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Endlich Gedser!

 

Bekanntlich war es für DDR-Bürger bis 1989 nahezu unmöglich, offiziell die Ostsee in Richtung Skandinavien zu überqueren. Das und die Tatsache, dass wir in den siebziger Jahren in der Studentengemeinde oft Besuch von schwedischen Studenten hatten, trug immer wieder dazu bei, dass wir uns auf die andere Seite der Ostsee träumten. Zu gern hätten wir unseren schwedischen Freunden einen Gegenbesuch gemacht.

 

Wenigstens wären wir gern einmal mit der Fähre von Warnemünde nach Gedser gefahren. Aber auch das schien damals unerreichbar.

 

Meinen Mann hat dieser Traum niemals losgelassen. Er wollte unbedingt sehen, wie es auf der anderen Seite aussieht.

 

Wir haben damals unsere Freunde oft – so weit es erlaubt war – bis an die Fähre in Warnemünde begleitet. Man durfte damals ohne Sondergenehmigung nicht einmal in den Überseehafen.

 

Am vergangenen Wochenende wollten wir Freunde an der Ostsee besuchen. Mein Mann hatte gleich zur Bedingung gemacht, einen Tag fahren wir mit der Fähre nach Gedser!

 

Am Freitag war es dann soweit. Wir standen früh auf und fuhren gleich nach dem Frühstück zum Überseehafen. Freund Ulli begleitete uns. Seine Frau musste arbeiten, gab uns aber den Auftrag, viele versteinerte Seeigel mitzubringen, die es dort angeblich zuhauf zu finden gab.

 

Ich hatte zuerst gar keine Vorstellung, wie lange die Überfahrt dauern würde – zwei Stunden hieß es. Für vierzehn Euro pro Person buchten wir Hin- und Rückfahrt und bestiegen die „Kronprins Frederik“, die um neun Uhr ablegte. Um elf Uhr verließen wir die Fähre nach einer ruhigen Überfahrt. Die Sicht war nicht besonders klar, aber ausreichend.

Überseehafen Rostock

 

alle wollen noch mit auf die Fähre

 

 

 

Überseehafen

 

langsam kämpft die Sonne sich durch

 

Dänemark in Sicht

 

Zwischenstation für die Kormorane

 

wir nähern uns Gedser

 

 

 

 

 

Millimeterarbeit

 

 

 

 

 Maul auf - Autos raus

 

die "Kronprins Frederik"

 

 

Das kleine Hafengebiet von Gedser ist nicht spektakulär, aber der alte Bahnhof ist sehr hübsch. Als erstes fiel uns eine relativ moderne Kirche ins Auge, die aber leider verschlossen war.

http://www.visitlolland-falster.de/de/danmark/gedser-kirche-gdk615830

 

 

 

 

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Gedser

 

https://www.google.de/search?q=gedser&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ved=0CDcQsARqFQoTCMrntMiS58cCFYZcGgodYJoMKA&biw=1280&bih=671

 

 

 

 

 

schon wieder auf dem Rückweg

 

 

Unsere Freundin Sigi hatte gesagt, Gedser sei eine hässliche kleine Stadt. Es lohne sich nicht, sie zu besichtigen. Also wandten wir uns der Küste zu. Wir sollten ja Seeigel suchen. Das einzige, was ich fand, waren Hühnergötter und davon eine ganze Menge. Ich hatte am Ende ganz schön zu schleppen, bis mein Mann mir dann endlich den Beutel abnahm. Aber an diesen schönen Steinen kann ich einfach nicht vorbei gehen – sollen sie doch Glück bringen…

 

https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%BChnergott

 

schwere Findlinge befestigen das Ufer

 

Blick zurück zum Hafen

 

 

 

 

 

 

 

 

Inzwischen ist aus meinen Hühnergöttern eine schwere Kette geworden, die die Terrasse in meinem Garten schmückt.

 

 

Wir wanderten ganz langsam über das Feuersteinfeld am Wasser entlang Richtung südlichster Spitze Dänemarks, die Augen meistens am Boden. Seeigel fanden sich an diesem Tag leider keine. Das war uns aber auch nicht so wichtig. Ulli meinte, das läge daran, dass so viel Seetang angeschwemmt worden war und das ganze Ufer bedeckte. Viel besser war die frische Luft, die uns die Köpfe frei pustete. Inzwischen hatte sich auch die Sonne durchgekämpft, sodass wir ein paar schöne Stunden an dem schmalen Strand hatten.

 

 

Unterwegs trafen wir eine Schwanenfamilie, die keinerlei Scheu zeigte. Und an einer Stelle lag ein totes Seehundbaby. Ein trauriger Anblick, den ich nicht fotografieren mochte.

 

 

 

 

 

Steine, Steine, Steine...

 

 

Wir hatten uns Picknick mitgenommen, das wir zu gegebener Zeit an einem sonnigen Platz auspackten und zu uns nahmen.

 

 

Kaum waren wir an der Südspitze angekommen, war es auch schon Zeit für den Rückweg. Um halb vier am Nachmittag sollte uns dieselbe Fähre zurück bringen.

 

ob sich hier wohl ein Seeigel versteckt hat?

 

 

Südspitze in Sicht

 

 

 

 

Ich hatte den leisen Verdacht, dass der Ort gar nicht so hässlich ist, wie Sigi behauptet hatte. Sie interessierte sich offenbar nur nicht dafür. Ich hätte schon gern mehr davon gesehen. Weil wir aber zu Fuß unterwegs und die Zeit knapp war, war das nicht mehr zu schaffen.

 

Durch das Gehen auf den unregelmäßigen Steinen am Strand, taten mir sämtliche Beinmuskeln weh, so dass ich auf dem Rückweg lieber oben am Feldrand wanderte. Kurz bevor wir die Fähre erreichten, die wir schon lange vorher kommen sehen konnten, begann es zu regnen, was aber nicht lange anhielt.

 

 

 

 

Warnemünder Leuchtturm

 

Blick auf Warnemünde

 

so noch nie gesehen

 

Warnemünder Strand mit Blick auf Stoltera

https://de.wikipedia.org/wiki/Stoltera

 

Yachthafen am Alten Strom

 

 

 

 

Müde, aber entspannt ließen wir uns wieder in den Heimathafen bringen und konnten auf einen sehr erholsamen Tag zurückblicken.

 

 

 

Impressum

Texte: Links: Wikipedia
Bildmaterialien: Karte: Internet, alle weiteren Bilder eigene Fotos
Tag der Veröffentlichung: 08.09.2015

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