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Band 11: Gefährliche Pilze

 

 

Hallo ich bin Wugi die kleine Waldfee. Und heute möchte ich euch von einem besonders aufregenden Abenteuer erzählen.

Ich spielte mit meinem Freund Hansi Hase im Wald Jäger und Fuchs. Dabei ist einer der Jäger und muss den Fuchs jagen. Wenn er ihn berührt hat, ist der der Jäger und der andere der Fuchs, der gejagt wird. Das macht unheimlich Spaß, so durch den Wald zu sausen.

Ich hab Hansi natürlich versprochen, ganz tief zu fliegen. Sonst wäre es ja unfair gewesen. Hasen können ja nicht fliegen.

Aber Hansi war auch ganz schön flink. Der kann so schnell die Richtung wechseln, so schnell kommst du gar nicht hinterher. Wenn ich dann aber im Zick Zack zwischen den Bäumen hindurch flatterte, hatte aber auch er Mühe, mich ein zu holen.

Irgendwann waren wir dann müde und ließen uns auf einem Baumstamm nieder, der auf dem Boden lag. „Schau mal da“, rief Hansi. „Brombeeren“ Da stand tatsächlich ein prächtiger Brombeerstrauch und wir hatten auch etwas Hunger bekommen.

Hansi hoppelte zu den Brombeeren und ich flatterte hinterher. „Die sind lecker“, sagte er, während er an den Brombeeren knabberte. Ich nahm mir auch einige und musste ihm zustimmen. Die waren wirklich lecker.

Als wir da so saßen und plauderten und von den Beeren naschten, hörten wir auf einmal Stimmen. Menschliche Stimmen. Es hörte sich an, wie Kinderstimmen.

„Lass uns mal nachschauen, wer da ist!“, flüsterte ich Hansi zu. „Aber Menschen dürfen dich doch nicht sehen, sagt deine Mutti!“, flüsterte er zurück. „Ich passe schon auf, dass sie mich nicht entdecken!“, flüsterte ich weiter.

Hansi wusste, wenn mich mal die Neugierde gepackt hat, konnte mich nichts aufhalten und gab nach.

Ich sah also nach und da waren tatsächlich Kinder, die Körbe bei sich hatten. Ich musste natürlich unbedingt wissen, was in den Körben war und flatterte so leise wie möglich näher heran.

Als ich zu Hansi zurück flog.,berichtete ich ihm, dass die Kinder in den Körben Knollenblätterpilze hätten.

„Was?“, rief er entsetzt. „Aber was wollen sie den damit? Die sind doch ganz giftig.“

„Stimmt“, stimmte ich ihm zu. „Seltsam, hmm.“ Da kam mir eine Idee. „vielleicht haben sie sie mit Champions verwechselt? Die sehen ja so ähnlich aus.“

„Dann müssen wir aber was unternehmen“, entschied Hansi. Also schlug ich vor, dass er ganz schnell hin flitzen und die Körbe umwerfen sollte. Die Kinder hatten sich nämlich inzwischen auf einen Baumstumpf gesetzt und die Körbe neben sich auf dem Boden ab gestellt.

Hansi machte das sofort. Das Mädchen schrie laut auf, als der Hase an ihnen vorbei sauste und die Körbe in hohen Bogen durch die Gegend flogen. Der Junge beruhigte sie daraufhin und versprach, die Champions wieder ein zu sammeln. Sie hielten die Pilze also tatsächlich für Champions.

„Und was machen wir jetzt?“, jammerte Hansi. „Wenn sie die Pilze wieder eingesammelt haben und mit nach hause nehmen, sterben sie vielleicht daran, wenn ihre Mutter auch nicht den Unterschied kennt.“

„Ich flieg zu meiner Mutti und du beschäftigst sie inzwischen!“, befahl ich.

So schnell ich konnte flog ich zu uns nach hause. Meine Mutti war zum Glück da und ich berichtete ihr völlig atemlos.

„Kinder... im Wald... Mit Körben... Pilze... gefährliche Pilze.... schreckliche Pilze...“ Ich kam einfach vor Aufregung nicht auf das Wort. „Giftige Pilze?“, fragte meine Mutti. Ich nickte eifrig.

„Dann müssen wir uns beeilen.“ sagte sie, hängte sich eine Tasche um und flog hinter mir her, zu den Kindern.

Hansi spielte inzwischen fangen, mit den Beiden.

Als meine Mutti die Körbe mit den Knollenblätterpilzen sah, nahm sie ihren Stab, tunkte die Spitze in ihr Täschchen und schleuderte den Feenstaub auf die Körbe. Die Kinder bekamen gar nicht mit, dass Körbe auf einmal in allen regenbogenfarben glitzerten. So schnell, wie der Zauber da war, war er auch wieder weg.

Mir blieb der Mund offen stehen, so überrascht war ich. „Aber... aber, was war das denn?“, stotterte ich.

„Ich hab die Knollenblätterpilze in Champions verwandelt“, erklärte meine Mutti seelenruhig.

„Aber.. aber du hast doch immer gesagt...“, fuhr ich fort. „... dass Feen nur im äußersten Notfall zaubern?“, ergänzte sie mich. „Genau das war so ein Notfall.“ sagte sie.

 

Also, Kinder. Wenn ihr mal im Wald Pilze sammelt, erkundigt euch vorher genau, welche man essen kann. Oder fragt jemanden, der sich wirklich auskennt. Und lasst giftige Pilze einfach stehen. Nicht kaputt machen, denn die braucht der Wald auch.

Und denkt dran. Auch wir Waldfeen können nicht überall sein.

Also. Bis bald. Servus, eurer Wugi.

 

 

 

Impressum

Texte: Roland Schilling
Bildmaterialien: Roland Schilling
Tag der Veröffentlichung: 20.09.2016

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