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Eines Tages fand ich diesen Spruch in einem meiner Profile im Internet:

"Das schlimmste ist, einen Fehler zu verteidigen..." Das erinnerte mich an viele Dinge, die ich im Zusammenhang mit diesem Ausspruch erlebt hatte - und es drängte mich sehr, diese sofort aufzuschreiben und mit euch zu teilen...

Ja tatsächlich: Fehler zu verteidigen bedeutet für mich, alte Lebens-Muster ständig zu wiederholen; oder: bereits abgelegte Verhaltens-Muster wieder hineinzunehmen.

Ich mache lieber aus Fehlern etwas Schönes. Hier zeige ich euch, wie ich aus Zitronen "Limonade" mache...

Das geht gerade in der Kunst ganz besonders gut. Da gibt es genau genommen keine Fehler. Das gerade macht für mich auch Kunst aus!

Schlimm wird es halt da, wo Menschen die Verantwortung über ihr Leben anderen auf die Schulter laden. Z.B. Arzt, Lehrer, Amtsmann, Präsident, Politik, etc. pp. Das macht die Menschen, denen wir unser Leben auf die Schulter legen so mächtig - und das macht uns dann so ohnmächtig... Und schlimm wird es auch da, wo wir selbst diesen besagten Menschen die Verantwortung über uns - über unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden, unsere Weisheit, unser Wissen, etc. auf die Schultern laden. Ok - wir haben es so gelernt - aber ist es deshalb auch richtig?! Dadurch erst werden diese Menschen so mächtig... aber das heißt nicht, dass sie mit dieser Macht, die letztendlich wir selbst ihnen geben - auch wirklich umgehen können!

Sie können es nicht, selbst wenn sie wollten - denn die Verantwortung über alles, was uns selbst betrifft, haben wir allein die Verantwortung. Wir allein sind der Regisseur unseres Lebens. Man hat uns weis gemacht, dass andere es besser für uns bestellen könnten.

Aber die Erfahrung zeigt, dass nur wir selbst uns aus dem Dilemma, in dem wir oft stecken - wieder herausholen können. Nämlich durch die Verbindung mit unserem Ursprung. Die Verbindung mit Gott.

Ich habe schon viele Erfahrungen gemacht, die das bestätigen. Ich glaube verteidigen muss man nur, was man künstlich oder mit Anwendung von Gewalt aufgebaut hat. Gandhi hatte einmal gesagt: "was man mit Gewalt erreicht hat, muss man mit Gewalt halten!"

Wenn etwas von innen heraus und von selbst wächst (selbst großer Erfolg), dann gibt es kaum jemanden, der einem das wirklich madig machen kann. Das kommt, weil man eben dann innen seinen Halt hat und spürt, weil man innen mit dieser Quelle verbunden ist - und diesen Halt nicht mehr im Aussen sucht!

Und eben genau das erfuhr ich in meiner Kunst, immer wenn ich malte. Ich staunte oft nicht schlecht, was ich da alles erfuhr, erlebte, erkannte! Oft betrachtete ich meine Bilder, nachdem ich sie gemalt hatte - ohne einen bestimmten mit dem Verstand gesuchten Grund ... ich betrachtete die Farben, die Formen, liess sie auf mich wirken, betrat neue Räume, neue Dimensionen ... und plötzlich war die Erkenntnis da, was es mir sagen wollte - was es bedeutete !

Wie ich aus Fehlern Kunst mache:



Fehler sind für mich eine Chance zu wachsen und das beste daraus zu machen!

Das sage ich in der Tat nicht einfach nur so, das setze ich auch in der Tat um.

Eines Tages hatte ich z.B. einen Auftrag für ein sehr filigranes Werk in Aquarell und Chinatusche. Es sollte ein Schmetterling werden, den ihr hier nebst Ausschnitten sehen könnt (oder unter dem Internet-Link: http://www.regina-rau.de/F_Deutsch/F_Gal_Seit/G_Bilder/Gal-AquaT_B16.html







Der Schmetterling hat diesen Namen, weil ich - während ich die mit Chinatusche vorgemalten Muster mit Aquarellfarben ausfülle - bei jedem Muster ein richtiges Märchen vor meinen Augen sehe. Ich sehe Indianer mit Trommeln um ein Feuer tanzen und singen; ich sehe wie sich Frösche im Teich kreisförmig um Seerosen herum ein finden und ein Quakkonzert geben... ich sehe eine Prinzessin, wie sie im Wald spazieren geht und ein Reh beobachtet, das ihr dann folgt und zuletzt sein Köpfchen in den Schoß der Prinzessin legt...



Nun - ich sollte also diesen Schmetterling malen. Er wurde traumhaft schön. Ich habe Nachbarkatzen, die mich regelmäßig besuchen... und bei diesen Besuchen alles gründlich prüfen ;-)) Das war so auch diesmal. Ich war fast fertig - und freute mich schon auf das fröhliche Gesicht meines Auftraggebers... da tapsten die Katzen über das Bild... Ich hatte gerade die Tusche-Feder in der Hand - um manche Striche nachzuziehen... und wollte die Katzen verscheuchen. Da kippte die gesamte Platte nebst Sockeln um, ich stiess sehr unglücklich mit der voll gefüllten Feder an die Platte und in hohem Bogen kleckste die pechschwarze Tusche große Flecken über das gesamte Bild.




Ich hatte nun bereits seit gut einer Woche an dem Werk gemalt. Ich saß da wie versteinert, schaute das Bild an. Ein dicker dicker Kloß breitete sich in meinem Hals aus. Tränen standen mir in den Augen. Und etwas in mir wollte einen Anfall bekommen, wollte schreien und sich die Haare raufen.

Aber eine Stimme in mir sagte: "Regina - du weißt doch - ich bin immer bei dir! Beruhige dich ...!" "Ja von wegen beruhigen! Wie willst du mir denn hier nun helfen, das wieder in Ordnung zu bringen? Willst du mir ein neues Bild zaubern? Tut mir leid, aber ich bin vielleicht eine tolle Künstlerin, aber zaubern wie Jeannie kann ich doch noch nicht!"


gab ich trotzig zurück. "Willst du nun recht haben - oder willst du etwas tolles lernen?" beharrte die Stimme in meinem Kopf.

"Ok ok... ich halts hier nicht mehr aus - ich muss raus!" gab ich zurück. Wie ferngesteuert setzte ich mich auf mein Fahrrad, es fuhr eine zeitlang im Kreis, dann bog es wie von selbst ab und blieb vor unserem Schreibwarenladen stehen. Ich ging hinein. "Was soll ich denn hier?!" rumorte es in meinem Kopf. Mir fiel die Zeit in der Schule wieder ein ... technisch Zeichnen... radieren mit Spezial-Radiergummi. Ok - wenn es das sein soll. Aber mein Gefühl sagte, das könne nicht gut gehen. Ich kaufte für alle Fälle noch einige Tuben Deckweiss.



Dann fuhr ich mit meinen "Rettungs-Utensilien" wieder nach Hause. Ich probierte den Radiergummi so vorsichtig, wie ich konnte. Na toll -jetzt war ein Fleck noch größer geworden, machte hässliche Streifen über das Papier. "Super - ich könnte ja mal ein Experiment à la Andy Warhol probieren." brummte ich enttäuscht. Mein Magen rumorte - es wurde mir eng in der Brust. Und ich starrte immer noch fassungslos auf das Bild. Nach einer Weile raufte ich mich wieder zusammen und probierte das Deckweiss. Aber das gab sehr unschöne Flecken, die man sofort sah, die sich auch ein wenig vom Umfeld abhoben.
Meine Stimme meldete sich wieder: "Regina - wie lange wirst du noch zwanghaft versuchen, etwas zu ändern?! Du könntest doch inzwischen einen schönen Spaziergang machen, oder dich mit Freunden treffen! Mach dir ein paar schöne relaxte Stunden!" Mein Magen rebellierte wieder. Ich saß vor dem Bild wie festgeklebt...
Aber die Stimme hatte recht. Ich konnte ja nichts tun - und so entschloss ich mich, nicht weiter darüber nachzudenken, liess los und traf mich mit Freunden. Es wurde ein riesen Spaß. Als ich wieder nach Hause ging, schaute ich mir fröhlich das Bild an ... und ich sah

überall Blüten

!!! Ich schaute und schaute. Dann schaute ich weg - und schaute noch mal hin... da waren sie fort.

"Oh Gott - das ist ja genial! Das ist ja unglaublich!..." Ich setzte mich hin, radierte die Tusche-Flecken, die sich auf den diffizilen Mustern befanden, bis sie wenigstens nicht mehr so auftrug. Dann trug ich Deckweiss überall auf die Tusche-Flecken auf. Und dann malte ich mit Aquarellfarbe die Malvenblüten darüber. An den Stellen mit den Mustern malte ich die Muster wieder neu.



Das Ergebnis ist das, was ihr auf den Bildern seht. Hier noch mal der Link von vorhin:


http://www.regina-rau.de/F_Deutsch/F_Gal_Seit/G_Bilder/Gal-AquaT_B16.html




Da fällt mir zum Abschluß auch noch Nina Hagen ein. Sie machte ständig den "Fehler", in der Öffentlichkeit nicht ganz so aufzutreten, wie man es als "anständig und brav" empfand. Auch sie hat den ganz großen Erfolg, den sie ganz ohne ihre früheren Mediamanager schaffte, egal ob man sie mochte oder nicht. Die Medienwelt wollte sie weg haben, weil sie nicht so tanzte wie man es ihr vorpfiff. Dann meinte man, dass sie dann eben auf die Hilfe der professionellen Medienwelt verzichten müsse, dass man sie "streichen" würde. Das nahm sie an - und sie gewann! Sie machte alles selbst und war berühmter als zuvor ;-))

***




Engel halten die Erde





Ein andermal passierte mir ähnliches mit dem Gemälde "Engel halten die Erde". Auch zu diesem Aquarell - mit Chinatusche bemalt - gibt es eine kleine Geschichte



Zunächst gab es das Bild ohne Planeten und ohne Sonne. Ich war mir nicht sicher, ob ich den Raum zwischen den Engeln ausmalen sollte. Auch an diesem Bild hatte ich bereits über eine Woche mit der Chinatusche gezeichnet und war gerade dabei, die entsprechenden Flächen zu aquarellieren

Zwischendrin ging ich einkaufen. Sehr zur Freude meiner Nachbarkatzen vergaß ich die Balkontüre zu schliessen. Als ich wieder nach Hause kam, waren auf dem Bild überall Katzenpfoten ...



Das war im Moment ein herber Schreck. Ein ähnliches Malheur war mir ja, wie in der ersten Geschichte beschrieben schon mit meinem Bild "Papillion" passiert. Aber auf diesem Bild passten einfach keine Malvenblüten! Die die Katzenpfoten waren nicht wirklich dekorativ ... obwohl ich mir sicher bin, dass die Katzen das mit einer höheren Intelligenz gemacht hatten.



Ich grübelte 3 Tage lang, dann liess ich den Gedanken fallen, dass ich das Bild retten könnte.

Als ich mich am Morgen danach wieder davor stellte und es "ungläubig, dass es nun zerstört sein sollte" anschaute, "als würde ich hindurch schauen", da sah ich tatsächlich die Planeten auf dem Bild.



Das setzte ich natürlich freudestrahlend sofort in die Tat um - und ich war selbst erstaunt, als ich das Ergebnis betrachtete :-)) Jetzt bin ich noch mehr davon überzeugt, dass auch Tiere einen "höheren Instinkt" haben... die Schamanen sagen es schon immer ... und wer weiß: sicherlich haben die Engel auf dem Bild selbst auch mitgewirkt :-))

herzliche Grüße
eure Regina

Impressum

Texte: Copyright Regina F. Rau ... für den Inhalt und die Fotos
Tag der Veröffentlichung: 27.12.2010

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
dieses Bild widme ich all meinen Liebsten, die an mich glauben ... und meinen beiden treuen Katzen "Timmy und Lilly"... Es ist sehr schwer, hier Bilder einzubinden, ohne, dass dabei vom bookrix-Programm jeweils eine neue Seite aufgemacht wird. Dadurch gibt es leider keine wirklich fliessende Optik. Ich möchte euch die Bilder nicht vorenthalten, deshalb nehme ich diese kleine Einschränkung in Kauf. Vielleicht weiß jemand von euch, wie das optimaler umzusetzen geht ,-))

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