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Prolog

Ich wünschte, ich hätte dir mein Geheimnis anvertraut… Dann wärst du jetzt hier, neben mir. Weißt du, ich vermisse dich… so sehr. Es hört nicht auf. Ich sehne mich nach dir, nach deinem Geruch und deiner Nähe. Du wolltest wissen, wer ich bin? Ich wünschte, ich hätte es dir damals schon gesagt. Dann würdest du vielleicht noch leben.

 Eine Dramatische, gewaltsame und traurige Fantasiegeschichte. geschrieben von G.I alias Smiley<3

Vorgeschichte

Nein, ich will nicht sterben! Nicht heute! Ich rannte um mein Leben, wie jedes Mal, wenn er hinter mir her war. Ich packte mir, mit beiden Händen, in mein aufgeputschtes Kleid und hob es hoch. Das Kleid erschwerte es mir, schnell zu rennen. Meine nackten Füße schmerzten, doch ich rannte weiter. Ich ignorierte den Schmerz, denn kein Schmerz der Welt, wäre mit dem Schmerz zu vergleichen, den er mir antun würde. Ich sah nach hinten und lief dabei, durch enge, stinkende Gassen. Er war weit und breit nicht zu sehen, doch ich wusste, dass er da war. Ich wusste, dass er mich ansah und über mich lachte. Ich wusste es! Ich wusste es! Warme Tränen liefen über meine eiskalten Wangen, vermischt mit dem Regen. Meine nassen Haare klebten auf meinem Rücken und auf meinem Gesicht. Das Kleid, ähnelte einem zerfetzten Häufchen Elend. Es war, durch all den Matsch, verdreckt, blutverschmiert und patschnass, genauso, wie alles an mir. Ich hörte, wie hinter mir Kisten umfielen. Er war da! Alles in mir schrie, mich einfach hinzulegen und mich zu ergeben. Ich wusste, was mir blühen würde, wenn er mich erwischte. Ich wusste, was er mit mir anstellen würde, wenn ich fliehen würde. Und trotzdem tat ich es jedes Mal…und jedes Mal fand er mich! Er ließ mich Dinge tun, die mich seelisch zerstörten. In diesen Moment, war ich nicht mehr ich selbst. Wenn ich mich gegen ihn wehrte, wurde es nur noch schlimmer. Er verspottete mich gerade. Das wusste ich. Er wusste, genauso gut wie ich, dass er mich wieder in den Händen halten würde. Ich hörte seinen Herzschlag. Ich hörte, wie er oben, auf den Dächern, auf mich lauerte. Er hätte mit Leichtigkeit herunter springen und mich überwältigen können, aber er machte daraus ein Spiel. Er liebte es, mich ängstlich und leidend zu sehen. Er liebte es, mehr als alles Andere auf der Welt. Ich war eine Spielfigur in seinem Spiel. Ich war nichts für ihn. Eine leblose Hülle. Ein seelenloses Biest. Etwas, was eine dunkle Aura besaß… Das war ich für ihn. Ich rannte dennoch. Ich wusste das alles. Ich wusste, was geschah, wenn er mich erwischte… dennoch rannte ich wie eine verrückte. Plötzlich fiel ich nach hinten und ich atmete schwer ein und aus.
„Endlin. Liebes, pass auf!“, schrie er von oben. Ich sah das zerfetzte Gesicht eines Mannes, dessen Körper auf mir lag. Ich schluchzte laut auf und schrie, er solle damit aufhören.
„HÖR AUF… BITTE!“, flehte ich ihn an. Diese Augen kannte ich, dieses Gesicht, das kaum noch zu erkennen war… Denn ich hatte ihn umgebracht. Ich hatte diesem Mann in die Augen gesehen. Er hatte geweint, er hatte geschrien, doch es hatte ihm nichts gebracht.

 

Kapitel 1.

Ich schlug die Tür hinter mir zu und atmete tief ein und aus. Mein Atem ging schnell und ich zitterte am ganzen Körper. Er war weg. Sicher würde er mir nur eine kurze Zeit zum verschnaufen lassen. Ich lehnte mich an die Tür und rutschte erschöpft auf den kalten Fußboden herunter, der durch meine nassen, dreckigen Füße, genauso nass und dreckig wurde. Ich strich über mein Gesicht und bemerkte all die Verletzungen. Ich schloss kurz meine Augen und atmete, immer wieder, tief ein…tief aus.
„Wer sind Sie?“, hörte ich eine tiefe Stimme zu mir sagen. Schnell schlug ich meine Augen auf und versuchte aufzustehen, doch mein Kleid verfing sich in meinen Beinen und ich fiel nach vorne. Ich schloss die Augen und gab einen leisen Schrei von mir. Noch bevor ich mit meinem Gesicht auf dem Boden landen konnte, hielten mich starke Arme fest und hievten mich hoch. Seine Hände fühlten sich kalt an und ich hörte seinen Herzschlag. Ich hörte, wie das Blut in seinen Armen floss und ich erinnerte mich daran, wie Blut schmeckte. So süß… Ich schüttelte den Kopf und stieß ihn von mir weg. Ich knallte gegen die Tür und der Türknauf bohrte sich in meine Hüfte. Ich schrie auf und holte mehrmals Luft. Er machte Anstalten, mir näher zu kommen, doch ich hob meine Hand.
„BLEIB DORT WO DU BIST!“, schrie ich und holte wieder Luft, da ich sie kurz angehalten hatte. Er kam trotzdem auf mich zu. Wenn er noch näher kommen würde,… würde ich ihm die Kehle aufreißen und ihn zerfetzten, das wusste ich. Ich durfte das nicht. Nicht noch einmal. Ich sammelte all meine Kraft. Wie jedes Mal wurden meine Augen pechschwarz. Es war nichts mehr weiß und auch meine Augenfarbe, wurde von dem Schwarz einfach überdeckt. Ich wusste, wie ich aussah. Mehrmals, hatte er mir den Spiegel hingehalten, wenn ich mich verwandelte, nur um mir zu zeigen, was für ein Monstrum ich war. Was für ein Monstrum ich bin. „Geh, oder ich tue dir weh.“, fauchte ich nun. Ich ballte meine Fäuste zusammen, bereit, falls es darauf ankommen würde, ihn Ohnmächtig werden zu lassen, oder seine Erinnerung zu
„Ich will dir nur helfen.“, sagte er und sah mich, mit seinen grün leuchtenden, großen Augen, an. Er kam näher… Ich holte aus und berührte ihn, an seinem Hals. Er blieb stehen und sah mich reglos an. Als wäre er ein Puppe. Es wäre mir ein leichtes gewesen, seine Energie aus ihm heraus zu holen, ihn einfach hier und jetzt zu töten. Niemand würde davon erfahren. Seine Augen färbten sich schwarz und er sah mich wartend an.
„Geh, vergiss das hier und geh.“, flüsterte ich ihm zu. Er nickte, drehte sich um und ging. Ich holte tief Luft und sank in mich zusammen. Meine Beine hatten den Geist aufgegeben. Meine Energie war am Ende. Ich hatte Hunger… sehr großen sogar. Aber ich würde nie, nie mehr wieder Menschen töten, oder verletzen.
„Hast du gedacht, sowas funktioniert bei mir?“, sagte die Stimme von vorhin. Ich blickte dem Jungen in die Augen. Er war größer als ich, viel größer, und muskulös. Sein Gesicht war kantig, seine Gesichtszüge hingegen weich. Verdammt, wieso hatte das bei ihm nicht gewirkt?
„Ich weiß was du bist!“, sagte er und zückte, kurz darauf, eine Pistole.
„Du bist eine von ihnen. Diese Missgeburten von Blutbadern!?“, schrie er jetzt.
„Bin ich nicht.“, zischte ich. Ich hatte keine Kraft, mich gegen ihn zu wehren. Meine ganze Energie hatte ich dazu verschwendet, um abzuhauen und mich in Sicherheit zu bringen. Jetzt lag ich zusammengeklappt, vor einem Everdor. Ich erkannte, dass er ein Everdor-Jäger war, als er die Pistole gezückt hatte. Sein Tattoo verlief über seinen kompletten, rechten Arm.
„Sieh dich nur an. Wer weiß, wen du wieder getötet hast? Wessen Leben du wieder genommen hast? DU bist mit Menschenblut verschmiert. Ich rieche es an dir. Ihr nehmt Leben und schert euch ein Scheißdreck darum.“.
Träne für Träne, lief über meine Wangen und ich schluchzte leise auf.
„Bring mich um. Tu mir den gefallen.“, sagte ich und sah ihn flehend an.
„Was?“, fragte er ungläubig, als hätte er sich verhört.
„BRING MICH UM VERDAMMT! Tu es!“, schrie ich ihn, unter Tränen, an. Er sah mich immer noch an. Ich sammelte meine ganze Kraft. Ich müsste ihn also provozieren. Ich stand auf und bleckte meine Zähne. Meine Augen färbten sich wieder schwarz und meine Hände sprühten kleine Energiefunken. Er schlug mich und ich fiel zu Boden. Er trat mich mitten in meinen Bauch und ich spuckte Blut. Ich schloss langsam meine Augen, als alles um mich herum schwarz wurde. Ein letzter Atemzug,… dann war alles weg.

 Ares Sicht

 „Wieso hast du sie nicht umgebracht, Ares?“, fragte mich mein Bruder und ich zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß es noch nicht.“, sagte ich und sah durch die Gitterstäbe hindurch, zu dem eigenartigen Mädchen, das mit ihrem Blutbespritzten Kleid auf dem Boden lag.

Kapitel 2.

Ich zuckte zusammen, als ich ein Husten hörte. Sofort öffnete ich meine Augen und versuchte herauszufinden, wo ich war. Schnell machte ich einen Versuch aufzustehen, doch ich fiel wieder hin, da ich mein Gleichgewicht nicht halten konnte. „Du bist also auch schon wach.“, hörte ich die mir bekannte Stimme sagen. Ich wischte meine blutigen Hände an meinem Kleid ab und realisierte erst jetzt, dass ich in einer Art Zelle saß. Ich blickte durch die dicken Metallgitter hindurch und sah dem Jungen von gestern in die Augen. Sie leuchteten in der Dunkelheit grün auf. Ohne zu übertreiben - sie waren heller als meine eigenen eisblauen Augen. Aber das war kein Wunder. Die meisten Everdor-Jäger besaßen wunderschöne Augen. Ich war einigen von ihnen begegnet und ich hatte einige von ihnen eiskalt getötet.
„Was willst du von mir?“, fragte ich ihn erschöpft. Ich hatte höllische Kopfschmerzen und war es leid, gegen alles und jeden ankämpfen zu müssen. Wenn er wollte, konnte er mich ruhig umbringen… besser er als… Ich verwarf diesen Gedanken. Selbst wenn er mir so fern war, dachte ich nur an ihn. Er jagte mir eine scheiß Angst ein. Ich sah den Jungen wieder an.
„Ich will wissen, wen du letzte Nacht umgebracht hast“.
Ich schnaubte lachend auf. Er starrte mich wütend an, kam zu mir und legte seine Hände um meinen Hals. Er drückte mich gegen die Wand. Ich rührte mich nicht und sagte auch nichts mehr. Wenn ich wollen würde, wäre er schon längst tot.
„WEN HAST DU UMGEBRACHT, DU BLUTBADERSCHLAMPE?!“, schrie er mich an und seine Augen wurden immer dunkler. Ich trat ihm mit voller Wucht in seinen Bauch und er fiel hin. Genauso wie ich, als er mich los ließ. War das sein Ernst? Er hatte mich wirklich als Schlampe bezeichnet?
„ICH HABE NIEMANDEN UMGEBRACHT, DU BASTARD!“, zischte ich und packte ihn blitzschnell an seinem Kragen und drückte ihn gegen die Gitterstäbe, bevor er sich aufrappeln konnte. Seine Füße schwebten in der Luft und er sah mich verwundert an.
„Ich bin keine Schlampe und auch kein Blutbader du Arsch!“, schrie ich ihn an. Ich ließ ihn fallen und ging ein paar Schritte rückwärts.
„Du weißt genauso gut wie ich, dass du jetzt tot hättest sein können. Aber ich werde Niemandem hier etwas antun, wo auch immer ich hier bin.“, sagte ich jetzt in einem ruhigen Ton und reichte ihm meine Hand. Er nahm sie und zog sich hoch. Wäre ich ein einfaches Menschenmädchen gewesen, wäre ich nach vorne getaumelt. Aber ich war nicht normal. Ich war stark, schnell und gefährlich.
„Wieso bist du dann Blutverschmiert?“.
„Ich bin geflohen…“, sagte ich und schluckte, „aber das geht dich eigentlich nichts an! Entweder du bringst mich um oder du lässt mich laufen. Ich werde mich nicht wehren, also bring es hinter dich.“, murmelte ich. Er starrte auf meine behandschuhten Hände.
„Ist dir kalt?“, fragte er plötzlich und sah mich von oben bis unten an.
„Nein, alles okay.“
„Komm mit. Wir müssen nach oben zum Rat. Der entscheidet, was mit dir passiert. Aber zuvor gehen wir wo anders hin. So kannst du nicht vor dem Rat erscheinen.“, sagte er leicht lächelnd und deute auf mein zerfetztes, dreckiges und blutverschmiertes Kleid. Er zog ein Seil aus seiner Tasche und kam näher.
„Stopp mal! Willst du mir damit die Hände verbinden?“, fragte ich lachend.
„Ja wieso?“, fragte er.
„Es wird dir nichts nützen.“, sagte ich grinsend. Doch ihm war es anscheinend egal, oder er glaubte mir nicht. Er kam und verband mir so fest er konnte die Hände. Dabei sah er mir tief in die Augen. Er drehte sich um und zog an dem Seilende, damit ich ihm folgte.
„Dass du mich gewürgt und an die Wand gedrückt hast, brauchst du keinem zu erzählen. Ansonsten denke ich darüber nach dich zu töten.“, flüsterte er mir zu. Ich schnaubte.
„Hättest du mich töten wollen, hättest du es schon längst getan.“, sagte ich ihn frech an und klimperte mit meinen Wimpern. Ich erhaschte ein Lächeln, als er sich umdrehte. Er zog noch fester am Seilende und ich fiel fast nach vorne.
„Arsch.“, murmelte ich.

 Wir kamen in ein Zimmer, das bunt und geräumig ausgestattet war. Würde ich nicht in Fesseln hier sitzen, sondern freiwillig und mir die Haare und Makeup machen lassen, würde ich mich wohl fühlen. Der Idiot dachte ernsthaft das Seil würde mich aufhalten.

 Nachdem sie fertig waren, sah ich mich im Spiegel an. Ich trug ein weißes schlichtes Kleid, das meinen Rücken betonte. Es war üblich, dass man sich sehr fein anzog. Und es war Pflicht, sich als Frau weiß anzuziehen. Das Kleid hatte hinten kleine Steinchen und eine große Schleife. Es lag alles eng an und nur meine Beine waren frei. Meine Haare ließen sie so wie sie waren. Ich hatte mich vorhin duschen dürfen. Natürlich in einem Bad ohne Fenster und einem Mann der bewaffnet vor der Tür stand. Meine langen, rabenschwarz gelockten Haare nahm ich zur Seite. Sie bedeckten meine rechte Schulter. Meine Augen hatten sie ziemlich stark und schwarz geschminkt, so dass meine eisblauen Augen mehr zur Geltung gebracht wurden. Ich hatte darauf bestanden flache Schuhe zu tragen, also brachten sie mir weiße Ballerinas. Langsam drehte ich mich um meine eigene Achse und fühlte mich für einen kurzen Moment wunderschön.
„Ich muss zugeben, es steht dir.“, sagte der Junge. Ich sah ihn erschrocken an und nickte nur.
„Ares. Bring sie runter.“, hörte ich eine weitere Stimme in der Ferne. So, so… Der unbekannte Junge hieß also Ares. Ares trug einen schwarzen Anzug, wie es üblich war. Er drehte sich um und ging. Ich folgte ihm.

Wir saßen alle auf unseren Plätzen und warteten auf das Oberhaupt der Everdor-Jäger. Die laut sprechenden Personen wurden auf einmal still und die Tür ging auf. Ich traute meinen Augen nicht. Ich sah in die Augen des Mörders, der meine Mutter umgebracht hatte!

 

Kapitel 3.

„MOM!“, schrie ich und versuchte ihre Hand zu halten, doch starke Arme hielten mich davon ab.
„Alles wird gut Liebes.“, flüsterte sie. Ich wehrte mich, trat um mich und schrie, doch es war ihnen egal. Die Arme meiner Mutter wurden von zwei Männern festgehalten. Einer stand Links, der andere Rechts von ihr.
„MOM, sag ihnen sie sollen aufhören!“, schrie ich sie an.
„Wehr dich nicht!“, sagte sie bestimmend, doch ich konnte nicht anders. Die Tür flog auf und ein großer Mann kam rein. Er trug einen schwarzen Umhang und hatte braune Augen, die einem sofort ins Auge fielen. Er kam näher zu mir und umfing mit seiner Hand mein Gesicht.
„Dich könnte ich sehr gut verkaufen Liebes.“, sagte er und lächelte mich an. Ohne zu Zögern spuckte ich ihm direkt ins Gesicht. Meine Mutter schrie, ich solle damit aufhören, doch ich starrte den Mann wütend an. Er wischte sich meine Spucke aus dem Gesicht und seine Gesichtszüge verhärteten sich. Er zog seine Handschuhe aus. Seine vorhin noch braunen Augen ertranken in einem Schwarz, das schwärzer war als die Nacht. Er berührte meinen Hals und ich starrte ihn an, hörte auf mich zu wehren.
„Hör mir gut zu Liebes.“, sagte er und ich nickte. Meine Mutter schrie verzweifelt auf und wehrte sich jetzt, doch das war mir nicht wichtig. Ich wollte nur ihm zuhören, nur ihm gehorchen und nur ihm dienen.
„Stellt sie ruhig.“, schrie er nach hinten und sie hielten meiner Mutter den Mund zu. Er wand sich mir wieder zu.
„Du wirst jetzt zu deiner Mutter gehen und ihr mit bloßer Hand das Herz rausreißen. Sie will das Endlin. Sie will, dass du sie von ihrem Leid erlöst. Geh und tu ihr den Gefallen, Liebes.“, flüsterte er mir zu. Wieder nickte ich nur und steuerte auf meine Mutter zu. Tränen liefen über ihre rosigen Wangen, hinab zu ihrem Hals. Sie weinte. Doch ich verstand nicht, wieso.
„Endlin. Lass dich nicht täuschen. Du willst das nicht, mein kleiner Engel. Widerstehe seinem Willen. Du bist keine Willenssklavin. Du hast einen starken Willen, Schatz. Endlin Kleines, hörst du mich?“. Doch alles in meinem Körper schrie, ihr das Herz aus der Brust zu reißen. Ich lächelte sie kurz an und legte meine Hand auf ihre Brust. Sie schrie laut auf und ich drang mit meinen Fingern in ihr zartes Fleisch. Sofort floss eine warme Flüssigkeit über meine Hände und ich erreichte etwas, das sich bewegte. Es pochte in meiner Hand. Ich sah ihr ein letztes Mal in die Augen. Spätestens jetzt wäre ihre Mutter bewusstlos.
„Mom, es wird alles gut.“, sagte ich und umfing mit meinen Fingern das pochende Etwas. Mit einem Ruck holte ich es heraus und der Blick meiner Mutter erstarrte. Sie fiel auf den Boden. Ihr Körper gab nach, hielt sie nicht mehr. Ich hielt etwas Warmes in meinen Händen. Ich schüttelte meinen Kopf und fing an zu schreien, als ich das Herz in meiner Hand sah. Was hatte ich getan? Ich kniete mich zu ihr und nahm ihren Kopf auf meinen Schoß. Weinend wippte ich hin und her. Mein Schluchzen erfühlte den ganzen Raum.
„Wieso?“, schrie ich den Mann an.
„Weil sie etwas getan hat, das unverzeihlich ist.“, sagte der Mann und ging mit seiner Gefolgschaft. Ich legte den Kopf meiner toten Mutter auf den Boden und hechtete den Männern hinterher. Ich sprang einem Mann, der mich zuvor festgehalten hatte, auf die Schultern und drehte seinen Kopf  mit einem Ruck zur Seite. Sein Genick brach. Der nächste kam schon mit einer Waffe in der Hand auf mich zu. Ich nahm ihm die Waffe mit einer Leichtigkeit ab und trennte seinen Kopf von seinem Körper. Zwei weitere kamen und versuchten mich umzubringen, doch mit einem schnellen Tritt fiel der eine Mann auf den anderen. Ich nahm ein Schwert in die Hand und rammte es beiden in den Bauch. Der Mann sah mich erschrocken und verängstigt an. Ich rannte auf ihn zu, doch als ich nach ihm greifen wollte… war er weg…

 In dieser Nacht hatte ich getötet. In dieser Nacht hatte ich alles verloren. In dieser Nacht hatte ich mir geschworen ihn zu finden und ihn umzubringen. Und jetzt stand er vor mir. Ich sah den Mann an, der mir zuvor entwischt war. Wie er mit seinem selbstgefälligen Grinsen auf seinem übergroßen Stuhl saß. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Meine Hände zitterten genauso, wie mein ganzer Körper. Alles in mir schrie, ihm an die Kehle zu springen, ihn bewusstlos zu schlagen, ihn irgendwohin zu verschleppen und ihn so lange zu foltern, bis er sich selbst umbrachte. Ich wollte, dass er genauso litt wie ich damals. Ich hatte meine Mutter wegen IHM umgebracht. Ihr einfach das Herz aus der Brust gerissen. Sie dabei angelächelt, in ihre Augen geguckt und es einfach rausgerissen, als hätte es nie für sie geschlagen, als hätte sie nie existiert. Jahrelang versuchte ich mich selbst umzubringen, aber es ging nicht. Jahrelang habe ich mich weinend in den Schlaf gewiegt. Ich mache es ab und zu immer noch in Gedanken daran, dass ich es war, die das Leben meiner Mutter beendete. Ich hatte keinen starken Willen gehabt. Ich habe ihr nicht geholfen, als sie mich am dringendsten brauchte. Nein, ich habe sie umgebracht. Ich unterdrückte meine Tränen. Es verging keine einzige Nacht, in der sich diese Nacht nicht wiederholte…immer und immer wieder sah ich diese eine Nacht in meinen Träumen. Alpträume jede Nacht. Schlaflose Nächte machten eine Person seelisch kaputt und ich war mehr als nur kaputt. Mich konnte man nicht mehr zusammen flicken, oder zusammen kleben. Es würden immer noch Risse bleiben…ich würde nie mehr die sein, die ich zuvor gewesen war. Wie das Herz meiner Mutter in meinen Händen pochte, oder wie sie mir in die Augen sah… das würde ich nie vergessen. Ich werde nie ihre Tränen vergessen. Nie ihr letzten Worte. Er würde dafür leiden. Er würde durch meine Hände sterben und wenn es das Letzte war, was ich tat!

 

Kapitel 4.

Er war mir so nah. Ich konnte seinen Herzschlag hören. Das meiner Mutter würde nie mehr schlagen. Er hätte Tod sein müssen. Doch sein Herz schlug immer noch. So eine Verschwendung, dachte ich und bemerkte wie sich meine Augen schwarz färbten und mein gesamter Körper sich anspannte. Ich stand von meinem Stuhl auf und sprang wie eine Raubkatze über den Tisch, die ihre Beute suchte. Ungeachtet der anderen Everdor-Jäger krallte ich ihn mir, warf ihn mit solch einer Wucht gegen die Wand, dass Teile des Betons auf den Boden fielen und eine große Delle entstand.
„DU MÖRDER!“, schrie ich ihn an. Ich holte zum nächsten Angriff aus, doch ich wurde verhindert. Everdor-Jäger packten mich an beiden Armen und hielten mich fest. Ich schrie aus Wut. Ich packte alle Beide und schleuderte sie durch den gesamten Raum.
„Sei froh, dass hier so viele Personen im Raum sind. Ihnen werde ich nichts tun. Ich werde kein Leben verschwenden, doch deins werde ich nehmen!“, fauchte ich ihn an, „ich werde mit dir genau das machen, was du meiner Mutter angetan hast. Ich werde mich für sie rächen du scheiß Bastard. Spielst jedem hier vor, du wärst ehrlich und perfekt, der geborene Herrscher. Ich kenne aber dein wahres Gesicht. DU bist ein Dreckskerl, eine Missgeburt!“, schrie ich ihn an. Ich drehte mich um und sah in die erschrockenen Gesichter derer, die sonst noch in diesem Raum waren. Ich drehte mich zu den zwei Kriegern um, die ich zuvor weg geschleudert hatte.
„Es tut mir leid, das wollte ich nicht. Ihr hättet mich nicht anfassen sollen.“, sagte ich und verließ den Raum, ehe ich den Blick von Ares erhaschte, wie er mich fassungslos ansah.

 Ich lief wütend raus und setzte mich auf eine Brücke. Ich zog meine Ballerinas aus und tauchte meine Füße in das kalte Wasser. Es tat verdammt noch mal gut. Ich überlegte kurz, ob ich vielleicht mein Kleid ausziehen und ganz rein springen sollte. Es würde meine Wut dämpfen. Ich stand auf, zog mein Kleid aus und sprang in das kühle Flusswasser, das sehr tief zu sein schien. Kälte umhüllte meinen ganzen Körper und ließ mich entspannen. Ich tauchte wieder auf und schnappte nach Luft. Langsam strich ich über meine Haare und schloss meine Augen. Sobald er alleine irgendwohin gehen würde, würde ich mir diesen Bastard vorknöpfen und dieses Mal würde er sterben.
„Hier bist du also.“, hörte ich Ares sagen und öffnete meine Augen. Er sah das Kleid, das auf der Brücke lag und schmunzelte.
„Wenn du hierher gekommen bist um mich zu begaffen oder um mich wieder zurück zu schleppen, kannst du das vergessen.“, sagte ich und fügte hinzu: „Außerdem wollen wir ja nicht, dass dir ein Knochen bricht. Ich will es jedenfalls nicht und du sicher auch nicht.“.
Ohne auf ihn zu achten, stieg ich aus dem Wasser. Er starrte regelrecht, aber mir war das egal. Er war nicht der Erste.
„Wieso hast du ein magisches Tattoo?“, fragte er neugierig. Ich wusste welches er meinte. Eine Rosenranke mit unzähligen Dornen wuchs in die Länge. Immer, wenn ich jemanden Töte der es nicht verdient hatte, wuchs dieses scheiß Tattoo. Angefangen hatte es unter meiner Brust. Jetzt war es so lang, dass es seitwärts bis zu meiner Hüfte ging.
„Du stellst einer Person die falschen Fragen, die sie dir nie beantworten wird.“, sagte ich bestimmend und schnappte mir das Kleid. Ich zog es schnell wieder an und bat ihn darum, die Korsage hinten zu binden. Er zögerte nicht und legte seine warmen Finger auf meinen blanken, kalten Rücken. Ich erzitterte kurz, was er natürlich bemerkte. Er hielt inne und band langsam die Korsage zu.
„Geht das nicht schneller?“, sagte ich etwas zu gereizt. Ich hörte sein Lachen.
„Dürfte ich dir eine Frage stellen?“.
„Okay, aber nur eine Einzige.“, sagte ich, weil darauf ich neugierig war, was er wissen wollte.
„Okay, ist das einer dieser Sachen, bei denen man nur eine Frage stellen darf und sich nichts mehr wünschen kann?“, fragte er lachend.
„Was redest du da? Frag was du fragen wolltest.“.
„Versprich mir, dass du sie ehrlich beantworten wirst.“.
„Ich verspreche es nur, wenn ich dir zuerst eine Frage stellen darf und du sie mir ehrlich beantwortest.“. Er nickte. „Wieso hast du mich nicht umgebracht? Du weißt von wann ich rede. Ich hatte einen Zusammenbruch, du hättest mich töten können. Aber nein, du hast mich bewusstlos geschlagen und selbst danach nicht getötet…Wieso?“, fragte ich ihn und drehte mich nun so um, dass er mir in die Augen sehen konnte. Er sah kurz auf den Boden.
„Um ehrlich zu sein wollte ich dich töten, doch ich habe schnell bemerkt, dass du anders bist. Du bist kein reinblütiger Blutbader. Du bist etwas vollkommen anderes. Du hast ein Herz, ich glaube sogar ein Gewissen. Und nach der Aktion vorhin bin ich mir sogar sicher, dass du erstens kein Blutbader bist und zweitens…dass du etwas besonders Einzigartiges bist. Du faszinierst mich. Hast du schon vom ersten Augenblick an, Endlin.“.
Ich starrte ihn ängstlich an.
„Woher weißt du meinen Namen?“.
„Versprich mir, dass du nicht ausrasten wirst.“, sagte er und ging einen Schritt nach hinten.
„ARES, SAG ES MIR SOFORT!“, zischte ich.
„Ich habe in deine Erinnerungen gesehen.“, sagte er kaum hörbar.
„Was meinst du mit in meine Erinnerungen gesehen?“, fragte ich erschrocken.
„Ich kann Erinnerungen anderer wahrnehmen. Es ist eine Gabe von mir. Ich bin einer der wenigen Everdor-Jäger, die eine Gabe besitzen.“.
Ich schluckte schwer und setzte mich auf die Brücke.
„Du hast meine Erinnerung an den Tod meiner Mutter gesehen, nicht wahr?“, schluchzte ich und hielt meine Hände vor mein Gesicht. Er kniete sich zu mir und hielt meine Hände fest in seinen. Tränen erschwerten mir die Sicht, aber dennoch sah ich die Tränen in seinen Augen.
„Ja Endlin, und es tut mir so unglaublich leid.“, flüsterte er mir zu und blickte mir tief in meine Augen.

Kapitel 5.

„Endlin, du bist keine Mörderin.“, sagte Ares und strich über meinen Arm, ich zog ihn weg und stand auf.  „Ares, du kennst mich nicht… Niemand kennt mich! Also tu nicht so, als wüsstest du darüber Bescheid, was ich bin und was nicht!“, schrie ich ihn an. Dabei war ich nur wütend auf mich selbst.
„Endlin, ich sehe, wie du dich verhältst und was du tust. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du eine Mörderin bist.“, sagte er und stand ebenfalls auf. Nun liefen mir Tränen über meine Wangen und ich wischte sie hastig weg.
„Ares, ich habe Dinge getan, die keine gutherzige Person tun würde. Ich habe Dinge gesehen, die niemand sehen sollte. Und als ich Menschen, Wesen oder was auch immer es waren… umgebracht habe,… habe ich nie Reue gespürt. Kein Bedauern und nichts Derartiges. Es hat mir Spaß gemacht. Ich habe mich so mächtiger denn je gefühlt".
„Du kannst mir erzählen was du willst, aber ich sehe die Reue in deinen Augen.“, sagte Ares und kam auf mich zu.
„Tu es nicht. Beschütz mich nicht und versuch auch nicht mich als etwas Gutes darzustellen. Das bin ich nicht. Das war ich noch nie. Zumindest nachdem ich zu dem wurde, was ich bin… Zuvor war ich ein einfaches Mädchen mit außergewöhnlichen Kräften. Niemand hätte geahnt, dass ich so ein Monstrum werde.“.
„Endlin, es ist meine Entscheidung, wen ich beschütze und wen nicht!“, sagte er bestimmend und sah mich jetzt wütend an.
„Aber...“, setzte ich an um ihm zu wiedersprechen, doch er legte seinen Finger auf meine Lippen.
„Wenn ein Everdor-Jäger etwas beschützen will, dann tut er dies auch bis zu seinem Tod.“ Er zog seine Hand wieder zurück und ich ging einen Schritt rückwärts. Ich wusste, was jetzt folgte. Er musste mich an der Hand berühren, um den Pakt zu schließen. Bereit wegzurennen, hob ich mein Kleid hoch.
„Du weißt, dass ich dich kriegen werde.“, sagte er lächelnd.
„Ares, ich werde es nicht zulassen, dass du den größten Fehler deines Lebens begehst. Und das auch noch wegen einer Fremden! Du kennst mich nicht und das willst du auch nicht. Glaub mir!“, schrie ich ihn fast an, drehte mich um und rannte los. Ich hörte, wie er mir folgte. Verdammt. Er war schnell. Ich drehte mich um und sah ihn nicht mehr. Ich blieb stehen und blickte um mich herum. Nur Bäume. Kein Ares weit und breit. Plötzlich legten sich Hände auf meine Hüfte und ich drehte mich um.
„Ares, tu es nicht.“, fauchte ich und meine Augen färbten sich schwarz. Ein kurzer, aber heftiger Tritt ließ ihn zu Boden fallen und ich rannte weiter. Ich drehte meinen Kopf um und bemerkte, dass er wieder verschwunden war. Wahrscheinlich war er doch gegangen. Ich hörte Stimmen. Schnell kletterte ich auf einen Baum und blickte herunter, als ich hoch genug  gestiegen war. So ein Mist! Unten waren Everdor- Jäger und suchten mich. Sowas konnte auch nur mir passieren! Sie zogen etwas hinter sich her. Was war das? Es schien zu leben, denn es zappelte. Ich lehnte mich leicht nach vorne und hielt mich mit meiner rechten Hand an einem Ast fest. Ich erstarrte. Es war ein MENSCH und er blutete. Ich hielt meinen Atem an. Ich musste widerstehen. Der Ast gab ein komisches Knacken von sich und brach ab. Ich zappelte und versuchte mich irgendwo festzuhalten, doch es war zu spät. Ich fiel mit einem lauten Schrei zu Boden. Schnell rappelte ich mich auf und bemerkte den stechenden Schmerz in meinem linken Bein. Super, ich hatte mir irgendetwas gezerrt.
„Da ist die Konfessorschlampe!“, sagte einer der Everdor- Jäger. Hatte er mich gerade Schlampe genannt? Er kam auf mich zu gerannt und ich schlug ihm mit einer Hand den Kopf weg.  „Lasst den Menschen aus dem Spiel.“, fauchte ich die anderen vier an. Sie hörten natürlich nicht auf mich. Ich zog meine Handschuhe aus, die mit dem Blut des Toten Everdor- Jägers beschmiert waren und wartete, dass sie mich angriffen.
„Kommt nur, oder habt ihr etwa Angst?“, fragte ich lächelnd und leckte über meine Lippen. Sie warteten auf keine zweite Einladung und der erste griff mich auch schon an. Ich packte ihn am Hals.
„Hör mir gut zu.“, sagte ich und er nickte.
„Deine Everdor-Jäger-Freunde, wollen dich umbringen. Sie wollten, dass du zuerst gehst, damit du stirbst. Willst du dir das gefallen lassen?“, fragte ich ihn und wollte weiter sprechen als sich ein kleiner Dolch in mein Bein bohrte. Ich ignorierte den Schmerz.
„Geh und bring sie um.“, beendete ich schwer atmend den Satz und ließ ihn los.
„DU KONFESSORHURE!“, schrien mich die drei Everdor-Jäger an, doch ich ignorierte sie und lehnte mich gegen einen Baum. Die Augen des Everdor-Jägers wurden schwarz wie die Meinen. Er drehte sich um und ich hörte wie er noch sagte: „Das werde ich tun Meisterin.“
Dann sah ich zu, wie er seine eigenen Freunde umbrachte. Als er damit fertig war, kam er zurück.
„Tu dir den gefallen und bring dich selbst um.“, sagte ich, zog schreiend den Dolch aus meinem Bein heraus und übergab ihn dann ihm. Ohne zu zögern, rammte er sich den Dolch in die Brust und fiel tot um. Ich wollte gerade gehen, als noch mehr Everdor-Jäger kamen und mich bemerkten.
„DA IST SIE!“, rief einer von ihnen und rannte zu mir. Er warf ein Netz nach mir und ich verfing mich darin. Schnell versuchte ich meine Finger in die Erde zu krallen um mich aus dem Netz zu befreien. Doch einer von den Everdor-Jägern trat gegen meinen Kopf und ich rührte mich nicht mehr. Ein stechender Schmerz jagte durch meinen Kopf. Alles drehte sich und ich blickte die Bäume an, die immer mehr verschwammen. Die Sonne strahlte nur noch hell wie ein kleiner Punkt, der immer dunkler wurde und ich erschlaffte. Ich spürte nur noch, wie ich hinter etwas her geschliffen wurde. 

Ares Sicht

„Wo ist sie?“, fragte ich meinen Bruder. Er lachte und zeigte mit seinem Finger die Treppen runter.  „Glaubst du mir das, Bruder? Sie hat gedacht, wenn sie 6 von uns tötet, würde sie davon kommen. Zudem wollte sie unseren Anführer Lorang angreifen. Sie ist ein Biest. Du hättest sie von Anfang an töten sollen.“, er sah mich wütend an.
„Sie wollte abhauen und wir haben sie mit einem Netz eingefangen, weil wir sie nicht anfassen durften. Kannst du das glauben? Sie ist eine verdammte Konfessor. Ich dachte die gibt es nicht. Naja egal, nachdem ich gegen ihren hübschen Schädel getreten habe, hat diese Schlampe sich nicht mehr gewehrt.“, sagte er. Ich versuchte mich zusammen zu reißen und meinem Bruder keine reinzuhauen.
„Lebt sie noch?“, fragte ich. „Ja, aber bald nicht mehr. Lorang ist mit ihr unten alleine in der Zelle“.
Schnell ging ich die Treppen hinunter und hoffte, dass sie noch leben würde.

Kapitel 6.

(eine Stunde zuvor)

Endlin´s Sicht

„Endlin, lass dich nicht täuschen. Du willst das nicht, mein kleiner Engel. Widerstehe seinem Zwang. Du bist kein Willenssklave. Du hast einen starken Willen, Schatz. Endlin Kleines, hörst du mich?“.
Doch alles in meinem Körper schrie, ihr das Herz aus der Brust zu reißen. Ich lächelte sie kurz an und legte meine Hand auf ihre Brust. Sie schrie laut auf und ich drang mit meinen Fingern in ihr zartes Fleisch. Sofort floss eine warme Flüssigkeit über meine Hände und ich erreichte etwas, das sich bewegte. Es pochte in meiner Hand. Ich sah ihr ein letztes Mal in die Augen.
„Mom, es wird alles gut.“, sagte ich und umfing mit meinen Fingern das pochende Herz. Mit einem Ruck holte ich es heraus und der Blick meiner Mutter erstarrte. Sie fiel sofort auf den Boden. Ihr Körper gab nach, hielt sie nicht mehr. Ich hielt das warme Etwas in meinen Händen.
„HÖR AUF DAMIT!“, schrie ich ihn schluchzend an und hielt mir mit beiden Händen meinen Kopf fest. Er saß seelenruhig auf seinem Stuhl und zeigte mir immer wieder diese eine Erinnerung. Lorang´s Lachen füllte den Raum. Doch alles was mir weh tat, waren meine seelischen Schmerzen. Sie durchzogen meinen Körper. Je öfter ich die Erinnerung sah, desto öfter fühlte es sich so an, als würde mir mein eigenes Herz herausgerissen werden. Ich sah immer wieder in die Augen meiner Mutter. Wie ihr Körper zu Boden fiel und sie sich nicht mehr bewegte. Wie sie mir in die Augen sah, voller Angst. Es verbarg sich kein Hass dahinter. Nur Trauer. Ich hatte sie getötet und trotzdem hatte sie mich bis zur letzten Sekunde geliebt. Ich hatte mich nicht hart genug gewehrt. Und wieder spürte ich, wie er versuchte in meinen Kopf einzudringen und die Erinnerung hervorzuholen. Jeder sagt Liebe würde weh tun, aber das ist nicht wahr! Alleine zu sein tut weh. Reaktionen tun weh. Jemanden zu verlieren tut weh. Alle verwechseln das mit Liebe. Aber die Wahrheit ist, dass Liebe das einzige Gefühl auf dieser Welt ist, dass uns wieder glücklich macht. Ich schloss meine Augen und lehnte mich an die kalte Steinwand. Ich stellte mir eine Wand vor. Eine Wand aus kleinen, grauen Steinen. Manche von ihnen waren sogar schwarz. Sie hatten Löcher und waren nicht gerade sauber, aber sie hielten stand. Egal was kam, sie würden zusammen eine Mauer bilden. Sie würden mich beschützen. Sie spiegelte mein tiefstes Inneres wieder. Die Wand war genauso verschmutzt und kaputt wie ich, aber wir hielten dennoch stand. Ich setzte mich auf und öffnete meine Augen. Sie färbten sich wieder in ein tiefes, dunkles Schwarz und sahen Lorang hasserfüllt an. Seine Kraft prallte an meiner Wand ab, die in meinem Kopf entstand.  „Wie hast du das gemacht?“, fragte er verwundert und stand dabei auf.
„Du wirst nie wieder diese Kraft bei mir anwenden.“, zischte ich und ging humpelnd auf ihn zu. Ich spürte das Blut, das aus meiner Platzwunde am Kopf tropfte. Wie es mir die Stirn hinunter lief. Doch es war mir egal. Ich wollte ihn umbringen und ich würde es auch tun. Er durfte mich nur nicht anfassen. Er nahm den Stuhl und zerbrach ihn. Ich wusste was er vor hatte. Nun rannte ich auf ihn zu und wollte ihm den Kopf wegschlagen. Da duckte er sich, erwischte mich am Bein und zog es weg. Ich fiel mit einem lauten Geräusch zu Boden und keuchte auf. Er fasste meinen Hals an, ohne dass ich etwas dagegen tun hätte können.
„Du wirst jetzt dieses Holzstück nehmen und es dir solange in dein hübsches Bein bohren, bis ich deinen letzten Bluttropfen sehe, Endlin Liebes“. Ich zitterte am ganzen Körper und nahm das Holzstück, das er mir reichte. Es war einmal das Stuhlbein des Holzstuhles gewesen, auf dem er gesessen hatte.  Er lehnte sich an die Wand und ich saß nun auf dem Boden. Ich konnte nicht anders. Ich musste tun, was er sagte. Schnell holte ich aus und rammte es in mein Bein. Ich schrie auf und Tränen des Schmerzes verwischten mir die Sicht. „DU HURENSOHN!“, schrie ich ihn an, doch er lachte nur. Ohne zu warten, dass der Schmerz verging, holte ich aus und rammte das Holzstück in dieselbe Stelle… immer und immer wieder.

Ares Sicht

Ich vernahm laute Schreie, leises Wimmern und ein Fluchen, das nur von einer Person stammen konnte. Endlin! Mein Laufen wurde zu einem Rennen. Unten angekommen blieb ich stehen und starrte Endlin an. 
„Sie Bastard!“, fauchte sie und schluchzte dabei. Lorang lehnte an der Wand gegenüber und bemerkte mich nicht. Genauso wenig, wie sie mich bemerkte. Ihre Hände waren getränkt von ihrem eigenen Blut. Sie hielt ein Holzstück in der Hand, das sie immer wieder in ihr Bein stieß. Unter ihr, hatte sich eine große Blutpfütze gebildet, die aus ihrem Blut und den Tränen bestand, die ihr bei jedem Stoß in ihr Bein, über ihre rosigen Wangen liefen. Sie zitterte am ganzen Körper, doch sie hörte nicht auf, sich dieses Holzding in ihr Bein zu rammen. Ihr Atem ging immer langsamer und sie blickte erschöpft umher. Ihre Augen weiteten sich und ich hörte, wie sie die Luft scharf einsog. Unsere Blicke trafen sich und sie sah mich…

Kapitel 7.

Endlin´s Sicht

Meine Sicht war zwar verschwommen, aber dennoch konnte ich seine Augen erkennen. Ich sah den Hass auf sich selbst, die Trauer, die sich dahinter verbarg. Mein Kiefer spannte sich an und ich schaute weg, um ihm so zu zeigen, dass er weg gehen soll. Es ging ihn einen scheiß Dreck an. Lorang war nicht der erste, der mir so etwas antat. Es war harmlos im Vergleich zu dem, was mir schon angetan wurde. 

Ares Sicht

Ich ging einen Schritt auf sie zu um ihr zu helfen, doch sie drehte ihren Kopf wieder zu mir und sah mich vernichtend an. Ihre Augen färbten sich wieder zu dem Schwarz, das ich so unzählige Male bei ihr gesehen habe. Ich konnte nicht aufhören sie anzustarren. Ich machte wieder Anstalten zu ihr zu gehen, doch sie bemerkte es und flüsterte irgendetwas… Sie bewegte ihren Mund. Ganz leicht, aber dennoch sichtbar. Aus ihren schwarzen Augen ergossen sich hellrote Tränen. Ich versuchte weiter zu gehen, doch es ging nicht. Es war so, als würde ich gegen eine Wand laufen... Verdammt! Dieses Miststück war so unglaublich dickköpfig. Wenn ich sie schon nicht von dort weg zerren konnte, würde ich eben Lorang zu mir rufen.
„Lo…“, ich hielt inne und sah Endlin an. Ihre Augen wechselten die Farbe zu einem hellen Rot. Über ihre Wangen lief nun immer mehr rote Flüssigkeit, die aussah wie Blut. Sie bewegte immer noch ihren Mund und flüsterte etwas. Und dann verstand ich, was sie tat! Sie wandte Magie an. Dunkle Magie. Lange würde sie das nicht aushalten und tot umfallen. Ich nickte ihr zu und gab ihr so zu verstehen, dass ich mich entfernen würde. Sie schloss ihre Augen und ich sah an ihrer Brust, die sich hob und senkte, dass sie wieder anfing zu atmen. Ich sah sie wütend an, drehte mich um und lief die Treppen hoch.

Endlin´s Sicht

„Wohin guckst du Miststück?“, fragte mich Lorang und lief um mich herum.
„Nir...gends...s...wo...hin.“, antwortete ich stotternd und spuckte Blut auf den Boden. Er kam näher an mich heran und ich stieß ihm den Holzpflock in seinen Fuß. Er trat mich mit seinem anderen Fuß so heftig, dass ich einen lauten Schrei von mir gab und zur Seite fiel. Ich spuckte erneut Blut und lachte leise. Es tat zwar weh zu lachen, aber ich gönnte ihm meine Tränen und meinen Schmerz nicht mehr.
„DU VERFLUCHTE KONFESSORHURE!“, schrie er und zog sich den Pflock aus seinem Fuß heraus. Er berührte die Wunde und keuchte kurz auf, doch dann war die Wunde wieder weg. Als hätte sie nie existiert. Doch ich sah, wie sich seine Aura immer dunkler färbte. Dunkler war gar kein Ausdruck. Sie strahlte pechschwarz. Ich versuchte ebenfalls meine Wunde zu heilen, doch er packte mich an meinem Hals und drückte mich mit solch einer Kraft gegen die Wand, dass ich die Steine in meinem Rücken spürte. Jeden Einzelnen spürte ich, wie er sich in meine Haut bohrte. Ich gab ein schmerzvolles Stöhnen von mir. Mein rechtes Bein hing schlaff herunter. Ich spürte es schon gar nicht mehr.
„Du wirst leiden, Endlin. Deine Mutter hat gelitten als du sie getötet hast und dir wird etwas viel schlimmeres passieren. Du wirst zwar nicht von deiner eigenen Tochter umgebracht, aber du wirst mich bald anflehen dich zu töten, wenn ich mit dem fertig bin, was ich mit dir vor habe!“, flüsterte er und ließ mich dann fallen.
„Du bist erbärmlich, Endlin. Du hättest dich nicht mit mir anlegen sollen.“, sagte er lächelnd. Ich lachte und spuckte mein Blut auf ihn.
„Du DRECKSSCHLAMPE!“, schrie er, bevor er mich packte und durch den Raum, gegen die andere Wand warf. Ich schrie, doch der Schmerz hielt nicht lange… Dunkelheit umhüllte mich. Wiegte mich in den Schlaf. Zu wissen, dass man nichts wert ist. Ein Haufen Dreck, mit dem jeder tun und lassen konnte was er wollte, war hart. Man gewöhnte sich aber daran. Wunden heilten, Schmerzen vergingen und Tränen trockneten…nicht wahr? Jeder sagte, dass die Zeit alles heilt oder zumindest erträglich macht. Das stimmt zum Teil. Ich werde nie vergessen, wie ich meiner Mutter das Herz herausgerissen habe. Die Albträume wurden immer weniger, doch wenn ich nur dran erinnert wurde, kamen die Erinnerungen wieder. Sie zerrissen mich, ohne äußere Schäden zu hinterlassen. Sie zerrissen mich von innen. Bis nichts mehr von mir übrig blieb. Ich konnte meine Wunden heilen. Die Narben blieben zwar, aber mit einem einfachen Spruch, konnte ich auch diese überdecken. Was blieb, war mein zerrissenes Inneres, das nie mehr heilen würde. Dieser innere Schmerz war mit nichts zu vergleichen. Diese Leere, die man fühlte, die einen mitnahm, die man nicht heilen konnte. Mit keinem Medikament der Welt. Mit keiner Magie die existierte. Sie blieben einfach… und dann, wenn jemand kam, der deinen Schmerz kannte,… war es aus mit dir. Deine Seele würde immer wieder aufs Neue zerrissen und zerstört, bis du nicht mehr kannst. Bis Tränen keine Erleichterung mehr waren, sondern etwas Belangloses. Langsam zog ich meine Beine immer näher zu meinem Körper heran und legte meinen Kopf auf meine Knie. Ich war erschöpft, müde und hatte solchen Hunger. Ich hätte nicht meine ganze Macht an Ares verschwenden sollen. Er hatte einfach keine Ahnung, wie anstrengend das für mich gewesen war. Wenn ich solche Magie anwandte, musste ich mit meinem Blut bezahlen. Und für ihn hatte ich es getan. FÜR JEMANDEN, DEN ICH KEIN BISSCHEN KANNTE. Ich war einfach so dumm. So naiv. Meine Augen schlossen sich und ich versuchte wenigstens zu schlafen… doch dann hörte ich diese eine Stimme, die mich irgendwann noch in den Wahnsinn trieb.
„Du bist so verdammt dickköpfig, Endlin“, sagte Ares vorwurfsvoll und starrte mich durch die Gitterstäbe an. Ich zeigte ihm meinen Mittelfinger und drehte mich weg, so dass er meinen Rücken sah.
„Verschwinde, Ares.“, zischte ich. Ich hörte sein seufzen und wie er die Tür öffnete. Blitzschnell stand ich auf und schubste ihn einfach wieder heraus. Er fiel zu Boden und schaute mich erschrocken an.
„VERPISS DICH EINFACH!“, schrie ich ihn an und spürte, wie eine Träne über meine Wange lief. Sie fühlte sich auf meiner so kalten Haut warm an. Das war aber nichts Ungewöhnliches. Wäre ein Mensch hier unten eingesperrt, würde er womöglich erfrieren und daran sterben. Ich wünschte mir so sehr, ich könnte es auch. Ein einfaches Gift. Ein Sprung von einer Brücke. Oder einfach ein Dolch in meinem Herzen. Doch nichts wirkte. Zumindest nicht bei mir.
„Endlin, lass dir helfen. Ich will dir nichts Böses. Ich will dir doch bloß helfen. Wieso haust du nicht hier ab? Ich wette, du würdest es mit Leichtigkeit schaffen.“.
„Ich kann nicht.“, schluchzte ich und brach zusammen. Er kam auf mich zu und umarmte mich. Ich ließ es zu und er drückte mich fest an sich. Seine Wärme umhüllte meinen Körper und ich vergrub mein Gesicht an seiner Brust. Für einen Moment schloss ich meine Augen und ich fühlte mich geborgen. Es war so absurd, einem Fremden zu vertrauen. Es fühlte sich aber so verdammt gut an.
„Wenn ich von hier fliehe, dann erwartet mich wo anders etwas viel schlimmeres.“, flüsterte ich ihm zu.

Kapitel 8.

„Endlin wovon redest du?“, fragte mich Ares, sah mich mitfühlend und neugierig zugleich an. Ich blickte die dunklen Wände an und erinnerte mich wie er mich immer wieder dagegen geworfen hatte, wie er mich dahin gehangen hatte und auf mich schlug. Lorang war dagegen ein harmloser Spast. Ich rappelte mich Mühsam hoch und ging wieder zurück in die Ecke, aus der ich gekommen war. Ich lehnte an der Wand und traute mich nicht Ares in die Augen zu sehen.
„Ares geh. Ich möchte nicht mit dir reden! Ich möchte alleine sein“, flüsterte ich und dennoch wusste ich das er jedes einzelne Wort gut verstanden hatte. Er kam näher zu mir und stützte sich mit einer Hand an der Wand ab, mit der anderen Hand strich er über meine eiskalte Wange. Sein warmer Atem streifte mein Gesicht und sein Geruch umhüllte mich. Die Zeit blieb stehen…alles was ich hörte war sein Herzschlag, das schneller schlug als meins…das schneller schlug als die der Menschen. Er war etwas besonderes, nicht so wie ich. Er kämpfte für das Gerechte um Abschaum wie mich zu vernichten. Ich würde es so gut verstehen wenn er mich hier und jetzt umbringen würde. Wahrscheinlich würde ich mich nicht einmal wehren.
„Ares geh bitte. Wenn sie dich so sehen, wie du mich anguckst, wie nahe du mir bist….werden sie denken du würdest etwas für mich empfingen. Sie werden dich genauso verurteilen wie mich. Sie werden dich vernichten wollen Ares“, flüsterte ich und bemerkte wie mir immer mehr meine Stimme erlosch, als wäre sie ein Feuer,  das mit Wasser in Berührung kam.
„Vielleicht will ich genau das?“, sagte er und umfing mein Hand mit seiner freien.  Ich schnaubte und gab ein wütendes lachen von mir.
„Wer empfindet schon etwas, außer Hass , für jemanden so wie mich? Ich bin der letzte Dreck. Ich bringe Menschen um, ich bringe deines Gleichen um und es macht mir spaß“.
„Du belügst dich selbst Endlin!“.
„Ares du weist nicht was ich alles getan habe. Versuch nicht mich als etwas Besseres darzustellen als ich bin! Ares ich habe selbst vor Kindern nicht halt gemacht. VOR KINDER ARES. Meine Opfer haben um gnade gebettelt, sie haben mich auf Knien angefleht, sie haben geweint, sie haben geschrien, um Hilfe, um Verzeihung…doch es hat ihnen nichts gebracht. Ich habe sie dennoch umgebracht. Manchmal sogar ein ganzes Dorf Ares. Und sag mir nicht ich wäre gut, ich bin alles nur nicht das! Ich bin etwas was dein Leben zerstören wird. Komm mir nicht zu nahe, den erfährst du meine dunklen Geheimnisse, wirst du mitgerissen. Ob du es willst oder nicht. Also verschwinde geh einfach und versuch nicht den Helden zu spielen“.
„Endlin du hast keine Ahnung von was du da redess…“, seine Stimme erstarrte als ich seinen Dolch aus seinem Gürtel rauszog seine Hand ebenfalls umfing und es mir in den Bauch rammte. Ich ließ den Dolch los und fiel zu Boden schwer keuchend.
„Endlin was hast du getaa“, doch ich ließ ihn nicht ausreden und trat ihn. Er fiel ein paar Schritte nach hinten und ich rang nach Luft.
„Gut gemacht Bruder“, sagte ein Mann und lächelte Ares an.
„Nimm sie mit, wir müssen sie hoch bringen. Lorang hat etwas mit ihr vor“, sagte der Mann und ging die Treppen wieder hoch. Ich rang immer noch nach Luft und sah Ares entschuldigend an. Er zog den Dolch aus mir raus und ich schrie auf, heiße Tränen brannten auf meinen eiskalten Wangen. Er hob mich hoch in seine Arme und ich schrie vor Schmerz auf.
„Wieso hast du das getan Endlin?“, fragte er und ich sah eine Träne seine Wange hinunter laufen.
Ich lächelte kurz.
„Hab deinen Bruder kommen hören“, gab ich knapp von mir und keuchte auf. Er küsste mich auf meine Stirn und drückte mit meiner freien Hand auf meine Wunde, aus der immer mehr Blut raus quoll.
„Es tut mir so leid“, flüsterte er und trug mich dann hoch.

 Oben angekommen legte er mich auf eine Weise Liege. Ich konnte nur schwer meine Augen offen halten. Meine Energie schwand von Zeit zu Zeit mehr. Ich hatte Hunger und Durst, doch ich würde hier von niemandem trinken können oder normales essen bekommen, also konnte ich mir meine Selbstheilung abschminken. „Ich werde dich von hier raus holen und fortbringen“, flüsterte er mir zu und strich über meine Stirn.
Ich schüttelte nur leicht meinen Kopf und sah ihn traurig an. Eine Träne nach der anderen ran über mein Gesicht und er wischte eine weg. Lorang kam ins Zimmer herein, gefolgt von einer eigenartigen Frau, hinter ihnen waren kleine Kinder. Ich roch ihr Blut und hörte ihren Herzschlag. Es waren MENSCHENKIND, stellte ich erschrocken fest und meine Augen weiteten sich auf.
„Ares mein lieber, ich danke dir das du sie gebracht hast. Nun kannst du gehen“, sagte Lorang ganz herzlich. Ares nickte nur, sah ihn hasserfühlt an und verschwand. Lorang kam zu mir und legte seine wiederwertigen Hände auf die Wunde, helles Licht umhüllte sie und ich konnte wieder atmen. Er hatte mich wieder geheilt. Ich stand auf und sah ihn wütend an.
„Was soll das?“, fragte ich wütend und sah in die Augen der ahnungslosen verwirrten Kinder.
„Kinder stellt euch in eine Reihe“, sagte er ohne mich zu beachten. Die Frau schloss hinter sich die Tür zu und sah mich eindringlich an. Die Kinder gehorchten sofort. Verdammt sie waren unter dem Bann von Lorang! Er gab jedem Kind ein Messer in die Hand.
„So meine Lieben, dieses Mädchen, hat eure Eltern umgebracht. Wenn ihr euch rächen wollt, könnt  ihr das!“, sagte Lorang zu den Kindern und diese sahen mich nun hasserfüllt an. Ich seufzte und machte mich auf den Schmerz bereit der mich gleich erfassen würde. Die Kinder stürmten auf mich und stachen mit ihren Messern auf mich ein. Ich lag auf dem Boden, schrie ein paar Mal doch dann hatte ich mich an den Schmerz gewöhnt. Lorang scheuchte die Kinder wieder zurück und ich rang wie vorhin schon nach Luft. Blutverschmiert versuchte ich langsam aufzustehen, doch Lorang nahm meine Hand in seine. Ich versuchte sie weg zu ziehen, doch es war zu spät.
„Endlin ich möchte das du diese Kinder umbringst“, flüsterte er mir zu und wie auf anhieb nickte ich.

Kapitel 9.

Langsam und mit Blutverschmierten Händen stand ich auf. Ich sah die Kinder hilflos an, den alles in mir schrie sie zu töten. Sie alle standen wieder in einer Reihe, kaum fähig sich zu bewegen, weil dies ihnen untersagt wurde. Tränen liefen über ihre rosigen Wangen, angst stand in ihren Augen geschrieben. Sie hatten vor mir angst. Diese Erkenntnis traf mich mit solch einer Wucht das ich ein paar Schritte nach hinten tat und mich an der Liege abstützte. Ich würde jetzt etwas sehr riskantes tun, aber ich musste es versuchen. Ich hatte keine Wahl. Langsam ging ich näher zu einem der Kinder heran. Das kleine Mädchen schluchzte immer wieder auf und ich sah ihre Tränen. Sie war noch so klein, so winzig. Ihre hellen blonden Haare bedeckten gerade mal ihre Ohren. Sie zitterte am ganzen Körper und sah mich mit geweiteten Pupillen an. Schwer schluckend nahm ich ihr das Messer aus der Hand. Für einen kurzen Augenblick wollte ich es in sie stoßen, in sie alle. Ich wollte sie tot sehen, doch ich schüttelte meinen Kopf und wisch ein paar Schritte zurück. Alles in mir schrie sie umzubringen, ihr Blut zu sehen…langsam fing auch mein Körper an zu zittern und ich konnte mich nur schwer beherrschen es nicht zu tun, wonach ich so sehr Sehnsucht hatte genau in diesem Moment. Schnell und ohne darüber Nachzudenken, rammte ich mir den Dolch oder was das auch immer war in mein Herz. Ich schrie kurz auf und fiel dann wie eine Puppe zu Boden. Ein stechender Schmerz fuhr durch meinen Körper.
„Du elendes Miststück“, zischte Lorang wütend und trat gegen meine Hüfte. Ich schnappte nach Luft und lächelte vor mich hin. Die Kinder sahen mich erschrocken an, als ich versuchte in ihre Augen zu blicken. Ich hörte wie Lorang wütend die Tür zuknallte und verschwand. Das kleine Blonde Mädchen kam zu mir rüber und umfing meine Hand, mit ihren kleinen winzigen Händen. Ich atmete schwer ein und aus und verzog ein paar Mal mein Gesicht vor Schmerzen.
„Danke“, flüsterte das kleine Mädchen und gab mir einen Kuss auf die Wange. Ich lächelte sie einfach nur an und schloss dann meine Augen.

 Ares Sicht

 „Bitter Bruder helf mir“, flehte ich ihn an. Endlin lag in meinen Armen und regte sich nicht mehr, schon seit einiger Zeit nicht. Dennoch hörte ich ihr Herz schlagen, sie hatte es knapp verfehlt.
„SIE“, zischte mein Bruder und zeigte auf Endlins reglosen Körper, „Ist der Feind Bruder. Sie ist abschäulich. Sie ist Dreck. Lass sie sterben. Wenn Lorang herausfindet das du sie hier her gebracht hast und sie noch lebt, wird er dich Verbannen oder schlimmeres“, schrie er mich an.
„Lorang ist ein verdammtes Arschloch“, schrie ich ihn wütend an.
„Seit wann kriechst du ihm in den Arsch? Seit wann bist du so feige und hast angst vor jemandem?“.
„Ares provozier mich nicht. Es geht nicht darum! Es geht darum das du unserem Feind helfen willst. Wer weis wen sie alles umgebracht hat!“.
„Sie wurde zu dem gemacht was sie ist, aber dennoch hat sie ein Herz. Sie hat echte Gefühle. Sie hat sich geopfert, anstatt die menschlichen Kinder vor ihr zu töten. Weist du was das heißt Assiel? Lorang wollte KINDER umbringen lassen, hat sie sogar manipuliert und sie hat sich gewehrt. Sie ist so mächtig und hat so ein großes Herz und wird von uns einfach wie der reinste Dreck behandelt. Obwohl Lorang der Schuldige ist!“.
Assiel sah mich verwundert an.
„Lorang hat was getan?“.
„Ja ich hätte es auch nicht geglaubt, aber ich habe ihre Erinnerungen gesehen. Lorang hat noch viel schlimmere Sachen mit ihr gemacht Bruder“, sagte ich und bemerkte wie sich meine Muskeln anspannten. Assiel nahm Endlin vorsichtig in seine Arme und setzt sich hin.
„Bruder wenn das stimmt was du sagst, dann habe ich einen großen Fehler getan“, sagte er und sah Endlin mitfühlend an. Er legte seine Hand auf die Wunde und flüsterte Endlin etwas ins Ohr. Seine Hand leuchtete hell blau auf wie jedesmal wenn er einen Spruch aufsagte und jemanden so heilte. Die Wunde schloss sich Stück für Stück, aber dennoch bewegte sich Endlin kein bisschen.

 Endlin´s Sicht

Ich schnappte nach Luft und sah in die Augen des Mannes der mich zuvor getreten hatte. Verdammt! Nicht einmal sterben konnte ich und wachte dann immer ausgerechten in den Armen oder in der Nähe meines Feindes auf. Ich rollte mich aus seinen Armen und fiel hart auf den Boden. Schnell stand ich etwas wackelig auf und hielt nur schwer mein Gleichgewicht. Er stand ebenfalls auf und wollte mir helfen, als ich mich nicht mehr länger halten konnte und fast zu Boden fiel. Doch starke Arme fingen mich kurz bevor auf und zogen mich hoch. Ich drehte mich um und blickte in das Gesicht von Ares, das mir so nah war wie noch nie. Ich schlug ihn auf die Brust und taumelte nach hinten. Diesesmal fing mich der andere Typ auf und ich sah ihn wütend an.
„Du Verräter!“, schrie ich Ares an.  Ares nahm meine Hand und zog mich wieder zu sich.
„Bruder könntest du mir kurz einen Augenblick mit ihr lassen. Ich muss da was klären“.
„Okaii“, sagte der Typ und ging raus aus dem Zimmer.  Ares Arm umfing meine Hüfte und zog mich noch näher an ihn heran. Ich spürte seinen warmen Atem. Ich wollte ihn von mir stoßen. Doch plötzlich lagen seine weichen Lippen auf meinen und seine Umarmung wurde fester. Als hätte er angst mich zu verlieren! Aber das kann nicht möglich sein. Eine Träne lief meine Wange hinunter und ich löste mich leicht von ihm.
„Wieso tust du das Ares?“, fragte ich erschöpft und sah auf den Boden herab.
„Es tut mir so leid Endlin. Aber ich konnte es nicht mehr aushalten. Du faszinierst mich. Ich hatte auf einmal solche Angst dich zu verlieren, so ein Gefühl hatte ich noch nie!“.
Er wischte meine Träne weg und umarmte mich. Ich vergrub mein Gesicht in seiner Brust und meine Finger krallten sich in seine Schulter.  Kurz verweilten wir so, dann hob er mit einem Finger leicht mein Kien hoch, so das ich in seine Augen gucken konnte.
„Endlin, wir müssen entweder von hier fliehen oder du must eine neu Identität annehmen. Meine Bruder Assiel und ich wollen dir helfen Lorang zu töten, doch erst mit der Zeit. Wir überlassen dir die Entscheidung“.
Ich leckte über meine Lippen und seufzte kurz.
„Ich werde nicht mehr fliehen Ares. Das hab ich schon so lang getan und Lorangs Tod ist alles was ich mir noch wünsche“.
Er nickte.
„Komm mit mir, von meinem Bruder die Frau will dir auch helfen. Sie wird aus dir einen ganz neuen Menschen machen, zumindest äußerlich. Lorang denkt nämlich das du tot wärst“, sagte er grinsend.

Kapitel 10.

Langsam und leicht ängstlich, was mich erwarten würde, ging ich die Treppen hoch und folgte Ares.  Er nahm meine Hand und drehte sich um zu mir. Mit einem Finger strich er eine Haarsträhne aus meinem Gesicht, kurz drehte er sie in seinem Finger, dann jedoch ließ er sie sachte wieder nach hinten fallen. Ein kurzes lächeln flog über meine Lippen und ich sah ihn einfach nur an.
„Hab keine Angst“, flüsterte er mir zu und küsste mich auf meine Wange. Er hatte es also bemerkt wie angespannt ich war. In meinem Leben hatte ich nur zwei Personen vertraut. Die eine war  Tod, die andere Person jagte mich. Er drehte sich wieder um und ging die letzten Stufen rauf. Etwas zu langsam für meinen Geschmack, öffnete er die Tür. Sonnenlicht erfühlte das dunkle Treppenhaus und ich seufzte zufrieden auf, bei dem Anblick der Sonne. Es tat so verdammt gut. Wärme umhüllte mich und ich schloss meine Augen, genießte den Moment.
„Oh…ist sie das?“, hörte ich eine zarte liebliche Stimme fragen. Ich zuckte zusammen und öffnete meine Augen. Meine nackten Füße vergruben sich im Grass und ich wollte fliehen, als ich den Mann neben ihr sah. Ares hielt meinen Arm fest und zog mich zu sich. Tränen rannen über meine Wangen und ich zitterte am ganzen Körper.
„DU!“, zischte ich und bemerkte wie sich meine Augen in einem dunklen schwarz ertränkten.
„Endlin! Hör auf! Das ist mein Bruder“, sagte Ares und strich mit seiner freien Hand über meinen angespannten Rücken. Ich erstarrte und blinzelte ein paar Mal, bis sich meine Augen wieder in ihre natürliche Augenfarbe färbten.
„Endlin das ist Assiel. Mein Zwillingsbruder“, sagte Ares und Assiel lächelte mir unbeholfen zu.
„Ich will hier weg“, zischte ich bloß und zog meinen Arm aus den Griffen von Ares.
„Warte!“, hörte ich wieder diese liebliche Stimme schreien. Ich sah die kleine Frau neben Assiel an und blieb stehen. Sie kam ein paar Schritte auf mich zu und blieb genau vor mir stehen. Sie legte ihre Hand auf meine Wange.  Ihr Körper zuckte zusammen und sie fiehl zu Boden. Assiel rannte zu ihr und half ihr hoch. Er sah sie besorgt an. Ich hatte ihr nichts getan! Wieso sah sie mich an als wäre ich etwas Schmerzvolles.
„Wie hällst du das bloß aus“, sagte sie keuchend und hielt sich an Assiel fest. Wovon sprach sie?
„Ladiva kann deine Gefühle, deinen Schmerz mitfühlen, wenn sie dich berührt“, flüsterte mir Ares zu und ich sah sie entschuldigen an. Ich wusste was für ein Chaos bei mir herrschte, was für Leid ich ertragen musste…sie bekam gerade mal einen winzigen Anteil davon mit und das alleine reichte dafür aus das sie schwer atmend zu Boden fiel.
„Es tut mir leid“, murmelte ich und ging ein paar Schritte zurück, doch sie stieß Assiel leicht von sich weg und nahm rechtzeitig meine Hand. Sie hielt sie fest und sah mir in die Augen.
„Ich habe noch nie so eine Starke Person gesehen wie dich. Ich habe wahrscheinlich nicht mal einen kleinen Anteil von dessen gefühlt, was du jeden Tag fühlen musst. Und bei all deinem Leid, wäre ich wahrscheinlich schon Tod. Ich würde das nicht aushalten, nicht mal Ares oder Assiel würden das aushalten…aber du Endlin…du bist einfach einzigartig!“, sagte sie beeindruckt und bevor ich etwas sagen konnte umarmte sie mich. Meine Arme hangen schlaf runter, kaum fähig sie auch zu umarmen. Ich hatte um ehrlich zu sein angst…das war neu für mich. Es überforderte mich um ehrlich zu sein. Sie bemerkte das glaube ich zumindest, den sie nahm meine Hand und zog mich hinter sich her.
„Setzt dich Endlin“, sagte sie lächelnd. Ich setzte mich wortlos hin und sah ihr zu wie sie heißes Wasser in eine silberne, große Wanne laufen ließ. Sie sah mich traurig an und nahm meine Hand in ihre.
„Hier wird dir niemand etwas tun. Ich verspreche es dir“, sagte sie nur und das alleine schön rührte mich zu Tränen. Sie wischte sie weg und umarmte mich wieder und dieses mal umarmte ich sie auch.

 Ich setzte mich in die volle Wanne und seufzte erleichtert auf. Es tat gut einfach alleine zu sein. Sich zu entspannen, sich keine Sorgen machen zu müssen. Einfach in der Stille zu schweigen und an nichts zu denken, die Augen zu schließen und alles über sich zu ergehen. 

 Ares Sicht

 Ich öffnete ganz leise die Tür und ging zu ihr rüber. Ich konnte es schon seit Tagen nicht mehr aushalten, ohne in ihrer zu sein. Sie zog mich einfach an. Ich beugte mich runter und küsste ihren Hals. Als sie sich leicht zur Seite umdrehte, stockte mir der Atem vor ihrem wunderschönen Anblick

 Endlin´s Sicht

 Etwas berührte mich an meiner Schulter und ich zuckte zusammen. Kurz daraufhin sah ich Ares vor mir stehen.
„Oh Gott. Du hast mich erschreckt du Spast“, sagte ich atemlos. Er hob die Hände.
„Tut mir leid, das wollte ich nicht“, sagte er lachend und kniete sich neben mich hin. Seine Hand lag auf meinen Schultern und ich spürte wie er mit festen, aber dennoch weichen Bewegungen meine Schultern massierte und es tat so verdammt gut.
„Du bist also in Wirklichkeit ein Mädchen das einen auf Lieblich tut, aber in Wirklichkeit liebend gern Flucht“, sagte er grinsend.
„Kann schon gut möglich sein“, sagte ich grinsend zurück. Ich drehte mich zu ihm um und fühlte dabei wie das Wasser leicht hin und her schwabte. Seine Augen leuchteten leicht auf und ich starte regelrecht. Er beugte sich leicht vor und umfing mein Gesicht mit seinen Händen. Seine Lippen legten sich diesesmal bestimmend auf meine Lippen und er drückte mich fest an sich. Langsam zog er mich aus dem Wasser und drückte mich an sich. „Ares schäm dich. Warte bis das arme Mädchen angezogen ist“, sagte Ladiva lachend. Ich erstarte und hielt mich an Ares fest. Dessen Hand alles nötige bedeckte. Ich spürte wie die Röte in meine Wangen stieg. Ares lachte bloß, als wäre es das normalste auf der Welt.
„Ist ja gut Ladiva. Such du ihr schonmal etwas schönes zum anziehen raus, ich werde ihr ein Handtuch geben und meine Finger von ihr lassen“.
„Das hoffe ich doch“, sagte Ladiva mahnend und ging grinsend raus aus dem Bad. Er sah mich wieder an.
„Sorry, wegen mir bist du total nass“, sagte ich und sah auf seinen pitschnassen Oberkörper. Er löste sich von mir, gab mir einen weiteren Kuss und dann wickelte er mich schnell in ein Handtuch. „Das hätte ich auch alleine gekonnt“, sagte ich lachend und wollte gerade raus aus dem Bad gehen, da hob er mich hoch in seine Arme und trug mich raus.

Kapitel 11.

Ich drehte mich um meine eigene Achse und sah mich im Spiegel an. Meine Haare erstrahlten in einem hellen braun, meine zuvor eisblauen Augen, wurden durch hell grüne Kontaktlinsen ersetzt und ein kleines aber dennoch auffälliges Nasenpircing glänzte im Sonnenlicht.  Ein komisches Gefühl ließ mich in den Spiegel starren. Ich wollte alles dafür tun um Lorang zu töten, doch hieß das wirklich mich selbst dafür aufzugeben? Die Person die mich kritisch ansah ähnelte mir kein bisschen mehr. Sie wirkte mir Fremd. Sie war mir so nah, aber dennoch so fern. Ich ließ meine Finger über den kalten  Spiegel fahren um mir sicher zu sein, das ich nicht träumte. „Endlin?“, hörte ich Ares besorgt fragen. Ich atmete tief ein und drehte mich zu ihm um. Er legte seine Hand auf meine Wange und strich mit seinem Finger ganz leicht meine Lippen Konturen ab.
„Ist alles in Ordnung mit dir Liebste?“.
Ich erschauerte kurz unter seiner Berührung. An das alles hier musste ich mich noch gewöhnen.
„Ja alles bestens“, versicherte ich ihm und wollte ins Bad gehen, doch er hielt mein Handgelenk fest und drehte mich wieder zu sich um. „Endlin lüg mich bitte nicht an!“, flehte er mich an und ich zuckte zusammen. Diese Berührung, dieser feste Griff an meinem Handgelenkt erinnerte mich an ihn…

„Bitte ich will das nicht tun!“, schrie ich ihn schluchzend an und warf den reglosen Körper von mir weg. „Liebes kämpf nicht gegen deine Natur an! Es würde dich nicht so viel Energie kosten wenn du zu dem stehst was DU BIST!“.
Ich zitterte am ganzen Körper und fiehl zu Boden. Ich wollte es so sehr. Nur noch dieses eine Mal, dachte ich mir und nährte mich dem Everdor Jäger. Ein süßlicher Geruch traf mich und ich lächelte kurz. Doch dann blickt ich in die Augen des Jägers und hielt inne. Angst, Hass, Verachtung sah ich in diesen verweinten Augen. Ich konnte das nicht. Nicht schon wieder.
„Kleines, dieser Mann ist ein Jäger, er wird deines Gleichen ohne mit der Wimper zu zucken töten. Sein Anführer hat deine Mutter getötet und du hältst noch inne? Du empfindest Mitleid?“.
Wütend flechte ich die Zähne und spürte wie sich meine Augen in der Schwärze ertranken.  Hades öffnete den Käfig indem der Mann saß und flüsterte ihm etwas zu. Der Jäger sah mich kurz an und rannte dann los. Ich sprang wie eine Raubkatze hinter ihm her und sprintete los. Ich schlug ihm den Kopf weg und warf mich mit ihm auf den Boden. Meine Hände hielten nicht an, sie zerstückelten ihn in kleine Stücke, so das Blut und Organe überall hin fielen. Ich hielt sein Blut in meinen Händen und ließ es durch meine Finger hin durch auf ihn drauf tröpfeln. Ich keuchte auf, als ich schlagartig einen harten schlag auf meinen Rücken spürte. Oh Gott nein bitte nicht! Schnell drehte ich mich zur Seite und versuchte aufzustehen, doch Hades war schneller, packte mich mit beiden Händen und warf mich gegen die Wand. Sofort kamen seine Gehilfen, packten mich an meinen Handgelenken  und banden mich mit einem Seil an Händen und Füßen. So das ich ausgestreckte, an der Wand gelehnt stand. Er kam näher und zerriss mein Oberteil, so das mein Rücken entblöst war. Ich schloss die Augen bereit für den Schmerz der Folgen würde. Er hob die Hand und die schwarze Peitsche, mit dem Silbernen Ende traf mich mit solch einer Wucht, das ich auf keuchte und schrie. Meine Finger kratzten an der steinernen Wand und schrubbten sich auf. Blut lief meinen Rücken runter und Tränen verschwammen mir die Sicht.
„Ich werde aus dir dieses Monstrum austreiben Liebes“, sagte er lachend und schlug ein weiteres Mal.

„STOPP“, schrie ich und schubste Ares von mir weg.  Tränen liefen meine Wangen runter und ich hielt abstand zu ihm.

„Endlin es tut mir sooo leid“, sagte er und ich konnte sehen wie sich seine Gesichtszüge verhärteten.
„Nein, Nein tut es dir nicht! Du kannst nicht einfach so in meine Erinnerungen eindringen! Die gehören mir! Mir ganz alleine!“, schrie ich ihn an und rannte wütend raus aus dem Zimmer.

Kapitel 12.

Es tut weh! Es tut weh zu wissen das man niemanden vertrauen kann, niemanden mehr bedingungslos und ohne Angst lieben zu können. Geheimnisse zu haben, die man niemanden erzählen möchte, niemanden zeigen möchte.  Niemand sieht wie ich Innerlich zerbrech. Ich will nicht mehr Träumen, ich will mich an nichts mehr Erinnern. Ich wünschte ich hätte meine Mutter nie gekannt. So oft habe ich geglaubt ich hätte diese Erinnerung tief vergraben. Ich habe einfach versucht an irgendetwas zu glauben. So oft habe ich mir Dinge eingeredet, die nicht einmal halbwegs stimmen, doch nur so halte ich mich zusammen.
„Endlin?“.
Eine Hand legte sich auf meine Schulter und ich zuckte zusammen, hastig wischte ich mir meine Tränen weg. Ladiva fragte nicht, sie redete auch nicht. Sie nahm mich bloß in den Arm, drückte mich fest an sich und ließ mich nicht los. Ich hatte keine Lust mehr mich zu wehren. Im Moment hatte ich keine Kraft dafür übrig und um ehrlich zu sein tat es gut. Einfach nicht zu reden und dennoch getröstet zu werden. Sie wusste wie schlimm ich innerlich litt. Sie hatte einen kleinen Teil davon selbst gespürt. Dennoch hat sie keine Angst vor mir, was mich wunderte und verabscheuen tat sie mich auch nicht. Sie war so klein, hatte ein so zerbrechliches Äußeres, jedoch war das nur die Äußere Wahrnehmung. Darunter verbarg sich solch eine Macht, deren ich mir noch nicht bewusst war. Ich spürte sie, ich sah es in ihren Augen.  Ich tat etwas was nicht für mich üblich war. Meine schlanken Arme hoben sich hoch und umarmten sie fest. Ladiva erschrak, doch dann drückte sie mich nur fester an sich. Mein Kein stützte auf ihrem Kopf und ich schloss die Augen. Sie konnte fühlen wie es mir ging und das tat gut. Es baute einen auf, diese kurze Umarmung, diese einfache Umarmung. Ich atmete tief ein und aus und ließ sie dann los. Langsam öffnete ich meine Augen und sie wischte meine Tränen weg.
„Alles okaii?“, fragte sie mich und lächelte mich besorgt an. Ich nickte.
„Danke“, flüsterte ich.  Sie stellt sich auf Zehnspitzen und küsste mich auf meine Wange.
„Endlin du must nicht alleine damit fertig werden. Ich bin jetzt da. Sieh mich als große Schwester an“, sie lächelte und fügte dann hinzu, „na gut als etwas kurz geratene große Schwester“.
Wir lachten zusammen.
„Gefällt dir das Kleid was ich für dich ausgesucht habe?“.
„Ladiva es ist wunderschön, ich sehe total anders aus. Ich kann dir nicht genug danken“, sagte ich und meinte es auch genau so.
„Ach quatsch nicht dafür. Du bist so wunderschön liebes. Doch du erkennst es nur noch nicht selbst“.
Ich wollte ihr gerade wiedersprechen, da kam Assiel und hob Ladiva mit einer Hand hoch und presste sie an
seine Hüfte.
„Endlin ich muss sie kurz entführen, den Ladiva muss sich für den heutigen Ball fertig machen“, sagte er und küsste sie auf ihre Wange. Sie kicherte und verwandelte sich in Bruchteil einer Sekunde in eine junge, verliebte Jugendliche.  Ich nickte bloß nur und dann drehte sich Ladiva beim gehen um zu mir.
„Ich möchte das du dieses Kleid zum Ball anziehst“.
Sie ging zu einem Schrank und holte eine Schwarze Tüte heraus, die einen schon ahnen ließ das dass Kleidungsstück darin etwas besonderes war.
„Was für ein Ball, davon war nie die Rede“, sagte ich und wollte schon protestieren, da zog sie ein Blutrotes Kleid aus der Tüte und breitete aus auf dem Sofa aus. Mir stockte der Atem und ich ging ein paar Schritte nach hinten, um mich an der Wand abzustützen.
„Es wird aussehen als würdest du in dem Kleid vorbei schweben. Es ist aus einem Magischen Stoff und es gehörte meiner kleinen Schwester. Doch sie wird es nie mehr tragen können“, sie hielt inne und wirkte traurig, „Aber wenn du es trägst wirst du mich glücklich machen Endlin“, sagte sie jetzt lächelnd. Assiel sah sie verwundert an, als hätte er das nie von ihr erwartet und auch ich starrte sie und das Kleid ungläubig an.
„Nein…Nein ich kann das nicht annehmen. Ich komme nicht zum Ball“, stotterte ich leicht. Sie kam mit schnellen schritten zu mir, drückte das Kleid in meine Arme und schob mich raus aus dem Zimmer. „DU wirst es tragen und mitkommen. In 10 min treffen wir uns unten im Foyer“.

 Ares Sicht

 Ich strich über meine Haare und atmete tief ein und aus. Sie hatte recht gehabt. Ohne ihre Erlaubnis hätte ich nicht in ihren Erinnerung rumgraben sollen. Sie hatte erst neulich angefangen mir Zuneigung zu zeigen und auch zu vertrauen, wenn es auch nur ein kleines bisschen war. Das schlimmste gerade ist die Ungewissheit, ob sie mich abgrund tief hasst, oder doch nur etwas für mich empfindet. Würde sie mir verzeihen wenn ich mich entschuldige? Würde sie? Ich weis es nicht und genau das tat weh. Ich empfand in diesen paar Tagen, alles für sie. Ich verliebte mich immer mehr in sie, es tat schon weh. Das würde mir niemand glauben, niemand würde es nachempfinden können, der dies noch nie empfunden hat. Ich hoffte nur sie würde mit auf den Ball kommen. Ladiva würde sie schon überreden. Ich sah mich ein letztes mal im Spiegel an, zog meine Schuhe an und ging ins Foyer.
„Bruder du glaubst mir nicht was Ladiva getan hat“, sagte Assiel. Ich saß neben ihm auf dem kleinen Sofa und wir warten zusammen auf Endlin und Ladiva.
„Was hat sie getan?“, fragte ich ihn jetzt neugierig. Ladiva kam um die Ecke und sah wie immer umwerfend aus. Ihre kurzen blonden, lockigen Haare trug sie offen. Ihr langes beches Kleid flatterte wenn sie lief, mit ihren hohen high heels, die golden blitzten wenn sie lief und ihr Kleid sich leicht nach oben schob. Es war obenrum eng und unter der Brust wurde es weit. Assiel rammte mir seinen Ellebogen in meine Rippe und ich wollte ihn schon dafür zurück schlagen und fragen wieso er das getan hat , doch dann blickte ich hoch zu den Treppen und sah Endlin an. Automatisch stand ich auf und wollte zu ihr, doch ich hielt mich zurück und betrachtete ihr Schönheit. Es war wie für sie gemacht. Das lange rote Kleid, schmiegte sich an ihren Körper, als wäre es selbstverständlich so unglaublich auszusehen. Sie ging atemberaubend die Treppen runter und ich hielt meine Hand hin. Sie überlegte kurz, doch dann legte sie ihre Hand in meine. Alles war still und ich hörte wie ihre weißen high heels und Ladivas bechen high heels den Ton angaben.

 Zusammen gingen wir in den Saal rein. Dessen Lärm man von draußen hören konnte, doch als wir eintraten und jeder Endlin sah…wurde es still. Man würde sogar eine Stecknadel fallen hören, wenn sie das in diesem Moment tun würde. Endlin jedoch bemerkte nichts davon. Sie umklammerte ängstlich und nervös meine Hand und zusammen schritten wir zu unserem Tisch.
„Ganz ruhig“, flüsterte ich ihr zu und sah wie sie kurz nickte. Wir setzten uns hin und die Stille wurde unterbrochen, der Lärm kehrte zurück. Endlins Hand drückte meine fest und ich folgte ihrem hasserfühlten Blick zu Lorang. Der Seelenruhig auf seinem goldenen Sessel saß. Dann blickte ich sie wieder an und sah wie sich ihre Augen färbten.
„Endlin NEIN“, befahl ich ihr. Doch ihre Gesichtszüge wurden nur härter und sie versuchte aufzustehen. Ich packte ihr Gesicht mit beiden Händen und küsste sie. Sie erschrak und jeder sah uns an, doch das war mir egal. Ihre weichen Züge kamen wieder zum Vorschein und sie erwiderte den Kuss.

Kapitel 13.

„Schhhh alles wird gut“, flüsterte er mir zu und strich über mein Haar.

 Endlin´s Sicht

 Ich löste meine Lippen von seinen und dankte ihm so unendlich dafür das er mich abgelenkt hatte. Dieser Hass in mir staute sich zusammen und wenn ich ihn sehe platze alles aus mir heraus. So oft habe ich mir und auch anderen eingeredet das es mir gut geht, doch ich hab gelogen, aber niemand hat es bemerkt. Wenn jemand fragt wie es mir geht, will diese Person es gar nicht wissen. Aber bei Ares konnte ich mir sicher sein das er es wissen wollte. Er brauchte mich nicht zu fragen. Er wusste wie es mir geht. Ich weis nicht woher oder wie er es erkannte, aber er wusste es einfach.
„Danke“, flüsterte ich ihm zu und hielt seine Hand fest in meiner. Ja ich weis, ich war wütend auf ihn. Aber lange hielt ich es nicht aus. Er konnte so leicht in mich hineinsehen wie kein anderer. Es machte mir angst. Ich ließ nie jemanden so nah an mich heran. Ich ignorierte meinen Schmerz, ich umarmte ihn, ich fühlte ihn. Doch nie teilte ich ihn mit jemanden. Ares konnte mit einer einzigen Berührungen all meine Geheimnisse herausfinden, all meine Erinnerung mitfühlen und genau das machte mich verwundbar. Ares sollte ich vertrauen, ihm alles sagen…auch wenn ich schlimme Dinge getan hatte. Ich sollte mich ihm offenbaren, aber das konnte ich nicht. Zu groß war die Angst er könnte mein Vertrauen missbrauchen.  Zu groß war die Angst ich könnte ihn verlieren. Ich würde mir etwas vorlügen wenn ich behaupten würde das ich nichts für ihn empfinde. Das tat ich nämlich und genau das…kam mir so unendlich richtig vor. Ich hab Angst…angst das wen ich Glücklich werde, es mir entrissen wird, wie es immer bei mir ist. Es wird dann nur eine neue Wunde auf meiner vernarbten Seele entstehen, die mich jede Nacht schreiend vor Schmerz aufweckt. Vielleicht war es mir nicht bestimmt Glücklich zu sein. Ich atmete tief ein und leise wieder aus.  Ich sah zu Ladiva rüber die mir zulächelte und ich erwiderte es.
„Dürfte ich um diesen Tanz bitten?“, fragte mich eine tiefe männliche Stimme. Ich sah hoch und direkt in die hell braunen Augen eines Mannes meines Alters. Bevor ich antwortete sah ich Ares an und der nickte mir nur zustimmend. Ich legte meine Hand in die des Mannes die er ausstreckte.
„Ja“, murmelte ich und stand auf. Er führte mich auf die Tanzfläche, ein ruhiges Lied erklang, Violinen und andere zarte Instrumente fühlten den Raum. Niemand auser ihm und mir waren auf der Tanzfläche, die anderen sahen wie versteinert zu und plötzlich erregte ich auch die Aufmerksamkeit von Lorang. Der wie gebannt zusah. Ich zuckte leicht zusammen. Hatte er mich erkannt? Der Mann zog mich leicht zu sich, legte seine eine Hand auf meine Hüfte und mit der anderen Hand umfing er meine. Er war ein Kopf größer als ich. Er besaß weiche Gesichtszüge, ein charmantes Gesicht würde ich fast sagen. Seine hell braunen Haare waren kurz, aber nicht zu kurz. Es passte sich seinem Gesicht einfach an. Seine Schultern waren breit und muskulös wie bei jedem Everdor Jäger.  Doch Ares übertraf er nicht.
„Wenn ich das sagen darf, sie sehen wunderschön aus heute Abend“, flüsterte er mir zu. Ich lächelte leicht.
„Ich danke ihnen“, antworte ich nur knapp und ohne jede weitere unnötige Emotionen. Er bemerkte das ich nicht eine von diesen Damen war, die sofort bei diesem Spruch schwach wurden. Er lächelte lediglich.
„Sie sind sehr ruhig“.
„Ich bevorzuge es mich komplett auf den Tanz und der Musik hinzugeben“.
Er redete nicht mehr, sah mich lediglich nur an und ließ mich nicht aus den Augen. Das Lied endete und wir hörten auf zu tanzen.
„Würden sie sich überreden lassen mit mir raus in den Garten zu gehen, für einen kurzen Spaziergang in der frischen Nachtluft?“, fragte er und sah mich leicht verlegen an.
„Ich…“, doch ich konnte nicht antworten, den Lorang kam hinter den Mann und legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Mein Sohn willst du mir nicht diese entzückende junge Frau vorstellen?“,  fragte er. WAS SEIN SOHN!? Verdammt noch mal!
„Ich bin Caroline“, sagte ich und versuchte es nicht heraus zu zischen vor Wut. Er nahm meine Hand in seine und küsste sie. Zugern hätte ich sie ihm entzogen und ihm eine geklatscht. Ich spürte wie ich mich verwandeln wollte. Ihm die Kehle rausreißen und auf seinem Körper herum trampeln wollte. Eine Hand legte sich auf meine Hüfte und ich schüttelte den Gedanken ab.
„Meister das ist meine Freundin aus der Menschenwelt“, sagte Ares und lächelte mir zu.
„Oh aus der Menschenwelt also. Ich hätte schwören können es gäbe irgendetwas Magisches an ihnen“.
„Das liegt daran das ich unter magischen Wesen die ganze Zeit bin“, sagte ich und lehnte mich ganz leicht an Ares. Der mir wie immer eine Stütze gab.
„Ich verstehe“, sagte Lorang bloß und lächelte. Wie ich diesen Mistkerl hasste.
„Meister wenn es ihnen nichts ausmacht würde ich meine Freundin nachhause bringen. Wir wollten bloß kurz mal vorbeischauen“, sagte Ares und Lorang nickte.
„Ich erwarte sie zu einem Essen Caroline. Wir hören noch von uns“, sagte Lorang. Ich antwortete nicht sondern machte einen Knicks und ging zu Ladiva. Die mit Assiel neben der Eingangstür stand und anscheinend auf uns wartete. Ich beugte mich zu Ladiva rüber.
„Er ist Lorangs Sohn“, flüsterte ich zitternd. Sie nahm bloß meine Hand und ging raus mit mir.
„Ich wusste nicht das er einen Sohn hatte. Geschweige den eine Frau die sich von diesem Arsch schwängern lässt“, murmelte ich wütend darüber das ich das nicht wusste.
„Wir reden zuhause“, sagte Ares bestimmend, packte mich an meinem Arm und zog mich ins Auto.

 Ich saß auf der Badewannenkante und löste das Handtuch von meinen nassen Haaren. Ich wollte Lorang tot sehen. Ich wollte ihm alles weg nehmen. Ich wollte ihn vernichten. Ich ekelte mich vor mir selbst. Mit seinem Sohn hatte ich getanzt! So schmutzig fühlte ich mich. Langsam und mit zittrigen Beinen stand ich auf und sah mich im Spiegel an. Ich war nicht mehr ich selbst, eine Fremde Person sah mich an. Doch diese Person empfand Leid, Schmerz und Wut Ich sah meiner Mutter so ähnlich und jetzt sah ich aus wie jemand ganz anderes. Plötzlich und ohne nachzudenken nahm einen Kerzenständer in die Hand und warf es gegen den Spiegel. Er zersplitterte in 1000 Scherben und fiel neben mir auf den Boden. Ares schlug die Tür auf und sah mich an. Er schnellte zu mir und nahm mich von hinten fest in die Arme.
„Wie konnte sie mich nur verlassen. Wie konnte sie nur. Sie soll zurück kommen Ares. Ich will meine Mutter bei mir haben. Ich will nicht mehr Leiden. Es tut weh. Es tut so weh Ares. Es hört nicht auf. Ich kann nicht mehr. Wie konnte sie es wagen! Sie hat immer ihr Leben riskiert. Sich nie gefragt was aus mir wird, wenn sie nicht mehr da ist. Ich kann ohne sie nicht Leben.  Ich kann nicht jeden Tag in die Augen ihres Mörders schauen und nichts tun. Verdammt mach das es aufhört Ares. Bitte. Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr“, schrie ich unter Tränen und klappte in mich zusammen.
„Schhhh alles wird gut“, flüsterte er mir zu und strich über mein Haar.
„Ich kann mir nicht mehr in die Augen sehen. Ich sehe immer wieder sie. Ich kann einfach nicht mehr Ares. Ich habe gedachte ich wäre Stark, aber ich zerfalle“, flüsterte ich und ließ mich von ihm tragen. Er setzte sich auf das Bett und nahm mich in seine Arme als wäre ich ein Baby. Ihm war egal das meine nassen Haare sein T-shirt ebenfalls nass machten. Ich hörte auf mir etwas vorzumachen. So lange Zeit war ich alleine, da konnte ich weinen so oft ich wollte, doch jetzt war Ares bei mir und ob es mir passte oder nicht er würde sehen wie ich weine. Ich vergrub schluchzend mein Gesicht in seiner Brust, meine Hände krallten sich in seine Arme und er wiegte mich hin und her bis ich schlief…

 

Kapitel 14.

Ich gähnte und setzte mich auf. Meine Haare waren jetzt trocken und total zerzaust. Locken wohin man sah.  Schnell strich ich mir meine Locken Mähne vom Gesicht, schnappte mir ein Haargummi, der auf der Kommode lag und machte mir einen einfachen Dud. Neben mir regte sich etwas und ich zuckte zusammen, doch dann sah ich Ares wie er tief und fest schlief. Ohne groß darüber nachzudenken schmiegte ich mich an ihn und küsste ihn. Arme schlangen sich um meine Hüfte und zogen mich auf sein Körper. Es war mir unmöglich aus diesem Griff rauszukommen. Er öffnete seine Augen nicht, aber er grinste. Er löste seine Lippen nicht von meinen, nein er intensivierten den Kuss. Meine Arme schlangen sich um seinen Hals. Ich spürte seinen Herzschlag, sein Atem streifte meine Wangen.
„Endlin“, versuchte er zu sagen.
„Pscht“, hauchte ich ihm entgegen und küsste ihn einfach, doch dann hörte ich ein räuspern und erstarrte. Ich löste meine Lippen von seinen und wollte mich zur Seite rollen, doch Ares ließ mich nicht los. Ich drehte also nur meinen Kopf zur seite und sah Assiel verlegen, lächelnd an.
„Ich will euch zwei ja nicht stören, aber Ladiva will das wir gemeinsam Frühstücken“, sagte er grinsend.
„Wir kommen sofort“, sagte Ares lachend.
„Okaii, aber bitte beeilt euch. Ladiva wird euch sonst köpfen, wenn ihr zu spät kommt“.
„Ich weis doch Bruder. Ich kenne meine Schwägerin zu gut. Sagen wir in 15min sind wir da?“.
„Okaii aber nur 15min“, sagte Assiel grinsend und zwinkerte seinem bruder zu. Oh Gott war das peinlich.  Denn ich war nur in einem Handtuch eingewickelt und hatte dementsprechend nichts an.  Assiel schloß die Tür hinter sich zu. Ares wartete nicht lange und hob mich mit Leichtigkeit hoch, stand auf und warf mich über seine Schulter.
„Ares, verdammt lass mich runter“, schrie ich lachend. Eigentlich wollte ich ernst wirken, aber das ging schlecht. Er stellte mich im Bad ab.
„Du kannst dir eine schöne warme Dusche nehmen mein Engel“, sagte er und küsste mich auf meine Stirn. Ich umfing seine Hand und zog ihn zu mir, als er anstalt machte zu gehen.
„Was ist wen ich nicht alleine sein will“, flüsterte ich ihm zu. Meine Hand lag auf seinem muskolösen Bauch der sich gerade anspannte. Er legte seine Lippen auf meine.
„Ich komme sofort mein Engel“, hauchte er mir atemlos zu und ich nickte, nicht fähig zu reden.
„Ich hole uns nur Handtücher“, sagte er dann und ging. Ich warf das Handtuch auf den Boden und stieg in die silberne, rießen große Dusche. Ich musste nur einen Knopf drücken, schon ergoss sich warmes Wasser über meinen Körper. Ich seufzte zufrieden auf und schloss meine Augen. Das Wasser kam oben von der Decke, deshalb fühlte sich das so an als würde ich unter einem Wasserfall stehen. Ares küsste mich auf meine Schulter und ich drehte mich zu ihm um.
„Du bist so wunderschön“, flüsterte er mir zu und ich schlang meine Arme um seinen Hals.
„Danke Ares. Für gestern“, antwortet ich ihm. Er lächelte, doch ich sah in seinen Augen trauer.
„Nicht dafür“, sagte er. Er küsste mich und drückte mich gegen die kalte Marmor Wand. Zum ersten mal in meinem leben, fühlte ich mich wieder geborgen. Seine freie Hand öffnete meine Haare und löste so das Haargummi. Ich schmiegte mich näher an ihn.
„Ares?“, flüsterte ich.
„Ja Liebeste“.
„Ich Liebe dich“, antwortete ich flüsternd. Er zuckte zusammen, als hätte er das nie von mir erwartet, doch dann küsste er mich leidenschaftlicher.
„Oh Endlin ich liebe dich viel mehr mein Diamant“.
Vor Freude  liefen mir ein paar Tränen über meine Wange. Nach so langer Zeit, nach allden Jahren, hatte ich zum ersten Mal gesagt das ich jemanden liebte. Das ich ihn liebte.

 „Was willst du anziehen Schatz?“, fragte mich Ares und ich staarte mit offenem Mund Ladivas begehbaren Kleiderschrank an.
„OH MEIN GOTT! Gehört alles ihr?“.
Aus diesem Zimmer konnte man ein großes Wohnzimmer machen. Eine Wand voller Schuhe, angefangen von high heels, bis hin zu Sportschuhen. Eine Wand voller Kleider, die andere voller Oberteile und Jacken. Hosen und Röcke hatte sie unendlich viele und alle in so verschiedenen Farben.
„Ja das gehört alles ihr. Aber sie hat gesagt sie will sich das alles mit dir Teilen“, er küsste mich auf meine Schulter und dann auf meinen Hals.
„Es wundert mich um ehrlich zu sein. Sie ist noch nie so nett zu jemanden gewesen. Sie hat noch nie so schnell jemanden ins Herz geschlossen wie dich“, sagte er dann.
„Ich mag sie genauso sehr“, flüsterte ich und starrte noch immer auf ihre Anziehsachen. Was soll ich den davon anziehen?
„Darf ich dir etwas aussuchen?“.
„Ja“.
Es dauerte nur wenige Sekunden bis er das fand was er mir geben wollte. Ich nahm es ihm ab und bemerkte eine kurze jeans Short, die bis zum Bauchnabel ging und ein weißes, gehäkeltes T-Shirt was nur meine Brust bedeckte, dazu hatte er braune Boots ausgesucht.
„Ich lass dich dann mal in Ruhe anziehen und fertig machen mein Engel. Ich gehe schonmal runter zu Ladiva und Assiel“.
„Okaii ist gut“, sagte ich lächelnd. Er öffnete die Tür und wollte gerade gehen, da blieb er stehen und drehte sich zu mir um.
„Meintest du das ernst das du mich liebst?“.
„Ja“, murmelte ich etwas verlegen. Er lächelte übers ganze Gesicht.

 Ich machte mich schnell fertig, zog das an was er mir gegeben hatte und machte mir einen strengen Pferdeschwanz nach hinten.
Ladiva, Assiel und auch Ares saßen draußen im Garten. Es roch so herrlich das ich bemerkte wie hungrig ich war.
„Guten Morgen“, sagte ich lächelnd und setzte mich neben Ladiva. Assiel und Ladiva erwiderten mein Guten Morgen und Ladiva sah mich grinsend an. „Hat dir dieses Outfit Ares ausgesucht?“, fragte sie.
„Ja“, sagte ich lachend. Alle fingen an zu lachen.
„Ach komm es steht ihr Ladiva“, sagte Ares und machte einen auf Beleidigt.
„Ja Schätzchen das schon, aber es ist einfach nicht lady like. Hier im Haus und in der Menschenwelt kann sie gerne so rumlaufen, das mache ich ja auch. Aber hier mein Lieber, sieht man das nicht so gerne. Du weist wie sie auf dem Hof ticken“.
„Du hast Recht. Dann kleide du sie ein“, sagte er.
„Das werde ich auch. Endlin gewöhn dich lieber jetzt schon daran mit High Heels und Korsagen rumzulaufen. Du wirst nur Kleider hier tragen liebes“, sagte sie.
„Ich hasse den Hof“, sagte ich etwas zu ernst und pufffff die Gute Stimmung war verflogen. Assiel reichte mir ein Brötchen und ich nahm es dankbar an. Ich schmierte Marmelade drauf und biss genussvoll rein.
„Endlin du gehörst jetzt zu uns. Wir halten zu dir. Also erzähl mal wer dieser Typ war mit dem du getanzt hast“, sagte Ladiva. Ich seufzte.
„Es war der Sohn von Lorang. Ich hätte nie gedacht das er einen hat“.
„Verdammt seit wann hat dieser Miestkerl einen Sohn?“, sagte Ares aufgebracht. Assiel meldete sich endlich zu Wort.
„Das ist nicht sein Sohn. Das ist der berühmte Everdor Jäger aus dem Süden. Er hat ihn herbeschaft wegen Endlin, damit er sie tötet. Mir war das am Anfang nicht klar, bis ich seine Mahle sah auf seinem Handrücken“.
Ich erstarrte und ließ mein Brötchen aus meiner Hand fallen.
„Wieso habe ich die Mahle nicht gesehen?“.
„Weil er sie verborgen hat, aber wir Jäger können sie untereinander sehen. Es wundert mich das Ares sie nicht gesehen hat“.
„Ares war zu sehr von seiner Eifersucht abgelenkt, wobei kein Grund dafür besteht denn Endlin ist allem Anschein nach verrückt nach dir“, sagte Ladiva zu Ares. Ich wurde Rot und wollte es verneinen doch Ares schickte mir einen Luftkuss zu und ich musste grinsen.
„Was ich nicht verstehe ist wieso Lorang ihn mir als sein Sohn vorstellt. Ich dachte er denkt ich wäre tot. Hat er mich so schnell erkannt?“.
„Nein Liebes er hat dich nicht erkannt, aber er glaubt nicht das du tot bist. Er lässt nach dir suchen, hat Assiel zumindest gemeint“, sagte Ladiva und reichte mir ein Glas mit Orangensaft. Ich nahm ihn ihr ab und trank bevor ich sprach.
„Muss ich ihn auch töten?“, fragte ich und wedelte mit meiner Gabel rum, bevor ich sie in die Gurke einstach.
„Ich weis nicht ob du stark genug dafür bist. Ich glaube ich und Ares kümmern uns um ihn. Du must versuchen in den Hof zu kommen ohne verdacht zu erregen und Lorang umbringen. Am besten so unauffälig wie es geht. Doch zu ersten müssen wir den Everdor Jäger los werden. Er könnte ein großes Problem darstellen“, sagte Assiel und wirkte nun nachdenklich.

 

Kapitel 15.

Ich nahm die Teller und brachte sie in die Küche, dort stellte ich sie neben mich hin und räumte sie in die Spülmaschine ein. Alle drei waren oben und machten sich fertig für was auch immer. Natürlich hatte ich nicht zugehört wie der Plan war. Ich meine was verlangten sie von mir? Eigentlich kannten sie mich nicht gut genug. Okaii ich liebte Ares, mehr als mir lieb war. Jetzt war ich verwundbarer denn je. Seit langem liebte ich wieder jemanden bedingungslos. Aber…Ares kannte mich nicht gut genug. Er wusste nicht wozu ich fähig war und was ich alles schon getan hatte. Er wusste nicht was ich durchleben musste, was ich erleiden musste. Nach außen wirkte ich so stark, doch Abends wenn mich meine Albträume einholten oder die Realität brach ich zusammen, wie ein Glass das zu Boden fiel. Ich hätte Assiel zuhören sollen, doch dieser komische Jäger ließ mir keine Ruhe. Ich meine…so ein Spast versuchte mich zu jagen und umzubringen. Ich hatte schon jemanden der das tat. Hades reichte mir vollkommen aus. Wobei ich mich jetzt auch fragte wo er nach so langer Zeit geblieben war. Hades fand mich eigentlich immer, egal wo ich war. Er ließ es sich nicht entgehen mich zu demütigen und fertig zu machen. Das war sozusagen sein Hobby.
„Liebes was tust du den?“.
„Aufräumen?“, antwortet ich Ladiva und ließ es wie eine Frage klingen. Sie lachte.
„Oh Gott wie niedlich du bist. Das macht doch unsere Haushälterin Maniya“.
„Ich wusste gar nicht das ihr eine Haushälterin habt“, sagte ich verwundert.  Sie lehnte an der Wand und sah mich durchdringlich an.
„Endlin vergessen wir kurz mal Maniya. Ich stelle sie dir morgen vor“, ihr eben noch so fröhliches Gesicht, wurde ernst, „Lorang hat Assiel vorhin zu sich gerufen. Er möchte dich zum essen einladen“.
„Das ist doch kein Problem. Ihr seit ja auch da. Aber tut mir bitte den gefallen und lasst mich ganz am Ende sitzen. Nicht neben Lorang, ansonsten ramme ich ihm meine Gabel oder was auch immer für Besteck ich neben mir liegen habe, in seine Brust“.

„Jetzt kommt das Problem. Er möchte das nur du kommst“. Ich starrte sie an und versuchte tief ein und aus zu Atmen.

„Ladiva das ist nicht dein Ernst?“.

„Doch. Leider schon“.

„Ich halte es nicht neben ihm aus. Nicht so lange. Nicht ein Essen lang Ladiva. Ich kann sein Gottverdammtes Gesicht nicht ansehen, ohne an die Art zu denken wie ich ihn töte“.

„Endlin ich weis. Ich weis doch, aber was soll ich tun. Wir dürfen nicht mitkommen. Keiner von uns. Wenn wir das tun, dann wird Lorang verdacht schöpfen“, sie seufzte, „auserdem dürfen wir uns Lorang nicht wiedersetzten. Und Everdor Jäger erst recht nicht“.

„Verdammt“, zischte ich.

„Wo ist Ares?“, fragte ich.

„Assiel hat ihn überredet Jagen zu gehen und zu trainieren“.

Ich sah sie verwirrt an. Wollte sie das sagen, was ich meinte? „Ares weiß von alledem nichts. Hab ich Recht?“.

„Nein er weiß nichts Endlin und mir wäre es lieb wenn das auch so bleibt. Er würde dich nie im Leben alleine zu Lorang gehen lassen“.

Ich setzte mich auf den Bar Hocker und schnappte mir ein Glass das ich mit Wasser fühlte. Ich trank es in einem Zug aus und wischte mir leicht über den Mund.

„Da muss ich wohl durch“, flüsterte ich.

„Es tut mir so leid. Es ist sicher schrecklich mit dem Mörder der Mutter zusammen in einem Raum zu sein und…“, ich ließ sie nicht ausreden.

„Nicht…Sag einfach nichts Ladiva. Sonst traue ich mich nicht dorthin. Ich muss dieses Gefühl momentan verdrängen“.

 

Ich zog ein schönes schwarzes, langes Kleid an. Das sich perfekt meinem Körper anpasste. Schlicht aber dennoch so elegant. Ladiva hatte mich geschminkt und meine Haare gemacht. Und obwohl ich fertig war, starrte ich mich im Spiegel an und wollte einfach nur schreien. Was war aus mir geworden? Ohne einen weiteren schmerzvollen Gedanken darüber zu verschwenden stand ich auf und ging raus aus dem Haus. Ladiva fuhr mich zu Lorangs Schloss und ging dann mit einem Kuss auf der Wange, den sie mir hinterließ weg. Leise klopfte ich an der Tür und hoffte so das mich niemand hörte, ich gehen würde und einfach sagen konnte: „Ich hab geklopft soooo oft aber niemand war da um mir die Tür aufzumachen“.

Doch dieser Gedanke wurde so eben vernichtet den ich hörte Schritte die sich der Tür näherten.  Der ach so berühmte Jäger machte mir die Tür auf, mit solch einem Lächeln das strahlte, das ich ihm gerne rausgeprügelt hätte.

„Oh Guten Tag Caroline. Toll das du kommen konntest“, begrüßte er mich und bat mich mit einem Handwinken in Richtung Foyer rein. Er führte mich durch das Schloss in einen großen Raum, wo ein Tisch und mehere Stühle drum herum standen, also schloss ich daraus das wir im Esszimmer nach langer wanderung angekommen waren.

„Ich hoffe sie bringen Hunger mit“, sagte er lachend.

„Nach diesem Rundgang sicherlich“, antwortete ich etwas zu herabwürdigend und mit einem giftigen grinsen. Doch er lachte nur, als hätte er es gar nicht bemerkt.

„Setzt dich doch. Mein Vater kommt sicherlich“.

Ich wurde so wütend das es aus mir raus platzte.

„Lorang ist nicht dein VATER. Du bist dieser komische berühmte Jäger der die Konfessorin zur Strecke bringen soll“, zischte ich und lächelte dann am Ende. Er sah mich ernst an und wollte mir antworten, doch Lorang kam rein und begrüßte mich. Wir setzten uns hin.

„Hat ihnen mein Sohn erzählt was es zu essen gibt?“. „Nein leider nicht. Er war aber so nett und hat mir ganz genau zugehört. Deshalb kamen wir nicht dazu. Nicht wahr?“.

„Oh Marcel, solche Manieren habe ich dir doch nicht beigebracht“, sagte Lorang lachend und stupste Marcel leicht an. Ich gab ein gefaktes lachen von mir, was sehr künstlich klang nach meinem Geschmack, aber was solls.

 

Das ganze Essen über versuchte ich zu lächeln, sinnloses von mir zu geben und Lorang nicht anzugucken. Nachdem der Nachtisch auch zu Ende gegessen war erhob ich mich.

„Ich sollte besser gehen. Meine Freunde erwarten mich und es ist doch schon ziemlich spät“, sagte ich und verabschiedete mich. Lorang winkte mir beim rausgehen zu und Marcel…Marcel sah mich hasserfühlt an. Ich entschied mich zu laufen. Denn hier gab es keinen Handyempfang. In der Menschenwelt war es gang und gebe. Hier war es einfach wie in der Steinzeit, abgesehen von den Autos. Die hatte man zum Glück mit aus der Menschenwelt mitgenommen. „Ich wusste das du es bist“, hörte ich Marcel sagen. Ich drehte mich um und seufzte. Wieso war der Penner mir gefolgt?

„Das ich was bin?“, fragte ich ihn.

„Du bist die Konfessor Schlampe die meinen besten Freund getötet hat“, zischte er und sprintete dann auf mich los. Er hob mich hoch und warf mich gegen einen Baum. Es machte ein hässliches Geräusch, als ein paar meiner Knochen brachen. Ich keuchte auf und versuchte mich hochzurappeln, doch ich schrie als Marcel mit einer Hand meine Haare packte und mich hoch zog.

„Lorang hat mir so viel Geld bezahlt dafür das ich dich fange und er dich tötet. Aber das Geld will ich nicht mehr. Ich will dich umbringen“, zischte er und spuckte dann in mein Gesicht. Er schmieß mich wieder zu Boden und wollte meinen Fuß packen, doch ich trat ihm mit meiner letzten Kraft ins Gesicht. Er taumelte nach hinten und ich versuchte mich irgendwie aufzurappeln. Doch mein Körper tat so weh von dem Aufprall gegen den Baum, das es mir unmöglich war von alleine aufzustehen. Marcel´s Augen wurden heller den je und er sah mich noch hasserfühlter an als zuvor. Blut kleppte an seinem Mundwinkel und auch auf seinem weißen Hemd. Er gab ein zischen von sich, stand auf und trat mich gegen meine Hüfte. Ich schrie vor Schmerz auf. Er packte mich an meinem Fußgelenk und zog mich dann hinter sich her.

 

Kapitel 16.

„Dein ernst?“, krächzte ich und versuchte mich aus den Fesseln zu befreien.

„Wieso soll das nicht mein ernst sein?“.

„Wieso kettest du mich an? Angst das ich dich umbringe?“.

„Sei still“, zischte er.

Er lief wütend hin und her, dabei schwenkte er mit dem Dolch auf und ab wie ein Profi. Ist klar ich bin wie immer das Monster, aber er geht wie ein Profi mit dem Dolch um als hätte er tausende von Menschen umgebracht.

„Und wieso hast du mich nicht bereits umgebracht. Ich meine wenn du Rache nehmen willst hättest du das die ganze Zeit schon tun können!“.

Er schlug mich mitten ins Gesicht, mit solch einer Wucht das ich Blut spuckte.

„DU SOLLST STILL SEIN!“, schrie er mich an.

„Das werde ich aber nicht“, zischte ich.

„Daran merkt man nur was für ein dreckiges Miststück du bist. Besitzt weder Ehre noch Stolz. Du empfindest wohl für nichts und niemanden Mitleid auser für dich selbst was? Du bemitleidest nur dich und tust einen auf Unschuldige. Ares, Assiel und seine Ehefrau Ladiva magst du mit der Mitleidsmasche reingelegt haben, die du dir zusammen gereimt hast. Aber mich täuscht du nicht. Ich hab gesehen wozu du fähig bist. Du bist das Monstrum!“, zischte er und schlug mich wieder ins Gesicht. Mein Kopf flog automatisch zur Seite und ich versuchte meine Finger in die harten Betonsteine, aus Verzweiflung und Wut zu rammen. Doch das Endergebnis waren Blutige Fingerkuppen.

„Du weist nicht was und wer ich bin. DU WEIßT NICHT WAS ICH ALLES DURCHLEBEN MUSSTE. WAS ICH ALLES ERLEIDEN MUSSTE. DU LEBST IN DEINER HEILEN WELT, HAST SICHERLICH EINE FAMILIE DIE IMMER ZU DIR HÄLT. AUSER DEINEN BESTEN FREUND HAST DU NIEMANDEN VERLOREN, NICHT WAHR? ICH HINGEGEN HABE JEDEN VERLOREN DEN ICH LIEBE, WURDE DURCH MAGIE GEZWUNGEN DIEJENIGEN ZU TÖTEN DIE ICH LIEBE. WURDE DURCH MANIPULATION GEZWUNGEN MENSCHEN UND MAGISCHE WESEN ZU TÖTEN OHNE MIT DER WIMPER ZU ZUCKEN. ICH HAB MIR IMMER EINREDEN LASSEN WAS FÜR EIN MONSTRUM ICH SEI, ABER NIEMAND HAT MIR GEHOLFEN ALS MEINE GELIEBTEN STARBEN, ALS MAN MICH FOLTERTE BIS ICH NUR NOCH AUS KNOCHEN UND ETWAS ÜBERIGGEBLIEBENER HAUT BESTAND. Niemand war da…“, ich holte tief Luft und sah ihm in die Augen. Er starrte mich an. „Ich habe Dinge gesehen und getan wovon du nur träumen kannst. Ich wurde Seelisch zerstört, das sind meine Körperlichen Überreste. Ich wurde so oft gefoltert das ich es kaum aufzählen kann. So oft gefangen genommen, so oft gezwungen dinge zu tun die ich nicht tun will. Mein Wille wurde so oft gebrochen, so oft wurde ich enttäuscht und sooo oft ist jemand gestorben für den ich nur ansatzweise etwas empfunden habe. Und du willst mir sagen was für ein Monstrum ich bin?“, träne für Träne lief über meine eiskalten Wangen, „Und du willst über mich urteilen? Du? Ausgerechnet du, du hast keine Ahnung WER ich bin. Und wozu ich fähig bin. Ich habe Dinge gesehen, die niemand sehen sollte“, ich holt tief Luft.

„Wenn du mich töten willst dann mach es jetzt sofort oder lass es wen du den Mum dazu nicht hast. Ich fühle mich sowieso unbrauchbar. Ich bin schon vor langer Zeit gestorben Marcel. Meine Seele hat mich schon längst verlassen. Das einzige was übrig ist, ist mein Lebloser Körper, der nur durch Trauer stand hält. Doch eins solltest du wissen. Es tut mir leid das ausgerechnet ich deinen besten Freund umgebracht habe…das hätte ich nie gewollt wäre ich bei klarem Bewusstsein gewesen“, sagte ich und flüsterte den letzten Satz vor mich hin. Er hob seinen Dolch hoch und ich schloss die Augen bereit zu sterben. Doch dann fiel ich bloß zu Boden. Ich öffnete meine Augen und sah Marcel an. Er hatte die Fesseln durchtrennt. Wieso?

Gerade wollte er was sagen, da rief eine Liebliche Stimme nach ihm. Ich sah nur den Schatten, aber es sah und hörte sich auch an wie ein kleines Kind. Dann sah ich sie. Das kleine blonde Mädchen das mich auf die Wange geküsst hatte.

Kapitel 17.

Die kleine kam auf mich zu gerannte und umarmte mich. Ich erstarrte und wusste nicht was ich machen sollte. Ihre kleinen Arme schlangen sich um meinen Hals und ich spürte ihr so kleines Herz.

„Dir geht’s wieder gut“, flüsterte sie mir zu und umarmte mich nur fester. Was machte sie hier? Sie war ein Mensch. Doch bevor ich sie fragen konnte zog sie Marcel sachte weg von mir.

„Lisa, geh bitte hoch in dein Zimmer“, sagte Marcel bestimmende und liebevoll zu gleich.

„Aber tu ihr nichts“, flehte Lisa Marcel an. Er nickte nur, Lisa umarmte auch ihn und verschwand dann.

„Woher kennst du sie?“, fragte Marcel mich.

„Lorang hat mich in ein Zimmer eingesperrt. In diesem Zimmer war eine Reihe von menschlichen Kindern. Ihnen hat er befohlen mich zu töten. Er wollte damit erreichen das ich sie davon abhalte. Naja die Kinder haben mich angegriffen, ich habe mich nicht gewehrt. Er hat das daraufhin unterbrochen und mich manipuliert die Kinder zu töten. Ich bin also zu den Kindern wollte sie umbringen, doch mein Herz hat sozusagen rebelliert und ich habe stattdessen mich verletzt damit die Kinder abhauen konnten. Lisa hat mir einen Kuss auf die Wange gegeben und sich bei mir bedankt, als ich so gut wie tot auf dem Boden lag“, erzählte ich ihm die Kurzfassung.

„Du hast dein Leben für menschliche Kinder geopfert?“, fragte er mich ersaunt.

„Ich besitze kein Mitleid, ich habe kein Herz. Das weis ich alles du hast es mir unmissverständlich erklärt bzw. hast du mich angeschrien“, murmelte ich und versuchte mich dann aufzurappeln. Marcel kam und wollte mir helfen, doch ich schubste ihn weg und fiel dabei selbst zu Boden.

„ICH BRAUCHE DEINE HILFE NICHT“, schrie ich ihn unter Tränen an und wischte sie mir dann weg. So ein Arsch! Langsam stand ich wieder auf und ging dann die Treppen hoch.

„Ich werde dann mal gehen. Das nächste mal sei dir sicher ob du mich umbringen willst oder nicht. Verschwende nicht meine Zeit“, schrie ich die Treppen runter. Die Haustür war zum Glück vor meiner Nase und ich öffnete sie. Völlig erschöpft ging ich raus und lief nachhause.

 

Ich lief total fertig mit den Nerven durch die Wälder. Es war ein wunder das ich überhaupt wusste wo lang ich gehen musste, um nachhause zu gelangen. Langsam wurde es dunkel  und die Sonne ging unter. Das ist ja echt super, ich war einen ganzen Tag dort unten im Keller angekettet und bin erst vor ein paar Stunden zu mir gekommen, dann wurde ich angeschrien und wieder frei gelassen. Was ein tolles Erlebnis. Müde von alldem blieb ich stehen und lehnte mich an einen Baum. Es wunderte mich das Ares noch nicht nach mir gesucht hatte. Ich meine man macht sie doch Sorgen oder etwa nicht? So schnell hatte er mich also vergessen. Ich strich meine Haare aus meinem Gesicht und gähnte kurz. Verdammt ich war total müde. Ich musste einfach sofort nachhause, bevor ich hier im Wald einschlief. Entschlossen stand ich auf und rannte, etwas schwankend nachhause.

 

Der Weg schien endlos, doch dann sah ich endlich das Haus und ich ging mühsam die letzten Stufen die zur Haustür führten hoch. Ich klopfte mit meiner letzten Kraft. Die Tür wurde aufgemacht und ich fiel nach vorne.

 

Ares Sicht…

Ich fing sie auf und hob sie dann hoch. An ihr klebte Blut und auch ein paar blaue Flecken sah ich. Eine Träne nach der anderen lief über meine Wangen, ungewollt und ich vergrub meine Wut auf meinen Bruder und Ladiva. Ich hatte sie alleine gelassen. Und dann passierte DAS! Ich trug sie hoch in unser Zimmer und legte sie sanft aufs Bett. Schnell ging ich ins Bad und machte die Badewanne mit warmen Wasser voll.

„OH GOTT ENDLIN“, schrie Ladiva und drückte Endlin an ihre Brust. Sie fing an zu weinen und flüsterte Endlin irgendetwas ins Ohr.

„Ladiva geh einfach bitte“, flehte ich sie an und entzog ihr Endlin aus den Armen. Ich trug sie ins Bad und zog sie vorsichtig aus. Je mehr ich Stoff ich von ihrem Körper entfernte, desto mehr sah ich ihre Verletzungen. Und umso mehr fühlte ich mich schuldig. Ich hasste mich dafür sie einen Augenblick lang aus den Augen gelassen zu haben. Überall klebte Blut an ihr, überall waren blaue Flecken und große Blutergüsse.  Ich hob sie wieder hoch und legte sie dann sanft in die Badewanne. Ihre Haare waren total zerzaust, ein paar Blätter und Äste hatten sich in ihren Haaren verfangen. Ich holte jedes einzelne ganz vorsichtig raus und entfernte es.  Selbst in diesem Zustand war sie das wunderschönste was ich je gesehen hatte.

„Bruder es tut mir leid“, hörte ich Assiel sagen. Ich drehte mich zu ihm um und sah wie er am Türrahmen lehnte und mich traurig ansah.

„Ich habe nicht gewusst das der Jäger sie so zurichtet. Ich meine wir alle haben gedacht er wüsste nicht das sie die Konfessorin ist“.

„Assiel ich hab eher das Gefühl das du mich von ihr fernhalten möchtest. Selbst wenn du behauptest das du mir helfen willst und ihr auch…habe ich das Gefühl das du dagegen bist das ich sie liebe“, warf ich ihm vor.

„Du hast Teilweise recht. Ich meine sie ist eine Gefahr. Sie ist ein Konfessor und zudem will Lorang sie Tod sehen. Und sie will ihn töten, das ist Selbstmord wenn du mich fragst. Es kommt mir einfach nur so vor als ob wir unsere eigne Rasse verraten würden“, sagte er.

„Ist das dein Ernst?“, hörte ich Ladiva sagen die hinter ihm zum Vorschein kam und ihren Ehemann entsetzt ansah.

„Schatz..“, doch Ladiva ließ ihn nicht ausreden.

„Verschwinde! Sofort Assiel! Ich möchte dich heute nicht mehr sehen“, schrie sie ihn an und deutete mit der Hand zur Tür. Assiel ging ohne ein Wort zu sagen.

„Wenn Endlin wach ist…sag ihr bitte das es mir leid tut und ich sie über alles liebe“, sagte Ladiva nun sanfter. Ich nickte und auch sie ging raus.

 

Endlin´s Sicht…

 

Ich befinde mich in einem Schrank, die Arme fest um meine Beine umschlungen und halte den Atem an. Ein kleiner Spalt ist nur offen und ich gucke raus.

„Endlin Liebes…ich sehe dich“, höre ich Hades lachend sagen.

 

Als hätte mir jemand die Luft zum Atmen genommen schrecke ich hoch und öffne meine Augen. Oh Gott es war nur ein Albtraum. Doch dann entgleitet mir ein leises keuschen als ein Schmerz riesigen Ausmaßes meinen Körper durchfuhr. Ich schmiss mich wieder zurück ins Bett. Eine Träne lief meine Wange hinunter. Verdammt ich fühlte mich gerade total zerbrechlich. Alles tat weh. Kein Wunder nachdem Aufprall gegen diesen Gottverdammten Baum und Marcels Tritt gegen meine Hüfte…war es ein Wunder gewesen das ich es bis nachhause geschafft hatte. Muss wohl an alldem Hass auf die ganze Welt gelegen haben, das mir genug Kraft gab um es zu schaffen. Doch diese Kraft war nun weg und ich spürte die harte Realität. Gebrochene Knochen waren nichts schönes. Ich gucke kurz zur Seite und sehe Ares tief und fest schlafen. Ich streiche mit meinen Fingern über sein Gesicht und umrande mit meinem Finger seine Lippen Konturen. Dabei frage ich mich wie kann man nur so wunderschön sein? So perfekt? Er öffnete langsam sie Augen und lächelt mir zu. Er beugt sich über mich, sieht mit einen Moment in die Augen…Als wäre nur ich in diesem Raum. Ich kanns kaum erwarten das er mich küsst. Seine Lippen legen sich sanft, ganz vorsichtig auf meine und ich erwidere seinen Kuss leidenschaftlich zurück.  Er drückt mich fest an sich, doch das war ein Fehler, den ich schreie auf. „Oh Gott Endlin, es tut mir leid“, sagt er verzweifelt. „Alles…oka…okaaii“, keusche ich und schließe für einen kurzen Moment meine Augen. Jemand  klopft hektisch und mit voller Wucht an der Tür und Ares reagiert nicht. Er entschuldigt sich die ganze Zeit bei mir und langsam hab ich das Gefühl das er gleich weint.

„Schatz alles okaii. Geh bitte die Tür auf machen“, flüstere ich .

„Okaii“, sagt er. Ares macht die Tür auf und Assiel stürmt rein. „Bruder es tut mir leid“, sagt er und dann holt er ein Tuch raus und presst es gegen meinen Mund. Ich versuche mich zu wehren, doch das einzige was ich damit bezwecke ist mir selbst leidzufügen. Letztendes atme ich das Zeug ein und mir wird schwindelig. Ich kämpfe gegen das Gefühl an in Ohnmacht zu fallen. Ich höre wie Ares Assiel anschreit und sehe verschwommen wie zwei Männer ihn festhalten. Assiel hebt mich hoch und trägt mich an Ares vorbei. Ich will schreien, um mich treten, doch das einzige was ich zustande bringe ist das ich meine Augen sich schließen und mein Körper komplett erschlafft.

Kapitel 18.

Ich öffne langsam und völlig erschöpft meine Augen. Ein paar mal muss ich Blinzeln um zu erkennen das ich in einer Art kleinen Käfig stecke. Sieht fast so aus wie ein Vogelkäfig nur in groß Format. Verdammt wie bin ich hier rein gekommen? Ich schließe wieder die Augen und versuche mich zu Erinnern. Plötzlich öffne ich sperren weit die Augen, als mich alle Erinnerungen von gestern einholen. ASSIEL! Dieser verdammte Hurensohn! Wie konnte er nur? Ich versuche aufzustehen und es klappt. Meine Hüfte scheint geheilt zu sein, das hat bestimmt Assiel gemacht. Wieso verschleppt er mich und heilt mich dann? Wo ist da die Logik? Ich halte mich an den Gitterstäben fest und versuche raus zugucken. Das Scheiß Teil ist zwei Meter vom Boden entfernt. Ich bin also in einem überdimensional großen Vogelkäfig gefangen. „ASSIEL. DU BASTARD!!!“, schreie ich ins nichts und schlage gegen die Gitterstäbe. Eine Gestalt nähert sich mir. Ich höre Schritte, doch nicht nur von einer Person. Es sind mehrere.  Aus der Dunkelheit heraus kommen Lorang, Marcel, Assiel und noch jemand, denn ich nicht kenne.

„DU VERRÄTER“, schreie ich ihn an und spucke runter zu ihm. Meine Spucke verfehlt ihn nur knapp und die einzige Reaktion darauf ist nichts. Er starrt mich mit einem Leeren Blick an und sagt nichts.

„Endlin. Es wird Zeit das du für deine Taten zur Rechenschaft gezogen wirst“, fängt Lorang an die Stille zu unterbrechen.

„Was habe ich den getan?“, zische ich und versuche mich zu beruhigen. Fest umklammere ich die Gitterstäbe.

„Das fragst du noch? Du hast unzählige Jäger und auch Menschen umgebracht!“.

„Da war ich nicht ich selbst. Für diese Taten kannst du Hades zur Rechenschaft ziehen und nicht mich! Du allerdings Lorang hast jeden einzelnen Menschen, jedes einzelne Magische Lebewesen voller Bewusstsein ermorden lassen. Du bist hier das Monster, du besitzt kein Herz das schlägt oder mitleid hat. Dir ist jeder scheiß egal aus dir. Dann willst du mich vor die Rechenschaft ziehen? Ich gebe dir ein Beispiel LORANG. DU hast mich dazu manipuliert meine Mutter umzubringen. Mir die Frau aus meinem Leben zu entreißen…ich hatte nur sie!!! Aber du hast sie mir einfach so genommen und es mich auch noch tun lassen. DU bist hier das Monstrum“, schrie ich ihn an und schlug immer wieder dabei gegen die Gitterstäbe. „Salamon könnt ihr sie bitte zur Vernunft bringen“, sagte Lorang zu dem Mann der in einem Schwarzen Kaputzen Umhang verhüllt war. Der Mann hob endlich seinen Kopf und ich sah nur blaue leuchtende Augen, die versuchten in mich hineinzudringen. Ich stolperte nach hinten und versuchte das zu verhindern.  Salamon flüsterte etwas vor sich hin und ich schrie auf als ein unglaublicher Schmerz meinen Körper durchfuhr. Ich versuchte nicht zu weinen und ließ den Schmerz sich in meinem ganzen Körper ausbreiten.

„Du hast schlimmeren Schmerz durchstanden“, wiederholte ich ganz leise vor mich hin. Ich rappelte mich hoch und biss meine Zähne zusammen. Salamon sah mich erschrocken an.

„Ich hab Leid ertragen, schmerzen gefühlt, von denen ihr keine Ahnung habt. Kein Schmerz der Welt ist schlimmer als seine Mutter zu verlieren“, stotterte ich und hielt mich fest an den kalten Gitterstäben fest. „Ihr könnt machen was ich wollt. Ich werde immer bei der Wahrheit bleiben. Niemand wird mir diese Raus prügeln können. Jeder soll wissen was für ein Schweinehund Lorang ist. Jeder soll wissen wozu er fähig ist und was er hinter dem Rücken seines Volkes macht“, keuchte ich und holte tief Luft. Lorang drehte sich wütend um und ging. „Ich werde dir noch das fürchten lehren“, schrie er beim gehen nach draußen. „TU WAS DU NICHT LASSEN KANNST HURENSOHN“, schrie ich zurück. Salamon senkte seinen Kopf und folgte Lorang. Ich atmete auf als mich der Schmerz verließ und ich zu Boden fiel. Schnell stand ich wieder auf und sah Marcel und Assiel in die Augen. „Ihr seid erbärmlich. Scheiß Arschkriecher seid ihr. Nicht mehr und nicht weniger. Und das für einen Mörder. Assiel ich frage mich was jetzt Ladiva von dir halten würde oder dein Bruder!“, sagte ich und setzte mich hin.

„Ich habe das für sie getan. Du bist eine Gefahr für uns. Du kannst Lorang niemals töten und wegen dir und deiner Dummheit werden wir drauf gehen. Das konnte ich nicht zulassen. Es tut mir leid was dir alles passiert ist. Aber nur weil du alles und jeden verloren hast, möchte ich nicht das gleiche Schicksal haben. Denk nicht immer so Egoistisch“, schrie er mich an und ging auch. Marcel stand einfach nur da und sah mich an.

„Was willst du Marcel?“, murmelte ich genervt. „Ich habe Lisa versprochen das ich dir nichts antuen werde und dich beschütze. Ich werde dir helfen Endlin. So jemanden wie dich hab ich noch nie gesehen“, sagte er bloß und ging. Ich sah ihm erstaunt hinterher.

 

Ladivas Sicht…

 

„VERPISS DICH“, schrie ich Assiel an und warf nach ihm mehrere Vasen. „DU ELENDER BASTARD!“, zischte ich und schlug ihn. Er fiel zu Boden und ich konnte nicht anders als wieder etwas nach ihm zu werfen.

„Sie hätte uns mit ihrem Vorhaben umgebracht“, sagte er.

„Du schämst dich nicht einmal nicht wahr. Du denkst doch nur an dich und dein Wohlergehen. Weißt du eigentlich was dieses Mädchen alles durchmachen musste? Weißt du was für Schmerzen sie schon gefühlt hat?, welche grausamen Dinge sie gesehen hat? Würdest du dich an jemanden Rächen wollen der deine Mutter umgebracht hat, würde ich an deiner Seite stehen und dir helfen. Egal ob ich dabei sterbe oder nicht. Wenigstens wäre ich für das Richtige gestorben, hätte für die Richtige Seite gekämpft. Du Weichei wie konnte ich mich nur in die Verlieben. Wie kann ich bloß deinen Dreckigen Nachnamen tragen“, tränen rannen über meine Wangen und ich schmiss ihm den Ehering vor seine Füße.

„Verpiss dich aus meinem Haus du scheiß Arschkriecher. Geh und heirate deinen Lorang. Diesen scheiß Mörder. ARES“, schrie ich und er tauchte auf. Ares schnappte sich Assiel und zog ihn raus aus der Wohnung. Er schmiss ihn raus vor die Tür.

„Es ist aus Assiel. Endgültig“, zischte ich und wollte gerade gehen, als Ares meinen Arm hielt.

„Darf ich?“, fragte er und ich sah auf seine geballte Faust. Ich nickte bloß und ging.

 

Ares Sicht…

Ich schnappte mir Assiel und schlug ihn mehrmals.

„Wärst du nicht mein gottverdammter Bruder würde ich dich töten“, schrie ich ihn an, dann packte ich ihn fest und warf ihn gegen einen Baum.

„Assiel eins solltest du wissen. Wenn du auf Lorangs Seite bist. Ares und ich werden Endlin da raus holen und uns ist egal ob du dabei drauf gehst oder nicht“, hörte ich Ladiva von hinten schreien.

„Ares komm wieder rein. Wir müssen reden“, sagte sie dann wieder. Sie hielt meine Hand fest und zog mich leicht von Assiel weg. Wut kochte in mir und am liebsten hätte ich Assiel so lange verprügelt bis er Blut gespuckt hätte.

 

Endlin´s Sicht…

Lange Zeit saß ich erstmal nur in diesem Käfig, doch dann holten mich zwei Jäger runter und führten mich in Hand und Fuß schellen zu einem Raum. Sie legten mich auf eine weiße Liege, fesselten mich an meinen Händen und Füßen.

„Was soll der scheiß“, zischte ich und zerrte an den Fesseln.

„Endlin Liebes“, hörte ich Hades seine Stimme und ich fühlte wie mein Herz stehen blieb und mein Blut in meinen Adern gefror.

NEIN BITTE NICHT!  JEDER KANN KOMMEN ABER NICHT DU!!!

Kapitel 19.

Endlin´s Sicht

 Hades nähert sich mir ganz langsam und ich wich zurück. Meine Finger umschlingen die kalten Gitterstäbe…mein ganzer verfluchter Körper zitterte vor Angst und innerlich…innerlich war ich nur noch ein einziges Wrack. Leichte Tränen rannen über meine Wangen und ich keuchte leicht auf. Mein ganzer Brustkorb hebt und senkte sich sehr stark. Ich blinkte nur auf den Boden, nicht einmal ansehen konnte ich ihn. „Hades verschwinde. Geh bitte“, sagte ich mich zittriger Stimme und hoffte dennoch ernst und kontrolliert zu klingen, wenigstens ohne all diese Angst dahinter. Jedoch gelang es mir nicht. „Du Endlin…ja du. Du hast nicht das Recht zu leben. Du bist nichts Wert. Schau dich an. Nichts menschliches hast du an dir, man kann dich so leicht dazu bringen jemanden zu töten. Ohne Reue tust du das und mit solche einem Genuss dahinter, dass mir nichts anderes übrig bleibt dich so zu behandeln…wie du es nun mal verdienst“, er öffnete die Tür und trat in den kleinen Käfig ein. Seine Hände umfingen mein Gesicht und presste seinen Körper an meinen. Zum ersten mal roch ich ihn. Dieser Geruch…dieser  süßliche Geruch kam mir so bekannt vor. Ich erschauerte und sah Hades zum ersten mal richtig in seine Augen. „Du bist ein Konfessor“, sagte ich erstaunt. „NEIN“, schrie er und hob mich hoch ehe er mich gegen eine Zellwand warf. Ich schrie auf und rappelte mich ganz leicht wieder hoch, indem ich mich an den Gitterstäben hoch zog.

„DU hast mich all die Jahre gequält für das was ich bin! Dabei bist du es selbst?!“, schrie ich ihn unter Tränen an und zitterte weiterhin am ganzen Körper.

„Ich bin kein Monstrum! Ich bin nicht das was du bist Schlampe. Ich habe bisher noch niemanden umgebracht!“, schrie er und schlug auf mich mehrmals ein, bis ich seinen letzten Schlag abwehrte und ihn mit einem festen Seiten tritt zu Boden warf.

„DU HAST MICH DAZU GEBRACHT!“, schrie ich ihn an und trat immer wieder auf ihn ein.

„DU HAST MICH DINGE TUN LASSEN DIE ICH NIEMALS GEWOHLT HÄTTE. DU HAST MICH DAZU GEBRACHT SELBST KINDERN DAS LEBEN ZU NEHMEN. DU WARST ES! DU!“, schluchzte ich laut auf und bemerkte das meine Tritte immer fester wurden. Er spuckte Blut und ich hörte sein leichtes keuchen, doch es war mir egal. Ich beugte mich runter, packte ihn am Hals, hob ihn hoch und presste ihn gegen die Gitterstäbe.

„Du hast mich zu diesem Monstrum gemacht Hades. Dabei bist du hier das Monstrum. Ich bin kaputt. Ich wünschte du hättest nur mir leid zu gefügt. Körperliches Leid ist leichter zu ertragen. Einfacher zu vergessen, was machen schon ein paar Narben wenn sie mit der Zeit verblassen. Doch dir war das nicht genug. Du wusstest das ich ein Gewissen besitze. Das ich mit meinen Opfern leide. Ich kann nichts für das was ich bin! Aber im Gegensatz zu dir bringe ich nicht mit Absicht Leute um! Du hast mich kaputt gemacht. Wort wörtlich. Ich hoffe du bist stolz auf dich. Äußerlich bin ich wie jeder andere, doch innerlich…innerlich bin ich voller offenen Wunden und Narben, die vielleicht niemals heilen werden. Das ist der größte Schmerz den man jemanden zufügen kann. Das werde ich dir ersparen!“, sagte ich mit ruhiger Stimme, tränen liefen über meine Wangen und ich ignorierte sie einfach. Ich legte meine Hand auf seine Brust, bohrte immer langsamer in seine Haut umfing dann ganz vorsichtig sein Herz. Es schlug in meinen Händen, ich fühlte es…Meine Augen ertranken in dem gewohnten Schwarz. „Hades…verrotte in der Hölle“, flüsterte ich ihm zu und zog mit seinem festen Ruck sein Herz raus. Ich ließ ihn los und sein Körper fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Ich warf sein Herz weg und wischte mir, so gut es ging mit meiner Hand, die ein paar Bluttropfen weg.  Ich ging raus aus diesem Käfig und rannte die Treppen hinunter. Ich musste zu Ares!

 

Ares Sicht…

 

„Ladiva bleib du hier! Ich werde sie holen, du must nur die Wache abwähren“.

„Ist okaii. Ich werde innen den Schmerz verpassen den sie Endlin angetan haben“, sagte Ladiva kampbereit. Wir hielten uns an den Händen und stürmten rein.

„FÜR ENDLIN“, schrie Ladiva unter Tränen aber mit solch einer Wut dahinter das ich es nicht aushielt und mit ihr schrie. Sofort kamen uns ein paar Wachen gegenüber Ladiva schloss ihre Augen blieb stehen…

 

Ladiva´s Sicht…

 

Alles um mich herum….Nichts

Alles um mich…Nichts

Ich alleine in einem Raum. Tief ein…Tief aus atmen.

EINEN EINZIGEN GEDANKEN HABEN: SCHMERZ!

 

Ares Sicht…

Alle um sie herum schrien laut auf und fielen zu Boden. Sie krümmten sich, sie hielten sich den Kopf fest, flehten Ladiva an aufzuhören, doch sie blieb seelenruhig bei ihrem Gedanken und starrte auf einen bestimmten Punkt nur. Ihre Augen blieben dieselben, mit dem Unterschied das sie nun leuchteten. So klein, so zierlich aber stärker als alle Everdor-Jäger zusammen.

„Kommst du hier alleine klar?“, fragte ich sie. Sie nickte bloß. Ich rannte und hörte Ladiva noch rufen: „Bring mir meine Endlin wieder. Bring mir meine einzige Schwester wieder“.

Endlin´s Sicht

 

Ich rannte um eine Ecke und wurde dann unsanft zu Boden gerissen. Ich versuchte mich zu wehren aber mich packten zwei Everdor-Jäger und zogen mich nach hinten. „Du willst flüchten ist das dein ernst?“, fragte mich Lorang und lächelte mir zu. Er stand halb im Flur, halb in einem anderen Raum. Ich lächelte zurück, ließ zu das meine Augen sich in meiner Schwärte ertränkten und sah dem ersten Everdor-Jäger rechts von mir in die Augen.

„Schaff deinen Arsch und den deines Freundes, hier raus. Kommt nicht wieder!“, befahl ich ihm. Sie ließen mich beide los und ich war frei. Ich wollte nach vorne springen und ihm sein Genick brechen, doch er hielt mich davon ab.

„Na Na Na….“, sagte er und kam nun endlich in den Flur. Er hielt Lisa am Hals fest und in seiner anderen Hand…ein Messer! „STOPP NEIN“, schrie ich und wollte Lisa da raus holen, aus seinem Griff, doch er drückte ganz leicht das Messer an ihre Kehle und ich wisch zurück.

„Lorang. Das ist eine Sache zwischen dir und mir! Lass das kleine Mädchen laufen“.

„Sie mag dich aber und das passt mir nicht so recht….aber ich könnte es mir anders überlegen wenn du mit mir mitkommst und dich deiner Strafe unterlegst“, sagte er und grinste mich frech an. Ich schluckte.

„Ja…ja alles was du willst aber lass sie gehen“, sagte ich und wieder liefen mir Tränen über meine Wangen. Es würde nie einen Tag geben wo ich mal nicht heulen musste. So viel Leid, so viel Schmerz…wie hielt ich es bloß aus?!

„Endlin nein“, hörte ich Ares schreien. ARES! Ich drehte meinen Kopf ganz leicht zur Seite und sah ihn. Er war so wundervoll. Selbst jetzt mit seinem Verzweifelten, Sorgen ertränkten Blick. „Ich Liebe dich Ares. Aber das Leben von Lisa ist mir wichtiger als meines!“, sagte ich ihm und sah nur noch verschwommen, durch meine Tränen. Ich wischte sie mir weg. Es würde nie ein Ende haben…all das…niemals!

„Lorang lass sie gehen. Lass sie mich kurz in Arm nehmen. Dann komme ich mit dir. Ich gebe dir mein Wort“.

„Ich werde sie nicht töten. Ich gehe den Deal ein“, sagte er.

Er ließ sie los sie rannte zu mir und ich breitete meine Arme aus. Ihre kleinen Locken wehten hin und her. Ihre Tränen waren schon fast getrocknet und nun lächelte sie mich an. Ich umarmte sie fest und drückte sie an mich. Sie keuchte kurz auf und ihre Arme hangen nur noch schlaf über meinen Armen. Ich hob meine Hände und sah Blut.

„Nein…nein….NEIN“, schrie ich und schluchzte laut auf. Ein Messer steckte ihr hinten im Rücken und sie atmete nur noch sehr leicht. „DU HAST GESAGT DU TÖTEST SIE NICHT“, schrie ich ihn an.

„Ich nicht, aber er“, sagte er und zeigte auf einen Soldaten. Ich schloss aus Wut meine Augen stellte mir vor wie der Everdor-Jäger vor mir sich selbst sein Genickt brach, eine Sekunde später hörte ich das Geräusch und wusste das er tot war.

„Wie hast du das gemacht?“, zischte Lorang. Marcel kam von der Seite und sah auf den Blutverschmierten Körper seiner Schwester. Er sah Lorang an und ging auf ihn schreiend los.

„Alles wird gut kleines. Schließ nur nicht die Augen ja“, schluchzte ich und wippte sie hin und her. Ich hielt meine Tränen zurück doch es ging nicht. „Endlin?“, hustete sie heraus.

„Ja liebes. Schließ nicht die Augen ja. Tu mir das nicht an. Nicht schlafen. Bleib wach“, schluchzte ich immer wieder und flüsterte es ihr zu.

„Ich hab euch lieb…danke für alles. Du bisstt eeiineee….“ , sie hustete Blut und ich strich über ihren Kopf.

„Ich liebe dich. Wir lieben dich, aber bitte schlaf nicht, schließ nicht die Augen“, flüsterte ich mit zittriger Stimme.

„Duu bisstt eiinnee Heldiinn“, flüsterte sie und strich ganz leicht über meine Wange. Ihre Hand fiel langsam auf ihren zarten kleinen Körper und sie hörte auf zu Atmen, ihre Augen schlossen sich…sie…sie war Tod! „NEIN LISA. NICHT SCHLAFEN! LISA NICHT SCHLAFEN!“, schrie ich sie an aus verzweiflung und drückte sie an mich, legte sie auf den Boden, versuchte eine Herz massage zu machen, Mund zu Mund beatmung und alles was ich sonst noch machen konnte. Doch sie rührte sich nicht mehr.

„LISA bitte…“, flehte ich sie an. Doch sie war fort.

„NEIN NEIN NEIN NEIN BITTE NICHT LISA MACH DIE AUGEN AUF BITTTEEEE“, flehte ich sie an…doch es kam keine Reaktion mehr.

 

Kapitel 20.

Der Tod ist uns immer so nahe...wenn es die Gelegenheit sieht, ergreift er diese ohne wenn und aber. Das einzige was der Tod immer zurück lässt ist nichts weiteres als ein nicht zu endender Schmerz! Der sich tief in die Seele bohrt. Sie hätte so ein tolles Leben haben können, voller Wünsche. Voller Erwartungen und Hoffnungen. Doch all das wurde ihr einfach so entrissen. Tränen liefen über meine Wangen und genauer dieser Schmerz machte sich breit in meiner Seele. Sie gewann die Überhand. Ich nahm Lisa in meine Arme und rannte raus mit ihr. Ich musste sie doch irgendwie retten können! Ares und Marcel folgten mir. Marcel holte mich ein und entriss mir Lisa aus meinen Armen. „Endlin gib mir meine Schwester. Lass sie mich im Arm halten“, schluchzte er. Ich nickte nur leicht...war nicht in der Lage zu antworten. Langsam bekam ich das Gefühl umzufallen, als würden mich meine Beine nicht halten wollen. Es legten sich arme um mich und ich sah hoch zu Ares der mich stützte und ich mich völlig erschöpft an ihn lehnte. Er hob mich hoch in seine Arme und trug mich raus. Tränen verschwammen mir die Sicht und ich hatte keinen anderen Gedanken in meinem Kopf außer selbst zu sterben. Ich wollte zu ihr. Wenn ich sie schon nicht retten konnte, dann wollte ich bei ihr sein. Sie war doch noch so klein! Mein Kopf lehnte an Ares Brust, meine Tränen durchnässten sein T-Shirt, doch es war ihm egal. Zuhause angekommen schickte mich Ladiva ins Bad um mir Lisa´s Blut abzuwaschen. Marcel saß unten mit Ladiva zusammen im Wohnzimmer, wo er Lisa noch in Armen hielt. Ares trug mich die Treppen ins Bad hoch und fühlte die Badewanne mit warmen Wasser auf. Ich saß nur mit einem Bademantel bekleidet vor dem großen Fenster und sah dem Regen zu wie er stark gegen die Fensterscheibe schlug. Langsam stand ich auf öffnete die Verandertür und ließ den Regen auf mich fallen. Mir war kalt, doch es interessierte mich nicht. Ich wollte irgendetwas anderes fühlen als diese Leere in mir. Dieser Schmerz zerfraß mich lebendig. Ares rannte raus zu mir und wollte mich wieder rein holen, doch ich stieß ihn von mir. „NEIN...ich will endlich etwas anderes fühlen Ares! Ich will nicht leiden, nicht schon wieder. Jeder um mich herum stirbt! Einfach jeder. Für Lisa war ich eine Heldin...Als sie starb flüsterte sie mir das zu. Ares ich wurde geliebt von einem kleinen Kind und doch konnte ich sie nicht beschützen. Und doch starb sie. Sie starb in MEINEN armen“, schrie ich verzweifelt unter Tränen durch die Gegend. Meine Haare klebten in meinem Gesicht genauso wie mein Bademantel komplett durchnässt war. „Es war nicht deine Schuld Liebling“, flüsterte Ares mir zu und drückte mich fest an sich. „Doch es war meine Schuld..“, antwortete ich ihm und glitt langsam nach unten, weil mich meine Beine nicht mehr festhalten konnten. Er hob mich wieder hoch und sah mir tief in die Augen. „Endlin sieh mich an“. Ich blickte nach unten. „ENDLIN SIEH MICH AN!“, sagte er energisch und ich sah ihn an. „Du bist die Frau die ich liebe. Hades hat dich immer als Monster fühlen lassen...niemand hat gesehen wie wundervoll du wirklich bist. Selbst Lisa hat erkannt wie gutherzig du bist. Hör auf dich selbst kaputt zu machen! Das hast du zu oft....zu genüge getan. Steh auf, wisch dir die Tränen weg und geh raus als die starke Frau...der ich zum ersten Mal in die Augen geblickt habe. Lisa würde das wollen. Du bist ihre Heldin mein Engel. Enttäusche Lisa nicht. Sie wird immer in deinem Herz einen großen Platz haben und steht’s über dich wachen“. Ich schluchzte leise auf schlang meine Arme um Ares Hals und küsste ihn.

Kapitel 21.

 

Vorsichtig legte ich mich in die Wanne voll heißem Wasser und sah zu wie das Blut das noch an mir klebte…Lisa´s Blut einfach so verschwand, als hätte sie nie gelebt…nie existiert. Bloß eine vage Erinnerung  die durch die Winde weht. Nichts weiter als das. Ich schloss meine Augen und versuchte nicht zu weinen, doch es gelang mir nicht. Mein Brustkorb hebte sich als ich ein heftiges schluchzen zu unterdrücken versuchte.  Sie war noch so jung und jetzt war sie tot. Niemand würde mehr ihr lächeln zu Gesicht bekommen, diese wundervollen großen Augen die einem direkt in die Seele sahen. Ich werde es nie vergessen…nie vergessen wie sie in meinen Armen starb. Wie sie mich ansah, wie sie ihren letzten Atemzug tat und was sie zu mir sagte. Ihre letzten Worte an mich waren das ich eine Heldin bin, doch das war ich nicht. Egal was Ares sagte ich war niemand auf den man stolz sein konnte. Ich hatte sie nicht beschützen können. Ich war nicht da für sie. Sie starb in meinen Armen verdammt. Sie starb während ich lebte. Ihr Herz wurde langsamer, während meins schneller den je schlug, ihr Atem erstickte, während ich atmete. Es fühlte sich alles leer an. Ich konnte weinen so viel ich wollte, trotzdem würde diese Leere in mir bleiben. Doch meine Tränen waren nur da, weil ich keine Wörter mehr fand um mein Leid auszudrücken. Dieser Schmerz der nicht aufzuhören vermag, der mich leiden ließ. Doch ich war froh das er da war. Er erinnerte mich daran wie ich Lisa liebte. Er erinnerte mich an diese kurzen aber wundervollen Momente mit ihr. Ich kannte sie erst seit kurzem und schon betrachtete ich sie als meine kleine Schwester. In meinem Leben ging alles schief, alles ging den Bach hinunter. Ich fragte mich oft ob es sich wirklich noch zu leben lohnte. Wieso leben wenn alle um einen herum sterben? Wieso dann das Recht besitzen dieses scheiß, gottverdammte Leben weiter leben zu dürfen, während andere, die es mehr verdienten….nicht mehr durften?

Ich sank immer mehr runter bis mein ganzer Körper samt meinem Kopf vollständig Unterwasser waren. Ganz ruhig blieb ich und versuchte einfach an nichts weiter an das kleine süße lächeln von Lisa zu denken…an nichts weiter nur daran.

 

Ares Sicht

 

Ich klopfte an die Tür des Bads, doch Endlin antwortete mir nicht. Ladiva hatte für sie einen Beruhigungs Tee gemacht in denen sie ein paar Tropfen getan hatte. Die Tropfen hatte sie mal selber gemacht. Sie halfen einem schnell einzuschlafen und ich wusste wovon ich sprach. Die waren echt hart und wirkungsvoll, aber Endlin würde ich das nicht gegenüber erwähnen. Ich klopfte wieder, dieses mal etwas lauter, doch sie antwortete mir nicht. Ich öffnete die Tür ließ die Tasse aus meiner Hand fallen .

„Endlin“, schrie ich und hechtete zur Badewanne. Schnell griff ich nach Endlins Körper der unter alldem Schaum vergraben war. Ihre Füße waren das einzige das draußen war. Ich hob sie hoch und legte sie auf ein Handtuch. Ich schüttelte sie und kurz darauf öffnete sie die Augen und hustete. Ich presste sie an meinen zittrigen Körper. Mein Herz schlug so unglaublich schnell. Sie sagte nichts ich hörte bloß ihr leises schluchzen. Ihre Finger bohrten sich in meine Schultern, sie klammerte sie an mich und ich hüllte sie schnell in ein Handtuch.

„Tu mir das nicht an“, sagte ich unter Tränen. Ich hatte noch nie geweint. Das tat man als Everdor Jäger nicht. Doch ich konnte es nicht mehr aushalten. Ein Leben ohne sie. Ein Leben ohne Endlin, war für mich nichts lebenswert. Sie war alles und noch mehr für mich. Sie sagte nichts und ich spürte ihre Tränen die auf meine Schulter fielen.

„Leben ist schwer Ares…sterben ist friedlich und so einfach“, flüsterte sie mir zu und ich konnte nicht fassen was sie gesagt hatte. Sie war nicht bei Bewusstsein. So etwas durfte sie nicht sagen. Sie war so zerbrechlich…so mächtig, aber dennoch so leicht zerbrechlich wie eine Luftblase in einem Haus voller Scherben. Doch ich konnte ihren Gedanken verstehen. Sie hatte ihre Mutter umgebracht, ihr das Herz herausgerissen, sie starb in ihren Armen, auch wenn sie das nie gewollt hätte. Sie hat ihre Mutter geliebt und nun hatte sie angefangen liebe zu zulassen nachdem sie deshalb so verschlossen und in sich gekehrt war. Und nun nahm man ihr jemanden weg, den sie angefangen hat zu lieben. Und wieder starb diese Person in ihren Armen. Eigentlich verstand ich sie nicht. Ich meine niemand kennt den Schmerz jemanden zu verlieren oder dafür verantwortlich zu sein. Ich habe meine Eltern zwar verloren, aber da war ich so jung. Daran erinnerte ich mich nicht. Doch sie…sie wusste alles ganz genau. Ich konnte nichts weiteres machen als für sie da zu sein. Ihren Schmerz konnte ich leider nicht teilen, sonst würde ich allen Schmerz von ihr in mich hineinversetzen wollen.

„Tu mir das nicht an. Ich werde dir helfen, immer für dich da sein. Dich nie verlassen“, flüsterte ich ihr mit zittriger Stimme zu.

„Jeder verlässt mich. Ich bin ein Monstrum. Ich bin das Verderben. An deiner Stelle würde ich verschwinden, weit weit weg von mir gehen. Ich stürze dich in ein tiefes schwarzes Loch, aus dem du niemals raus kommen wirst Ares. Das will ich nicht. Wenn dir oder Ladiva etwas geschieht…ich kann damit nicht leben“, sie holte kurz Luft und ich spürte wie schnell ihr Herz schlug.

„Ich habe so viele Menschen verloren an denen mir etwas lag. Weißt du wie schwer es ist trotzdem jeden gottverdammten Morgen aufzustehen. Sich selbst zu sagen, sie gucken von oben auf dich herab, sie lieben dich also lebe dein leben. Doch ich will dieses Leben nicht mehr wenn es so weh tut. Wenn die Leere in mir größer wird, werde ich verrückt. Kennst du diese Qual?“, sie entfernte sich ein bisschen von mir und sah mich mit ihren verweinten, großen Augen fragend an. Ich konnte sie nicht anlügen also schüttelte ich leicht meinen Kopf.

„Es macht dich verrückt. Es treibt dich an den Rand des Wahnsinns. Ich…ich bin gerade nur so Schwach. Es kennzeichnet mich…meine Seele. Diese Narbe in mir drin, werde ich nun nicht mehr los“, sagte sie murmelnd.

Ich sagte nichts. Was hätte ich auch sagen sollen? Ich drückte sie nur fest an mich und ließ sie nicht los. Ich wusste das ich jetzt besser auf sie aufpassen müsste. Mehr denje brauchte sie mich jetzt.

 

Kapitel 22.

Endlin´s Sicht

 

Ich lehnte mich an die Sessellehne an und starrte raus aus dem Fenster. Es sind bereits 16 Tage vergangen in denen ich nicht lächelte, nicht viel ass und mit leerem Blick irgendwohin starrte. Es fühlte sich alles so leer an und ich erinnerte mich immer wieder dran wie es war, als meine Mutter nicht mehr da war. In genau diesem Zustand befand ich mich jetzt. Nicht einmal weinen konnte ich. Man könnte meinen alle meine Tränen wären aufgebraucht, doch das stimmte nicht. Ich hatte einfach nicht mehr die Kraft dazu. Nicht die Kraft um jeden Morgen aufzustehen, nicht die Kraft Abends einzuschlafen um dann nur von den Albträumen geweckt zu werden. Durch meine schreie….wurde auch Ares wach. Er nahm mich in den Arm und wiegte mich wieder in den Schlaf. Ich verstand nicht wie er es mit mir aushielt. Ladiva war rund um die Uhr bei mir. Sie zwang mich zu essen und raus zu gehen. Doch ich verspürte nicht den drang irgendetwas zu tun. Ich wollte einfach nur daliegen, nichts machen. Ich nippte an meinem Tee und stellte ihn dann wieder auf den kleinen Beistelltisch neben mir hin. Es klopfte an der Tür und ich reagierte nicht. In letzter Zeit überhörte ich alles. Ich nahm es zwar war, aber konnte nicht reagieren. „Endlin“, hörte ich eine zarte Stimme sagen die so voller trauer gefüllt war das es mir das Herz zerriss. Ich stand Ruckartig von meinem Sessel auf, drehte mich um und rannte auf Marcel zu. Ich nahm ihn fest in meine Arme und strich ihm über das Haar. Noch schlimmer als mir ging es Marcel. Er hatte seine Schwester verloren und nur ich konnte diesen Schmerz, diese Qualen in ihm verstehen. Ich wusste ganz genau wie es sich anfühlte.  „Es ist okaii“, flüsterte ich ihm zu und ich spürte seine warmen Tränen auf meinen Schultern.

„Sie war das einzige was mir geblieben ist Endlin. Du hattest von Anfang an Recht. Sie sind die Schlechten, niemals du“, er wollte weiter reden doch ich unterbrach ihn und legte meinen Finger auf seine Lippen.

„DU brauchst das jetzt nicht zu sagen…“, er ließ mich nicht Ausreden und küsste mich. Ich zuckte zusammen, wollte ich wegstoßen, doch konnte es nicht. Ich ließ es zu und entfernte mich dann von ihm.

„Es tut mir so leid Endlin…ich ich weiß nicht wieso ich das getan habe“, flüsterte er mir zu und ich sah ihn mit tränen gefühlten Augen an. „Du hättest das nicht tun dürfen Marcel“, sagte ich und umarmte ihn trotzdem. Er durfte jetzt nicht auch noch von mir verlassen werden.

„Tu es einfach nie wieder“, sagte ich zu ihm in der Hoffnung er würde nicken.

„Weil dein Herz jemand anderem gehört? Weil es Ares gehört, nicht wahr?“.

Ich ließ ihn los und setzte mich auf die Bettkante. „Wieso fragst du mich wenn du bereits die Antwort kennst?“, fragte ich ihn.

„Weil ich hoffe das du auch etwas für mich empfindest, weil ich hoffe das du mein Halt sein wirst“, er holt tief Luft und setzt sich auf den Sessel gegenüber von mir.

„Weil ich ein dummer, ignoranter, Trauer gefüllter junger Mann bin, der momentan anscheinend Zuneigung braucht und es von der falschen erhofft“.

Mir fehlten die Worte.

„Ich gehöre zu Ares, Marcel“, sagte ich zögernd um ihn nicht zu verletzen. „Ich weiß“, sagte er und seufzte.

„Wird sich daran auch nichts ändern Endlin?“, fragte er mich hoffnungsvoll.

„Daran wird sich nichts ändern“, sagte ich entschieden. Er nickte, stand auf und ging zur Tür. Ich hätte ihn gerne aufgehalten. Ihn nicht diesen Qualen selbst überlassen, doch wenn ich ihn aufhielt machte er sich unnötig Hoffnungen. Ich sah ihm hinterher, er öffnete die Tür, blieb stehen, sah mich an.

„Lebewohl kleine Endlin. Du bist etwas besonderes vergiss das niemals“, sagte er und lächelte mir kurz zu….dann verschwand er und schloss hinter sich die Tür. Ich griff nach einem Kiss und warf es aus Wut auf mich selbst gegen die Wand. Immer musste ich jeden verletzten oder verlieren. Es lag in meiner Natur…Zu nichts war ich gut. Zu NICHTS war ich GUT GENUG.

 

Ares Sicht

 

„Ladiva meinst du ich kann hoch zu ihr?“, fragte ich sie und sie nickte. „Na klar, du must jetzt für die da sein. Endlin ist zwar sehr mächtig, aber genauso gut zerbrechlich“, sagte sie und gab mir eine neue Tasse Tee für Endlin in die Hand. „Gib den ihr zu trinken. Sie muss Nachts wieder anfangen richtig zu schlafen. Ich höre ihre schreie Nachts auch. Es frisst mich innerlich auf das sie so leidet“, sagte Ladiva und ich wusste genau was sie meinte, so erging es mir auch.

 Endlin´s Sicht

 „Ares?“, er drehte sich zu mir um und sah mich fragend an. Wir lagen zusammen im Bett und versuchten einzuschlafen. Oder eher gesagt versuchte Ares mich dazu zu bringen den Tee zu trinken.

„Ich Liebe dich“, flüsterte ich ihm zu, er zuckte zusammen als hätte er es nicht erwartet und hob mit einem Finger mein Kinn hoch und küsste mich. Meine Arme schlangen sich um seinen Hals und endlich fühlte ich mich wieder sicher, so geborgen. Nichts und niemand konnte ihn ersetzen.

„Ich Liebe dich auch mein Engel“, flüsterte er mir zu und strich mir durch die Haare. „Das bezweifle ich nachdem was ich getan habe“, murmelte ich und war den Tränen nahe. Es fühlte sich so an als hätte ich ihn hintergangen. Ich hatte Marcel´s Kuss erwidert und wenn das Ares herausfinden würde….würde er mich dann immer noch so lieben? Würde er mir noch in die Augen sehen, geschweige den mir vertrauen können?

Meinungen (:

Bitte hinterlasst mir da wie ihr es bis jetzt findet (:
JA es sind viele Rechtschreib und Grammatik fehler drine, aber nur weil ich zu faul bin sie zu korrigieren bzw korrektur zu lesen. Also wenn einer Freiwillig das machen möchte soll sich bitte bei mir melden <3 (:

Impressum

Texte: Diese Geschichte ist allein meiner Fantasie entsprungen und daher bitte ich euch diese nicht zu klauen, da mein Herzblut in all meinen Geschichtensteckt.
Bildmaterialien: weheartit- aber von mir bearbeitet
Lektorat/Korrektorat: Korrigiert von der wundervolle Michi J.P
Tag der Veröffentlichung: 14.05.2013

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
An meine Mom

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