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Der zerbrochene Krug (oder Bildungsnotstand?)

Der Schulrat erscheint in einem Gymnasium und nimmt an einer Deutschstunde teil. Als ein Thema gerade abgeschlossen ist, mischt er sich ein und fragt einen der Schüler: „Was weißt

du denn vom – Zerbrochenen Krug – ?“

Der Schüler erschrickt, wird rot und stammelt: „Ich war es ganz bestimmt nicht!“

Der Schulrat schüttelt verwundert den Kopf und blickt den Studienrat fragend an.

Dessen Reaktion: „Also ich kenne den Jungen und wenn der sagt, er war es nicht, dann stimmt das wohl auch.“

Sehr irritiert verlässt der Studienrat die Klasse und erzählt die Geschichte dem Direktor. „Was sagen Sie denn dazu?“

„Wissen Sie was“, sagt der und zückt seine Brieftasche, „ich gebe Ihnen 20 Mark für den Krug, und wir lassen die Sache auf sich beruhen.“

Dem Schulrat verschlägt es die Sprache. Am nächsten Tag berichtet er der Ministerin für Bildung und Forschung über die Frage nach dem – Zerbrochenen Krug – …

Die überlegt kurz und kommt zu dem Schluss: „Wenn Sie mich fragen, war es Direktor selbst. Warum hätte er sonst 20 Euro berappen wollen!“

Non scholae, sed vitae discimus

 

Anfrage eines Schülers im Web

 

Ich muss auf morgen eine Interpretation von Heines Gedicht Wo? schreiben. Anstatt euch zu bitten mir eine zu schreiben oder zu suchen ; möchte ich fragen ob ihr meinen Entwurf mal anschauen möchtet, um mir Tips zu geben.

Danke im Voraus

 

 

H. Heines Gedicht

Wo?

Wo wird einst des Wandermüden
letzte Ruhestätte sein?
Unter Palmen in dem Süden?
Unter Linden an dem Rhein?

Werd' ich wo in einer Wüste
eingescharrt von fremder Hand?
Oder ruh' ich an der Küste
eines Meeres in dem Sand?

Immerhin mich wird umgeben
Gottes Himmel dort wie hier,
und als Totenlampen schweben
nachts die Sterne über mir.

 

Hier der letzte Absatz der  Schüler-Analyse

 

Meiner Meinung nach schreibt Heine in diesem Gedicht über seine und nicht über die Gedanken eines anderen. Er hatte als Exilant wahrscheinlich schon des öfteren Todesangst und sich Gedanken um ein Leben nach dem Tod gemacht. Weiter dürfte auch er wandermüde gewesen sein, denn er war schon vor den Nazis geflüchtet.

Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Schüler besonders einfältig ist oder unser derzeitiges Schulsystem solche Hansnarren produziert.

 

 

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 18.12.2018

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