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Der Staat und seine Fehler

 

 

 

 

Alles begann im zarten Alter von gerade mal 19 Jahren, als ich nach der Großhandelskaufmannslehre  die leider sinnlos war auf die wie sich später herausstellte verrückte Idee kam zum Staat ( Regierungsoberkasse Freiburg ) zu gehen.

Startschuss für diese blödsinnige Idee war der 01. Oktober 1969.

In November oder Dezember 69 bekam ich dann zur allgemeinen Überraschung den Musterungsbefehl für die Bundeswehr, und musste dann zum 1.04.1970 einrücken.

Das ¾ Jahr bevor ich bei der Bundeswehr trotz Kurz-und Weitsichtigkeit einrücken musste, verbrachte ich in der sogenannten Besoldungsabteilung, da gab es nur bei Geburtstagen etwas %iges zu trinken. Zu essen gabs meistens belegte ( mit Wurst oder Käse ) Brötchen.

Ab und zu wurde auch zum Verdauen ein Cognac oder Hefe gereicht.

Gearbeitet wurde natürlich ab und zu auch etwas.

Der damalige Buchhaltereileiter ( ein ehemaliger Kummiskopf ), war über die Nachricht, dass ich zur Bundeswehr musste dermaßen erfreut, dass ich fast jeden 2. Tag eine Flasche Cognac besorgen musste, die wir dann zu zweit oder zu dritt geleert haben.

Als dieser Buchhalterreileiter an einem dieser Tage einmal einen zuviel hatte, ist er auch die Treppe hinuntergefallen, passiert ist ihm Gottseidank nichts. ( Besoffene und Kinder haben anscheinend immer Glück )

Am 01.04.1970 hieß es nun zur Bundeswehr einrücken.

Morgens um 7.50 Uhr war Abfahrt vom Hauptbahnhof Freiburg in Richtung Beuron, von dort wurden wir mit Bundeswehrbussen abgeholt, und nach Stetten akM gebracht.

Dann am anderen Tag war erst einmal einkleiden, und das Unheil nahm seinen Lauf.

Jeden Morgen hieß es jetzt um 4.15 Uhr Kompanie aufstehen, was uns natürlich ungeheuer schwergefallen ist, gefallen bin ich natürlich auch, nämlich aus dem Bett.

Man war es nicht gewöhnt in Betten zu liegen, die übereinander sind.

Auch bekamen wir nach dem wir uns einigermaßen eingelebt hatten, eine Braut zugeteilt, nämlich die Braut des Soldaten das G3.

Da wurde dann unter anderem geübt, diese Braut auseinanderzunehmen und mit verbundenen Augen wieder zusammenzusetzen.

Auch eine für uns komische Sache mussten wir üben, nämlich das Marschieren, links, links, links zwei drei vier.

Im Anfang kamen wir da natürlich ziemlich durcheinander, und es hat öfters nicht viel gefehlt und wir wären auf die Schnauze gefallen, was dem Kommandierenden natürlich nicht sehr gut gefallen hat.

Aber auch ärztlich wurden wir bei der Bundeswehr untersucht, und ein BW-Arzt stellte bei mir einen ziemlich schwankenden Blutdruck fest, was sich öfters in Schwindelanfällen äußerte.

Daraufhin musste ich zur Beobachtung für 14 Tage in das Bundeswehrlazarett einrücken.

Da ich damals noch sehr viel rauchte, und auch einiges gutes trinkbares zu mir nahm, war der schwankende Blutdruck und das Schwindelgefühl wahrscheinlich darauf zurückzuführen.

Im 1. Monat der Grundausbildung, wovon ich nicht sehr viel Bildung mitgemacht habe, da ich Innendienstkrank geschrieben war, feierte ich am 23.4.70 meinen 20.Geburtstag, und zwar ziemlich feucht.

Wir holten von der Bundeswehrkantine:

 

2 Kisten Bier

2 Flaschen Cognac

6 Flaschen Wein

6 Flaschen Mineralwasser für Schorle

Am anderen morgen war das Bier, der Cognac und der Wein ratzeputz leer.

Vom Mineralwasser waren noch 5 Flaschen übrig.

Da wir in der Stube alle einen ziemlich dicken Kopf hatten und auch einen furchtbaren Durst, war das Mineralwasser nach ein paar Minuten leergetrunken.

In Stetten gab es auch noch französische Soldaten, von denen wir auch immer wieder Stangenweise Zigaretten abkauften ( natürlich Filterlose und stark ).

Auch hatten die immer sehr viele Flaschen französischen Erdbeerschaumwein, und ich hatte mir unter meinen Bett, jetzt lag ich ganz unten ein Arsenal mit diesem Sekt eingerichtet.

Ich wollte wenn ich einmal die Woche nach Hause fuhr von diesem mitnehmen.

10 Flaschen hatte ich schon zusammen, aber da der Durst am Abend und in der Nacht sehr groß war, habe ich fast jeden Tag 2 Flaschen getrunken, geholfen haben mir dabei auch wieder ein paar Kameraden.

Gegen das Wochenende hin waren

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 28.03.2017
ISBN: 978-3-7438-0516-3

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Allen die der Staat auch einmal aufs Kreuz gelegt hat

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