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MARIA´S KLAGE


Gedanken an des Sohnes Nacht
bringt mir schwarz geweihte Pracht.
Dies Kind - heut grade neu geboren,
ist auch neu dem Tod verschworen.

Mein Auge ist so schrecklich müde,
und die Zunge lahmbestimmt,
weil ja der Tod bald rüde
das liebste Kind mir nimmt.

Wie könnt ich`s je verschmerzen,
dass du gestorben bist,
der unter meinem Herzen
mir doch gewachsen ist?

Ich hatte ihn lebendig
so manches Jahr bei mir…
bis unter´m Kreuz elendig -
ich blieb alleine hier.


Mit meinem Sohne sanken
das Glück und alles Freu´n
bis auf den Gedanken
vom künftigen Zusammensein.

Nun zwingt mich jährlich nieder
makabre Glaubensbrunft.
Singt: „Alle Jahre wieder…“
ob meiner Niederkunft.


Geburtsweh´n kaum bezwungen -
die Welt singt unter Kerzen…
Doch ich bin schon durchdrungen,
von Kreuz und Schwert im Herzen.


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Tag der Veröffentlichung: 22.12.2010

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