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Leseprobe

 

 

 

 

RONALD M. HAHN

 

 

T.N.T. Smith, Band 12:

An der Brücke zu den Sternen

 

 

 

Roman

 

 

 

 

Apex-Verlag

Inhaltsverzeichnis

Das Buch 

Der Autor 

 

AN DER BRÜCKE ZU DEN STERNEN 

Das Buch

1945: In Chile verschlägt es T.N.T. Smith an Bord einer Luxusjacht, dessen Besitzer in der Antarktis nach Bodenschätzen suchen will. In der Bordbibliothek recherchiert Smith das Leben des Unsterblichen Lancaster und entdeckt, dass dieser tatsächlich in der Antarktis gewesen ist. Doch seine Reportage über das Abenteuer im Golf von Leyte wurde nicht nur von dem Unsterblichen Masson gelesen, der vom schaurigen Tod seiner Kollegen weiß, sondern auch von dem SS-Offizier Van Thal. Während Masson an Bord der Jacht gelangt, da er eine Angehörige der Reisegesellschaft kennt, entern die Nazis unter Van Thal das Schiff. Schließlich stößt man in einer Grotte auf einer antarktischen Insel auf fremdartige Maschinen und die Spuren Außerirdischer...

 

T.N.T. SMITH. Die beinharte Science Fiction-Serie spielt vor der atemberaubenden Kulisse des Zweiten Weltkriegs und führt den Leser in rasanten Abenteuern um die ganze Welt.

Der Autor

 

Ronald M. Hahn, Jahrgang 1948.

Schriftsteller, Übersetzer, Literaturagent, Journalist, Herausgeber, Lektor, Redakteur von Zeitschriften.

Bekannt ist Ronald M. Hahn für die Herausgabe der SF-Magazine Science Fiction-Times (1972) und Nova (2002, mit Michael K. Iwoleit) sowie als Autor von Romanen/Kurzgeschichten/Erzählungen in den Bereichen Science Fiction, Krimi und Abenteuer.

Herausragend sind das (mit Hans-Joachim Alpers, Werner Fuchs und Wolfgang Jeschke verfasste) Lexikon der Science Fiction-Literatur (1980/1987), die Standard-Werke Lexikon des Science Fiction-Films (1984/1998, mit Volker Jansen), Lexikon des Horror-Films (1985, mit Volker Jansen) und das Lexikon des Fantasy-Films (1986, mit Volker Jansen und Norbert Stresau).

Für das Lexikon der Fantasy-Literatur (2005, mit Hans-Joachim Alpers und Werner Fuchs) wurde er im Jahr 2005 mit dem Deutschen Fantasy-Preis ausgezeichnet. Insgesamt sechsmal erhielt Hahn darüber hinaus den Kurd-Laßwitz-Preis – dem renommiertesten deutschen SF-Preis - , u.a. für die beste Kurzgeschichte (Auf dem großen Strom, 1981) und als bester Übersetzer (für John Clute: Science Fiction – Eine illustrierte Enzyklopädie, 1997).

Weitere Werke sind u.a. die Kurzgeschichten-Sammlungen Ein Dutzend H-Bomben (1983), Inmitten der großen Leere (1984) und Auf dem großen Strom (1986) sowie – als Übersetzer – der Dune-Zyklus von Frank Herbert.

Ronald M. Hahn lebt und arbeitet in Wuppertal.

Ronald M. Hahn

AN DER BRÜCKE ZU DEN STERNEN

 

1. Kapitel 

 

An Bord der Rheingold, April 1945 

      1. Vor der chilenischen Küste

 

Ich bin endgültig zu alt für diesen Scheiß, denkt Smith, als er ins Leben zurückkehrt. Ich bin jetzt neununddreißig. Ich sollte mir ‘ne Frau suchen und endlich anfangen, ‘n ruhiges Leben zu führen – am besten irgendwo in den Schweizer Alpen. 

Seine Erinnerung ist völlig weg, doch da er aufgrund der permanenten Schaukelbewegungen spürt, dass er sich wieder mal an Bord eines Schiffes befindet, nimmt er sich vor, die Augen erst zu öffnen, sobald er weiß, in welche Kreise es ihn diesmal verschlagen hat. Der letzte Aufenthalt auf dem Wasser, an den er sich erinnert, war äußerst ungesund, denn da wurde er von amerikanischen Jagdbombern beschossen. 

Oktober 1944. Damals hat er auch seinen Freund Italo zum letzten Mal gesehen. Zum Glück haben die Yankees wenigstens ihn selbst aus den Fluten der Sulu-See gefischt. Nach der Ankunft in Chile hat sich sechs Monate in der Umgebung von Antofagasta herumgetrieben und sich für den amerikanischen Pressekonzern, für den er seit Jahren tätig ist, wundersame Geschichten über Südamerika und seine Völker aus den Fingern gesaugt. 

Außerdem hat er seine Wunden geleckt. 

Was gestern passiert ist, verliert sich in dichtem, grauweißem Nebel, und so denkt er an die Zeit zurück, in der er zum letzten Mal Schiffsplanken unter den Füßen gespürt hat. Ernst-August Matsushita fällt ihm ein, der deutsch-japanische Major, der Gasponi und ihn auf das Schlachtschiff „Musashi“ hat bringen wollen. Und die Schlacht im Golf von Leyte. Auf der einem japanischen Kreuzer ist ihm eine neue Spur in Gestalt eines rotblonden Korvettenkapitäns begegnet – keinem geringeren als dem Unsterblichen Harold Lancaster. Er hat sie vor den Japanern gerettet. 

Na schön, denkt Smith, versuchen wir’s doch mal. Er öffnet langsam ein Auge und erblickt Deck und Reling eines blitzsauberen weißen Schiffes. Eine Hochseejacht. Keine Spur von Militär. Neben dem Deckstuhl, in dem er wie ein nasser Sack liegt, sitzt eine dezent geschminkte blonde Walküre mit üppigem Busen. Er schätzt sie auf etwa fünfunddreißig Jahre. Sie trägt ein marineblaues Kostüm und liest eine Ausgabe der Deutschen Radio-Illustrierten. 

Smith zuckt zusammen. Seine plötzliche Reaktion führt dazu, dass die Dame die Illustrierte sinken lässt und ihn unter seidigen Wimpern her aus blauen Augen mustert – als rechne sie seit längerer Zeit mit seinem Erwachen. Kennt er sie etwa? Wer ist sie? 

„Wo bin ich?“, hört Smith sich in deutscher Sprache krächzen. „Wie komme ich hierher?“ Er hat einen Geschmack im Mund, der an einen Laternenpfahl ganz unten erinnert. Genau in diesem Moment beginnen im Inneren seines Schädels die üblichen Bauarbeiten mit dem Presslufthammer. 

Die Walküre spitzt die Lippen, legt die Illustrierte neben sich auf einem Tischchen ab und lächelt ihn auf eine Weise an, die besagt, dass er ihr sehr sympathisch ist. 

„Öu“, sagt sie überrascht, „jöu schpiek auer Längwätsch?“ 

Sie ist sichtlich entzückt, in diesem Gefilden einen „Landsmann“ zu treffen, und so klatscht sie freudig in die Hände. „Benno!“, ruft sie über die Schulter hinweg. „Otto! Waltraud! Udo! Emma! Helga-Marie! Er ist aufgewacht!“ 

Benno und die anderen zeigen sich zwar nicht, doch dafür öffnet sich in den Decksaufbauten eine Tür und ein goldblondes Geschöpf tritt ins Freie, dem man ansieht, dass es den Lenden der Walküre entsprungen ist. Helga-Marie ist etwa sechzehn Jahre alt und begafft den aus seinem Schlummer erwachten Mann mit der lüsternen Gier eines Vampirs. Der Blick ihrer blaugrünen Augen ist so verschlagen, dass Smiths Alarmglocken schrillen und er sofort weiß, dass er ein im Luxus aufgewachsenes Gör vor sich hat, das daran gewöhnt ist, dass andere springen, sobald es das tückisch verzogene Mäulchen öffnet. Nimm dich vor diesem Kind in Acht. 

„Ich bin Alwine Protzheim“, sagt die Walküre. „Und das ist meine Tochter Helga-Marie. Sie befinden sich auf der Hochseejacht Rheingold, die meinem Gatten gehört.“ 

„Sehr angenehm“, erwidert Smith und richtet sich trotz der heftigen Kopfschmerzen auf. Ein leichter Schwindel erfasst ihn. Er greift sich an den Schädel und fragt sich, ob Alwine und ihr Gatte auf irgendeine Weise mit Diethelm van Thal verbunden sind, dem Leiter des Kommandos Ragnarök, das ihn seit nunmehr neun Jahren um den Erdball jagt. Leider sind die Zeiten so, dass man als braver Bürger dieser Welt sogleich Argwohn entwickelt, wenn sich jemand in der Sprache der Deutschen an einen wendet. Nazismus ist beileibe nicht auf das Großdeutsche Reich beschränkt; auch in Chile, und speziell in Argentinien wimmelt es von Auslandsdeutschen, die ihrem Führer fanatisch die Stange halten. 

Je länger Smith der Walküre in die Augen schaut, desto klarer wird ihm, dass er es mit einer völlig apolitischen Vertreterin der so genannten ‘Gesellschaft’ zu tun hat: Sie ist die Frau eines Geschäftsmannes und ihr sind Kosmetika und Mode alle Mal wichtiger als von SS-Schraten gejagte Engländer. Sie hat bestimmt kein Interesse daran, ihn an das nächste Knochenjäger-Kommando zu verpfeifen. 

„Mein Gatte“, fährt Frau Alwine sichtlich stolz fort, „ist der bekannte deutsch-südostafrikanische Filmproduzent Benno Protzheim.“ 

„Oh“, sagt Smith bewundernd, obwohl er den Namen noch nie gehört hat. 

„Wir haben auch zwanzig Kinos, eine Pflanzung, eine Jutefabrik und ein Import-Export-Kontor in unserem schönen Deutsch-Südostafrika“, sagt das Gör mit dem verschlagenen Blick und wirft sich so stolz in die Brust, dass die Mückenstiche, die ihre Brustwarzen sein sollen, sich deutlich an den Stoff ihres Matrosenkleidchens drücken. 

„Hinter uns liegt eine Kreuzfahrt durch die pazifische Inselwelt“, sagt Frau Alwine in gebildetem Plauderton und misst ihr Töchterlein und dessen Mückenstiche mit leicht missbilligendem Blick. „Wir freuen uns, jemanden an Bord zu haben, der aus der Heimat kommt.“ 

Oha, denkt Smith und fragt sich gleich, ob er der Dame reinen Wein einschenken soll. Lieber nicht. Auch wenn sie in Südostafrika leben – vielleicht wissen sie mehr über die Lage in Deutschland als ich. Ich könnte mich womöglich in die Scheiße reiten. 

„Ich heiße Theodor Schmidt“, sagt er und fragt sich, ob seine Gastgeber womöglich seine Papiere gefilzt haben. „Ich bin in London zur Welt gekommen, aber meine Eltern sind Deutsche. Sie haben ihren Namen anglisiert, dann sind sie nach Chile ausgewandert.“ 

„Oh, ein Auslandsdeutscher, wie wir!“, sagt Frau Alwine entzückt. „Es freut mich sehr, dass Sie unsere geliebte Muttersprache nicht verlernt haben. Ich höre bei Ihnen gar keinen Akzent. Willkommen an Bord, Herr Schmidt.“ Sie schüttelt seine Hand und schaut ihm in die Augen, und ihr Blick sagt: Du siehst teuflisch gut aus, Theodor, und ich möchte dich so bald wie möglich in meinem Bett sehen. 

Später vielleicht, denkt Smith und freut sich auch, denn nun braucht er weniger um sein Leben zu fürchten. 

„Kommen Sie“, sagt Frau Alwine und deutet zur Tür. „Gehen wir zu unseren Freunden.“ 

Der erste Freund, den Smith kurz darauf in einem wie geleckt aussehenden und mit plüschigen Möbeln ausgestatteten Salon kennen lernt, in dem ein schwarzer Steward in weißer Uniform hinter einem messingbeschlagenen Tresen kühle Getränke zubereitet, heißt Udo Scheydt und ist Autor von Filmdrehbüchern. Der Blick des wamperten, bebrillten, einen eleganten Zweireiher tragenden Vierzigjährigen, der hektisch eine Eckstein nach der anderen pafft, erinnert an ihn ein Reptil, das auf die Gelegenheit wartet, irgendetwas zu verschlingen. Die platinblonde dauergewellte Frau mit den entzückenden Knien und dem schicken Kleid, die gelangweilt auf dem Sofa sitzt und mit hellblauen Augen die Frankfurter Illustrierte durchblättert, ist seine Gattin Emma. 

Smith erblickt ein pummeliges Weib mit onduliertem Blondhaar und üppigen Brüsten, das Emma gegenübersitzt, und ihm fällt trotz des mörderischen Katers augenblicklich ein, dass er es kennt. Doch woher? Sein Verdacht wird zur Gewissheit, als die Salontür aufgeht und zwei in Khaki gewandete Männer mit Tropenhelmen eintreten. 

Der erste, ein fetter Sittich mit fünf Goldzähnen, grinst Smith fröhlich an und brüllt: „Theo, altes Haus!“ 

Und vor Smiths innerem Auge läuft im Zeitraffer der Film des gestrigen Abends ab: Er betritt die Bar des Hotels Rabasseda. Er stellt sich zu Bob Sheridan III. von der New York Times. Er sieht, dass sie zusammen kräftig einen heben, wie sich der joviale Fabrikant Otto Schmerenbeck mit der klunkerbehangenen, nuttig geschminkten Waltraud zu ihnen gesellt. Er lauscht ihnen, als sie von ihrer Kreuzfahrt durch die pazifische Inselwelt berichten. Er sieht, dass sie immer blauer werden und irgendwann Brüderschaft trinken, wobei ihm die pummelige Waltraud die Zunge bis ans Zäpfchen in den Schlund schiebt. Und er merkt, dass Waltraud ihm sieben Cognac später – als Otto Bob Sheridan III. gerade von dem schrecklichen Taifun zwischen Tongabonga und Tungabunga erzählt – mit frechem Grinsen in den Schritt fasst und in sein Ohrläppchen beißt. Er sieht, dass Bob Sheridan III. sich an der Theke zum Schlaf niederlegt; er sieht, dass er, T.N.T. Smith, Otto und Waltraud granatenvoll in lauschiger Nacht zum Kai hinauswanken, um sich die Rheingold anzuschauen, die schöne Hochseejacht von Ottos Busenfreund Benno. Und dann... 

Filmriss. Mehr weiß er nicht. Er hat keine Ahnung, wie er an Deck gekommen ist. 

„Otto, alter Knabe!“, heuchelt er erfreut, eilt mit schmerzendem Schädel auf den zigarrenrauchenden deutschen Koloss zu und klopft ihm auf die Schulter, als wäre er sein seit sieben Jahren verschollener Bruder. „Dass ich das noch erleben darf!“ 

Otto lacht meckernd und grinst. 

„Das ist Theo Schmidt“, sagt er zu Benno Protzheim, unter dessen Armbeuge dankenswerterweise eine druckfrische Ausgabe des Buches Handbuch der Judenfrage klemmt, so dass man ihn auf der Stelle richtig einschätzen kann. „Er kann wunderbare Geschichten erzählen, weil er ziemlich weit auf der Welt rumgekommen ist.“ 

Waltraud zwinkert Smith zu. Er hat das Gefühl, dass er errötet, doch zum Glück sieht es keiner. Protzheim, ein hageres Individuum mit dunkelblondem Haar, Schnauzbart und graugrünen Augen, der ungefähr Ende dreißig ist, schüttelte Smith freudig die Hand und sagt lachend: „Trinkfest sollen Sie ja auch sein! Ich freue mich, Sie an Bord begrüßen zu dürfen, Herr Schmidt! Ottos Freunde sind auch meine Freunde – und außerdem müssen wir Deutschen im Ausland doch zusammenhalten!“ 

„Ganz meine Meinung, Herr Protzheim“, sagt Smith zackig, denn in diesem Moment fällt sein Blick aus einem Bullauge und er sieht, dass die Rheingold nicht mehr im Hafen von Antofagasta liegt, sondern auf hoher See den von der Sonne beschienenen Pazifik durchpflügt. 

Wozu, denkt er blitzesschnell, habe ich mich in meinem Suffkopf gestern Abend hinreißen lassen? Zu einer Reise nach Santiago? Ich hab doch nicht mal ‘ne Unterhose zum Wechseln mit, von ‘ner Zahnbürste ganz zu schweigen! 

Es ist ihm schrecklich peinlich, nicht mehr zu wissen, was er am Abend zuvor an der Bar des Rabasseda mit Otto und Waltraud ausgeheckt hat, aber irgendwie schwant ihm etwas.  

Otto hat ihn eingeladen. Er hat allem Anschein nach spontan zugestimmt. Doch wohin geht die Fahrt? Er hat sich mit dem österreichischen Barkellner in deutscher Sprache unterhalten. Otto und sein Pummel müssen ihn für einen Landsmann gehalten haben. Dass er sich in seiner Säuferseligkeit ausgerechnet mit denen verbrüdert, die in den letzten Jahren drauf und dran waren, die Welt in Klump zu schießen, geht ihm an die Nieren. Aber Otto wirkt nicht wie ein übler Bursche. Das Buch unter Protzheims Arm deutet freilich an, dass es angeraten ist, die Zunge im Zaum zu halten. Um seiner Gesundheit willen beschließt Smith, fortan mit den Wölfen zu heulen. Er darf sich das Wohlwollen seines Gastgebers nicht verscherzen. 

„Aber nicht doch“, sagt Protzheim gnädig. „Nennen Sie mich doch Benno.“ 

„Aber gern, Benno.“ 

„Darauf wollen wir einen heben“, sagt Schmerenbeck zungenschnalzend und winkt dem schwarzen Steward leutselig zu. „He, Bimbo, mach mal ‘ne Runde Schlüpferstürmer.“ 

Alwine und Waltraud gackern vor Vergnügen über seine Obszönität. Emma Scheydt versteckt sich errötend hinter ihrer Illustrierten. Ihr Gatte fletscht kollegial die Zähne. „Bimbo“ senkt den Blick, und Smith sieht trotz der krampfhaft in Position bleibenden Schultern des Schwarzen, dass er hinter dem Tresen mit einem Eispickel spielt und sich fragt, ob er lieber seinen Job behalten oder zuschauen möchte, wie das Blut weißer Herrenmenschen an die Salondecke spritzt. Zum Glück behält er die Nerven. Minuten später, als frischer Alkohol in Smiths Adern kreist und das Zittern seiner Hände besänftigt, kehrt der Steward brav hinter den Tresen zurück und poliert blitzblanke Gläser. 

„Nu erzählense mal, was Sie in diese Gefilde verschlagen hat, Theo“, sagt Protzheim, als Smith ihnen gegenüber am Tisch sitzt und an seinem Gläschen nippt. „Vielleicht springt für unseren Udo ‘n Filmstoff dabei raus.“ 

Unser Udo rümpft die Nase, denn wie die meisten Autoren ist er natürlich ein Künstler, der es nicht nötig hat, aus dem profanen Leben zu schöpfen. 

Smith holt weit aus und berichtet eloquent von seinen Reisen durch die argentinische Pampas. Natürlich lügt er das Blaue vom Himmel herunter, da er die Pampas nie gesehen hat. Aber zum Glück hat er gerade Ferdinand Emmerichs Buch Durch die Pampas von Argentinien gelesen und ist gut genug über die südamerikanischen Heldentaten Rick Blaines informiert, so dass viele unterhaltsame Abenteuer zusammenkommen. Und während er mit den Herrenmenschen und ihren Walküren im Plüschsalon der Rheingold sitzt und anderer Leute Schnurren zum Besten gibt, fragt er sich, wie er von Bord kommt, ohne sich verdächtig zu machen. 

In Valparaiso müsste sich eigentlich eine Gelegenheit ergeben,

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: Ronald M. Hahn/Apex-Verlag.
Bildmaterialien: Christian Dörge/Apex-Graphixx.
Lektorat/Korrektorat: Zasu Menil.
Tag der Veröffentlichung: 12.11.2016
ISBN: 978-3-7396-8299-0

Alle Rechte vorbehalten

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