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NACHWELT

von Ludger Christian Albrecht alias luca



1.

Elvira Sollinger, Nachrichtensprecherin des Senders ELSA-TN, konnte das Lenkrad kaum noch gerade halten. Sie hatte die halbe Schicht des Kollegen Bendel übernommen, der auch schon wegen des Unwetters zu spät gekommen war. Währenddessen versuchte sie zugleich, an einem Becher mit Automatenkaffee, der wie immer viel zu heiß war, zu nippen. Etwas Kaffee schwappte durch eine Unebenheit der Straße über den Rand und verbrannte ihren Handrücken. Sie fluchte laut.

Sie war außerdem völlig durchnässt, nur schon von der kurzen Strecke, vom Telenetzgebäude bis zum Auto. Die Scheiben beschlugen von Außen und von Innen, durch ihre eigene Ausdünstung so stark, das sie die Regenwand vor ihren Scheinwerfern nur noch durch ein Guckloch beobachten konnte.
Was sie tat war völlig lebensmüde, eigentlich sollte sie sofort anhalten und warten bis der Sturm vorüber war. Noch besser sie hätte gar nicht erst los fahren sollen. Doch dieser Sturm wütete schon den halben Tag und schien nicht nachzulassen. Sie wollte zu Carl. Sein Hof , der Hof von Carl Slozyk, ihrem Liebhaber, war nicht weit und die Straße dorthin zu dieser Uhrzeit kaum befahren.
Sie nahm kurz den Fuß vom Gas und versuchte ein weiteres Mal die Klimaanlage wieder in Gang zu bringen.

Der Bericht über das Verschwinden einiger Dorfbewohner in der Nähe der kleinen Außenstelle der Firma GENPLEX, der als letztes über das Netzfaxgerät getickert war, kam ihr wieder in den Sinn. Die Abzweigung dorthin lag auf ihrem Weg, sie könnte als erste vor Ort sein und die Firma zumindest von Außen einmal in Augenschein nehmen.
Der anonyme Verfasser des Schreibens, vermutlich ein Aktivist der NOMO, das für „No Monsters“ stand, sprach von merkwürdigen nächtlichen Aktivitäten dort.
Die Klimaanlage sprang tatsächlich an und Elvira Sollinger schaute gerade in dem Moment wieder konzentriert nach vorne, als das Firmenschild vor ihr auftauchte. Sie folgte einem spontanen Impuls, als sie das Lenkrad ruckartig nach links riss und in die breite Auffahrt zum Gelände von GENPLEX einbog.

~

Es war Vallerie Talliars erste Stelle als Wissenschaftlerin, sie war überglücklich gewesen, als die Zusage von GENPLEX kam. Doch zu ihrer Verwunderung, war sie nicht die einzige, sehr junge Wissenschaftlerin dort, sondern sie arbeitete nun in einem ganzen Team ehrgeiziger und hoffnungsvoller Anfänger.
Zunächst hatte sie geglaubt, es sei eben das Konzept der Firma, junge Wissenschaftler zu fördern und ihnen die Chance zum Einstieg zu geben. Nach sechs Wochen harter Trainee-Zeit, wußte sie jedoch inzwischen, dass, das wahre Konzept lautete: Den Ehrgeiz, die Naivität und den Leichtsinn der Neulinge auszunutzen und wenn möglich gegeneinander auszuspielen um sie zu Dingen zu zwingen, die sie eigentlich nicht tun wollten oder tuen sollten.
Von Beginn an wurden sie streng kontrolliert und zugleich mit verschiedenen Anreizen dazu verführt, sich mit Experimenten zu beschäftigen, für die sie eigentlich noch nicht genügend Erfahrung vorweisen konnten.
Doch wenn sie es nicht taten, was blieb ihnen dann. Val, wie sie ihre Freunde nannte, hatte erlebt, wie einige ihrer Kollegen die Arbeit abgelehnt hatten. Sie waren am nächsten Tag nicht mehr aufgetaucht. Man sagte ihnen, sie hätten es vorgezogen in die Arbeitslosigkeit zurück zu kehren. Denn das war es was blieb. Nach der Robix-Revolution, hatten fast alle Labore auf die TechMen umgestellt. Sie konnten rund um die Uhr arbeiten und waren zehnmal so schnell.
Warum tat GENPLEX das nicht? Val wusste inzwischen die Antwort. GENPLEX war auf dem Weg in die Zukunft. Denn die TechMen hatten einen Nachteil, sie waren nicht intelligent genug um flexibel auf die neuen Anforderungen der Wirtschaft zu reagieren und sie konnten sich nicht vermehren. Das konnte nur Biomasse.

Val schluchzte, während sie die nackten Räume der Zelle in der sie gefangen saß anstarrte. Sie selbst waren diese Biomasse. Sie hatte die Brutkammern gesehen. Das Entsetzen der Erinnerung schnürte ihr für den Moment den Hals zu, dann ließ sie los und ihr Schrei erschütterte das lebende Membran der Wände, so lange bis er in ein trockenes ersticktes Husten über ging.

~

Welche Hoffnung gab es noch? Welche Zukunft hatte die Menschheit?
Er versuchte etwas zu Papier zu bringen bevor der Gedanke davon flog. Hatten die Denker der Vorzeit vor tausenden von Jahren nicht auch, sich immer wieder diese Fragen gestellt? Hatten sie nicht auch darüber geschrieben?
Es gab Menschen die dachten über das Leben nach und es gab Menschen die lebten ganz einfach. Die Zeit blieb so oder so nicht stehen, doch man musste sich fragen, ob sie nicht im Kreis lief. So wie auf einer Uhr, kam das Leben immer wieder an den gleichen Wegmarken vorbei. Es waren nur die Protagonisten, die wechselten. Wenn überhaupt, wenn wir nicht alle, immer wieder eine Wiedergeburt von uns selbst waren.

Er seufzte als ein langbeiniger blonder Frau vorüber wandelte.
Es gibt nur zwei Dinge im Leben die wirklich schön sind> dachte er wie schon so oft und die zugleich eine Sucht sind, wie ein Strudel in die Unendlichkeit:
Das Schreiben oder der Sex!


Man kann nicht beides haben, aber beides ist gleich gut und vor allem gleich zeitlos. Das galt auch noch in diesem verfluchten 21. Jahrhundert.
Er konnte bei diesem Gedanken ein Schmunzeln nicht unterdrücken.
Sicher würden viele Menschen nun widersprechen, aber er war sich ganz sicher, das sie entweder auf Umwegen die gleiche Befriedigung wollten, oder sich schlicht irrten, weil es ihnen nicht vergönnte war in ihrem Leben, beide Gefühle wirklich schon einmal erfahren zu haben. Und sie wussten das oder sie wollten es nicht wissen. Aber beides kam auf das Selbe heraus.
Das Schlimme war, was man nicht kennt, kann man nicht vermissen. Oder man glaubt nicht daran, weil man nicht ertragen kann, dass andere gefunden haben, was man sein Leben lang sucht.
Ach egal,was andere dachten. Was konnte schöner sein, als sich allen überlegen zu fühlen. Nur satt wurde er dadurch nicht.
In einer Welt in der das „Funktionieren“ wichtiger war als das Leben.

Aus den Augenwinkeln beobachtete er eine junge Frau, die auf dem Platz auf und ab ging.
Sie war ungewöhnlich schön.
Die TechMaid waren irgendwie alle gleich, als könnte man sie in identischer Ausführung in irgendeinem Kaufhaus bestellen, dann aufziehen und in der Stadt herum laufen lassen und all das auch ganz ohne dieses Genfoot, das man nun überall bekam.
Kaum jemand konnte auf anhieb noch unterscheiden ob es eine von ihnen war oder eine wirkliche Frau. Aber die dort war irgendwie anders, sie war zu schön, ja fast makellos schön, so wie sie in der ersten Generation waren. Ja, das war das Ungewöhnliche an ihr.
Er konnte seine Augen nicht von ihr lösen.
Da warf sie einen gehetzten Blick in seine Richtung. Es waren nicht diese leeren Augen wie bei den meisten, nein. Ihr Blick streifte den seinen und er erkannte das sie intelligent war.
Worauf wartete sie? Er stand auf, warf einen Chip auf seinen Tisch.
Da hörte er plötzlich die quietschenden Reifen. Eine große Limousine bog um den Platz.
Alle hörten das Auto und alle Hälse drehten sich danach um. Die Frau, die bis jetzt an der Ecke gewartet hatte wie auf ein Rendezvous, hörte es auch. Doch im Gegensatz zu der Unruhe die alle Menschen einschließlich ihn offensichtlich ergriffen hatte, blieb sie auffällig gelassen. Der Wagen kam nun mit großer Geschwindigkeit heran, schleuderte etwas in der Kurve und drohte für den winzigen Bruchteil einer Sekunde durch das Geländer des Platzes zu rasen, als der Fahrer ihn in den Griff bekam und zurück in die Spur riss.
Mit dem verklingenden Höllenlärm erstarb der Albtraum, der den Moment wie in Zeitlupe gebannt gehalten hatte und entließ alle Anwesenden zurück ins Leben.

Er atmete tief durch. Die Frau hatte im Gegensatz zu allen anderen auf dem Platz völlig ungerührt dort gestanden, so als hätte sie im Vorhinein gewusst, das dies noch nicht der Augenblick sein würde zum Sterben.
Dann plötzlich blickte sie erneut zu ihm hin, als hätte sie eben seinen Blick gespürt. Sie lächelte scheu und verließ den Platz rasch in dem sie in einen U-Bahn Schacht hinab stieg, dessen Eingang nur zehn Meter von ihrem Standort entfernt lag.
Er spürte das Gefühl das er immer dann hatte wenn er eine besondere Geschichte witterte und beschloss ihr zu folgen.

~

Vallerie lauschte dem Lautsprecher, der ihre Tage nun begleitete. Von früh morgens bis spät in die Nacht und wenn sie Anfangs auch sich die Ohren zu hielt, irgendwann ließ sie die Wort in sich hinein und irgendwann hatte sie begonnen sich zu verändern. Es war nicht nur das Essen und die Protein-Behandlungen. Sie hatte sich verändert! Sie war Nummer 1113, nicht länger mehr Val. Val die Wissenschaftlerin, Val die Geliebte, Val die Tochter. Dieser Name viel ihr immer häufiger nicht mal mehr ein. Denn Tag für Tag sprach die sanfte Stimme der TechMen am Mikrophon sie mit ihrer Nummer an:

Elfdreizehn, Elfdreizehn! Aufstehen! Elfdreizehn singen bitte! Elfdreizehn bitte ausziehen



Wenn die Stimme aus dem OFF einmal einen Moment innehielt, dann lauschte sie erschrocken. Nach den vielen Nächten die sie durch geweint hatte, nach den Tagen wo sie sich die Fäuste blutig geschlagen hatte an der Zellentür, nach den wilden Anfällen wo sie versucht hatte sich selbst zu ersticken, zu erhängen oder zu erwürgen... nach der Verzweiflung kam die Ohnmacht, nach dieser der Opportunismus und nun hatte sie einen Plan.

Der Natur bemächtigt man sich nur, indem man ihr nachgibt, Francis Bacon.



Das war etwas was GENPLEX nicht verstand, sie wollten der Natur nachhelfen. Aber Val verstand es und sie verstand es auch in sich selbst nachzugeben und in diese neue Haut zu schlüpfen die man ihr gemacht hatte. Diese Schönheit zu der sie geworden war.
Keine krummen Beine mehr, kein strohiges Haar, keine etwas zu große Nase mit der leichten Krümmung. Ihre Brüste waren nun ebenmäßig und voll, ihre Vagina weich und haarlos, ihre Lippen sinnlicher als die jeden Filmstars aus dem alten Jahrtausend.
Sie war natürlich auch fasziniert von ihrem neuen Körper, aber zugleich ekelte sie sich davor. Nichts war äußerlich mehr wie zuvor.
Im Spiegel blickte sie selbst in die Augen einer Anderen. Auch auf ihre Gedanken nahm dies unweigerlich Einfluss.
Warum sollte sie sich darüber nicht freuen? Alle ihre geheimsten Wünsche wurden ihr erfüllte. Sie war verwandelt zu einer strahlenden Schönheit. Warum sollte sie dies nicht wollen? Warum? Warum?
Bis in ihre Träume verfolgte sie diese Frage. Warum? Warum? Halte das Echo durch all ihre Gehirnwindungen. Die vermutlich durch die Injektionen auch schon degeneriert waren.
Doch der Unterschied zu jenen Zahlen, wie die Stimme ihre Leidensgenossinnen nannte, die bald gerne sich ihrem Neusein ergaben und willenlos führen ließen, war, dass sie begriff was hier geschah. Sie war selbst Genforscherin, sie verstand was man mit ihr tat und sie verstand auch, das sie ein Versuchskaninchen war, das fast keiner der erzielten Effekte auf Langzeit geprüft war, das alles was sie an ihr veränderten ihr Todesurteil bedeuten konnte und so hielt ihre Furcht ihren Zweifel am Leben. So gab sie den letzten Funken ihres Ichs nicht preis. Diese Ich das noch Val war und nicht Elfdreizehn

.
Aber sie spürte, das sie nicht ewig durchhalten würde. Die Stimme, die gehasste, geliebte Gefährtin, sie malte das Leben außerhalb in schönsten Farben.
Dort sollte sie zurückkehren in ihr Leben und für eine wunderschöne neue Welt den Laufsteg betreten. Doch erst nach der endgültigen Programmierung.

Vals Angst war in den letzten Nächten wieder stärker geworden. Sie hatte gelernt sich so zu verhalten, das sie keinen Verdacht erregte, das man ihr zu vertrauen begann. Innerlich lachte sie, welch altmodisches Gefühl hier in diesem Zukunftshorrortripp noch nichts von seiner Wirkung eingebüßt hatte.
Aber mit ihrer Meisterschaft darin GENPLEX zu überzeugen, sie heldenhaft zu täuschen, rückte der Tag ihrer Programmierung näher.
Sie nannten es TAUFE.
Dies war der Teil des Genprogramms den sie nicht verstand, soweit war sie als Wissenschaftlerin nie eingeweiht worden und sie glaubte auch nicht wirklich, dass es möglich war lebende Menschen nachträglich biologisch umzupolen ohne sie zu töten. Aber die Stimme schien sich ganz sicher, ganz sicher...!
Es war unmöglich den letzten Rest Furcht abzuschütteln, aber sie musste es versuchen, sie musste versuchen die Flucht zu ergreifen, wenn sie sie holen kamen. Das war ihr Plan.

~

Elvira wusste nicht genau was geschehen war, sie hatte den Wagen in einiger Entfernung des Geländes abgestellt und war zu Fuß näher gegangen. Dabei hatte sie weiter die Straße benutzt die auf das große Tor zu führte. Die Firma machte von Außen den Anschein einer Festung. Es gab vor dem Gelände keinerlei Parkmöglichkeiten. Offenbar wollte man sogar die Fahrzeuge der Mitarbeiter im Verborgenen halten. Auf der Mauer die den Komplex vermutlich komplett umgab erkannte sie trotz des starken Regens Stacheldraht und patrouillierende Sicherheitskräfte. Es war wirklich eine Festung. Wie konnte die Regierung so etwas zulassen? Sie ging zurück, holte ihre Kamera aus dem Auto und schoss ein paar Schnappschüsse. Dann stand sie einige Minuten unschlüssig herum. Sollte sie doch vorfahren und um Einlass bitten? Oder gab es eine Möglichkeit anderweitig hinein zu gelangen? Das Vernünftigste wäre heim zu fahren und am nächsten Tag ein offizielles Besuchserlaubnis zu beantragen.
Aber Elvira Sollinger war bekannt für ihre verrückten Aktionen. Zumindest in ihrer frühen beruflichen Karriere hatte sie sich einmal inkognito in eine Scientologyzelle eingeschlichen oder ein halbes Jahr als Sekretärin beim Präsident der AtomPlusSociety (APluS) gearbeitet, um dann jeweils daraus eine Riesen-Story zu machen, die die Republik verändert hatte. Schon länger war ihr so etwas nicht mehr gelungen, aber ihr Gespür für einen Skandal hatte sie noch nicht verloren und auch nicht ihr Jagdfieber, das sie nun trotz ihrer fast fünfzig Jahre, wieder ergriff.

Sie holte tief Luft um sich zu einer Entscheidung durchzuringen, da hörte sie im selben Moment den Wagen, der mit hoher Geschwindigkeit die Straße herunter gerast kam. Es war ein älteres Model des VW T7 und die regenglatte Fahrbahn brachte das Gefährt genau vor ihrem am Straßenrand geparkten Wagen zum Schleudern. Der Schreck hielt sie wie gebannt umklammert, als der Bus ihren Wagen streifte und ein hässliches Geräusch von Kunstblech auf Kunstblech dabei entstand. Er schaffte es auf der Strasse zu bleiben, aber ihr kleiner ESOlektor

rutsche durch die Berührung in den Graben. Im nächsten Moment brauste der T7 an ihr vorbei auf das Tor zu. Sie erkannte seine knallbunte Bemalung mit den verzerrten Schriftzeichen NOMO darauf, bevor sie von einem Schwall Schmutzwasser übergossen wurde, das aus der Pfütze aufspritze durch die er direkt neben ihr fuhr.
Bei dieser Geschwindigkeit würde er nicht stoppen können vor dem Tor. Während sie sich das Wasser aus den Augen wischte kam ihr jedoch der Gedanke, dass sie das auch nicht wirklich wollten. Sie erkannte in diesem Bruchteil einer Sekunde, das sie hier Zeuge eines terroristischen Angriffs wurde. Hatte sie nicht auch durch die verwaschene Frontscheibe des Busses ein bleiches, lachendes Gesicht gesehen. Das Fax, es war eine Finte, sie sollte hierher gelockt werden, sie sollte dieses Schauspiel hier sehen. Die Erkenntnis nahm ihr für den Moment jeglichen anderen Gedanken. Da erschütterte eine ungeheuere Detonation die Luft und die Druckwelle warf Elvira Sollinger wie ein Brett in den Schlamm des Straßengrabens.

~

Sie konnte sich nicht weiter erinnern, was danach geschehen war.
Nun jedenfalls lag sie in einem weißen Bett, in einem völlig weißen Zimmer, das nichts enthielt außer ihr selbst. Es gab keine Fenster, keine Türen und es gab merkwürdigerweise nicht den Lärm und die Aufregung der Krankenhäuser wie sie sie kannte. Sie war von Ruhe umgeben.

Es gab nichts, außer der Stimme, die sie geweckt hatte, eine sanfte, weiche, angenehme Stimme, die ihr sagte alles sei in Ordnung. Doch sie spürte es und dieses unangenehme Gefühl kroch in ihr empor wie ein Krebs. Es war kein Schmerz und doch viel, viel schlimmer. Sie wusste, das sie sehr lange ohne Bewusstsein gewesen war, zu lange und nun war etwas, ganz anders als zuvor, sie konnte sich zwar nicht bewegen, denn sie lag wie in einer Ganzkörperröhre, doch schon ihre irgendwie fremden Gefühle in den Gesichtsmuskeln ließen sie innerlich erschauern. Etwas war schrecklich anders als es sein sollte. Aber die Detonation war zu weit von ihr entfernt gewesen, als das sie große Verbrennung hatte erleiden können oder doch? Trotzdem konnte sie sich des Gefühles nicht erwehren in einer neuen Haut zu stecken.

~

Er ärgerte sich über sich selbst, er hatte es vermasselt! Zwar war es ihm gelungen der Schönen über mehrere Stationen zu folgen, doch dann war etwas Unglaubliches geschehen. Ein Mann in einer roten, courtartigen Jacke, hatte sie angesprochen. Sie unterhielten sich kurz und wie es ihm vorkam aufgeregt. Sie gab ihm dabei etwas sehr Kleines, einen Stift oder so etwas. Die U-Bahn Station war zur Zeit der Rushhour vollgestopft mit Menschen und als der Mann sie stehen ließ lief er plötzlich direkt in seine Arme. Er trug zwar einen Hut, tief ins Gesicht gezogen, doch er erkannte zu seiner Überraschung seine Züge. Es waren die eines Mannes, den er aus dem TeleNetz und den Zeittafeln kannte. Er war im Gegensatz zu ihr sehr unkonvorm. Seine Nase war breit, er trug einen Vollbart und geringelte Locken über den Ohren. In den Augenbrauen steckten Drei Ringe. Als er ihn erkannte, war er zugleich derart verblüfft darüber, das der Aktivist der NOMO sich offenbar so wenig Mühe gab sein Äußeres zu verbergen, dass es ihm nicht möglich gewesen wäre ihn aufzuhalten, selbst wenn er das vorgehabt hätte.
Dafür tat es dann jemand anderes. Als sie zusammenstießen hatte der Bärtige eine Verwünschung geknurrt und wollte ihn gerade weg stoßen, als sein Hinterkopf zurückzuckte, während ein heißer Luftzug knapp an seinem Ohr vorbei pfiff. Das Bioprojektil traf ihn mitten in die Stirn. Er starrte ihn an und in brechende Augen, dann sank er ihm in die Arme, dabei einen letzten unverständlichen Satz murmelnd.
Das lautlose Geschoss hatte niemand direkt bemerkt, doch der Schütze war, zugleich durch die Massen um sie herum daran gehindert worden zu ihnen vorzudringen. Er hatte sich hastig nach ihm umgesehen ohne ihn zu entdecken, was nicht hieß, dass er wirklich die Flucht ergriffen hatte. Dafür traf sein Blick dann erneut den, der jungen Frau, die den Erschossenen eben erst getroffen hatte. Sie starrte ihn zunächst ungläubig, dann feindselig an. Doch nur für eine knappe Sekunde, dann riss das Band ihrer Aufmerksamkeit, weil ein zweites Geschoss vorbei zischte und diesmal sie traf.
Er wähnte sich in einem Alptraum, als er sich, den Körper des ersten Opfers noch immer im Arm, zur Seite warf. Einige Passanten waren nun auch stehen geblieben und wollten ihnen beiden aufhelfen. Sie bemerkten erst jetzt, das der andere Mann tot war. Er ließ ihn nun auf den Boden sinken und versuchte wieder freie Sicht auf die Frau zu bekommen. Ohne Rücksicht auf die Passanten, boxte er sich eine Gasse frei, dorthin wo die sie seiner Meinung nach getroffen worden war. Aber sie war fort! Er hatte wild umher geblickt, dann sah er sie. Sie hing in den Armen von zwei großen Männern, die die Uniform der städtischen POLIS trugen. Aber irgendetwas hatte ihn sofort gestört daran. Es war mehr ein Mitschleifen gewesen und er hatte den Eindruck als strahle ihr Nacken dabei erheblichen Widerstand aus.

War sie eine Terroristen? Er wusste, das die PolTechs nicht lange zögerten um steckbrieflich gesuchte Personen zu erledigen. Das war ihre Aufgabe, doch er hatte das Gefühl, das dabei etwas nicht stimmte. Außerdem war er kein Anhänger der ORDER, wie man die Sicherheitsgesetzte nannte. Sie schützten zu oft nur die Interessen der Mächtigen, so war es jetzt und immer. Nicht das er jemals mutig genug gewesen wäre sich mit dem Gesetz anzulegen, aber seine Texte waren stets progressiv und er sympathisierte mit den Schwächeren und Unterdrückten, zu denen er fraglos selbst gehörte.
Er wusste jetzt nichtmehr was in ihn gefahren war, aber er holte die durch ihre Last behinderten Sicherheitskräfte ein, entriss einem von ihnen den Betäubungsstab und überraschte den ersten dadurch derart, dass er sie frei gaben.
Dann traf er auch den zweiten von ihnen ohne das Wissen darüber offenbar so günstig zwischen die Rippen, das der sonst in seiner unmenschlichen Stärke für ihn unüberwindbaren Robix für solange außer Gefecht gesetzt wurde, das er die Frau vollends befreien konnte und die wieder zu sich kommende aber noch benommene, mit sich in die gerade aus dem Schacht abfahrende TransVan19 zog.

Als sie drei Stationen später ganz zu Bewusstsein gekommen war, hatte sie ihn zunächst ungläubig und aus großen Augen angestarrt.
Sie sprach kein Wort, doch als sie die 12. Station erreicht hatten, stand sie ruckartig auf, zögerte kurz, dann sagte sie kurz Danke.
Er hatte genickt und hastig in seiner Manteltasche gekramt, bis er die alte Visitenkarte fand. Bevor sie durch die Tür auf den Bahnsteig trat hatte er ihr diese gereicht. Sie steckte sie stumm ein und verschwand in der Menge. Er war einfach sitzen geblieben und nun ärgerte er sich schwarz darüber, denn ihm war eingefallen, das auf der alten Karte nur noch die Handynummer stimmte. Er hatte aber keine Kredite mehr um dieses aufzuladen.
Nun würde er sie vermutlich nie wieder sehen.

~

Ein Jahr nach dem Verschwinden der berühmten Journalistin Elvira Sollinger, die zugleich auch seine Freundin und Kollegin gewesen war, war Georg Bendel in seinen Nachforschungen noch immer nicht wirklich weiter gekommen. Sie war einfach verschwunden und sein Verleger, seine anderen Kollegen oder Elviras Freunde, glaubten inzwischen endgültig an einen Unfall oder eine Verrücktheit der als Exzentrikerin bekannten gewesenen Frau. Doch Georg und Elviras Liebhaber Carl Slozyk, waren davon nicht überzeugt. Sie waren ihrer Spur bis vor die Tore von GENPLEX gefolgt, doch gab es außer dem Fax, keinen Beweis dafür, das Sollinger überhaupt dort gewesen war. Ihr Wagen war unauffindbar geblieben, die in dieser Nacht statt gefundene Explosion am Eingangstor von GENPLEX hatte eine Presserklärung des Konzerns zufolge, auf einen technischen Defekt in der Torelektronik zurückgeführt. Zwar blieb für Bendel das bittersüße Gefühl, das sie alle logen wie gedruckt, doch konnte er es nicht beweisen. Die kurz ermittelnden POLTechs waren dabei auch keine Unterstützung, der Einsatz eines Kommissars wurde durch den POLIS-AntragsnetzCOM bereits in erster Instanz abgelehnt. Die Zeit lief ihnen durch die Finger, Carl gab sich nach sechs Monaten dem Fusel hin und war nicht mehr zu gebrauchen und gerade als Georg Bendel das ohnmächtige Gefühl beschlich, nichts mehr tun zu können und damit seine Freundin zu verraten, erhielt er eine Mail Sicherheitsstufe III:

Habe neue Erkenntnisse in dem von ihnen verfolgten Fall Elvira S. Bitte um ein Treffen in der 6Net-Bar, Surferbahn 303.
Montag 20:30. Gruß T.



Georg Bendel bekam ein mulmiges Gefühl, denn er konnte sich nicht vorstellen, wer jener T. sein konnte.
Es gab offenbar einige mächtige Personen die GENPLEX deckten, denn alle bisherigen Versuche mehr Informationen über die Firma herauszufinden waren gescheitert. Im Gegenteil, er hatte rasch das Gefühl bekommen selbst im Fadenkreuz der Beobachtung zu stehen. Einmal hatte er sogar einen anonymen Drohbrief erhalten, der sich gegen seine Familie wandte und den er sehr ernst nahm. Er würde eine gewisse Grenze bestimmt nicht überschreiten, doch irgendwie konnte er nun auch nicht anders, er musste zu diesem Treffen, auch wenn es eine Falle war, diese letzte Chance schuldete er Elvira.

Die Bar war ein virtueller SexClub, die Perversitäten wurden im Gegensatz zu den Stripplokalen, wie man sie wohl im letzten Jahrhundert noch gekannt hatte, ausnahmslos über Bildschirme vermittelt, was der Bar etwas steriles verlieh. Kein Schmutz oder Schummerlicht, außer vielleicht in den Köpfen der zahlreichen Kunden, die auf Barhockern vor einer riesigen Bedienungstafel saßen und sich von bildhübschen TechMen, männlich wie weiblich bedienen ließen. Um die selbst programmierten Schweinereien zu genießen trugen sie zum Teil auch NetHelme und gingen damit in Membrankabinen. Nichts schien echt und doch wusste Georg Bendel um die Magie dieser Illusionsmaschine. Warum hatte der Unbekannte wohl gerade diese Umgebung gewählt?

~

Ihr Plan hätte vermutlich nicht so gut funktioniert, wenn die überraschende Explosion nicht gewesen wäre.
Val hastete durch die Gänge des Instituts. Zunächst planlos, schließlich als sie in bekannte Gefilde gelangte, vorsichtiger und überlegter. Sie trug den Kittel der WachTech, die sie für die Taufe hatten abholen wollen. Sie war aus der Zelle mit dem Mute der Verzweiflung auf sie zugesprungen. Zwar waren die Robix leicht überrascht gewesen, doch ihre Reaktion war soviel schneller, als die eines Menschen, das ihr, ihr Plan im Nachhinein sehr naiv bis lächerlich vorkam. Doch welche Wahl hatte sie gehabt. Für die Taufe sollte sie auf die Taufbank geschnallt werden. Wenn dies einmal geschehen war, hätte sie ohnehin keine Chance mehr gehabt zu entkommen.

Gerade in dem Moment als sie die Techs fest im Griff zu haben schienen blieb ihre Funktion jedoch stehen. Es konnte kein Stromausfall sein, für solche Fälle hatten sie Notagregate, es musste ein Befehl von Außerhalb gewesen sein, eine Sabotage, die im Zusammenhang mit der ungeheuren Explosion stand, die sie im selben Moment gehört hatte und die das ganze Gebäude erzittern ließ. Was war da geschehen?

Es war ihr egal, doch verband sie auch ein wenig Hoffnung damit. Konnte es sein, das es Andere gab, die gegen GENPLEX kämpften. Nur dann gab es wirklich Grund zur Hoffnung.
Sie erreichte den Labortrackt. Vielleicht konnte sie ihren Plan doch noch ausführen. Im ersten Labor stand ein Mann mittleren Alters mit dem Rücken zu ihr, als sie den Raum betrat. Es war Nils Kugler, einer ihrer ehemals vorgesetzten Wissenschaftler. Er drehte sich zu ihr um und seine Augen weiteten sich. <Elfdreizehn?>

~

"Glauben sie, das ist alles was sie hier bekommen?" Der Mann hatte sich neben Georg Bendel gesetzt, ohne das er es bemerkt hatte. Er blickte in müde graue Augen, das Haar aber nur leicht gelichtet und die Gesichtsmuskeln straff wie bei einem wesentlich jüngeren Mann. Er lachte als er Georgs irritierten Blick auffing. "Ja, sie haben recht, es hat bei mir nicht ganz funktioniert. Es funktioniert eben nicht bei jedem." Er seufzte. "Aber es gab eine Zeit, da habe ich daran geglaubt." Bevor Georg antworten konnte schob der Mann eine zerknitterte Visitenkarte über den Tresen und gab ihm mit den Augen zu verstehen, das er zunächst lesen sollte. Der Journalist blickte darauf und las:

F. Tormeyer
POLISDek - Distrikt 2



Georg Bendel strich sich über den 3-Tage Bart. "Was wollten sie damit sagen, ob ich glaube, das das alles ist was ich hier bekomme?" Der Fremde, der sich als Detektiv Tormeyer ausgab leckte sich die Lippen, dann sagte er nur ein Wort: GENPLEX.

Bendel nickte langsam. "Und?" Der Kommissar drückte anstelle einer Antwort, auf einen der Schaltknöpfe. Auf dem Bildschirm direkt vor ihnen erschien ein Menü:

Videoshow
Membrankabine
Techmaid
echte Animation
Getränkeservice
angemeldete Sonderwünsche



"Wenn man genügend Geld hat, dann interessieren einen hier nur das eine." Bendel zog die Augenbrauen empor. "Die Sonderwünsche?" Tormeyer nickte. "Dafür sorgt GENPLEX."
Georg Bendel stand etwas zu hastig auf und warf dabei sein Glas um. Er entschuldigte sich bei seinem Nachbarn auf der anderen Seite, der jedoch ganz vertieft in seine Programmauswahl schien.

"Und was hat Elvira damit zu tun?" Tormeyer legte den Finger auf die Lippen, dann stand er auf und bedeutete Georg Bendel ihm nach draußen zu folgen. Als Bendel neben ihn auf die Aussichtsplattform trat, raste gerade eine TransPlan über dem nächsten Dach vorbei. "Sie weiß darüber mehr als ihr lieb ist." Sagte Tormeyer. Bendel sah ihn finster an. "Sie sprechen nicht in der Vergangeheit über sie?"
Tormeyer blinzelte. "Sagen sie mir wie ich ihr helfen kann." Presste Georger hervor "Und warum überhaupt helfen sie ihr nicht, wenn sie tatsächlich POLISDek sind?"

Tormeyer schwieg so lange, das Georg Bendel gerade ihn am Arm nehmen wollte um seine Frage energischer zu wiederholen, da sagte er plötzlich und mehr zu sich selbst: "Ich wurde suspendiert. Das machen sie jetzt mit uns allen, unter fadenscheinigen Gründen, in Wahrheit glauben sie jedoch, dass die POLISTech besser sind, vor allem wohl billiger."

Der Journalist blickte den Ex-Polizisten fassungslos an. "Aber, warum wissen sie...?"
Neuland-Stadt

erreichte, begann es bereits dunkel zu werden. Doch im Haus brannte kein Licht. Georg stellte den Wagen ab und ging auf die Haustür zu. Zu seiner Überraschung stand sie einen Spalt offen. Er öffnete sie, fand den Lichtschalter gleich dahinter und rief hinein: "Carl! Carl! Bist du da?"

Er fand die Leiche nicht sofort. Carl Slozky lag leicht gekrümmt hinter seinem Sofa. Er schien äußerlich unversehrt, doch zwei Gläser standen auf dem Tisch und aus einem davon entstieg ein übler Geruch. Er hatte einmal zu viel getrunken und das mit dem Falschen. Georg schaute das zweite Glas genau an, verwundert darüber, das es der Täter offenbar zurück gelassen hatte. Es war Lippenstift daran. Sollte das eine Finte sein? Hatte der Mörder es bewusst zurück gelassen? Waren er oder sie noch hier?
Georg erschrak über seine eigene Naivität. Er sah sich nun vorsichtig im Haus um und atmete erleichtert auf, als er auch im letzten Winkel niemanden vorfand. Dann ging er zum Telefon und rief die nächste POLISTech-Station an.
Warum? Ein Gedanke kam ihm und er ging noch einmal ins Arbeitszimmer. Als er einen Vorhang weg zog, sah er etwas, was ihm zuvor nicht aufgefallen war. Die Wand dahinter hing voller Fotos. Es waren Fotos von Elvira und Fotos von GENPLEX. Die Firma von allen Seiten. Vorne, hinten, aus dem Wald, von der Straße. Ein Foto erregte besonders seine Aufmerksamkeit. Eine Wagenkolonne vor dem Haupttor der Firma. Carl hatte davon mehrere Großaufnahme mit einem Weitwinkelobjektiv gemacht. Auf den LKWs stand deutlich der Schriftzug: S.A.N.D.MANN.

Etwas blinkte in seinem Augenwinkel. Es war die Standby-Lampe von Carls altmodischem Laptop. Er war nicht ganz verschlossen, wie Georg nun sah, offenbar hatte Carl den Deckel, als sein Besuch kam nur hastig herunter gezogen, aber nicht ordnungsgemäß beendet.

Als Georg die Klappe öffnete lief das Programm sofort wieder an und der Desktop erschien mit einem geöffneten Fenster im Vordergrund.
Es war das Mailprogramm. In der von Carl bereits geöffneten Mail stand bloß ein Satz:

nicht die POLIS rufen / Elvira lebt / aber verlassen sie sofort das Haus bevor sie Besuch bekommen / es ist besser für sie
T.



Georg war einen Moment verwirrt, dann wurde ihm klar, dass die Nachricht ihm galt. Aber das konnte nicht sein oder? Da hörte er vor dem Haus plötzlich einen Wagen vorfahren.

~

Vallerie war ein sehr glückliches Mädchen gewesen, wenn man davon absah, das ihre Eltern früh bei einem Autounfall ums Leben kamen. Sie liebte ihre Großmutter und hatte viel Spaß mit ihrem Großvater und war ihnen wie eine Tochter.
Doch darum hatte der Gedanke, das sie irgendwann sterben mussten ihr früh schon Angst gemacht. Sie absolvierte die normale Schullaufbahn für ein intelligentes Mädchen aus gutbürgerlichem Haus. Oft war sie in der Schulzeit dabei eine Einzelgängerin und Streberin gewesen, denn sie hatte das unbestimmte Gefühl sich beweisen zu müssen. Bis zum Abitur war sie Jungfrau, dann ließ sie eine kurze, verrückte Studentenzeit folgen in der sie all ihre Prinzipien auf den Kopf stellte, die vor allem die Prinzipien ihrer Großeltern gewesen waren. Der Tod ihres geliebten Hundes Walter brachte sie zur Besinnung. Der Tod war in ihr Leben zurückgekehrt und sie fand etwas was sie umbedingt tun wollte, nein, tun musste.

Noch Monate zuvor war sie mit Freunden auf Demonstrationen gegen Genfood, Strahlentechnik, Atomlobby usw. gegangen. Nun begann sie den Blickwinkel der Wissenschaft zu bekommen. Sie forschte bei Prof. Rolf Uliks, einer Kapazität auf dem Gebiet der Gentechnik und als sie ihr erstes Diplom ablegte, erlebte sie als seine Geliebte, die 50iger Jahre mit den Studentenunruhen gegen die ROBIX. Fassungslos beobachtete sie wie die „Fortune party“ die Wahl gewann und die TechMen-Gesetze durchdrückte: Das war der Slogan der Opposition damals gewesen. Schon sehr schnell später kümmerte es niemanden mehr. Die TechMen waren schneller Alltag als alle geglaubt hatten aber sie waren nur eine Gefahr für jene, deren Arbeit sie besser erledigten. Es war etwas, was sie nicht betraf.
Das hatte sie damals zumindest geglaubt, nun jedoch wusste sie es besser. Aber selbst diese Zukunft war jetzt Vergangenheit. Im hier und jetzt, war alles noch viel schlimmer, ein Alptraum und sie war ein Teil davon.

Val schüttelte die Erinnerung ab und sah sich nach einer Waffe um. Der Wisssenschaftler starrte sie noch immer entgeistert an.

Fortsetzung folgt.



© Alle Texte und Ideen sind geistiges
Eigentum von Ludger Christian Albrecht(luca).

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 24.07.2010

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
jenen die uns folgen

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