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Titelblatt

Andy S. Falkner

Der/Die/Das Isothermoid(e)

Science Fiction Story

Megalomane und Gigantophobe, Band 4

Text & Bild © Andreas Solymosi

Umschlaggestaltung: Judith Solymosi, nach einem Gemälde-Motiv von Vera Solymosi-Thurzó

Einige Darstellungen stammen aus Wikipedia

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Klappentext

Im Universum sind wir die Einzigen. Außer, wenn wir bestimmte Phänomene als Krieg gegen uns interpretieren. Wer betreibt ihn aber? Das oder der oder die Isothermoid(e)?

Der/Die/Das Isothermoid(e)

Im Urzeitalter der Raumfahrt, als der Mensch das erste Mal in das Weltall hinausgetreten war und seinen Fuß auf die nächsten Himmelskörper gesetzt hatte, träumten wir noch von Begegnungen mit fremden Intelligenzen oder zumindest Lebensformen. Damals war die Rede von Kriegen, in denen zwei Rassen auf eine Weise einander ausrotteten wie die Menschen ehemals: mit Schieß- oder Strahlenwaffen; es lag an der Feuerkraft der Flotten und am Mut der Einzelnen, wie Schlachten entschieden wurden. Im Laufe der letzten fünfzehnhundert Jahre stellte sich aber heraus, dass es dafür keine Chance gibt. Im vom Menschen eroberten Raumabschnitt mit ca. sechzig Lichtjahren Durchmesser fanden wir keine Spuren irgendwelcher, nicht einmal ehemaliger Zivilisationen, auch keine Naturphänomene, die man guten Gewissens Leben nennen kann. Wir verzichteten somit auf diesen Traum und glauben schon seit einer Weile, dass wir alleine im Weltall sind.

Nur in der letzten Zeit tauchten Theorien auf, die im Vorpreschen des Isothermoids (oder der Isothermoide?) hauptsächlich eine intelligente Strategie gegen die Wohnorte des Menschen zu entdecken meinen, und mehr und mehr Menschen glauben, dass wir uns im Krieg befinden und unsere Eroberungen gegen es (?) verteidigen müssen, sogar unsere Existenz. Aber selbst wenn es sich dabei um eine bis jetzt unerklärliche natürliche Erscheinung handelt, steht diese letzte Behauptung außer Zweifel: Wenn wir nichts gegen es unternehmen, gehen unsere Kolonien eine nach der anderen zugrunde und die Frage stellt sich, ob schließlich der Mensch im Universum verbleiben kann.

Das Isothermoid wurde von der Forschungseinheit Nr. 98274621934 entdeckt, vom automatischen Raumschiff des Forschungsprogramms namens Big Bang 2.0. Dieses, wie bekannt, wurde vor ca. 700 Jahren von der Erde strahlenartig in zweiunddreißig verschiedene Richtungen des Raums gestartet: in die Richtung der 12 Ecken und 20 Flächen eines Ikosaeders mit dem Zentrum Sonne.


Die Forschungseinheiten sammeln den kosmischen Staub ein; aus dessen Material steigern sie einerseits ihre Geschwindigkeit, andererseits reproduzieren sie sich selbst, um in weitere neue Richtungen Tochtereinheiten zu starten. Die einzelnen Einheiten mit einer Entfernung von einer Lichtstunde voneinander streifen wie eine Plänkerkette durch das All entlang einer sich beschleunigt erweiternden Sphäre. Wenn eine Einheit in die Nähe einer größeren Materienkonzentration (z.B. eines Sterns) gerät, dann stößt sie weitere spezielle Einheiten aus, deren Aufgabe es ist, ihre Geschwindigkeit (mit Hilfe ebenfalls aus dem eingesammelten kosmischen Staub gewonnener Energie) zu verlieren, sich weiter zu vermehren und Forschungen in der Gegend des entdeckten Sonnensystems durchzuführen. Die Ergebnisse der Erkundungen kommen zum Menschen über den Hyperraum, durch den wir – wie ebenfalls bekannt – Information ohne Zeitverlust durchschleusen können, jedoch keine Materie. Sie entdecken manchmal einen terraformbaren Planeten, auf dem nach Jahrhunderten wagemutige Siedler (in viel langsameren Raumschiffen) ankommen können; die automatischen Einheiten haben Zeit, die Lebensbedingungen der Kolonie zu verbessern, die Besiedlung vorzubereiten. Diese Einheiten werden mit einer künstlichen Intelligenz mit hohem Wirkungsgrad ausgerüstet, die in Standardsituationen optimale Entscheidungen treffen und denen durch die Hyperraumkommunikation das gesamte Wissen der Menschheit zur Verfügung steht. Aber sie sind nicht immer selbständig: Sie benötigen in besonderen Situationen die Anweisungen der in der Zwischenzeit zahlreichen Forschungszentren in den Kolonien; sie liefern Erklärungen für unbekannte Phänomene aus den hier aufgestellten Theorien. Ein wachsender Prozentsatz der kreativen Energie der Menschheit wird in diese Forschungen investiert, da unsere Lebensbedingungen schon fast vollständig von Robotern mit ähnlicher künstlicher Intelligenz gesichert werden.

So kamen wir zu unseren zwischenzeitlich Hundertzwanzig florierenden Kolonien. Während die die Kartographierung des Weltalls durchführende Sphäre immer näher an die Lichtgeschwindigkeit expandiert, schreitet die Verbreitung des Menschen im Kosmos zwar deutlich langsamer aber ebenfalls unaufhaltsam vorwärts.

Zumindest glaubten wir das, bis die erwähnte Forschungseinheit das Isothermoid entdeckte. Oder den Isothermoid? Oder die Isothermoide? Wir wissen immer noch nicht, ob es sich um eine neue Art von Materie handelt oder vielleicht um ein Lebewesen (mit Bewusstsein?), eine intelligente Gruppe, ob wir in Ein- oder Mehrzahl von ihm/ihnen sprechen sollen. Einerseits existieren sie in einer so gewaltigen Anzahl, dass die Einzahl als absurd erscheint; andererseits sind die Annahmen durchaus begründet, dass es sich dabei um eine Einheit handelt, in der auf irgendwelche Weise Informationsverarbeitung geschieht; gegebenenfalls stehen wir einem einzigen intelligenten Wesen galaktischen

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 18.12.2016
ISBN: 978-3-7396-8923-4

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