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Hamburg ist zu klein, um sich aus dem Weg zu gehen




Rafael sah sich in seiner Autowerkstatt um und rieb sich seine schmierigen Hände an einem Lappen ab. Eigentlich konnte er sehr zufrieden mit sich sein. Trotz seiner nur sechsundzwanzig Jahre hatte er sich schon ein richtiges Unternehmen aufgebaut. Seine Werkstatt hatte zwei Hebebühnen und bot Platz für mindestens zehn Wagen und seinen geliebten Oldtimer. Ein Chrysler Cabrio, den er mit viel Liebe restauriert hatte.
Rafael ging in sein Büro und wusch sich die Hände gründlich am Waschbecken. Dann warf er einen Blick in den Spiegel und stieß einen leisen Pfiff aus.
Mein Gott, er war wirklich ein hübscher Kerl. Mit seinen schwarzen Locken, den Schokoaugen mit den langen Wimpern und seiner bronzefarbenen Haut war er wirklich eine Augenweide. Aber zum Glück bildete er sich nichts auf sein Aussehen ein. Er nutzte es nur, um Männlein wie Weiblein in sein Bett zu kriegen. Aber das war doch okay, oder?
Rafael grinste seinem Spiegelbild zu und setzte sich dann an seinen Schreibtisch, um die Aufträge für den nächsten Tag durchzugehen. Seine Bürokraft, eine Studentin, hatte ihm den Stapel mit den frisch herein gekommenen Aufträgen auf den Tisch gelegt.
Rafael las die Zettel durch und blieb dann an dem letzten hängen. Adrian Schneider. Hm. Vielleicht war es DER Adrian Schneider. Aber das wäre wirklich Zufall. Hamburg war groß genug, mehr als einen Mann mit diesem Namen zu bieten. Aber wenn es nun Adrian war?
Rafael lehnte sich zurück und erlaubte sich eine kleine Reise in die Vergangenheit.

Es hatte geregnet und es war Sommer. In Hamburg absolut kein Widerspruch. Rafael und Adrian waren Freunde und das letzte Schuljahr hatte begonnen. Sie waren beide in der zehnten Klasse, süße sechzehn und hatten nur wenig Erfahrung mit dem anderen Geschlecht. Rafael hatte noch nicht einmal Interesse an den Mädchen. Er interessierte sich mehr für – Adrian.
Wenn er sich selbst befriedigte dachte er an Adrian und das tat er oft. Manchmal konnte er kaum laufen, weil er die ganze Nacht wie verrückt gewichst hatte. Tja, die Säfte wollten mit aller Macht hinaus.
Jedenfalls hatte es geregnet und die Luft war schwül und warm. Rafael hatte Adrian überredet, im Stadtpark baden zu gehen und kletterte mit ihm über den Zaun. Der Mond schien hell und versprach ein romantisches Bad im See.
Rafael schob den ängstlichen Adrian über die Wiese bis zum Rand des Schwimmbeckens.
„Mann, ich habe keinen Bock erwischt zu werden“, flüsterte Adrian.
Rafael grinste und riss sich die Klamotten vom Leib.
„Wer sollte uns heute Nacht erwischen?“ fragte er spöttisch.
Adrian zuckte mit seinen schmalen Schultern. Er war eher dünn, hatte blondes Haar und trug eine Brille mit dicken Gläsern, die er jetzt ablegte und dann aus seiner Kleidung stieg. Rafael sah ihm dabei zu und spürte, wie ihm das Blut aus dem Gehirn abfloss und Richtung Norden geisterte.
Oh Mann! Peinlich berührt sah er an sich herunter. Da half nur eins: mit einem beherzten Sprung rettete sich Rafael in das Schwimmbecken. Boah! Das war kalt. Er trat Wasser und sah zu Adrian hoch, der verschämt am Beckenrand stand.
„Komm. Es ist schön warm hier drin“, log Rafael ungeniert.
Adrian überlegte kurz und sprang dann einfach. Mit einem lauten Platsch landete er neben Rafael im Wasser und schrie erstickt auf.
„Das ist – eiskalt“, flüsterte er.
Rafael grinste und begann eine Bahn zu kraulen. Er pflügte durch das Wasser und empfand ein tiefes Wohlgefühl – neben der Kälte, selbstverständlich. Aber die ließ nach, je schneller er schwamm. Rafael drehte um und kraulte zu Adrian zurück, der immer noch bibbernd Wasser trat. Im Mondlicht sah Adrian echt süß aus, mit seinem blonden Haar und dem kurzsichtigen Blick. Rafael seufzte und schwang sich aus dem Wasser. Dann reichte er Adrian seine Hand, um ihm heraus zu helfen.
Adrian griff zu und ließ sich von Rafael aus dem Wasser ziehen. Der hatte schon beeindruckende Muskeln und sah sowieso total cool aus. Adrian kam vor Rafael zu stehen und zitterte erbärmlich. Natürlich hatten sie vergessen, Handtücher mitzunehmen. Ohne Nachzudenken legte Rafael seine Arme um Adrian und zog ihn an seinen warmen Körper. Er legte seine Wange auf Adrians Schulter und strich seinen Rücken auf und ab, um ihn zu wärmen. Das tat gut. Adrian kuschelte sich an Rafaels starken Körper und stellte das Denken ein. Sein Zittern ließ nach und machte einem neuen Gefühl Platz: Erregung.
Rafael konnte fühlen, wie Adrian sich langsam entspannte und im Gegenzug sein Penis sich langsam aufrichtete. Er stöhnte leise und fühlte auch seinen Schwanz wachsen.
Rafael streichelte Adrian nun zärtlich, ließ eine Hand in dessen Nacken gleiten und wühlte sich in das weiche Haar. Adrian stöhnte unterdrückt. Das nahm Rafael als Zeichen und hob den Kopf, sah in Adrians Gesicht. Der hatte die Augen geschlossen, die Lippen leicht geöffnet. Rafael konnte gar nicht anders, er beugte sich über seinen Freund und berührte mit seinen Lippen dessen Mund. Strich zart darüber und schob seine Zunge ein wenig dazwischen. Mhm. Adrian schmeckte süß und stöhnte immer noch.
Mutiger legte Rafael also seinen Mund fester auf die süßen Lippen und küsste Adrian. Erst zart, dann leidenschaftlicher. Er berührte Adrians Zunge mit seiner und rieb dabei seine Hüften gegen die seines Freundes, der sich ihm entgegenschob. Rafael stöhnte und griff zwischen ihre Leiber, umfasste Adrians Penis fest und begann ihn zu wichsen.
Mann, war das geil. Adrians Stöhnen wurde lauter, sein Mund antwortete hungrig auf Rafaels Kuss. Dann spürte Rafael auch schon etwas Feuchtes über seine Hand laufen, während sich Adrian keuchend in seinem Arm versteifte. Rafael hob den Kopf und sah in Adrians Gesicht. Das brachte ihn fast selbst zum Höhepunkt.
Erregt griff er nach Adrians Pobacken und presste ihn fest an sich. Dann rieb er sich an Adrians Bauch, bis auch er abspritzte. Er kam mit einem erstickten Aufschrei und klammerte sich an Adrian, legte seinen Kopf auf dessen Schulter und erzitterte unter dem Nachbeben. Oh Mann, das war ja viel schöner gewesen als seine Wichserei.
Rafael wartete, bis seine Beine ihn wieder sicher trugen. Dann löste er sich langsam von Adrian, der starr auf den Boden sah.
„Alles in Ordnung?“ fragte Rafael leise.
Adrian nickte nur. Dann wandte er sich ab und zog sich an. Rafael tat es ihm nach und überlegte, ob er irgendwas sagen sollte. Aber was?
„Ich – bin nicht schwul“, unterbrach schließlich Adrian die Stille.
Er setzte seine Brille auf und sah Rafael eindringlich an. Der nickte und verbiss sich ein Grinsen. Klar, das sagten sie alle. Aber er wollte Adrian als Freund nicht verlieren.
„Ist schon okay. Wir hatten halt beide Druck auf der Leitung.“
Adrian nickte. Schweigend verließen sie das Schwimmbad und verloren nie wieder ein Wort darüber.

Rafael kam in die Gegenwart zurück und sah an sich herunter. Der Gedanke an Adrian hatte ihn anschwellen lassen. Seufzend griff er nach einem Taschentuch und öffnete seine Hose. Mit Adrians Bild vor Augen erledigte er das Problem und sank dann schnaufend zurück. Oh Mann, er war ja so einsam.

Adrian Schneider stellte seinen Wagen vor der Werkstatt ab und betrachtete neugierig das Schild, das an der Tür hing. Rafael Müller. Der Name war in Hamburg bestimmt einmalig. Genauso wie sein ehemaliger Schulfreund, mit dem er mal Nachts im Stadtpark eine ziemlich aufregende Sache erlebt hatte. Damals hatte Rafael ihm einen runtergeholt und es hatte sich gut angefühlt, aber seit diesem Zwischenfall war Adrian nur noch mit Frauen zusammen gewesen.
Irgendwie hatte er den Vorfall ganz aus seinem Gedächtnis verdrängt, genauso wie er Rafael danach aus seinem Leben getilgt hatte. Nach dem Ende der zehnten Klasse hatten sich ihre Wege getrennt, und keiner von Beiden hatte den Versuch unternommen, ihre Freundschaft neu zu beleben.
Er stieß die Tür zur Werkstatt auf und ging auf das kleine Kabuff zu, das sich im hinteren Teil der Halle befand. Dabei fuhr er sich unbewusst durch seine Haare. Ob Rafael ihn erkennen würde? Damals war er schmächtig gewesen und hatte diese unsägliche Brille getragen. Davon war jetzt nichts mehr übrig. Adrian spielte Tennis und ging regelmäßig ins Fitnessstudio, was ihm Muskeln an den richtigen Stellen verschafft hatte. Und die Augen hatte er sich lasern lassen, so dass seine blauen Augen mit den dunklen Wimpern jetzt richtig gut zur Geltung kamen.
Alles in allem ergab das ein richtig – schnuckeliges Bild.

Wenn man das mal so sagen darf in Anbetracht dieses blonden Sahneschnittchens.

Rafael sah Adrian entgegen und staunte nicht schlecht. Es war DER Adrian. Aber er sah total – geil aus. Natürlich hatte er ihm schon damals gefallen, mit seinem schmächtigen Körper. Aber dieser Testosteronbubi hier war natürlich richtig scharf. Rafael schluckte und erhob sich von seinem Stuhl, als Adrian die Tür zum Kabuff öffnete.
„Adrian“, er ging seinem Freund entgegen und schlug ihm auf die Schulter.
Lieber hätte er ihn umarmt, aber das traute er sich dann doch nicht. Adrian lächelte und sah sich in dem Kabuff um.
„Schöne Werkstatt hast du.“
Rafael zog sich hinter seinen Schreibtisch zurück, das war sicherer. Er hatte so oft an Adrian gedacht, an ihren Ausflug in das Schwimmbad. Und bei seinem Anblick wurde er – hart. Und schwach. Verdammt!
„Ja, ich kann von meiner Arbeit leben. Und du? Was machst du so?“
Rafael stützte seine Ellbogen auf den Schreibtisch und sah Adrian interessiert an. Der zuckte mit den Schultern und lehnte sich lässig gegen die Wand.
„Ich arbeite in einer Bank. Das haben sich meine Eltern schon immer für mich gewünscht.“
Unglaublich. Rafaels Blick glitt wieder über Adrian und er seufzte, insgeheim.
„Sieht aber gar nicht danach aus.“
Adrian grinste und stieß sich von der Wand ab. Er ließ sich auf den Stuhl vor Rafaels Schreibtisch fallen und streckte seine langen Beine aus.
„Tja, Training und Tennis. Sollten wir noch mal zusammen schwimmen gehen wäre ich bestimmt schneller als du.”
Oh Mann! Rafael presste seine Beine zusammen und starrte zu Adrian hinüber. Er spielte tatsächlich auf diesen Abend an. Aber das war sicher nur ein Zufall.
„Äh, dein Wagen?“
Adrian nickte und beugte sich vor.
„Steht vor deiner Werkstatt. Sicher nur eine Kleinigkeit. Das Getriebe knackt und der Motor zieht nicht mehr richtig. Ich würde ihn gerne heute Abend wieder abholen.“
Rafael sah auf den Auftragszettel, der auf seinem Schreibtisch lag. Schnell machte er sich Notizen und hob dann wieder den Blick, um Adrian anzusehen. Er nickte.
„Das krieg ich hin.“
Mit einer geschmeidigen Bewegung erhob sich Adrian und klopfte zum Abschied auf Rafaels Schreibtisch.
„Danke, Alter. Dann bis heute Abend.“
Rafael starrte ihm nach, als er durch die Werkstatt davon ging. Herr im Himmel, er hatte einen Ständer allein von Adrians Anblick. Frustriert zog er sich auf seinen kleine Toilette zurück, um das Problem zu beseitigen.

Adrian erschien pünktlich um 18 Uhr, um seinen Wagen abzuholen. Rafaels Angestellte hatten bereits Feierabend gemacht, und so fand er ihn allein in seinem Kabuff.
„Hallo Rafe. Ist alles in Ordnung?“
Adrian plumpste wieder auf den Stuhl vor Rafaels Schreibtisch.
„Klar. Dein Auto ist wie neu.“
Rafael schob die Rechnung über den Tisch und beugte sich vor.
„Sag mal, hast du Lust gleich mit mir was trinken zu gehen? Um der alten Zeiten willen?“
Das war ein guter Vorschlag, den Adrian aber eigentlich Rafe hatte machen wollen. Er hatte da nämlich ein Anliegen. Ein sehr – pikantes Anliegen. Also nickte er erfreut. Dann sah er auf seine Rechnung und bekam große Augen.
„Das kann nicht dein Ernst sein. Das ist viel zu billig.“
Überrascht sah er zu Rafael, der ihm zugrinste.
„Ein Freundschaftsdienst. Schließlich waren wir mal beste Freunde.“
Adrian schluckte. Ja, das waren sie gewesen. Bis zu dem Abend im Schwimmbad. Danach hatte er sich mehr und mehr von Rafael zurückgezogen. Es hatte ihn zutiefst beunruhigt, wie sehr Rafael ihn erregt hatte. Eine Zeit lang hatte er sogar befürchtet, schwul zu sein, weil er nachts von Rafael träumte und dabei eine Erektion bekam. Aber nach einer Weile ließen die Träume nach und schließlich hatte er sich in ein Mädchen verliebt, zum Glück.
„Es tut mir leid wegen damals. Ich war einfach – verunsichert.“
Rafael lachte leise und winkte ab. Obwohl es ihn damals mehr getroffen hatte, als er zugeben wollte. Er war richtig verliebt in Adrian gewesen und hatte wochenlang Liebeskummer gehabt. Aber darüber war er jetzt hinweg.
„Schnee von vorgestern. Komm, lass uns irgendwo was trinken gehen, wo die Drinks billig und die Mädchen willig sind.“
Adrian gluckste leise und stand auf. Rafael hatte immer noch diesen schrägen Humor, den er so sehr geliebt hatte. Und er sah immer noch so schnuckelig aus mit seiner dunklen Haut und den schwarzen Locken. Äh. Hatte er das gerade gedacht? Adrian runzelte die Stirn und folgte Rafael aus der Werkstatt.
„Ich kenn da eine kleine Kneipe nicht weit von hier“, verkündete Rafael und schloss die Tür hinter sich ab.
Adrian nickte zustimmend und gemeinsam gingen sie die Strasse hinunter. Rafaels Werkstatt lag in Barmbek, einem aufstrebendem Stadtteil Hamburgs, in dem es von Kneipen und Restaurants nur so wimmelte. Kurz darauf hatte sie schon ihr Ziel erreicht und suchten sich einen Platz am Tresen. Männer saßen immer am Tresen, um Männergespräche zu führen und genau das hatte Adrian heute vor. Obwohl es ein etwas ungewöhnliches Männergespräch werden würde.
Sie bestellten sich Bier und sahen eine Weile schweigend in die Gegend. Noch so eine typische Männerangewohnheit. Frauen würden sofort anfangen zu schwatzen, aber Rafe und Adrian verstanden sich auch ohne Worte. Als der Barkeeper ihnen die Gläser mit dem Bier zugeschoben hatte räusperte sich Adrian.
„Wie geht’s dir so?“
„Gut.“
Rafe nahm einen tiefen Schluck aus seinem Glas.
„Und dir?“
„Auch gut.“
„Schön.“
„Ja.“
Adrian starrte in sein Glas und überlegte, wie er anfangen sollte.
„Bist du in einer Beziehung?“
Rafe hob die Augenbrauen.
„Nein. Und du?“
„Äh, ja.“
„Mann oder Frau.“
„Frau.“
Aha. Na dann. Rafael trank sein Bier aus. Die Nähe seines Freundes machte ihn durstig und so bestellte er ein neues Getränk für sich, obwohl Adrian sein Glas noch nicht einmal angerührt hatte.
„Und wie ist sie so?“
„Süß.“
„Aha.“
„Samantha ist sehr süß. Und eine totale Wildkatze im Bett.“
Oho. Rafael sah Adrian erstaunt an. Sassen sie hier, um über sein Sexualleben zu reden?
„Und Samantha probiert gerne alles aus. Ich meine – alles.“
Der Barkeeper schob das neue Bier über den Tresen und sah Adrian interessiert an. Offensichtlich hatte er das Gespräch mit angehört und wartete nun auf die Fortsetzung. Adrian wand sich unbehaglich und klopfte Rafael auf die Schulter.
„Können wir das Gespräch an einem Tisch fortsetzen?“
Amüsiert sah Rafael, wie sich Enttäuschung auf dem Gesicht des Barkeepers ausbreitete. Er folgte Adrian zu einem Tisch und setzte sich ihm gegenüber.
„Also, was willst du nun von mir?“
Tja, das war nicht so einfach. Adrian nahm einen Schluck aus seinem Glas und drehte es dann nervös zwischen seinen Händen. Verunsichert sah er auf und traf Rafaels Blick, der ihn neugierig musterte.
„Also“, sagte Adrian zögernd, „Ich wollte dich fragen, ob du Interesse an einem Dreier hättest. Mit mir und Samantha. Ich meine, sie würde gerne mal mit zwei Männern Sex haben. Und da habe ich an dich gedacht. Weil wir uns kennen und so.“
Rafael hätte am liebsten laut gelacht, als er Adrians verlegene Miene sah. Hilfe, sein Freund forderte ihn auf, Sex mit ihm und seiner Freundin zu haben. Und dabei dachte er doch schon die ganze Zeit an fast nichts anderes mehr. Heute war sein Glückstag.
Aber so leicht würde er es Adrian nicht machen. Also setzte Rafael eine entsetzte Miene auf.
„Ich – soll deine Freundin ficken? Vor deinen Augen?“
„Pst“, Adrian sah sich verlegen um.
„Oder machen wir rum und sie guckt zu?“
Rafael begann richtig Spaß an der Sache zu haben. Vor allem, weil Adrian rot anlief und beschämt in sein Glas sah.
„Ich glaube, das war eine schlechte Idee. Vergiss es einfach.“
Hm, Schade. Rafael gab das Spiel auf und griff nach Adrians Arm, drückte ihn beruhigend.
„Ist schon okay. Ich wollte dich bloß ein bisschen aufziehen. Klar mache ich mit.“
Adrian hob den Blick und sah Rafael erleichtert an. Niemals hätte er sich überwinden können, einen anderen Mann als ihn mit in sein Bett zu nehmen. Immerhin kannten sie sich schon so lange und hatten ja auch schon mal..
„Also, was hast du dir vorgestellt?“
Rafael winkte dem Barkeeper mit seinem leeren Glas zu und sah dann Adrian gespannt an.

Als Rafael an diesem Abend nach hause kam war er angenehm betrunken. Nachdem Adrian ihm auseinandergesetzt hatte, was Samantha sich vorstellte, hatte er noch mehr Durst bekommen. Die Vorstellung, bald wieder mit Adrian nackt zusammen zu sein, versetzte ihn in Hochstimmung.
In sein Bett gekuschelt ließ er noch einmal die Nacht im Schwimmbad vor seinem geistigen Auge erscheinen. Das bescherte ihm eine stattliche Erektion, die er mit festem Griff langsam wichste. Sehr langsam und sich dabei vorstellte, es wäre Adrians Hand. Rafael stöhnte leise und legte seine andere Hand zwischen seine Beine, umfasste seine Hoden. So brachte er sich quälend langsam zu einem echt befriedigenden Höhepunkt und schlief ermattet und selig ein.

Am nächsten Tag war Rafael nach Feierabend mit seinem Freund Luke zum Tennis verabredet. Also griff er nach seiner Sporttasche und schloss die Werkstatt ab, um zu dem verabredeten Treffpunkt zu fahren. Tennis war ja eher nicht sein Ding, aber es ging ja auch mehr darum Luke zu treffen, der sich seit einiger Zeit rar gemacht hatte.
Sein Freund hatte nämlich Liebeskummer, auch wenn er das niemals zugeben würde. Vor einigen Wochen hatten sie sich eine Frau geteilt und ein paar neckische Spielchen zusammen gemacht. Bis Luke die Sache ganz plötzlich beendet hatte und diese Ricarda für sich allein beansprucht hatte. Rafael hatte nichts dagegen, aber Ricarda war ganz schön stur. Obwohl er genau wusste, dass sie auch in Luke verliebt war, tat sie beharrlich so als wäre es nur Sex gewesen. Rafael seufzte. Versteh mal einer die Frauen.
Luke wartete schon ungeduldig vor dem Vereinsgebäude, als Rafael mit seinem Cabrio auf den Parkplatz einbog. Das herrliche Sommerwetter hatte ihn dazu verleitet, seinen Oldtimer aus der Garage zu holen und mit ihm auszureiten.
„He Rafe, die Karre ist ganz schön schwul.“
Grinsend trat Luke neben den Wagen und ließ den Blick darüber gleiten. Bisher hatte er Rafes ganzen Stolz nur in der Werkstatt gesehen, versteckt unter einer großen Plane. Jetzt, in der hellen Sommersonne, blinkte der Chrom und der schwarze Lack schimmerte mit Rafes Locken um die Wette. Versonnen strich Luke mit der Hand über die Kotflügel und pfiff leise durch die Zähne.
„Hübsches Ding.“
Rafael sprang strahlend aus dem Wagen und griff nach seiner Sporttasche.
„Ja. Genau wie ich.“
Luke lachte und umarmte seinen Freund. Dann legte er ihm einen Arm um die Schultern und sie gingen in das Vereinshaus. Während sie sich in der großen Herrenumkleidekabine umzogen, warf Rafael verstohlene Blicke auf Lukes Körper. Sie hatten eigentlich toll zusammen gepasst. Schneeweißchen und Rosenrot, wie Ricarda sie genannt hatte, als sie die Beiden das erste Mal zusammen gesehen hatte. Und Luke war so schön dominant gewesen. Rafael seufzte leise und schnürte sich seine Schuhe zu.
„Was von Ricarda gehört?“
Luke schüttelte den Kopf und schwieg verbissen. Oh Mann, da war Rafael ja zielsicher in ein Fettnäpfchen getreten. Also hielt er lieber den Mund und folgte Luke hinaus auf die Tennisplätze. Zwei von den drei Plätzen waren belegt. Rafael betrachtete interessiert eine Blondine, die in ihrem kurzen Röckchen wirklich sehr lecker aussah.
Oh ja, manchmal war Rafael auch dem weiblichen Geschlecht zugetan. Aber Männer waren ihm wirklich lieber. Er musterte die Blondine noch einmal von oben bis unten und warf dann einen kurzen Blick auf ihren Tennispartner. Das konnte ja wohl nicht wahr sein! Adrian stand auf der anderen Seite, dann war die Blonde ja wohl – Samantha?
Oh Mann! Rafael schluckte.
„He Rafe, wo bleibst du?“
Ungeduldig sah Luke sich nach ihm um und ertappte ihn dabei, das Pärchen vom Nebenplatz anzustarren. Himmel, sein Freund war definitiv untervögelt. Genervt drehte Luke um und kehrte zu Rafael zurück, der immer noch wie gebannt auf den Typen starrte.
„Was ist los?“
Rafael schüttelte den Kopf als müsste er in die Wirklichkeit zurückkehren. Dann sah er Luke mit einem verklärten Grinsen an.
„Das da sind meine neuen Sexualpartner.“
Bitte? Luke legte einen Arm um Rafes Schultern und überprüfte mit der Hand seine Temperatur, indem er seine Stirn fühlte. Warm aber nicht heiß. Ein Glück.
„Komm“, sagte er wie zu einem Schwachsinnigen, „du brauchst dringend Sex. Bitte reiß dir nachher irgendwo irgendjemanden auf und lass dich ordentlich durchvögeln. Tu dir den Gefallen. Du halluzinierst schon.“
Rafe grinste schwachsinnig und folgte Luke zu ihrem Platz.
Währenddessen hatte Adrian Mühe, sich auf das Spiel zu konzentrieren. Seit er Rafael hinter Samantha entdeckt hatte war er nervös und aufgeregt. Unerklärlicherweise schwitzten seine Handflächen und er vermasselte den dritten einfachen Ball in Folge.
„He, Baby“, rief Samantha genervt, „was ist los?“
Nichts, hätte Adrian gerne gerufen. Aber er hatte einen Frosch im Hals und hob die Hand, um eine Pause zu erbitten. Dann hustete er, bis die Amphibie sich verkrochen hatte.
„Ich brauche was zu trinken“, rief er Samantha zu.
Die nickte und lief zu ihm herüber. Adrian setzte die Wasserflasche an die Lippen und sah verstohlen auf den Nebenplatz. Dort hatten sich der Blonde und Rafe aufgestellt. Mein Gott, Rafe sah aber auch süß aus in seinen engen Tennishosen. Ups. Wo kam der Gedanke denn her? Adrian verschluckte sich und hustete gequält, Tränen traten ihm in die Augen.
„He-he, Baby. Trink langsam.”
Samantha klopfte Adrian kräftig auf den Rücken und sah dann auch neugierig auf den Nebenplatz. Unwillkürlich leckte sie sich über die Lippen, als sie Schneeweißchen und Rosenrot ansah.
„He, Adrian“, flüsterte sie ohne den Blick von den Traumtypen zu nehmen, „wäre ja zu schön, wenn wir einen von den Beiden in unser Bett bekämen.“
Adrian verschluckte sich erneut und keuchte mit hochrotem Kopf. Luke, der näher an ihm dran war, rannte erschrocken herbei und klopfte ihm kräftig auf den Rücken. Auch Rafael eilte heran und betrachtete seinen Freund besorgt. Adrian rang nach Atem und brach dann unvermittelt in irres Gelächter aus.
„Das“, prustete er und wischte sich über das Gesicht, „das ist Rafael. Von dem ich dir erzählt habe.“
Jetzt war es an Samantha zu erröten was sie auch prompt tat.
„Hallo Rafael“, murmelte sie.
Auf Rafaels Gesicht breitete sich ein verzücktes Lächeln aus. Luke brummte und war versucht, bei seinem Freund erneut die Temperatur zu prüfen. Der Kerl wirkte wie im Fieberwahn. Allerdings wusste Luke nicht, ob akuter Samenstau zu Fieber führte. Jedenfalls fühlte er sich ziemlich unwohl zwischen dem grinsenden Rafe, der erröteten Samantha und dem lachenden Adrian.
„Gibt es etwas, das ich wissen sollte?“ knurrte er.
„Ich sagte doch schon: das sind meine neuen Sexualpartner. Das ist Adrian und dies hier dann wohl Samantha.“
Rafael fand wie immer die richtigen Worte. Adrian verstummte, Samantha lief an wie eine Tomate und Luke schüttelte grinsend den Kopf.
„Das bringt die Sache dann ja auf den Punkt. Herzlichen Glückwunsch, Samantha, Adrian.“
„Äh“, machte Adrian.
„Danke“, murmelte Samantha.
„Gut“, resümierte Luke und hieb Adrian noch einmal auf den Rücken, nur zur Sicherheit. „Dann wäre das ja geklärt. Können wir jetzt spielen?“
Rafael nickte und lächelte seinen neuen Sexpartnern noch einmal zu, bevor er Luke auf ihren Platz folgte.
„Oh Mann“, meinte Samantha und starrte auf Rafaels knackigen Po.
Adrian wischte sich über die Stirn und nickte.
„Ja, da hast du Recht“, auch er starrte Rafael nach, „er ist eine echte Sahneschnitte.“
Adrians Gedanken wanderten wieder zu der Sommernacht im Schwimmbad. Bald würde er mit Rafael und Samantha in einem Bett liegen und er - freute sich fast darauf. Irgendwie schon komisch.
Samantha folgte Adrian zu den Umkleidekabinen und hing ihren eigenen Gedanken nach. Dieser Rafael war ja wirklich sehr süß, auch wenn ihr Luke fast besser gefallen hatte. Und sie hatte auch schon eine Idee, was sie als erstes mit Adrian und Rafael spielen wollte.

Am nächsten Tag erschien Adrian zum Feierabend erneut in Rafaels Werkstatt. Er wollte mit ihm besprechen, wann und wo sie sich für ein erstes Date mit Samantha treffen würden. Irgendwie machte ihn das Ganze immer noch verlegen. Schließlich ging es hier darum, dass sein bester Freund sehr wahrscheinlich Sex mit Samantha haben würde, seiner Freundin. Ganz schön abgefahren. Samantha war nach dem gestrigen Treffen auf dem Tennisplatz richtig aufgeregt gewesen und wollte so schnell wie möglich ihre Wünsche erfüllt haben.
Adrian seufzte leise.
Rafael hob den Blick von seinem Schreibtisch und sah Adrian durch die Werkstatt laufen. Bei diesem Anblick fing sein Herz an schneller zu schlagen. Verdammt! Und er hatte gedacht, er hätte seine Gefühle im Griff. Rafael atmete tief ein und erhob sich dann mit einem strahlenden Lächeln, um Adrian zu begrüßen.
„Ich möchte mit dir ein Treffen vereinbaren“, kam Adrian gleich zu Sache.
Rafael nickte und setzte sich wieder hin. Er wurde ganz aufgeregt bei dem Gedanken, Adrian bald nackt zu sehen. Himmel! Die Vorstellung machte ihn wirklich an.
„Passt es dir morgen Abend?“
Adrian plumpste auf den Stuhl vor dem Schreibtisch und sah Rafael fragend an. Der sah auf seinen Terminplan und nickte.
„Ja. Wann und wo?“
Darüber hatte Adrian auch lange mit Samantha beraten. Am liebsten hätte Samantha ein Hotelzimmer genommen. Aber das hatte Adrian nicht gefallen, da er nicht gesehen werden wollte, wenn er mit einem Mann und einer Frau in einem Hotelzimmer verschwand. Letzten Endes hatten sie sich auf Adrians Wohnung geeinigt.
„Um 20 Uhr bei mir. Ich wohne..“
„Ich weiß, wo du wohnst“, unterbrach ihn Rafael grinsend.
Adrian nickte. Klar. Rafael hatte ihm ja eine Rechnung geschrieben.
„Sag mal, wie geht es dir denn damit, dass ich deine Freundin vögeln werde?“
Tja. Genau darüber hatte Adrian auch lange nachgedacht. Eins war jedenfalls sicher: wenn Samantha seine große Liebe wäre, hätte er diesem Spiel niemals zugestimmt. Er mochte sie gern und hatte auch gern Sex mit ihr. Aber sie war eindeutig nicht die Frau seines Lebens.
„Ich weiß es noch nicht. Vielleicht werde ich mich mit dir prügeln, wenn du sie anfasst.“
Rafaels Grinsen wurde breiter.
„Kannst du das bitte vorher entscheiden. Ich liebe meine Visage und möchte nicht verunstaltet werden.“
Jetzt grinste auch Adrian.
„Okay. Ich werde noch mal in mich gehen.“
Und hoffentlich warteten da ein paar Antworten auf ihn. Vielleicht auch darauf, warum er so gern in Rafaels Nähe war oder ihm auf den Hintern starrte. Adrian stand auf und wandte sich zum Gehen.
„Bis morgen dann.“
Rafael sah Adrian nach und bewunderte erneut dessen Körper. Oh Mann. Seine Hose war schon wieder zu eng geworden. Vielleicht sollte er doch Lukes Rat beherzigen, und irgendwo irgendjemanden zum vögeln auftreiben.

Endlich Mittwoch




Der nächste Tag wollte gar nicht zu Ende gehen. Rafael wurde immer aufgeregter, je näher der Feierabend rückte. Als er endlich die Werkstatt schließen konnte zitterten seine Finger schon fast. Schnell fuhr er nach hause und machte sich schön für seine Verabredung. Eine Dusche und dann viel Creme, bis er überall gut duftete. Zu guter letzt schnippelte er noch seine Schambehaarung kurz. So. Zufrieden betrachtete Rafael sich im Spiegel und bewunderte sich selbst. Mann, er sah ja so was von gut aus.
Es war ein schöner Sommerabend, und so fuhr Rafael mit seinem Cabrio bei Adrian vor. Einen Augenblick lang blieb er noch sitzen und starrte das kleine Haus an, das Adrian gehörte. Mein Gott! Ein ganzes Haus. Und dazu auch noch in einer der besten Gegenden Hamburgs nahe der Alster. Rafael seufzte tief. Von so einem Haus träumte er auch. Morgens auf der Terrasse frühstücken, zusammen mit dem geliebten Mann. Ja, richtig gelesen. Rafael stellte sich seine Zukunft mit einem Mann vor. Und wenn es nach ihm ginge, mit einem ganz bestimmten Mann.
Adrian hatte bereits die Haustür geöffnet und sah Rafael mit einer Mischung aus Angst und Erregung entgegen. Samantha hatte ihn schon ein bisschen heiß gemacht, um sich die Zeit bis zu Rafaels Eintreffen zu vertreiben. Die Erregung half Adrian, die Peinlichkeit der Situation zu ertragen und Rafaels sexy Grinsen tat ein übriges.
„He Adrian. Geht’s dir gut?“
Adrian nickte. Er hatte plötzlich einen Kloß im Hals. Wortlos ließ er Rafael herein und führte ihn direkt in sein Schlafzimmer, wo sich Samantha schon in sündigen Dessous auf dem Bett räkelte.
„Hallöchen Rafe“, flötete Samantha.
Rafael bekam große Augen angesichts der halbnackten Samantha. Die langbeinige Blondine trug hellblaue Strapse mit passendem Slip und BH. Auf ihrer leicht gebräunten Haut sah die Wäsche umwerfend aus.
„Hallo Samantha“, murmelte Rafael und sah sich in dem Schlafzimmer um.
Es war – riesig. Außer dem großen Bett fanden auch noch zwei Sessel und natürlich ein überdimensionierter Plasmabildschirm Platz, ein Männerschlafzimmer halt. Unwillkürlich stellte Rafael sich vor, mit Adrian nach dem Liebesakt in diesem Bett zu liegen und sich einen Film anzusehen. Hm.
„Also, Männer“, sagte Samantha und erhob sich vom Bett, „dann lasst uns mal anfangen. Ich bin schon ganz feucht.“
Rafael nickte und warf Adrian einen Blick zu, der wie erstarrt mitten im Zimmer stand. Er seufzte und machte den Anfang, zog sich sein T-Shirt über den Kopf.
„Halt“, widersprach Samantha und wies auf einen Sessel, „du noch nicht. Adrian zieht sich aus und spielt meinen Liebhaber. Und du, Rafe, bist mein Ehemann und hast uns erwischt. Zur Strafe müssen wir miteinander alles tun, was du befiehlst.“
Rafael ließ sich gehorsam in den zugewiesenen Sessel plumpsen und sah dann gespannt zu, wie Adrian sich langsam auszog. Der schob seine Jeans von den schmalen Hüften und hüpfte dann unelegant auf einem Bein umher, um sich von den Hosenbeinen zu befreien. Rafael grinste, musste aber dann schlucken, als sein Blick auf Adrians knappen Slip fiel. Himmel! Adrian war aber auch wirklich gut gebaut. Sein Blick glitt über die jetzt entblößte breite Brust seines Freundes und in Rafaels Hose wurde es eng. Sehr eng.
Dann fiel der Slip und Rafael musste ein Stöhnen unterdrücken. Mein lieber Schwan! Adrian war der schönste Mann auf der Welt. Er hatte kaum noch Ähnlichkeit mit dem schmächtigen Jungen, den Rafael nachts im Schwimmbad in seinen Armen gehalten hatte. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte Adrian geküsst und dann vernascht. Mühsam konzentrierte sich Rafael auf seine Rolle, die Adriana ihm zugedacht hatte. Er würde schon noch zum Zuge kommen. Später.
„So-so. Ihr treibt es also hinter meinem Rücken miteinander“, begann Rafael und erhob sich drohend.
Adrian zuckte tatsächlich zusammen. Rafael grinste und baute sich vor ihm auf.
„Dann werdet ihr es jetzt mal vor meinen Augen so richtig treiben. Los, treulose Gattin. Blas dem Kerl einen.“
Samantha schüttelte den Kopf. Ihre Augen blitzten vor Vergnügen.
„Auf keinen Fall. Du kannst mich nicht zwingen.“
Rafael lachte leise. Dann griff er plötzlich nach Samanthas langen Haaren und zog sie vom Bett hoch.
„Ich kann. Los, knie dich hin.“
Samantha blieb stehen, wurde aber von Rafael auf die Knie gedrückt. Er hielt sie mit einer Hand unten, mit der anderen griff er nach Adrians Arm. Die Berührung mit der Haut seines Freundes sandte ein Kribbeln durch seinen Körper. Rafael wäre fast zurückgezuckt. Aber er war Rollenspielprofi und konzentrierte sich.
„Nun schieb ihr deinen Schwanz in den Mund“, herrschte er Adrian an.
Der sah erstaunt an sich herunter. Die demütigende Handlung hatte ihn scharf gemacht, sein Glied stand senkrecht und pochend bereit. Der Gedanke, seinen Penis in den Mund der widerstrebenden Samantha zu schieben, machte ihn noch mehr an. Adrian packte seine Härte und hielt sie Samantha entgegen.
„Nun mach schon“, zischte Rafael und schubste Samantha vor.
Die öffnete den Mund und nahm Adrians steifen Penis auf, lutschte über die ganze Länge, soweit es ging. Adrian stöhnte leise, bewegte seine Hüften Samanthas Mund entgegen. Rafael starrte auf das Geschehen und öffnete seine Hose, sonst wäre die geplatzt. Seine Hand umfasste wie von selbst seinen Penis und pumpte langsam. Er leckte sich über die Lippen. Mein Gott. Er wünschte, er könnte mit Samantha tauschen. Sein Blick verharrte auf Adrians Penis, der sich feucht aus Samanthas Mund zurückzog, um dann gleich wieder zwischen ihren Lippen zu verschwinden. Oh Mann. Rafael schluckte.
„Und jetzt“, Rafael griff wieder nach Samanthas Haar und zog sie von Adrian weg, „jetzt leckst du meiner Frau schön die Pussy, bis sie richtig geil ist.“
Er zog Samantha hoch und schubste sie aufs Bett. Sie kam mit weit gespreizten Beinen zu liegen, räkelte sich erwartungsvoll. Adrian zögerte, wurde von Rafael aber unsanft auf die Knie geschubst, so dass sein Gesicht direkt vor Samanthas nasser Möse war. Wieder reckte sich sein Penis, ein Tropfen quoll hervor.
„Los“, Rafael drückte Adrians Kopf nach vorn, bis dessen Mund auf dem nassen Fleisch lag.
Gierig begann Adrian zu lecken, schob seine Zunge in die nasse Spalte, verwöhnte die straffe Perle darüber mit festen Strichen. Ein Stöhnen kam von Samantha, die sich Adrians Mund entgegenpresste.
„Genug“, sagte Rafael und schubste Adrian weg, „jetzt siehst du zu, wie ich meine Frau durchvögel. Und du holst dir dabei schön langsam einen runter. Setz dich aufs Bett.“
Adrian gehorchte.
Sein Blick war glasig und seine Hand schloss sich um seine Erektion. Abwartend sah er zu Rafael auf. Der zwang Samantha hoch bis sie vor ihm stand, fummelte ein Kondom aus seiner Jeans. Dann war auch Rafael nackt und drückte Samanthas Oberkörper nach vorn, streifte das Kondom über seinen harten Penis und schob ihr den Slip von den Hüften. Mit einem Stoss drang er in sie ein. Samantha stöhnte laut auf.
Adrian schluckte und pumpte langsam in seine Hand. Er starrte auf Rafaels Penis, der sich mit harten Stößen in Samanthas rosa Fleisch trieb. Der Anblick machte ihn wahnsinnig – vor Lust. Sein Blick glitt über Rafaels Brust und fand schließlich seine Augen, die wie gebannt zu ihm sahen. Adrian stöhnte leise. Seine Hand wurde schneller, während er in Rafaels Augen versank. Es war irre. Obwohl sein Freund gerade Samantha vögelte hatten eigentlich sie beide hier Sex miteinander, mit ihren Blicken.
Adrian fühlte, wie der Saft in ihm hochstieg. Er blinzelte und auch Rafael setzte zum Endspurt an, trieb seinen Schwanz wie eine Dampframme in die laut stöhnende Samantha. Dann kam Adrian mit einem fast gequält klingenden Stöhnen, sein Sperma auf seinen Bauch spritzend. Samantha folgte mit einem lauten Aufschrei und zog Rafael mit, der mit einem Knurren und den Blick fest auf Adrian gerichtet in ihr explodierte.
Lautes Schnaufen.
Dann plumpste Samantha aufs Bett und rang nach Atem, während Rafael das Kondom abzog. Mann. Das war echt gut gewesen.
Rafael hätte zwar lieber in Adrian gesteckt, aber der Blickkontakt war auch total aufregend gewesen. Er warf seinem Freund einen Blick zu, aber der hielt den Kopf gesenkt und rieb mit einem Taschentuch an sich herum. Mist. Offensichtlich war Adrian die Sache peinlich. Rafael setzte sich neben ihn auf das Bett.
„Alles in Ordnung? Oder bekomme ich jetzt einen Kinnhaken?“
Adrian gluckste leise und schien sich zu entspannen.
„Nein. Ich will doch deine hübsche Visage nicht verunstalten.“
Hm. Adrian fand ihn also hübsch. Rafael grinste.
„Was redet Ihr da über Kinnhaken?“
Samantha hatte sich aufgesetzt und sah verwirrt von einem zum anderen.
„War nur so ein Wortspiel“, meinte Adrian lahm.
Er stand auf und griff nach seinen Sachen. Mit dem Rücken zu Rafael zog er sich schnell an. Währenddessen stand auch Samantha auf und zog sich einen Morgenmantel über. Rafael blieb unbeeindruckt sitzen und kratzte sich an seinen Eiern. Also, wenn es nach ihm gegangen wäre hätten sie noch..
„Willst du ein Bier“, fragte Adrian, der sich schon an der Tür befand.
Seufzend erhob sich nun auch Rafael und griff nach seiner Kleidung. Er nickte Adrian zu und zog sich dann langsam an. Irgendwie hatte er ja schon an eine kleine Orgie gedacht, als Adrian ihm die Wünsche seiner Freundin gebeichtet hatte. Aber das konnte ja noch werden. Rafael verließ das Schlafzimmer und fand Adrian auf der Terrasse vor. Die Sonne ging gerade unter und schimmerte in den Wipfeln der Bäume, die das Grundstück von Adrian umschlossen.
Rafael griff nach der Flasche Bier, die Adrian ihm hinhielt und sah sich um. Ja, das konnte er sich so gut vorstellen. Mit seinem Liebsten abends auf der Terrasse sitzen, der Sonne beim untergehen zusehen und ein Bier trinken. Dabei noch ein wenig quatschen und dann ins Bett – zum Liebe machen. Rafael seufzte leise.
„Ich geh dann mal“, sagte Samantha.
Sie kam auch auf die Terrasse und umarmte Adrian zärtlich, gab ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen. Dann winkte sie Rafael zu und verschwand um die Hausecke.
„Süß“, meinte Rafael.
Adrian nickte.
„Ja.“
„Wirst du sie heiraten?“
Adrian seufzte leise. Er sah zu Rafael und zuckte mit den Schultern.
„Adrian?“
Rafael stellte seine Bierflasche auf den Gartentisch und trat zu seinem Freund. Sanft legte er ihm einen Arm um die Schultern.
„Es muss dir nicht peinlich sein. Ich meine, dass ich dich nackt sehe.“
Adrian zuckte leicht zusammen.
„Das ist mir nicht peinlich.“
Rafael konnte Adrians Duft riechen. Er musste wieder an die Nacht im Schwimmbad denken und seine Hose wurde eng. Unwillkürlich legte er seine Wange auf Adrians Schulter. Er sehnte sich nach Zärtlichkeit, es war schon so lange her. In letzter Zeit hatte er gar keine sexuellen Kontakte mehr gehabt, wenn er von den Spielchen mit Luke und Ricarda mal absah. Aber da war es nur um Sex gegangen und es hatte auch Spaß gemacht. Aber sein Bedürfnis nach Streicheleinheiten war schon viel zu lange unerfüllt.
Irgendwie schien Adrian Rafaels Sehnsucht zu spüren. Jedenfalls drückte er ihn fester und klopfte ihm auf die Schulter.
„Wann hattest du denn das letzte mal eine Beziehung?“ fragte er leise.
Rafael überlegte.
„Ich kann mich nicht erinnern“, gab er zu.
Eine Weile blieben sie so stehen, Adrians Arm lag immer noch um Rafaels Schultern. Dann löste sich Rafael widerstrebend.
„Ich muss los. Bleibt es bei nächster Woche?“
Adrian nickte und sah Rafael hinterher, als der um die Hausecke bog.

Die Woche zog sich wie Kaugummi. Manchmal überlegte Rafael, ob er sich nicht einfach mit Adrian auf ein Bier verabreden sollte. Aber er ließ es dann doch jedes Mal sein. Als er sich mit Luke zu ihrem wöchentlichen Tennismatch traf rechnete er fest damit, dass Adrian und Samantha auch da sein würden.
Aber der Platz war leer. Fast enttäuscht hieb Rafe auf den Ball ein, bis Luke frustriert seinen Schläger sinken ließ.
„He, Kumpel. Das hier ist kein Kampf“, rief er Rafael zu.
Rafael riss sich zusammen und konzentrierte sich auf das Spiel. Als er mit Luke dann schweißnass in die Umkleidekabine zurück ging musterte der ihn interessiert.
„Und? Wie ist es gelaufen mit den Beiden?“
Rafael zuckte mit den Schultern, während er sich sein T-Shirt über den Kopf zog.
„Heiß. Wir haben ein geiles Rollenspielchen gemacht.“
„Aha. Erzähl mal.“
Luke sah immer noch so niedergeschlagen aus, weil er nichts von seiner großen Liebe Ricarda gehört hatte, dass Rafael ihm einfach haarklein von dem Date berichten musste. Am Ende wirkte Luke tatsächlich aufgeheitert.
„Du hast Adrian wichsen lassen und dabei seine Freundin gevögelt? Wie heiß ist das denn?“
„Heiß“, grinste Rafael und machte sich auf den Weg unter die Dusche.
Er stellte das Wasser an und zuckte zusammen, als ein eiskalter Strahl ihn traf. Aber nach dem ersten Schreck war es göttlich, die Abkühlung zu spüren.
„Und Adrian?“ Luke hatte sich neben Rafe unter eine Dusche gestellt und sah seinen Freund neugierig an. „Wie fand der das?“
Ja, wie fand Adrian das? Rafael hatte keine Ahnung, aber den Verdacht, dass Adrian nur wegen Samantha mitspielte. Das war natürlich auch irre, hatte Adrian ihm doch erzählt, dass er Samantha nicht als seine Lebenspartnerin betrachtete. Aber es lag Rafe nun wirklich fern, sich in Adrians Gefühlsleben einzumischen. Zumindest dann, wenn es eine Frau betraf.
„Ich habe keine Ahnung.“
Luke brummte und seifte sich ein. Heimlich linste Rafael hinüber und bewunderte den makellosen Körper seines Freundes. Es hatte wirklich Spaß gemacht, mit Luke Sex zu haben. Und auch die Spiele mit Luke und Ricarda waren – anregend gewesen. Rafael seufzte leise.
„Und wie läuft es bei dir?“
Luke warf Rafe einen gequälten Blick zu, das reichte als Antwort. Schweigend trockneten sie sich ab und gingen gemeinsam in die Umkleidekabine zurück. Rafael legte einen Arm um Lukes Schultern.
„Das wird schon.“

Mittwoch - endlich




Mittwoch. Aufgeregt schloss Rafael seine Werkstatt ab und rannte fast zu seinem Wagen. Der Gedanke an ein Wiedersehen mit Adrian beflügelte ihn. Duschen, rasieren, cremen und parfümieren. Schon war Rafael bereit und sah auf seine Uhr. Verdammt. Zu früh. Ruhelos tigerte er in seiner Wohnung auf und ab, sah immer wieder auf die Uhr. Schließlich hielt er es nicht mehr aus.
Selbst nach einigen Umwegen parkte Rafael immer noch zu früh vor Adrians Haus. Mit klopfendem Herz blieb er sitzen und starrte auf die Haustür. Dann stieg er aus und ging mit wackeligen Knien auf das Haus zu. Adrian öffnete nach dem zweiten Klingeln und sah Rafael erstaunt an.
„Du bist früh.“
„Tut mir leid“, murmelte Rafael und atmete tief durch.
Adrians Anblick trieb seinen Puls in die Höhe, machten aus seinen Knien Wackelpudding. Schweigend drehte sich Adrian um und ging voraus in sein Wohnzimmer. Genauso schweigend öffnete er ein Bier und reichte es Rafael, der ihm gefolgt war.
„Samantha bereitet sich noch vor.“
Aha. Rafael nahm einen tiefen Schluck aus seiner Flasche und sah in den Garten. Die Sonne küsste gerade die Baumwipfel und verlieh allem einen goldenen Glanz. Wie gerne würde er jetzt noch ein bisschen mit Adrian quatschen, vielleicht noch ein Bier trinken, und dann..
„Ich bin soweit“, ertönte Samanthas Stimme aus dem Schlafzimmer.
Mit einem leisen Seufzer stellte Adrian sein Bier auf den Wohnzimmertisch, warf Rafael einen fragenden Blick zu. Der nickte. Gemeinsam gingen sie in das Schlafzimmer. Samantha lag nackt auf dem Bett. Sie hatte sich eine Kette mit Münzen um die schmale Taille geschlungen, auch an ihren Hand- und Fußgelenken baumelten solche Ketten. Auf ihrem Kopf trug sie einen Schleier, wie eine orientalische Prinzessin. Sie sah wunderschön aus und lächelte den beiden Männern zu, die nun das Schlafzimmer betraten.
„Hallo, meine Sklaven. Zieht euch aus und verwöhnt mich.“
Ohne Umschweife kam Rafael dem Befehl nach, während sich Adrian eher zögerlich entkleidete. Dann standen sie nackt vor der Prinzessin, die sie musterte und sich die Lippen leckte.
„Du“, sie zeigte auf Rafael, „du leckst mich. Aber gründlich.“
Gehorsam ging der zum Bett und kniete sich zwischen Samanthas Schenkel. Die hatte inzwischen ihre Aufmerksamkeit auf Adrian gerichtet.
„Und du leckst mir meine Brüste.“
Auch Adrian gehorchte und kniete sich neben Samantha. Er warf einen Blick auf Rafe, der bereits Samanthas Becken angehoben hatte und seine Zunge in ihr versenkte. Adrian traf Rafaels Blick und erschauerte. Schnell beugte er sich vor und umfasste Samanthas Brüste, ließ seine Zunge über die erregt aufgerichteten Nippel gleiten. Dabei tastete sein Blick unwillkürlich wieder zu Rafael, der auch ihn weiterhin ansah, die Zunge in Samantha versenkt. Der Frauenkörper unter ihren Mündern wand sich, Samantha stöhnte und bäumte sich auch. Beharrlich machten ihre Sklaven weiter, wie ihnen befohlen worden war.
„Jetzt überwältigt ihr mich und treibt es mit mir, wie es euch in den Sinn kommt.“
Samantha hatte nur geflüstert, aber die Sklaven hatten verstanden und probten den Aufstand.
„Ich will sie ficken“, flüsterte Adrian angespannt.
Rafael hatte sich bereits aufgerichtet und hielt Samanthas Schenkel fest, während er sie auf dem Bett umdrehte.
„Ich nehme ihren Mund.“
Während sich Adrian auf Rafe zu bewegte, hielt der die wenig überzeugend zappelnde Samantha fest.
„Hier, ihr Loch gehört dir“, murmelte Rafe, als Adrian neben ihm kniete.
Erst dann ließ er los und stieg vom Bett. Während Adrian Samantha auf ihre Knie zog und seinen Schwanz in sie drängte, rieb sich Rafael über seine Erektion. Das Ding wollte nicht so recht hart werden, aber ein Blick auf Adrian half. Rafael krabbelte auf das Bett und kniete vor Samantha, packte sein inzwischen wieder angeschwollenes Glied und schob ihr seine Eichel zwischen die Lippen. Dann hob er den Blick und sah Adrian an.
Der erwiderte den Blick und lächelte verzerrt, während er Samantha mit tiefen Stößen nach vorn trieb, Rafaels Penis entgegen.
„Nimm ihn tiefer in den Mund“, befahl Rafe grob, schob seinen Penis weiter in Samanthas Mund, die erstickt stöhnte.
„Ja, so ist es besser“, murmelte Rafael, die Hand fest um sein Glied gelegt.
Er wusste nicht, ob Samantha ihn schlucken wollte, fühlte er den Saft doch schon hochsteigen. Ein erneuter Blick zu Adrian ließ ihn aufstöhnen. Abrupt zog er seinen Schwanz aus Samanthas Mund, hielt ihn fest gegen seinen Bauch gepresst, während weiter hinten Adrian zum Finale kam. Mit harten Stößen trieb er Samantha das Bett hoch, die befreit von Rafaels Penis laut stöhnte und offensichtlich zum Höhepunkt kam.
Als nächstes versteifte sich Adrian hinter ihr und verzog sein Gesicht vor Wonne. Lautes Schnaufen, vermischt mit den leisen, helleren Lauten von Samantha erfüllte den Raum. Die sank bäuchlings auf das Laken.
„Wow, das war geil.“
Rafael konnte seine Augen nicht von Adrian lassen, der erschöpft am Bettende kniete. Rafes Schwanz war immer noch hart und am liebsten hätte er sich auf Adrians Anblick selbst zum Höhepunkt gebracht. Aber das schien irgendwie nicht richtig, entschied er mit einem kurzen Blick auf Samantha. Statt dessen packte er sie und zog sie hoch.
„Ich will auch noch in dein Loch spritzen“, knurrte er.
Rafael rückte sich Samantha auf der Bettkante zurecht, bis sie ihm kniend ihre nasse Möse präsentierte. Schnell rollte er ein Kondom über seinen harten Penis, dann rammte er sich mit einem festen Stoss in Samantha. Sein Blick glitt zu Adrian, der die Szene mit großen Augen verfolgte. Rafael lächelte ihm verzerrt zu, trieb sich tief und schnell in Samanthas Enge, während er Adrians Augen fixierte. Ein erregender Schauder lief ihm über den Rücken, als Adrian seinem Blick stand hielt, dabei seine neu erwachende Härte packte.
Rafael fühlte seinen Saft steigen, während seine Augen zwischen Adrians Ständer und seinem Gesicht hin und her glitten. Von Samantha kam ein lautes Stöhnen, das Rafael anspornte es ihr noch härter zu geben. Seine Hüften bewegten sich mit der Geschwindigkeit einer Dampframme, seine Hoden zogen sich zusammen.
Mit wenigen, kräftigen Längen kam Rafael zum Finale, spritzte mit einem lauten Stöhnen seinen Saft in das Kondom, den Blick weiterhin auf Adrian gerichtet. Der rieb sich nun fester, holte seine Sahne mit einem erstaunten Keuchen erneut aus sich heraus. Adrians Blick glitt nach unten, er starrte ungläubig auf seinen Penis, dem er mit seiner Faust noch einige Tropfen entlockte.
Rafael besann sich auf die Frau vor ihm. Pflichtschuldig legte er seine Hand auf Samanthas Klitoris, rieb sie fest zwischen seinen Fingern, bis auch Samantha mit einem lauten Stöhnen nach vorn sackte. Schnell zog Rafael seine Hand zurück, griff nach dem Kondom, das abzurutschen drohte. Während er das Ding abzog und verknotete fühlte er eine tiefe Sehnsucht nach Zärtlichkeit, danach, Adrian in seine Arme zu nehmen und ein wenig zu kuscheln.
Aber der war bereits aufgestanden und dabei sich anzuziehen. Rafael erhaschte noch einen kurzen Blick auf Adrians Knackarsch, dann war er seinen Blicken entzogen. Mit einem Seufzer sammelte auch Rafael seine Sachen vom Boden und zog sich langsam an. Während nun auch Bewegung in Samantha kam, ging er wieder in Adrians Wohnzimmer und griff nach seinem Bier. Rafael trank die Flasche leer und sah aus dem Fenster.
Die Sonne war nun ganz untergegangen, er konnte nur noch sein eigenes Spiegelbild in der blanken Scheibe sehen. Was tat er nur hier? Rafael betrachtete sich selbst und überlegte, ob er die ganze Sache nicht beenden sollte. Er war scharf auf Adrian, aber die wenigen Momente, in denen er seinen Freund nackt sah oder ihm näher kam, waren zu kurz. Viel zu kurz.
Die Fensterscheibe reflektierte nun Adrians Bild, der hinter Rafael trat und auch nach seinem halbleeren Bier griff.
„Alles in Ordnung mit dir?“
Adrian warf Rafael einen kurzen Blick zu, während er seine Flasche austrank.
„Ja, alles okay.“
Samantha betrat in diesem Augenblick das Wohnzimmer, nur in einen Bademantel gehüllt. Sie legte einen Arm um Adrians Taille und sah Rafael auffordernd an.
„Adrian, Liebling. Wir wollten doch noch gemeinsam einen Film ansehen.“
Aha. Rafael verstand und nickte den Beiden zu. Schweigend verließ er das Haus und setzte sich in sein Cabrio, dass er bei dem schönen Sommerwetter aus der Garage geholt hatte. Normalerweise erfasste ihn ein tiefes Gefühl der Ruhe und Befriedigung, wenn er in seinem Lieblingswagen saß.
Heute war das anders. Er fühlte sich unruhig und unbefriedigt – aber auch einsam. Rafael ließ den Motor an und rollte langsam von Adrians Auffahrt. Ziellos fuhr er durch das nächtliche Hamburg, bis das sanfte Blubbern des Motors ihn ein wenig besänftigt hatte. Erst dann brachte er das Cabrio zurück in die Werkstatt, deckte es fast zärtlich mit einer Plane zu.

Nach einer unruhigen Nacht erreichte Rafael seine Werkstatt schon früh am Morgen. Ungeduldig befüllte er die Kaffeemaschine und setzte sich hinter seinen Schreibtisch. Über Auftragsmangel konnte er nicht klagen, vor ihm lag ein dicker Stapel an Papieren. Lustlos blätterte durch die Auftragszettel, während seine Gedanken wieder zu dem gestrigen Abend wanderten.
Nach der Rückkehr in seine Wohnung hatte er sich erst mal selbst erleichtert. Aber es hatte nur ein schales Gefühl hinterlassen. Ihm fehlte – Zärtlichkeit. Ein Mann, der mit ihm kuschelte, redete. Mit dem er sich im Bett wälzen oder vor dem Fernseher hängen konnte. Sport machen, verreisen. Verdammt.
Rafael strich sich eine wirren Locken aus der Stirn und sprang auf, goss sich einen Becher Kaffee ein. Sein Blick glitt zum Fenster, dessen Scheiben so dreckig waren, dass das Sonnenlicht nur schwer hindurch kam. Plötzlich kam ihm sein ganzes Leben so schäbig vor wie dieses Fenster. Er arbeitete, aß und schlaf. Das war im Moment eigentlich alles, was sein Leben ausmachte, ausgenommen die Treffen mit Adrian und Samantha.
Und die waren eigentlich der erbärmlichste Teil in seinem Leben. Degradiert zum dritten Rad am Wagen, zum Sexspielzeug auf Zeit. Rafael nahm einen Schluck aus seiner Tasse und runzelte die Stirn. Hatte er dieses Gift gekocht?
Unzufrieden starrte er seine uralte Kaffeemaschine an. Es wurde Zeit, dass er investierte und aus diesem Saustall eine richtig schöne Werkstatt machte. Und mit der Kaffeemaschine würde er anfangen.

Rafael legte sich richtig ins Zeug, bestellte eine Putzfirma, die schönste Cappuccinomaschine, die er finden konnte, neue Möbel und Handwerker. Das beschäftigte ihn so sehr, dass er ein wenig erstaunt war, als Adrian am folgenden Dienstag anrief.
„Sehen wir uns morgen?“
Ah ja, der berühmte Mittwoch. Rafael ließ sich grinsend in seinen neuen Chefsessel fallen und überlegte, wieso es eigentlich schon wieder der Mittwoch war. Auch mit Luke und Ricarda war es immer Mittwochs gewesen, wenn sie sich für lustvolle Spiele getroffen hatten.
„Rafe?“
Ach ja. Rafael konzentrierte sich wieder auf sein Telefon und strich dabei versonnen über das glatte Leder seines neues Sessels.
„Klar, ich hab morgen Zeit.“
Es seufzte erleichtert auf der anderen Seite der Leitung.
„Sehr schön. Dann also morgen Abend um acht.“
Rafael brummte zustimmend und legte den Hörer zurück. Zufrieden lehnte er sich zurück und sah sich in seinem sauberen Büro um, das mit den neuen Möbeln schon fast heimelig wirkte. Wenn er schon nicht Adrian bekam, dann würde er es sich wenigstens mit seinem Geld gemütlich machen. Das war zwar auf Dauer nicht befriedigend, aber für den Moment half es.

Entsprechend gut gelaunt fuhr er am nächsten Abend zu Adrian, schon gespannt darauf, was Samantha sich diesmal ausgedacht hatte. Einziger Wermutstropfen war das Wetter, dass sich mit einem leichten Nieselregen dem typischen Hamburger Sommer angepasst hatte. Gezwungenermaßen fuhr Rafael diesmal also nicht sein geliebtes Cabrio, das er niemals diesem Schmuddelwetter aussetzen würde.
Adrian erwartete ihn schon und wirkte etwas nervös. Aber das war ja schon fast normal. Rafael hatte die Unruhe bei seinem Freund auch die letzten beiden Male gespürt und war nicht überrascht.
„Willst du ein Bier?“
Adrian ging voraus in seine Küche und öffnete den Kühlschrank. Interessiert sah Rafael sich um und bestaunte die schöne Edelstahlküche, die leider unbenutzt aussah. Automatisch nahm er die Flasche, die Adrian ihm in die Hand drückte, und nahm einen tiefen Schluck.
„Geil“, sagte er und machte ein Handbewegung, die die Küche einschloss, „kochst du gern?“
Adrian nickte und öffnete sich auch ein Bier.
„Ja, ich koche gern. Aber nicht für mich allein.“
„Aber – du hast doch Samantha.“
Mit einem Schulterzucken verließ Adrian die Küche. Nachdenklich folgte Rafael ihm ins Wohnzimmer, wo Adrian stehen geblieben war.
„Wir sind immer bei ihr, wenn wir zusammen sind. Sie – mag mein Haus nicht besonders.“
Hm. Hörte Rafael da leichte Frustration in Adrians Stimme? Ihm wurde bewusst, dass er eigentlich gar nichts über seinen Freund wusste. Nach der Schulzeit waren sie sich nur noch selten über den Weg gelaufen. Und auch bei ihren letzten Treffen hatten sie kaum über sich gesprochen, sondern nur über Samantha und – diese Sache hier.
„Jungs, kommt ihr?“
Samanthas Stimme erklang aus dem Schlafzimmer und Adrian stellte sein Bier ab. Überrascht bemerkte Rafael, dass sein Freund sich unwillkürlich straffte, bevor er zum Schlafzimmer schritt. Als hätte Adrian – Angst. Rafael stellte seine Flasche neben Adrians und folgte ihm.
Samantha trug eine Art Bademantel. So ein durchsichtiges Ding aus hellblauem Stoff, das eigentlich unnötig war, konnte man doch alles sehen. Sie lächelte Adrian zärtlich zu und fixierte dann Rafael.
„Ich will sehen, wie ihr es miteinander macht.“
Samantha ließ sich in einen Sessel fallen und zog die Beine hoch. Erwartungsvoll sah sie von Rafael zu Adrian. Der hob die Augenbrauen.
„Du willst, dass ich mit Rafael Sex habe?“
Samantha nickte und grinste ihn an.
„Ja, ich will sehen, wie ihr es miteinander treibt.“
Adrian schluckte und sah dann zu Rafael, der fast teilnahmslos neben ihm stand.
„Ist das – in Ordnung für dich?“
Rafael hob die Mundwinkel und nickte.
„Okay, und wie machen wir es?“
„Wir ziehen uns aus und dann zeige ich es dir.“
Unbekümmert schälte sich Rafael aus seinen Klamotten, schlenderte zum Bett und setzte sich auf die Bettkante. Auch Adrian zog sich aus und trat zögernd näher. Jetzt stand er direkt vor Rafael, sein weicher Penis fast vor dessen Gesicht. Rafael streckte die Hand aus und umfasste Adrians Glied, streichelte es sanft. Oh Gott! Adrian stöhnte leise und sah zu, wie sich sein Schwanz unter Rafaels Liebkosung aufrichtete.
Die dunkle Hand seines Freundes auf seinem weißen Fleisch sah – geil aus. Adrian hob den Blick und sah in Rafaels Augen. Sein Herz machte einen Satz, als er die wilde Sehnsucht in Rafaels Blick entdeckte. Stöhnend schloss er die Augen und überließ sich Rafes Hand, die ihn jetzt härter wichste. Aber plötzlich war die Hand weg und Adrian öffnete protestierend die Augen.
„Samantha möchte was sehen“, murmelte Rafael rau.
Er legte sich zurück auf das Bett und streckte die Arme nach Adrian aus. Der Anblick von Rafes muskulösem, dunklen Körper auf den weißen Laken war unglaublich – erregend. Adrian legte sich zu ihm und ließ eine Hand probeweise über Rafaels Brust gleiten. Die Haut war warm und glatt, es fühlte sich toll an. Adrian strich nun mutiger über Rafes Brust, fand die flachen Brustwarzen, die sich unter seinen Fingern eifrig aufrichteten. Rafe stöhnte und drehte den Kopf, sah Adrian sehnsüchtig an.
„Küss mich“, murmelte er.
Wie von einem Magneten angezogen näherte sich Adrian den feucht schimmernden Lippen von Rafe, strich mit seinen darüber. Glühende Erregung überflutete ihn bei der Berührung. Sein Denken wurde von einem anderen Körperteil übernommen, als er seinen Mund fest auf Rafaels Lippen presste und seine Zunge in dessen Mund schob. Rafael schmeckte süß. Und duftete so – maskulin. Adrian war wie benebelt von seinen Sinneseindrücken. Wie von selbst glitten seine Hände hemmungslos über den festen Köper seines Freundes, ertasteten die harten Muskeln, legten sich um den runden Po.
Rafael erschauerte unter Adrians Liebkosungen. Seine Erektion pochte, war schmerzhaft gegen seinen Bauch gedrückt. Am liebsten würde er ihn jetzt spüren. Tief in sich spüren. Er keuchte auf vor Lust, als Adrians Finger in seine Pospalte fuhren. Oh-mein-Gott! Erwartungsvoll spannte er sich an und seufzte dann enttäuscht, als Adrian seine Finger zurückzog.
Samantha hatte sich neugierig dem Bett genähert und kniete nun hinter Rafael. Sie beobachtete seine Reaktion und entschloss sich, bei dem Spiel ein bisschen mitzumachen. Mit beiden Händen umfasste sie Rafaels Po, zog die Backen auseinander.
Rafael stöhnte vor Wonne und bog sich ihren Händen entgegen, gleichzeitig suchten seine Lippen wieder Adrians Mund. Samantha war entzückt von Rafaels Reaktion. Dieser hübsche Kerl war ja fast außer sich vor Erregung. Probeweise strich sie über seine Rosette und dehnte sie mit einem Finger. Rafe zuckte zusammen und begann dann laut zu keuchen. Stieß Samanthas Finger entgegen, als wolle er noch mehr aufnehmen.
Erregt griff sie in die Schublade des Nachtschranks, förderte einen großen Kunstpenis zutage. Als sie die dicke Spitze des Spielzeugs in Rafes enge Öffnung schob stöhnte er schmerzerfüllt auf. Samantha wartete einen Moment, dann schob sie den Kunstphallus ganz in Rafe hinein. Neugierig beobachtete sie seine Reaktion, weidete sich an seiner offensichtlichen Geilheit.
„Ich will einen Sandwich“, sagte sie laut und deutlich.
Adrian löste sich von Rafaels Mund und sah irritiert zu ihr auf. Samantha hatte Hunger? Zögernd erhob er sich vom Bett, fast unwillig.
„Ich geh in die Küche und mach dir eins“, murmelte er.
Das leise Glucksen von Rafael und Samanthas amüsiertes Kichern ließen ihn innehalten. Hatte er da was falsch verstanden?
„Ich will Rafe von vorn und dich von hinten, Schätzchen.“
Samantha ließ ihren Worten Taten folgen, drehte Rafael auf den Rücken und schwang sich auf seine Hüften, packte seinen harten Penis. Geübt streifte sie ihm ein Kondom über, dann senkte sie sich mit einem genüsslichen Stöhnen auf seine Härte, spießte sich selbst auf.
Von hinten drängte der Kunstpenis, von vorne wurde Rafael gemolken. Er vibrierte vor Lust und schob sich zwischen den Reizen hin und her, bis Samantha ihre Hände auf seine Brust legte und ihn stoppte.
„Warte“, flüsterte sie atemlos.
Adrian war dem Geschehen mit großen Augen gefolgt, kniete sich jetzt hinter Samantha und packte ihre kleinen Hinterbacken. Sie hatten schon Analverkehr gehabt, Samantha hatte das sehr genossen. Aber es erschien ihm irgendwie nicht richtig, gleichzeitig mit Rafe in ihr zu stecken.
„Adrian!“
Augenblicklich gehorchte er bei Samanthas scharfem Tonfall, leckte zwei Finger an und weitete ihre enge Hinteröffnung. Ein lautes Stöhnen belohnte ihn für seinen Einsatz und ließ ihn seine Hemmungen vergessen. Adrian griff nach einem Kondom, von denen ganz viele auf der Bettdecke herumzuliegen schienen. Nach einem kurzen Kampf war er bereit und schob seine Eichel gegen Samanthas enge Öffnung. Ein kurzer Ruck, dann glitt er in sie. Fast glaubte er, Rafes Penis in der anderen Passage zu spüren.
So mit einander verbunden begannen sie sich zu bewegen. Adrian stieß, Samantha kam hoch und senkte sich gleich darauf wieder auf Rafaels Erektion. Sie taten es erst in weichen Bewegungen, dann wurde Adrian schneller, getrieben von der herrlichen Enge, von Rafaels lautem Stöhnen. Hemmungslos versenkte sich Adrian in Samanthas Po, packte ihre Backen und sah hoch, traf Rafes Blick, der Samanthas Kopf an seinen Hals presste.
Oh-mein-Gott. Adrians Blick verhakte sich mit Rafaels, während sie wild pumpend und stöhnend zu dritt dem Höhepunkt entgegentrieben. Samanthas lautes Quieken verriet ihre Ankunft, dann folgte Rafael mit einem unterdrückten, fast schmerzvollen Aufschrei.
Adrian sah, wie Rafes Gesicht sich vor Lust verzog, spürte den Saft in sich hoch kochen und drückte seinen Rücken durch. Seine Sahne spritzte aus ihm heraus, er warf den Kopf zurück und sah Blitze hinter seinen geschlossenen Augenlidern. Adrian stieß noch ein paar Mal in Samantha, bis er sich erschöpft und schwer atmend hinter ihr wiederfand.
Wie aus einem Traum erwachend starrte er auf seinen Penis, der langsam aus ihr herausglitt. Geistesgegenwärtig griff er nach dem Kondom, dann sank er auf seine Fersen und betrachtete das gefüllte Gummi in seiner Hand. Irgendwas lief hier schief.
Samantha rollte sich von Rafael herunter, der stöhnend hinter sich griff und das Dildo aus sich herauszog. Mit letzter Kraft warf er es auf den Boden und mit allerletzter Kraft griff er nach dem Kondom. Dann sackte er völlig erledigt auf dem Bett zusammen.
Adrian glitt vom Bett und warf das Kondom in einen Mülleimer. Ein Blick auf Rafe verriet, dass der ein bisschen Zeit brauchte mit sich allein. Adrian ging nackt wie er war ins Wohnzimmer und griff nach seiner Bierflasche, die er in einem Zug leerte. Verdammt. Es lief gar nicht so, wie er erwartet hatte.
Das Fenster spiegelte einen nackten Mann wieder, der verwirrt wirkte. Schön, das Spiegelbilder manchmal die Wahrheit zeigten. Im Falle von Adrian war das ein Mann, der tief in seinen Grundfesten erschüttert war. Während das Fenster noch seiner Pflicht nachkam, trat Samantha angezogen hinter Adrian.
„Liebling, ich bin müde. Sehen wir uns morgen?“
Automatisch ließ Adrian sich küssen und nickte. Dann starrte er wieder den nackten Mann an, der angesichts Rafaels Erregung eben richtig abgegangen war. Die Haustür fiel ins Schloss und dann erfüllte nur noch Adrians pochender Herzschlag seine Gedanken. Er war erregt, wenn er Rafe ansah. Es erregte ihn noch mehr, wenn er Rafe zusah, wie der – Oh Mann.
Adrian stellte fest, dass die Flasche in seiner Hand leer war und ging in die Küche. Mit einem neuen Bier trottete er dann ins Badezimmer, zog sich seinen Bademantel über. Es lag nahe, einen kurzen Blick in den Spiegel zu werfen. Hm, nein. Er sah immer noch so aus wie vorher: blond, attraktiv und – verwirrt. Mist.
Zögernd ging Adrian wieder in sein Schlafzimmer und fand Rafe so vor, wie er ihn liegengelassen hatte. Dann entdeckte er – Blut. Fast hätte Adrian seine Bierflasche fallen gelassen, als er sich hastig auf den Boden kniete. Ohne hinzusehen knallte er die Flasche auf den Nachtschrank und beugte sich vor. Rafe blutete aus – Oh Gott. So schnell hatte sich Adrian noch nie angezogen, nach seinem Handy gegriffen und schon die Nummer des Notarztes gewählt, als sein Arm erschlaffte und das Telefon ihm aus der Hand fiel. Er konnte nicht – niemals würde er dem Arzt erklären wollen wie – nein, es ging einfach nicht.
„Rafe“, er beugte sich über seinen Freund, „Rafe, kannst du aufstehen?“
Adrian half Rafael sich aufzurichten, zog ihn an wie ein kleines Kind. Immer wieder sah er besorgt in Rafes Gesicht, das sehr blass war. Dann zog er ihn hoch und trug ihn fast aus dem Haus, öffnete mit der Fernbedienung seinen Wagen und half ihm auf die Rückbank. Als Rafael ausgestreckt lag öffnete er die Augen und blinzelte Adrian zu.
„Deine Freundin ist nicht sehr zärtlich.“
Oh Gott. Das gab Adrian den Rest. Er schmiss die Wagentür zu und warf sich hinter das Steuer, dann raste er los. Auf der Fahrt zum Krankenhaus verfluchte er Samantha, verfluchte sich selbst. Aus dem Spiel war ernst geworden, Rafe war verletzt. Mit quietschenden Reifen hielt er vor dem Krankenhaus in Barmbek und rannte in die Notaufnahme.
Die folgenden Stunden liefen wie ein Alptraum für Adrian ab. Rafael wurde auf eine Trage befördert und in den Untersuchungsraum gebracht, dann gab es allerlei peinliche Fragen zu beantworten. Aber Adrian blieb, bis sicher war, dass Rafe schnell wieder gesund werden würde. Erst dann schleppte er sich zu seinem Wagen und fuhr nach hause.


Schluss mit Mittwoch




Nach einer Nacht wurde Rafael entlassen und begab sich steifbeinig zum Ausgang. Zu seiner Überraschung wartete dort Adrian auf ihn, der ihm schuldbewusst entgegensah.
„Es tut mir echt leid.“
Adrian legte eine Arm um Rafes Schultern, stützte ihn auf dem Weg zu seinem Wagen. Der genoss das Gefühl, umsorgt zu werden, war aber schon wieder gut gelaunt. Das war das Erstaunliche an Rafe: seine ständige gute Laune. Früher hatte Adrian das bewundert und geliebt, aber jetzt war er verunsichert.
Vorsichtig half er Rafe auf den Beifahrersitz, ging so weit, ihn anzuschnallen.
„He, ich bin kein Krüppel“, protestierte der.
„Ein Glück“, murmelte Adrian und ging um seinen Wagen herum, setzte sich hinter das Steuer.
„Wohin?“
Erstaunt hob Rafe seine Augenbrauen.
„In meine Werkstatt. Wohin sonst?“
Adrian nickte und lenkte seinen Wagen durch den morgendlichen Hamburger Verkehr. Immer wieder warf er Rafe einen kurzen Blick zu, aber der lächelte still und sah aus dem Fenster.
Vor Rafaels Werkstatt parkte Adrian und schaltete den Motor ab. Dann wandte er sich zu Rafe.
„Warum – hast du nichts gesagt?“
Schulterzucken.
„Es war so geil. Als ich merkte, dass da was riss, war ich schon – weggetreten.“
Stille.
„Passiert das – oft?“
„Nein. Als ich jünger war und experimentierfreudig – ja, da kam das schon mal vor. Aber das ist lange her.“
Adrian schluckte und griff nach Rafes Hand.
„Es tut mir echt leid.“
Das Gefühl von Adrians Fingern an Rafaels Hand war zu schön. Er streichelte sanft über Adrians lange, schlanke Finger und sah seinem Freund dann in die Augen.
„Mach dir keine Gedanken. Es geht schon wieder.“
Etwas steif stieg Rafael aus dem Wagen und sah Adrian nach, als der davon fuhr. Er fühlte sich seinem Freund wieder näher, fast so nah wie damals. Aber es war einfach nicht genug. Seufzend wandte sich Rafael um und ging auf seine Werkstatt zu. Sitzen würde in den nächsten Tagen zur Qual werden, aber das wurde sowieso überbewertet.
Zu Rafaels Überraschung rief Adrian jeden Tag an, erkundigte sich nach seinem Zustand. Es fühlte sich gut an. Weniger gut fühlte sich an, Luke die wöchentliche Tennisstunde abzusagen. Rafael war nicht prüde, aber trotzdem fiel es ihm schwer, über die Sache mit Luke zu reden.
„Du hast ir einen – Mann, Rafe. Du solltest doch allmählich schlauer sein.“
Puh. Rafe fuhr sich durch sein Haar und sah sehnsüchtig seinen Chefsessel an.
„He, schimpf nicht mit mir. Es war geil.“
Schweigen. Dann lachte Luke leise.
„Ich kann dich nicht überreden, statt Tennis mit mir ein Bier trinken zu gehen?“
„Doch. Aber nur im Stehen.“
Lukes Lachen verfolgte Rafael noch den Rest des Tages. Nach Feierabend schloss er seine Werkstatt ab und ging die kurze Strecke bis zu der Kneipe, in der er Luke treffen wollte. Der Tresen war hoch genug, dass es nicht weiter auffallen würde, wenn Rafe sich nicht hinsetzte. Luke wartete schon am Tresen und schlug seinem Kumpel auf die Schulter.
„Mensch, Rafe. Ich hätte nicht gedacht, dass dir so eine Peinlichkeit noch mal passieren würde.“
Grinsend zuckte Rafael mit den Schultern und bestellte ein Bier.
„Richtig lustig war es an der Stelle, wo Sam einen Sandwich bestellt hat. Adrian war schon auf dem Weg in die Küche, bis er begriff.“
Ein leises Glucksen drang aus Lukes Kehle, dann war er wieder ernst, so wie schon die ganzen letzten Wochen.
„Nichts von Ricarda?“
Luke schüttelte den Kopf und verzog schmerzhaft sein Gesicht.

Der Mittwoch nahte und Adrian hatte in ihren Telefonaten nicht darüber gesprochen. Also griff Rafael am Dienstag zum Telefon und rief Adrian an.
„Also, was ist mit Morgen?“ kam er gleich zur Sache.
„Du willst – obwohl du letztes Mal – Rafe, ich weiß nicht, ob das gut für dich ist.“
Wie süß. Adrian sorgte sich noch immer um ihn. Rafael schmunzelte.
„Klar. Also: findet es statt oder nicht?“
Schweigen. Dann seufzte Adrian.
„Ja, komm her.“

Am nächsten Abend fuhr Rafael gut gelaunt zu Adrian. Die Sonne schien und er hatte sein Cabrio herausgeholt, darum die gute Laune. Der Abend selbst – nun, er würde sehen, was Samantha diesmal an Wünschen hatte. Seine Rosette war jedenfalls noch eine Weile tabu. Rafael parkte seinen Wagen vor Adrians Haus und blieb noch einen Moment sitzen.
Jedes mal, wenn er hierher fuhr, gefiel ihm das Haus besser und weckte Phantasien in ihm, wie er und Adrian zusammen im Garten arbeiteten oder – einfach auf der Terrasse saßen. Adrian und er, Rafaels Herz klopfte schneller bei dem Gedanken.
Er sprang aus seinem Wagen und ging auf die Haustür zu, als die schon geöffnet wurde. Adrian sah ihm entgegen, diesmal mit einem entspannten Lächeln. Erstaunt folgte Rafael seinem Freund ins Haus und schnupperte.
„Hast du etwa gekocht?“
Adrian nickte und ging voraus in die Küche. Auf dem Herd standen Töpfe und eine Edelstahlpfanne stand bereit, zwei mächtige Steaks aufzunehmen.
„Ich hoffe, du hast Hunger“, sagte Adrian und warf Rafael ein kleines Lächeln zu.
Allein dieses Lächeln reichte, um Rafaels Herz zum Flattern zu bringen. Er nahm die Bierflasche entgegen, die Adrian ihm reichte und trank einen Schluck.
„Wo ist Sam?“
Schweigend hantierte Adrian mit den Töpfen, gab Fett in die Pfanne und wandte sich dann zu Rafael um.
„Sie ist weg. Es ist aus.“
„Tut mir leid“, Rafael legte seinem Freund eine Hand auf die Schulter.
„Schon gut. Es war abzusehen.“
Adrian drehte sich wieder zum Herd und prüfte die Temperatur in der Pfanne, dann gab er die Steaks hinein. Das laute Brutzeln des rohen Fleisches machte ein Gespräch unmöglich, also ging Rafael auf die Terrasse. Der Tisch war gedeckt, für zwei Personen. Plötzlich sah sich Rafael seinen Phantasien ausgesetzt: er mit Adrian bei einem Abendessen, Sonnenuntergang. Himmel.
Schnell nahm Rafael einen Schluck aus seiner Flasche und starrte angestrengt zu den Bäumen. Aber sein Herz schlug trotzdem Kapriolen und sein Kopfkino – wow.
„Setz dich hin“, Adrian erschien mit zwei befüllten Tellern auf der Terrasse.
Rafael nahm gehorsam Platz und sah begeistert auf seinen Teller. Ein echtes Männeressen mit viel Fleisch, Kräuterbutter, Kartoffelspalten und ein bisschen Salat. Ein Tischgebet.
„Danke, oh Herr“, murmelte er und griff nach seinem Besteck.
„Duz mich ruhig weiter“, brummte Adrian.
Schweigend machten sie sich über ihre Portionen her und lehnten sich schließlich zurück. Rafael grinste glücklich und griff nach seiner Bierflasche.
„Oh Mann. Das ich das noch erleben durfte, dass du für mich kochst.“
Adrian grinste schief.
„Ich bin dir was schuldig. Allein für die Kacke, in die ich reingezogen hab wegen Sam.“
„Willst du mir erzählen, was zwischen dir und Sam vorgegangen ist?“
Nein. Adrian wollte Rafe nicht erzählen, dass letztendlich er der Trennungsgrund war. Er hatte Samantha am gestrigen Abend noch zur Rede gestellt und ihr Vorwürfe gemacht, dass sie so brutal mit Rafe umgegangen war. Sie hatte gelacht und gemeint, dass Rafe es ja wohl gewohnt sei, sein Arschloch aufgerissen zu bekommen. Das erste Mal in seinem Leben hatte Adrian den Wunsch gehabt, eine Frau zu schlagen.
Aber er hatte sich beherrscht und seine Sachen gepackt. Daraufhin hatte Samantha gemeint, Rafe würde ihm wohl mehr bedeuten als sie. Adrian hatte sie nur vernichtend angestarrt und war gegangen. Noch auf der Fahrt nach hause hatte er sich eingestehen müssen, dass Sam Recht hatte. Rafe bedeutete ihm mehr als sie. Auch wenn es nur eine Freundschaft war, ein platonische Freundschaft natürlich.
„Adrian?“
Rafael betrachtete seinen Freund besorgt, der irgendwie abwesend wirkte.
„Was?“ Adrian kam aus seinen Gedanken zurück ins hier und jetzt.
Nach kurzer Orientierung erhob er sich und räumte den Tisch ab. Rafael half ihm, das Geschirr in die Küche zu tragen und sah dann zu, wie Adrian die Geschirrspülmaschine befüllte. Während bei Rafael das Chaos herrschte war Adrian ein Ordnungsfanatiker, penibel und stets gut organisiert. Eigentlich würden sie gut zueinander passen, überlegte Rafael und ging wieder auf die Terrasse.
Die Sonne begann, die Baumwipfel abwärts zu küssen, als Rafael zwei Liegen zurechtrückte und sich auf einer bequem ausstreckte.
„Hier“, Adrian drückte Rafe ein frisches Bier in die Hand und sackte auf die zweite Liege.
Schweigend sahen sie der Sonne zu, tranken ab und zu einen Schluck. Friedlich. Vollkommen zufrieden mit dem Moment. Die Sonne erreichte die Baumwurzel, als Rafael zu sprechen begann.
„Es tut mir leid, dass ich dich damals im Schwimmbad so überfallen habe.“
Ein leises Lachen kam von Adrian.
„Du hast mich nicht überfallen.“
Rafael drehte seinen Kopf und sah hinüber zu seinem Freund, der immer noch die Bäume anstarrte.
„Dann habe ich es eben ausgenutzt, dass du nackt warst.“
„Okay.“
„Hast du manchmal noch daran gedacht?“
„Ja.“
„Und? Warst du – angeekelt? Oder sauer? Wir haben darüber nie gesprochen.“
Jetzt wandte auch Adrian sein Gesicht Rafael zu und betrachtete ihn nachdenklich. Die Sonne war inzwischen untergegangen und nur das schwache Licht aus dem Wohnzimmer erhellte Adrians Züge.
„Ich war – verwirrt. Bin es heute noch.“
Schweigend sahen sie sich in die Augen. Es war Rafael, der sich abwandte und seine Flasche austrank.
„Kann ich noch eins haben?“
Adrian nickte und griff nach der leeren Bierflasche, die Rafe ihm hinhielt. Ihre Finger berührten sich und es war wie ein kleiner Funkenflug, der zwischen ihnen aufblitzte. Adrian verschwand im Haus, tauchte dann mit zwei neuen Flaschen auf. Diesmal achtete er darauf, Rafes Hand nicht zu berühren, als er ihm das Bier reichte.
Wieder lagen sie schweigend da und starrten in die Dunkelheit.
„Was hat dich verwirrt?“
Wie aus weiter Ferne erreichte Adrian die Frage. Er war hinabgetaucht, in die Vergangenheit, in den Moment im Schwimmbad, als Rafe ihn..
„Alles. Es hat mich einfach alles verwirrt.“
„Aha.“
Schweigen. Ein langes Schweigen. Männer können beredet schweigen, Frauen auch. Aber Männer können es besser. Und manchmal können sie sogar unberedet schweigen. Und so war es jetzt zwischen Rafael und Adrian. Nach eine Weile hielt Rafael es nicht mehr aus.
„Gibst du mir deine Hand?“
Er drehte den Kopf nicht, er streckte nur seine Hand aus und wartete. Nach einer gefühlten Ewigkeiten schloss sich Adrians Hand um seine. Lange, schlanke Bürohände in Mechanikerpranken. Es fühlte sich himmlisch an.
„Du sagst, du bist mir was schuldig“, setzte Rafael mit rauer Stimme an, „Ich habe einen Wunsch.“
„Hm?“
Rafael drehte nun doch seinen Kopf und sah angestrengt hinüber zu Adrian, den er im Dunkel nur als Umriss ausmachen konnte.
„Ich würde gern heute Nacht bei dir im Bett schlafen. Nur so. Keine Fummeleien. Ich möchte einfach – nicht allein sein.“
Adrian Zähne blitzen im Dunkel auf.
„Das haben wir früher oft gemacht.“
„Ja.“
„Dann ist das okay für mich.“

Der nächste Tag war eine Arbeitstag. Also tranken Rafael und Adrian ihr Bier aus und räumten die Terrasse auf. Während Adrian noch die Türen verschloss und das Licht überall löschte, ging Rafael schon ins Schlafzimmer. Er zog sich sein T-Shirt über den Kopf, als Adrian auch schon hereinkam.
„Das Badezimmer ist da hinten“, Adrian wies auf eine Tür an der rechten Wand. „Zahnbürsten sind im Schrank. Nimm dir eine.“
Rafael verschwand im Bad und sah sich um. Ein Männerbad. Hier lag nur funktionelles Zeug rum. Schnell fand er die Zahnbürste und hätte gerne noch geduscht, traute sich aber nicht. Also beendete er seine Abendtoilette und ging zurück ins Schlafzimmer, wo Adrian bereits auf der Bettkante saß und wartete. Wortlos besetzte nun Adrian das Bad, während sich Rafael auszog.
Normalerweise schlief er nackt. Aber mit Rücksicht auf Adrian ließ er seinen Slip an und legte sich unter die Bettdecke. Die drei Biere hatten ihn angenehm schläfrig gemacht, so dass er schon fast weggedämmert war, als Adrian zurückkehrte. Der machte bis auf eine Nachttischleuchte alle Lichter aus und kroch auf der anderen Seite ins Bett.
Plötzlich war Rafael hellwach. Er konnte Adrian riechen, seine Körperwärme fast spüren. Langsam wälzte er sich auf die andere Seite und sah hinüber zu seinem Freund, der mit hinter dem Kopf verschränkten Armen auf dem Rücken lag und an die Decke sah.
„Geht’s dir gut?“
Adrian seufzte leise und schüttelte den Kopf.
„Kann ich dir helfen?“
Zögernd drehte sich Adrian auf die Seite, bis sie sich in die Augen sahen. Erstaunt erkannte Rafael Sehnsucht in Adrians Blick.
„Ich denke daran“, flüsterte Adrian, „wie es sich angefühlt hat, dich zu küssen. Und ich würde es gerne – ich würde dich gerne wieder küssen.“
Rafael Herz führte einen Freudentanz auf und lenkte seinen Körper automatisch dichter an Adrian heran. Sie waren jetzt nur noch Zentimeter voneinander entfernt.
„Ich würde dich auch gerne küssen“, wisperte Rafael.
Dunkle Augen sahen in Blaue, als ihre Lippen sich näherten. Dann berührten sich ihre Münder, zart zuerst. Als könnten sie nicht genug voneinander bekommen, strichen ihre Lippen übereinander, bis Adrian seine öffnete und vorsichtig seine Zunge in Rafes Mund schob. Ein Feuerwerk explodierte in Rafaels Hüften, als Adrians Zunge seine anstupste, schmeichlerisch verführte. Mit einem Stöhnen rückte Rafael näher und legte einen Arm um Adrians Nacken, zog ihn heran.
Ihre Zungen verflochten sich miteinander, spielten, rangen um die Oberhand. Es war tatsächlich Adrian, der schließlich die Kontrolle an sich riss und Rafe küsste, das dem Hören und Sehen verging. Sein kleiner Slip konnte seine Erektion kaum noch halten, klemmte ihn schmerzhaft ein. Mit einem frustrierten Seufzer schob er Adrian von sich und rang nach Atem.
Eigentlich hätte Rafael jetzt erwartet, dass sich Adrian abwandte und einschlief. Aber der schien genauso erregt zu sein wie er selbst, presste seine Hüften gegen Rafes. Dann war Adrians Mund wieder auf Rafaels, küsste ihn wild und hemmungslos.
Immer noch trennte die Bettdecke ihre Körper, trotzdem konnte Rafael Adrians Erektion spüren. Rafael stöhnte an Adrians Mund, konnte sich nicht länger zurückhalten. Mit seiner Faust umschloss Rafael seine Härte, massierte sich mit festen Strichen. Adrians Küsse schickten Rafael erregte Schauer über den Rücken, die bis in seine Hoden ausstrahlten. Er konnte fühlen, wie es sich schon in ihm zusammenbraute, versteifte sich, als Adrian unvermittelt den Kopf hob und die Decke wegriss.
Mit lustverhangenen Augen starrte er auf Rafaels Faust, die sich weiter in einem schnellen Rhythmus auf und ab schob. Ein heiserer Aufschrei, dann floss warme Sahne über Rafaels Hand. Erneut beugte sich Adrian vor und küsste Rafes Lippen, die jetzt zitterten.
„Das ist geil“, murmelte Adrian mit rauer Stimme.
Rafael versuchte ein zittriges Grinsen, immer noch nach Atem ringend.
„Ja.“
„Willst du auch bei mir zusehen?“
Adrian wartete die Antwort gar nicht ab, schlug seine Decke zurück und packte sein steifes Glied. Konzentriert begann er, in seine Faust zu stoßen, warf Rafael einen kurzen Blick zu. Der hatte seine Augen fest auf Adrians Schwanz gerichtet, wirkte nahezu hypnotisiert.
„Küss mich“, verlangte Adrian heiser.
Rafaels Blick glitt nach oben, zu Adrians Lippen. Er beugte sich vor und küsste seinen Freund zärtlich, der seinen abgehackten Atem in Rafaels Mund blies. Adrians Gesicht verzerrte sich, dann kam auch er und spritzte sein Sperma auf die Bettdecke. Sanft streichelte Rafael über Adrians Wange, als der sich erschlafft auf den Rücken rollte. Eigentlich hatte Rafael wirklich nur in Adrians Nähe schlafen wollen, aber das hier war natürlich besser. Auch wenn Rafael befürchtete, dass Adrian sich Morgen dafür schämen würde.
Nach einer ganzen Weile verrieten tiefe Atemzüge, dass Adrian eingeschlafen war. Rafael zog die Decke über Adrians Körper und rollte sich dann auf seine Seite. Noch lange lag er da und sah Adrian an, bevor auch er einschlief.

Am nächsten Morgen tat Adrian so, als wäre nichts geschehen. Rafael wusste nicht, ob ihn das erleichtern oder verärgern sollte. Aber er spielte mit und machte sich nach einem Kaffee auf den Weg zu seiner Werkstatt. Während der Fahrt musste er wieder an die letzte Nacht denken, bekam schon wieder einen Ständer bei dem Gedanken an Adrians Küsse. Verdammt.
Rafael erreichte die Werkstatt und stellte seinen Wagen ab. Seine Angestellten waren schon fleißig, er winkte ihnen zu, als er zu seinem Büro ging. Müde setzte er sich in seinen Chefsessel. Was war nur mit Adrian los? Dieses Durcheinander aus Nähe und Entfernung setzte Rafael zu, verunsicherte ihn total. Gestern Nacht hatte er fast geglaubt, so etwas wie Liebe in den Augen seines Freundes zu sehen. Aber letztendlich war es doch nur Sex gewesen, zärtlicher Sex, aber eben nur – ja, Sex.
Seufzend griff Rafael nach dem Papierstapel auf seinem Schreibtisch, ging die Aufträge durch. Für den Rest des Tages versuchte er, Adrian aus seinen Gedanken zu verbannen. Das gelang ihm auch ganz gut, da er einige eilige Reparaturen zu erledigen hatte. Erst abends, als Rafael es sich auf seinem Sofa vor dem Fernseher bequem gemacht hatte, wanderten seine Gedanken wieder zu Adrian.
Fast konnte er wieder Adrians Lippen spüren, sah wieder das lustvoll verzerrte Gesicht seines Freundes vor sich. Stöhnend kam Rafe hoch und ging in sein Schlafzimmer, griff nach dem Gleitgel und machte es sich selbst. Aber es war auch nicht annähernd so befriedigend wie gestern, in der Nähe von Adrian.

Als Rafael am nächsten Abend in seinem Büro saß, um noch die Aufträge für den nächsten Tag durchzugehen, hörte er Schritte in der Werkstatt. Alle seine Angestellten waren schon nach hause gegangen, also musste es sich um einen Fremden handeln. Erstaunt zog er seine Augenbrauen hoch, als Adrian in der Tür zum Büro erschien.
„Hallo Rafe“, Adrian lächelte unsicher, „ich weiß, dass du schon Feierabend hast, aber mein Auto macht so komische Geräusche. Kann ich es hier lassen und morgen Abend wieder abholen?“
Rafael nickte und sprang auf.
„Ich komm mit raus und sehe mir das mal an.“
Er folgte Adrian durch die Werkstatt und bewunderte den eleganten Anzug, den sein Freund trug. Sicher war er direkt von seiner Arbeit hierher gefahren. Adrian setzte sich hinter das Steuer seines Wagens und ließ den Motor an.
Der hustete und erstarb dann gleich wieder. Rafael nickte und Adrian stieg aus, gab seinem Freund die Autoschlüssel.
„Klingt erkältet. Das mach ich dir bis morgen Abend heil.“
„Danke“, Adrian stand verlegen vor Rafael und starrte auf seine Schuhspitzen.
„Wie kommst du jetzt nach hause?“
„Öffentlicher Nahverkehr. Oder ich nehme ein Taxi.“
„Lass den Quatsch“, Rafael hieb Adrian auf die Schulter, „ich bring dich nach hause. Bin hier eh fertig.“
Gehorsam blieb Adrian stehen, bis Rafael die Werkstatt verschlossen hatte. Dann folgte er seinem Freund zu dessen Wagen. Adrians Blick heftete sich auf Rafaels Knackarsch in der engen Jeans und ihm wurde warm. Er musste daran denken, wie Rafes Penis in seiner Faust ausgesehen hatte, dachte an Rafes erregtes Gesicht.
Als er sich in den Beifahrersitz fallen ließ hatte Adrian eine stattliche Erektion, die er verschämt mit seinem Jackett verdeckte. Schweigend brachte Rafael ihn bis vor seine Haustür, ließ den Motor laufen, während er sich Adrian zuwandte.
„Dann sehen wir uns morgen Abend.“
Adrian nickte und überlegte, ob er Rafael nicht hereinbitten sollte. Aber er war zu verwirrt, traute sich selbst nicht mehr. Er fühlte sich von Rafe angezogen, wollte es sich aber nicht eingestehen. Er brauchte – Zeit.
„Okay. Danke, Kumpel.“
Mit diesen Worten stieg Adrian aus und ging ohne sich umzusehen auf seine Haustür zu. Er hörte, wie Rafael davonfuhr. Das Geräusch erleichterte ihn, machte ihn aber auch irgendwie traurig. Verdammt. Adrian schloss seine Haustür auf und ging direkt in sein Bad, wo er sich kaltes Wasser ins Gesicht schaufelte. Dann sah er in den Spiegel. War er schwul?

Am nächsten Abend erschien er pünktlich an der Werkstatt, ging direkt bis zu Rafaels Kabuff. Die Angestellten hatten schon Feierabend gemacht, so dass Rafael der letzte im Gebäude war. Als Adrian in das Büro trat, beugte sich Rafael gerade über den Schreibtisch, um sich einen Stift zu angeln. Der Anblick von Rafes süßer Kehrseite in der engen Jeans trieb Adrian das Blut in die Lenden, machte sein Gehirn leer und hinterließ schlichte Geilheit.
Rafael hatte Adrians Schritte in der Werkstatt gehört und sich mit vollem Kalkül über den Schreibtisch gebeugt. Seine Rechnung ging auf.
Ohne nachzudenken trat Adrian auf Rafe zu und packte dessen Hintern mit beiden Händen. Rafael kam hoch und lehnte sich gegen Adrians Brust. Einen Moment standen sie so, dann begann Adrian Rafes Po in seinen Händen zu kneten, während er sein Lippen in Rafes Nacken drückte. Sanft knabberte Adrian an Rafes Haut, ließ seine Zunge bis zum Ohr wandern. Ein leises Stöhnen ermutigte ihn, er leckte über Rafes Ohrläppchen, sog es zwischen seine Zähne. Adrian konnte den Schauer fühlen, der durch Rafaels Körper lief. Das machte ihn an, ließ seine Lust hell auflodern.
Es raschelte, dann hatte Rafael seine Jeans von den Hüften geschoben und bot Adrian seinen nackten Arsch. Der keuchte auf und umfasste die süßen Backen, zog sie auseinander und schob seine eingeklemmte Erektion dagegen. Mit zittrigen Fingern öffnete auch Adrian seine Hose, die ihm bis zu den Knien rutschte. Es folgte der Slip, dann schob er sein hartes Glied in Rafes Spalte, bewegte sich auf und ab.
Adrians Gehirn gab auf, es hatte kein Blut mehr. Als Rafael ein Kondom über seine Schulter nach hinten reichte, griff Adrian zu und rollte es über seinem Penis ab. Extra feucht. Oh Mann. Er griff in Rafes Nacken, schob seinen Oberkörper nach vorn, bis er auf dem Schreibtisch lag. Etwas brüllte in Adrian auf, als er Rafes hintere Öffnung vor sich bloß liegen sah. Er packte seinen Schwanz, drängte sich gegen die enge Rosette. Ein kurzer Stoss, dann glitt er hinein.
Eng. Eng und geil. Adrian krallte seine Finger in Rafes Hüften, während er sich Stoss um Stoss in ihm versenkte. Ein heiseres Stöhnen kam von vorn, trieb ihn an. Aber das brauchte Adrian eigentlich gar nicht, er war auch so schon fast am Ziel. Seine Säfte stiegen hoch, er stöhnte laut und ergoss sich im nächsten Moment in Rafe. Sein Hände krallten sich fast schmerzhaft in Rafes Hüften, als er zuckend seine Sahne in das Kondom spritzte.
Auch von vorn kam ein langgezogenes Stöhnen, dann drückte Rafe seinen Rücken durch und spritzte seine Ladung auf den Schreibtisch. Verdammt.
Mit fliegendem Atem starrte Rafael auf seinen schönen, neuen Schreibtisch, der jetzt mit einer breiten Spur Sperma verziert war. Ein irres Lachen stieg in ihm hoch, das ihm in der Kehle stecken blieb, als Adrian sich aus ihm zurückzog. Es war ein Verlust Adrians Schwanz nicht mehr zu spüren.
Mühsam stemmte sich Rafael hoch und ordnete mit dem Rücken zu Adrian seine Kleidung. Ein Rascheln verriet, dass Adrian das Gleiche tat. Dann holte Rafael tief Luft und drehte sich um, sah seinen Freund an. Der war errötet und starrte auf den Fußboden. War ja klar.
„Ich betrachte die Reparatur dann mal als bezahlt“, meinte Rafael lapidar.
Adrian errötete noch tiefer und schluckte.
„Es – es tut mir leid“, stotterte er verlegen, „ich bin – ich weiß auch nicht – dein süßer Po – ich – verdammt – es hat mich einfach umgehauen.“
Oh. Adrian fand seinen Po süß. Rafael grinste breit und nahm Adrians Autoschlüssel vom Schreibtisch, schwenkte sie vor dessen Nase.
„Hier, der schnurrt wieder wie ein Kätzchen.“
„Danke.“
Adrian riss Rafael die Autoschlüssel regelrecht aus der Hand, bevor er sich umwandte und die Flucht ergriff. Rafael sah Adrian hinterher, als der durch die Werkstatt lief. Mein lieber Schwan. Adrian hatte es ihm wirklich gut besorgt und war offensichtlich auch auf seine Kosten gekommen. Vielleicht sollte er Adrian mal überraschend besuchen und die Sache beschleunigen. Irgendwie musste er Adrians Liebe einfach gewinnen, und sei es mit Sex. Darum ging es doch sowieso immer nur.
Pfeifend machte sich Rafael daran, seinen Schreibtisch zu reinigen.

Schluss mit Hoffnung




Die wöchentliche Tennisrunde mit Luke lag am nächsten Tag an. Rafael parkte sein Cabrio vor dem Vereinshaus und sprang heraus, warf sich seine Sporttasche über die Schulter und ging in die Umkleideräume. Luke war schon da und zog sich gerade seine Schuhe an. Ein Blick in das Gesicht seines Freundes und Rafael wusste, dass da irgendwas nicht stimmte.
„He Luke, was ist los?“
Rafael warf seine Tasche auf eine Bank und begann sich auszuziehen. Währenddessen fummelte Luke immer noch an seinem Schnürsenkeln herum, bis er sich schließlich mit einem tiefen Seufzer aufrichtete.
„Ricarda ist wieder da.“
„He, das ist toll“, erklang Rafaels Stimme gedämpft, als er sich sein T-Shirt über den Kopf zog. „Und? Seid ihr jetzt zusammen?“
„Nein, ich habe sie noch nicht einmal gesehen. Ich habe es nur gehört.“
„Hm“, Rafael ließ sich neben Luke auf der Bank nieder und griff nach seinen Schuhen. „Dann ruf sie doch an. Oder geh hin.“
„Wenn das so einfach wäre“, murmelte Luke und erhob sich schwerfällig.
Auf dem Tennisplatz war außer ihnen nur noch ein unbekanntes Pärchen. Rafael verausgabte sich völlig und trieb auch Luke bis ans Ende seiner Kräfte. So erschöpft verabschiedeten sie sich und jeder fuhr nach hause. Rafael legte sich müde auf sein Bett und dachte wieder an den geilen Fick in seinem Büro. Aber er war einfach zu erschöpft, um sich um seine Erektion zu kümmern.

Eine Woche ließ Adrian sich nicht hören oder sehen, bis Rafael die Geduld ausging. An dem Tag vor seinem üblichen Tennismatch mit Luke setzte er sich abends in seinen Wagen und fuhr zu Adrians Haus. Es brannte Licht im Küchenfenster. Der Herbst war inzwischen mit Macht über Hamburg hereingebrochen und es wurde früh dunkel. Mit klopfendem Herzen ging Rafael auf die Haustür zu und klingelte. Kurz darauf öffnete Adrian, in Jogginghose und einem alten T-Shirt.
Der Anblick verwirrte Rafael, hatte er Adrian doch bisher nur in schicken Anzügen oder Jeans gesehen. Einen Moment starrten sie sich nur an, dann besann sich Adrian auf seine Manieren.
„Willst du – reinkommen?“
Rafael nickte und folgte Adrian in sein Wohnzimmer. Der Fernseher lief, ein paar leere Bierflaschen standen auf dem Couchtisch.
„Willst du ein Bier?“
Mit hängenden Armen stand Adrian im Raum und sah auf seine nackten Füße. Rafael nickte und sah seinem Freund hinterher, als der in die Küche ging. Sexy. Adrian sah definitiv sehr sexy aus mit seinem zerwuschelten Look. Automatisch nahm Rafael die Flasche entgegen, die Adrian ihm reichte.
„Es läuft gerade Fußball. Willst du auch ein bisschen gucken?“
Adrian stand unschlüssig herum, wagte einen Blick zu Rafael. Der nickte und setzte sich ungefragt auf das Sofa, heftete seine Augen auf den Fernseher. Adrian ging in einem großen Bogen um den Couchtisch, näherte sich von der anderen Seite. Mit dem größtmöglichen Abstand setzte er sich auch auf das Sofa, griff nach seinem Bier. Schweigend verfolgten sie das Spiel, tranken ab und zu aus ihren Flaschen.
„He, hast du das gesehen“, Adrian rutschte aufgeregt auf dem Sofa herum, wandte sich Rafael zu, „das war ein Foul. Verdammt. Dieser Schiri gehört ins Gefängnis.“
Froh darüber, dass sich Adrian offensichtlich entspannte, legte Rafael seinen Arm auf die Sofalehne.
„Oh Mann“, Adrian kam hoch und sank dann enttäuscht gegen die Sofalehne, „dieser Idiot. Das hätte ein Tor werden müssen.“
Jetzt konnte Rafael mit seiner Hand Adrians Kopf erreichen, versenkte sein Finger in dessen Haar. Weich. So verdammt weich fühlte sich das blonde Haar an. Rafael kraulte Adrians Nacken und rutschte unmerklich ein Stück näher.
„Scheiße, sieh dir das an“, Adrian drehte den Kopf und fand sich Auge in Auge mit Rafael wieder.
Er vergaß, was er hatte sagen wollen. Da waren nur noch diese dunklen Schokoaugen, diese süßen Lippen und Rafes Duft, der ihn völlig benebelte. Er hielt still, als sich Rafael vorbeugte und seinen Mund auf Adrians legte. Süß. Mein Gott, Rafes Lippen waren so süß. Adrian vergaß alles, außer diesem Mund. Er legte seine Arme um Rafe und wühlte seine Finger in die schwarzen Locken. Ja. Oh Gott, ja. Ihre Zungen lieferten sich ein Duell, während das Blut sich nach unten bewegte.
Adrians Gehirn zuckte kurz, meldete einen Fehler. Dann gab es auf und die Kontrolle an seinen Schwanz ab. Der zuckte auch, und nicht nur kurz, sondern beharrlich. Adrian stöhnte erleichtert, als Rafes Finger ihn aus der Enge seiner Hose befreiten. Dann fühlte er eine Hand um seine Härte, die ihn sanft massierte. Zu sanft.
„Rafe. Fester.“
Adrian stöhnte laut auf, als Rafes Hand seinen Penis fest umschloss. Er suchte Rafes Lippen, stieß sich in seine Faust. Fast fühlte er die Säfte sich schon zusammenbrauen, als Rafe ihn überraschend losließ.
„Was..?“
Adrian riss seine Augen auf, starrte irritiert erst auf seinen Penis, dann Rafe in die Augen.
„Du hörst auf?“
Rafael nickte und lächelte Adrian an.
„Ja. Aber wenn ich bei dir schlafen darf, in deinem Bett, dann besorg ich es dir.“
Erste Blutströme machten sich zurück auf den langen Weg nach oben, als Adrian ungläubig seinen Freund anstarrte. Das Blut war zu langsam, wahrscheinlich trödelte es rum, jedenfalls nickte Adrian und erhob sich wie ferngesteuert. Geistesgegenwärtig machte Rafael den Fernseher aus und löschte das Licht, bevor er Adrian ins Schlafzimmer folgte.
Nackt lag sein Freund auf dem Bett, seine Erektion war noch vorhanden, schrumpfte aber schnell. Eilig riss sich Rafael seine Sachen vom Leib, dann war er auch schon über Adrian, küsste ihn wild.
Mit einem seligen Stöhnen ergab sich Adrian Rafes Mund, seine Hüften kamen sehnsüchtig hoch, als er Rafes Zunge fühlte.
„Bitte“, murmelte er.
Rafael wusste, worum ihn Adrian bat. Er packte Adrians steifes Glied, umschloss es mit seiner Faust. Den Rest machte Adrian selbst, trieb sich in Rafes Hand, stöhnend und nur noch lustgesteuert.
„Trink mich“, Adrians Stimme schien ihm nicht mehr zu gehören, als er diese Forderung ausstieß.
Mit glasigem Blick drückte er Rafael nach unten, bis der Adrians Eichel in seinen Mund nahm. Mit einem lauten Stöhnen trieb sich Adrian tiefer in diese feuchte Höhle, packte Rafes Haar, stieß sich rücksichtslos in Rafes Mund. Ja. Adrian fühlte, wie sich alles zusammenzog, ihn bereit zum Abschuss machte. Dann spritzte er los, kam mit einem tonlosen Aufschrei in Rafes Mund, flutete ihn mit seiner Sahne.
Rafaels schluckte alles, massierte auch noch den letzten Tropfen aus Adrians Penis heraus. Erst als das Glied merklich schrumpfte ließ Rafael los, rutschte an Adrians Körper hoch, umschloss ihn mit seinen Armen.
Adrian zitterte und kuschelte sich an Rafael. Seine Atemzüge wurden immer leichter, bis ein leises Schnorcheln verriet, dass er eingeschlafen war. Rafael lag da und betrachtete seinen wunderschönen Freund. Na toll. Jetzt hatte er Adrian einen geblasen. Morgen würde wahrscheinlich die Hölle ausbrechen. Müde legte Rafael seinen Kopf gegen Adrians Schulter.

„Rafe“, Adrian schüttelte seinen Freund und sah auf die Uhr. „Rafe, du musst aufstehen. Es ist schon spät.“
Spät? Rafael hob den Kopf und sah auf die Uhr, stand im nächsten Moment im Bett.
„Verdammt.“
Blitzschnell hatte Rafael sich angezogen und nahm dankbar die Tasse Kaffee aus Adrians Hand entgegen. Er wagte es nicht, Adrian direkt anzusehen, fixierte seine Füße.
„Danke“, murmelte er.
„Ist schon in Ordnung“, auch Adrian wusste nicht so recht, wo er hinsehen sollte.
Also drehte er sich um und verließ das Schlafzimmer, räumte in der Küche herum, bis er Rafes Anwesenheit in seinem Rücken spürte.
„Es tut mir leid wegen gestern. Ich habe die Situation wohl – ausgenutzt.“
Adrian wandte sich Rafe zu und sah ihn jetzt endlich an. Rafe wirkte verlegen, schuldbewusst.
„Ich auch. Ich denke, dann sind wir quitt.“
„Okay“, Rafael zog seine Schultern hoch und stellte die Kaffeetasse auf den Küchentresen.
„Dann geh ich jetzt mal lieber. Es ist schon spät.“
Adrian nickte und sah seinem Freund hinterher, als der zur Haustür trottete. War Rafe gestern mit dem Vorsatz hierher gekommen, ihn zu verführen? Wenn ja, warum war er dann jetzt so schuldbewusst? Adrian seufzte leise, machte sich dann auch auf den Weg zur Arbeit. Er würde das Rätsel später lösen müssen.

Den ganzen Tag verbrachte Rafael in einem Zustand von halber Euphorie, gepaart mit Angst und Hoffnung. Heute Abend, nach der Tennisstunde mit Luke, würde er Adrian zur Rede stellen. Und wenn er Glück hatte, alle Zeichen richtig gedeutet hatte, dann würde er heute Nacht in Adrians Armen liegen.
Das hatte er zwar auch in der vergangenen Nacht, aber diesmal würde es anders sein. Wenn Adrian ihn liebte, dann würde es eine Nacht voller Glück werden. Rafael steigerte sich regelrecht in diesen Gedanken hinein und war voller Zuversicht, als er seinen Wagen zum Vereinshaus lenkte.
Luke erwartete ihn schon, wie immer mit trauriger Miene. Aber das tat Rafaels Euphorie heute keinen Abbruch. Er sprang aus seinem Wagen und legte Luke einen Arm um die Schultern.
„Luke, immer noch kein Kontakt mit Ricarda?“
Ein trauriges Kopfschütteln war die Antwort. Rafael schob seinen Freund zu den Umkleidekabinen und versuchte, ihn aufzumuntern. Als sie dann zu ihrem Platz gingen, war Luke zumindest nicht mehr ganz so traurig.
„He, Rafe. Ist das nicht dein Freund da hinten?“
Luke war stehen geblieben und sah auf einen Platz, der von einem Pärchen belegt war. Rafael sah hinüber und ihm blieb fast das Herz stehen, als er Adrian in inniger Umarmung mit einer Frau erblickte.
Die Frau sagte etwas und Adrian lachte, beugte sich dann herunter und küsste sie. In Rafael zerbrach etwas, er konnte es fast hören. Es war sein Herz. Mit einem Schlag waren alle seine Hoffnungen vernichtet.
„Rafe?“
Irritierte zog Luke an Rafaels Ärmel, der wie vom Donner gerührt da stand.
„Rafe, ist alles in Ordnung?“
Wie in Trance nickte Rafael und folgte Luke zu ihrem Platz. Aber er konnte sich kaum auf das Spiel konzentrieren, sah immer wieder hinüber zu dem Paar, das sich mehr mit küssen als mit Tennis beschäftigte. Schließlich brach Luke das Spiel ab und ging hinüber zu seinem Freund, der mit brennenden Augen wieder zu dem Paar starrte.
„Rafe, was ist los?“
„Verliebt in einen Heteroblödmann“, knirschte Rafael mit zusammengebissenen Zähnen.
„Scheiße.“
Endlich wandte Rafael seine Aufmerksamkeit Luke zu und hob entschuldigend die Schultern.
„Können wir aufhören? Ich – brauche ein bisschen Ruhe.“
Als sie den Platz verließen legte Luke einen Arm um Rafes Schultern und lenkte ihn schnell zu den Umkleidekabinen. Schweigend duschten sie und zogen sich an. Diesmal machte sich Luke Sorgen um Rafe, der wirkte, als würde er gleich in Tränen ausbrechen.
„Sollen wir noch irgendwo was trinken gehen?“
Rafael schüttelte den Kopf. Er wollte nach hause, wollte sich ausheulen und sich in seinen Schmerzen suhlen. Mit seiner Tasche über der Schulter folgte er Luke aus dem Vereinshaus, verabschiedete sich kurz und fuhr davon.
Zuhause angekommen warf er die Tasche ab und ballte seine Hände zu Fäusten. Verdammt. Wieso hatte er sich nur in seine Wunschträume hineingesteigert. Das heulende Elend wollte aus ihm heraus, bahnte sich einen Weg durch seine Kehle. Mit einem wütenden Aufschrei kamen dann die Tränen.

Rafael überstand irgendwie die nächsten Tage, aus denen Wochen wurden. Er rief Adrian nicht an, er fuhr nicht zu ihm. Es fiel ihm unendlich schwer, aber er wollte seinen Freund nicht mit dieser Frau antreffen. Wollte sich keine Gewissheit verschaffen, dass alles nur ein Traum gewesen war. Rafael schlief schlecht, hatte keinen Appetit.
Dafür trank er mehr. Es wurde ihm eine liebe Angewohnheit, seinen Kummer mit Alkohol zu ertränken. Eines Abends saß er mit einer Flasche Whisky auf seinem Sofa, die er bereits halb ausgetrunken hatte. Seine Lider wurden schwer. Rafael lehnte den Kopf zurück und sah an die Decke.
Es klingelte. Rafael warf einen Blick auf die Uhr und trotte zur Tür. Es war schon spät und er erwartete niemanden. Der Anblick von Adrian, der ihn schüchtern anlächelte, brachte Rafaels Herz zum Rasen. Trotzdem öffnete er die Tür nicht ganz, sah seinen Freund misstrauisch an.
„Was willst du?“
„Es ist eine schöne Nacht. Ich hatte gehofft, du würdest mit mir schwimmen gehen.“
Rafael öffnete die Tür weiter und starrte Adrian an.
„Wo willst du denn jetzt schwimmen gehen?“
„Im Stadtpark. So wie damals.“
So wie damals? War das ein Friedensangebot oder eine Anmache? Verwirrt rieb sich Rafael den Nacken, nickte dann aber.
„Okay. Ich komme gleich.“
Diesmal packte Rafael ein Handtuch ein, bevor er zu Adrian in das Treppenhaus trat und seine Wohnungstür verschloss. Er folgte seinem Freund die Treppe hinunter. Der Stadtpark war nicht weit entfernt und schon bald standen sie vor dem hohen Zaun, der das Schwimmbad vom Park abgrenzte.
„Und wie willst du da rüber kommen?“
Adrian grinste und winkte Rafael weiter, ging ein Stück den Zaun entlang. Dann schob er sich durch eine Lücke, die irgendjemand mit einer Drahtschere dort hineingeschnitten haben musste. Wenn dieser jemand man nicht Adrian selbst gewesen war, überlegte Rafael, während er sich durch die Öffnung zwängte.
Adrian stand bereits vor dem Schwimmbecken und zog sich aus. Dann war er mit einem Sprung im Wasser verschwunden, bevor Rafael ihn erreicht hatte. Der riss sich auch seine Sachen herunter. Die Sache begann ihm zu gefallen. Mit einem eleganten Kopfsprung hechtete er Adrian hinterher, der bereits mit kräftigen Schwimmzügen ein ganzes Stück voraus war.
Sie lieferten sich ein Wettschwimmen, dass am Ende Rafael für sich entschied. Aber es war knapp, auch Adrian war gut in Form. Keuchend hievte sich Rafael aus dem Wasser und reichte Adrian eine Hand, um ihm hinaus zu helfen. Wie vor so vielen Jahren griff Adrian zu und kam direkt vor Rafael zum Stehen.
Das Mondlicht schien auf Adrians Haar, als er Rafe anlächelte. Seine Zähne blitzten auf.
„Mir ist kalt.“
Unschlüssig sah Rafael seinen Freund an. Er wollte nicht wieder weggestoßen werden, sehnte sich aber verzweifelt nach Adrians Nähe.
„Umarme mich“, flüsterte Adrian und beseitigte Rafes Zweifel.
Mit einem Aufstöhnen riss Rafael Adrian in seine Arme, legte seine Lippen auf Adrians Mund. Der schob seine Zunge vor, stupste gegen Rafes Mund, um Einlass bittend. Himmel, ja. Rafael öffnete seine Lippen und ließ Adrian hinein, ergab sich dem erregenden Spiel ihrer Zungen.
Ihre Körper rieben sich aneinander, ihre Hüften stießen sich an, immer wieder. Es reichte nicht, es würde nie reichen. Mit einem frustrierten Seufzer löste sich Rafael aus der Umarmung, versuchte seinen Atem unter Kontrolle zu bekommen.
„Ist das hier wieder so ein Anmachspiel, nach dem du mich dann sitzen lässt?“
„Nein“, Adrian riss Rafe wieder an sich, umschlang ihn fest mit seinen Armen. „Nein, das hier ist kein Spiel. Ich will dich. Nicht nur ein Mal, sondern für immer.“
Für immer. In Rafaels Kopf explodierten die Synapsen, hinterließen einen Kurzschluss, der sich unmittelbar auf seine Lust auswirkte. Mit einem tiefen Stöhnen legte er seine Arme um Adrians Nacken, zog ihn zu sich heran. Rafael küsste seinen Freund, zog ihn langsam mit sich zu Boden. Sie kamen auf dem Handtuch zu liegen, ihre Körper und Münder fest aneinander gepresst.
Adrian sank auf Rafe herunter, deckte sich über ihn, wie eine schwere, warme Hülle. Rafe genoss das Gefühl, legte beide Arme um seinen Freund. Er spürte Adrians Atem an seinem Ohr, was ihm einen wohligen Schauer den Rücken heruntertrieb.
Von irgendwo her erklang ein Klingeln. Erstaunt hob Rafael seinen Kopf, schob die warme Hülle beiseite.
Was..? Im nächsten Moment landete Rafael auf dem Fußboden, die schwere Wolldecke folgte ihm. Irritiert sah er sich um. Er war in seinem Wohnzimmer, kein Adrian, kein Schwimmbad. Verdammt. Rafael rieb sich seinen schmerzenden Schädel und kam auf die Füße, um dieses verdammte Klingeln abzustellen. Der Wecker in seinem Schlafzimmer war der Quell des Übels.
Rafael ließ sich auf die Bettkante fallen und stellte das Ding ab. Seit er sich regelmäßig mit Alkohol betäubte hatte er es sich zur Angewohnheit gemacht, den Wecker rechtzeitig zu stellen, damit er pünktlich zur Arbeit kam. Sein Blick fiel auf seinen Schritt. Nass. Verdammt. Angeekelt von sich selbst stand Rafael mühsam auf, zog sich aus und trottete in sein Bad. Eine Dusche brachte ihn halbwegs zur Besinnung, jedenfalls so weit, dass er begriff, dass es so nicht weitergehen konnte.

Neue Hoffnung für Rafael




Tatsächlich änderte Rafael seine Gewohnheiten, ließ das Trinken sein. Er begann im Internet nach einem Partner zu suchen, traf sich ein paar mal mit verschiedenen Typen. Die vögelten ihm zwar das Gehirn raus, aber sein Herz blieb an seinem Platz, bei Adrian. Es war zum verrückt werden.
An einem Freitagabend, als Rafael gerade seine Werkstatt abschließen wollte, klingelte das Telefon in seinem Büro. Es war jetzt zwei Monate her, dass Rafael Adrian zuletzt gesehen hatte. Trotzdem klopfte sein Herz wie verrückt, als er schnell in sein Büro rannte und den Hörer hoch riss.
„Ja?“
Jedes Mal, wenn das Telefon klingelte, hoffte ein unvernünftiger Teil in Rafael, dass es Adrian sein würde. Diesmal..
„Hallo Rafe, Adrian hier.“
„Hallo.“
Obwohl Rafaels Herz ihm wild gegen die Rippen schlug klang seine Stimme beherrscht, fast unterkühlt.
„Ich wollte fragen, ob du zum Essen vorbeikommen möchtest.“
Schweigen. Ein Essen unter Freunden, warum nicht? Rafael holte tief Luft.
„Ja, das passt mir gut. Wann?“
„Jetzt?“
„Okay, ich bin auf dem Weg.“
Rafael bemühte sich, nicht zu rennen, als er zu seinem Wagen ging. Aber er fuhr trotzdem viel zu schnell und erreichte in Rekordzeit Adrians Haus. Während er auf die Haustür zuging versuchte er ruhig zu atmen, aber Adrians Anblick, als der die Tür in Jogginghose und engem T-Shirt öffnete, trieb seinen Puls wieder hoch.
„Rafe“, Adrian strahlte seinen Freund an, ging voraus in die Küche.
Es duftete sehr lecker, so dass sogar Rafael einen Anflug von Hunger verspürte, während er Adrian folgte. Der Esstisch im Wohnzimmer war gedeckt, da der inzwischen in Hamburg angekommene Winter einen Aufenthalt auf der Terrasse nicht mehr zuließ.
„Setzt dich schon mal hin, Essen kommt gleich“, rief Adrian aus der Küche.
Gehorsam nahm Rafael Platz und sah sich verstohlen um. Kein Anzeichen von weiblicher Einwirkung, wie Blumenvasen oder Deckchen. Er beschloss, bei nächster Gelegenheit das Badezimmer zu inspizieren, als Adrian auch schon mit zwei gefüllten Tellern erschien.
„Schweinebraten wie meine Mutter ihn macht“, erklärte Adrian.
Schweigend aßen sie, auch Rafael mit gutem Appetit. Es war einfach zu lange her, dass er etwas anderes als Tiefkühlkost oder Fastfood gegessen hatte. Satt lehnte er sich schließlich zurück und unterdrückte einen Rülpser.
„Hat es dir geschmeckt?“
Adrian erhob sich, um die Teller abzuräumen, sah Rafael dabei beinahe schüchtern an. Der nickte und stand auch auf.
„Muss mal pissen“, murmelte er.
Im Bad fand er – zwei Zahnbürsten. Verdammt. Rafael schnüffelte in den wenigen Schubladen, fand aber keine weiteren Indizien. Aber es reichte, um ihn zu ernüchtern. Mit hängenden Schultern ging er zurück ins Wohnzimmer, wo Adrian bereits zwei Bierflaschen auf den Couchtisch gestellt hatte und ihm erwartungsvoll entgegensah.
„Lass uns noch ein bisschen quatschen“, schlug er vor.
Zögernd ließ sich Rafael neben ihm nieder, griff nach seinem Bier.
„Wie läuft es in der Werkstatt?“ begann Adrian.
„Gut.“
Schweigen. Es gibt beredetes Schweigen, es gibt aber auch unangenehmes Schweigen. Dies gehörte in die zweite Kategorie. Rafael zog unbehaglich seine Schultern hoch und wandte sich Adrian zu.
„Warum hast du mich eingeladen?“
Adrian rückte unvermittelt so nah an Rafael heran, dass sich ihre Lippen fast berührten. Dann beugte er sich vor und presste seinen Mund auf Rafaels, küsste ihn mit verzehrender Leidenschaft. Sofort brannte Rafael lichterloh, wurde seine Hose eng. Mit einem leisen Stöhnen legte er seine Arme um Adrians Hals, vergrub seine Finger in dessen Haar. Weich. Adrians Haar war so weich.
Finger machten sich ungeduldig an Rafaels Hose zu schaffen, griffen nach seinem Penis. Was sonst in Rafael wilde Leidenschaft auslöste, war für ihn wie ein kalte Dusche. Dieser Angriff war zu plötzlich, zu schnell und zu – lieblos. Mit einem Ruck riss er sich von Adrian los, sprang auf und schloss seine Hose. Sein Blick traf Adrian, böse funkelnd.
„Du willst ficken? Ist es das?“
Zögernd nickte Adrian, sah hoffnungsvoll zu Rafael auf.
„Warum mich? Du hast doch diese – Frau.“
Diesmal senkte Adrian den Kopf und schwieg. Einen Moment wartete Rafael, dann hielt er es nicht mehr aus. Er stürmte aus dem Haus, rannte zu seinem Wagen und ließ den Motor aufheulen. Mit quietschenden Reifen setzte er zurück, rammte fast einen Wagen, der ihm entgegenkam. Erschrocken bremste Rafael und atmete tief durch. Er war Autoliebhaber und würde sich nicht seinen Wagen kaputtfahren, nur weil Adrian ihn zum ficken benutzen wollte. Verdammt. Sehr kontrolliert lenkte Rafael seinen Wagen nach hause und entschied, dass er sich einen guten Whisky verdient hatte.

Grosse Teile des guten Whiskys waren bereits in Rafael drin, als er zu später Stunde ein leises Klopfen an seiner Tür hörte. Mist, er träumte schon wieder. Rafael schnaubte und kniff sich in den Arm. Aua. Erschrocken fuhr er hoch und hörte ein erneutes Scharren an seiner Tür.
„Rafe“, erklang es gedämpft.
Adrians Stimme. Rafael kniff sich erneut und zuckte zusammen. Konnte man im Traum Schmerz empfinden? Nachdenklich taumelte er zur Tür und öffnete sie einen Spalt.
„Rafe“, ein völlig derangierter Adrian stand vor der Tür, mit einer Daunenjacke über seinem T-Shirt und seiner Jogginghose nur unzureichend für das Winterwetter gekleidet.
„Waswillsdu?“ artikulierte Rafe böse.
„Dich.“
Starren. Oder vielmehr versuchtes Starren. Rafael konnte Adrian nicht richtig fixieren, schwankte leicht.
„Achso“, er stolperte zurück und Adrian drängte sich in die Wohnung, warf seine Jacke ab.
Dann lag Rafael in Adrians Arm und ihre Lippen trafen sich. Der Alkohol schwächte Rafaels Widerstand, ließ ihn willenlos in Adrians Armen erzittern. Blut verabschiedete sich aus dem alkoholgeschwängerten Gehirn, machte sich fast erleichtert auf den Weg nach unten. Schließlich war dort mehr los als im Denkapparat.
Oh Mann. Dort war viel mehr los. Rafael bekam kaum mit, dass Adrian ihn in sein Schlafzimmer drängte. Er hing noch immer an Adrians Lippen, konnte nicht genug von dessen Küssen bekommen. Seine Kniekehlen trafen die Bettkante, er fiel nach hinten.
Diesen Umstand machte sich Adrian zunutze, warf sich auf Rafe. Hände tasteten unter Rafaels T-Shirt, fanden weiche Haut und flache Brustwarzen, liebkosten und zupften, bis Rafael vor Wonne erschauerte. Dann war er nackt, obenrum, fühlte Adrians Lippen an seinem Hals, auf seiner Brust. Tiefer, in seinem Bauchnabel. Automatisch hob Rafael seine Hüften an, als ihn gierige Finger von seiner Hose befreiten. Sein Glied stand steil nach oben, wurde im nächsten Moment in eine Mundhöhle gesogen.
Rafael drückte seinen Rücken durch, trieb sich dieser heißen Enge entgegen, krallte seine Finger in Adrians Haar. Kaum noch bei Sinnen stöhnte er Adrians Namen, wimmerte protestierend, als der seinen Mund zurückzog.
Ein leises Knistern und Rascheln, dann wurde Rafael zur Seite gedreht, fühlte Adrians Penis in seiner Pospalte. Instinktiv zog Rafael seine Knie leicht an, um Adrian das Eindringen zu erleichtern. Ein starker Druck, fast schmerzhaft, dann glitt Adrians dickes Glied in Rafael hinein, dehnte ihn herrlich. Er fühlte, wie Adrian seine Arme um ihn legte, seine Nase an seinen Hals presste.
„Rafe.“
Ein zärtliches Raunen, dass einen erregten Schauder über Rafaels Rücken schickte, bis nach unten in seine Hoden. Er stöhnte auf und packte seinen Penis, trieb sich ungeduldig in seine Faust, während hinter ihm Adrian seine Hüften vor und zurückschob. Die starke Invasion und Adrians abgehackte Atemzüge an seinem Ohr machten Rafe wahnsinnig vor Lust, trieben ihn unbarmherzig ins Ziel. Mit einem lauten Stöhnen schoss sein Orgasmus aus seinen Lenden und ließ warme Sahne über seine Hand laufen. Er versteifte sich in Adrians Armen, der mit einem kehligen Aufschrei folgte, sich in das Kondom ergoss.
Adrians Arme schlossen sich enger um Rafael, während sie keuchend zurück auf dem Weg zur Erde waren. Fast zeitgleich mit dem Aufprall verabschiedeten sich Rafaels Sinne, schickten ihn in die Welt der Bewusstlosigkeit, der sich nahtlos das Universum des tiefen Schlafes anschloss. Der Whisky sorgte dafür, dass er eine Gruppe von Baumfällern traf und sich auch diesen mit seiner Kettensäge anschloss.
Adrian betrachtete den laut schnarchenden Rafael und seufzte leise. Er war zwar auch betrunken, aber bei dieser Lautstärke war an Schlaf nicht zu denken. Langsam zog er sich aus Rafe zurück, streifte das Kondom ab. Dann schlüpfte er leise aus dem Bett und griff nach seinen Klamotten.
Angezogen ging Adrian unschlüssig in das Wohnzimmer. Das Sofa sah gemütlich aus. Adrian griff nach der Wolldecke, die auf dem Boden davor lag und legte sich auf das Sofa. Es war nicht richtig gewesen, Rafe so zu überfallen. Eigentlich hatte er mit ihm reden wollen, rausfinden, ob Rafael seine Liebe erwiderte, die sich Adrian endlich eingestanden hatte. Aber morgen war auch noch ein Tag und er vielleicht mutiger. Der Alkohol, den Adrian getrunken hatte um sich Mut zu machen, forderte seinen Tribut. Nachdem er sich zurecht gerückt hatte fiel auch er in einen tiefen Schlaf.

Der nächste Morgen kommt unvermeidlich, auch wenn der gewissenlose Säufer das immer wieder ausblendet. Aber wem sag ich das? Es gibt Leute, die wollen es einfach nicht wahrhaben.

Rafe hielt sich den Schädel und scannte sein Schlafzimmer. Hm, kein Feindkontakt. Er schob sich an den Bettrand und entdeckte ein Kondom auf dem Fußboden. Ein – befülltes Kondom. Scheiße. Mühsam kam er hoch und kratzte sich an seinen Eiern. Seine Puperze brannte. Okay. Es war also doch geschehen. Adrian hatte ihn schon wieder gefickt. Verdammt.
Mit diese Erkenntnis schleppte sich Rafael ins Bad und stellte seinen widerstrebenden Körper unter die Dusche. Das brachte keine neuen Einsichten, aber es erfrischte ein wenig. Dann quälte er sich in seinen Bademantel und schlurfte in die Küche. Kaffee. Während das schwarze Gebräu sich einen Weg durch die verkalkte Kaffeemaschine suchte, rieb sich Rafael die Stirn.
Wo war der Täter? Aber zuerst: wo waren die Kopfschmerztabletten? Fast erleichtert darüber, dass sein Gehirn zu solch einer glanzvollen Leistung fähig war, durchsuchte Rafael seine Schränke. Das Ergebnis seiner Suche warf er in ein Glas und ließ Wasser darüber laufen. Mit einem unangenehm lautem Sprudeln löste die Tablette sich auf, während Rafael weiter sein Gehirn malträtierte.
Adrian. Adrian hatte geklopft. Und dann hatten sie – geküsst. Genau. Und dann war da das Bett gewesen. Rafael tastete nach seinem Po und fühlte wieder dieses Brennen. Adrians Mund an seinem Hals, das geflüsterte Wort. Ihm lief trotz seines Schädels ein Schauer über den Rücken. Sein Blick fiel auf das Wasserglas. Mit Todesverachtung spülte er das Zeug mit einem Zug herunter, fixierte dann die Kaffeemaschine. Auch die hatte ihr Werk getan, wartete nun auf weitere Anweisungen.
Rafael goss sich mit zitternden Händen Kaffee in einen Becher, als Adrian in die Küche schlurfte. Aha. Also war der Feind entdeckt. Rafael fixierte ihn mit finsterem Blick.
„Darf ich auch einen Kaffee haben?“
Verlegen sah Adrian Rafael an. Der holte wortlos einen zweiten Becher aus dem Schrank, füllte ihn.
„Hier. Aber danach verschwindest du.“
Adrian griff nach dem Becher und nippte daran. Er sah Rafael unter seinen langen Wimpern hervor an.
„Und wenn ich bleiben möchte?“
Autsch. Rafael drehte sich um und sah aus dem Fenster. Weihnachten war an ihm vorbeigerauscht, genauso wie Sylvester. Der kalte Januar schickte Schneeflocken und machte alles so weich da draußen. Aber nur da draußen.
„Das ist meine Wohnung. Bitte verschwinde nach dem Kaffee.“
Hinter sich hörte er nur die leisen Geräusche, die Adrian beim Schlürfen seines heißen Kaffees verursachte. Dann ein leises Geräusch, als ein Becher abgestellt wurde. Schritte entfernten sich, hielten dann inne.
„Rafe, ich liebe dich. Es tut mir leid, wenn ich dir weh getan hab. Entschuldige.“
Mit einem leisen Schluchzer klappte auch die Tür. Und Rafael stand wie erstarrt da, konnte sich nicht bewegen. Scheiße. Verdammte Scheiße. Mit aller Kraft riss Rafael die Kontrolle an sich, rannte zur Tür. Das Treppenhaus war leer. Er wickelte seinen Bademantel eng um sich, nahm zwei Stufen auf einmal, während er die Treppe hinunter lief. Dichtes Schneegestöber empfing ihn, als er die Haustür aufriss.
„Adrian.“
Rafael sah sich um, überlegte, ob er barfuss in seinem Bademantel durch Hamburgs Strassen irren sollte. Verdammt. Keine gute Idee. Zitternd erklomm Rafael die Treppe, von einem Adrenalinschub getrieben. Mist. Verdammter Mist. Gerade rannte sein Freund Adrian unzureichend bekleidet da draußen herum, weil er ihn weggeschickt hatte. Weggeschickt. Wieso hatte er Adrian weggeschickt?
Rafael zog sich in fieberhafter Eile an, griff nach seinem Schlüssel. Dann stand er auch schon auf der Strasse, rannte mal hierhin, mal dorthin. Mist. Kein Adrian. Rafael rannte zur nächsten Bahnstation und fuhr zu Adrians Haus. Der Weg war viel zu lang für das Gefühlschaos, das in ihm tobte. Endlich angekommen klingelte Rafael, lief um das ganze Haus. Nichts. Kein Adrian. Zitternd stand Rafael in der Kälte, wartete. Er sah auf seine Uhr. Rannte wieder um das Haus in der Hoffnung, dass es einen Hintereingang gab. Gab es nicht. Rafael wusste nicht, wie lange er ausharrte. Irgendwann war er so durchgefroren, dass er sich mutlos auf den Weg zurück machte.
Vor seiner Haustür kauerte eine zitternde Gestalt. Rafael rannte die letzten Stufen, hockte sich vor Adrian nieder. Der sah auf, mit wirrem Blick und völlig durchnässt.
„Es – es ist schon okay. Ich – ich will nur dein Freund sein – ist schon okay“, stammelte Adrian.
Rafael kamen die Tränen, als er seinen Liebsten so mutlos vor sich sitzen sah. Er schloss seine Tür auf und zog Adrian dann hoch, in seine Arme. Gott, der arme Kerl war völlig unterkühlt. Mühsam schob er das nasse Bündel in seine Wohnung, dirigierte Adrian ins Bad. Dort ließ er Wasser in die Wanne laufen, begann Adrian aus seiner nassen Kleidung zu befreien. Der stand einfach zitternd da, ließ alles über sich ergehen. Nur, als Rafael ihn in die Wanne drängte, quietschte er erschrocken auf. Das heiße Wasser prickelte, weckte seine Lebensgeister. Irgendwie bekam Rafael seinen Freund dann doch in die Wanne, sah erleichtert, wie dessen Haut wieder Farbe bekam.
Normalerweise hätte er jetzt Alkohol geholt, um Adrian zu erwärmen. Nach der Erfahrung der letzten Nacht verzichtete Rafael auf diese Medizin, kochte lieber einen frischen Kaffee. Mit einem Becher dieses ungefährlichen Mittels in der Hand ging er dann wieder in sein Bad, wo Adrian langsam zu sich kam.
„Danke“, Adrian griff nach dem Becher und zuckte zusammen, als er Rafes Hände dabei berührte.
Verlegen senkte er den Blick, starrte angestrengt in den Becher.
„Trink“, flüsterte Rafael.
Gehorsam nahm Adrian einen Schluck, sah dann Rafael an.
„Es tut mir leid. Ich – hätte das nicht tun dürfen. Aber – aber ich hatte – Scheiße.“
Adrian verstummte und senkte seinen Blick wieder in den Kaffee, als könnte er dort den Sinn des Lebens entdecken.
„Du hattest?“ half Rafael sanft nach.
„Sehnsucht. Ich hatte solche Sehnsucht nach dir.“
Weiterhin suchte Adrian in seinem Kaffee nach Antworten, aber die gab ein anderer.
„Ich habe mich auch nach dir gesehnt.“
Adrians Blick fuhr hoch, traf Rafaels. Hoffnung, Sehnsucht – ein ganze Welt spiegelte sich in diesem Blick.
„Du – du sehnst dich nach – mir?“
„Ja. Wie verrückt.“
Adrian schluckte, stellte seinen Becher auf den Wannenrand und umklammerte selbigen, als er die entscheidende Frage stellte.
„Warum?“
„Weil ich dich liebe?“
Das Wasser trat über den Wannenrand, als Adrian Rafe an sich riss. Er sah ihm in die Augen, fand die Antwort und presste stöhnend seine Lippen auf Rafes Mund. Selige Küsse, schwappendes Wasser. Dann ein ganzer Schwall, als Adrian Rafe zu sich in die Wanne zog. Der Kaffeebecher fiel, das Badewasser wurde braun. Egal. Es zählten nur noch Münder, die sich gierig verschlangen.
„Rafe“, stöhnte Adrian und ertränkte den armen Kerl fast, als er ihn an seine Brust drückte.
„Rafe“, Adrian rettete seinen Liebsten, kam hoch und zog Rafael mit sich.
Da standen sie, einer nackt, der andere triefend in seiner Kleidung. Braunes Badewasser ergoss sich über den Fußboden. Ein Becher dümpelte vor sich hin, während Adrian durch Rafaels Haar strich, über seine Wange streichelte und ihn mit einem irrsinnig dümmlichen Lächeln ansah.
„Rafe“, murmelte Adrian wieder, offensichtlich ob seines Gefühlsansturms nur noch dieses einen Wortes fähig.
„Adrian“, antwortete Rafael, ebenso jedes sinnvollen Gesprächmerkmals beraubt.
Wer brauchte schon Worte, wenn Herzen sprachen? Rafaels Herz schmerzte schon wieder, diesmal vor Glück. Auch Adrian konnte kaum sprechen, wie schon zuvor bemerkt.
„Äh, Rafe?“
Oh, da kam also doch noch Leben ins Gespräch. Nachdem die Unterredung so plötzlich eine entscheidende Wendung bekommen hatte, beteiligte sich auch Rafael eifrig.
„Ja, Süßer?“
Süßer. Adrian durchlief ein wohliger Schauer.
„Wir stehen hier in brauner Brühe und stammeln rum. Wollen wir das ändern?“
Oh. Ein ganzer Satz. Rafael registrierte, dass Adrian Recht hatte.
„Ja. Aber wie?“
Diesmal bewies Adrian Geistesgegenwart, schälte Rafe aus seinen Klamotten, die er achtlos in die Brühe fallen ließ.
„Die Schuhe sind hin“, brummte er noch, dann stieg er aus der Wanne.
„Ja, schade“, gab Rafael zu, während er Adrian folgte.
„Verdammter Mist. Die waren toll.“
„Ja. Meine Lieblingsschuhe.“
„Scheiße.“
„Unwichtig. Küss mich.“
Das tat Adrian, hinterließ den ganzen Weg zum Bett eine Kussspur auf Rafael und eine nasse Spur hinter ihnen. Aber was zählte das schon, wenn es hier um Wichtigeres ging? Sie fielen auf das Bett, küssten sich wie verzweifelt. Rafe grub seine Hände in Adrians Haar, während sein Herz Überstunden einlegte, ihm gegen die Rippen schlug, als wollte es hinaus.
„Ich liebe dich, Adrian.“
Die Worte wollten endlich heraus und Rafe stammelte sie immer wieder, löste bei Adrian damit einen Gefühlssturm aus. Er presste sich an Rafaels Körper, konnte nicht genug Nähe bekommen und rollte sich schließlich auf ihn.
Er landete zwischen Rafaels Schenkeln, hob sich auf seine Unterarme und betrachtete das Gesicht seines Geliebten.
„Ich liebe dich, Rafe. Wahrscheinlich schon immer. Ich war nur zu blöd es zu begreifen.“
Dieses süße Geständnis rührte Rafael, jagte ihm einen Schauer über den Rücken. Er zog Adrians Kopf zu sich herunter und küsste ihn zärtlich, als ihm etwas einfiel.
„Und – was ist mit der Frau?“
„Welche Frau?“
Adrian runzelte die Stirn.
„Die vom Tennisplatz. Zwei Zahnbürsten in deinem Bad. Die Frau.“
Ein breites Grinsen erhellte Adrians Gesicht.
„Das ist deine Zahnbürste in meinem Bad. Und die Frau – es ging einfach nicht. Ich hab es nur kurz versucht, wie um mir zu beweisen, dass ich nicht schwul bin. Aber – ich liebe dich, also bin ich es wohl doch.“
Erleichtert strich Rafael über Adrians Wange.
„Warum bist du dann nicht schon eher zu mir gekommen?“
„Ich hab mich nicht getraut“, flüsterte Adrian verlegen, „ich dachte, vielleicht schickst du mich weg. Ich – konnte einfach nicht.“
Mit einem tiefen Seufzer legte Rafael seine Arme um Adrians Nacken, zog ihn an seine Lippen. Zärtliche Küsse, sanftes Reiben von Nasen aneinander. Oh Gott. Rafe stöhnte selig auf bei dieser Zärtlichkeit. Seine Hände glitten über Adrians Rücken, ertasteten weiche Haut über festen Muskeln. Er war im Himmel, aber er musste es doch noch genau wissen.
„Bleibst du jetzt bei mir?“
Bei dieser Frage sah Rafael fast ängstlich zu Adrian hoch, wartete gespannt auf die Antwort.
„Ja“, murmelte Adrian und strich Rafe die Haare aus dem Gesicht, betrachtete ihn verliebt, „ja, ich bleibe bei dir. Es wäre schön, wenn wir zusammen in meinem Haus wohnen könnten.“
Oh ja. Für einen Moment schloss Rafael die Augen. Das hatte er sich gewünscht, immer wieder, und nun geschah es wirklich. Mit feuchten Augen sah er zu Adrian auf, ihre Lippen fanden sich erneut zu einem Kuss. Erst sanft, dann immer leidenschaftlicher lieferten ihre Zungen sich ein Duell. Rafael stöhnte, fühlte Adrians Härte zwischen ihren Leibern. Der Körperkontakt ließ auch sein Blut nach unten fließen, sein Gefühl tat ein übriges und beschleunigte den Vorgang. Im Nu hatte auch Rafael eine prächtige Erektion, rieb sich erregt an Adrian.
„Ich will dich“, stöhnte er, spreizte seine Beine weiter, um Adrian einen besseren Zugang zu verschaffen.
Adrians Atem beschleunigte sich, sein harter Penis drückte gegen Rafes Erektion. Er hob seine Hüften, rutschte ein Stück tiefer, dann war seine Härte auch schon in Rafes Pospalte. Aufmerksam beobachtete Adrian Rafes Gesicht, während er seinen Penis gegen dessen enge Rosette presste.
Die Erregung, die sich in Rafes Miene zeigte, machte Adrian heiß, ließ die Lust in ihm aufsteigen und jede Zurückhaltung vergessen. Mit einem erregten Knurren schob er Rafes Knie bis an dessen Brust, packte seinen Schwanz und schob sich in Rafe hinein. Ein schmerzerfüllter Ausdruck huschte über Rafaels Gesicht, dann entspannte sich seine Miene und zeigte nur noch Genuss und tiefe Erregung.
„Ja“, flüsterte Rafe heiser und sah Adrian mit glänzenden Augen an.
Ein kurzer Ruck, dann war Adrian bis zum Anschlag in seinem Liebsten, stöhnte vor Wonne auf. Seine Hüften pausierten nicht, konnten einfach nicht inne halten. Mit tiefen, festen Stößen versenkte sich Adrian in Rafe, brachte dessen Körper zum vibrieren. Rafes Schwanz schwoll an, pulsierte wild bei jedem Treffer, den Adrian landete.
„Adrian“, atemlos keuchte Rafe auf und packte seinen Penis, stieß in seine enge Faust.
Ihre Blicke hingen aneinander, registrierten jede Regung auf dem Gesicht des anderen. Auf Adrians Gesicht erschien ein fast triumphierendes Lächeln, als Rafes Miene sich verzerrte.
„Ich will dich sehen“, flüsterte er mit rauer Stimme.
Rafe kam mit einem fast erstaunt klingenden Aufschrei, starrte Adrian mit zusammengekniffenen Augen an, während warmer Saft über seine Faust rann, ihm über den Bauch spritzte.
„Ja“, stöhnte Adrian und erhöhte den Takt, konnte schon das Ziehen in seinen Hoden spüren.
Dann spritzte auch er ab, füllte Rafe mit seiner Sahne, drückte seinen Rücken durch und flog ins Universum. Die Wucht seiner Erlösung trieb ihn nach vorn, in Rafaels Arme. Der fing Adrian auf, streichelte ihn und brachte ihn zurück zur Erde. Kraftlos sackte Adrian mit fliegendem Atem auf Rafe zusammen, sein Herzschlag klopfte laut in seinen Ohren.
Trotzdem hörte er die zärtlichen Worte, die Rafe ihm zumurmelte. Oh Gott, war das schön. Ein irrsinniges Glücksgefühl stieg in Adrian auf, erstickte ihn fast. Mit zusammengeschnürter Kehle rollte er sich von Rafael, zog ihn an seine Brust.
„Ich bin irrsinnig glücklich“, gestand Rafael, immer noch atemlos.
Ja, da waren sie schon zwei. Engumschlungen und mit dem dümmlichen Lächeln der Verliebten blieben sie auf dem Bett liegen, genossen ihre Nähe. Viel später erst standen sie auf, um die Sauerei im Badezimmer zu beseitigen. Aber danach krochen sie wieder in ihre Höhle und blieben dort, bis der Hunger sie aus dem Bett trieb.
Während Adrian einen Lieferservice anrief, griff Rafael nach seinem Handy und schickte eine SMS an Ricarda. Das hatte sie verdient, auch wenn er nicht wusste, wo sie gerade war. Er hoffte, dass sie endlich bei Luke war und genauso glücklich wie er.


Den ersten Teil der Serie findet ihr unter www.bookrix.de bei Sissi Kaiserlos kostenlos. Weitere Bände befinden sich in Vorbereitung. Wer mich gedruckt sehen will: ich arbeite daran. Nähere Infos dann auf meiner Profilseite bei bookrix. Ich freue mich auf Euch.

Eure Sissi

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Texte: Sissi Kaiserlos
Bildmaterialien: shutterstock supported by skope
Tag der Veröffentlichung: 09.04.2012

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