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Say Cheese...?


Klappentext:

Die 14-jährige Anna ist in ihrer Schule das angesagte Hoty-Girl, auch Stylinqueen genannt. Shoppen, coole Frisuren mit ihren braunen Powerlocken ausprobieren, chatten, oder mit Freunden treffen - Hobbies, die jeder, der so eine Stelle einnimmt, mögen muss. Leider zählt dazu nicht, für die Schule büffeln, obwohl ihr Mathelehrer ihr das sehr raten würde. Dieses schlecht sein in der Schule gehört wohl auch dazu. Warum sollte sich da in ihrer Welt etwas ändern - ihr Vater hat ja einen superbezahlten Job, und kann ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen, während ihre Mutter schon dabei ist, diese Wünsche zu erfüllen. Doch vom einen Tag, auf den anderen ist das plötzlich nicht mehr der Fall…
Anna erzählt von ihren Problemen und Gefühlen.
Eine Geschichte aus zwei Perspektiven.




Prolog


Mein Leben war toll, so wie es gewesen war. Ja, war! Warum, warum, warum nur? Warum war alles schief gegangen, warum hatte Papa seinen Job verloren, warum hatte er es mir nicht früher gesagt, warum mussten wir nun von unseren wenigen Ersparnissen leben, warum musste ich mir mein Geld von nun an selbst verdienen, warum fand Papa keine Stelle mehr, warum?! Alles war so unfair! Ich wurde eben dazu geboren Markenklamotten zu tragen, alle billigeren, die mir Mama und Papa kaufen würden, sahen dumm an mir aus, und das konnte ich nicht bringen, da ja nicht einmal Liza, meine beste Freundin, wusste, dass wir auf einmal arm waren. Warum hatte ich es niemandem erzählt? Nun war es zu spät!


1.Kapitel


„Anna…wir müssen…wir müssen…dir…etwas…sagen…, ich…ich habe…meinen Job vor einem halben Jahr verloren!“
Aus und vorbei, damit hatten sie mir mein ganzes Leben versaut! Geschockt saß ich am Esstisch, du wusste nicht, was ich tun sollte – weinen, oder Mama und Papa anschreien. Nun wusste ich endlich auch, warum ich, seitdem das passiert war, kein Geld mehr zum shoppen oder alles andere, was mir so am Herzen lag bekam!
„Ihr seid so unfair! Seit wann wisst ihr es?“, schrie ich sie aus voller Seele an.
„Ähm…“, druckste Mama rum, „naja, seit…seit…“
„Seit einem halben Jahr! Bitte versteh uns doch, wir können nichts dafür.“, rückte Papa dann endlich mit der Sprache raus.
„Waaas? Ihr versucht hier ganz normal zu tun, und mir alles zu verheimlichen, und dann wollt ihr, so mir nichts, dir nichts, das ich das verstehe. Warum hab ich das nicht früher erfahren?!“
„Wir dachten…Wir dachten, Bruno würde doch wieder einen Job finden…, und wollten dir somit Sorgen ersparen…“
Bruno – Bruno war mein Vater. Und diesem Bruno, und natürlich auch meiner Mutter – Andrea – würde ich das nie mehr verzeihen. Wenn sie es mir gleich gesagt hätten, wäre es ja noch in Ordnung gewesen. OK, es wäre auch dumm gewesen, doch zu wissen, dass sie mir das so lange vorenthalten hatten verletzte mich extrem. So hätte ich sie nebenbei vielleicht noch ein bisschen unterstützen können. Immerhin war ich ja kein kleines Kind mehr, was nichts selber auf die Beine stellen konnte!
„Das ist das schlimmste, was ihr mir antun könnt, was habt ihr euch dabei eigentlich gedacht?“
„Wir sehen ja mittlerweile auch, dass es falsch war, dir nichts zu sagen, aber wir können die Uhr leider nicht zurückdrehen.“, versuchte Papa zu schlichten.
Bei so etwas stieß er auf taube Ohren! Wenn er dachte, dass ich ihm so einen Quatsch abkaufen würde, kannte er mich wohl überhaupt nicht gut!



2. Kapitel


Schule…Alles schrie nach einem Nein. Nein, ich konnte es ihnen nicht sagen. Sie würden mich auslachen. Gnadenlos. Mitleidlos. Selbstverliebt. Ich würde mir einen Job suchen müssen und all mein Geld zusammensparen. Alles dafür tun um nicht auf zu fliegen. Dennoch – Liza. Sie würde es mir nicht abkaufen. Und wenn doch, dann nur für eine kurze Zeit. Egal, ich würde es versuchen – etwas Anderes konnte ich nicht bringen. Natürlich – Irgendwann müsste ich klein beigeben, doch bis dahin konnte ich alles erst einmal selber verdauen.
So fing ich an Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat dafür zu kämpfen, nicht entdeckt zu werden. Denn wenn das eintreten sollte, wäre alles vorbei. Nebenbei plagte mich das schlechte Gewissen. Liza hatte vor mir noch nie ein Geheimnis. Nun hatte ich eines. Und was für eines!

Als Liza nach Hause kam, prangte ein riesiger rosafarbener Haftzettel am Kühlschrank: ‚Komme später – bin Simon abholen. Kuss Mama

‘ Klasse! Seitdem ihr vierjähriger Bruder in den Kindergarten ging, war ihre Mutter nur noch unterwegs. Einmal war sie zum Kaffeekränzchen bei ihrer Freundin Simone verabredet, ein anderes Mal ging sie im Einkaufszentrum auf Schnäppchenjagd. Und jedes Mal holte sie Simon danach mit dem Auto ab. Klar, die Ältere muss laufen. So ärgerte sie sich noch eine Zeit lang weiter, bis sie von ihrem piependen Handy aus ihren Gedanken geweckt wurde. Eine SMS von Anna: ‚Wann haben wir morgen nochmal Schulschluss? – Anna

‘. Schnell schrieb sie ihr zurück, während Liza über ihr Verhalten in der letzten Wochen nachdachte. Anna war nicht mehr so locker wie früher, war in jedem Fach abgerutscht, da sie ihre Hausaufgaben permanent nicht erledigte, und immer verschlafen in den Unterricht kam. Jedoch verriet sie Liza nicht, was mit ihr los war, und schwieg wie ein Grab, wenn sie sich traute das Thema anzusprechen. „Bestimmt ist sie verliebt, und traut sich nicht, mir zu sagen, in wen sie ist.“, plötzlich schoss dem Mädchen ein grausamer Gedanke durch den Kopf: „Was ist, wenn sie in meinen Tobi ist?“, da wäre es doch dann durchaus verständlich, dass sie ihr das verheimlicht. Verstört beschloss Liza, sie am nächsten Tag in der Schule unverblümt darauf an zu sprechen.

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 25.10.2010

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