlau war jemanden mit zu nehmen.

''Sei mir nicht böse wegen der Frage aber ich hab selber zwei jüngere Schwestern und daher weiß ich auch wie gefährlich so ein Treffen sein kann.

Schon als wir zusammen gechattet hatten wusste ich das du eine wunderschöne, liebevolle und herzensgute Frau bist und genau das hat tief in mir den Beschützer geweckt. Ich könnte es mir nicht verzeihen wenn dir etwas passieren würde auf dem Heimweg später''erklärte Alex ihr mit besorgter Stimme während er in ihre wunderschönen Augen sah.

 

Johanna

 

Ich war verwirrt von seinem Auftreten. Er war ja aufgestanden als er mich erkannt hatte, aber nicht um zu flüchten wie ich befürchtet hatte. Als ich ihm die Hand entgegen gesteckt hatte, hat er meine Hand nicht ergriffen um sie zu schütteln, nein er gab mir einen Handkuss.

 

Das hatte ich nicht erwartet.

Eine solche Geste, war vor hundert Jahren Pflicht gewesen, aber in der heutigen Zeit war das eher die Ausnahme. Ich spürte noch das Kribbeln auf der Haut, wo seine Lippen meine Hand berührt hatten.

Er hatte mir auch den Stuhl zu Seite geschoben, damit ich an den Tisch fahren konnte. Ich hatte wirklich gedacht dass er wütend sein würde, weil ich ihm nicht alles gesagt hatte, aber zu meinem Erstaunen war er das nicht.

Er sagte nur das es eine kleine Überraschung war das ich im Rollstuhl saß. Desweiteren sagte er, ob es sein kann das ich nicht grade viele positive Erfahrungen gemacht habe und es darum nicht erwähnt habe.

 

Ich hatte ihm geantwortet, dass ich kein Mitleid wollte und es deswegen nie erwähnt habe. Am meisten überraschte mich als er sagte: Und keine Angst es stört mich nicht eher bin ich neugierig wie du so vom Charakter her bist und wie es dazu kam das du im Rollstuhl sitzt.

 

Während er das sagte winkte er auch einen Kellner herbei, damit ich mir etwas bestellen konnte. Er hatte vor sich schon eine Tasse stehen.

Ich bestellte mir einen Eiscafé, was anderes würde ich nicht runter bekommen so nervös war ich. Ich erwartet immer noch dass er auf stand und ging.

 

Wie konnte es ihm nicht stören das ich im Rollstuhl saß, das hatte ich noch von niemandem gehört, außer von meinen Eltern und sehr guten Freunden. Sah er denn nicht dass ich ihm vieles nicht bieten konnte? Er konnte einer Frau alles bieten, er sah gut aus und er war gut trainiert, denn man sah die Muskeln unter dem roten Hemd hervortreten.

 

Was mich aber am meisten in den Bann zog, waren seine grauen Augen in denen so viel Liebe zu sehen war. Ich fragte mich wo er die Narbe an seinem rechten Auge her hatte. Wie kam es das er noch Single war, waren alle weiblichen Wesen blind oder hatte er ein dunkles Geheimnis, was ich mir nicht vorstellen konnte.

 

Also fing ich zu erzählten warum ich in einem Rollstuhl saß, währen der Kellner mit meiner Bestellung kam. Ich sagte ihm dass ich so auf die Welt gekommen war, und es bei der Geburt Komplikationen gegeben hatte.

Er fragte mich auch was ich für Hobbys hatte, ich sagte das ich gern las, ins Kino ging und auch gern schwimmen gegangen bin es aber jetzt leider nur noch selten konnte, weil mein Vater dabei sein musste um mich ins Becken zu tragen, weil meine Mum das nicht mehr konnte. Während ich redete, hörte er mir ruhig zu und unterbrach mich nur selten.

 

''Hope bist du heute allein hier her gekommen oder hat dich jemand begleitet?'', wollte er von mir wissen ich wollte grade antworten da fügte er noch etwas hinzu. ''Sei mir nicht böse wegen der Frage aber ich hab selber zwei jüngere Schwestern und daher weiß ich auch wie gefährlich so ein Treffen sein kann.

Schon als wir zusammen gechattet hatten wusste ich das du eine wunderschöne, liebevolle und herzensgute Frau bist und genau das hat tief in mir den Beschützer geweckt. Ich könnte es mir nicht verzeihen wenn dir etwas auf dem Heimweg später passieren würde.''

 

Ich wurde bei seinen Worten rot, das spürte ich. Jason war einfach der Hammer. So jemanden hatte ich noch nie getroffen, ich hatte ja schon vom chatten das Gefühl gehabt das er lieb, charmant und fürsorglich war, aber das ich gleich seinen Beschützerinstinkt geweckt hatte, das hatte ich nie geahnt, denn er kannte mich doch noch nicht lange.

 

„Ich bin Jura Studentin und noch dazu kann ich mich nicht wehren, natürlich bin ich nicht allein gekommen. Siehst du die junge Frau vier Tische weiter, das ist Mara meine beste Freundin und sie ist mit gekommen“, sagte ich und deutet mit dem Kopf in Maras Richtung. „Erzähl doch mal was von dir“, sagte ich, weil bis jetzt nur ich geredet hatte.

Mein Blick fiel auf Mara die aufgestanden war, um jemanden zu begrüßen und wie nicht anders zu erwarten, war dieser jemand Hannes. Ich würde ganz bestimmt nicht mit den beiden zurück fahren. Mara wollte nachher bestimmt alles wissen, aber ich wollte es ihr nicht vor Hannes erzählen. Dann würde ich lieber alleine nach Hause fahren, obwohl es abends in Berlin nicht so sicher war.

 

Ich konnte ja nicht sagen dass ich ihr wegen Hannes nichts erzählen will, und wenn ich nichts erzählen würde, wäre sie beleidigt. Ich schob diese Gedanken beiseite, denn Jason fing an zu erzählen.

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 18.11.2014

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Ein großes danke schön an darkangel.5 für´s Betalesen

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