Cover


Tropf
Tropf.Tropf.Tropf. Alles war rot und glitschig. Schmerzen spürte ich schon lange nicht mehr. An meinem Bauch klaffte eine riesen Wunde. Bin ich tot? Nein. Zumindest noch nicht. Ich befand mich auf einer Schwelle zwischen den Lebenden und den Toten. Das erklärte zumindest, warum ich keine Schmerzen habe. Tropf.Tropf.Tropf. Ich versuchte meine Augen zu öffnen. Stück für Stück. Auch wenn ich mir sicher war, dass ich das eigentlich nicht wollte. Ich war auf dem Weg nach Hause gewesen und dann… Die Erinnerung fehlte. Der starke Eisengeruch stieg mir in die Nase. Doch noch viel ekelhafter als der Geruch war der Anblick, der sich mir bot. Über mir war eine schwarze Gestalt gebeugt. Doch nicht das war das Schlimmste. Mein Bauch war offen. Komplett. Alles war rot. Triefend rot von meinem Blut. Man konnte die Organe sehen. In mir stieg Übelkeit auf. Ich musste kotzen. Ein Fehler. Die Gestalt bemerkte, dass ich wach war. Sie sah mich an. Augen schwarz wie die Nacht. Der Mund zu einem hämischen Grinsen verzogen. „Sag Tschüss, Kleine!“ Er ritzte mir die Brust auf. In mir stieg Angst auf. Er sah mich ein letztes Mal an. Das Grinsen immer noch im Gesicht. Erbarmungslos griff er in meine Brust und riss mir das Herz raus. Bevor ich schreien konnte, war ich auch schon tot.


Mhmm… Sie war verdammt köstlich. Ihr Blut könnte nur besser schmecken, wenn sie noch jungfräulich wäre. Aber heutzutage, war das ja eine Seltenheit. Erneut versenkte er seine Zähne in ihren Hals. Das Mädchen war strohdumm aber so lecker. Mit einem Seufzen ließ er von ihr ab. Für heute hatte er genug. „Süße, es war echt schön mit dir, aber jetzt musst du mich leider vergessen.“ Er ignorierte ihre Proteste und stützte ihren Nacken mit seinen Händen so, dass sie ihn direkt ansah. „Ich bin nie da gewesen. Du hast mich nie getroffen. Das einzige, woran du dich erinnerst, ist ein Abend in der Bar, wo du etwas zu viel getrunken hast. Du bist nach Hause gegangen. Die Wunde an deinem Hals ist morgen weg.“ Jeremy trat einen Schritt von ihr weg. Das Mädchen schaute ihn kurz mit glasigen Augen an, nahm dann aber ihre Tasche und verschwand aus der Besenkammer. Was der Barmann von ihm dachte, war ihm scheiß egal. Er nahm sein Jackett und stolzierte aus der Bar. Im Auto, ein schwarzer BMW, überprüfte er sein Handy. Fünf entgangene Anrufe von seinem Arbeitskollegen Ben. Na Klasse. Das roch nach Arbeit. Er rief ihn zurück. „Na das wurde aber Zeit!“, schnauzte Ben ihn an. „Tut mir leid, ich hatte viel zu tun.“, erwiderte er. „Was ist denn?“ „Ein Mädchen, bzw. Teile davon, wurde tot aufgefunden. Komm am besten schnell in den Kesington Garden.“ „Okay, ich bin in 3 Minuten da, ich bin gerade in der Nähe. Bis gleich.“ Er legte auf. Na toll. Das sah nach sehr viel Arbeit aus. Im Garden wurde er schon empfangen und er wurde direkt zu dem Mädchen geführt. Der Anblick war grausam. Überall triefte es von Blut. Gut, dass er sich erst genährt hatte. In der Mitte des Tatortes lag der Kopf, die Beine, Arme und ein Stück vom Bauch des Opfers. Alles, sorgsam voneinander getrennt. Er hoffte bloß, dass das nach dem Tod passiert sei. Darum herum lagen ihre…was lag da? Er trat näher heran. Tatsächlich. Es waren ihre Organe. Da konnte er eine Niere, da eine Leber und da einen Darm sehen. Er ließ seinen Blick wieder zum Mittelpunkt schweifen. Neben der Leiche lag ihr Herz. Es war grausam aus ihr heraus gerissen worden. Nur seine langjährige Erfahrung als Vampir hinderte ihn, seinen Mageninhalt wieder loszuwerden.

Entgegen seiner Erwartung gab es nicht viel zu ermitteln. Das Mädchen war wohl gerade auf dem Heimweg gewesen. Studentin, einige Freunde, nichts Besonderes. Der Täter hatte keine Fingerabdrücke oder andere Indizien hinterlassen. Motiv unklar. Keine Verdächtigen. Sah nach einer Menge Papierkram aus. Ben bestätigte seine Vermutung, indem er Jeremy mitteilte dass er sich um alles weitere kümmern würde und ihn aufs Revier schickte. Seufzend stieg Jeremy wieder in seinen Wagen und machte sich auf den weg. Während der Fahrt schweiften seine Gedanken immer wieder zu der Szene im Kesington Garden. Solche Anblicke boten sich auch in einem Vampirleben selten.
Im Revier angekommen ging er zielstrebig auf seinen Schreibtisch zu und schaltete seinen Computer ein. Gelangweilt gab er die Daten ein. Name, Adresse, Alter des Opfers, Tatort und Uhrzeit. Anschließend tippte er noch einen kurzen Bericht und druckte alles aus. Dann begann er in den Polizei Archiven nach ähnlichen Vorfällen zu suchen. Nichts. In den letzten 5 Jahren zwar einige morde aber nichts Vergleichbares. Schließlich gab er auf, schaltete den Computer aus und murmelte „ vermutlich nur ein Psychopath der Rache genommen hat“ ja es war grausam, aber Mord aus Rache gab es oft. Es war die einzig logische Erklärung, die ihm einfiel. Seufzend verließ er das Büro und überlegte ob es sinnvoll wäre, noch eine Bar aufzusuchen. Seine Arbeit war vorerst getan.


Poch.Poch.Poch. Autsch, das fühlte sich gar nicht gut an! Hatte er etwa Kopfschmerzen? Jeremy schüttelte seinen Kopf leicht. Ja, tatsächlich. Das darf doch nicht wahr sein! Entgegen aller Mythen konnten Vampire sehr wohl krank werden! Nur eben nicht lebensbedrohlich. Aber ein Schnupfen, ein Kater oder ein Husten kam schon mal vor. Jeremy rieb sich die Schläfen und stand auf. Er ging in die Küche und nahm eine Aspirin. Er wollte zurück in sein Bett, doch sein Blick blieb an dem Spiegel, gegenüber, hängt. Was in aller Welt…? Er trug nur noch seine Hose, was nichts Neues war, aber an seinem Oberkörper, der Hose und im Gesicht klebte Blut. Nur wessen? War er in eine Schlägerei geraten? In Blutrausch? Oder hatte er wieder mal… Nein, das konnte nicht sein. Er konnte sich zwar nicht richtig erinnern, aber er war ziemlich sicher, dass er niemanden umgebracht hatte. Er beschloss, erst mal eine Dusche zu nehmen. Er entkleidete sich, naja… die Hose eben, und ging dann in die Dusche. Während das Wasser kühl auf seine Haut prasselte, versuchte er sich an gestern zu erinnern. Er war im Büro gewesen. Danach? War er nicht in eine Bar gegangen? Genau, das war er. Und danach… Er wusste es nicht. Er kam einfach nicht darauf. Na da musste er sich ja wieder mal schön zugesoffen haben. Naja, egal. Frischgeduscht und angezogen lief er in den Keller seines Hauses, um sich eine Blutkonserve aus der Tiefkühltruhe zu holen. B positiv war sein liebstes. Er hatte so Hunger, dass er die Zähne ausfuhr und an Ort und Stelle den Beutel aufriss. Mhmm… Tat das gut. Fast so sehr wie die Dusche. Als der Beutel leer war, schmiss er ihn in die Mülltonne und eilte zu Tür. Doch er beschloss sich noch eine für oben mitzunehmen. Er hatte aber auch Hunger. Oben angekommen wollte er gerade das Blut in ein Glas füllen, doch sein Handy klingelte. Mist. Am Samstagmorgen um 9 Uhr rief das nach Arbeit. Verdammt. Seine Vermutung schien sich bestätigt zu haben. Es war Ben. Erneut war ein junges Mädchen getötet worden. Er schnappte sich seine Autoschlüssen und machte sich auf den Weg zum Tatort.
Am Tatort angekommen, diesmal war es eine abgelegene, schlecht beleuchtete Gasse, bot sich ihm ein ähnliches Bild wie am vorherigen Abend. Ein blutüberströmter Körper lag am Boden und drum herum verteilt einzelne Organe. Jeremy war dankbar dass er bereits Blut zu sich genommen hatte. „Wer war sie?“ fragte er und deutete auf die Leichen „Sie hieß Sandy Miller. Wohnte am anderen Ende von London. Ihre Mutter ist vor 2 Jahren verstorben. Den Vater haben wir bereits kontaktiert.“ „Hmmmm“ murmelte Jeremy. „Derselbe Täter?“ „ Kann sein, muss aber nicht. Es gibt wie bei dem anderen Fall keinerlei Beweise. Weder Zeugen noch Fingerabdrücke.“ „ Hm.“ Jeremy kratze sich am Kopf. Er war immer noch nicht ganz fit. „Wann treffen wir den Vater?“ „Du triffst ihn in einer halben Stunde im Café Rainforest. Ich muss ins Büro.“ Damit klopfte Ben Jeremy auf den Rücken und ging mit schnellen Schritten davon. Jeremy warf noch einen letzten Blick auf die Leiche. Drehte sich um und verließ den Tatort.
Den ganzen wag zum Café wollten ihm die Bilder der beiden Morde nicht aus dem Kopf gehen. Immer und immer wieder zogen sie an ihm vorbei. Es musste eine Verbindung geben! Aber welche? Die beiden Mädchen hatten nichts miteinander zu tun, jedenfalls soweit er wusste….Als er das Café betrat, erkannte er den Vater des Mädchens sofort. Er saß zusammengekauert im hintersten Teil des Cafés. Als Jeremy näher kam betrachtete er den Mann. Er sah aus wie Mitte 40, trug ein schmutziges Hemd und sah aus als hätte er die letzten Nächte kaum geschlafen. Jeremy schenkte dem Mann ein aufmunterndes lächeln, setzte sich und bestellte einen Kaffee. „Hallo Mr. Miller wie geht es ihnen?“ Der Mann machte Anstalten etwas zu sagen, schloss den Mund dann aber wieder und begann vor sich hin zu wimmern. Es brauchte eine ganze Menge Zeit und Geduld bis der Mann sich soweit beruhigt hatte, dass er reden konnte. Mr. Miller erzählte zuerst davon, dass der Tod ihrer Mutter Sandy zwar getroffen hatte, sie aber irgendwann einfach weiter gelebt hatte. Sie war ein beliebtes Mädchen gewesen. Am Abend ihres Todes sei sie auf einer Party gewesen. Nein sie hatte keine Feinde, zumindest soweit er wusste. Ja sie könnten das Zimmer des Mädchens sehen. Das Verhör hatte nicht im Mindesten geholfen. Jeremy stand noch genau dort, wo er vor einer halben Stunde auch noch gewesen war: ganz am Anfang. Alle Hoffnungen setzte er jetzt in das Zimmer. Vielleicht würde der Tag doch etwas Gutes bringen. Er trank seinen Kaffe aus, bezahlte und ging dann zu seinem Auto. Mr. Miller, der mit der U-Bahn gekommen war, setze er einfach auf den Beifahrersitz und ließ sich den Weg beschreiben. „ Und was arbeiten sie so?“, versuchte Jeremy ein Gespräch anzufangen. Jedoch erfolglos. Er bekam nicht mehr als ein „arbeitslos“ zu hören. Na gut, dann eben nicht. Er hatte eh keinen Bock auf Gespräche. Sie waren da. Endlich. Der Vater sperrte ihm die Tür auf. „Geradeaus ist das Zimmer. Wenn sie mich brauchen, sagen sie es mir einfach.“, damit verschwand er in der Tür rechts von ihnen. Ok, dann lass uns mal. Er ging zu der Tür am anderen Ende des dünnen Flurs. Beim Eintreten sprangen ihm sofort die Poster ins Gesicht. Justin Bieber, wirklich? Was finden nur alle an dem Jungen? Naja, ok, seine Haare sind schon toll. Er sah sich um. Das Bett war noch nicht gemacht, ein paar Klamotten da, ein paar dort. Mit einem Grinsen sah er den BH auf dem Bett liegen. Ein A-Körbchen. Wie schade. Die Jugend wird nicht nur dünner, sondern hat auch immer weniger vorzuweisen. Er ging weiter. Der eine Schub in der Kommode war voller Nagellack, die anderen zwei voller Make-Up. Er schnaubte. Ein typisches Mädchen eben. Ohne sah sie wahrscheinlich eh viel besser aus. Er durchwühlte ihren Kleiderschrank. Dort fand er ein Tagebuch. Das nahm er lieber mal mit. Ansonsten war es ein normaler Kleiderschrank. Auf ihren Schreibtisch stand ein Laptop. Auch den steckte er ein. Er sah sich noch einmal um. Er fand nichts mehr. Es war eben nur ein Teenie Zimmer. Er zog die Tür hinter sich zu, ließ sich eine Adressliste all ihrer Freunde von dem Vater geben (so viele waren es nicht…Anscheinend doch nicht so beliebt) und verschwand.
Auf dem Revier traf er auch schon Ben an. „Und, was rausgefunden?“, fragte Ben. „Nein, nicht wirklich. Ein Tagebuch und ein Laptop, aber ansonsten ein ganz normales Mädchen.“, antwortete er. „Na dann, viel Spaß, Jer!“ „Hahaha… Danke sehr.“ Ironie Pur. Wie er das hasste. Aber es war einer der wenigen Jobs die er machen konnte. Es war schon acht Uhr. Niemand war mehr da, außer er. Na klasse. Das würde dauern. Er fing mit dem Tagebuch des Mädchens an. Nach zwei Stunden gab er auf. Dieses Teenie-Gesülze ertrug er jetzt nicht. „Er liebt mich. Er liebt mich nicht. Er hat mich angeguckt… Bin ich jetzt schwanger?“, äffte er gehässig nach. Als hätten sie keine anderen Probleme. Hoffnungsvoll begab er sich an den Laptop. Passwort gefragt. Er stöhnte. Nicht das auch noch! Warum hatte er das verdient? Na gut, er beschloss, es wenigstens zu versuchen. Weder ihr Geburtsdatum, noch das der Mutter. Weder ihr Name, noch der ihres Schwarms noch einer ihrer Freunde. Er wollte schon fast aufgeben. Dann kam ihm eine Idee. Und… es stimmte. Er musste lachen. „ Justin Bieber? Wirklich? Im ernst? Oh mein Gott ist das primitiv.“ Er musste immer noch lachen. So eine Dummheit. Das könnte doch jeder knacken! Aber gut, weniger Arbeit für ihn, er sollte sich bedanken. Er checkte ihre Mails. Nichts. Ihre Social-Network accounts. Nichts. Ihre Dokumente. Wieder nichts. Zuletzt ihre Bilder. „Man, die war aber selbstverliebt.“ Die Hälfte der Bilder waren Bilder mit ihrer Mom oder ihren Freunden. Die andere Hälfte von sich selber in verschiedenen Posen, an verschiedenen Orten und sogar ein paar Bikini Fotos. Letzteres gefiel ihm besonders gut. Das Mädchen kam ihm bekannt vor. Er wusste jedoch nicht woher. Auf dem letzten Bild war Sandy mit einem gutaussehendem Typen , der ihn an sich selbst erinnerte. Halt. Warte mal. Das BIN ich. Er sah genauer hin. Tatsächlich. Das Foto war auf einer Party in einer Bar entstanden. Wann war das passiert? Er wusste es nicht. Wahrscheinlich war er ihr kurz vor dem Tod nebenbei mal in der Nacht, in der er seinen Hangover gehabt hatte (mal wieder… Man… er musste echt weniger saufen) begegnet. Hoffentlich. Oder hatte er sich sogar von ihr genährt? Das wäre gar nicht gut. Er zog sich das Bild auf sein Handy und beschloss, den Beweis zu löschen. Sicher ist sicher. Das würde ihm eh niemand abkaufen, dass er sie ‚zufällig‘ getroffen hatte, in der Nacht, in der sie ermordet worden war. Auch wenn es die Wahrheit war. Er stand auf, nahm seine Lederjacke und ging. Heute würde er nicht in eine Bar gehen. Er hatte vor, seinen Vorsatz wenigstens mal für einen Tag einzuhalten. Er war zwar ein Vampir und konnte nicht alkoholsüchtig werden, aber trotzdem. Die Kopfschmerzen gingen ihm auf die Nerven. Auf dem Heimweg fuhr er noch schnell im Krankenhaus vorbei. „Ah, da ist ja meine Süße. Jenny, wie geht’s?“, begrüßte er sie. „ Gut, in dem Beutel sind die Blutvorräte.“, antwortete sie. „Du bist ein Schatz.“ Er küsste sie zum Abschied auf die Wange. „Ich weiß, aber lass dich mal wieder blicken“. „In Ordnung“. Aber sicherlich nicht, dachte er. So schnell würde er sie nicht mehr zu Hause aufsuchen. Er hatte einmal mit ihr geschlafen, daraufhin hatte sie ihn wochenlang verfolgt und sich sogar in ihn verliebt. Er musste sogar ihr Gedächtnis verändern, damit sie ihn in Ruhe ließ. Aber ok. „Wer würde sich nicht in ihn verlieben? Ich mein, schau mich an. Unwiderstehlich.“ Murmelte er selbstgefällig. Sein Ego war auch schon mal kleiner gewesen. Aber wen krazt’s. Zu hause schmiss er seine Jacke hin und öffnete sein Hemd zur Hälfte. Er holte sich ein Glas aus der Küche, nahm einen Blutbeutel und fetzte sich auf die Ledercouch. Das Glas brauchte er nicht für dein Blutbeutel, sondern für seinen Lieblingsnachtisch. Bourbon. Er fuhr seine Zähne aus und grub sie in den Blutbeutel. Mhm… Lecker. Zwar nicht so gut wie von der Vene, aber trotzdem köstlich. Mit sicheren Griff schmiss er den leeren Blutbeutel in den Müll gegenüber und genoss seinen Whiskey. Vorsatz hin oder her, ohne sein Glas Whiskey am Tag war er nicht er selbst. Er grübelte noch mehrer Minuten und legte sich schließlich schlafen. Hoffentlich wurde der Tag morgen witziger.
„Are you kidding me? No wonder there's panic in the industry. I mean, please, do you want a piece of me?” er wachte auf. NEINN!!! Er sah auf die Uhr. 4 Uhr Morgens. Er ging an sein beschissenes Handy und nahm ab. „ Hey Jer, sorry, dass es so früh ist. Ich hätte auch später anrufen können, aber ich dachte, du hast eh nix zu tun.“ Er hatte Ben bildlich vor Augen. Grinsend, weil er es dieses mal war, der IHN weckte. „Leck mich.“, antwortete er. Ein Lachen ertönte. „Schon gut, aber dafür müsstest du deinen hoffentlich geduschten Arsch erst einmal hier her schwingen. Der Vater von Sandy Miller wurde gefunden. Am gleichen Platz wie seine Tochter.“ Jeremy stöhnte. . „In Ordnung, aber ich muss mich jetzt erstmal für dich duschen gehen.“ „In Ordnung. Aber lass dir Zeit, es soll ja gründlich sein.“ Er schnaubte. Das war sein Freund, aber er war auch nicht besser. Jeremy legte auf. Der Morgen hatte wenigstens witzig angefangen, was ihn schon besser machte als den gestrigen. Jeremy schwang sich in die Dusche. Den Klingelton sollte er auch mal wieder ändern, den hatte er, seit sich die Mädchen um ihn stritten. Deswegen auch „Piece of Me“ von Britney Spears. Vielleicht in „Did you know you’re an Angel, who forgot how to fall?”. Halt. Das ist eine Zeile aus einem Justin Bieber Lied die er irgendwo einmal aufgeschnappt hatte. Tzzz… garantiert ein schnulziges Liebeslied. Man sollte mal einen Song über ihn schreiben. Wäre garantiert ein Megahit. Man könnte den Song auch „Troublemaker“ oder „Too sexy“ anstatt „Too Close“ nennen… Er frühstückte noch schnell und um halb fünf morgens (!!!) verließ er das Haus in seinen lieblings Levis Hosen, Dolce Hemd und Lederjacke. In schwarz natürlich, wie es sich für einen Vampir laut den Legenden ja gehört. (*hüstl* er hatte echt einen komischen Humor) Im Auto grübelte er darüber, ob er nicht doch einem Plattenlabel mal den Vorschlag machen sollte… Aber er in einen Musikvideo wäre zu sexy für diese Welt. Er musste schmunzeln. Oh mann. Gegen sein Ego kam er einfach nicht an. Am Tatort bot sich ihm jedoch ein anderer Anblick als bei den Opfern. Es gab zwar keine Innereien außen rum, aber es sah dennoch sehr brutal aus. Die Wände waren über und über mit Blut bespritzt. Der ganze Boden der Gasse war blutdurchtränkt. Wie kann ein einziger Mann so viel Blut haben? Die Leiche musste blutleer sein. Komplett. Kein einziger tropfen müsste mehr drinnen sein. Langsam stieg in ihm der Verdacht auf, ein Vampir könnte hinter all dem stecken. Er grüßte die Officers, die den Tatort untersuchten und sprach mit dem Arzt. „Louis. Hi. Was kannst du mir über den Toten sagen?“ „ Hi Jeremy. Die Leiche ist komplett leer. Nicht nur Blutleer, sondern auch die Organe. Sie sind zwar anscheinend nicht am Tatort, aber dennoch fehlen sie.“ Jeremys Vermutungen schienen sich zu bestätigen. „Ok danke, Doc.“ Er verabschiedete sich. Bevor er sich auf die Suche nach Ben machte, besah er sich nochmal die Wände. Tatsächlich. An den Wänden stand in Blut geschmiert „Gotcha. I know what you did“. Er machte einen von der Spusi darauf aufmerksam. „Jeremy, du hast einen Knall. Da steht nix!“ „Doch! Da, direkt über dem Opfer!“ Jeremys Finger berührte schon fast das Blut an der Wand. „Jer, hast du was gesoffen? Glaub mir. Da steht nix. Wirklich.“ Oliver sah ihn misstrauisch an. „Geht’s dir gut?“ „Jaja, sorry. Augentäuschung. Bis später. Und nein, ich habe nicht getrunken. Weißt du zufällig wo Ben ist?“, fragte er. „Ja, der ist, nachdem er dich angerufen hatte, wieder aufs Revier.“ „Ok. Bis später!“ Mit einem Schulter Klapps verabschiedete er sich. Bevor er ging, sah er sich die Wand noch einmal an. Es stand immer noch da. Definitiv. Er konnte sich nicht täuschen. Er rief Ben an und bat ihn, her zu kommen. Zehn Minuten später war er auch schon da. „Hey Dude, was ist?“ „Ben, schau auf die Wand. Was siehst du da?“ „Emm… Blut?“ „Bist du sicher? Nicht irgendeine Schrift?“ „Jeremy, nein. Hast du um die Uhrzeit schon getrunken?“ Jeremy konnte es nicht glauben. Nicht nur, dass außer ihm anscheinend niemand die Schrift lesen konnte, sondern dass man ihn schon wieder gefragt hatte, ob er etwas getrunken habe. Hat er so einen Ruf? Wirklich? Ach scheiß drauf. Sind doch nur Neidisch. „ Jeremy?“ Ben wurde aus seinen Gedanken gerissen. „Gibt es sonst noch etwas oder hast du mich nur deswegen gerufen?“, wurde der gefragt. „ Nein. Du wolltest mir doch den Arsch ablecken.“ Er musste grinsen. Das war wieder er selbst. „Oh man Jer, du bist schon komisch. Gehen wir einen Kaffe trinken?“ „Klar. Aber ich fahr.“ „Ok, war ja mal wieder klar.“ Sie machten sich auf den Weg zum Auto. Da hatte Jeremy sich aber gut aus der Affäre gezogen. Auf der Fahrt schweiften seine Gedanken wieder ab. Er konnte doch nicht der einzige sein, der die Botschaft gelesen hatte? Oder war sie etwa an ihn gerichtet? „Hab dich erwischt. Ich weiß was du getan hast“, stand an der Wand. Wurde ihm da unterstellt, er wäre der Mörder? Oder sogar die Tat in die Schuhe geschoben? Nein, das wäre dämlich. Da er ja der einzige war, der es sehen konnte… Also vielleicht doch ein übernatürliches Wesen? Er hatte eine Art Déjà-vu. Ihm war das gleiche schon mal passiert. Ende des 19. Jahrhunderts. Damals jedoch, konnte er beweisen, dass er es nicht war. Der Täter, Jack the Ripper, jedoch wurde nie gefasst. Es waren die gleichen Morde. Aufgeschlitzt. Nur schlimmer. Nahm sich da jemand den Massenmörder etwa zum Vorbild? Aber wer konnte wissen, dass die Morde ihm damals erfolglos angehängt wurden? Die einzige, die es wissen könnte, war seine damalige Freundin Anna, aber die war längst verschwunden. Sie hatte es nie ertragen, dass er kurz vor der Verdächtigung damals mit ihr Schluss gemacht hatte, nachdem er sie zwei Wochen zuvor zum Vampir gemacht hatte und sie zur Plage wurde. Sie war eine Klette. Hat zu viel von ihm verlangt. Wollte Geschenke. Er war nicht mal sicher, ob sie ihn jemals geliebt hatte. Aber sie kam außer Frage. Sie ist, wie bereits gesagt, verschwunden. „Ben, wir sind da.“ „Ich weiß. Seit 3 Minuten. Ist wirklich alles in Ordnung?“ „Ich hab nur über die Morde nachgedacht.“ „Jeremy, ich wollte es dir zwar erst in dem Café sagen, aber an Mr. Millers Hemd wurden Fingerabdrücke von dir gefunden. Flipp nicht aus, ich weiß, dass du es nicht warst. Aber ich wollte es dir nur sagen. Die sind wahrscheinlich noch von gestern. Aber ich wollte, dass du es weißt.“ „Schon gut Ben. Wahrscheinlich. Danke, dass du es mir gesagt hast. Lass uns reingehen.“ „Ok“. Jetzt machte Jeremy sich richtig Sorgen. Er war sich sicher, dass er Mr. Miller nicht angefasst hatte. Schon gar nicht am Hemd. Er war sich auch sicher, dass ihm jemand was anhängen wollte. Jedes Mal dieselbe Scheiße. Ich hätte untergetaucht bleiben sollen! Verdammt.

Impressum

Texte: bei mir und Tabea :)
Bildmaterialien: google
Tag der Veröffentlichung: 22.12.2012

Alle Rechte vorbehalten

Nächste Seite
Seite 1 /