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Danksagung

Für die freundliche Unterstützung bei der Realisierung der Fotos möchte ich mich bei folgenden Personen recht herzlich bedanken:

Marion Pfeil, Silke Wachter, Frau Strutynskyj, Andreas und Marlene Weiß, Simon, Lorenz, Marie W. sowie Sophie Heckler – und ganz besonders bei Varena.

Außerdem geht mein Dank an das Modegeschäft Zick Zack und den Getränkemarkt Wagenknecht in Pfaffenhofen sowie den Natursteinhandel Seizmeir in Mitterscheyern.

Für die Hilfe bei der Korrektur des Textes bedanke ich mich bei meinem Mann, meiner Freundin Christine Sawinski sowie Herrn Ralf Jenett.

 

Homepage von Doris Thomas

www.Doris-T.de

Die Entführung

In einem Land, in dem es immer sommerlich warm war, lebte der Gecko Narli. Er war wunderschön, und die vielen Farben seiner Haut leuchteten in der Sonne. Seine Freundin Sira war ebenso prachtvoll, jedoch etwas blauer als Narli. Oft lagen beide gemütlich nebeneinander in der Sonne, denn sie brauchten die Wärme zum Überleben

Wie bei allen Echsen passten sich ihre Körper der Temperatur ihrer Umgebung an. War es warm, war ihr Körper warm und beweglich. Doch sobald es abends kälter wurde, ließ ihre Beweglichkeit nach. Von Minute zu Minute wurden sie schwerfälliger und langsamer. Für die Nacht suchten sie sich deshalb immer ein geschütztes Plätzchen. Am liebsten verbrachten sie diese kühle Zeit in den tiefen Ritzen einer Mauer. Die Steine speicherten tagsüber die Wärme und kühlten nachts nie ganz ab.

 

Bei den ersten Sonnenstrahlen reckten Narli und Sira sofort ihre Köpfe in die Sonne. Morgens und abends waren die Geckos jedoch eine leichte Beute, denn sie konnten sich nicht schnell bewegen und fliehen. Deshalb waren sie zu diesen Tageszeiten besonders vorsichtig.

 

Narli und Sira lebten einige Jahre glücklich in ihrer Mauer. Sie war ein idealer Unterschlupf. Zwischen den Steinen fanden die Geckos genügend kleine Insekten. Oberhalb der Mauer blühten viele Blumen, deren Nektar sie ebenfalls fraßen. Außerdem bot die Mauer ihnen Schutz vor Feinden. Das waren vor allem Katzen und größere Vögel.

 

Eines Tages, als Narli und Sira wieder einmal auf der Mauer lagen und sich sonnten, geschah etwas Schreckliches. Ein Schatten legte sich plötzlich über die Geckos. Narli konnte gerade noch flüchten.

Aus dem Augenwinkel sah er, wie sich ein großer Karton von oben näherte. Narli dachte, Sira wäre direkt hinter ihm, und verschwand in einer Spalte zwischen den Mauersteinen. Dann hörte er seine Freundin schreien. Er drehte sich um. Wo war Sira? Wieder hörte er sie rufen. Zitternd saß Narli in seiner Ritze und wartete, aber Sira kam nicht nach. Von draußen drangen seltsame Geräusche in sein Versteck.

 

„Narli!“, rief Sira verzweifelt. „Narli, hilf mir!“ Narli überwand seine Angst und schlich an die Kante des Mauerspaltes. „Sira, Sira, wo bist du?“ Vor der Mauer stand ein Karton aus Pappe. In dem Deckel waren viele winzige Löcher. „Ich bin hier drin, Narli, in der Kiste!“, brüllte Sira. Narli blickte sich nach allen Seiten um. Dann krabbelte er die Mauer hinunter bis zum Karton. Dieser war mit buntem Geschenkpapier beklebt.

 

Sira war darin gefangen. Plötzlich spürte Narli Erschütterungen unter seinen Füßen. Ein Kind näherte sich mit großen Schritten. Es war ein Mädchen. Narli kämpfte gegen den natürlichen Drang, die Flucht zu ergreifen. Stattdessen saugte er sich mit seinen Füßen am Karton fest. Hoffentlich würde ihn das Mädchen nicht bemerken.

 

Das Kind hob den Karton in die Höhe. Narli hatte Glück. Er blieb unentdeckt. Doch nur mit Mühe konnte sich der Gecko an der Pappe festhalten. Die Oberfläche war nicht fest genug, um ihm guten Halt zu bieten. Nach wenigen Metern blieb das Mädchen bei einem Fahrrad stehen.

Als der Karton auf den Gepäckträger gespannt wurde, wäre er beinahe zerquetscht worden. Nur knapp sauste das Metall an Narli vorbei. „Bleib ruhig, Sira, ich bin hier“, flüsterte Narli seiner Freundin zu. Sira schluchzte: „Ich habe solche Angst. Bleib bei mir!“

 

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG Sonnenstraße 23 80331 München Deutschland

Copyright Texte: Doris Thomas
Copyright Bildmaterialien: Doris Thomas
Tag der Veröffentlichung: 23.01.2017
ISBN: 978-3-7396-9442-9

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