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Wie ich dazu kam, die Geschichte zu schreiben

 

Die Geschichte wollte ich eigentlich für einen Geschichtenwettbewerb in einem Forum schreiben. Aber je mehr ich geschrieben hatte, desto mehr wurde mir bewusst, dass ich die Vorgaben nicht einhalten konnte. Ich hatte schon knapp 20 Seiten der Geschichte geschrieben, doch die beiden Akteure kamen immer noch nicht zusammen. Im Gegenteil. Nachdem ich die ersten Seiten an einen Autorenfreund zum Lesen geschickt hatte, um eine neutrale Meinung zu bekommen, sagte mir dieser: Nur ein Teil soll das werden? Nein, mach da mehr draus.

 

Erst lachte ich über den Vorschlag. Das Projekt lag danach knapp vier Wochen still. Aber dann besann ich mich und begann weiter daran zu schreiben. Und je mehr ich schrieb, desto mehr fiel mir dazu ein. Als ich die ersten beiden Teile in einem Forum gepostet hatte, kam von einem anderen Autor eine Rückmeldung an mich, ob ich wisse, was im Verlauf der Story weiter geschehen solle und ob ich ein Konzept hätte. Ich bin nicht so, dass ich Konzepte für etwas brauche, worüber ich schreibe. Ich schreibe einfach, was mir einfällt, lasse meine Fantasie, das Kopfkino laufen.

 

Wie sagte mein Autorenkollege rokoerber einmal zu mir: Aus einem Wort wird ein Satz, aus einem Satz ein Absatz und aus dem Absatz nach und nach die ganze Geschichte. Wie Recht er hat.

 

 

 

Die Akteure

Sarah MacPherson – eine junge Frau, die mit ihren Eltern als Kleinkind aus England nach Amerika ausgewandert ist und ihre gesamte Kindheit in New Orleans

verbracht hat

 

Anna MacPherson – ihre Mutter, die sehr zeitig ihren Mann verloren hat und seither als Witwe mit ihrer Tochter in einem Haus in New Orleans lebt

 

Joshua MacAllister – der Sohn eines Plantagenbesitzers in der Nähe von New Orleans – Joshua und Sarah werden ein Paar und heiraten

 

Angelina MacAllister – die Mutter von Joshua und zukünftige Schwiegermutter Sarahs

 

Amanda – Sklavin im Hause MacAllister

Kapitel 1 – Sarahs Erinnerungen

 

Es ist Sommer in New Orleans des Jahres 1850. Die Hitze in diesem Jahr ist beinahe unerträglich. Zum Glück ist es nicht so schwül. Hunderte von Zikaden singen fast ohne Pause, während die Luft flimmert, die Sonne unbarmherzig auf die Stadt niederbrennt und die dort lebenden Menschen fast an den Rand des Wahnsinns treibt. Das Land lechzt nach Wasser. Doch kein einziges Wölkchen ist am Himmel zu sehen, welches den lang ersehnten Regen bringen könnte.

 

Sarah saß mit ihrem Baby im Arm auf der überdachten Veranda ihres Elternhauses. Die Eltern der jungen Frau, Anna und David McPherson, waren bereits vor einundzwanzig Jahren, mit ihrer damals einjährigen Tochter, aus England hierher ausgewandert. Sie hofften, in diesem verheißungsvollen fremden Land ihr Glück zu finden.

 

Fast wehmütig hing Sara ihren Erinnerungen an die eigene Vergangenheit nach. Damals waren ihre Eltern etwa in dem Alter wie jetzt sie selbst, als sie diesen großen Schritt wagten und die ewig dauernde, anstrengende Reise über das große Wasser des Atlantik in Richtung Amerika auswanderten, um dort ihr Glück zu finden. In England hatten sie ein recht bescheidenes Leben des Mittelstandes auf dem Land geführt. Oft erzählten sie Sarah Episoden aus ihrer eigenen Kindheit, die Anna bereits zum größten Teil mit dem jugendlichen David gemeinsam verbracht hatte. Eine Kinderfreundschaft halt, wie es unter Nachbarn oft Üblich ist.

 

Anna und David hatten gerade das Erwachsenenalter erreicht, als ein hässlicher Unfall den Eltern von Sarahs Mutter das Leben kostete. David kümmerte sich rührend um die nur ein Jahr jüngere Nachbarin, die jetzt ohne jeglichen familiären Halt auskommen musste. Dadurch wurde die Verbindung zwischen ihnen jedoch nur noch intensiver und sie beschlossen zu heiraten, um ihr Leben zukünftig gemeinsam zu verbringen. Die Hochzeit wurde recht einfach nur im engerem Kreis gefeiert. Für ein großes, rauschendes Fest war kein Geld vorhanden. Schon damals schworen sie sich, ihre Kinder sollten es einmal besser haben als sie selbst.

 

Elf Monate nach der Hochzeit wurde die kleine Sarah geboren. Die Vorbereitungen für die Auswanderung nach Amerika liefen bereits damals schon auf Hochtouren. Als das Mädchen neun Monate alt war, konnte die weite Reise über den Ozean beginnen. Oft erzählten ihre Eltern von der beschwerlichen, etwa drei Monate dauernden Fahrt mit einem Segelschiff. Leider war ihnen der Wind nicht gnädig. Drei Wochen lang ließ eine heiße Flaute das Schiff sich kaum von der Stelle bewegen. So kamen sie mit viel Verspätung auf dem fremden Kontinent an.

 

Sarah erinnerte sich, wie der Vater ihr zum zehnten Geburtstag erzählte, dass sie genau an dem Tag, als sie ein Jahr alt wurde, zum ersten Mal im New Yorker Hafen amerikanischen Boden betraten. Zur Feier des Tages bekam sie von den Zollbeamten sogar Süßigkeiten geschenkt und wurde sehr von ihnen verwöhnt. Das war wohl der erste Lichtblick nach der langen, meist eintönigen Seefahrt.

 

Die junge Familie verbrachte die erste Nacht in einer schäbigen Notunterkunft für Einwanderer, die ihnen die Beamten vermittelt hatten. Danach machten sie sich am nächsten Tag, wie sie es geplant hatten, auf den langen beschwerlichen Seeweg nach New Orleans.

 

Dort angekommen, stand gleich das nächste Problem an, eine Unterkunft zu finden, in der sie für längere Zeit bleiben konnten, die aber nicht sofort ihre restlichen Ersparnisse auffraß. So fanden sie Unterschlupf in einer kleinen Pension im Quartier Latin, die mehr als notdürftig eingerichtet war. Doch für den Anfang war das erst einmal ausreichend.

 

Gleich am nächsten Tag nach ihrer Ankunft machte sich ihr Vater auf die Suche nach Arbeit. Von irgendwas mussten sie ja leben. Ihre finanziellen Reserven waren von der Überfahrt nach Amerika fast aufgebraucht. Die immensen Preise für Lebensmittel und Wasser auf dem Segler riss große, kaum wieder zu füllende Löcher in ihren Geldbeutel. Drei Wochen nach ihrer Ankunft in New Orleans hatte Sarahs Vater Glück. Er fand eine Anstellung als Verwalter bei Sam MacAllister, dem Besitzer einer in der Nähe gelegenen Baumwollplantage. Dieser stellte ihnen auch ein kleines Häuschen zur Verfügung, das sie bewohnen konnten, solange Sarahs Vater bei ihm in Lohn und Brot stand.

 

Die Freude über so viel Glück war groß. Innerhalb kurzer Zeit siedelten sie samt ihrer wenigen Habseligkeiten in ihre neue Unterkunft auf der Baumwollfarm um. Sarahs Mutter gab sich die größte Mühe, mit den knappen Mitteln, die sie hatten, das Haus so wohnlich und gemütlich wie möglich zu gestalten.

 

So wuchs Sarah zwar in bescheidenen Verhältnissen auf, aber trotzdem fehlte es ihr an nichts. Sie fand auch Anschluss an Joshua, den zwei Jahre älteren Sohn des Großgrundbesitzers, dem einzigen Kind von Angelina und Sam MacAllister. Bald konnte sie im großen Herrenhaus ein und ausgehen, wie es ihr beliebte. Sie wurde bald auch eine sehr beliebte Spielgefährtin der Kinder der anderen Plantagenbesitzer, jedoch auch der Kinder der Sklaven, die auf der Plantage arbeiteten und lebten. Sie alle liebten vor allem Sarahs heiteres und sonniges Wesen.

 

Ihr Vater bekam bei dem Großgrundbesitzer bald einen sehr guten Stand. Schnell erarbeitete er sich Sam MacAllisters Vertrauen. Dieser ließ ihm bei der Verwaltung der Farm schnell freie Hand, da er erkannte, sein neuer Mitarbeiter gab alles, um die Plantage auf immer bessere Füße zu stellen. Mit am wichtigsten erschien es dem Boss, auch gut mit den schwarzen Sklaven auszukommen. So konnte er jeglichen Ärger vermeiden. Das war damals eher selten, aber auch MacAllister erkannte, es konnte sehr nutzbringend sein, denn Streit verhindert gute Arbeit. Auch David hatte ebenfalls ein Händchen dafür, mit den Sklaven umzugehen.

 

Innerhalb von knapp zwei Jahren verdoppelte sich Davids Lohn. Davon wurde gespart was ging, so konnte der junge Familienvater von dem Ersparten in der Nähe der Stadt bald ein eigenes kleines Stück Land kaufen, das damals noch billig zu haben war.

Als Sarah zehn Jahre alt wurde, war genug Geld für den Bau eines Hauses auf ihrem eigenen Grundstück zusammengekommen. Bald konnten sie in das kleine schmucke, neu gebaute Stadthaus umziehen. Leider hatte das Leben dort für Sarah den Nachteil, dass der Kontakt zu ihrem Jugendfreund Joshua fast völlig abbrechen musste. Der Weg in die zwei Reitstunden entfernte Plantage war einfach zu weit, um dort täglich hinzugehen.

 

Dazu kam, jetzt ging sie auch zu Schule. Aus war es mit dem etwas laschen Privatunterricht im Herrenhaus der MacAllisters. So schlief nach und nach der Kontakt zu Sarahs Freund fast gänzlich ein. Doch wie Kinder so sind, fand sie in der Stadt schnell Anschluss zu den anderen Kindern. Schon nach kurzer Zeit hatte Sarah neue, gute Freundinnen gefunden.

 

Vater David verdiente weiterhin gutes Geld auf der Plantage der MacAllisters. Zum Leidwesen seiner Frau und von Sarah kam der nur zum Wochenende in die Stadt, wenn notwendig auch das nicht.

 

So wuchs im Laufe der Jahre jedoch auch das Vermögen der MacPhersons. Die Eltern erwarben nach und nach immer mehr Grund und Boden. So wurde aus dem anfänglich bescheidenen Haus im Laufe der Zeit eine kleine Villa. An– und Umbauten wurden vorgenommen, Gärten angelegt, Brunnen gegraben, Bäume gepflanzt. Inzwischen hatte Mutter Anna auch Bedienstete eingestellt, die ihr die grobe Hausarbeit abnahmen. So konnte sich Anna intensiv um ihre Tochter kümmern. David kam, wie gesagt, nur über das Wochenende nach Hause, täglich zwei Stunden Ritt zur Plantage und wieder zurück wären einfach zu viel geworden. Auf der Farm bewohnte er immer noch das kleine Häuschen, das ihm Sam MacAllister zu Beginn seiner Anstellung zur Verfügung gestellt hatte. So hatten Anna und Sarah in den Schulferien die Möglichkeit, Zeit dort zu verbringen.

 

So viel Glück sie fern der Heimat gefunden hatten, so unglücklich waren sie bald, jetzt wo es ihnen besser ging, dass sie es nie schafften weitere Kinder zu bekommen.. So sehr sie es sich auch wünschten; Sarah blieb ein Einzelkind.

 

***

 

Sarah war gerade fünfzehn, das Glück in der Familie war groß, als etwas Schlimmes geschah: das Familienoberhaupt David wurde auf einem seiner Kontrollritte über die ausgedehnten Ländereien seines Arbeitgebers von Räubern überfallen und getötet. Und das nur wegen den wenigen Dollars, die er mit sich trug. Es waren vermutlich vagabundierende und geflohene Sklaven.

 

Fortan waren Sarah und ihre Mutter auf sich alleine gestellt. Da nun der Ernährer fehlte, konnten sie sich auch keine Bediensteten mehr leisten und mussten alle entlassen. Außerdem verkaufte Anna auch einige der Ländereien. Den Erlös daraus legte sie fest an, um in Notzeiten darauf zurückgreifen zu können. Nur das kleine Stück Land behielt sie, auf dem ihr Haus stand, welches sie sich mit ihrem Gatten vom Munde abgespart hatte. David konnte zwar im Laufe der Jahre ein kleines Vermögen ansammeln, von dem sie jetzt einige Zeit zehren konnten, doch Anna wollte sich nicht gänzlich darauf verlassen, nur von diesem Geld zu leben.

Sarah sah, wie ihre Mutter jeden Tag mehr unter dem Verlust ihres Mannes litt. Sie arbeitete fast Tag und Nacht und dachte nie an sich selbst. Sie fand sogar eine Anstellung in einem kleinen Laden in New Orleans, in dem sie täglich für ein paar Dollar einige Stunden aushalf.

 

Der jungen Frau tat ihre Mutter leid, so wie sie litt. Nur zu oft bat sie ihre Mutter, sich einen neuen Ehemann zu suchen, denn irgendwann, so hoffte sie, würde sie auch einen passenden für sich selbst finden, den sie heiraten und dem sie in sein Haus folgen würde.

 

Doch ihre Mutter wiegelte Sarahs Bitten immer wieder ab. Sie wolle keinen anderen Mann, war jedes Mal ihre Rede. Sie habe dies ihrem David geschworen, als sie nach Amerika auswanderten.

 

***

 

Sam MacAllister bot ihnen nach dem Überfall mehrmals an, wieder zum Gut umzuziehen und dort ohne Miete zu leben. Sein Anliegen war es, der verwitweten Frau und dem halbwaisen Mädchen Gutes zu tun. Immerhin war sein Verwalter David ihm immer gut gesonnen und hatte mit seinem Wissen Sams Hab und Gut vermehrt. Jedoch Anna lehnte seine Bitte immer wieder ab. Sie wollte nicht auf Kosten anderer leben. Sie hätte dann auch ihr geliebtes Haus verlassen müssen. Davids ehemaliger Boss tat sein Bestes, um der Frau seines verstorbenen Verwalters zu helfen. Es war für ihn, den allseits geachteten Großgrundbesitzer eine Selbstverständlichkeit, dies zu tun.

 

Als Sarah achtzehn Jahre alt geworden war, kümmerte sich ihr ehemaliger Spielgefährte Joshua wieder sehr viel mehr um sie. Er hatte gerade die höhere Schule beendet und suchte nun wohl den Umgang mit dem anderen Geschlecht. Fühlte sich Sarah schon als Kind von ihm angezogen, so malte sie sich heute immer wieder aus, wie es wohl wäre, irgendwann einmal seine Frau zu werden. Sie träumte davon, wie er sie in einer großen Kutsche zur Kirche abholen und sie ihm dort die ewige Treue und Liebe schwören würde. Da sie aber von einem niedrigeren Stand als Joshua war, kam ihr immer öfters der Gedanken, dass er womöglich nie um ihre Hand anhalten würde. Da ihr de Idee, ihn zum Ehemann zu bekommen, immer besser gefiel, blieb ihr nur übrig, sich passendes einfallen zu lassen, um ihn zu umgarnen.

 

Ein paar Monate nach ihrem achtzehnten Geburtstag kam er auf seinem Hengst angeritten, elegant angezogen, fesch, jung und voller Elan. Vor ihrem Haus hielt er an, sprang vom Pferd und band es an der Brüstung fest.

 

Sarah saß gerade auf der Veranda und las ein Buch, das ihr Vater aus England

nach Amerika mitgebracht hatte. Nun zeigte sie, was sie als junge Dame gelernt hatte. Sie zeigte ihren ganzen Charme.

 

Etwas verlegen trat Joshua näher. Sarah stand höflich auf, begrüßte ihn mit einem bezaubernden Lächeln, wie es sich gehörte und fragte nach dem Grund seines Erscheinens.

Joshua wurde rot und fragte fast verlegen nach Sarahs Mutter, ob diese im Hause sei. Ansonsten würde er lieber ein anderes Mal wieder kommen, denn es gehörte sich nicht, sich mit einer unverheirateten, jungen Lady alleine in einem Haus aufzuhalten. Er müsse ihre Mutter jedoch aufgrund eines wichtigen Anliegens sprechen.

 

Sarah sah ihn an und bemerkte sehr wohl, wie sein Gesicht eine noch rötere Färbung annahm.

 

„Ich gehe kurz ins Haus und rufe meine Mutter. Setze dich inzwischen. Ich bin gleich wieder da“, bot sie ihm an. Irgendwie nahm sie an, Joshua bräuchte ein wenig Zeit, um sich zu beruhigen und sich zu sammeln. Diese Möglichkeit wollte sie ihm lassen. Sie spürte, an diesem Tage würde etwas geschehen, das ihr Leben von Grund auf umkrempeln wird.

 

Schnell ging Sarah ins Haus, um nach ihrer Mutter zu suchen. In ihrem Kopf wälzten sich die Gedanken hin und her, was wollte Joshua wohl von ihrer Mutter, dass er so förmlich nach ihr fragte. Im Haus rief sie nach ihr. Anna kam die Treppe aus der oberen Etage herunter.

 

„Was möchte der junge Herr?“, fragte sie, „Wer ist das überhaupt?“

 

„Mama, das ist doch Joshua, der Sohn von Papas nun ebenfalls verstorbenem Boss auf der Plantage. Erinnerst du dich nicht?“, antwortete Sarah, „Er möchte dich unbedingt sprechen. Ich weiß nicht, was er will. Er wollte es mir nicht sagen.“

 

„Ich gehe sofort hinaus“, sagte Anna zu ihrer Tochter. „Geh du inzwischen in die Küche und bereite eine Erfrischung vor.“

 

Sarah tat, wie ihr geheißen und Anna ging inzwischen nach draußen, um den jungen Mann zu begrüßen.

 

Als dieser sie aus der Tür treten sah, erhob der sich sofort und ging ihr entgegen.

 

„Guten Tag, Mrs. MacPherson“, begrüßte der junge Mann die Dame des Hauses mit einem angedeuteten Handkuss.

 

„Joshua. Sie sind doch der kleine Joshua von der Plantage, auf der mein Mann als Verwalter gearbeitet hatte“, antwortete Anna. Sie freute sich, ihn nach so langer Zeit wieder zu sehen.

 

„Ja, Madam. Der bin ich. Nur inzwischen nicht mehr ganz so klein. Wie sie sich vielleicht erinnern, bin ich zwei Jahre älter als ihre Tochter“, erwiderte Joshua.

 

„Oh, ja, natürlich“, meinte Anna. „Aber setzen wir uns erst einmal. Sarah wird gleich eine Erfrischung bringen. Und dann berichten sie mir vom Grund ihres Erscheinens.“

 

Sie nahmen am Tisch auf der offenen Veranda Platz. Gleich darauf kam Sarah mit einem Tablett, auf dem drei Gläser und ein vor Kühle perlender Glaskrug mit frischer Limonade standen. Sie verteilte die Gläser an die Anwesenden und schenkte das kühle Getränk ein. Dann setzte sie sich neben ihre Mutter, gespannt darauf wartend, was Joshua für ein Anliegen hatte.

 

Der saß wie auf heißen Kohlen und wusste nicht wie er anfangen sollte.

 

„Nun sagen sie schon, was sie auf dem Herzen haben, junger Herr“, forderte Anna ihn auf.

 

Joshua errötete noch einmal und räusperte sich. Dann begann er mit seiner vorbereiteten Rede:

 

„Madam, Mademoiselle, sie haben sicher vernommen, dass mein Vater vor einiger Zeit an einer heimtückischen Krankheit verstorben ist. Nun habe ich das Erbe meines Vaters angetreten. Ich musste ihm jedoch noch vor seinem Tode versprechen, mir so bald wie möglich eine Frau zu suchen. Das Alter zum Heiraten habe ich ja und unsere Domäne soll ja nicht verwaisen. Es ist nun natürlich nicht einfach für mich, so plötzlich eine geeignete Frau fürs Leben zu finden. Meine Nächte wurden lang beim Nachdenken über diesen letzten Wunsch meines Vaters. Doch gestern kam mir die Erleuchtung, welche durch lange Trennung fast erloschen ist. Sarah und ich waren schon als Kinder sehr mit einander befreundet. Sicher war damals noch keinesfalls von Liebe die Rede. Aber beim nächtlichen Nachdenken wurde mir immer klarer, es war ein schwerer Fehler von mir, mich jahrelang kaum mehr um Sarah gekümmert zu haben. Man kann eine aufkeimende Liebe doch nicht einfach ignorieren. Schon gar nicht, wo Sarah zu einer wahren Schönheit heranwuchs. Ich hoffe, ich irre mich nicht und in Sarah schlummert ebenfalls ein wenig Liebe zu mir. Ich habe sehr mit mir gekämpft und fand heute morgen endlich den Mut, bei ihnen, sehr verehrte gnädige Frau, um die Hand ihrer Tochter anzuhalten.“

 

Joshua verbeugte sich fast eckig vor verdrängter Aufregung, aber immerhin lächelte er Sarah zu.

 

Anna schaute nun Joshua doch sehr erstaunt an, überlegte aber nur kurz.

 

„Ich möchte meiner Tochter nicht das Wort aus dem Mund nehmen. Sie soll selbst entscheiden, wen sie heiraten möchte. Mein Mann und ich konnten damals auch niemanden fragen und die Ehe wurde glücklich. Schon daher möchte ich meiner Tochter selbst die Entscheidung überlassen, mit wem sie die Ehe eingehen will. Wenn sie nun sie als Ehemann möchte, werde ich ihr selbstverständlich nicht im Weg stehen“, sagte sie zu Joshua. Dabei wurde ihr Blick melancholisch, denn unwillkürlich dachte sie an ihren verstorbenen David.

 

Sarah dagegen saß wie versteinert auf ihrem Stuhl und wusste nicht, was sie sagen sollte. Ihre Gedanken schlugen Purzelbäume, dass gerade der Mann, den sie schon als Kind vergöttert hatte, ihr eben einen Heiratsantrag machte.

 

 

„Sag du doch auch ‘was!“, hörte sie ihre Mutter wie durch eine Nebelwand sagen.

 

„Kann ich etwas Bedenkzeit haben?“, entgegnete Sarah mit vor innerer Erregung heiserer Stimme, aber voll damenhaft. „ Es kommt sehr überraschend. Ich kann das natürlich nicht von jetzt auf gleich entscheiden.“ Ihr Herz schlug dabei aber schneller als sie zugeben durfte. Sie konnte jedoch nicht vermeiden, dass die Aufregung rote Flecken in ihr Gesicht zauberte. Sollte sich ihr Kindheitswunsch doch noch erfüllen?

 

„Selbstverständlich“, gab Joshua seiner Angebeteten recht. „Ich werde gerne am Wochenende wieder kommen und dich zu einem Spaziergang ausführen. Da können wir in Ruhe über alles sprechen.“

 

„Danke“, erwiderte Sarah mit gesenktem Kopf. „Mama, darf ich mich bitte in mein Zimmer zurückziehen? Ich muss nachdenken.“

 

„Bitte, Liebes, gehe nur, wenn du möchtest“, antwortete ihre Mutter.

 

„Joshua, auf Wiedersehen, bis zum Sonntag. Ich werde dich zur Teezeit erwarten“, wendete sich Sarah noch diesem zum Abschied zu. Zu gerne hätte sie ihm noch einen Kuss zugeworfen – aber noch war ihr Verhältnis nicht geklärt.

 

Joshua stand auf, wie es sich für einen wohlerzogenen Gentleman gehörte, wenn eine Dame sich von ihrem Platz erhob. Er ging auf Sarah zu, hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken, nicht ohne ihr dabei etwas schmachtend in die Augen zu blicken.

 

„Ich hoffe, ich habe dich nicht erschreckt mit meiner Werbung. Egal wie deine Entscheidung ausfallen wird, ich werde sie akzeptieren, wäre aber sehr geehrt, wenn du meinen Antrag annehmen würdest. Bis zum Sonntag also“, sprach er leise zu Sarah.

 

Die junge Frau drehte sich um und schwebte zurück ins Haus. Ihre Mutter und Joshua sahen ihr hinterher.

 

„Möchten sie noch eine Limonade?“, fragte Anna danach den Antragsteller.

 

„Danke, nein, Madam. Ich werde mich jetzt wieder auf den Weg nach Hause machen. Danke, dass sie Sarah sich selbst entscheiden lassen. So etwas kommt sehr selten vor. Ich hoffe, ich bekomme am Sonntag eine positive Antwort, denn, und das wurde mir jetzt erst bewusst, ich liebe sie schon seit unserer Kindheit. Nur habe ich mich nie getraut, ihr meine Liebe zu erklären“, gestand er ihr mit leiser Stimme, „Bitte sagen sie ihr nichts davon; ich möchte es ihr selbst sagen.“

 

Anna sah ihn doch erstaunt an, von einer solchen Liebe hatte sie nie etwas mitbekommen, schon gar nicht solch ein Geständnis erwartet.

 

„Ich werde nichts sagen, wenn sie es nicht wollen. Ich habe nicht gewusst, dass auch sie Gefühle für meine Tochter verspüren. Sarah schwärmt jedenfalls seit ihren Kindertagen von ihnen; dass sie ihre Gefühle erwidern, das hätte ich nicht gedacht und es erstaunt mich wirklich sehr. Ich denke auch, sie sollte ihnen selbst sagen, wie es mit ihr steht. Wir sehen uns am Sonntag zum Tee. Ich wünsche ihnen einen guten Nachhauseritt.“

 

Damit verabschiedete sie sich von Joshua, der sie nach diesem Geständnis genau so erstaunt ansah, wie Anna ihn vorhin auch.

 

„Auf Wiedersehen, Madam“, verabschiedete er sich von Anna und ging zu seinem Pferd, das immer noch ruhig an der Brüstung stand. Leise schnaubend begrüßte es seinen Herrn. Joshua band es los, saß auf und ritt davon.

 

***

Auf dem Nachhauseweg gingen ihm die Gedanken wirr durch den Kopf. Annas Geständnis hatte ihn überrascht. Dass auch Sarah Gefühle für ihn empfinden könnte, war ihm nie in den Sinn gekommen. Sie war ihm gegenüber immer so distanziert aufgetreten, als hätte sie Angst vor etwas. Aber wovor? Vor ihm? Wenn nicht vor ihm, wovor dann? Oder waren es doch hier eigenen Gefühle, die ihr Angst machten? Er musste das herausfinden. Dass es bereits beginnende Damenhaftigkeit war, daran dachte er gar nicht.

 

***

 

Zur selben Zeit saß Sarah in ihrem Zimmer auf dem Bett. Joshuas Antrag kam für sie völlig überraschend und wie aus heiterem Himmel. Nie hätte sie gedacht, dass er ihr gar einen Heiratsantrag machen würde. Immer war sie der Meinung, dass die Standeskluft zwischen ihnen zu groß sei, um überbrückt werden zu können. Da hatte sie wohl falsch gedacht. Wenn sie gewusst hätte, was Joshua ihrer Mutter eben gestanden hatte, wäre sie noch erstaunter gewesen. Aber noch hatte sie ja keine Ahnung davon.

 

Sarah ließ sich auf ihr Bett fallen, starrte an die Decke und überlegte. War es richtig, wenn sie Joshua heiraten würde? Käme sie in seinem Leben zurecht? Was würden die Leute von ihr denken, wenn sie erführen, dass eine fast mittellose Eingewanderte einen reichen Plantagenbesitzer heiratete. Würden sie denken, sie wäre nur auf sein Geld aus? Fragen über Fragen, die ihr durch den Kopf schossen die ihr aber niemand beantworten konnte. Dann dachte sie wieder, Joshua ist der Mann, den ich liebe. Was soll mich das Gerede der Leute berühren, was geht mich an, was über mich getratscht wird. Und wenn er vielleicht noch meine Liebe erwidert, so wie meine Eltern sich immer geliebt haben, da kann mir doch nichts Besseres geschehen. Als Frau eines Großgrundbesitzers bin ich vor Klatsch und Tratsch sowieso geschützt. Dann bin ich jemand!

 

Noch war bis Sonntag etwas Zeit zum Überlegen. Sie würde einfach mit ihrer Mutter reden und sie fragen, was sie davon hielte.

 

Sie sprang auf, lief nach draußen und die Treppe hinunter. Ihre Mutter hatte inzwischen das Geschirr vom Verandatisch abgeräumt, sie stand nun in der Küche und spülte alles ab.

 

„Mama“, rief Sarah, als sie in die Küche kam. „Was hältst du von Joshuas Antrag? Das kam alles etwas plötzlich. Ich frage mich, wie er dazu kommt, mir einen Heiratsantrag zu machen. Er weiß doch, dass wir fast mittellos sind und er ein reicher Plantagenbesitzer ist.“

 

Anna drehte sich zu ihrer Tochter um. Sie trocknete sich die Hände an einem Küchentuch ab, das neben der Spüle lag, und ging auf sie zu.

 

„Liebes“, sagte sie, „mach dir deswegen doch keinen Kopf. Frage ihn doch einfach, wenn ihr am Sonntag nach dem Tee einen Spaziergang macht.“

 

„Was sollen die Leute denken?“, fiel Sarah die nächste Frage ein. „Sie werden denken, ich hätte mich ihm an den Hals geworfen und sei nur scharf auf sein Geld. Das ist aber nicht so! Ich liebe ihn wirklich. Ich liebe ihn schon seit wir zusammen als Kinder auf der Plantage Streiche gemacht haben.“ Schluchzend lehnte sie ihren Kopf an die Schulter ihrer Mutter.

 

Anna nahm ihre Tochter in den Arm und drückte sie.

 

„Lass das ‘mal Joshuas Sorge sein. Ich glaube nicht, dass er dir einfach so einen Antrag gemacht hat, weil er niemand anderes fand. Da gäbe es hunderte andere. Dazu ist er ein viel zu ehrlicher Mensch. Rede einfach am Sonntag in Ruhe mit ihm, wenn ihr alleine seid. Dann wird sich bestimmt alles aufklären.“

 

Sarah seufzte: „Hoffentlich hast du recht.“

 

***

 

Etwa zwei Stunden später kam Joshua auf der Plantage an. Seine Mutter Angelina erwartete ihn schon. Sie war auch gespannt, was sein Besuch bei Sarah und ihrer Mutter gebracht hatte. Sie konnte sich Sarah als gute Schwiegertochter vorstellen. Immerhin kannte sie die inzwischen erwachsen gewordene Frau schon von klein auf. Auch wenn sie, seit Sarah mit ihren Eltern in die Stadt gezogen war, diese nur noch sehr selten gesehen hatte. Für sie war Sarah immer das kleine Mädchen gewesen, das sie sich gewünscht, aber nie bekommen hatte. Ihr ging wie Anna und David, es wollten keine weiteren Kinder mehr kommen, nachdem Joshua geboren wurde. So wuchs auch er als Einzelkind auf. Als dann David und Anna mit der kleinen Sarah im Verwalterhaus einzogen, kehrte auch bei ihr die Freude am Leben zurück. Sie fand in Anna eine gute Freundin und in Sarah die Tochter, die sie nicht hatte. Dass Joshua nun Sarah den Hof machte und sogar einen Heiratsantrag gemacht hatte, erfreute sie ganz besonders. Eine liebe Schwiegertochter, mit der sie sich verstand, und womöglich ein paar Enkelkinder, das war nun ihr Traum. Bis vor Kurzem hatte sie es nie für möglich gehalten, aber nach Sams plötzlichem Tod fühlte sie sich doch sehr alleine.

 

Angelina saß im kleinen Salon, als Joshua auf dem Vorplatz des Hauses anhielt und vom Pferd sprang. Der Stallbursche kam sofort herbei geeilt, nahm das Pferd beim Zügel und führte es in den Stall, um es dort abzusatteln und trocken zu reiben. Sie stand auf und ging in die Eingangshalle, um ihren Sohn zu begrüßen.

„Joshua“, rief sie ihm entgegen, als er durch die große, breite Tür in die Halle trat. „Was hast du erreicht?“, wollte sie gleich darauf wissen.

 

„Mom, so viele Fragen auf einmal. Du bist neugierig wie immer. Lass uns erst einmal in den Salon gehen und dort einen Tee trinken, dabei erzähle ich dir alles.“ Er nahm seine Mutter am Arm und führte sie zurück in den kleinen Salon.

 

„Nun erzähle schon“, drängelte Angelina weiter. „Ich möchte alles wissen.“

 

„Noch habe ich kein Ja bekommen“, erwiderte Joshua bedrückt. „Aber ich habe von Sarahs Mutter erfahren, dass sie mich schon seit Kindertagen liebt. Was will ich

mehr?“

 

„Das ist doch schon eine gute Nachricht!“, freute sich seine Mutter. „Sarah wäre eine angenehme Schwiegertochter für mich. Vielleicht kommen dann ja auch bald Enkelkinder, die ich umsorgen und verwöhnen kann. Das wäre schön."

 

„Mom, so weit sind wir doch noch lange nicht. Ich bin am Sonntagnachmittag zum Tee eingeladen“, erzählte Joshua weiter. „Danach werde ich mit Sarah allein einen Spaziergang machen. Dabei werden wir alles klären.“

 

„ALLEIN!“, schrie Angelina bestürzt auf und breitete theatralisch die Arme aus. „Du kannst doch nicht allein mit einer jungen, unverheirateten Lady ohne Anstandsdame spazieren gehen!“, empörte sie sich weiter. Erregt sprang sie aus ihrem Sessel auf und lief im Zimmer hin und her.

 

„Aber Mutter“, meinte Joshua lachend. „Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter! Ich habe nichts vor, was Sarah oder mich in Verlegenheit bringen könnte. Und außerdem ist sie offiziell noch gar keine Lady, sie wird es sein, wenn sie mir das Jawort gegeben hat. In meinem Herzen ist sie es aber schon lange. Sie ist das schönste und edelste Mädchen, das ich je kennengelernt habe“, schwärmte er weiter.

 

„Lady noch nicht, Dame aber auf jeden Fall. So, wie du von ihr schwärmst, kommt es mir so vor, als würdest du mir etwas verschweigen“, sagte Angelina mit einem strengen Blick auf ihren Sohn.

 

„Aber nein, Mom! Ich verschweige dir nichts. Ich werde wirklich erst am Sonntag erfahren, wie sich Sarah entschieden hat. Und ich hoffe mit ganzem Herzen, dass sie sich für mich entscheidet“, erwiderte Joshua mit einem verträumten Blick. „Es wäre mir recht, wenn du am Sonntag mit in die Stadt kommen würdest. Mrs. MacPherson freut sich ganz bestimmt, wenn du mit zum Tee kommst.“

 

„Ja, aber gerne komme ich mit“, freute sich Angelina. „Da komme ich auch ‘mal wieder unter Leute. Seit Sams Tod bin ich gar nicht mehr aus gewesen. Anna habe ich auch schon lange nicht mehr gesehen. Das wird mir bestimmt mal wieder gut tun. Bis dahin ist noch etwas Zeit. Wir werden uns gedulden müssen.“

 

Kapitel 2 – Besuch bei Sarah und Anna

 

Die Zeit bis zum Sonntag verging für Joshua viel zu langsam. Die Tage bis dahin war er unruhig, er konnte kaum noch schlafen. Fast ständig lief er wie ein gefangenes Tier im Käfig im Rauchsalon hin und her. Tag und Nacht dachte er daran, ob ihn Sarah wohl erhören würde.

 

Die Nacht vom Samstag auf Sonntag war er noch unruhiger. Inzwischen konnte er schon nicht einmal mehr Nahrung zu sich nehmen. Sein eigentlich bisher immer robuster Magen rebellierte alleine beim denken an Essen

 

Seine Mutter beobachtete ihn beunruhigt. Ahnte sie doch, was den Sohn so in Unruhe versetzte. Aber mit ihm über Liebe zu sprechen war schon damals so gut wie unmöglich. Da musste er alleine durch.

 

„Joshua, willst du nicht endlich ein wenig frühstücken? Seit zwei Tagen sah ich dich nichts vernünftiges mehr verspeisen. Ich mache mir langsam Sorgen um dich“, versuchte sie am Sonntagmorgen ihn ein wenig zu beruhigen.

 

„Nein, Mom, ich mag nichts essen. Dazu bin ich viel zu aufgeregt“, erwiderte er der Mutter, die gerade extra genüsslich in eine Scheibe Brot biss, um ihn damit anzuregen

 

„Du machst es dadurch nicht besser wenn du gar nichts isst. Wir können nur den Nachmittag abwarten", versuchte Lady Angelina ihrem Sohn zum klar zu machen, wo die Gründe für seine Appetitlosigkeit zu suchen sind..

 

„Ach, Mom", seufzte der, „wenn doch nur schon Nachmittag wäre und wir in der Stadt. Ich kann es kaum noch erwarten."

 

„Ich weiß, mein Sohn, ich weiß", erwiderte seine fürsorgliche Mutter mit einem Lächeln. „Liebe kann auch schrecklich sein.“

 

***

 

In Annas Haus liefen inzwischen die Vorbereitungen für den erwartenden nachmittäglichen Besuch auf Hochtouren. Anna und Sarah waren sogar früh aufgestanden, um einen leckeren Kuchen zu backen. Wenn Anna wüsste, dass ihre liebe Freundin Angelina, die Mutter von Joshua, auch mit in die Stadt kommt, wäre sie genau so aufgeregt wie ihre Tochter. Seit Sams Tod vor einem Jahr hatten sich Angelina und Anna auch nur ganz wenig gesehen.

 

Sarah war an diesem Sonntagvormittag seltsam ruhig. Ihre Mutter beobachtete sie mit wachsamen Augen. Doch sie konnte keinerlei Aufregung bei ihrer Tochter bemerken.

 

Wie sie sich wohl entscheiden wird, ging ihr durch den Kopf als sie ihr Kind bei seinen Tätigkeiten beobachtete.

 

„Sarah, Liebes, willst du mir nicht schon verraten, wie deine Entscheidung ausfallen wird?“, fragte sie Sarah.

 

Sarah schreckte auf und sah ihre Mutter mit verträumtem Blick an.

 

„Mama, bitte, ich möchte es zuerst Joshua sagen und dann erst dir und Joshuas Mutter“, antwortete sie.

 

„Lass uns jetzt noch ein paar Happen essen“, lenkte die Mutter von ihrem wohl zu neugierigen Wunsch ab. „Auf ein richtiges Mittagessen habe ich jetzt keinen Appetit. Am Nachmittag zum Tee werden wir dann den Kuchen auftragen, so lange können wir es wohl aushalten.“

 

Sarah räumte zwei Teller auf den Küchentisch und belegte diese mit Brot und einigen kleinen Häppchen, die sie vom kalten Braten des Vortages abgeschnitten hatte. Die beiden Frauen aßen, ohne dabei viel zu reden. Sarahs Gedanken waren allerdings bereits bei Joshua. Sie freute sich sehr, ihn bald wieder zu treffen und womöglich gar einige Zeit mit ihm alleine sein zu verbringen.

 

Und Anna? Ihr gingen die Worte, die Sarah diese Woche zu ihr gesagt hatte, nicht mehr aus dem Kopf. Sie glaubte aber, dass sich Sarah richtig entscheiden würde und ihr Herz sprechen ließe.

 

***

 

Die Stunden bis zur Teezeit vergingen schneller als befürchtet. Sarah hatte gerade den kleinen Tisch auf der Veranda vorbereitet, als sie Pferdegetrappel hörte. Staub wirbelte auf und sie vernahm das Knallen der Peitsche, mit welcher der Kutscher die Pferde antrieb. Sie schaute die Straße hinunter, und erkannte, dass es Joshuas Kutsche war, die von den Pferden in schnellem Trab herangefahren wurde. Ihr Herz klopfte jetzt doch recht in ihrer Brust. Sie lief ins Haus, um ihre Mutter zu rufen.

 

„Mom, Mom! Schnell!“, rief sie. „Beeile dich, Joshua kommt!“

 

Anna kam aus dem Badezimmer, wo sie sich eben etwas frisch gemacht hatte.

 

„Wie sehe ich aus? Sind meine Haare in Ordnung“, fragte sie ihre Tochter aufgeregt.

 

„Mom, jetzt bist du aber aufgeregt“, antwortete Sarah lachend. „Er will nicht um deine Hand anhalten. Aber du siehst fantastisch aus. Komm, gehen wir hinaus. Ich höre eben, unser Gast ist da.“

 

Damit nahm sie ihre Mutter an der Hand und zog sie hinaus auf die Veranda, um den Gast gebührend willkommen zu heißen.

 

Kaum stand die Kutsche, öffnete sich auch schon die kleine Türe und Joshua sprang heraus. Sarah stand auf der Veranda wie eine Statue und traute sich nicht, sich zu bewegen. Nur ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Krampfhaft versuchte sie, die nun doch noch aufkommende Aufregung zu unterdrücken. Als sie dann noch sah, dass Joshuas Mutter Angelina aus der Kutsche stieg, wurde ihre Aufregung noch größer, das Herz schlug ihr bis zum Hals.

 

Joshua half seiner Mutter galant beim Aussteigen. Anna schritt die Verandatreppe hinab und lief auf ihre alte Freundin zu.

 

„Angelina!“, rief diese erfreut. „Welch eine Freude, dich endlich einmal wieder zu sehen. Joshua, auch ihnen ein herzliches willkommen.“

 

Die beiden Frauen umarmten sich wie zwei alte Freundinnen es halt tun, die sich schon sehr lange nicht mehr gesehen haben. Joshua blieb indessen im Hintergrund, bis seine Mutter und Anna die Begrüßungszeremonie beendet hatten. Dann trat er an Anna heran und begrüßte sie äußert galant in bester Manier mit einem Handkuss. Danach nahm er seine Mutter am Arm und führte sie die Verandatreppe hinauf.

 

Sarah trat ebenfalls heran und knickste tief vor Angelina.

 

„Madam. Welch eine Freude, sie hier zu sehen. Herzlich willkommen“, grüßte sie die Witwe des verstorbenen Großgrundbesitzers höflich.

 

„Mom, ich gehe gleich und hole noch ein Gedeck. Wir hatten ja nur einen Gast erwartet. Ich bin sofort wieder da“, flüsterte sie der Mutter zu, nachdem sie die von Joshuas begrüßt hatte.

 

„Joshua, schön dich zu sehen“, sprach sie diesen, bereits im Weggehen fast verlegen lächelnd an.

 

„Ich freue mich auch“, antwortete dieser fast steif.

 

Dass der eigentliche Zweck des Besuches der war, um die Hand von Sarah anzuhalten, war aus dem Verhalten der beiden nicht zu erkennen. Lief da wirklich nichts oder wurde nur in höflicher Gelassenheit gemacht? Es war nicht zu erkennen.

 

Die junge Frau ging ins Haus, um das vierte Gedeck zu holen.

 

„Setzen wir uns doch erst einmal“, versuchte Anna die aufkommende Stille zu überbrücken.

 

Joshua, wie immer Gentleman, schob den Korbstuhl für seine Mutter zurecht, damit sie sich setzen konnte. Dasselbe tat er dann für Anna, ehe er selbst Platz nahm.

 

Nach einiger Zeit kam Sarah mit einem vierten Gedeck aus dem Haus. Sie überspielte es gekonnt, dass sie keine Bediensteten mehr hatten, die diese geringen Arbeite übernahmen. Gleichzeitig brachte sie den Kuchen, den sie am Vormittag mit ihrer Mutter zusammen gebacken hatte, sowie den frisch aufgebrühten Tee mit. Joshua stand sofort wieder auf, wie es sich gehörte.

 

Er hat wirklich eine sehr gute Erziehung genossen, dachte sich Anna. Da kann man nichts dazu sagen.

 

Als Sarah den Kuchen verteilt hatte, nahm sie den Platz neben Joshua ein. Anna und Angelina saßen nebeneinander und plauderten leise miteinander. Joshua sah Sarah an, die daraufhin leicht errötete und den Blick senkte.

 

„Kinder, wollt ihr nichts essen? Sarah, dein Kuchen ist immer noch unberührt. Und Joshua hat nur einen kleinen Bissen gegessen“, erkannte Anna plötzlich.

 

„Ich möchte nichts essen, Mama. Ich bin viel zu aufgeregt. Mein Magen fühlt sich noch gut gesättigt vom Lunch“, erwiderte Sarah zart errötend gleich wieder.

 

„Joshua, und sie? Ihr Kuchen ist auch noch unberührt. Oder mögen sie keinen?“, wollte Anna von Joshua wissen.

 

Angelina lachte laut auf, wie es sich für eine Dame eigentlich nicht gehörte.

 

„Anna, du wirst es kaum glauben, mein Sohn hat seit seinem Besuch hier fast gar nichts gegessen. Er lebt bestimmt von der Liebe“, plauderte Angelina völlig unbedarft aus dem Nähkästchen.

 

„Mom, du bringst mich in Verlegenheit“, versuchte Joshua seine Mutter aufzuhalten.

 

„Ach was“, konterte diese. „Wir waren alle ‘mal jung und verspürten Schmetterlinge im Bauch, als wir frisch verliebt waren. Lass uns halt reden wie Menschen. Nicht wahr, Anna.“

 

„Das ist so lange her, dass ich verliebt war, aber ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war, als David um meine Hand angehalten hat. Vor allem wie liebevoll er in der Nacht nach der Hochzeit mit mir umgegangen ist“, meinte Anna darauf nach kurzer Überlegung.

 

Nun war es an Angelina zu erröten.

 

„Anna, wie schön. Sam war mit mir auch so liebevoll. Er hat mich sehr zart und einfühlsam in die Liebe eingeführt. Bis zuletzt war er ein sehr guter Liebhaber und das nach über zwanzig Jahren. Was für ein Mann“, schwärmte sie weiter, sich dessen wohlbewusst, das dies eigentlich kein Thema zur nachmittäglichen Teestunde war. „Waren das schöne Zeiten, als wir noch geliebte Ehefrauen waren und keine trauernden Witwen wie jetzt. Wie schade, dass wir jetzt darben müssen und nur noch von den Erinnerungen leben dürfen.

 

„Sarah und Joshua sahen sich mehr als erstaunt an und wunderten sich sehr über den emotionalen Ausbruch von Angelina.

 

„Aber nun Kinder, geht ein wenig spazieren und lasst uns alte Frauen allein. Aber bitte keine Dummheiten machen“, ermahnte Angelina sie.

 

Joshua stand auf und reichte Sarah die Hand. „Darf ich bitten? Gehen wir ein Stück“, sagte er zu ihr.

 

Sie nahm seine Hand und stand auf. Zusammen gingen sie die Verandatreppe hinunter und entfernten sich von ihren Müttern. Sarah hakte sogar ihre Hand unter Joshuas Arm. Es wirkte fast intim wie sie langsam die kleine Straße hinunter gingen, die aus der Stadt hinaus führte. Schweigsam schritten sie nebeneinander her. Keiner von beiden traute sich, das erste Wort zu sagen.

 

Endlich räusperte sich Joshua, er nahm seinen ganzen Mut zusammen.

 

„Sarah, ich muss dir etwas gestehen“, sagte er leise. „Es geht um dich.“

 

Die schaute ihm in die Augen. Sie wurde fast pflichtgemäß blass, doch das Herz schlug ihr bis zum Hals.

 

„Joshua“, konnte sie nur hauchen. Dann versagte ihr die Stimme.

 

„Sarah, ich möchte dich zu meiner angetrauten Gattin, weil ich dich liebe. Ich liebe dich schon, seit wir als Kinder zusammen im Park meines Vaters gespielt haben“, wagte es Joshua nun zu gestehen. „Willst du meine Frau werden?“

 

Sarah fühlte sich, als würde sie gleich ohnmächtig werden. Sie taumelte leicht, dass Joshua sie fürsorglich am Arm nahm, um sie zu stützen.

 

„Ich muss dir auch etwas beichten“, wisperte auch sie. Ihr Atem stockte, ihre Zunge war wie ein Kloß im Mund; sie rang nach richtigen Worten.

 

„Ich liebe dich wirklich, von ganzen Herzen“, sagte Joshua noch einmal. „Du würdest mich zum glücklichsten Mann auf Erden machen, wenn du meine Gattin würdest.“

 

„Josh“, begann Sarah. Ihr fiel wieder sein Spitzname aus Kindeszeiten ein. So hatte sie ihn immer genannt. „Josh, ich liebe dich auch, schon seit wir als Kinder immer zusammen gespielt haben. Aber, bitte, wie kannst du mich zur Frau wählen? Ich bin fast mittellos und du bist der Erbe einer Plantage. Das geht nicht. Was sollen die Leute denken?“

 

„Liebes“, Joshua fiel vor ihr im Straßenstaub auf die Knie, fasste ihre Hand und küsste sie. „Ich liebe dich und es ist mir völlig egal, was die Leute denken. Ich möchte dich zur Frau und keine andere. Bitte, Sarah. Ich bin der glücklichste Mann, wenn du meinen Antrag annimmst.“

 

„Ist das dein Ernst?“, wollte sich Sarah noch einmal vergewissern. „Dein voller, wahrhaftiger Ernst? Immerhin bin ich von einem viel niedrigeren Stand als du. Du wirst die Häme der Leute auf uns leiten.“

 

„Das ist mir egal. Für meine Liebe bin ich bereit, alles zu ertragen. Für dich."

 

„Steh endlich wieder auf, du machst dich ja ganz schmutzig. Ich glaube dir“, sagte Sarah nun.

 

„Ich stehe erst auf, wenn du meinen Antrag annimmst. So lange knie ich hier, vor dir im Staub. Ich frage dich noch einmal: Sarah MacPherson, möchtest du mein angetrautes Eheweib werden, mich lieben und schätzen, bis dass der Tod uns scheidet?“

 

„Ja, ja, Joshua MacAllister, ich will deine Frau werden, dich lieben und schätzen, bis dass der Tod uns scheidet!“, rief Sarah laut und nun völlig entschlossen.

 

Joshua sprang auf, umfasste Sarahs Taille und schwenkte sie im Kreis herum.

 

„Sarah MacPherson, du machst mich damit zum glücklichsten Mann auf Erden. Du wirst meine Frau. Sarah, ich liebe dich!“, rief nun auch Joshua laut in die Gegend, wenn ihn auch niemand außer Sarah hörte.

 

„Hör auf, hör auf“, meinte diese laut lachend, ganz und gar nicht mehr damenhaft.

 

„Dafür möchte ich aber einen Kuss“, forderte Joshua lächelnd.

 

„Das gehört sich nicht. Mister MacAllister, sie können mich doch nicht einfach küssen“, empörte sich Sarah.

 

„Sieht doch keiner, bitte, nur einen“, bettelte Joshua. „Nur einen ganz kleinen Kuss. Wo wir doch jetzt verlobt sind, dürfen wir uns auch küssen.“

 

„Gut, aber nur einen. Es gehört sich nicht, sich auf offener Straße zu küssen“, säuselte Sarah und bot ihm ihren Mund zum Kuss an.

 

Leicht hauchte Josh einen Kuss darauf.

 

„Nun ist unser Pakt besiegelt“, meinte Joshua danach erfreut.

 

„Pakt besiegelt? Du wolltest mich wohl doch wohl nicht nur zur Frau, um mich zu küssen?“, fragte Sarah eher scherzhaft.

 

„Aber nein, auch für andere Dinge“, meinte er mit einem verschmitzten Lächeln.

 

„Was für Dinge? Solche Dinge, über die vorhin deine und meine Mutter gesprochen haben?“, bohrte sie weiter. Sarahs Neugier war geweckt, jetzt wollte sie genau wissen, um welche Angelegenheit es sich handelte. Vorhin war sie zwar auch neugierig, wagte es aber nicht, genauer nachzufragen.

„Na genau um diese anderen Dinge“, Joshua betonte das Wort diese ganz besonders. Noch direkter wollte er nicht werden.

 

„Was haben sie nur gemeint? Ich kann mir darunter nichts vorstellen, was das sein soll“, wollte sie völlig unerfahrene junge Frau weiter wissen.

 

„Liebes“, fing Joshua an. „Wenn zwei heiraten, so wie deine Mom und dein Dad oder meine Mom und mein Dad, dann kommen irgendwann Kinder, so wie wir.“

 

„Und wie geht das?“

 

„Hat dir das deine Mom nicht gesagt, wie es geht?“, wollte jetzt Joshua wissen. „Sie muss dir doch etwas gesagt haben, als du zur Frau wurdest.“

 

„Nein, sie hat mir nichts gesagt“, weinte jetzt Sarah fast. „Sie hatte damals genug um die Ohren; als ich diese seltsamen Dinge mit mir geschahen, war mein Dad gerade zu Tode gekommen, da wollte ich sie nicht noch damit belasten. Meine Freundinnen haben mir gesagt, als ich sie damals deswegen fragte, dass ich nun Kinder bekommen könnte. Mehr weiß ich nicht, und sie wussten damals auch noch nicht mehr darüber. Auch Mary Lancaster wusste noch nichts darüber, obwohl ihre ältere Schwester bereits verheiratet war und ein Kind hatte.“ Sarah sah beschämt zu Boden. „Nur eben soviel, dass es mit unserer Fruchtbarkeit zusammen hing.“

 

Joshua schaute sie an. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Nach einiger Zeit meinte er: „Liebes, mach dir deshalb erst einmal keine Sorgen. Ich werde dir alles erklären, wenn die Zeit gekommen ist. Vertraue mir einfach. Ich verspreche dir aber, dass ich in unserer ersten Nacht nichts geschieht, was du nicht willst. Ich werde dir nicht wehtun werde. Vielleicht kannst du aber noch einmal deine Mom fragen, bevor wir heiraten.“

 

Er legte seinen Arm um sie und zog sie an sich.

 

„Komm, wir gehen erst einmal zurück, unsere Mütter werden bestimmt schon auf uns warten und vor Neugierde fast platzen.“

 

Langsam schlenderten sie die Straße zurück in die Stadt. Sarah sagte kein Wort. Zu sehr waren ihre Gedanken bei den Dingen, die in der Hochzeitsnacht geschehen sollten und von denen sie nicht ahnen konnte, was da auf sie zukommen sollte. Damals, bei der weiblichen Jugend des gehobenen Standes wurden diese Dinge noch als strengstes Geheimnis betrachtet. Es war eigentlich die Aufgabe der Mutter, die Tochter aufzuklären. Doch meistens drückten sie sich darum. Es war einfach zu peinlich, darüber zu reden.

 

***

 

Als Sarah und Joshua zurück am Haus waren, saßen Anna und Angelina immer noch auf der Veranda und plauderten. Erwartungsvoll sahen sie ihren Kindern entgegen. Joshua führte Sarah die Treppe hinauf, zärtlich umfasste er dabei ihren Arm.

„Nun ihr zwei. Wie habt ihr euch entschieden?“, platzte Angelina heraus. Wie immer konnte sie ihre Neugier nicht zügeln.

 

„Nun lass die Kinder sich doch erst einmal setzen und etwas Kühles trinken, anstatt ihnen gleich Löcher in den Bauch zu fragen“, versuchte Anna ihre Freundin zu zügeln. „Siehst du nicht ihre glücklichen Gesichter? Was müssen sie da noch mehr sagen?“

 

„So ist es, Mutter“, blies Joshua in Annas Horn. „Was musst du auch immer so neugierig sein“ Dabei stupste er Sarah leicht in die Seite, die ihm daraufhin Recht gab. „Aber wir haben euch trotzdem etwas zu sagen“, fuhr er fort.

 

Eine Pause entstand, niemand sagte ein Wort. Die beiden Mütter sahen ihre Kinder erwartungsvoll an.

 

Joshua räusperte sich.

 

„Wir haben etwas zu feiern. Sarah hat meinen Antrag angenommen, wir werden demnächst unsere Verlobung feiern“, verkündete er nun frohlockend.

 

Anna sprang freudig erregt auf und umarmte ihre Tochter herzlich.

 

„Siehst du“, flüsterte sie ihr leise ins Ohr, „und du hattest solche Angst gehabt.“

 

Auch Angelina stand auf und drückte ihren Sohn, danach ging sie zu Sarah und nahm sie in ihre Arme.

 

„Herzlich willkommen in unserer Familie. Ich freue mich für euch. Eine bessere Frau konnte mein Sohn gar nicht finden.“

 

„Madam, sie beschämen mich“, sagte Sarah leise zu ihrer zukünftigen Schwiegermutter.

 

Joshua trat zu Anna und ergriff ihre Hand. Anna konnte vor Rührung kein Wort heraus bringen. Aber dann nahm sie Joshua einfach in ihre Arme und drückte ihn genau so herzlich wie eben ihr Kind.

 

„Seien sie meiner Tochter bitte ein liebevoller Ehemann“, flüsterte Anna ihm zu.

 

„Mrs. MacPherson, ich verspreche ihnen bei meinem eigenen und dem Leben meiner Kinder, ich werde ihrer Tochter immer ein liebevoller Ehemann sein.“

 

„Wir haben etwas zu feiern, Mama, wollen wir nicht zusammen mit einem Glas Champagner anstoßen?“, meldete sich nun Sarah zu Wort. „Ich gehe und hole welchen.“

 

Damit drehte sie sich auf dem Absatz um und ging ins Haus, um die teure Flasche zu holen, die sie für genau diese Gelegenheit in der kühlen Vorratskammer gelagert hatte. Kurze Zeit darauf kam sie mit Gläsern und der besagten Flasche zurück. Sie reichte diese Joshua zum Öffnen.

 

„Ich denke, du kannst das besser“, lächelte sie ihren Zukünftigen an.

 

Joshua ließ den Korken knallen und schenkte die kostbare Flüssigkeit in die Gläser ein. Er gab seiner Mutter und seiner zukünftigen Schwiegermutter je ein Glas, ein weiteres bekam Sarah, das letzte nahm er sich selbst.

 

„Auf unsere Kinder“, sagte Anna und erhob dabei ihren Kelch. „Sollen sie zusammen glücklich sein bis an ihr Lebensende.“

 

Sie brachte die Gläser zum klingen und prosteten sich freudig zu. Sarah trank den Champagner nur in kleinen Schlucken. Joshua lächelte ihr zu. Seine Augen funkelten vor Freude.

 

„Setzen wir uns wieder“, bat Angelina. „Ich denke, wir haben noch einiges zu besprechen.“

 

Alle nahmen daraufhin wieder in den Korbstühlen Platz.

 

„Was denkt ihr, Kinder, wann die Verlobung stattfinden soll?“, wollte Angelina als Erstes wissen.

 

„Mutter kann es ‘mal wieder nicht schnell genug gehen“, antwortete Joshua lachend. „Ich denke aber, es wird im Sinne aller sein, es nicht allzu lange aufzuschieben.

 

„Was hältst du davon, die Verlobung in vier Wochen zu feiern?“, wollte er von Sarah wissen.

 

„Oh, so schnell schon“, erschrak diese.

 

„Von mir aus könnten wir sofort“, meinte Joshua mit einem zärtlichen Touch in der Stimme. „Mir kann es nicht schnell genug gehen, bis du meine Frau bist. Am liebsten würde ich sogar die Verlobung auslassen und gleich heiraten.“

 

„Mal immer schön der Reihe nach, Kinder. Wer soll Sarah zum Traualtar führen? Vielleicht der Herr Bürgermeister? Anna, was meinst du dazu?“, warf Angelina ein.

 

„Der Bürgermeister wäre eine akzeptable Person“, meinte Anna darauf. „Aber ob das so gut ist, die Verlobung einfach ausfallen zu lassen? Das sieht dann so aus, als müssten sie dringend heiraten. David als Brautführer wäre mir zwar lieber, aber das geht nun ja leider nicht mehr.“

 

„Mit dem Bürgermeister als Brautführer wäre ich einverstanden“, erwiderte Sarah. „Die Leute sollen doch denken, was sie wollen, wenn wir ohne lange Verlobungszeit heiraten. Josh, was hältst du davon? Wir können uns doch jetzt gleich offiziell verloben.“

 

„Nun hast du es aber eilig“, sagte Joshua. „Aber warum nicht? Mom, hältst du die Verlobungsrede oder soll ich den Kutscher rufen?“

 

„Nein! Nicht den Kutscher! Das mache ich schon“, lachte Angelina hell auf.

 

Sie erhob sich und räusperte sich. Dann begann sie:

 

„Liebe Anwesende. Ich möchte hier und heute die Verlobung meines Sohnes Joshua MacAllister mit Miss Sarah MacPherson bekannt geben.“

 

Sie machte eine kurze Pause, dann fuhr sie, das Champagnerglas erhebend, fort:

 

„Es lebe das Brautpaar!“

 

In dem Moment als Angelina Es lebe das Brautpaar! rief, fuhr der Bürgermeister zufällig in einer offenen Kutsche mit seiner Frau am Hause der MacPhersons vorüber. Er hielt an, stieg aus und kam auf sie zu.

 

„Was habe ich eben gehört? Eine Hochzeit steht ins Haus. Wie schön. Wann ist es so weit?“, fragte er neugierig.

 

„Lieber Herr Bürgermeister. Sie haben ihre Ohren auch überall. Der Termin wird ihnen noch rechtzeitig bekannt gegeben. Wir werden ja auch ihre Anwesenheit zur Trauung benötigen. Sie und ihre Gattin sind recht herzlich zur Feier eingeladen. Da Sarahs Vater nicht mehr am Leben ist, denken wir, es steht ihnen als Bürgermeister zu, die Braut anstelle des Vaters zum Traualtar zu führen“, sagte Angelina zu ihm.

 

„Mrs. MacAllister. Sie sind zu gütig zu mir. Ich freue mich schon. Meinen Glückwunsch, Mr. MacAllister und Miss MacPherson. Wir sehen uns in meinem Büro, um alles Weitere zu besprechen.“ Er verneigte sich kurz vor den Anwesenden und ging wieder zurück zur Kutsche.

 

„Was hast du gehört?“, wollte seine Frau wissen.

 

„Der Sohn des alten MacAllister und die Tochter seines ebenfalls verstorbenen Verwalters MacPherson werden heiraten. Wir sind eingeladen, ich soll Miss MacPherson anstelle ihres Vaters zum Traualtar führen. Aber lass uns nun weiter fahren.“

 

Nachdem der Bürgermeister davon gefahren war, setzten sich alle wieder hin.

 

„Das fehlte auch noch, dass gerade der Bürgermeister die Neuigkeit zuerst erfahren hat. Wenn seine Frau das weiß, dann sind wir bald in aller Munde“, meinte Angelina ein wenig grimmig.

„Mom, na und? Lass sie doch reden. Die hören auch wieder auf“, sagte Joshua dazu. „Ich denke, wir haben für den Anfang alles besprochen. Sollten wir jetzt Sarah und ihre Mutter nicht langsam alleine lassen? Es wird bald dunkel und wir haben noch einen weiten Weg.“

 

„Schade, dass ihr uns schon verlassen wollt“, Sarah zog, während sie das sagte, einen Schmollmund.

 

„Ich komme doch wieder“, versuchte Joshua sie zu trösten. „Oder ihr kommt in den nächsten Tagen zu uns auf die Plantage, da können wir auch in aller Ruhe die Hochzeitsvorbereitungen besprechen.“

 

„Ja, Mama, lass uns das machen und ein paar Tage auf der Plantage verbringen“, jubelte Sarah.

 

„Wie wäre es, wenn wir euch am nächsten Mittwoch die Kutsche schicken“, bot Angelina an.

 

„Natürlich, sehr lieb von dir. Danke Angelina. Das nehmen wir gerne an“, freute sich Anna.

 

Kurz darauf verabschiedeten sich Angelina und Joshua, um sich auf den Nachhauseweg zu begeben. Sarah sah der Kutsche mit verträumtem Blick hinterher und dachte an die bevorstehende Zeit mit Joshua.

 

„Komm, wir gehen hinein“, riss Anna sie aus ihren Träumen. „Nehmen wir gleich das Geschirr mit.“

 

Sarah ging zum Tisch und stellte alles auf das Tablett, das sie vorhin zur Seite gestellt hatte. Weiter träumend nahm sie es und brachte es in die Küche zur Spüle. Anna ging ihr hinterher. In der Küche nahm sie ihre Tochter in den Arm und drückte sie: „Liebes, ich freue mich so für dich. Aber du bist so schweigsam und in dich gekehrt. Freust du dich nicht?“

 

„Doch, Mama, ich freue mich sehr, dass Josh mir den Antrag gemacht hat, ich fühle mich aber noch nicht so richtig wohl in meiner Haut. Das Gerede der Leute, das kommen wird, alles wird über uns hereinstürzen. Ich habe einfach Angst. Und ich habe Angst vor dem, was in der Hochzeitsnacht kommen wird, wobei ich noch nicht einmal weiß, was das sein wird.“

 

„Ich glaube, es ist an der Zeit, dir etwas zu erklären“, meinte Anna. „Gehen wir ins Wohnzimmer. Vom Champagner ist noch ein Rest da, den trinken wir jetzt noch aus. Dabei werde ich dir genau erläutern, was du wissen möchtest.“

 

„Danke, Mama“, sagte Sarah leise.

 

Die beiden Frauen gingen zusammen ins Wohnzimmer, Anna nahm zwei neue Gläser aus dem Wohnzimmerbord und teilte den Rest Champagner auf. Dann begann Anna zu erzählen und Sarah hörte mit immer größer werdenden Augen und geröteten Wangen zu.

 

 

 

Kapitel 3 – Annas Erzählungen

 

Gespannt hing Sarah an den Lippen ihrer Mutter. Die Wangen der beiden Frauen röteten sich immer mehr, ging es doch um ein Thema, über das eigentlich nie gesprochen wurde.

 

„Mama“, unterbrach Sarah sie. „Wie ist das beim ersten Mal, tut das nicht weh? Du sagtest, es blutet ein wenig.“

 

„Wenn dein Mann sehr zärtlich ist und kein ungehobelter Klotz, dann wirst du dabei wahrscheinlich nicht sehr viel Schmerzen verspüren“, beruhigte Anna ihre Tochter.

 

„Du musst Joshua sagen, was du fühlst, und wenn es schmerzhaft werden sollte, dann erst recht. Wenn er dich wirklich so liebt, wie er es sagt, dann wird er auf dich Rücksicht nehmen und dir alle Zeit lassen, die du brauchst.“

 

„Wie war es bei dir und Dad?“, fragte Sarah ungeduldig. Ihre Neugier auf das, was ihr in Bälde bevorstand, stieg fast ins Unermessliche.

 

Anna lehnte sich zurück und sah nach oben zur Decke. Ihre Gedanken gingen zurück in ihre Hochzeitsnacht, als David sie zu einer richtigen Frau machte. Nach einigen Minuten sah Anna ihre Tochter an und fing an zu erzählen:

 

„Ehe ich dir von meiner Hochzeitsnacht berichte, möchte ich dir noch von Sophie erzählen.“

 

„Wer ist Sophie?“, wollte Sarah wissen. Von einer Frau namens Sophie hatte sie vorher noch nie etwas gehört.

 

„Sophie war meine beste Freundin, als wir noch in England gewohnt haben“, erklärte Anna ihrer Tochter. Sie bekam einen traurigen Blick, als sie sich an die ehemals Freundin erinnerte, welche sie seit ihrer Auswanderung nach Amerika nie wieder gesehen hatte.

 

Nachdem sich Anna ein wenig gefasst hatte, begann sie mit ihrer Erzählung :

 

„Einige meiner Freundinnen waren bereits verheiratet, ehe ich David, deinen Dad, geheiratet habe. Meine beste Freundin Sophie gehörte auch zu ihnen. Sie wurde von ihren Eltern einfach zur Ehe mit einem viel älteren Mann gezwungen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte.

 

Sophie nun erzählte mir von ihrer eigenen Hochzeitsnacht. Das, was sie mir berichtete, machte mir Angst, sehr große Angst. Mit Grauen dachte ich daran, dass auch ich bald heiraten und mir dasselbe bevorstehen würde.“

 

Anna holte tief Luft, ihre Augen traten Tränen, als sie weiter erzählte:

 

„Am Tag unserer Hochzeit war ich so aufgeregt wie wohl jede Braut. Doch die Freude wurde teilweise überdeckt vor der in mir schlummerten Angst vor der Hochzeitsnacht, die unweigerlich folgen würde. Immer wieder musste ich dabei an Sophies Erzählung zu diesem Tag denken.

 

Als ich David nun in unser gemeinsames Schlafzimmer folgte, zitterte ich fast vor Angst. Würde David mir dasselbe antun, wie Sophies Mann meiner Freundin?“

 

„Was erzählte sie dir denn?“, wollte Sarah es nun genauer wissen.

 

„Ich habe zwar versprechen müssen, niemandem etwas von dem Vorfall zu erzählen, aber dir kann ich es ja sagen. Als Mutter und Tochter sollten wir keine Geheimnisse voreinander haben.“

 

Annas Augen verschleierten sich mehr, Tränen rollten über ihre Wangen. Doch sie versuchte sich zu beherrschen, nahm einen tiefen Atemzug und berichtete sie weiter:

 

„Nun, Sophie erzählte mir damals, dass ihr Mann sich benommen hat wie ein grobschlächtiger Tyrann, dabei nur an sich denkend. Was sie dabei empfand, das interessierte ihn überhaupt nicht. Dementsprechend ernüchternd und schrecklich war auch die Hochzeitsnacht. Das, was für ein jungvermähltes Paar meist der Beginn einer glücklichen Zukunft ist und in guter Erinnerung bleiben sollte, wurde für sie zu einem sehr grässlichen Erlebnis.“

 

Anna weinte jetzt noch bitterlicher, als sie weiter erzählte:

 

„Sophies Mann nahm sich bei ihr einfach - und das auch noch brutal, was ihm in seinen Augen laut Gesetz nun zustand. Egal ob seine Frau das wollte oder nicht. Sophie versuchte sich zu wehren, sie schrie, kratzte und biss ihn. Aber es half nichts, denn keiner im Haus hörte ihre verzweifelten Schreie, besser gesagt, keiner wollte sie hören.“

 

„Nun sag schon, was tat er?“, keuchte Sarah erregten Sinnes.

 

„Er riss Sophie die Kleider vom Leib, warf seine junge Frau einfach auf das Bett und drang ohne Gnade mit seiner Männlichkeit in sie ein. Er verging sich so rücksichtslos an ihr, als sei sie eine Dirne, die er für ihre Dienste bezahlt hätte. Sie müsse ihm jederzeit zu Willen sein, befahl er ihr unter Androhung von körperlicher Gewalt. Als sie sich ihm trotz Allem widersetzte, prügelte er auf sie ein. Am nächsten Morgen erst sah Sophie im Spiegel, wie er sie zugerichtet hatte. Sie hatte am ganzen Körper blaue Flecke und das Bett schien durchtränkt von ihrem Blut, weil er sie bei seiner Vergewaltigung verletzt hatte. Sie verspürte schlimme Schmerzen. Aber ihre seelischen Leiden wogen viel schlimmer als die körperlichen.Sie hatte es nie verwinden können, wie sich ihr Mann in dieser Nacht ihr gegenüber benommen hatte. Viel später hörte sie einmal, wie er in Gesellschaft einiger seiner groben Kumpane erzählte, wie er sie zugeritten und gefügig gemacht hätte.“

 

„Ich habe Angst, Mama. Was du mir da erzählst, ist ja wirklich grausam. Wie kann ein Mensch nur so zu einer Person sein, von der er sagt er liebe sie?“, fing nun auch Sarah an zu schluchzen. Die Freundin ihrer Mutter tat ihr noch im Nachhinein leid.

 

„Aber Liebes, ich glaube, Joshua wird nicht so benehmen wie Sophies Mann. Für den war eine Frau einfach nur ein Gegenstand, den man nach Belieben benutzen kann. Ich denke noch oft daran, David hat mir in unserer ersten gemeinsamen Nacht die Angst schnell genommen. Auch wenn es ein wenig schmerzte, als er das erste mal behutsam in mich eindrang, so war es doch fast schön. Sehr schön sogar. Diese Nacht werde ich nie vergessen. So zärtlich wie in der Hochzeitsnacht, so verhielt er sich auch die ganzen Jahre, wenn wir uns liebten. Zärtlich, einfühlsam, liebevoll. David war ein sehr guter Liebhaber.

 

Schade, dass Gott uns nur zugestand, nur dir das Leben schenken zu können. Wie gerne hätten wir noch mehr Kinder gehabt. Aber leider war uns das nicht vergönnt. Aber vor Allem schade ist es, dass wir nicht gemeinsam alt werden konnten und ich den Rest meines Lebens nun alleine meinen Weg gehen muss.“

 

Das Wort Kinder war für Sarah ein Gedankenanstoß. Sie erinnerte sich, was Joshua über das Kinder bekommen gesagt hatte.

 

„Mama, und wie ist das mit dem Kinder bekommen? Wie geht das?“, fragte sie.

 

„Liebes, Kinder kommen zustande, wenn zwei sich lieben, wie David und ich. Oder wie meine Freundin Angelina und ihr Sam. Mann und Frau lieben sich dazu, wie sie es in der Hochzeitsnacht begannen. Wenn sie Glück haben, wächst irgendwann ein Kind heran, oder zwei und mehr. Leider kann das auch geschehen, wenn man es nicht will, so wie bei Sophie“, erklärte Anna lächelnd ihrer Tochter.

 

„Und wie?“, fragte die Tochter immer noch wissbegierig.

 

„Nun, eigentlich ganz einfach, der Mann verströmt nach einiger Zeit des Eindringens in seine Frau, seinen Samen in uns. Der ist es, der seinerseits uns befruchtet, wenn es die rechte Zeit dazu ist“, flüsterte Anne ihrer erwachsenen Tochter in Ohr, das ganz große Geheimnis lüftend.

 

Doch als die Erinnerungen an ihren Mann und die schöne Zeit, die sie mit ihm zusammen hatten, erneut hochkamen, begann Anna wieder zu schluchzen.

 

Sarah rückte näher an ihre Mutter heran und schmiegte sich an sie. Ihr tat das Herz weh, wenn sie ihre Mutter so leiden sah. Aber sie wusste auch nicht, wie sie ihr helfen konnte. Tröstend küsste sie ihr die Tränen von den Wangen.

 

Inzwischen war es schon sehr spät geworden. Die beiden Frauen hatten bei ihrem aufregenden Gerede sogar das Abendbrot vergessen.

 

„Wir haben jetzt so lange geredet. Vielen Dank dafür, danke, dass du mir alles so genau erklärt hast, auch wenn wir dadurch etwas traurig geworden sind. Wollen wir uns auf die Zukunft freuen, dass sie schöner wird als die Ereignisse in den letzten Jahren. Auch wenn Dad körperlich jetzt nicht mehr bei uns ist, seine Seele wird für immer bei uns sein“, sagte Sarah zu ihrer Mutter.

 

„Tochter, du redest wie eine alte, weise Frau“, erwiderte Anna leise. „Sei Joshua eine gute Ehefrau. Er liebt dich. Und du ihn auch. Was kann es schöneres geben als zwei, die sich lieben. Werdet glücklich miteinander.“

 

***

 

Der Montag und der Dienstag vergingen wie im Fluge mit Vorbereitungen für den Aufenthalt auf Joshuas Plantage. Sarah summte wie eine aufgeregte Biene durch das Haus und kam nicht zur Ruhe.

 

Anna vermochte nicht viel dazu zu sagen. Nur zu genau erinnerte sie sich, wie es ihr damals ergangen war, als sie zum ersten Mal offiziell ihre zukünftigen Schwiegereltern besuchen sollte.

 

***

 

 

Am Mittwoch standen sie schon sehr früh auf. Sie wollten unbedingt bereit sein, wenn Joshuas Kutsche eintreffen würde. Schnell erledigte Anna noch einige kleine Arbeiten und wies eine ihrer Freundinnen ein, die sich bereit erklärt hatte, während Annas und Sarahs Abwesenheit sich um das Haus zu kümmern. Anna hatte auch bereits in dem Laden Bescheid gesagt, in dem sie täglich ein paar Stunden aushalf. Die Nachricht über Sarahs bevorstehende Vermählung erfreute den Ladenbesitzer so sehr, dass er Anna, ohne groß nachzudenken, ein paar Tage frei gab. Und wenn sie noch mehr Tage bräuchte, solle sie einfach jemanden schicken, der ihm Bescheid geben sollte.

 

Kurz vor elf Uhr hörte Sarah draußen das Knirschen von stählernen Rädern einer Kutsche. Schnell lief sie hinaus und sah, dass Joshua selbst die Zügel übernommen hatte. Freudestrahlend lief sie ihm entgegen. Joshua sprang vom Sitz und nahm sie zärtlich in seine Arme.

 

„Schön, dich zu sehen, ich habe dich sehr vermisst“, flüsterte er ihr leise ins Ohr und hauchte ihr einen Kuss auf den Mund.

 

Sarah wurde rot.

 

„Du machst mir Komplimente.“

 

„Einer schönen Frau wie dir muss man einfach schöne Dinge sagen“, meinte Joshua lachend. „Wenn diese schöne Frau bald mein Eheweib ist, dann erst recht“, fügte er noch an.

 

Ehe er Sarah noch weitere Komplimente machen konnte, trat Anna auf die Veranda. Joshua ließ von Sarah ab und ging auf seine zukünftige Schwiegermutter zu.

 

„Madam MacPherson, guten Tag“, grüßte er sie, während er ihr einen Handkuss gab, „sind sie bereit zur Abfahrt?“

 

Anna nickte fast hoheitsvoll.

 

 

Joshua reichte ihr seinen Arm und führte sie zur offenen Kutsche. Galant half er ihr beim Einsteigen. Dann wandte er sich Sarah zu, um auch ihr behilflich zu sein. Als die Damen ihre Sonnenschirme aufgespannt und es sich bequem gemacht hatten, konnte es losgehen. Joshua sprang vorne auf, ergriff die Zügel und trieb die Pferde an.

 

Im schnellen Trab ging es aus der Stadt in Richtung Plantage. Ein langer Weg lag nun vor ihnen. Als sie die Stadtgrenze erreicht hatten, verringerte Joshua das Tempo und sie rollten nun gemütlich über die staubige Straße.

 

 

 

Kapitel 4 - Erste Annäherungen

 

Die Pferde trabten die staubige und holprige Straße entlang. Gut, dass die Kutsche bestens gefedert und sehr komfortabel war, sonst hätte es die Insassen mächtig

durchgeschüttelt. Die Sonne prallte unbarmherzig auf die Erde. Die Luft flimmerte vor Hitze. Die zwei Damen im hinteren Teil der Kutsche transpirierten mächtig in ihren zwar schönen, aber für diese Temperaturen höchst ungeeigneten Kleider. Einfache Leute hätten es grober, aber treffender ausgedrückt, die Frauen schwitzen sich fast zu Tode. Zum Glück kamen sie ihrem Ziel doch recht schnell näher. Selbst die Pferde waren durch die Hitze erschöpft und strebten ihrem Stall zu Joshua knallte mit der Peitsche, um sie nochmals anzutreiben.

 

Sarah saß direkt hinter Joshua und hatte somit einen Ausblick auf dessen ebenfalls schweißnassen Rücken.

 

„Lass die Pferde doch etwas langsamer laufen bei dieser Hitze. Wir haben es doch nicht so eilig“, rief sie ihm zu.

 

Joshua zog die Zügel kurz an, die Pferde verlangsamten das Tempo. Die Staubwolke hinter der Kutsche wurde etwas kleiner.

 

„Ist alles in Ordnung, ist es für euch bequem genug?“, wollte er wissen, während er sich zu den Frauen umdrehte.

 

„Etwas sehr warm heute, aber wir sind in zufrieden. Wir sind ja auch bald da. Halte aber bitte am Fluss da vorn an und lasse die Tiere trinken. Wir haben ebenfalls eine kleine Pause nötig. Und unsere Hinterteile auch, die sind trotz des Komforts hier arg mitgenommen“, antwortete Sarah.

 

„Sarah, bitte zügle dich, das ziemt sich nicht für eine Lady“, ermahnte Anna auch prompt ihre Tochter für deren Redensweise. Man sah aber an den Lachfältchen, die sich um ihre Augen bildeten, dass sie es nicht so ganz ernst meinte. Anna war eigentlich eine sonst sehr fröhliche Frau, die trotz der erlittenen Schicksalsschläge das Lachen nicht verlernt hatte.

 

Auch Joshua lachte über Sarahs Worte, aber Annas Empörung belustigte ihn noch mehr.

 

Nach einigen Minuten erreichten sie das Flussufer. Joshua schnalzte mit der Zunge und die Pferde blieben daraufhin stehen. Mit Schwung sprang er von seinem Sitz und öffnete die kleine Tür an der Seite des Gefährtes. Anna und Sarah stiegen aus und vertraten sich die Beine. Joshua nahm die Zügel und führte die Pferde näher ans Flussufer heran, dass sie trinken konnten. Wiehernd schnaubten sie mit den Nüstern im kühlen Nass und tranken gierig.

Sarah ging zu Joshua und schaute mit ihm zusammen den Tieren zu.

 

„Wollen wir ein Stück gehen?“, fragte Joshua sie leise.

 

„Ich habe dich heute noch gar nicht geküsst. Das muss ich nachholen“, forderte ihr Verlobter lächelnd.

 

„Aber sehr gerne“, erwiderte Sarah lächelnd.

 

„Mama, wir gehen ein Stück. Kommst du alleine zurecht?“, rief sie ihrer Mutter bereits im Weggehen zu.

 

Anna konnte sich schon denken, warum ihre Tochter und Joshua ein Stück gehen wollten.

 

„Ja, natürlich. Geht nur. Ich bleibe solange hier. Aber geht nicht zu weit weg.“

 

***

 

Langsam entfernten sich Sarah und Joshua vom Wagen. Als sie an einem Gebüsch angekommen waren, das sie als natürlichen Sichtschutz verwenden konnten, zog Joshua seine Geliebte in seine Arme.

 

„Endlich allein“, seufzte er und küsste Sarah innig auf den Mund.

 

Sarah war jetzt irgendwie innerlich zufrieden und küsste Joshua mit derselben Zärtlichkeit wie er sie. Ihr Herz machte gar wahre Freudensprünge und sie schmiegte sich in seine Arme. Ihre Lippen vereinigten sich und ihre Zungen spielten miteinander.

 

Joshua fasste ihren Po und drückte sie noch näher an sich. Sein Herz raste. Fast hatte er den Eindruck, es würde aus seiner Brust hüpfen.

 

„Ich habe dich so vermisst“, stöhnte er in einer kurzen Kusspause.

 

„Und wie ich dich erst vermisst habe. Ich konnte den Tag heute kaum erwarten. Küss mich weiter. Es ist so schön“, gestand ihm Sarah ebenfalls.

 

Genau das wollte Joshua hören. Sanft nahm er Sarahs Gesicht zwischen seine Hände und küsste sie sanft auf die Augen, tupfte dann seine Küsse weiter über die Nase erneut zum Mund.

 

Sarah bot ihm diesen an wie eine reife Kirsche. Ungewollt streckte sie ihren Kopf nach hinten. Wohlige Schauer zogen über ihren Rücken, als Joshuas die Gelegenheit nutzte und seine Zunge zärtlich über ihre Kehle gleiten ließ.

 

Nach einigen Küssen hatte er Sarahs Dekolleté erreicht. Aufstöhnend vergrub er sein Gesicht im Tal zwischen den beiden herrlichen Hügeln, die da aufreizend aus

dem Ausschnitt ragten. Ihr leicht blumiges Parfüm stieg ihm in die Nase, gierig sog er den Duft ein. Joshua spürte, wie sich seiner Hose etwas regte. Der Reiz dieses wunderbaren Busens vor seinen Augen, war einfach zu stark. Er riss sich jedoch zusammen und ließ von Sarah ab. Noch musste er seine Gefühle beherrschen, wollte ihr erst einmal nur zeigen, wie sehr er sie begehrte. Er durfte sie auf keinen Fall zu etwas drängen, zu dem sie vielleicht noch gar nicht bereit war. So presste er sich nur an sie und küsste sie zwar etwas fordernd, aber doch zärtlich und sanft.

 

***

 

Sarah genoss es, das Begehren von Joshua zu verspüren. Er liebt mich, jubelte ihr Herz.. Als sie sich eng an ihn schmiegte, spürte sie sehr wohl die anwachsende Wölbung, die sich gegen seine Hose drängte. Von ihrer Mutter wusste sie, dass bei Männern, wenn sie sehr erregt sind, das Glied zwischen deren Beinen hart wird. Wie so etwas aussah, wusste sie jedoch noch nicht. Aber bald, sehr bald, wenn sie endlich Joshuas Frau sein würde, würde sie es endlich kennen lernen. Ein kribbliges Gefühl breitete sich in ihr aus. Ein Gefühl der Vorfreude, der Erregung, aber auch ein ihr noch unbekanntes, fremdes Gefühl.

 

***

 

Als Joshua wieder nach hinten fasste, sie fest an sich drückte, dann seine Hände auf ihrem Rücken auf Wanderschaft schickte, stieß sie ihre Atemluft scharf zwischen den Zähnen aus. Ihre Nippel stellten sich auf und drückten gegen den Stoff ihres Kleides. Unbewusst wölbte sie ihr Becken nach vorne, sodass ihr Schamhügel an Joshuas Liebesstab rieb.

 

„Was machst du mit mir?“, stöhnte Joshua während er an ihren Lippen saugte. Er löste sich von Sarah und sah sie mit glasigen Augen an. „Ich begehre dich“, war alles, was ihm noch einfiel. „Ich begehre dich so sehr, dass ich es kaum mehr erwarten kann, bis du endlich meine Frau bist. Lass uns so schnell wie möglich heiraten.“

 

***

 

Sarahs Busen bebte vor Erregung, als er sie wieder voller Inbrunst küsste. Das kribbelige Gefühl in ihr breitete sich immer mehr im ganzen Körper aus. Ihre Haut fühlte sich an, als würde sie glühen. Eine zarte Röte verbreitete sich auf ihren Wangen und ihrem Dekolleté. Auch ihr Kleinod, das noch nie ein Mann gespürt und berührt hatte, glühte. Sie spürte, wie eine seltsame innere Flüssigkeit ihr Höschen überschwemmte. Was geschieht nur mit mir?, ging es Sarah durch den Kopf.

 

„Ich glaube, wir sollten uns etwas zurücknehmen“, hauchte sie mit leiser Stimme zu Joshua. „Mein Blut scheint in Wallung geraten, mein Verstand droht auszusetzen. Was geschieht nur mit mir?“

 

„Liebes, wir sind verliebt, nicht nur ich bin verliebt, du auch. Wir begehren uns einfach, wollen uns gegenseitig berühren. Aber du hast Recht, beherrschen wir uns, so schwer es auch fällt. Diese erotische Spannung werden wir hoffentlich noch oft haben, wenn wir zusammen sind, alleine zusammen sind“, meinte Joshua lächelnd zu seiner Angebeteten.

 

„In meinen Gedanken bin ich Tag und Nacht mit dir zusammen, ich stelle es mir einfach schön vor, aber gehen wir zurück. Auch wenn ich jetzt am liebsten alleine mit dir wäre. Mutter wird bestimmt schon warten.“

 

„Gehen wir, aber erst nachdem du mir noch einen Kuss gegeben hast“, bettelte Joshua.

 

Sarah schaute ihn von unten her an.

 

„Nimmersatt, du. Küssen ist schön, also küssen wir“, lachte Sarah auf.

 

„Nicht nur küssen ist schön“, meinte Joshua daraufhin mit einem verräterischen Blitzen in den Augen.

 

„Was meinst du?“, stellte sich jetzt Sarah etwas unwissend hin.

 

„Na, du weißt schon, das zwischen Mann und Frau, was sie zu zweit tun. Du hast doch deine Mutter gefragt?“

 

Sarah errötete wieder.

 

„Ja, ich habe sie gefragt. Das mir noch Fremde, es war beängstigend, sehr beängstigend sogar, aber auch anziehend, reizvoll. Und ich freue mich schon jetzt darauf, wenn wir es das erste Mal in unserer Hochzeitsnacht tun werden.“

 

„Du wirst es sehen, es wird sehr schön, schöner als du es dir vielleicht vorstellen kannst“, sagte Joshua und zog sie wieder in seine Arme um sie zu küssen.

 

„Komm, gehen wir“, versuchte sich Sarah aus seiner Umarmung zu befreien, so schwer es ihr auch fiel, von Joshua abzulassen.

 

 

 

Kapitel 5 – Die Plantage

 

Hand in Hand kehrten Sarah und Joshua zurück zur Kutsche. Anna hatte es sich inzwischen bereits wieder auf den Polstern bequem gemacht und wartete auf ihre Rückkehr. Als sie das leicht gerötete Gesicht ihrer Tochter sah, musste sie doch lächeln. Nur zu gut erinnerte sich bei Sarahs Anblick an ihre erste verliebte Zeit mit David, als er sie erstmals umwarb und sie mit Komplimenten überschüttete. Wie schön und erfüllend das doch damals war.

 

„Da seid ihr ja“, rief sie nun erfreut, als die Beiden näher kamen. „Fahren wir schnell weiter, die Mittagszeit ist schon vorüber. Angelina wird uns bestimmt schon sehnsüchtig erwarten. Und etwas hungrig bin ich inzwischen auch.“

 

Joshua half Sarah beim Einsteigen, ehe er sich auf den Kutschbock schwang und die Pferde mit einem leichten Zungenschnalzen antrieb. Wiehernd trabten die Tiere an und so ging es in rascher Fahrt vorwärts. Instinktiv wussten die Pferde, dass es in den heimatlichen Stall ging und gaben ihr Bestes. Der Staub hinter der Kutsche wirbelte auf und verwehrte damit die Sicht nach hinten. Nach einigen Kilometern überquerten sie die Grenze zu Joshuas Ländereien.

 

Die Baumwollfelder breiteten sich aus, soweit das Auge reichte. Die darauf arbeitenden schwarzen Sklaven winkten lachend und grüßend mit ihren Hüten, als sie den Kutscher erkannten. Joshua grüßte freundlich lächeln zurück. Innerlich war er stolz darauf, bei seinen Arbeitern so beliebt zu sein. Es gab genügend andere Plantagenbesitzer in der Gegend, welche ihre Leute wie räudige Hunde hielten und deshalb verhasst waren.

 

Joshuas Devise war, nur ein guter Boss konnte auch gute und zuverlässige Arbeit erwarten. Aus zu hartem Zwang entstand nie gutes. Diese Devise hatte er von seinem Vater gelernt und übernommen. Die Aufseher standen mit ihren Hunden am Rand der Felder und überwachten die Arbeit. Auch sie grüßten freundlich, als sie ihren Arbeitgeber vorbeifahren sahen.

 

Nach etwa einer halben Stunde Fahrt erreichten sie endlich das Farmhaus, das von einem lichten Wald mit Laubbäumen umgeben war. Die Straße, die zum Haupthaus führte, war dagegen von wahren Riesen von Bäumen gesäumt, die wohltuenden Schatten spendeten.

 

Auf der am Haupthaus vorgebauten überdachten Veranda saß Madam Angelina und las in einem Buch. Als sie die Kutsche hörte, sah sie auf. Freudestrahlend erhob sie sich aus ihrem Sessel und eilte den Ankömmlingen erfreut entgegen.

 

„Endlich seid ihr da. Herzlich willkommen“, rief Angelina Anna und Sarah zu. Sie umarmte Anna herzlich und küsste sie auf beide Wangen. Auch Sarah und Joshua bekamen einen Willkommenskuss.

 

„Ihr seid sicher durstig. Gehen wir erst einmal auf die kühle Veranda. Ich lasse euch aus der Küche Erfrischungen bringen.“

 

Angelina sprudelte nur so vor Energie. Sie freute sich, endlich, nach so langer Zeit Einsamkeit, wieder Gäste im Haus zu haben. Die mussten natürlich von ihr verwöhnt werden.

 

Anna ging mit Angelina auf die riesige Veranda, die beiden hatten sich viel zu erzählen und plapperten gleich los. Sarah und Joshua folgten ihnen, beinahe unbeobachtet.

 

„So ist meine Mutter, ihr Mundwerk bleibt nie zu, wenn Besuch da ist. Da ist sie aufgezogen wie ein Brummkreisel“, kommentierte Joshua das muntere Geplauder der beiden Frauen.

 

Sarah lächelte wissend, ihre Mutter verhielt sich ebenso, wenn Besuch im Haus war.

 

Auf der schattigen Veranda angekommen, setzten sich alle in die Sessel, die um einen kleinen Tisch gruppiert waren. Angelina griff nach einer kleinen Klingel, die auf einem Beistelltischchen stand.

 

Kurz darauf betrat eine dunkelhäutige Schönheit die Veranda, knickste vor den Herrschaften und fragte nach deren Begehren.

 

„Das ist Amanda“, stellte Angelina die junge Frau ihren Gästen vor. „Amanda, bringe uns bitte Limonade und in paar von den selbstgebackenen Keksen“, wies sie ihre Bedienstete an.

 

„Ist das Mittagessen in einer Stunde fertig?“, wollte sie dann weiter wissen.

 

„Ja, Madam, wenn sie möchten, kann das Essen auch schon in fünfzehn Minuten serviert werden. Der Tisch ist ja bereits gedeckt, Madam“, antwortete Amanda.

 

„Das ist ja wunderbar. Ich habe einen Hunger, dass ich ein Pferd verspeisen könnte“, sagte Joshua lachend, was ihm sofort böse Blicke seiner Mutter einbrachte. Sie liebte es nicht, wenn er sich so ungeniert ausließ. Ihre Meinung war, dass man sich vor Gästen etwas dezenter ausdrücken sollte.

 

Amanda brachte die Getränke. Während sie die Anwesenden bediente, unterhielt sich Sarah angeregt mit Joshua.

 

„Danke Amanda“, sagte Angelina, „gib bitte Bescheid, wenn ihr mit dem Essen soweit seid. So lange bleiben wir noch auf der Veranda und erfrischen uns an den Getränken.“

 

„Jawohl, Madam“, knickste Amanda wieder und zog sich in die Küche zurück, um dort ihre Untergebenen zur Fertigstellung des Essens zu veranlassen.

 

„Amanda ist mir wirklich eine sehr große Hilfe“, schwärmte Angelina über ihre Angestellte. „Ohne sie könnte ich den Haushalt gar nicht bewältigen. Sie ist eine gute Seele.“

 

Danach tuschelten Anna und sie weiter. Es gab halt viel zu erzählen.

 

Einige Zeit später konnte man hören, wie im Esszimmer geschäftig geräumt und gewerkelt wurde. Geschirr klapperte, Gläser klangen. Offensichtlich wurde angerichtet. Gleich darauf betrat Amanda wieder die Veranda und meldete, dass das Essen sei bereit.

 

Angelina erhob sich und bat die Anwesenden zu Tisch. Die Tafel war reichlich gedeckt mit allen möglichen Speisen, von denen Anna und Sarah mit ihrem kleinen Etat, das sie zur Verfügung hatten, nur träumen konnten.

 

„Ich denke, wir werden die Einzelheiten zur Hochzeit heute Abend in aller Ruhe bei einem Glas Wein bereden. Jetzt genießen wir erst einmal das Mittagsmahl. Heute Nachmittag könnten wir einen Ausritt machen. Da kann ich Anna alles zeigen“, unterbrach Angelina die Stille beim genussvoll eingenommenen Essen. „Es hat sich hier viel verändert, seit du und David hier weggezogen seid. Du wirst viel zu sehen bekommen. Nach der Siesta gehen wir auf Erkundung und lassen die jungen Leute mal alleine“, wandte sie sich an ihre Freundin Anna.

 

„Ja, gerne. Ich bin schon gespannt. So oft war ich ja in den letzten acht Jahren nicht hier. Die jungen Leute werden auch mal ohne uns zurechtkommen“, erwiderte Anna erfreut. Dabei blinzelte sie Sarah zu.

 

Nach dem Essen erhob sich Angelina und führte ihre Gäste erst einmal in ihre Zimmer.

 

Joshua meinte dazu nur, das sei Frauensache und verzog sich in den Rauchersalon, um da in Ruhe Zeitung zu lesen.

 

Die drei Frauen stiegen über die Treppe in das Obergeschoß. Bereits da hörte man wieder lustiges Geplapper. Angelina fühlte sich sichtlich wohl in der Rolle der Gastgeberin.

 

Anna und Sarah bekamen zwei nebeneinander liegende und liebevoll eingerichtete Räume zugewiesen, die gleich in der Nachbarschaft von Angelinas Zimmer lagen und durch ein gemeinsames Bad verbunden waren. Als Angelina Sarah deren Gemach zeigte, flüsterte sie ihr zu, dass Joshuas Domizil gleich gegenüber liege und zeigte auf die Tür, die sich ihrer Eingangstür gegenüber befand. Sarah freute sich, ihrem Liebsten räumlich so nah sein zu können.

 

„Hier ist es genau so schön wie bei mir im Zimmer “, meinte Anna, als sie Sarahs Unterkunft genau inspiziert hatte. „Wir werden uns hier garantiert wohl fühlen.“ Sie drehte sich zu ihrer Tochter um und sagte zu ihr: „Ich lege mich jetzt für eine Stunde hin.“ Zu Angelina gewandt fragte sie: „Du hast doch nichts dagegen, wenn ich mich für eine Weile ausruhe?“

„Aber nein, meine Liebe“, antwortete die Freundin. „Die Fahrt hierher war bei der Hitze bestimmt anstrengend. Ich werde ebenfalls eine Stunde ruhen, danach machen wir uns auf unseren Ausritt.“

 

Sarah hörte den beiden älteren Frauen zu.

 

„Ich werde zu Joshua nach unten gehen, während ihr ruht. Ich bin viel zu aufgeregt, um jetzt eine Stunde ruhen zu können“, gab sie die eigenen Pläne ihrer Mutter bekannt.

 

Anna und Angelina lächelten wissend.

 

„Dann wollen wir das junge Glück nicht stören“, sagten die beiden Mütter wie aus einem Mund und zogen sich in ihre Zimmer zurück.

 

Sarah blickte den beiden älteren Frauen nach. Dann sah sie sich in ihrem Zimmer um und stellte fest, dass ihr Gepäck schon von den dienstbaren Geistern nach oben gebracht und ausgepackt worden war.

 

Oh, wie schön und zuvorkommend, dachte sie sich. Da kann ich jetzt gleich nach unten gehen zu Joshua. Mit weichen Knien schritt sie die Treppe wieder nach unten und schaute sich in der Vorhalle um.

 

 

Welcher Raum ist nur das Raucherzimmer? Krampfhaft versuchte sich Sarah zu erinnern. Das Esszimmer war hier, die Tür zum Salon war da. Energisch ging sie auf eine der anderen Türen zu und öffnete diese. Aber es war nicht der Rauchersalon, den sie suchte. Sie war in einem Badezimmer gelandet, das sie noch gar nicht kannte.

 

Wahrscheinlich hatten es die MacAllisters einbauen lassen, nachdem sie mit ihren Eltern die Farm verlassen hatte. Plötzlich vernahm sie, wie eine andere Tür geöffnet wurde und sich nähernde Schritte. Sarah schloss die Badezimmertür wieder und sah sich um. Es war Amanda, die sie offenbar bemerkt hatte.

 

„Miss Sarah?“, fragte sie. „Suchen sie etwas? Kann ich ihnen helfen?“

 

„Ich suche den Rauchsalon, ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wo sich der befindet“, antwortete Sarah.

 

„Sie sind aber auch neu hier angestellt. Ich kann mich nicht erinnern, sie vorher schon einmal hier gesehen zu haben“, meinte Sarah weiter.

 

„Ganz so neu bin ich nicht, ich war schon als kleines Kind hier, meine Mutter war die Küchenhilfe hier gewesen, ich bin seit zwei Jahren hier im Haus, vorher habe ich auf den Feldern mitgearbeitet“, gab Amanda redselig Auskunft. „Aber sagen sie bitte Du zu mir. Ich bin nur eine Sklavin. Mister MacAllister hat mich von der Feldarbeit erlöst, als die Frau, die seiner Mutter immer zur Hand ging, vor zwei Jahren plötzlich verstarb. Sie war schon sehr alt und genoss hier einen Sonderstatus. Meine Mutter ist auch noch hier auf der Plantage. Sie kennen sie bestimmt auch noch. Sie ist schon alt und froh, dass ich hier bleiben und ein vergleichsweise schönes Leben führen darf.“

 

„Oh ja, die alte Zugehfrau von Mrs. MacAllister ist mir noch ein Begriff. Sie war immer sehr lustig und hat uns Kindern öfters irgendwelche Süßigkeiten zugesteckt. Schade, dass sie nicht mehr da ist, aber dafür bist du ja jetzt hier. Die Küchenhilfe ist noch in meinem Gedächtnis“, sagte Sarah und wandte sich der ihr angedeuteten Tür zu. Bevor sie diese öffnete, drehte sie sich noch einmal zu Amanda um: „Du gefällst mir, wie alt bist du?“

 

„Achtzehn“, antwortete Amanda.

 

„Oh, ich auch“, freute sich Sarah. „Vielleicht kann ich Madam Angelina bitten, dass sie dich mir später vielleicht als persönliche Dienerin zur Verfügung stellt. Würdest du das wollen?“

 

„Das wäre sehr schön. Madam Angelina ist zwar eine liebe Herrin, aber eine junge Herrin wäre mir lieber. Danke, Miss Sarah“, freute sich Amanda.

 

„Sehen wir, was wird, wenn es soweit ist.“

 

Damit drehte sich Sarah wieder um und öffnete leise die Tür zum Rauchersalon. Sie schaute hinein und sah Joshua, der mit dem Rücken zur Tür zeitunglesend in einem Sessel saß. Leise schlich sie sich an und hielt ihm die Augen zu. Joshua fuhr erschrocken hoch, als Sarah ihm die Sicht versperrte. Er war so in den Zeitungsartikel vertieft gewesen, dass er gar nicht bemerkt hatte, wie sie ins Zimmer gekommen war.

 

„Liebes“, rief er. „Ich weiß, dass du das bist. Ich rieche es an deinem Parfüm.“

 

„Oh nein“, hauchte sie ihm ins Ohr, „mein Parfüm. Ich hätte es wissen müssen.“

 

„Hast du Sehnsucht nach mir oder was treibt dich hierher in diesen nach Zigarren stinkenden Raum?“, wollte Joshua wissen, nachdem er sich aus Sarahs Griffen befreit hatte. Er erhob sich und nahm seine Liebste wieder in die Arme.

 

„Ein wenig schon“, gab Sarah errötend zu. „Am meisten habe ich deine Küsse vermisst.“

 

Aufatmend zog Joshua sie noch enger an sich und küsste sie fordernd. Wieder spürte er dabei die nahezu unerträgliche Erregung in sich aufsteigen.

 

„Sarah“, stöhnte er an ihren Lippen. „Was machst du nur mit mir? Du hast mich verzaubert, du kleine Hexe“, dabei knetete vor Aufregung keuchend ihren reizenden Po, der unter mehreren Lagen Röcken versteckt war. „Am liebsten würde ich dich jetzt gleich zur Frau machen, ich kann es kaum noch aushalten.

 

„Josh“, verfiel Sarah mit der Nennung seines Kosenamens wieder in ihre Kindheitserinnerungen zurück, „ich glaube, ich möchte es auch. Jedoch in mir schlummert immer noch etwas Angst. Wollen wir nicht doch warten, bis wir ein Paar sind?“

 

„Aber Küssen ist bis dahin erlaubt, bitte“, bohrte Joshua weiter.

 

„Aber natürlich. Küssen ist erlaubt, sehr erlaubt sogar“, lachte Sarah leise auf und bot ihm ihre Lippen an.

 

 

Kapitel 6 – Die Hochzeit

 

Nachdem Sarah und Joshua erst am späteren Nachmittag, von ihrem Ausritt zu einem lauschigen Plätzchen zurückgekehrt waren, erwachten auch die älteren Damen aus ihrem Mittagsschläfchen. Das Haus belebte sich langsam wieder. Eine Menge Arbeiten war noch zu bewältigen. Madam Angelina scheuchte die Haussklaven auf, die Vorbereitungen für das Abendessen voranzutreiben. Sie wollte beim Dinner die notwendigen Förmlichkeiten für die Hochzeit besprechen. Dazu wünschte sie ein festlich romantisches Ambiente, um der Angelegenheit gerecht zu werden. Sie überwachte die Vorarbeiten akribisch mit wachsamen Augen, damit auch jedes Detail stimmte. Abends saßen dann die beiden Mütter mit ihren Kindern im Salon um die große Tafel beim Festmahl.

 

„Ihr Lieben, wir wollten über die Formalitäten reden. Was habt ihr für Vorschläge?“, ergriff Angelina als erste das Wort.

 

Joshua hob den Blick von seinem Teller und sah Sarah, die ihm gegenüber am Tisch neben ihrer Mutter saß. Sarah schluckte, als müsste sie einen viel zu großen Bissen hinunterwürgen.

 

„Mom, Sarah und ich haben uns heute Nachmittag bei unserem Reitausflug in Ruhe über unsere Hochzeit unterhalten. Wir denken, eine kurze Verlobungszeit wäre angebracht. Offiziell haben wir uns ja schon am letzten Sonntag verlobt. In maximal drei Monaten soll schon die Vermählung sein“, erwiderte Joshua auf die Ansprache seiner Mutter.

 

„Da wisst ihr ja schon mehr als wir. Wie habt ihr euch das gedacht?“, wollte Angelina wissen. Sie freute sich schon darauf, ihr Organisationstalent ausleben zu können.

 

„Ganz einfach“, antwortete Joshua. „Die Hochzeitsfeier sollte auch nicht so pompös ausfallen. Enge Freunde, Familie und die Trauzeugen. Die Gestaltung übernimmst du, ich weiß ja, wie gerne du Feste organisierst. Madam Anna und wir gehen dir natürlich zur Hand.“

 

„Oh, mein Sohn!“, lamentierte nun Angelina. „Keine große Hochzeitsfeier? Was sollen die Leute denken, wenn ihr nicht mit einem großen Fest heiratet. Womöglich, dass wir verarmt sind?“

 

Joshua kannte seine Mutter nur zu gut, so war er zu Kompromissen bereit:

 

„Gut, der Bürgermeister und seine Frau sollen noch dabei sein. Den brauchen wir sowieso zur Trauung. Er soll ja Sarah anstatt deren Vaters zum Traualtar führen. Da kann er auch gleich mitfeiern. Aber mehr nicht“, bestimmte Joshua.

 

„Anna, was meinst du dazu?“, fragte Angelina ihre Freundin. „Sarah hat auch noch nichts dazu gesagt.“

 

Anna sah in die Runde:

 

„Wenn die Kinder es so wollen, dann denke ich, sollten wir es auch so tun. Es ist ja auch eine Geldfrage, eine große Hochzeit auszurichten. Es ist ihr Fest, an das sie sich auch in vielen Jahren noch erinnern sollen“, gab Anna ihre Meinung kund.

 

„Geldfrage? Papperlapapp. Geld haben wir genug. Sam hat mir genug hinterlassen, dass ich für Joshua eine standesgemäße Vermählungsfeier gestalten kann“, knurrte Angelina ein wenig.

 

„Mutter, bitte“, warf Joshua ein. „Sollten das nicht die Brautleute entscheiden? Sarah und ich sind uns in der Beziehung einig, wir möchten kein großes, pompöses

Fest, um unseren Status hier in der Gegend aufzupolieren.“

 

„Genau“, warf nun auch Sarah ein, der die Diskussion nicht so ganz geheuer war. „Warum sollen wir die ganze Stadt einladen. Es ist ein Fest für uns.“

 

„Wenn ihr es so möchtet, soll es so sein“, gab Angelina ungern klein bei. „Aber beschwert euch dann später nicht. Nun sagt, wann soll die Hochzeit denn stattfinden?“

 

„In drei Monaten“, meldete sich Sarah nun wieder zu Wort. „Da ist es noch warm genug, dass wir im Freien feiern können. Der Garten und der Park hier sind so schön, da sollten wir ihn auch für eine Hochzeit nutzen.“ Sie warf Joshua einen Blick zu: „Du bist doch einverstanden?“, wollte sie von ihm wissen. „Wir hatten das ja vorhin schon besprochen.“

 

„Ja, natürlich“, sagte Joshua dazu. „Nun zu den Trauzeugen. Sarah, wen möchtest du als deinen Beistand?“

 

Sarah überlegte kurz:

 

„Ich denke da an meine Freundin Mary Lancaster. Ich muss sie aber erst noch fragen. Oder Jenny Ashton. Die beiden sind mir seit langer Zeit gute Freundinnen, Mary allerdings mehr als Jenny. Wenn allerdings keine von den beiden zur Verfügung steht, weiß ich auch erst einmal niemanden. Josh, an wen hast du bei dir gedacht?“

 

„Bei mir kommt nur mein Cousin Henry MacAllister in Frage“, antwortete Joshua. „Den muss ich allerdings ebenfalls erst fragen Ich denke jedoch, da wird es kein Problem geben. Wir waren schon als Kinder enge Freunde und sind es auch jetzt noch. Übrigens ist er auch noch ledig, wie deine Freundinnen Mary und Jenny und nur ein Jahr älter als ich“, meinte Joshua zu seiner Liebsten, ihr dabei über den Tisch hinweg zublinzelnd.

 

„Du wirst sie doch nicht verkuppeln wollen, zwei Frauen wären wohl auch für ihn zu viel“, lachte Sarah.

 

„Das werden wir ja sehen, vielleicht ergibt sich ja etwas“, sagte Joshua und grinste nur dazu.

 

Nach dem Abendessen saßen alle noch in gemütlicher Runde bei einem Glas Wein zusammen, bis es Zeit war, zu Bett zu gehen.

 

Drei Monate später

 

Joshua hatte Sarah am Vormittag in einer offenen Kutsche aus ihrem Elternhaus zur Trauung abgeholt. Stolz fuhr er mit seiner entzückenden Braut an der Kirche vor. Anstatt ihres Vaters, der ja leider nicht mehr am Leben war, führte der Bürgermeister die Braut zum Altar, wohin Joshua mit den Trauzeugen, seinem Cousin Henry und Sarahs Freundin Mary, schon vorgegangen war, um sie dort in Empfang zu nehmen.

 

Die Trauung in der Kirche verlief ohne Zwischenfälle, aber mit vielen Tränen der Mütter des Brautpaares.

 

Nun war bereits die Hochzeitsfeier auf dem Höhepunkt. Sarah strahlte wie ein Edelstein in ihrem Kleid, das ihr Joshuas Mutter hatte anfertigen lassen. Den dazugehörigen Schleier hatte sie schon abgelegt. Jetzt, wo sie eine verheiratete Frau war, brauchte sie ihn nicht mehr zu tragen. Sie hatte schon so viel getanzt, dass ihr die Füße wehtaten. Alle wollten unbedingt mit der Braut tanzen, Henry, der Bürgermeister und auch die anderen Gäste, die dann doch noch eingeladen wurden. Sie freute sich, dass sie nun endlich Joshuas Frau war.

 

In einem unbeobachteten Moment stupste sie ihn in die Seite.

 

„Gehen wir ein Stück? Ich muss mich unbedingt noch ein wenig in der frischen Luft bewegen ohne an andere beim Tanzen heran gepresst zu werden, ehe wir uns nachher zurückziehen“, wollte sie von ihrem frisch angetrauten Ehemann wissen.

 

„Gerne“, antwortete Joshua. Er bot ihr seinen Arm an und führte Sarah von der hell erleuchteten Gartenfläche hinein in den Park. Nach und nach wurde die Musik leiser.

Die Pechfackeln, die extra für die Hochzeitsfeier am Wegesrand aufgestellt wurden, erhellten den Weg nur mäßig. Obwohl es Spätherbst war, war der Wettergott an diesem Tag besonders gnädig gestimmt und hatte einen wunderschönen warmen Tag heran gezaubert.

 

Still gingen Sarah und Joshua nebeneinander her. Die noch spärlich vorhandenen Blätter der riesigen Laubbäume raschelten leise.

 

„An was denkst du?“, brach Joshua die Stille.

 

Sarah schreckte aus ihren Gedanken auf.

 

„Daran, dass die drei Monate bis zur Hochzeit wie im Fluge vergangen sind und wir nun endlich ein Ehepaar sind. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich jetzt nicht mehr Miss Sarah MacPherson bin, sondern Mrs. Sarah MacAllister.“

 

„Macht dir das Angst?“, wollte Josh wissen.

 

„Nein, ganz und gar nicht.“, antwortete Sarah aufrichtig. „Es macht mich eher stolz, dass du gerade mich zur Frau haben wolltest und nicht eins von den reichen Mädchen, die du noch kennst.“

 

„Was will ich mit solch einer schnöden reichen und verwöhnten Zicke, die wegen jeden Wehwehchens gleich schreit und zetert? Die nur auf eine gute Partie aus ist, anstatt den Mann zu lieben, mit dem sie verheiratet ist. So etwas brauche ich nicht“, erwiderte Josh.

 

Sarah errötete wieder, als Joshua das sagte.

 

„Das ehrt mich noch mehr, dass du mich nicht so gering einschätzt wie die anderen Frauen, die du kennst“, erwiderte sie leise.

 

Joshua nahm sie in die Arme und küsste sie. Sarah bot ihm willig ihre Lippen an und genoss es, von ihrem Ehemann so geliebt zu werden.

 

„Müssen wir noch lange bei den Gästen bleiben?“, wollte sie zwischen zwei Küssen

wissen. „Ich möchte endlich mit dir allein sein.“

 

„Du kannst es wohl nicht erwarten? Die Gäste werden es uns jedoch garantiert nicht übel nehmen, wenn wir uns etwas früher zurückziehen“, erklärte Joshua lächelnd.

 

„Ehrlich gesagt, ich habe immer noch etwas Angst vor dem, das diese Nacht passieren wird. Aber du wirst zärtlich sein - ich vertraue dir“, flüsterte Sarah leise in Joshuas Ohr. Einen hingehauchten Kuss gab es obendrein.

 

„Das brauchst du nicht, Liebes“, antwortete Joshua. „Ich lasse dir die Entscheidung, wann du es willst. Ich schwöre nur das zu tun, was du auch möchtest.“

 

„Danke“, hauchte Sarah mit gesenktem Blick. „Wenn ich auch nur ahne, was ich mögen werde.“ Dabei erzitterte sie, ein leichter Schauer überzog ihre Haut, als sie daran dachte, was bald geschehen würde.

 

„Lass uns zurück gehen“, bot Joshua an, als er die Gänsehaut auf den Armen seiner frisch angetrauten Frau bemerkte. „Du frierst ja schon.“

 

Wenn er wüsste, weswegen ich eine Gänsehaut habe, dachte Sarah bei sich. Jedenfalls nicht, weil ich friere.

 

Zurück bei ihren Gästen, tanzten Sarah und Joshua noch ein paar Runden. Dann verkündete der Bräutigam, dass sie sich nun zurückziehen würden, um den Rest der Nacht allein zu verbringen.

 

Zum Abschied hob die Gesellschaft nochmals ihre Gläser und wünschte dem Brautpaar viel Glück und Erfolg für ihre Hochzeitsnacht. Damit waren sie entlassen.

 

Joshua nahm seine Sarah an der Hand und führte sie ins Haus nach oben. Er hatte extra ein neues Zimmer als Schlafzimmer in einem anderen Trakt des Hauses einrichten lassen, als sie und ihre Mutter die Plantage wieder verlassen hatten. Sarah hatte er davon nichts gesagt, es sollte eine Überraschung sein.

 

„Nicht in diese Richtung, Liebes. Da geht es jetzt entlang“, hielt Joshua seine Frau zurück, als sie oben an der Treppe den gewohnten Weg zu seinem Zimmer einschlagen wollte.

 

„Bist du dir da sicher?“, kam es völlig erstaunt zurück. „Dein Schlafraum ist doch genau gegenüber von meinem.“

 

„Nicht mehr“, meinte Joshua mit einem verschmitzten Blick. „Das war einmal. Unsere Wohnung befindet sich jetzt im östlichen Trakt des Hauses. Ich habe diesen Teil des Hauses für uns renovieren und ausbauen lassen. Mrs. MacAllister. Oder mögen sie nicht ihre neuen Räumlichkeiten besichtigen?“

 

„Ich bin so frei, Mr. MacAllister“, erwiderte Sarah, völlig überrascht, deswegen aber genau so verschmitzt lächelnd.

 

Galant wie immer bot Joshua ihr seinen Arm als Stütze an und führte sie mit geradem Rücken und stolz erhobenen Hauptes den Flur des von ihm genannten Traktes entlang. An der drittletzten Tür machte er Halt.

 

„Darf ich bitten, Madam?“, verbeugte er sich vor Sarah, öffnete die Tür und ließ ihr den Vortritt in die neuen gemeinsamen Gemächer.

 

Als Sarah durch die Tür ins Zimmer trat, traute sie kaum ihren Augen. Mitten im Raum stand ein riesiges Bett, von der Decke über dem Bett hing ein Baldachin aus durchsichtig wirkenden Seidenstoff wie eine zarte Wolke herunter. Eine kleine Kommode mit einem Spiegel darüber stand an der einen Wand, sogar ihre ganzen Toilettenutensilien waren schon bereit gelegt. Die andere Seite zierte ein gemütliches Sofa, vor dem ein kleiner Tisch und einige kleine bequeme Sessel als Sitzgelegenheiten standen. Überall waren große Vasen mit roten Rosen aufgestellt, die einen betörenden Duft verströmten.

 

Sarah rieb sich die Augen, als würde sie eine Fata Morgana sehen. Sogar die Wände waren mit Tapeten in ihrer Lieblingsfarbe rosé beklebt. Die Decken auf dem Bett passten farblich sehr schön zu den Wänden, an denen zarte Aquarellbilder angebracht waren. Ein kleiner, verschnörkelter Sekretär mit einem zierlichen Stuhl davor stand neben dem Fenster und hatte somit genug Licht.

 

„Das sieht aber mehr nach einem Boudoir aus“, rief sie überrascht aus.

 

„Ist es auch“, erwiderte Joshua. „Das ist dein Reich. Meines liegt nebenan, nur durch ein gemeinsames Bad getrennt, kann ich dich jederzeit erreichen, oder du mich, wie es uns beliebt. Komm, ich zeige dir das Bad.“

 

Er nahm sie wieder an der Hand und führte sie in den angrenzenden Raum. Ein prunkvoll eingerichtetes Bad erwartete sie. Sogar eine Badewanne war vorhanden.

Dann ging es weiter in Joshuas Reich. Das war genau so exklusiv eingerichtet wie ihr eigenes, nur in etwas dunkleren Farben gehalten. Das Bett nahm fast eine ganze Seite des Raumes ein; es war groß und bequem und mit vielen Kissen und Decken ausgestattet. Ein Schreibtisch fehlte in diesem Zimmer, aber hier in seinem Gemach brauchte er keinen, denn er hatte im Parterre des Hauses ein eigenes Arbeitszimmer.

 

„Wo bringen wir unsere Kleider unter?“, wollte Sarah wissen, da sie weder in ihrem noch in Joshuas Zimmer einen Kleiderschrank entdeckt hatte.

 

„Auch dafür habe ich eine Lösung gefunden“, antwortete Joshua. „Siehst du diese kleine Tür da? Dahinter befindet sich eine Räumlichkeit, die ich vom neu errichteten

Bad abgetrennt habe. Auch von deinem Zimmer aus kannst du diesen Raum betreten. Amanda kann die Kleidung vom Flur aus zurück bringen, ohne durch unsere Gemächer zu müssen. Dort habe ich Regale und Schränke einbauen lassen, wo alles verstaut werden kann. Komm, sieh es dir an. Übrigens, Amanda. Sie ist offiziell ab heute deine Zugehfrau. Ich habe Mutter überreden können, sie dir zu überlassen.“

 

Nachdem er Sarahs Freudenküsse schmunzelnd über sich ergehen lassen hatte, ging er auf die kleine Tür zu, die etwas versteckt an der einen Zimmerwand war und öffnete diese. Ein kleiner, aber trotzdem über sehr viel Stauraum verfügender Verschlag kam zum Vorschein. Als Sarah hinein schaute, stellte sie fest, dass da schon viele ihrer Kleider ordentlich aufgereiht an Bügeln hingen. Auch Joshuas Kleidung war schon hergebracht worden. In ihrem eigenen Zimmer hatte sie den Zugang zu diesem Raum gar nicht bemerkt, so gekonnt war er in die Wand eingearbeitet worden.

 

„Herrlich“, freute sie sich. „Eine gute Lösung, von der wir beide etwas haben.“ Sarah drehte sich zu Joshua um und umarmte ihn. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, um ihn küssen zu können. „Danke dafür.“

 

Joshua nutzte gleich die Gunst der Stunde und hielt sie fest in seinen Armen. Schon den ganzen Tag freute er sich darauf, endlich mit Sarah allein zu sein. In Gedanken stellte er sich schon vor, wie er sie so lange verwöhnen würde, bis sie ihn anbetteln würde, sie endlich zu einer richtigen Frau zu machen.

 

 

„Gehen wir zu Bett?“, fragte er sie mit einem Blitzen in den Augen.

 

„Dann komm, ich kann es kaum erwarten, mit dir ein Bett zu teilen. Ich werde meine Angst tapfer unterdrücken“, erwiderte Sarah und lächelte dabei ihren Mann verliebt an.

 

 

 

Kapitel 7 – Erste Versuche

 

Joshua zog Sarah enger an sich. Er sah ihr tief in die Augen.

 

„Willst du es wirklich?“, fragte er sie erfreut.

 

Sarah errötete und senkte den Blick.

 

„Ja, ich will es“, hauchte sie fast nicht hörbar. Eine zarte Röte zog über ihre Wangen, die auch die Hochzeitsschminke nicht mehr verbergen konnte. Ihr Busen hob und senkte sich im Rhythmus ihrer Atemzüge. Sie war aufgeregt wie ein kleines Kind am Geburtstag. Sie nahm Joshuas Hand und wollte ihn in ihr Schlafzimmer ziehen. Er aber blieb wie eine Statue stehen. Verwirrt drehte sich Sarah zu ihm um:

 

„Wollten wir nicht …?“

 

Weiter kam sie nicht, denn Josh hielt ihr den Mund zu:

 

„Still, Liebes. Lass mich machen. Lass dich einfach fallen. Es ist deine Nacht“, sagte er leise zu ihr und küsste ihre Fingerspitzen. Er nahm sie auf seine starken Arme und trug sie aus dem Bad in ihr Zimmer. Vor dem Bett blieb er stehen und legte sie sacht darauf ab. Ihr Kleid fiel weit auseinander und umrahmte sie wie eine weiße Wolke.

 

Joshua kniete sich vor dem Bett nieder und nahm ihren Fuß auf. Zärtlich strich er über ihre schmalen Fesseln, ehe er den ersten Schuh auszog. Schnell folgte auch der zweite.

 

***

 

Den ganzen Tag in den unbequemen Schuhen und die vielen Tänze auf der Hochzeitsfeier hatten Sarahs Füße arg strapaziert. Wohlig überließ sie sich deshalb von Joshuas zärtlichen Händen, welche die Schmerzen wegmassierten. Nach und nach konnte sie sich entspannen. Sie fühlte sich wohl in der Nähe ihres Mannes, wusste sie doch, ihrem Joshua konnte sie vertrauen.

 

***

 

Joshua spürte natürlich, wie sich Sarahs Körper langsam beruhigte, sich ihre Muskeln lockerten. Er wagte sich weiter vor und hob die Röcke ihres Hochzeitskleides etwas an. Da es für diese Jahreszeit noch sehr warm war, hatte Sarah auf die langen Unterhosen verzichtet, die sie sonst unter ihren Kleidern trug. Verzückt betrachtete Josh die schönen zierlichen Frauenfüße und die langen Beine seiner Sarah. Er konnte sich nicht mehr halten und begann, ihre Füße zu küssen. Sachte schob er seinen Kopf unter die Flut ihres Kleides und küsste jeden Zentimeter ihrer zarten Haut.

 

Sarahs Herz raste, sie genierte sich, ihr Körper erstarrte. Noch nie hatte ein Mann unter ihren Rock geblickt, noch nie wurde sie dort berührt. Voller Panik presste sie ihre Beine zusammen, als sie Joshuas Lippen an ihren Oberschenkeln spürte. Hektisch versuchte sie, ihn weg zu schieben. Sein spürbares Verlangen nach ihrem Leib jagte ihr erneut Angst ein. Und doch war ihr klar, dass es heute geschehen musste. Ja, sie wollte sich ihrem Liebsten mit ganzem Herzen hingeben und ihre Jungfräulichkeit seinem prallen Glied opfern.

 

Warum hatte meine Mutter nur von Sophies schrecklicher Ehe erzählt und mich derart verängstigt? Was werde ich empfinden, wird es sehr schmerzen, wenn er in mich eindringt?, schoss ihr durch den Kopf.

 

***

 

Joshua unterbrach seine Liebkosungen sofort, als er Sarahs Widerstand spürte. Er legte sich neben sie und versuchte, sie zu beruhigen: „Psst, Liebes, keine Angst, ich versprach es dir doch, ich tue nichts, was du nicht möchtest.“

.

Wieder küsste er sie zart auf den Mund. Er bemerkte, wie sich Sarah nach und nach wieder etwas entspannte und seine Küsse genoss. Er spielte an ihren Ohrläppchen, die mit goldenen Ringen geschmückt waren. Dabei bemerkte er Sarahs Verunsicherung, wie sie stets darauf achtete, was er tat.

 

„Entkleiden wir uns erst einmal und gehen zu Bett“, versuchte er, die Stimmung etwas zu lockern. Er stand auf und öffnete sein Hemd. Sarah sah ihm gespannt zu.

 

„Komm“, lockte er sie, „möchtest du mir nicht helfen?“

 

Indem er den Anfang machte, versuchte er es ihr leichter zu machen und ihre plötzliche Schüchternheit zu überwinden.

 

***

 

 

Sarah atmete erleichtert auf, als Joshua sich erhob. Aber als er anfing, sich auszuziehen, schlug ihr Herz erneut wie wild in ihrer Brust. Immer noch hatte sie die Befürchtung, dass es ihr genau so ergehen könnte wie Sophie, der Freundin ihrer Mutter. Ängstlich schaute sie Joshua an.

 

Wo ist das kribbelige Gefühl geblieben, das ich bei seinen Küssen immer gespürt habe, ging es ihr wieder durch den Kopf. Doch dann dachte sie: Nein, das kann nicht sein, Josh ist kein grobschlächtiger Tyrann. Wäre er sonst nicht bereits über mich hergefallen und hätte sich genommen, was ihm zusteht?

 

„Komm doch her zu mir, du musst keine Angst haben“, lockte Joshua erneut.

 

Dabei entkleidete er sich immer weiter. Inzwischen öffnete er schon seine Hose und ließ sie zu Boden gleiten. Als er nur noch mit Unterhose bekleidet vor ihr stand, bemerkte er die erneut aufkeimende Angst in ihren Augen. Er machte einen Schritt auf das Bett zu und legte sich neben Sarah. Zärtlich streichelte er ihre Wangen.

 

„Liebes, wovor fürchtest du dich nur? Ich spüre doch, dass da etwas ist. Möchtest du es mir nicht erzählen“, fragte er vorsichtig, nachdem er ihre Furcht erkannt hatte. Aber wovor, das musste er erst noch herausbekommen.

 

„Vorhin im Bad warst du so anders, und jetzt auf einmal bist du wie ausgewechselt.“ Instinktiv spürte er, dass sie etwas bedrückte, aber was, das konnte er sich nicht erklären. „Du musst dich aber nicht fürchten, vor allem nicht vor mir. Ich liebe dich und ich tue wirklich nichts, was du nicht möchtest.“

 

***

Bereits als Joshua nur noch in Unterhose vor dem Bett stand und dann auch noch so zu ihr ins Bett kam, zuckte Sarah zusammen. Mit großen ängstlichen Augen sah sie ihn an und beobachtete, was er tat oder versuchte zu erraten, was er vorhatte. Sie wusste, dass er erregt war, konnte aber nicht einschätzen, was er als nächstes tun würde. Schluchzend warf sie sich an seine Brust, als er sie fragte, was sie bedrücke. Die Tränen liefen in Strömen über ihre Wangen und verschmierten die Schminke.

 

***

 

Joshua schaute Sarah erstaunt an, als sie sich plötzlich in Tränen ausbrechend an seine Brust warf. Er hielt seine schluchzende Frau in seinen Armen und versuchte, sie zu trösten. Er bemerkte, dass es jetzt wenig Sinn machte, weiter auf sie einzureden und zu versuchen, sie dazu zu bringen, ihm zu erzählen, was ihr das Herz schwer machte. So ließ er sie sich erst einmal beruhigen. Nach einiger Zeit verebbte der Tränenstrom, Sarah fasste sich wieder. Josh streichelte beruhigend ihr Haar, als er sie noch einmal fragte:

 

„Liebes, Sarah, möchtest du mir nicht sagen, was mit dir los ist?“

 

Noch einmal aufschluchzend begann sie zu berichten, was die Mutter ihr Grausiges über Sophie erzählt hatte. Joshua hörte ihr zu, ohne ein Wort zu sagen. Doch seine Gedanken schlugen Purzelbäume. Wie konnte ein Mann nur so grausam sein, die Frau, die er liebte so zu erniedrigen und zu quälen. Kein Wunder, dass Sarah derart verängstigt war und sich verkrampfte, wenn er sich ihr nur nähern wollte. Dabei war sich in Liebe zu vereinigen doch so etwas Schönes, wenn es beide wollten.

 

Als Sarah ihre Erzählung beendet hatte, herrschte erst absolute Stille im Zimmer. Nur das leise Rauschen der Blätter der Bäume vor dem Haus, war durch das geöffnete Fenster zu hören. Auch Joshua musste das Vernommene erst einmal verdauen.

 

Er wusste aber auch, dass es jetzt nichts bringen würde, seine Frau zum nächsten Schritt zu bewegen. So überlegte er, was als nächstes zu tun war. Nach einer geraumen Zeit des Schweigens sagte er leise zu Sarah:

 

„Ich rufe erst einmal Amanda, dass sie dir beim Entkleiden behilflich ist. Ich werde in meinem Zimmer schlafen, wenn du möchtest. Ich möchte dich nicht zu etwas drängen, zu dem du noch nicht bereit bist. Ich kann warten“, dabei griff er nach den bereits abgelegten Kleidern.

 

Sarah sah ihn an, dann kam leise von ihr:

 

„Nein, nicht Amanda, hilf bitte du mir beim Auskleiden. Du musst auch nicht in deinem Zimmer schlafen. Bitte bleib hier. Ich möchte die erste Nacht als Ehefrau nicht alleine verbringen.“

 

Sie streckte ihm die Arme entgegen. Sie wollte sich erheben, aber mit dem langen Kleid war das gar nicht so einfach. Die vielen Röcke, in mehreren Lagen übereinander, machten das fast unmöglich. Joshua half ihr auf. Als Sarah vor ihm stand, immer noch mit von Tränen verschmiertem Gesicht, küsste er sie leicht auf die Wangen.

 

„Komm, gehen wir und beseitigen erst einmal die Schminke, ohne sie siehst du sowieso viel schöner aus.“

 

Er nahm sie an der Hand und führte sie ins Bad. Sarah ging wie in Trance hinter ihm her. Erst im Bad kam sie wieder zu sich, als Joshua vor ihr stand und mit einem weichen Abschminktuch versuchte, die Schminke zu entfernen.

 

„Hilf mir bitte erst einmal aus dem Kleid“, bat Sarah leise und drehte sich um, damit Joshua die kleinen Ösen und Haken am Rücken des Kleides öffnen konnte. Nach kurzer Zeit lag ein Berg von Kleidern zu ihren Füßen. Sie war nun nur noch mit einer Korsage bekleidet.

 

Joshua konnte sich kaum an der jugendlichen Schönheit und Perfektion seiner frisch angetrauten Frau satt sehen. Ihre Brüste waren wohlgeformt und das Dekolleté perfekt. Das schwarze krause Dreieck zwischen ihren Beinen bildete einen schönen Kontrast zu ihrer hellen Haut. Die langen Beine schienen gar nicht enden zu wollen. Ihr Po war genau so wohlgeformt und hatte die perfekte Größe, die zu ihrem Körper passte.

 

„Du bist so schön, dass man es kaum glauben kann“, konnte er nur sagen. „Möchtest du das Mieder ausziehen“, wollte er wissen. „Hier hat Amanda auch dein Nachtkleid bereit gelegt, wenn du es anziehen möchtest.“

 

„Ja bitte, reiche es mir“, sagte Sarah leise, „später kann ich es ja wieder ausziehen. Hilf mir beim Öffnen meiner Korsage und dann geh bitte schon ins Bett. Ich komme nach, wenn ich mich frisch gemacht habe.“

 

Joshua kam ihrem Wunsch nach und öffnete die Verschnürung des Mieders. Dann verließ er das Bad und legte sich in Sarahs Zimmer auf das Bett. Er war aufgeregt,

er wusste nicht, was ihn erwarten würde. Jetzt konnte er auch endlich Sarahs große Angst vor ihrer ersten Liebesnacht verstehen.

 

Was für ein gottloses Schwein, dachte er sich. So etwas muss bestraft werden, dessen war er sich sicher, aber was von hier aus tun, und was konnte man nach so vielen Jahren noch tun?

 

***

 

Sarah stand nun allein im Bad. Sie zog die Korsage aus, nahm das Nachtkleid, das Amanda aus feinstem Seidenstoff extra für diese Nacht genäht hatte, und zog es sich über. Es reichte gerade so bis zum Knie und passte ihr ausgezeichnet. Gedankenverloren stand sie vor dem Spiegel und schaute sich an. Ein tränenverschmiertes Gesicht blickte ihr entgegen.

 

Wie sehe ich nur aus, und das an meinem eigenen Hochzeitstag, schimpfte sie mit sich selbst.

 

Sie nahm eines der Abschminktücher vom Tisch neben der Waschschüssel, und begann ihr Gesicht von den Spuren der Tränen und des dadurch verschmierten Puders zu reinigen. Dann löste sie alle Spangen aus ihrem Haar, lang und lockig fiel es ihr bis zur Hälfte ihres Rückens. Sie nahm sich eine Bürste, die auf einer kleinen Kommode lag und bürstete es kurz durch. Als sie fertig war, drehte sie sich kokett vor dem großen Spiegel und betrachtete sich.

 

Ja, so geht es, viel besser als vorhin, redete sie mit ihrem Spiegelbild. Dann nahm sie all ihren Mut zusammen und ging in ihr Zimmer, wo Joshua schon auf sie wartete.

 

***

 

Ganz in Gedanken lag Joshua auf dem Bett, als Sarah endlich aus dem Bad kam. Er holte tief Luft, als er sie in ihrer ganzen Schönheit, nur mit ihrem kurzen Nachthemd

bekleidet, auf sich zukommen sah. Ihre Schamhaare schimmerten leicht durch das zarte Gewebe. Ihre Brüste waren perfekt, ihre Nippel standen leicht nach oben und drückten gegen den dünnen Stoff ihres fast durchsichtig wirkenden Gewandes, ihre Hüften waren fraulich rund, der Bauch flach und fest. Hektisch nahm er sich eines der Kissen, die am Kopfende des Bettes lagen und legte es über seine Lenden. Sarahs Anblick machte ihn an, erregte ihn, was sich sofort in seiner Unterhose bemerkbar machte. Das sollte sie besser noch nicht sehen, es könnte sie wieder ängstigen

 

„Wie schön du bist“, sagte er wieder leise zu seiner Frau, die immer noch mit hoch erhobenem Kopf vor dem Bett stand.

 

„Komm her“, bat er und streckte seine Arme nach ihr aus. „Bitte, komm her“, bat er sie noch einmal und klopfte mit der Hand auf die Bettdecke.

 

 

Sarah stand immer noch wie zu Stein erstarrt vor dem Bett und wusste nicht, was sie tun sollte. Sie sah sehr wohl, wie Joshua sich schnell eines der Kissen auf die Hüften legte um seine Männlichkeit zu bedecken. Doch sie nahm allen Mut zusammen, als er sie nochmals aufforderte, sich neben ihn auf das Bett zu legen. Ihr Herz raste, noch nie hatte sie fast nackt neben einem Mann gelegen.

 

Heute wird es wohl so weit sein, dachte sie sich. Ob er wirklich so zärtlich sein wird, wie er es gesagt hat?

 

***

 

Joshua drehte sich auf die Seite, als sich Sarah endlich überwinden konnte und sich neben ihn auf das Bett legte.

 

Wie schön sie ist, ging es ihm immer wieder durch den Kopf. Bin ich nicht ein wahrer Glückspilz?

 

Ihre Brüste hoben und senkten sich im Takt ihres Atems. Die Nippel standen keck nach oben. Ihr Nachtkleid hatte sich verschoben und gab gerade noch die Andeutung eines Blickes auf ihren von schimmernden dunklen Haaren bedeckten Venushügel frei.

 

Er fasste ihr Kinn und zwang sie sanft, ihn anzuschauen. Wie ein ängstliches Vögelchen blickte sie ihn an.

 

Jetzt ist Vorsicht geboten, erkannte Joshua und küsste sie leicht auf den Mund. Seine Zunge bat ihren Mund um Einlass in. Sie spielte mit ihren Lippen und drängten sie auseinander. Endlich öffnete sie ihren Mund und gewährte seiner Zunge Einlass. Joshua bemerkte, wie sehr es ihn erregte, wenn er sie küsste. Sein Penis drückte fast schmerzhaft gegen seine Unterhose. Eng drängte er sich an sie. Aber immer noch dachte er daran, nicht zu schnell vorzustürmen, um sie nicht zu beunruhigen. Er strich über ihr Haar, das sie nun offen trug.

 

„Wie schön du bist“, flüsterte er ihr ins Ohr und küsste sie wieder. Zart fing er an, an ihrem Hals zu knabbern.

 

***

 

 

Sarah erschauerte, als Joshua anfing, sie so zärtlich zu verwöhnen. Eine Gänsehaut überzog sie. Sie streckte ihren Hals, damit Josh sie dort besser küssen konnte. Es erregte sie, wenn er das tat. Ihre Brustwarzen stellten sich auf und drückten gegen seine Brust. Sie umarmte ihn und zog ihn näher an sich heran. Sie wollte ihn nah an sich spüren. Aber das Kissen lag immer noch zwischen ihnen. Sie nahm es und legte es weg, ehe sie sich enger an ihn heran drängte. Dabei musste sie Joshuas Versteifung zu Kenntnis nehmen, die gegen seine Unterhose drückte.

 

„Was ist das?“, wollte sie wissen. Ihre Neugier war geweckt.

 

Joshua musste lächeln als Sarah ihn fragte, was da so hart drückte.

 

„Liebes, das ist mein Penis. Wenn ein Mann erregt ist, richtet sich der auf und wird hart. Möchtest du ihn ansehen?“

 

Sarah erstarrte, Joshua bot ihr an, sein Glied anzuschauen?

 

Was soll ich nur machen? Ich kann doch nicht einfach seine Nacktheit betrachten, ging es ihr durch den Kopf. Aber warum eigentlich nicht? Josh ist mein Mann.

 

„Ich soll ihn mir wirklich anschauen?“, fragte sie ihn erstaunt, vor Scham leicht errötend.

 

„Ja natürlich, warum nicht“, antwortete Joshua. „Komm, sieh hin. Ziehe mich einfach aus.“

 

Zaghaft griff sie nach seiner Hose und zog sie nach unten. Joshuas Glied sprang ihr entgegen und reckte seinen Kopf in die Höhe.

 

„Siehst du, es ist doch gar nicht schlimm“, sagte Joshua lächelnd.

 

Fasziniert schaute sich Sarah dieses, in ihren Augen Ungetüm, an. So etwas sollte ihr Spaß und Lust bringen? Noch konnte sie es sich nicht vorstellen. Vorsichtig fasste

sie seinen Penis an, so als würde er zerbrechen, wenn man fester zufassen würde. Er fühlte sich samtig und weich an, aber auch hart. Ein leichter moschusartiger Geruch zog ihr in die Nase. Vorsichtig rieb sie mit der Hand am Schaft hoch und wieder runter. Ganz instinktiv tat sie es, ohne selbst genau zu wissen was sie da tat.

 

***

Joshua stöhnte auf, als Sarah plötzlich sein Glied anfasste und es rieb, es war ein herrliches Gefühl, eine zarte Frauenhand dort zu spüren. Nie hätte er gedacht, dass sie es so schnell tun würde.

 

Was tut sie nur? Was tut sie nur, ging es ihm durch den Kopf.

 

„Hör auf, sonst kann ich für nichts mehr garantieren! Nein, hör nicht auf“, wollte er sagen, sich bewusst, wohin das führen konnte. Ein „Hmm“, kam stattdessen. „Fasse ruhig fest zu, es tut nicht weh.“

 

Sein Liebespfahl pulste in ihrer Hand und reckte sich noch mehr in die Höhe.

 

Genau beobachtete Sarah Joshuas Reaktionen auf das, was sie tat. Ihm schien es zu gefallen. Sein Penis wurde noch härter und zuckte in ihrer Hand. Zart, aber auch fest rieb sie ihn. Sie sah an der Eichelspitze kleine Tröpfchen austreten.

 

„Was hat das zu bedeuten?“, wollte sie wissen.

 

Joshua versuchte, sich zu konzentrieren, um nicht zu schnell zu kommen. Aber wenn sie so weiter machte, wäre es bald um ihn geschehen. Er spürte, wie der Samen schon seine Lenden hoch stieg und sich den Weg nach draußen suchte. Dann kam auf einmal Sarahs Frage, was die Tröpfchen zu bedeuten haben.

 

„Das ist ein Zeichen dafür, dass mein Sperma nach draußen will. Also, Vorsicht bitte, sonst ist es zu schnell zu Ende. Oder möchtest du es sehen?“

 

Sarah errötete sofort wieder, als Joshua ihr anbot, auch noch sein Sperma zu sehen.

 

„Es ist doch nichts dabei“, meinte Joshua. „Du musst nur das weiter machen, was du eben gemacht hast. Immer schön weiter reiben und rubbeln. Nicht mehr lange und du wirst es sehen.“

 

Sarah machte weiter, wie es ihr Joshua sagte. Sie spürte, wie sein Liebesstab immer härter wurde und sich noch mehr aufrichtete. Immer mehr Tröpfchen traten aus der Eichel. Joshua zuckte, je mehr Sarah rieb. Nicht mehr lange, und er würde ihr alles zeigen.

 

„Ja, weiter so“, stöhnte er. „Hmm, herrlich machst du das.“ Er schloss die Augen und ließ sich treiben.

 

Nach Joshs Lob, es genau richtig zu machen, griff Sarah fester zu. Ihre anfängliche Scheu schien überwunden zu sein. Nun war auch ihre Neugier erwacht. Sie fand Gefallen daran, ihren Liebsten so zu verwöhnen. Es erregte sie, ihren Mann so zu sehen, wie er sich ihr hingab.

 

Sie ahnte, dass das, was sie jetzt mit ihrer Faust tat, später einmal in ihrer Scheide geschehen würde. Nur die quälende Vorstellung, dieses Monster einmal in sich aufnehmen zu müssen, ließ sie etwas zweifeln. Trotzdem erregte sie der Gedanke daran. Hatte ihre Mutter nicht auch erzählt, dass es wunderschön sei, diesen intimsten Moment gemeinsam genießen zu können. Plötzlich verspürte sie ein seltsames, verlangendes Kribbeln in ihrem Schritt. Unwillkürlich griff sie sich zwischen die Beine und erforschte die Hitze und Nässe, die sich da gebildet hatte.

 

„Oh, ja … fester“, stöhnte Joshua plötzlich auf. Sein Körper verkrampfte sich und unter lautem Stöhnen ergoss er sich in Sarahs Hand.

 

Fasziniert schaute sie, wie eine schleimige Masse aus Joshuas Penis schoss und über ihre Hand floss. Sie beobachtete, wie die Intervalle der Ausstöße erst länger wurden und dann verebbten. Sein Liebesstab fiel langsam in sich zusammen und rutschte aus ihrer Faust. Klein und schlaff lag er jetzt zwischen seinen Beinen auf die Hoden gebettet. Wie anders dieses Ungetüm auf einmal aussah.

 

Sarah betrachtete nachdenklich die weißliche Masse, die ihre Hand benetzt hatte. Sie wusste von ihrer Mutter, dass diese geringe Menge ausreichen würde, ihren sehnlichsten Wunsch nach einem eigenen Kind zu erfüllen. Das Sperma auf ihrer Hand fühlte sich warm an, aber mit der Zeit erstarrte es zu einer dünnen fast durchsichtigen Schicht.

 

Eine Frau war nur einmal pro Monat empfängnisbereit. Natürlich glaubte sie, dass es beim Mann auch so war. Deshalb schalt sie sich eine Närrin, sich ihrem Liebsten wegen ihrer tiefsitzenden Furcht verweigert zu haben. Wie gerne wüsste sie diesen kostbaren Saft jetzt in sich drinnen, nun hatte sie wohl einen ganzen Monat verloren.

 

Joshua lag lang ausgestreckt auf dem Bett und sah seine Frau mit glasigen Augen an. Er atmete schwer wie nach einem schnellen Lauf. Schweiß perlte auf seiner Haut.

 

„Liebes“, sagte er nachdem er sich einigermaßen beruhigt hatte. „Wie kann ich das bei dir nur gut machen? Das sollte doch deine Nacht werden und nun bringst du mich an den Rand des Wahnsinns.“

 

„Noch ist die Nacht nicht zu Ende. Also haben wir genug Zeit, dass du das wieder gut machen kannst“, meinte Sarah schmunzelnd. Nach kurzem Überlegen meinte sie: „Küssen kannst du bestimmt noch! Oder möchtest du lieber schlafen?“

 

„Oh nein! Nicht schlafen“, lachte Joshua. „Ich kenne da noch so viele schöne Dinge, die ich dir zeigen kann. Und außerdem ist die Nacht nach deinen eigenen Worten noch lange nicht zu Ende

 

Sie bewarf ihn mit einem Kissen, das auf dem Bett lag und innerhalb kurzer Zeit war eine lustige Kissenschlacht im Gange.

 

 

 

Kapitel 8 – Der Schritt zur Frau

 

Joshua versuchte, dem Kissen auszuweichen, das Sarah ihm auf ihn warf. Lachend rollte er sich zur Seite. So wurde gerade noch sein Hinterteil getroffen. Binnen kurzer Zeit war eine wilde Kissenschlacht im Gange. Denn Joshua schnappte sich das Kissen und schleuderte es zurück. Er traf auch gleich so, dass Sarah das Gleichgewicht verlor und auf den Rücken kippte. Er nutzte die Chance, stürzte sich auf sie und setzte sich auf ihre Oberschenkel. Er ergriff ihre Handgelenke und hielt ihre Arme über dem Kopf. Seine Hände waren groß genug, so dass er Sarahs Handgelenke mit einer festhalten konnte. Mit der anderen freien Hand fing er an, sie zu kitzeln.

 

Sarah lachte, strampelte und versuchte, sich zu befreien. Aber Joshuas Griff war so fest, dass sie keine Chance hatte.

 

„Na“, meinte er, breit grinsend. „Wie ist es, Mrs. MacAllister? Können sie sich freikaufen? Wenn nicht, muss ich mir eine Strafe ausdenken.“ Dabei sah er sie scheinbar ernst an. Aber das lausbübische Lächeln in seinen Augen konnte er nicht verbergen.

 

„Welche Strafe wäre es denn, wenn ich mich nicht freikaufen könnte?“, ging Sarah auf das Spiel ein.

 

„Ich werde sie so lange küssen und streicheln, bis sie mich um Erlösung ihrer süßen Qualen betteln werden“, sagte Joshua darauf. Allein der Gedanke daran, wie er Sarah verwöhnen könnte, trieb ihm das Blut in die Lenden. Sein eben noch so schlaffer Liebesspeer erwachte sogleich wieder zum Leben. Da er auf Sarahs Oberschenkeln saß, konnte er seine Erektion dieses Mal nicht vor ihr verbergen. Sein Pfahl ragte mit der Spitze über ihren Unterleib.

 

„Mister MacAllister, dieses Angebot muss ich mir erst noch einmal genau überdenken. Was habe ich davon?“, antwortete Sarah mit einem strengen Gesichtsausdruck, der zeigen sollte, wie sehr sie über das Angebot nachdachte. Joshuas wieder erwachtes Glied hatte sie jedoch schon längst bemerkt, auch ihr schien es, als würde ihr Liebestempel überschwemmt. Zudem fand sie es äußerst merkwürdig, dass dieses Teil, zwischen ihren Beinen, plötzlich sehr feucht wurde. Ein seltsames irgendwie kribbeliges Gefühl breitete sich in ihr aus. Unruhig versuchte sie sich zu bewegen. Joshua hielt sie aber immer noch fest im Griff und ließ sie nicht los.

 

 

Joshua bemerkte Sarahs erwachende Lust, die diese selbst noch nicht als solche zu erkennen schien. Er rückte seinen Leib ein wenig weiter nach unten, sehr wohl daran denkend, dass dadurch seine Eichel fest gegen ihre Scham drückte und ihre aufsteigende Nässe zwischen den Schamlippen spürte. Er überlegte, wie er am besten zum nächsten Schritt übergehen könnte, ohne sie dabei zu bedrängen. Immer noch dachte er an ihre Worte und welche Ängste sie quälten.

 

Sarah atmete seltsam schwer unter Joshuas Last. Seinen Speer, den sie sehr wohl zwischen ihren Beinen fühlte, brachte die ihr bisher völlig unbekannte Glücksgefühle langsam zum Kochen. Wie vergessen waren die Erzählungen ihrer Mutter, sie ließ sich einfach von ihrer eigenen aufkeimenden Lust treiben.

 

„Wie willst du mich dazu bringen, dich um Erlösung zu betteln“, fragte sie voller Ungeduld, nicht ohne den Hintergedanken, dass er endlich zur Tat schreiten würde.

 

„Du willst es wissen? Komm, ich zeige es dir“, meinte Joshua mit leiser, vor Erregung heiserer Stimme. Er ließ ihre Hände los und setzte sich neben sie. Er half ihr sogar hoch und zog ihr das Nachtkleid über den Köpf.

 

Sarah ließ es fast willenlos mit sich geschehen. Dann sollte sie sich auch noch auf den Rücken legen und ihn einfach nur machen lassen. Sie ließ sich einfach mit einem Seufzer fallen. Dass dieser glücklich, ja irgendwie fordernd klang, war ihr gar nicht bewusst. Sie erwartete voller Spannung Joshuas weiteres Tun. Ihre einst so drängenden Ängste waren plötzlich wie weggeblasen. Eine unwiderstehliche Lust hatte alle ihre Bedenken weg gewischt – sie sehnte das Kommende förmlich herbei. Ein bisher unbekanntes Wollen überschwemmte sie, welche sie noch nie fühlte.

 

„Bist du bereit, mir zu vertrauen? Bitte, sag ruhig, wenn dir etwas unangenehm ist“, fragte Joshua mit einem liebevollen Blick auf seine Liebste.

 

„Ja“, antwortete die leise, „ich bin bereit ein Abenteuer einzugehen und ich vertraue dir.“

 

Joshua atmete nach dieser Antwort erleichtert auf und küsste Sarah besonders zärtlich auf die Lippen. Er legte sich neben sie. Dabei stützte er seinen Kopf auf einen Arm, um besser zu ihr hin blicken zu können. Leicht strich er mit einem Finger über ihre netten, wenn auch vorwitzig hervorstehenden Brustwarzen. Sofort zogen die sich zusammen und wurden hart. Freudig beobachtete er diese von einer gewissen Bereitschaft zeigenden Reaktionen.

 

Wie sie wohl reagiert, wenn ich ihre süße Spalte verwöhne, dachte er sich.

 

Um das herauszufinden, arbeitete er sich langsam nach unten vor. Als erstes erfuhren ihre Zwillingshügel eine zärtliche Behandlung, die Sarah sichtlich genoss. Mit seiner Zunge umkreiste er ihre Nippel, ehe er sie tief in seinen Mund einsaugte.

 

Sarah seufzte leise auf. Ein wohliges warmes Gefühl breitete sich in ihr aus. Es begann an ihren Brüsten, mit denen sich Joshua eben beschäftigte und suchte sich seinen Weg in Richtung ihres von einem Mann noch unberührten Schoßes. Sie ließ sich einfach völlig fallen und genoss Joshuas Tun immer mehr.

 

Ihr Atem wurde schneller und heftiger, als er sich über ihren Bauch weiter nach unten vorarbeitete. Welch süße Gefühle er dabei ihr hervorrief. Schon spürte sie seine Zunge an ihrem Nabel und kurz darauf – was war das? Er griff an ihre Scham. Unwillkürlich spreizte sie unaufgefordert ihre Beine etwas. Sie staunte immer mehr über sich selbst. Bisher war das doch absolutes Tabugebiet und jetzt – ein völlig ungewohnter Gedanke durchzuckte sie:

 

Schau, wie erregt ich bin, wie ich deine Zärtlichkeiten jetzt genau dort brauche.

 

Als Joshua begann diese liebliche Scham zu küssen, sah er sehr wohl, wie Sarah ihre Beine leicht spreizte und ihm damit den Zugang zu ihrer Liebesspalte sehr erleichterte. Seine Augen glitzerten vor Freude.

 

Sie will es auch, sie will es, ging ihm durch den Kopf.

 

Augenblicklich nahm die Härte seines Freudenspenders zu. Am liebsten würde er damit sofort in ihre Liebesgrotte eindringen. Er verstand jedoch, sich, wenn auch mühsam, zu beherrschen. Sein gegebenes Versprechen als Gentleman hinderte ihn. Sie war keine Sklavin, wie die vielen, bei denen er sich, bevor er mit Sarah zusammenkam, Erfahrung verschaffte. Sarah war seine Gemahlin und es war nur rechtens, wenn sie ihn bat, es doch endlich zu tun.

 

Noch war sie nicht gefühlsbetont genug. Er musste noch mehr an ihrem Liebeszentrum arbeiten. Erst dann würde er langsam in sie eindringen und sie zur Frau machen. Nur wenn sie voller Emotionen stecke, ihre sinnlichen Gefühle bereit waren, würde sie den kleinen Schmerz der Entjungferung kaum noch wahrnehmen, der innere Drang nach Erfüllung würde überwiegen. Joshua hatte es oft genug mit jungen Sklavinnen geübt – keine war ihm je böse deswegen.

 

 

Nach einem kurzen Blick auf Sarahs Brüste, die sich wie zwei liebliche Hügel in der Ferne, am Ende einer weiten Ebene erhoben, rückte er noch einige Zentimeter weiter und sah direkt vor seinem Gesicht ihren Venushügel, die Schamlippen, die schon leicht geöffnet waren. Die dunklen, leicht gekräuselten Schamhaare stachen von ihren hellen Schenkeln ab.

 

Zärtlich strich er mit einem Finger an ihren großen Lippen entlang, teilte diese vorsichtig, um schließlich in die Hitze ihrer Liebesglut einzutauchen.

 

„Hm“, murmelte Joshua, „wie feucht du schon bist.“

 

Mutig drang er immer weiter vor, bis die inneren, kleinen Flügelchen sichtbar wurden.

 

Sarah öffnete ihre Schenkel nur noch weiter und winkelte instinktiv die Beine an, als Joshua mit einem Finger zärtlich über ihre kleinen Schamlippen strich. Ein lauter Seufzer entfuhr ihrer Kehle, als er seine Fingerspitze in ihre intimste Stelle eindringen ließ. Sollte das schmerzhaft sein? überlegte sie. Nein, im Gegenteil. Es war ein zu schönes Gefühl für sie, wie sie es sich bisher kaum vorstellen konnte.

 

Joshua beobachtete Sarahs Reaktionen sehr genau. Vom guten Fortgang ermutigt, presste er seinen Kopf nun fester gegen ihren Schoß. Sein Mund war jetzt ihrem Kleinod ganz nahe. Der feine Geruch ihrer immer mehr aufsteigenden Erregung traf seine Nase. Er spitzte seine Zunge und strich mit ihr über Sarahs Lustzentrum, der Klitoris.

 

Sarah hatte es bisher kaum gewagt, dort einmal selbst tätig zu werden. Das tut man nicht, hatte sie noch die Worte von der Mutter im Ohr. Und nun? Diese ungewohnte Behandlung durch ihren Geliebten. Alleine die Berührung ließ einen glückseligen Schauer nach dem anderen durch ihren Körper rasen. Je mehr Joshua diesen eindeutigen Lustpunkt verwöhnte, desto verlangender wurde ihr Wunsch nach mehr.

 

Ihr Herz raste, ein übermächtiger Drang ließ sie alles vergessen, hemmungslos stöhnte sie Laute der Lust hinaus. Sie warf ihren Kopf auf dem Kissen hin und her, ein leichtes Zittern durchfuhr ihren Leib. Joshuas Mund saugte jetzt gar dort. Er spürte wie die Stelle zwischen seinen Lippen etwas größer wurde. Sie bäumte sich auf, drängte ihren Unterleib Joshuas Mund entgegen. Nein, verwechselte gar jemand diese Wollust mit Schmerz? Den könnte sie stundenlang erleiden.

 

 

„Ah“, seufzte sie, „ist das schön. Ich will mehr.“ Das Kribbeln in ihrem Schoß hatte sich längst über ihren ganzen Körper ausgebreitet.

 

***

 

Als Sarah Ich will mehr stöhnte, hielt Joshua kurz inne.

 

„Du willst mehr?“, fragte er, „Wie viel mehr?“

 

„Sehr viel mehr. Das ist wundervoll erregend“, forderte sie jetzt.

 

Joshua züngelte nun immer heftiger an ihren Schamlippen und ihrem inzwischen doppelt so großen Kitzler. Ihre Reaktionen sagten ihm, Sarahs Pforten würde sich nun bald gänzlich öffnen. Vorsichtig schob er einen Finger in ihre Scheide.

 

Noch zeigte Sarah eine leichte Verspannung, als er sich dem Eingang auch nur näherte. Er ahnte, dass er immer noch diese dämliche Furcht war, die seine Frau dazu brachte. Er erkannte sich jedoch kaum selbst wieder, wie er geduldig wartete, bis sich Sarahs Verspannung gelockert hatte. Nun ließ er zwei Finger auf einmal folgen. Langsam massierte er den Eingang zur Höhle der vollendeten Freude, die sein immer steifer werdendes Glied hoffentlich bald betreten würde. Doch noch war es nicht soweit. Um Sarahs Gefühle nicht womöglich erkalten zu lassen, bearbeitete seine Zunge weiter die immer freudiger diese Aufmerksam genießende Klit.

 

Dann, Joshua hatte irgendwie das Gespür dafür, war sie weit genug, um noch einen dritten Finger in sich aufnehmen zu können. Nach und nach weitete er ihre Liebeshöhle. Er spürte Sarahs Muskeln arbeiten, ihre rhythmischen Kontraktionen.

 

Sarahs Gefühle schlugen indes Purzelbäume. Die herrlichen Wogen, die über ihren ganzen Körper schwappten, versetzten sie in einen wahren Liebesrausch.

 

„Lass dich einfach gehen, vertrau mir“, hörte sie Joshua wie durch eine Nebelwand sagen. „Lass es zu, ich spüre doch, wie sich da etwas in dir aufgebaut hat und du es bald nicht mehr zurück halten kannst.“

 

Immer heftiger umkreiste seine Zunge ihre Klitoris. Sarahs zuckende Scheidenmuskeln signalisierten ihm, dass sie gleich ihren ersten Orgasmus durch ihn, ihren Ehemann erleben würde.

 

Sarah öffnete sich noch mehr, noch weiter spreizte sie ihre Schenkel, um Joshuas Zunge noch intensiver spüren zu können. Auch ihr war bewusst, dass sie kurz vor dem ersten Höhepunkt ihres Lebens stand, dem angeblich schönsten Gefühl, das sie bisher nur vom Hörensagen kannte.

 

„Oh, ja!“, stöhnte sie, „Das ist herrlich. Mach weiter. Wie schön das ist.“

 

Joshua lächelte, genau das wollte er von ihr hören. Noch ein paar kleine intensive Zungenschläge und Sarah würde ihr erstes Feuerwerk erleben.

 

„Was machst du mit mir“, schrie Sarah fast wie von Sinnen. Sie zitterte am ganzen Körper, die Gefühle überwältigen sie beinahe, obwohl sie die kaum missen mochte.

 

„Hör auf“, keuchte sie absolut nicht ernsthaft und japste nach Luft. „Nein, hör nicht auf. Mach weiter, oh, ja, ist das schön.“

 

Kurz darauf erbebte ihr Körper nochmals ein unkontrollierbares Zittern durchfuhr ihre Glieder. Dann überrollte sie ein Orgasmus, dass ihr beinahe auch der letzte Rest ihrer Sinne schwand. Keuchend warf sie sich auf dem Bett hin und her und versuchte, mit einer Hand Joshua von ihrer Scham wegzudrücken. Ihre andere Hand krallte sich in die Decken, die bald deutliche Spuren ihrer erstmal erfolgten Erregung zeigten.

 

Joshua ließ aber nicht los und verwöhnte sie zärtlich, bis die Wellen ihres Höhepunktes langsam verebbten.

 

„Oh Liebster, was machst du nur mit mir?“, fragte sie lächelnd, als sie endlich wieder normal atmen konnte.

 

„Nur das, was jeder liebende Mann mit seiner Frau macht“, antwortete Joshua.

 

„Weißt du, wie schön du in deiner Erregung bist?“ Er rückte wieder zu ihr hoch und

küsste sie zärtlich, „Die schönste Frau auf Erden ist nun mein.“

 

Sarah kuschelte sich an ihn. Sie hörte sein Herz in seiner Brust pochen.

 

„Wie schön das eben war“, bekräftigte sie ein weiteres Mal mit leicht rauchig klingender Stimme, „Bin ich jetzt eine richtige Frau?“, wollte sie dann noch wissen.

„Nein, noch nicht, noch bist du Jungfrau.“

 

„Ich dachte, … nein …“, jetzt weinte sie fast.

 

„Ein ganz kleiner letzter Schritt fehlt noch“, versuchte er sie zu beruhigen, „wir müssen uns vereinigen, richtig Liebe machen, damit wirst du erst zur Frau.“

 

„Dann lass es uns endlich tun“, forderte Sarah ihn beinahe befehlend auf.

 

„Das lasse ich mir nicht zweimal sagen“, lachte Joshua. „Schau mal meinen Liebespfahl an, wie der sich schon darauf freut“, sprach er weiter und zeigte auf seinen Penis, der sich in Erwartung des Kommenden sogleich wieder streckte und frech seinen Kopf in die Höhe streckte.

 

„Hm“, seufzte Sarah und fasste um den Schaft. Leicht schob sie die Vorhaut hin und her.

 

Joshua verdrehte die Augen und bewegte rhythmisch sein Becken.

 

„Das genügt“, stöhnte er, „ich komme sonst gleich wieder. Lass mich erst einmal prüfen, ob du noch feucht genug bist.“

 

Er legte sich wieder zwischen Sarahs Schenkel und schob sie auseinander. Scherzhaft klopfte er mit der Zunge gegen ihren Kitzler. Sofort reagierte dieser und kam wieder aus seinem Versteck heraus.

 

„Oh ja, sehr schön“, murmelte Joshua zwischen ihren Schenkeln, „du bist bereit.“ Deutlich erkannte er ihr Jungfernhäutchen in ihrer vom Nektar überfluteten, völlig entspannten Scheide.

 

Ganz vorsichtig legte sich auf Sarah. Mit seinem Glied stupste er vorsichtig gegen ihre Spalte. In langsamen, kleinen Stoßen bewegte er sich, aber immer noch, ohne in sie einzudringen. Gespannt beobachtete er ihre Reaktionen.

 

Sarah stöhnte unter Joshua lustvoll auf, als sein Penis ihrer Klitoris streifte. Sie krallte sich an ihren Mann und bäumte sich auf, um ihn intensiver spüren zu können.

 

Joshua hielt sie fest und küsste sie zärtlich. Er hielt ihren Kopf und streichelte über ihr Haar. Je schneller sich Joshua auf ihr bewegte, desto mehr stöhnte Sarah. Ihr eben erstmals erlebtes Glücksgefühl breitete sich wieder in ihr aus, ihre Erregung stieg erneut an. Sie verschränkte ihre Beine über Joshuas Po und passte sich seinem Rhythmus an. Sein Speer war von ihrem Liebessaft glitschig geworden.

 

„Bist du bereit?“, flüsterte Joshua leise, „Möchtest du jetzt?“.

 

„Ja, bitte, ich kann es fast nicht mehr erwarten“, stöhnte Sarah mit verschleierten Augen.

 

Zärtlich knetete der jetzt ihre Brüste, deren Nippelchen vor Lust steil abstanden. Zitternd vor Lust, aber keinesfalls vor Schmerz, lag Sarah unter ihm. Joshua schob ihre Schenkel noch ein wenig weiter auseinander. Er griff nach seinem von ihrer Nässe glänzenden Penis, ließ ihn noch einmal durch ihre Furche auf und ab gleiten. Endlich war es soweit, vorsichtig drängte er sein Glied in ihre Scheide, die sich langsam dehnte und ihn willig einließ. Sarah sah ihn mit großen Augen an und beobachtete sein Tun.

 

Immer wieder stieß er vorsichtig vor, um sich gleich darauf wieder zurückzuziehen, bis nur noch die Eichel in ihr steckte. Ihre Schamlippen umspannten seinen Stamm.

 

Endlich war er so weit in ihr, dass er das natürliche Hindernis spüren konnte, das jetzt noch zu überwinden war. Sarah zuckte unter dieser Berührung kurz zusammen, der leichte Schmerz ließ sie aufstöhnen. Joshua hielt sofort still, legte sich wieder flach auf sie, ohne seinen Zauberstab aus ihr gleiten zu lassen.

 

Heftig küsste er sie und saugte sich an ihrem Mund fest. Er lag auf ihr, ohne sich zu bewegen. Sarah krallte sich an ihm fest und keuchte. Sie zitterte am ganzen Körper.

 

Ohne ihren Mund loszulassen, stieß Joshua mit einer kurzen, aber heftigen und kräftigen Bewegung zu. Sarah schrie kurz auf, dann war es auch schon vorüber. Ihr Jungfernhäutchen war gerissen.

 

„Es ist schon vorbei, Liebes“, beruhigte er sie, als er die Tränen in ihren Augen sah.

„Ich wollte dir doch nicht weh tun“, entschuldigte er sich.

 

„Es tat nicht richtig weh“, antwortete Sarah glücklich, eine kleine Träne rollte dabei über ihre Wange. „Ich war nur überrascht, als du so ohne Vorwarnung zugestoßen hast. Ich bin nun einfach nur glücklich, jetzt endlich eine richtige Frau zu sein.“ Ihr Blick verschleierte sich wieder. „Es ist herrlich, dich so in mir zu spüren.“

 

***

 

 

Nach einer kurzen Ruhepause, begann sie, sich unter ihm zu bewegen.

 

Jetzt war es an Joshua zu stöhnen. Ihre Scheidenwände rieben an seinem Steifen, der sofort an Umfang zunahm. Dann fing auch er an, sich zu bewegen. Sein Liebesdolch fuhr in ihr ein und aus. Zusammen fanden sie ihren Rhythmus.

 

Sarah konnte ihr Glück kaum fassen, endlich mit ihrem Mann zusammen zu sein.

 

„Es ist herrlich“, stammelte sie immer wieder, „Welch ein Gefühl, dich warm in mir zu verspüren. Es drückt auch längst nicht mehr, wie zu Anfang. Kann es sein, dass wir zueinander passen?“, schluchzte sie dann sogar.

 

Joshua rollte sich auf die Seite, dabei glitt sein Penis aus ihr. Sarah murrte deshalb prompt ein wenig. Sie vermisste bereits das für sie neue Gefühl der Vereinigung.

 

„Warte ab, wir machen es uns jetzt ganz gemütlich, leg dich einfach auf die Seite, ich komme hinter dich.“

 

„Was hast du vor?“, wollte sie wissen während sie seiner Aufforderung nachkam.

 

Er drängte sich an ihren Rücken und legte einen Arm um sie. Sein Glied drückte hart gegen ihre Hinterbacken. Joshua griff nach ihrer Brust und knetete diese. Dabei küsste er ihren Nacken und ein Ohrläppchen.

 

Wieder durchfuhr sie das inzwischen bekannte Kribbeln, als sie ihren Hintern gegen Joshuas harte Männlichkeit presste Joshua fasste kurz nach unten und schob seinen Steifen zwischen ihre Schenkel. Sarahs Kleinod war immer noch nass genug, um ohne Probleme in sie eindringen zu können.

 

„Oh ist das eng“, stöhnte er hinter ihr, ehe er sich wieder in ihr zu bewegen begann. Sarah kam nun seinen Stößen entgegen. Sie genoss es, ihn in sich zu haben. Joshuas Rhythmus wurde immer hektischer. Keuchend stieß er immer wieder in sie. Er hob ihr Bein an, um besseren Zugang zu ihrer Liebesmuschel zu bekommen.

 

Sarah griff nun auch nach unten. Sie wollte den Eindringling auch mit der Hand erfühlen, denn irgendwie konnte sie es kaum glauben, dass dieses liebe Ungetüm in ihr war.

 

Immer und immer wieder stieß Joshua zu. Er stöhnte auf, als sich ihre Hand um seinen Schaft schloss. Dann ließ er der Natur ihren Lauf. Er konnte sich nicht mehr zurückhalten. Sein Sperma suchte sich den Weg nach draußen, nur dieses Mal nicht in Sarahs Hand, sondern in ihren nun nicht mehr jungfräulichen Liebestempel. Zuckend ergab er sich und ließ seinen Liebessaft in mehreren Schüben in seine Sarah schießen. Ihre Scheidenmuskeln spannten sich wieder um seinen Stab, als würden sie wolle sie alles aus ihm heraus pressen.

 

„Oh Liebes, wie bin ich glücklich“, seufzte ihr Joshua ins Ohr und küsste wieder ihren Nacken. Sein Atem ging immer noch schnell. Feine Schweißperlen standen auf seiner Stirn.

 

Sarah machte sich aus seinen Armen los und drehte sich zu ihm um. In ihren Augen standen erneut Tränen. Tränen des Glücks.

 

„Es war herrlich“, flüsterte sie ihm zu. „Und ich hatte erst solche Angst davor.“ Heftig schluckte sie, ehe sie weiter sprach: „Danke dafür, dass du so zärtlich warst und mir die Furcht genommen hast. Ich liebe dich.“

 

Durch das immer noch geöffnete Fenster hörten sie die letzten Hochzeitsgäste im Garten lachen. Das leise Rauschen der Blätter des Baumes, der vor dem Fenster stand, wiegte sie in den Schlaf. Sarah war glücklich und schmiegte sich in Joshuas Arme.

 

***

 

Sarahs Hochzeitsnacht war nun dreieinhalb Jahre her, dreieinhalb Jahre voller Höhen und Tiefen. Sie liebte Joshua mit allen Fasern ihres Körpers. Immer noch waren sie ein glückliches Paar und liebten sich von Tag zu Tag mehr. Joshua trug sie auf Händen und las ihr jeden noch so kleinen Wunsch von den Augen ab.

 

Nach einer Totgeburt ein Jahr nach der Hochzeit und einer Fehlgeburt wenig später, hatte Sarah endlich einem gesunden kleinen Mädchen das Leben geschenkt. Ein Kind, das ihre Liebe zueinander noch größer werden ließ.

 

Anna und Angelina waren Großmütter wie aus dem Bilderbuch. Die kleine Mary-Anne wurde von den zwei Frauen verwöhnt, wo sie nur konnten. Und Joshua, er war stolz auf sein kleines inzwischen zehn Monate altes Töchterchen, aber auch stolz auf seine Sarah, die seit drei Monaten wieder ein Kind unter dem Herzen trug, aber trotzdem immer noch die Freuden der körperlichen Liebe mit ihm zusammen sehr genoss.


Ende

 

Zur Autorin

 

Brida Baardwijk, die auch unter dem Pseudonym Sandy Reneé erotische Literatur schreibt und veröffentlicht, ist in einschlägigen Internetforen auch unter sunny768, Susi Lovejoy oder salika bekannt.

 

Die Autorin lebt seit ihrer Geburt im Juli 1968 mit ihrer Familie und ihren Katzen im Altenburger Land im schönen Ostthüringen. Ihre Heimat ist ihr Ein und Alles.

Als sie Weihnachten 1975 ihr erstes Buch geschenkt bekam und dies bereits ganz allein lesen konnte, war sie sehr stolz. Damals begann ihre Liebe zu Büchern, die sie bis jetzt nie wieder losgelassen hat. Während ihrer Schulzeit schockte sie oft die Lehrer ihren Aufsätzen, die sie im Deutschunterricht schreiben mussten. Die Worte flossen ihr aus der Feder wie Wasser. Dass sehr viel später auch Erotikgeschichten schreiben würde, kam ihr damals noch nicht in den Sinn. Ihr Spektrum zieht sich heute über Erotikgeschichten und Romane.

Die Hobbyautorin schreibt zwar überwiegend Erotik, doch ihr Lieblingsgenre sind die historischen Romane, an denen sie sich bereits selbst versucht hat.

 

Unter dem Namen Stella Polaris fungiert sie als Herausgeberin der Gemeinschaftswerke des ELP-Forums. Als Sandy Reneé veröffentlicht sie überwiegend erotische Literatur.

 

Sie finden Brida Baardwijk auch bei

  • elpforum.de
  • sunnysbuechereck.jimdo.com
  • Facebook: @sunnysgeschichten
  • Twitter: @Sandy_sunny768
  • Google+: Sandy Reneé
  • com: @sunny768
  • Bookrix: www.bookrix.de/-sunny768/

 

Wir sehen bzw. lesen uns. Ich freu mich drauf!

 

Ihre

Impressum

Texte: Brida Baardwijk
Bildmaterialien: Anyka - Fotolia.com
Cover: Brida Baardwijk
Tag der Veröffentlichung: 24.05.2018

Alle Rechte vorbehalten

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