Cover

Vorwort

 

©  Hartmut Gelhaar

 

 

 

Jährlich zu den Osterfesten
gibt man manch buntes Ei zum Besten.


Auch hier
sind sie mit dabei.
Und nur 
das Gelbe von dem Ei!

 

 

Inhaltsverzeichnis

Hartmut Gelhaar

Vorwort

Phil Humor             

Interview mit dem Osterhasen

Anneliese Koch      

Der Wetterfrosch

Roland Schilling     

Seltsame Vögel

Elke Immanuel       

Best Friends

Matthias März      

Papa und der Osterhase

Nibiru                       

Erfolglose Ostereisuche

Jimi Wunderlich     

Ostergeschichten für einen Dreikäsehoch

Heike Brands

Eierdiebe

Elke Immanuel       

Der kleine Hase Schiefzahn

Roland Schilling

Am Ostermorgen

Hartmut Gelhaar                    

Zu den Osterfesten

Editha M. Schmiedel

Dixie aus Nairobi

Anneliese Koch     

Wo ist der Frühling?

Rebecca Peuleke

Was machen Engel nach Weihnachten

Hope Vania Greene

Der Osterhase nimmts leicht

Dörte Müller

Das erste gemeinsame Osterfest

Hartmut Gelhaar 

Der Lenz ist da!

Petra Peuleke        

Frohe Ostern

Hartmut Gelhaar

Falscher Hase

Manuela Schauten

Lumpi versucht sein Bestes

Anneliese Koch     

Der Biss

 

 

 

Interview mit dem Osterhasen

© Phil Humor

 

Babsi: „Heute zu Gast bei uns, der allseits beliebte und hochgeschätzte Osterhase. Hast Du einen Ausweis dabei, irgendetwas, was mir bestätigt, dass vor mir der leibhaftige und einzigartige Osterhase sitzt? Immerhin gibt es Dich in unzähligen Varianten – aus Schokolade ...“

 

Osterhase: „Ja ja, ich weiß doch, wie der Hase läuft. So etwas wie einen FBI-Ausweis habe ich natürlich nicht; ich will ja auch nicht ermitteln – aber frag Dich doch mal ernsthaft: Welcher Hase aus Deiner Bekanntschaft könnte Dir in so gepflegtem Deutsch antworten?“

 

Babsi: „Sprache als Ausweis – wie bei My Fair Lady. Wo wir schon bei einer Zuschauer-Frage wären: Gibt es eine Osterhäsin – und wenn ja, wie viele?“

 

Osterhase: „Mich gleich mit meinem Harem zu konfrontieren – recht dreist; unverschämt; gefällt mir; die Show hat Stil. Viele stellen sich mich ja vor als eine Mischung von Bugs Bunny und Hop, dem Kinohasen; ich pass mich da ganz Euren Erwartungen an. Ich halte es da so wie mein Kollege, der Weihnachtsmann, er beschäftigt Horden an Subunternehmern, er selber bleibt seltsam undefiniert trotz aller Präsenz. Immer den Erwartungen entsprechen, der sein, den man erwartet; das führt zu keinen Überraschungen – und das ist es ja, was die Leute von einem alljährlichen Fest wie Ostern erwarten: Kontinuität, Bestätigung, dass sich in 2000 Jahren nichts geändert hat; man wartet – und wartet – Parusie – Wiederkehr des Herrn; und wer kommt stattdessen? Der Osterhase hoppelt mit schöner Regelmäßigkeit in Eure Vorgärten. Wenn Ihr Euch damit zufriedengebt. Aber wie könnte man es beschleunigen – was feiert Ihr denn da? Auferstehung – nun gut, dem Jahr fällt das leicht, es startet seinen Frühling – Mutter Natur schmückt wie besessen, Deko an die Bäume; aber Ihr liegt darnieder – gebt Unsummen aus für österliches Naschen, statt Euch mal eine Karotte reinzuziehen. Ich habe es mal versucht mit veganem Ostern – kam gar nicht gut an. Ach, dann mümmelt Eure Schoko-Osterhasen, obwohl – ich muss es gestehen – es mir immer einen Stich ins Herz versetzt, wenn ich das mitansehen muss – die fröhlichen Gesellen gehen brockenweise vor die Hunde. Sehr lustig.“

 

Babsi: „Nun mach uns bitte keine Vorwürfe, wie wir das Osterfest feiern. Mein bevorzugtes Getränk zu dieser Zeit ist Eierlikör. Willst Du auch nen Schluck? Wir haben auch Cognac-Ostereier – und einen ganz besonderen Gast: Als Zulieferer der Eier begrüße ich im Studio die Chefin der Hühner-Gewerkschaft Henne Henriette! Applaus, Applaus!“

 

Henne Henriette: „Sind wir hier in der Muppet Show? Dann kann ich ja gleich ein bisschen Werbung machen für unser Bühnenprogramm: Als Chickendales bereisen wir die Länder und reißen uns die Klamotten vom Leib.“

 

Babsi: „Gibt es denn Bedarf an so was?“

 

Henne Henriette: „Der eine oder andere Hahn ist bei meinem Anblick schon schwach geworden – und wir reden hier nicht von Wasserhähnen. Der Osterhase läuft ja auch mit Jeanshemd und Springerstiefeln rum.“

 

Babsi: „Vielleicht mit Federn darunter? Federn – immer auf dem Sprung – muss ich mir das so vorstellen?“

 

Osterhase: „Du machst Dir ja keine Vorstellung, wie oft ich beim Orthopäden bin. Ah, das ist gut, danke, dass Du meine Füße massierst. Dann kann ich Dir auch was anvertrauen: Ich arbeite eigentlich für Ostara – holde Frühlingsgöttin. Dem Frühlingsfest wurde das Christliche übergestülpt. Was hab ich am Hut mit Kreuzigung und nachfolgender Erholung davon? Es ist ein Kreuz mit dem Glauben – man möchte Wunder frei Haus – aber es sind nie die bestellten Wunder, sie passen einem nicht. Man sollte sich darauf verlegen, die Wunder selber zu fertigen. So als ob man Ostereier bemalt – selber etwas machen, lautet die Devise.“

 

Henne Henriette: „Du hast gut reden; ich könnte Dich hier und jetzt als Eierdieb anklagen; von wegen, reibungslose Zusammenarbeit zwischen Hühnern und Hasen; da stiebt es gewaltig.“

 

Babsi: „Henriette, vielleicht hast Du Lust, ins Hasenkostüm zu steigen – eine neue Sichtweise, sich in den anderen hineinfühlen, hilft außerordentlich beim Krisen-Management.“

 

Osterhase: „Mir vorwerfen, ich schmücke mich mit fremden Federn? Wir sind schon längst nicht mehr auf Eure Legebatterien angewiesen. Wir sind im Schokoladen-Zeitalter angekommen – mit köstlichen Füllungen. Ich selber kreiere raffinierte Mischungen und steigere den Alkohol-Gehalt.“

 

Babsi: „Apropos, von wem bekommst Du Dein Gehalt?“

 

Osterhase: „Schecks von Ostara. Aber der Gehalt meines Tuns erschließt sich bei der Freude, die ich Euch bereiten kann. Ostereier suchen – Erinnerungen daran, ein paar Pünktchen Buntes, Farbenfrohes in doch sehr grauem Erdenleben. Das Suchen und das Finden – wann ist es einem vergönnt, das, was man sein Leben lang sucht, tatsächlich zu finden? Man gibt sich zufrieden mit Surrogaten, alles Ersatz, der wahre Schatz – man findet den Code nicht, hat sich vermutlich selber ausgesperrt.“

 

Henne Henriette: „Er hat Kot gesagt! Kötel-Produzent.“

 

Babsi: „Möchtest Du der Henne auch was Beleidigendes sagen? Ich hätte zur Not ein Schimpf-Wörterbuch als App. Hier, schau mal.“

 

Osterhase: „Ja ja, die Smartphones. Ich werde wohl auch alles umstellen müssen – Digitalisierung von Ostern; gibt ja bereits Easter Eggs – was Programmierer in den Games verstecken. Aber ich muss vorsichtig sein mit Neuerungen – soll ich mal erzählen, wie wir vorhatten, Hunde als Osterhasen auszubilden? Die sind an sich ideal, kennen sich vor Ort aus, apportieren recht brav – aber viele Ostereier sind des Hundes Tod. Die haben sich einfach überfressen. Der Rechenschaftsbericht vor Ostara gestaltete sich schwierig. Die fühlten sich hundeelend – und ich auch, nachdem sie mir die Ohren langgezogen hat.“

 

Henne Henriette: „Schlappohr erlitt ne Schlappe!“

 

Osterhase: „Schön, wenn Du was zum Gackern hast.“

 

Babsi: „Ich sehe, dass einige der Schoko-Osterhasen Firmenlogos tragen. Wie weit geht die Kommerzialisierung?“

 

Osterhase: „Sind wir nicht alle Werbemittel – laufen Werbung für unsere Lebensansichten? Was man für Weisheit hält, bis einen die nächste Krise herrlich widerlegt. Ich hatte Zeit, darüber nachzudenken – als Institution ist man nicht so verhaftet auf der Zeit, man klebt nicht so auf ihr wie Fliegen auf Fliegenleim.“

 

Henne Henriette: „Ich geh Dir nicht mehr auf den Leim. Du und Deine Osterhasen-Armee erntet den ganzen Ruhm. Wir Hühner gehen leer aus.

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: jeweiligen Autoren
Bildmaterialien: Manuela Schauten
Cover: M.Schauten und Sandy Fischer
Tag der Veröffentlichung: 17.02.2019
ISBN: 978-3-7487-0068-5

Alle Rechte vorbehalten

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