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Peter Lind

Prolog

 

 

es ergibt sich

 

ganz selten

 

bei einem menschen

 

die gelegenheit

 

der eigenen tiefen empfindung

 

und je mehr

 

ich die zusammenhänge begreife

 

sinnlich erfahre

 

desto radikaler mein rückzug

Geästtraum

Die Welt in der wir leben besteht aus Geschichten, Frauen treffen Männer, Männer Frauen und Menschen begegnen Menschen. Verständnis kommt auf, manchmal, hin und wieder Zuneigung, dann und wann ist von Liebe die Rede und danach singt jede, jeder wieder ein neues Lied. Und immer wieder dazwischen blitzen sie auf, mal kürzer mal länger, Geschichten, ob sie gut aus gehen oder nicht, ein Ende haben sie nie. Warten auf etwas, was jeden Augenblick passieren könnte, plötzlich oder noch Lange nicht oder nie oder doch nichts erwarten, nur das Tägliche, was voraussehbar ist, weil es täglich wiederkommt, keine große Bewegung, keinen Auf-oder Umschwung, nur immer weiter so, vielleicht später.
Ein Schmerz, die Narben, die Wunden ziehen, die doch niemand spüren will. Worte und Bilder im  Kopf wirbeln auf, fliegen ab, vermischen sich in den Augen, das Dunkle.
 Das Deuten, etwas verloren zu haben oder nicht gefunden, Mangel, Entbehrung und wieder Licht beim Gang durch die Landschaften, beim Liegen im Moos, die Kronen uralter Kastanienbäume verlieren sich im  Schattenspiel der Blätter, im Blätterleuchten, im Sonnenlicht, in der Bodenkühle, im Grasduft, in der Stille, ein Stück mit zu leben, mit der ganzen Sehnsucht, der ganzen Lust, mit allen sechs Sinnen, die unablässig jagen in alle vier Himmelsrichtungen.
 Wenn nur die Tränentürme nicht wären, denen man entrücken muß, wenn man schon nicht entkommen kann, tanzen muß auf ihren Spitzen, sodaß dann etwas eigenes, etwas einziges, dass ein Geheimnis entstehen kann, das Unbekannte erkennen, das sich sammelt in der Mitte und aufsteigt,
 
 
vom Bauch in die Brust,vom Hals in den Kopf und fließt bunt, sich ausbreitet, überschwappt über die Flächenhorizonte, In wilder Überflutung, soweit das Auge reicht und Rosa kommt zu weiß und es beginnt zu leuchten, dann zu brennen, lichterloh durch den Tag und noch im Schlaf. Überall in jedem Winkel lodert das Feuer, Feuer der Poesie und geht zurück in die Stille.
Und es eult in den Bäumen vor dem Fenster.

Impressionen

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 16.02.2014

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
dem leben,der liebe

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