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Salome's Tränen

Ich kann mich an die erste Begegnung mit Salome noch erinnern, als wäre es gestern gewesen. Ihr rabenschwarzes Haar tänzelte im lauen Abendwind, während mir ihr braunes Augenmerk aus einem blassen Antlitz entgegenblickte. Ich mochte sie nicht auf Anhieb, was in diesen unsteten Zeiten, denen wir in der Jugend unweigerlich ausgesetzt waren, nicht sonderlich verwunderlich schien. Denn Salome war eine Jüdin und ich der Sohn eines verbohrten Elternpaares, dessen grösste Erfüllung darin bestand, den Worten des Führers folge zu leisten. Auch ich liess mich von den hochtrabenden Reden Hitlers nur zu gerne mitreissen, obschon deren katastrophale Tragweite für mich schon bald durchschaubar war. Denn wo mir Salome beim Tag unserer Begegnung und aufgrund meiner fehlgeleiteten Ansichten fürwahr zuwider war, konnte ich mir ein Leben ohne sie schon nach kürzester Zeit mehr vorstellen. Ich habe mich in dieses Mädchen verliebt, jeden Tag aufs Neue, wenn sie mit ihren jüngeren Schwestern an meinem Haus vorbei spazierte und in Richtung Innenstadt verschwand. Und obschon sie mir stets ein verborgenes Lächeln schenkte, wenn sich unsere Wege nicht ganz zufällig kreuzten, spielte ich kein einziges Mal mit dem Gedanken die anmutige Schönheit anzusprechen. In einem Deutschland, geprägt von Boykottkampagnen und dem Blutschutzgesetz, dass dem Deutschen eine Verbindung mit einem Juden strickte untersagte, erschien es mir undenkbar meine tiefe Verbundenheit zu Salome offen preiszugeben.

 

Doch eines Montags, als ich sehnend aus dem Fenster schaute, um wenigstens einen einzigen Blick auf jene Frau zu erhaschen, für die mein Herz so sehr schlug, kam sie nicht ihrer gewohnten Pfade. Ohnehin fiel mir auf, dass viele mir bekannten Personen verschwunden sind und entgegen meines Vaters Willen verliess ich den Schutz meines Heims, um mich nach eben jenen umzusehen. Und dann sah ich sie da sitzen, zusammen mit vielen anderen Familien, die nicht aus meinem vertrauten Umfeld stammten. Dicht gedrängt und warm angezogen sassen sie auf Koffern. Ein bedrückendes Schweigen herrschte und inmitten dieses erschütternden Anblicks entdeckte ich Salome. Ihre Augen waren tränenverschleiert, als sich unsere Blicke für einen flüchtigen Moment berührten. Es war so schrecklich, dass sich dieses Bild unweigerlich in meine Seele brannte. In diesem Augenblick, als ich neuerlich aus der Ferne zu ihr herübersah, mir ihres Schmerzes so gewahr war als wäre es der meine, dämmerte mir, dass ich dieses Mädchen wohl niemals wieder sehen würde. Feige stand ich schweigend da, als man die jüdischen Familien auf ungezählte Zugwaggons verteilte und anschliessend deportierte. „Das sind doch nur Juden!“, sprach ein Fremder zu mir, der meine bestürzte Miene nicht im geringsten nachempfinden konnte, und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. „Das sind Menschen!“, erwiderte ich und zog meiner Wege.

 

Salome's Tränen sollten mir von dieser Stunde an stete Begleiter sein, die mich selbst im Traum verfolgten. Kein Tag verging, an dem ich nicht an sie dachte und keine Erinnerung war jemals zum verblassen verdammt. Die Novemberpogrome lagen schon einige Monate im Vergangenen, als Hitler mit dem Überfall auf Polen ein Inferno entfesselte, dessen Ziel die Vernichtung von ganzen Völkern und Staaten war. Doch die Welt, die er beherrschen wollte, wusste sich zur Wehr zu setzen. Sie schlug mit aller Brutalität zurück und wir bekamen zu spüren, was totaler Krieg bedeutete: von Brandbomben eingeäscherte Städte, Vertreibung, Massenmord. Der ausgeglühte Staat der Deutschen wurde zerstückelt. Gebiete, die seit Jahrhunderten zum deutschen Osten gehörten, gingen verloren. Jeder, der nur ansatzweise befähigt war an vorderster Front zu stehen, rief man zu den Waffen. Auch ich wurde aus meinem gewohnten Umfeld herausgerissen und fand mich, nach einer so kurzen wie intensiven Vorbereitungszeit, an der russischen Grenze wieder. Über drei Millionen Männer, unter denen auch ich mich befand, harrten den Dingen, die da kommen mochten, bis eines Nachts der Befehl gegeben war die Sowjetunion ohne Kriegserklärung anzugreifen. Endlose dunkle Tage folgten, die mit den kommenden Monaten in zahllosen Versorgungsengpässen enden sollten. Dass der Endsieg greifbar nahe sei, wusste man uns stets zu predigen, und anfangs waren wir durchaus gewillt den Worten des Führers Glauben zu schenken ... bis der russische Winter kam! Im Glauben daran, dass der Krieg im Osten spätestens im August gewonnen sei, versäumte man es uns zu Beginn der Offensive mit Winterausrüstung, Handschuhen und warmen Mänteln auszustatten. So kam es, dass in diesem Winter Frost und Eis mehr deutsche Soldaten tötete als die Kugeln des Gegners.

 

Noch heute ist mir schleierhaft, wie es mir gelang diese dunkle Zeit zu überstehen! Jene Kugel, von einem Russen abgefeuert und befähigt mein rechtes Kniegelenk völlig zu zertrümmern, war vermutlich der Grund meines Überlebens. Mit mehr Glück als Verstand gelang es jenen Sanitätern, die mein Bein noch Vorort notdürftig versorgten, mich aus dem Herzen Russlands heraus auf deutschen Boden zu schaffen. Dann brachte man mich unverzüglich nach Warschau, wo es mir in einem Krankenhaus vergönnt war fast vollends zu gesunden. In der Tat hatte ich Schlimmes erlebt, aber dennoch brannten die Erinnerungen an Salome noch immer so hell wie am Tag unserer letzten Begegnung. Mir wurde klar, dass nichts schwerer auf meiner Seele lasten konnte, als die Ungewissheit ihres Verbleibes. Damals beschäftigte ich mich oft stundenlang mit der Frage, ob sie überhaupt noch am Leben war. Ich quälte mich mit dem Gedanken eine gewisse Teilschuld an ihrer Deportation zu tragen, schliesslich wusste ich um jenes Unrecht, dass an diesem Tag in meiner Heimat Einzug gehalten hatte... und trotzdem schwieg ich! Schwieg wie all die Anderen, an denen diese Szenerie nicht spurlos vorbeigegangen war. „Es sind doch nur Juden.“, klingen die Worte dieses Fremden selbst heute noch in meinen Erinnerungen wieder. Nur Juden, keine Menschen!

 

Nach meiner Genesung berief man mich nach Bayern, wo ich von nun an meinen Platz in der Datenverarbeitung finden sollte. Im Namen des Führers gehörte es zu meiner Pflicht Bewegungen von deutschen Armeeeinheiten in Form von Listen zu verarbeiten. Von diesem Moment an hatte ich Zugriff auf eine ungeheure Vielfalt an Informationen, daher frage ich mich heute, weshalb mir folgender Einfall nicht schon viel früher gekommen war. Salome's Tränen noch immer im Herzen tragend, verstand ich erst nach geraumer Zeit, dass es mir anhand meines jetzigen Berufes möglich war, mehr über ihren Verbleib herauszufinden. So kam es, dass ich vom Tag der Erkenntnis an und im Stillschweigen Aberhunderte von archivierten Judenlisten durchstöberte. Stunde um Stunde brütete meiner einer über Dokumenten und Niederschriften, stets mit der nackten Furcht im Nacken die geheimen Forschungen könnten das Interesse meiner Kollegen wecken. Kaum auszudenken, was mit mir geschehen wäre, hätte man meine intensive Suche nach einem Judenmädchen aufgedeckt, doch sollte mir diesbezüglich das Glück hold sein. Tage gingen derweil in Wochen über und als ich den Glauben jemals fündig zu werden allmählich aufgab, entdeckte ich auf vergilbtem Papier den Namen meiner Salome. Dem mir vorliegenden Bericht nach zu urteilen, brachte man die jüdischen Familien meines Heimatortes allesamt im Konzentrationslager Dachau unter. Was dann mit ihnen geschah, war nicht ersichtlich. Zu dieser Zeit war kaum einem wirklich bewusst, welch grauenerregendes Schicksal den Juden an derlei Orten blühte, doch schwand mit Salome's Verbleibsnachweis meine Hoffnung ins bodenlose sie noch unter den Lebenden zu finden.

 

Und trotzdem konnte ich mich mit dieser Information nicht zufriedengeben. Ganz im Gegenteil, denn wo mir nun klar war, wo ich suchen musste, wollte ich keine Sache unversucht lassen, die mich näher an die Wahrheit heranführen konnte. Es war dem sprichwörtlichen Wink mit dem Zaunpfahl gleich, als ich wenig später den Befehl erhielt aus buchhalterischen Gründen nach Dachau zu reisen, doch was mir in dieser Hölle auf Erden vor Augen geführt wurde, wusste mich bis aufs Mark zu erschüttern! In fünfzig für Pferde ausgelegten Stallungen fristeten ungefähr zweitausend Menschen ihr klägliches Dasein und wo das Auge hinreichte, war ich vom geballten Leid einer ganzen Rasse umgeben. Die Erkenntnis, niemals genügend Zeit dafür aufbringen zu können meine Suche im Stillschweigen fortzuführen, zerriss mir schier das Herz. Mehr als drei Tage würde mich meine hiesige Arbeit nicht kosten, doch hütete man sich davor einen Aussenstehenden wie mich länger als nötig mit den Gefangenen alleine zu lassen. So verrichtete ich tagsüber die mir zugeteilten Aufgaben und verliess des Nachts das KZ, um meine Kammer im naheliegenden Dorf aufzusuchen. Lange hielt es mich da aber nicht, so verbrachte ich die dunklen Stunden damit dem drei Kilometer langen und drei Meter hohen Stacheldrahtzaun entlangzuwandern, der das Zentrum der Gräueltaten von der Aussenwelt trennte.

 

Ohne Erfolg, wie es anfangs den Anschein machte, bis mir im Morgengrauen des dritten Tages braune Augen aus einem blassen Antlitz entgegenblickten. Salome! Doch war das Mädchen längst nicht mehr jene, die sie einst gewesen war. Ihr rabenschwarzes, langes Haar, das bei unserer ersten Begegnung so betörend im Wind tänzelte, hatte man abgeschoren und ihr einst wohlgeformter Leib wirkte von ständiger Unterernährung abgemagert. Bei ihrem Anblick erstarrten meine Schritte und anfangs war ich mir nicht sicher, ob mir meine Augen nicht doch einen üblen Streich spielten. Doch als sich unsere Blicke trafen und es mir vergönnt war jene einzelne Träne über ihre Wange kullern zu sehen, wurde mir gewahr, dass ich mein Ziel erreicht hatte. Da standen wir nun, getrennt nur von einem unüberwindbaren Zaun aus Stacheldraht. Gefangen zwischen Himmel und Hölle, doch bevor ich meine Gedanken ordnen konnte, trieb man sie schon von der Absperrung fort. Man bedachte mich mit forschen Blicken. Frage mich, wie mein augenscheinliches Interesse an dieser minderen Person deutbar wäre. Aufs Neue machte sich meine Feigheit bemerkbar, denn ich log über meine Beweggründe und zog meinen Kopf anhand fadenscheiniger Erklärungen aus der Schlinge... wohl wissend, dass die Wahrheit weder ihr noch mir einen Vorteil brachte.

 

Der weitere Tagesverlauf brachte keine neue Begegnung mit sich, doch verliess ich das Konzentrationslager im Wissen, das mein Mädchen noch am Leben war. Die in mir schwelende Hoffnung wuchs zu einer kleinen Flamme heran, die alsbald zur Gänze vernichtet werden sollte. Insgeheim spielte ich mit dem Gedanken nach Gründen zu suchen, die mich Dachau näher brachten und es mir vielleicht möglich machten mit Salome in Kontakt zu treten, doch wollte es das Schicksal nicht gut mit mir meinen. Man schickte mich aus Bayern fort nach Nordrhein-Westfalen, wo ich die folgenden Jahre zu bleiben hatte. Und obschon ich nach Kriegsende alles dafür tat so schnell wie möglich nach Dachau zu gelangen, konnte man mir dort nur die ernüchternde Nachricht mitgeben, dass sich Salome schon längst nicht mehr an diesem Ort befand. Mit der Befreiung durch die Amerikaner, wurde mir berichtet, habe ihre Familie Deutschland verlassen. Ob diese Neuigkeiten tatsächlich der Wahrheit entsprachen, konnte mir niemand mit absoluter Sicherheit bestätigen, doch war ich gewillt dieser Vermutung meinen Glauben zu schenken. Ich verliess Bayern aufs Neue und kehrte in meine Heimatstadt zurück, wo es mir nie zur Gänze gelungen war, die verborgene Liebe meines Lebens zu vergessen. Trotz der in mir fortbestehenden Gefühle für Salome, heiratete ich ein paar Jahre später Hildegard ... die Tochter eines hochdekorierten Feldmarschalls! An dieser Stelle will ich erwähnt wissen, dass ich mit meiner Frau entgegen eigener Erwartungen recht glücklich war. Sie beschenkte mich mit zwei strammen Söhnen und achtundvierzig zufriedenen Jahren, die mich das Grauen des Krieges hin und wieder sogar vergessen liessen.

 

Im letzten Sommer ist meine liebe Hildegard von uns gegangen und sie hinterliess in unser aller Herzen eine fürchterliche Leere. Auch ich bin mittlerweile zu einem hochbejahrten Mann geworden, was meine Söhne dazu verleitete für mich nach einem schönen Plätzchen in einem Seniorenheim Ausschau zu halten. Ohnehin lag es mir fern länger als nötig in jenem Haus zu verweilen, in dem mich fürwahr alles an meine verstorbene Gattin erinnerte. So begehrte auch nichts in mir auf, als der Tag gekommen war an dem ich mein trautes Heim verliess und ein neues Leben im Altersheim in Angriff nahm. Hätte mir im Vorhinein jemand offenbart, was mich an diesem Ort erwarten sollte, ich hätte ihn einen Spinner geschimpft. Doch als ich am ersten Tag mein kleines aber gemütliches Zimmerchen in der Alterspension verliess, um mich vor dem Abendessen noch etwas umzusehen, sahen mir auf meinem Weg durch den Garten braune Seelenspiegel aus einem blassen Antlitz entgegen. Mir stockte der Atem, als ich sie da sitzen sah. Hier! Heute! Fern von Boykottkampagnen, Blutschutzgesetz und unüberwindbaren Stacheldrahtzäunen. Meine Salome! Und als sie mich erkannte, entging mir jene Träne nicht, die in den letzten Sonnenstrahlen brechend über ihre Wange rann. Die Jahre hatten tiefe Furchen in ihr Gesicht gezeichnet, doch war sie für mich noch immer die schönste Frau der Welt. Ohne einen weiteren Gedanken zu verschwänden, ging ich eilenden Schrittes auf sie zu und liess mich neben ihr auf die Bank nieder.

 

Andächtig schweigend sahen wir der Sonne zu, wie sie sich hinter verschneiten Bergspitzen zur Ruhe bettete. Und als die Dunkelheit vollends Einzug gehalten hatte, konnte ich spüren wie sich Salome's warme Hand auf die meine legte.

„Ich wusste, dass wir uns eines Tages wiedersehen.“, sprach sie leise. Es waren die ersten Worte, die wir miteinander wechseln sollten... doch keinesfalls die Letzten, denn wir sprachen die ganze Nacht über alles was uns so lange auf dem Herzen brannte. So klärte mich Salome ebenfalls darüber auf, was geschehen war, nachdem ich schweigend beobachtet hatte wie man die Liebe meines Lebens deportierte.

„Als der Zug fuhr, wurde das Geraune und Todesröcheln vom Rattern der Räder übertönt“, erinnerte sich Salome an jene Fahrt, die sie ihrer ganz persönlichen Hölle Stück für Stück näher brachte, „Mehrere Tage war der Zug unterwegs, wobei er manchmal eine Nacht lang auf einem Abstellgleis hielt. Ich befand mich auf einem offenen Waggon, inmitten ungezählter Männer und Frauen, die sich vor Kälte krümmten. Nur wenn sie starben, streckten sie sich zu ihrer ganzen Länge würdig aus.“ Und was mir in dieser Nacht noch zu Ohren kommen sollte, erschütterte mich mehr als jede Erinnerung, die mir in Kriegszeiten zuteilgeworden ist. Niemals zuvor habe ich mich so feige gefühlt, niemals zuvor mein Schweigen so sehr bereut, wie in diesen Stunden. Umso unglaublicher schien es mir so viele Jahre später neben dieser Frau zu sitzen, deren warme Hand die meine noch immer umschloss.

 

Als der Morgen graute, wandte ich mich ihr nach einem längeren Schweigen zu. Tausend Dinge wollte ich ihr sagen, doch als unsere Blicke sich trafen und sie mir jenes Lächeln schenkte, welches mich so sehr an früher erinnerte, versagte meine Stimme. Um meiner Feigheit ein für alle Mal zu trotzen und nicht dazu in der Lage die in mir aufwallenden Gefühle in Zaum zu halten, legten ich meine Lippen auf die ihren und küsste sie. Ob ich mich gar jemals so frei gefühlt habe wie in diesem Moment, darf gut und gern bezweifelt werden! Endlich lösten sich Salome's Tränen von meiner Seele und wichen Emotionen, die mir erschreckend unbekannt erschienen. In den kommenden acht Wochen war nichts befähigt uns voneinander zu trennen, bis meine Herzallerliebste dem Alter erlag. Acht Wochen, schoss es mir durch die Gedanken, als ich trauernd vor ihrem Totenbett stand. Sechsundfünfzig wundervolle Tage waren mir mit Salome vergönnt und jeder Sonnenlauf stand für ein Jahr, in dem sich mein Herz im Verborgenen so sehr nach ihr zu sehnen wusste. Kaum zu glauben, dass seit den Novemberpogromen schon sechsundfünfzig Jahre vergangen waren!

„Ich möchte nicht, dass Du traurig bist, denn unsere gemeinsame Zeit war gestohlen.“, sprach meine Liebe am Vorabend ihres Ablebens zu mir, als habe sie gewusst, dass der letzte Herzschlag näher rückte, „Gevatter Tod hat uns vor vielen Jahren des Öfteren übergangen, nur damit wir heute zusammen sein können. Eigentlich gab es diese Zeit für uns nicht, aber wir hatten sie und für nichts würde ich darauf verzichten.“ Nach einem letzten Lächeln, das nur mir und meiner Seele galt, schlief Salome ein und starb in den frühen Morgenstunden den Tod der Könige.

 

So endet die Geschichte einer lange währenden Liebe, die viel zu jäh ihr Ende nahm und dennoch für kurze Zeit erblühen durfte. Niemals hätte ich erwartet, auf meine letzten Tage hin noch so viel Glück mein Eigen nennen zu dürfen. So beschloss ich, die Wochen mit Salome als Gottes persönliches Geschenk an mich zu betrachten. Nun kann mich das Schicksal von der Erde tilgen, meine lieben Leser, und ich werde im Wissen gehen, dass die schöne Salome am Ende meiner letzten Reise auf mich warten wird.

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Tag der Veröffentlichung: 05.11.2014

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