Cover




Der Keim der Furcht


Impressum
1. Auflage
Projekte Verlag Cornelius GmbH, Halle 2011 - www.projekte-verlag.de
Mitglied im Bösrsenverein des Deutschen Buchhandels

Lektorat / Korrektorat: Schreibbüro Barbara Lechner*Österreich
Satz und Druck: Buchfarbik halle * www.buchfarbik-halle.de

ISBN: 978-3-86237-596-7
Preis: 22.50¤


Buch

Die Saat der Gewalt ist erneut in einigen Krisengebieten aufgegangen. Unschuldige Menschen, darunter ein deutsches Ärzteteam, verlieren bei einem Massaker ihr Leben – für einen sinnlosen Krieg, der Hass im Feuer der Macht schürt.
André Hartmann tritt seine neue Stelle als deutscher UN-Beobachter an und tritt dabei in die großen Fußstapfen seines Vorgängers, der ihn unerwartet in das aufkeimende, chaosorientierte Land SOMALIA schickt, um Informationen zu sammeln, die für die Entscheidung des deutschen UN-Mandates wichtig zu sein scheinen. Hartmanns Auftrag erscheint anfangs einfach, doch mit der Zeit sticht er in ein Wespennest aus Lügen, Intrigen und Korruption. Kann er sich aus der Schlinge der Gewalt befreien?


Hinweis

Das vorliegende Werk ist, auch wenn es auf Tatsachen basieren könnte, eine Fiktion. Figuren, Firmen, Organisationen und Behörden in diesem Roman sind entweder fiktiv oder, wenn real, in einem fiktiven Zusammenhang verwendet, ohne jede Absicht, Ihr tatsächliches Verhalten zu beschreiben.


INHALT

Prolog ………………………………………………………………….06
Tag 1 – Die Saat der Gewalt ……………………………..……24
Tag 2 – Tränen der Angst ……………………………...…….110
Tag 3 – Machtspiele …………………………………..……...262
Epilog ……………………………………………………..….440


PROLOG

SOMALIA

Aadan Yabaal

Der Geruch des Todes begegnete den Bauern dieser Gegend, die ihre Ochsen vor den Karren spannten, die ihre Ziegen auf Pfaden zu neuen Weideplätzen trieben und die noch einfache Handsämereien ausstreuten.
Der Ackerboden war hart wie Stein – die Ochsen mussten kräftig ziehen, um die Furchen entstehen zu lassen. Halb abgemagert, stampften sie ihre Hufen in den Staub – angetrieben von einer jungen Frau, die selber abgemagert aussah. Sie kämpfte nicht nur um das Überleben Ihrer Tiere, auch für das ihrer kleinen Tochter, die sie auf ihrem Rücken trug – als wäre sie ein Rucksack.
Der Staub schoss mit jedem Meter in die Höhe. Ohne Schuhe schritt sie seitlich neben ihren Ochsen her. Sie hielt zwei einfache Stricke in ihren Händen, die sie als Zügel verwendete. Der Holzpflug schob die aufgewühlte Erde vom Vortag erneut auf, um dieses Mal tiefer ins Erdinnere zu gelangen.
Hinter ihr lief eine ältere Frau – man konnte es in ihrem Gesicht erkennen – die Narben der Vergangenheit. Vor ihrem Bauch trug sie eine Art Lederkorb – nahm Hand für Hand Weizensamen und streute sie in die Rinne der vor ihr gezogenen Furchen.
Sie blickte in Richtung des Flusses, dessen Duft sie lange nicht mehr gerochen hatte, da er stets von anderen Gerüchen vertrieben wurde. Gerüche von Verwesung, von Bränden und den frischen Geruch des Todes.
Aus der trockenen Erde ragten Knochen heraus. Sie befanden sich auf dem >FELD DES TODES<, wie die Einwohner des Dorfes dieses Stückchen Erde bezeichneten.
Zum Leidwesen erkannte die alte Frau, dass es sich hierbei um Knochenreste von Menschen handelte. Es war kein Friedhof – viel mehr ein Schauplatz der Vergangenheit.
Tagtäglich verrichtete, nicht nur sie allein, die harte Arbeit – für die Hoffnung ein paar Tage oder Wochen länger am Leben bleiben zu können.
Als sie einen weiteren Blick in die nähere Umgebung wagte, bemerkte sie ein paar Männer, die den Feldweg zu ihrer Behausung beschritten. Sie wirkten fremd und anders – in ihrer Kleidung und in ihren Bewegungen. Keine Anzeichen von Hunger und Leid. Einer dieser Männer winkte sie herbei.
Ihre Augen machten es nicht mehr so gut, wie in jungen Jahren. Sie trug eine einfache Brille, die ihr jemand besorgt hatte. Ein Wohltäter in ihren Augen. Und diesen erkannte sie in jenem Augenblick, als sich die Gestalt der Personen verdeutlichte.
Mugamba Bawaneé – so sein Name. Kurzes Haar, stets ein Lächeln und ein freundliches Wort zu den einfachen Menschen auf dem Lande und immer in Anzug waren die Markenzeichen des bekannten Innenministers, dessen Wurzeln er nie vergessen hatte. Und gerade dies war der positive Aspekt für sein Ansehen.
Ein Lächeln zeichnete sich im Gesicht der älteren Frau ab, was eher selten vorkam – da die Gegend, in der sie lebte, nicht viel bot, um ein Lächeln anzubringen. Sie setzte Ihren Lederkorb mit Samen an der Stelle ab, wo sie ihre Tätigkeit unterbrach. In einer gebückten Körperhaltung lief sie über diesen Todesacker zu ihrer Behausung, was eine einfache Holzhütte war. Überall auf der Welt hätte man Besseres für die Haltung von Tieren erbaut – doch hier, neben diesem Todesacker, war diese Hütte alles was diese Frau besaß.
Ein alter Baumstumpf diente als Wasserrinne zum Wäschewaschen. Eine jüngere Frau kniete davor und scheuerte mit einem Stückchen Seife den Schmutz aus der Wäsche, bevor sie auf einer Leine aufgehängt wurde.
Die ältere Frau begrüßte ihren Wohltäter, in dem sie ihn umarmte. Ihr Herz war froh, frei von aller Last des Lebens – für einen Augenblick jedenfalls.
Mugamba Bawanneé war nicht allein gekommen. Eine Person stand hinter ihm und zierte sich etwas.
„Das ist ein Freund aus dem Ausland!“,stellte Mugamba ihn vor. Die Frau begutachtete ihn durch ihre Brille und fand etwas an ihm, was kein gutes Gefühl versprach. Er streckte ihr zwar die Hand entgegen, aber in dessen Augen erkannte sie etwas anderes - etwas Verschlagenes und Diabolisches. Aus Höflichkeit zu Bawaneé erwiderte sie den Handschlag.
Ein zögerlicher Händedruck, als würde seine weiße Haut in direkter Berührung mit der Cholera kommen. Seine dunkelblonden Haare waren nach hinten gekämmt und glänzten in der Sonne, als hätte dieser Mann Zuckerwasser aufgetragen gehabt. Das Gesicht etwas aufgedunsen und die Augen in halb vertieften Augenhöhlen versunken.

Sie lud beide ein auf den Sitzflächen vor der Hütte platz zu nehmen. Bawaneé übersetzte für den Ausländer, der sich die Gegend und die Tätigkeit der Bauern und Bäuerinnen ansah. Die Distanz der Akzeptanz war deutlich in jeder Handlung dieses Mannes zu erkennen.
„Sie sind es nicht gewohnt Elend und Leid zu sehen! Aber genau das ist es, was ich Ihnen zeigen wollte Mr. Lundborg.
Lundborg hielt sich mit einer Hand ein Taschentuch vor den Mund, wischte sich gleichzeitig den Schweiß auf seiner Stirn mit seiner zweiten Hand fort. Auf Bawaneé Stirn konnte er ebenfalls entstandenen Schweiß erkennen, aber dieser schien damit klar zu kommen, als liebte er diese unbarmherzige Sonne, die alles Leben zu vernichten drohte.
Beide setzten sich, nachdem die ältere Frau auf den Boden platz genommen hatte. Sie zog ihre Beine an, umklammerte sie mit ihren Armen und schwankte leicht vor und zurück, als würde sie einer inneren Melodie lauschen, die dieses Gebaren bei ihr auslöste.
Während Bawanneé in das leichte Summen der Melodie mit einstimmte, schien Mr. Lundborg nervös und ungeduldig zu werden.
„Haben Sie über den Antrag meiner Firma nachgedacht, Mr. Bawaneé?“, fragte dieser und unterbrach Bawaneés melodisches Summen, der ihn kurz in die Augen blickte.
„Ja, das habe ich, Mr. Lundborg! … Sie sind ein Geschäftsmann! Sie denken in Zahlen und Fakten, wägen Pro und Kontra zum Wohle ihrer Kunden ab...Sehen Sie Mr. Lundborg – Somalia besteht aus vielen Volksstämmen, die nur weniges beherrschen – Viehzucht, Ackerbau und Fischfang. Wenn Sie ins Ausland blicken werden Sie festellen, dass viele Somalier in ausländischen Fremdfirmen arbeiten. Es ist keine Ausbeutung an Arbeitskräften oder gar Sklaverei in den Diamantenminen, wie es sie in Kenia gibt, vielmehr ist es die Gelegenheit für Auslandssomaliern eine gute Arbeitstelle zu finden. Glauben Sie mir – Veränderungen zu einem industriellen Staat würde nicht funktionieren. Ich begrüße es, wenn ihre Kunden sich hier ansiedeln wollen, aber nicht zu diesem Preis. Ich kann die Menschen die hier leben, die auf Gottes Erde aufgewachsen sind, nicht einfach vertreiben, nur damit ihre Kunden giftigen Smog in den klaren Himmel pusten. Unser Land steht weitaus anderen Problemen gegenüber. Probleme, die für Sie keine sind – aber für jeden einzelnen Somalier. Können Sie diesen Unterschied denn nicht erkennen, Mr. Lundborg? Gesundheitspolitik hat in meinen Augen mehr Vorrang als die Wirtschaftspolitik. Wenn Ihre Kunden bereit sind die Summe für den Standort Somalia, in die Gesundheitspolitik investieren würden, würde ich es sehr begrüßen, ihren Kunden als Handelspartner anzuerkennen. Aber nur wegen Profitgier und für ein Machtprestige das Volk von Somalia auszunehmen, kann und werde ich meine Zustimmung nicht geben. … Sehen Sie die Leute, wie sie für ihre Minimalexistenzen arbeiten ohne sich zu beklagen?“
Mugamba setzte sich neben der alten Frau auf den Boden. Er tippte sie an der Schulter an.
„Erzählen sie bitte unserem Gast aus dem Ausland, warum man diesen Acker auch FELD DES TODES bezeichnet.“

„Gott lässt den Menschen leben! Gott lässt die Tiere leben! Gott lässt alles um uns herum erblühen und ergrünen! Gott lässt das Wasser fließen und die Vögel am Himmel fliegen! Gott ist Schöpfer des Lebens!
Es war einst unser Glaube, als wir Stämme noch unabhängig waren, ohne dass der weiße Mann vom fernen Land hier her kam und alles veränderte, was dem weißen Mann gefiel. Mit dem weißen Mann kam Unterdrückung und Tod, kamen Kriege, Folter und Vernichtung, kam Zerstörung, Elend und Hass. Der Weiße hasste den Schwarzen, der Schwarze hasste den Weißen. Und jeder fand einen Grund zu hassen. War es nicht die Hautfarbe, dann war es die Religion, dann war es der Charakter der Schwarzen, dann waren es unsere Bodenschätze, die man sich aneignete. … Ja. Auch wir lernten zu hassen. Und dieser Hass führte zu Unterdrückung und Krieg. Einen Krieg, der weitestgehend immer noch anhält. Dieser Krieg vernichtete Menschen – Menschen die nie in diesen Krieg ziehen wollten, aber vom Hass dazu getrieben wurden. Sie wollen wissen, warum wir das Stückchen Land FELD DES TODES nennen?
Weil der Acker vom Blut der Toten getränkt ist. Vor fast sechzehn Jahren hatten sich die Blauen und die Schwarzen einen Krieg geliefert, der unzählige Tote lieferte …“
„Was meinte sie mit BLAUE?“, fragte Lundborg flüsternd zu Bawaneé.
„Blauhelme.“ ,flüsterte er zurück.
„Um eine Epidemie zu verhindern wurden sämtliche Toten in ein Grab gelegt. Erde wurde mit monströsen Maschinen über die Toten geebnet. Vor fünf Jahren wurde dieses Feld wieder dem Ackerbau zugänglich gemacht. Es war das beste Ackerland, dass wir hatten. Doch seit den Bestattungen der Toten, wuchs kein Grashalm darauf. Als wäre dieser Acker verflucht. Als würde sich Gott weigern, des Menschen Untat mit Leben zu belohnen. Seit Jahren versuche ich mit meiner Familie diesen Acker zu bestellen. Er ist zu trocken und mit dem Fluch des Todes belegt!“
Die alte Frau erhob sich und lief in ihrem Tempo wieder auf den Acker hinüber, nahm ihren Lederkorb wieder auf, schnallte ihn sich hinterm Rücken fest und machte da weiter, wo sie aufgehört hatte.
Lundborg und Bawaneé blickte ihr nach und erkannten die mühselige Arbeit, die sie sich selber antat.
„Die Frau ist alt! Warum quält sie sich noch mit dieser Last?“
Bawaneé erhob sich.
„Es ist keine Qual für sie – es ist ihre Art die Strafe Gottes zu akzeptieren. Zu zeigen, dass sie trotz seines Willens weiterhin an ihm glaubt.“
„Und mit welchem Ziel?“
„Dass eines Tages dieser Acker wieder die Früchte des Leibes trägt – das wäre wahrlich ein Wunder.“
In Demut und in aufkommender Hoffnung, dass der Glaube an Gott immer noch stark in den Herzen der Menschen verankert wäre, schlenderte Bawaneé den Feldweg hinunter. Neben ihm her ging Mr. Lundborg, der nachdenklich wirkte, wohl sicherlich über das Gleiche nachdachte, wie Bawaneé.

Saylac

Wellen brachen gegen die einzelnen Felsvorsprünge an der Küste zu Somalia – unweit von DJIBOUTI entfernt. Eine Horde junger Männer trieb mit ihren Schlauchbooten aufs offene Meer hinaus. Links von Ihnen befand sich der Golf von Tadjoura – rechts von ihnen befand sich der Golf von Aden – genau die Richtung, die diese Männer eingeschlagen hatten.
Ihre Gesichter strahlten Mut und Kampfgeist aus. Sie freuten sich auf dieser Mission zu sein. Ein junger Knabe, beinahe noch ein Kind kauerte zwischen zwei Erwachsenen. Er hielt stolz seine Waffe, die er zum ersten mal im Kampf einsetzen würde.
Die Männer sprachen ihm Mut zu und tätschelten seine Wangen, strichen ihm durchs Haar – doch Mut empfand er nicht dabei. Durch wiederholte Witze, die man auf seine Kosten machte, wirkte es gegenteilig auf ihn – sie nahmen ihm den Mut – die glorifizierte Macht aus seinem Verstand, die er so dringend in dieser Mission brauchte, um endlich von den anderen Männern anerkannt zu werden.
Er saß im Schneidersitz vor sich hin schaute auf seine Bazuka hinunter und presste sie fest an sich.

Der Schlauchbootführer – ein erfahrener Seemann, steuerte das Boot in die richtige Richtung. Sein Blick wanderte gelegentlich zum Strand zurück, als hätte er etwas zurücklassen müssen, dass ihm sehr teuer war. Und so war es auch!
Mit seiner rechten Hand steuerte er das Schlauchboot, mit der linken presste er eine Perlenkette zusammen, die um seinen Hals hing. Sie sollte ihm Glück bringen, wie es seine Frau, vor dem Einsatz am Strand, zu ihm sagte.
„Mach was sie von dir verlangen. … Nimm meine Kette, sie soll dir Glück bringen und eine sichere Wiederkehr!“, hörte er ihre Stimme in seinem Kopf.
Er wusste, dass er auf verlorenen Posten stand. Als einfacher Fischer, der sonst mit seinem Einmann-Holzmotorboot hinaus fuhr um Fische zu fangen und sie in Strandnähe verkaufte, hatte er keinerlei Chance gegen gedrillte und Hass erfüllte Soldaten, die im Glauben für eine gute Sache sterben zu müssen, ihre Ziele erbarmungslos verfolgen würden.. Und ihr Ziel war nun in Sichtweite gerückt.

Die längliche Schiffsseite der HORNET STAR brach gefährlich an ihnen vorbei. Das unüberhörbare Dröhnen der Schiffschrauben, die sich mit Volldampf um die eigene Achse drehten, schlugen die Wellen zu schaumiger Sahne um, als würde ein gigantischer Schneebesen unter der Meeresoberfläche Sahne zu Butter schlagen.
Dieses Schiff schien gigantisch zu sein. Über einhundert Meter in der Länge und mit einem Tempo von elf Knoten, war es monströs und ein wahrer Koloss der Meere, an dem das kleine Beiboot versuchte längsseits zu fahren. Es sprang auf den brechenden Wellen nebenher. Kampfgeschrei und warnende Schüsse blieben bei tosendem Wellengang stumm.

Ein winziger Kopf ragte über die Reling, da er etwas an der Schiffswand klappern gehört hatte. Sein Verdacht, es könnte sich dabei um den Anker handeln, der fest in seiner Verankerung gezogen war, schien sich nicht zu bewahrheiten. Aber er nahm die schwarzen Männer in dem Beiboot war. Doch ehe er sich im klaren war, was die Männer wollten, war es zu spät. Ein gezielter Schuss und die tödliche Kugel schleuderte den Matrosen zu Boden, was natürlich von seinen Kollegen bemerkt wurde.

Die HORNET STAR wurde langsamer. Ein kleines leuchtendes Signal in Richtung Strand, gab in Morsecode eine Meldung hinüber. Es kam von dem kleinen Boot. Sekunden später brachen andere Schnellboote verschiedener Größen die Wellen des Meeres, auf die gezielte Richtung des Leuchtens zu.

Die Männer, die sich der HORNET STAR näherten hatten ihre gezielten Pläne Nachdruck verliehen. Einige von Ihnen kreuzten die Fahrtlinie des Schiffes, bis es endgültig zum Stillstand kam. Bugseitig gesellte sich ein anderes Schnellboot zu ihnen. Umzingelt von schussbereiten Männern, hatte das Schnellboot nun genug Zeit und ruhige Wellen unter den Blanken, um mit einem Schweißgerät die Einstiegsluke zu öffnen, die das hartnäckige Eindringen bisher verhindert hatte.

Es dauerte kaum eine Stunde, ehe der Schließmechanismus der Einstiegsluke aufgeschweißt war. Nach und nach pendelten die Schnellboote mit bewaffneten Männern an Bord hinzu und die tödliche Fracht wurde übersiedelt.
Aus dem Bauch des Schiffes klangen hohle Schritte, vereinzelte Schüsse und menschliche Laute. Schiffsmitarbeiter wurden an verschiedenen Punkten zusammen getrieben und unter Schach gehalten. Ein Führungsoffizier in militärischer Kampfuniform hatte mit seinem Trupp die Brücke erobert und gesichert. Sich wehrende Matrosen wurden kaltblütig erschossen.
Der Kapitän der HORNET STAR versuchte zu beruhigen, zu beschwichtigen und vor allem Todesfälle zu vermeiden. Er stellte sich dem Führungsoffizier mutig in den Weg, um mit Nachdruck eine Erklärung zu verlangen, aber Nichts kam. Die Mündung eines AK47 Sturmgewehrs brachte den Kapitän zum Schweigen. Er und seine Männer wurden auf der Brücke, von vier Männern mit ihren Waffen, festgehalten und bedroht.
„Was wollen Sie?“, fragte der Steuermann, dessen Kopf mit einer Wollmütze vor dem rauen Seewetter geschützt war. Ein gelber Regenmantel und weit über das Knie reichende Gummistiefel zierten den Rest des Mannes. „Wir sind nur ein britischer Frachter!“, fügte er hinzu.
„Halt das Maul.“, brüllte der schwarze Führungsoffizier den am Boden kauernden Steuermann an.
Erst nach einer Weile scheinte sich der Sinn und Zweck dieses Überfalls zu klären. Am Himmel kreisten langsam einige Hubschrauber. Bald waren es so viele, wie es Möwen am Himmel gab. Unzählige. Ein Akt der Grausamkeit schien die Hubschrauber in Schach zu halten. Der Kapitän wurde hinaus auf die Planken gezerrt. Wind, der vom Süden zu kamen schien, erschwerten den Gang über die Reling. Ein einziger Schuss – ein einziger stummer Schrei, der um die Welt ging. Eine szenische Hinrichtung, live im Fernsehen sichtbar gewesen, schockte Menschen unterschiedlicher Nationen zugleich. Nunmehr war die Küste vor Somalia – wieder einmal Schauplatz internationaler Konflikte, wenn nicht sogar Terror.

MALKAARAN

Unaufhörlich schaukelte der Safarijeep die Passagiere durch. Schwitzend und langsam riechend saßen sie sich gegenüber.
Dr. Peter Herfurth und seine Assistentin Melanie Sperling. So rief er sie auch. SPERLING.
Sie blickte Peter an und bemerkte, dass ihm die Hitze hier unten nichts ausmachte. Schweißperlen rannen an seiner Stirn und seinen Wangen hinunter, die Sperling unentwegt mit einem Taschentuch wegtupfte.. Sie wechselte ihre Blickrichtung zu zwei oben aufsitzenden schwarzen Jugendlichen, die sich ein wenig Taschengeld als Safariführer verdienen wollten. Sie grinsten so stark, dass man das Weiß ihrer Zähne erkennen konnten. Wahrscheinlich konnten sie es nicht verstehen, warum Weiße so anfällig gegen die Hitze waren. Es konnte natürlich auch sein, dass sie selten Weiße zu Gesicht bekamen.
Der Fahrer, Jakobi Dimon, ebenfalls ein Schwarzer, hatte die beiden Safariführer in einem Buschlokal engagiert. Dimon wirkte trotz seines ärmlichen Aussehens sehr gebildet und weltoffen. Er sprach sogar ein wenig Deutsch und fungierte neben dem Fahrdienst als Dolmetscher. Seine Statur war riesig und furchteinflößend.
Er konzentrierte sich darauf, den Schlaglöchern auf der sandigen Feldstraße auszuweichen. Sperling öffnete eine Holzkiste. Darin befand sich eine Kühltasche mit Getränken. Die bloße Handbewegung in der Kühle der Tasche herumzukramen tat ihr gut. Sie holte sich eine Büchse Bonaqua heraus, lies den Metallring schnipsen und nahm einen kleinen Schluck des kalten, herrlich kühlen Getränks.
Sie hob ihre Dose hoch, blickte nach hinten, wo drei weitere Safarijeeps ihnen folgten. Sie prostete dem Beifahrer zu.
Es handelte sich dabei um einen Kollegen von ihr, Detlef Neumann.
Neumann war, genau wie sie, zweiunddreißig Jahre alt. Er war Assistenzarzt bei einem renommierten Krankenhaus in Hamburg gewesen, ehe er sich freiwillig für einen Auslandseinsatz der Bundesregierung meldete. Sie alle waren irgendwie aus menschlichen und humanitären Gründen hier.

Angefangen hatte alles vor ein paar Monaten. Ursprünglich war es gedacht, dass man ein MASH-Ärzteteam hinter Bundeswehreinsatzgebieten zurückließ um so verwundete deutsche Soldaten schnellstmöglich medizinisch zu versorgen. Als die Einsätze nicht mehr stattgefunden hatten, beschloss das Team, um die neun deutschen Ärzte und Helfern, sich freiberuflich hier unten niederzulassen und ihren Dienst zum Wohl der Bevölkerung des Staates Somalia einzusetzen. Und so fanden sie sich allesamt wieder ein. Im Fall von Neumann war es eine schwierige Entscheidung seinerseits. Er hatte eine Freundin in Hamburg. Leider trennte sie sich von ihm, als er beschlossen hatte, seinen Dienst in Afrika fortzusetzen. Damals erkannte er den wahren Charakter seiner Freundin. Sie war mehr auf das Geld aus, was er als Assistenzarzt verdiente. Nun war er sie los und brauchte nur gelegentlich eine kleine Aufmunterung. So, wie die Geste von Sperling.

Nach ein paar Meilen ließen sie die Steppe hinter sich und kamen in MALKARAAN, einem kleinen Dorf hinter der somalischen Grenze an.
Unterschiede in der Gegend gab es nicht. Man könnte meinen das Land wäre unendlich groß.
Malkaraan bestand vorwiegend aus älteren Lehm-Stroh-Hütten und einigen neuartigen Blechhütten, die mit Wellblech ausstaffiert waren. Alte Fahrzeugteile, die man in der Weite der Steppe fand, wurden dabei ebenso als architektonisches Material verwendet, wie der einfache Stein auf dem Feld.
Das deutsche Ärzteteam stieg aus den Jeeps aus. Sie vertraten sich die Beine, gossen sich kleine Wasserflaschen über ihre Köpfe, um sich frisch zu machen. Einige begaben sich in die Büsche, um ihre Not zu verrichten, andere machten sich sofort an ihre Arbeit. Sie packten, gemeinsam mit ihren schwarzen Helfern an den Stangen, Heringen und Zeltplanen an.
Etwas außerhalb des Dorfes auf einer freien sandigen Fläche legten sie ihre Last ab, bevor sie sich ans Werk machten, das große Zelt aufzurichten.

Nach einer Stunde ungefähr stand dieses Zelt. Es waren nur noch wenige Handgriffe an den Spannseilen notwendig.
Neugierige Kinder tobten um sie lachend und spielend herum. Sie wollten wissen, wer die Fremden waren. Plötzlich blieben sie staunend stehen, als sie an den Seiten des grünen Zeltes ein großes rotes Kreuz sahen. Da standen nun die Kleinen davor und nahmen, wie von der Tarantel gestochen, ihre Beine in die Hände, um ihren Eltern von diesem Kreuz zu erzählen.

Dr. Peter Herfurth schlug mit einem Vorschlaghammer den letzten Hering ein. Inzwischen wurden von einem naheliegenden Brunnen ein paar Eimer mit Grundwasser zum Zelt transportiert.
Sperling brachte eine Kiste mit Verbandsmaterialien in das Zelt, gefolgt vom leicht adipösen Neumann, der die verschlossene Kiste mit den Medikamenten hinter ihr her trug.
„Wenn diese Hitze nicht wäre, könnte man es hier aushalten.“, stöhnte Neumann, als er die Kiste neben Sperling absetzte.
„Schwitzen tut gut! Das macht den Speck wieder weg!“, fing sie an Neumann zu hänseln und schlug sachte, kaum spürbar, auf dessen Bauch.
Sperling begab sich schmunzelnd von Neumann weg, um noch mehr Kisten aus den Safari-Jeeps zu holen. Sie hatte einen leichten schnellen Schritt drauf.
„Na warte Sperling, dass zahle ich dir irgendwann zurück.“, murmelte Neumann vor sich hin, da er schon sehr aus der Puste war. Er sah keinen Sinn darin, ihr hinterher zu spurten. Es würde sich schon eine Gelegenheit ergeben, diese Schmach wieder auszuwetzen.

Gemeinsam begannen sie mit ihren Kollegen den Transport-Jeep auszuladen. Klapptische, Klappstühle aus Plastik und ältere Dinge die zur Campingausrüstung gehörten. Sprich alles, was man für wenig Geld oder kostenlos bekommen konnte.
Acht fünfundzwanzig Liter fassende Metallkanister standen zur Nutzung der Wasseraufbewahrung zur Verfügung. Sie wurden teilweise mit dem Brunnenwasser des Ortes aufgefüllt und in das große Zelt gebracht.
Kleinere Utensilien, wie Waschschüsseln, sterile Gläser, wo man Spachteln, Wattestäbchen aufbewahrte, eine Packung Seife, und ein paar Tüten Bonbons wurden auf den Tisch sorgfältig sortiert und platziert.

Es dauerte nicht mehr lange, bis die Inneneinrichtung des Zeltes stand und die mobile Klinik in Malkaraan ihre Pforten öffnen konnte.
Dr. Peter Herfurth wechselte sein leicht verschmutztes T-Shirt, wusch sich die Hände und zog sich seinen weißen Kittel an. Jeder der deutschen Teilnehmer hatte seinen eigenen Ärztekittel. Dieser weiße Kittel symbolisierte hier draußen die Hoffnung, die so oft mit den Stiefeln der Machtgierigen getreten wurde.
Einige Mütter wurden von ihren Kindern zu dem großen Zelt geschleift - zögerlich betraten sie es.
Herfurth erkannte bei der ersten Frau sofort, welches medizinisches Problem hier vorlag.
Sie blutete auf der rechten Wange und am Auge. Das Blut quoll unter einem leicht angepresstem grünen, dicken Affenbrotblatt hervor. Herfurth zog sich sterile Handschuhe aus dem Karton.
Die Frau setzte sich gleich auf das erste Feldbett. Es bestand aus einem Kopfkissenlaken, dass mit nicht benötigten Kleidungsstücken gestopft wurde und einem weißen Bettlaken überzogen war.
Sperling, assistierte Dr. Herfurth und bereitete soweit alles vor. Sprühdesinfektion für die konterminierten Flächen, kleine Flaschen von Händedesinfektionslösung und Sprühfläschchen für die Reinigung von Wunden. Alles stand in greifbarer Nähe, wenn es gebraucht wurde.
Sperling nahm behutsam das Affenbrotblatt von der Wange der Frau, die ihren Kopf ängstlich nach hinten neigte. Sie entsorgte das Blatt, dass mit viel Blut getränkt war, in einem Metallkübel mit milchiger Abfalltüte.
„Eindeutig eine Schnittwunde!“, stellte Herfurth fest. „Sieben Zentimeter lang – Leichter Einriss des oberen Augenlides. Eine deutliche Linie, die zum Wangenknochen hinführte. Wunde ist leicht infiziert – Wundränder sind glatt – Wundexsudat ist feucht bis blutig.“
Sperling hatte sich die Angaben notiert, so wie sie es immer machte, wenn Herfurth konzentriert arbeitete.
Er nahm nun ein neues Paar Handschuhe und warf die Alten, die blutig geworden waren, als er die Wunde sacht untersuchte, achtlos weg.
Aus einem kleineren Karton, wie die der Handschuhe, nahm er eine sterile Pinzette, die noch eingeschweißt war. Sperling öffnete die Verpackung, sodass Dr. Herfurth sie in die Hand nehmen konnte. Damit nahm er einen Tupfer, zwischen die Pinzettenspitzen. Anschließend versuchte er der Frau zu verdeutlichen, was er vorhatte, da ihr die Vorgehensweise befremdlich erschien. Sie kannte die westliche Medizin nicht. Nicht einmal aus dem Fernsehen.
„Das wird …ein wenig …brennen! … Wie Feuer!“
Anschließend nahm er die Sprühdose zur Wunddesinfektion und sprühte auf die längliche Schnittwunde drauf. Dabei versuchte er ihr rechtes Auge vor der Desinfektion zu schützen. Ein Spritzer davon ins Auge und es würde den ganze Tag brennen. Es wären Schmerzen, die man sich keinem wünschte.
Mit ruhigen Handbewegungen zog Herfurth den Tupfer von außen nach innen, um so die Wundränder und die unmittelbare Wundumgebung zu säubern.
„Eine einfache Kompresse sollte genügen, Sperling.“, sagte er zu ihr, begab sich von der behandelnden Frau fort, entsorgte die Pinzette mit dem Tupfer und seine Handschuhe, ging zur Waschschüssel und wusch seine Hände mit starker Kernseife.

Währenddessen öffnete Sperling eine sterile Kompresse. Acht mal vier Zentimeter war sie groß. Sie schnitt es längs durch und legte sie doppelt auf die Wunde. Mit drei dünnen Pflasterstreifen fixierte sie diese Kompresse.
Etwas behutsam tastete die junge schwarze Frau ihre Wange. Einerseits war sie erleichtert. Die Wunde blutete nicht mehr, und der spürbare Schmerz war fast fort.
Sie nahm Sperlings Hand, zog sie etwas zu sich und umklammerte sie mit ihren eigenen rauen Händen, neigte ihren Kopf auf Sperlings Hand und murmelte etwas auf Suaheli, was weder Sperling noch Dr. Herfurth verstanden.

„Sie sagt, dass sie Sie ab sofort in ihre Gebete miteinschließen wird.“, übersetzte plötzlich Jakobi, der am Zelteingang auf Sperling und Dr. Herfurth wartete.
Jakobi sprach nun ebenfalls etwas auf Somalisch. Daraufhin blickte die Frau ihn an und ließ langsam die Hand von Sperling los, erhob sich und ging langsam auf Jakobi zu, schließlich an ihm vorbei.
„Was haben Sie ihr gesagt?“, fragte Sperling.
„Dass sie nicht die Einzige ist, die behandelt werden müsste!“
„Doc. Sie sollten sich das ansehen!“, blickte Jacobi nun zu Dr. Herfurth.

Sperling und Herfurth begaben sich zum Zeltausgang und blickten in dieselbe Richtung, wie Jakobi. Sie erblickten viele Kinder, junge Männer und einige Frauen.
„Was ist passiert?“, fragte Dr. Herfurth.
„Ich habe sie gefragt. Doch sie reden nicht!“
„Was schließen Sie daraus, Dimon?“
„Sie haben Angst. Die Region ist bekannt für Dorfüberfälle. Kinder und Jugendlichen werden entführt! Wer sich weigert, endet so, wie diese armen Burschen!“
„Oh mein Gott. Wer tut nur so Etwas?“
Sperling war entsetzt.
„Soldaten! Soldaten die für ein Regime kämpfen, dass das Volk unterjocht.“
Dimon kannte sein Volk besser, als es Herfurth oder sonst ein Gelehrter je tun könnte.
„Sie meinen Diktatur?“
„Das ist ein anderes Wort dafür!“, stellte Dimon fest, setzte sich seine Sonnenbrille auf und wandte sich von den Beiden ab.
Er begab sich in Richtung der Safarijeeps. Er kontrollierte einige Verstecke, die er angebracht hatte. Er überprüfte die Waffen, die er zum Schutz in diesen Verstecken verstaut hatte. Irgendwie hatte er ein ungutes Gefühl in der Magengrube -auf jeden Fall wollte er vorbereitet sein.

Ein paar Stunden später wurden die verletzten Kinder, Jugendlichen und junge Mütter, medizinisch versorgt.
Dimon und seine Männer hatten bereits in der Dämmerung ein Lagerfeuer entzündet und die kleinen Zelte der Ärzte aufgestellt. Darin befanden sich ebenfalls Feldbetten, und die persönliche Habe eines jeden Einzelnen. Sie dienten der Übernachtung und zum Rückzug, um Ruhe und Ausgeglichenheit auf sich einwirken zu lassen. Dem Stress zu entfliehen und mal wieder Musik hören, einfach nur den MP3 Player einschalten und alles für einen kurzen Augenblick vergessen. Dabei hatte jeder eine andere musikalische Vorliebe.
Dr. Herfurth hörte am liebsten Filmmusik - Lawrence von Arabien zum Beispiel. Er hörte sie auch teilweise an, wenn sie unterwegs waren. Er konnte sich förmlich vorstellen wie Lawrence mit seinem Kamel durch die Wüste geritten ist. Es war nichts anderes wie das heutige Durchqueren der afrikanischen Steppe nur mit dem Jeep, anstatt mit Kamelen.
Nach dem Abendessen am Lagerfeuer, das war für ihn die Zeit, wo er sich in sein Zelt zurückzog, seine Musik hörte, gelegentlich einen Brief an die Verwandten in der Heimat schrieb und sich dann schlafen legte.
Neumann dagegen hatte die Angewohnheit als Letzter in sein Zelt zu kriechen. Vor allem, wenn er ein paar Biere zu viel getrunken hatte. Früh kam er kaum vor acht aus den Federn und man musste ihn wecken. Bloß gut das Andere zeitiger aufstanden und bereits arbeiteten, während er noch tief und fest schlief.
Als Verantwortlicher für sein Team, hatte Dr. Herfurth durchaus Verständnis für jeden Einzelnen. Aus diesem Grund hatte Neumann stets die Spätschicht abzuleisten. Es machte ihm nichts aus. Während Sperling und Herfurth und einige anderen Kollegen, wie Dittmeier, Mohn oder Hoffmann sich an der Schönheit der afrikanischen Natur erfreuten, gelegentlich auch mal ein Buch lasen, musste Neumann mit seinem Team, das aus Dr. Olaf Neller und Dr. Walter Piscke bestand, die Menschen behandeln, die ab Nachmittag gegen drei im mobilem Lazarett auftauchten. Und sie mussten jede Wunde behandeln. Ob es nun ein Löwen- oder ein Alligatorenbiss oder gar eine Schusswunde war. Schusswunden waren hier eindeutig mehr zu verzeichnen, als Unfälle mit einem Raubtier. Es lag wohl daran, dass sie sich in Somalia aufhielten.
Und wenn am nächsten Morgen die Sonne wieder aufging, schienen all die seelischen Grausamkeiten wie weggeblasen zu sein. Man ging frisch ausgeruht an die Arbeit.
Doch mit jeder neuen Schusswunde, mit der man konfrontiert wurde, kam die Wut der Handlungsunfähigkeit, der Hilflosigkeit etwas zu ändern wieder hoch. Und so erging es jeden Einzelnen der Ärzte. Sie konnten nur Schmerzen lindern und Wunden behandeln. Aber gegen Töten und Verletzen von Menschen in diesem Land,, dagegen konnten sie absolut nichts tun. Sie konnten nur ihre tägliche Arbeit verrichten und darauf hoffen, dass sich eines Tages die Politik ändern und Frieden einkehren würde.


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Lektorat/Korrektorat: Schreibbüro Barbara Lechner- Österreich
Tag der Veröffentlichung: 02.05.2012

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