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Der Beamte Krause

Beamter Krause auf dem Amt,
in dessen Zuständigkeit bin ich gelangt.

Ne halbe Stunde ist vergangen,
seit die Sprechzeiten begannen.

Noch muss ich vor der Türe warten,
Krause erzählt noch von seinem Garten.

Nach einer Stunde ist es nun soweit,
Krause hat endlich etwas Zeit.

Er nimmt und liest das Formular,
ha- hier fehlt doch was- na klar!

Gehen sie doch noch mal raus,
und füllen sie erst mal richtig aus.

Wieder draussen vor der Türe angelangt,
tu ich was er von mir verlangt.

Fertig!- Denk ich, nicht`s wie rein,
zu spät- drinnen ist schon Kollege Klein.

Der muß unbedingt mit jemand reden,
Über seine Tante- die kommt aus schweden.

Nach einer weiteren Stunde,
tut mir Krause endlich kunde.

Komm`se rein,
jetzt werden`se ja wohl fertig sein.

Ah ja- ich sehe schon- jetzt ist alles richtig,
sie wissen ja- Korrektheit- die ist wichtig!

Jetzt nur noch eins,
haben sie auch die Bescheinigung dieses Vereins?

Oh Gott!- In mir steigt der Verdacht,
Richtig!- Daran hab ich nicht gedacht.

Tja guter Mann sagt Krause,
dann gehen sie mal wieder nach Hause.
(Martina Köhler, 2000)


Das Arbeitsamt



Strempel muss zum Arbeitsamt,
so ein Pech - Verdammt.

Ne Vorladung hat er bekommen,
das hat ihn reichlich mitgenommen.

Da sein früh um acht,
wer hat sich das bloß ausgedacht.

Hastig tritt er ein,
ins Zimmer von Fr. Meierlein.

Guten Morgen liebe Dame,
Strempel ist mein Name.

Meierlein ist sehr erfreut,
weil sie ihn betreut.

Also über ihre Zukunft reden wir,
Heute, jetzt und hier.

So ein Quatsch sagt Strempel,
ich will doch bloß nen Stempel.

Damit vom Arbeitsamt die Herren,
mir mein Geld nicht sperren.

Aber Meierlein nicht ganz auf seiner Welle,
sucht ihm raus ne Stelle.

Strempel nun gestresst,
Holt hervor sein Arztattest.

Doch Meierlein gefasst,
nimmt ein Formular ganz ohne Hast.

Der gute Strempel ganz verdattert,
wird zur Schulung nun vergattert.

Er denkt sich so ein Scheiß,
Das ist doch bloß Taktik, wie jeder weiß.

Aber die Meierlein nun strahlt,
sogar vor dem Amtsleiter sie prahlt.

Meine Statistik ist geschrieben,
auch hab ich die Quoten nach unten getrieben.

Denn für den ich keine Arbeit hab,
ich ihm eine Schulung gab.

Doch der Strempel liebe Leut,
braucht nach ein Tag Schulung - gleich nen Therapeut.
Bis heut!
(M.Köhler, 2000)


Strempel beim Sozialamt

Bei Strempel nun nach Jahren,
hat die Therapie endlich angeschlagen.

Doch beim Sozialamt ist er nun angelangt.
das ihm noch so einiges abverlangt.

Seine Sachbearbeiterin hat ihm geschrieben,
und zum Amt in Zimmer 804 getrieben.

Nach zwei Stunden Wartezeit,
ist es endlich soweit.

Strempel tritt ins Zimmer,
und sieht zum ersten Mal Frau Bimmer.

zuckersüß - die Stimme weich,
erklärt ihm Frau Bimmer gleich.

Sie als Sozialhilfeempfänger,
sind doch nur ein Müßiggänger.

Darum bieten wir "Hilfe zur Arbeit" an,
Und sie als Glückspilz sind gleich heute dran.

Nun zeigen sie mal etwas Mut,
denn Arbeit tut doch jeden gut.

Und für Sie als Stammkunde,
zahlen wir sogar 1 Euro 50 die Stunde.

Das Geld, das Sie erhalten,
dürfen sie auch noch behalten.

Für nur monatlich 40 Stunden Sozialdienst,
ist dies doch ein ordentlicher Verdienst.

Nun denn Montag früh um zehn,
dürfen sie zum Rumpelbasar gehen.

Auf ihre Hilfe wartet man schon dort,
so das wars nun gehen sie fort.

Und was ist Strempel nun geblieben?
Von neuen Psychosen wird er getrieben.
(Martina Köhler,2003)

Impressum

Texte: Bild und Text: Copyright Martina Köhler
Tag der Veröffentlichung: 09.04.2011

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen wäre rein zufällig.

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