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Alles begann mit Wasser

35 Jahre sind es nun schon her, dass ich mit meiner Freundin eine Reise durch den Schwarzwald und das Elsaß unternahm. Wir beide, jung und abenteuerlustig mit einem VW Bus.
Alles begann im Juli 1981, mit viel Wasser. Nicht nur mit dem der Triberger Wasserfälle, die aus einer stattlichen Höhe von 162 m herabstürzen. Sie werden zwar als höchste Wasserfälle Deutschlands bezeichnet, sind aber eigentlich künstlich, wie im Nachhinein ein öfter den Schwarzwald bereisender Uhrmacher richtigstellte. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich nicht den ganzen Weg hinauf geschafft habe. Ich bin nun mal ehr Flachländer.
Das andere Wasser kam nach einem Unwetter durch das Dachfenster der Wohnung meiner Freundin. Soweit ich mich erinnern kann blieb es allerdings das einzige. Das einzige Unwetter meine ich natürlich. Jedenfalls konnten wir nach einem fröhlichen Abend und einer feuchten Nacht am nächsten Tag starten.

 

 

 

 

 

 

Durch den Schwarzwald ins Elsass

Diesen Tag verbrachten wir noch im Schwarzwald. Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof war unser erstes Ziel. Allerdings sind mir davon hauptsächlich dunkle und modrige Stuben in Erinnerung geblieben. Ansonsten streiften wir einfach über das große Gelände. Führungen waren mir schon damals verhasst. Genauso wie Zwiebeln. Die befanden sich in unserem Mittagessen, Bratwurst mit Kraut. Vom als nächste Station angestrebten Mummelsee musste ich mir eine Karte kaufen um überhaupt zu wissen wo ich da war. Schon auf der Hinfahrt dicker Nebel.

Die Grenze zum Elsaß überfuhren wir dann am nächsten Tag in Kehl am Rhein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Straßburg und sein Münster - Ein Ort der Ehrfurcht

 Unser Ausganspunkt wurde ein Campingplatz bei Straßburg. Mussten wir auf der deutschen Seite noch ein Plumpsklo mit Wasserkanne benutzen, konnten wir hier sogar duschen. Und das für den selben Preis. Straßburg ist eine wunderschöne Stadt. Das bedeutendste Bauwerk ist hier das Straßburger Münster. Von 1176 bis 1439 wurde es aus Vogeser Sandstein gebaut. Erst romanisch, dann gotisch. Ich will nun niemanden mit zu vielen Daten und Fakten langweilen. Interessierte können das alles googeln. Mir jedenfalls waren diese Details damals egal, als ich voller Ehrfurcht erst vor dem Münster und dann in seinem Innenraum stand. Was für eine Höhe. Mit seinem 142 m hohen Nordturm war es bis in die zweite Hälfte des 19. Jhrd. das höchste Bauwerk der Welt. Eigentlich müsste ich es noch ein zweites Mal besuchen. Denn viele Einzelheiten sind mir entgangen. Aber ich war einfach zu „hin- und weg“ wie man so schön sagt. Da wird so gar das entzünden einer kleinen Kerze zu einem bedeutenden Ereignis. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch das Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges. Die Skulptur zeigt eine Mutter die ihre beiden gefallenen Söhne in den Armen hält. Während der eine für Deutschland kämpfte, fiel der andere für Frankreich. Ein Symbol für die Zerrissenheit dieser Gegend. Es hätte bestimmt noch vieles zu entdecken und bestaunen gegeben, aber die aufdringlichen Straßenhändler trieben uns schließlich in die Flucht, vielmehr aus der Stadt

 

 

 

 

 

Colmar und der Isenheimer Altar - Großer Traum und kleine Enttäuschung

 Am nächsten Tag wollte ich unbedingt nach Colmar. Schuld war ein altes Jugendbuch in dem der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald erwähnt wurde. Er musste etwas Besonderes sein. Wir fanden ihn dann im Museum Unterlinden. Und hier kam die Enttäuschung. Nein, der Altar an sich ist wirklich ein wunderbares Kunstwerk aus Malerei und Schnitzwerk. Entstanden Anfang des 16.Jhrd. Und damals war er tatsächlich in Isenheim einem Ort in den Vogesen beheimatet. Bis er Ende des 18Jhrd., aus Sicherheitsgründen wie es hieß, in die Distriktshauptstadt Colmar überführt wurde. Der Teil der in Isenheim verblieb verschwand tatsächlich.
Aber nun zu meiner Enttäuschung. In dem extra erbauten Museum sind die Altartafeln leider nur mitten im Raum hintereinander aufgestellt, so dass ein Blick auf das ganze Werk nur auf einer kleinen Schautafel möglich ist. Aber der Grund warum wir diese Stätte bald wieder verließen war die unerträgliche Schwüle. Also auch nochmal eine Reise wert.

 

Wiedersehen würde Freude machen wenn .......

 

Wenn dann in der Hoffnung auf mehr Gastfreundschaft und weniger Belästigungen zu stoßen. Das Problem mit den Straßenhändlern hat die Stadt Straßburg inzwischen wohl etwas mehr im Griff. Aber ob das auch auf die Gastfreundschaft der Elsässer zutrifft? Oder hatten wir einfach nur Pech, als wir am Eingang eines Lokals in Munster abgewimmelt wurden? Eine deutsche Speisekarte, aber keine Verständigung möglich. Die Preise waren für unser Budget annehmbar. Doch scheinbar unsere legere Kleidung für diesen Ort nicht. Das kann man aber klären. Vorausgesetzt man spricht deutsch.
Jedenfalls sehnten wir uns nach diesem negativen Erlebnis zurück auf deutschen Boden. Nicht ohne vorher, nach langer Suche, bei einem Holländer zu speisen. Der sprach deutsch.
Drei Tage dauerte diese Fahrt. Eine Fahrt voller positiven und einigen negativen Erlebnisse. Schön war`s!

 

Impressum

Texte: Ute Wunderling
Bildmaterialien: Cover Pixabay - Postkarten
Tag der Veröffentlichung: 05.09.2016

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Beitrag zum 66. Biowettbewerb

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