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Das Gefühl der Angst

Alles ist dunkel. Ich kann nichts sehen, nur schwärze. Mein Atem fängt an zu zittern, meine Muskeln verkrampfen, mein Herz bebt, während die Panik in mir wühlt. Tränen steigen in meine Augen und das Atmen fällt mir immer schwerer. Ich kneife meine Augen zu, um mir der Finsternis nicht mehr bewusst zu werden, Alles wirkt so gedämpft, als wäre nur noch ich da.

 

Ein Geräusch hinter mir ertönt. Da ist irgendwas. Da! Schon wieder! Ich nehme meinen Mut zusammen und drehe mich um. Langsam öffne ich die Augen und für einen kurzen Moment, vielleicht nur für eine Sekunde, sehe ich ein grauenvolles Monstrum vor mir. Es ist schwarz, hebt sich allerdings von dem Rest der Schwärze ab. Es ist wie die Finsternis selbst, nur auf eine schreckliche Art schlimmer. Direkt nachdem es verschwindet erscheint wieder dieses erdrückende Gefühl von schwerer Stille.

 

Ich versuche meine Panik zu bändigen, die sich durch dieses Monster verschlimmert hat, doch es hilft nichts. Ich horche in mich rein, doch nichts will mich mehr beruhigen, Weder an schöne Ereignisse noch an schöne Orte kann ich denken. Alles ist weg.Ich fühle mich leer und ausgehöhlt.

 

Ich muss hier weg. Diese Leere, diese Dunkelheit und diese erdrückende Einsamkeit macht mir unheimlich Angst. Meine Brust schmerzt, mein Kopf dröhnt, mein Atem geht nur noch stoßweise, wenn ich überhaupt noch Luft bekomme. Mein Körper gehorcht mir nicht mehr, meine Panik gewinnt überhand und ich verliere die Kontrolle. Tränen über Tränen fallen von meiner Wange, doch ich bemerke sie kaum. Ich kann nur noch an Flucht denken, doch meine Beine wollen sich nicht bewegen.

 

Plötzlich höre ich ein schweres Atmen an meinem Ohr und all meine Panik schaltet sich einfach aus. Ich starre versteinert und mit weit aufgerissenen Augen in die Dunkelheit und horche auf dieses Atmen. Selber zu Atmen traue ich mich fast nicht mehr. „Kannst du den Tod hören?“ Eine grausam verstellte, tiefe und krächzende Stimme ertönt in meinem Kopf.

Nun traue ich mich gar nicht mehr zu atmen. „Kannst du den Tod sehen?“ Alles in mir krampft sich schmerzhaft zusammen und mit einem Wimpernschlag steht das Monster wieder vor mir. „Kannst du den Tod fühlen?“ Das Monster hebt seine Klauen, brüllt und greift mich an. Zerfetzt mich, bis ich an meinem eigenen Blut ersticke.

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 07.07.2018

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Diese Kurzgeschichte widme ich jedem der im Moment das Gefühl hat das er oder sie alleine auf der Welt ist. Jedes Gefühl gibt es mehrfach in der Welt, wenn ihr das Gefühl habt niemand kennt das und niemand kann es verstehen, dann denkt immer daran, das es da draußen immer jemanden gibt, der es versteht.

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