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Bite me

Meine Finger trommelten auf meinen Block und ich starrte blind an die Tafel. Die anderen Mädchen konnten kein Auge von Mr. Newman lassen, und auch die meisten Jungen hörten dem Lehrer wie gebannt zu.

Ich seufzte leise und tippte Ginny an, doch sie reagierte erst, als ich ihr in die Seite piekte.

„Was ist?“, flüsterte sie.

„Mir ist so langweilig“, flüsterte ich zurück und ließ meinen Kopf auf meine Arme sinken.

„Dann hör doch zu, es ist unglaublich interessant …“ Und schon waren Ginnys Augen wieder auf Mr. Newman fixiert.

Ich sah sehnsüchtig aus dem Fenster, gegen das die Regentropfen schlugen. Wenn es noch etwas kälter wäre, würde es schneien. Der Parkplatz, den man von hier aus gut überblicken konnte, war ziemlich voll und ich beneidete keinen der Schüler, die hier jeden Morgen nach einem Platz für ihr Auto suchen mussten. Mein Schulweg dauerte kaum zwanzig Minuten, und da mein Vater das Auto jeden Tag brauchte, ging ich zu Fuß. Busse fuhren nämlich nicht zu unserem etwas abgelegenen Haus. Es lag nahe am Waldrand, und zu Fuß brauchte man zehn Minuten bis zum nächsten Nachbarn. Das hatte mich noch nie gestört, bis auf das erste Mal, als ich allein zuhause gewesen war und es heftig gewittert hatte. Da hatte ich schon Angst gehabt und hätte gern jemand in greifbarer Nähe gewusst, aber das war schon Jahre her. Jetzt liebte ich die Stille. Trubel und Menschenmassen waren nichts für mich. Ich war allgemein kein Gruppenmensch und außer Ginny hatte ich kaum Freunde. Natürlich verstand ich mich mit allen anderen Freunden von Ginny super, aber die waren kaum mehr als gute Bekannte für mich.

Endlich ertönte die erlösende Klingel und ich streckte mich erleichtert.

„Kommst du dann heute Abend vorbei?“, fragte ich Ginny gähnend.

„Pünktlich zum Essen. Deine Mum ist so eine tolle Köchin“, schwärmte sie, und ich stand lächelnd auf.

Nachdem ich meine Schultasche an meinem Schließfach erleichtert hatte, trat ich hinaus in den strömenden Regen.

„Soll ich dich mitnehmen, Cara?“

Mathew, ein Freund von Ginny, lehnte sich aus dem Fenster seines Pick-ups. Er wohnte in meiner Nähe und hatte mich schon öfter bei schlechtem Wetter mitgenommen.

„Nein danke, geht schon“, rief ich gut gelaunt zurück und setzte mich in Bewegung.

Meine Jeans war schon durchnässt, als ich bei der Straße angekommen war, aber es störte mich nicht. Ich ging munter schnellen Schrittes die Straße hinunter und hielt den Kopf dabei gesenkt. Das Grinsen, das sich auf meine Gesichtszüge stahl, war dabei unvermeidlich. Ich liebte den Regen, am meisten den im Sommer, wenn man in einem Kleid draußen durch den Schauer rennen konnte. Wenn es so kalt war wie jetzt, war es zwar etwas ungemütlicher, aber es gefiel mir trotzdem.

Ich bog um eine Ecke und prallte gegen etwas Hartes. Reflexartig krallte ich mich daran fest, um nicht hinzufallen.

„O Gott, Entschuldigung“, murmelte ich verlegen und stolperte zurück.

Der Mann trug eine Lederjacke mit aufgestelltem Kragen und schwarze Jeans. Er hatte die Kapuze des Pullovers, den er unter der Jacke trug, tief ins Gesicht gezogen, und ich konnte ihn nicht richtig sehen.

Nervös, weil der Fremde keinen Ton von sich gab, trat ich einen Schritt zur Seite und wollte schnell weitergehen, doch der Mann packte mich mit einer ungeheuren Kraft am Handgelenk. Ich sah ihn erschrocken an. Er schien verwirrt und obwohl ich seine Augen nicht sah, da er eine Sonnenbrille trug, glaubte ich, dass er in meinem Gesicht etwas suchte. Ohne zu fragen zog er mir die Kapuze vom Kopf.

„Hey, was soll das?“, fragte ich leicht verärgert, da mir der Regen jetzt in den Kragen lief und meine Haare durchnässte.

Er ließ mich abrupt los, als hätte er einen Stromschlag bekommen, und ging schnell über die Straße, ohne das Auto zu beachten, das gerade noch mit quietschenden Reifen zum Stehen kam. Der Fremde bog um die Ecke und verschwand aus meinem Blickfeld.

Verwirrt schüttelte ich den Kopf, zog meine jetzt nasse Kapuze wieder auf und ging weiter. So etwas war mir noch nie passiert. Der Mann hatte kein Wort gesprochen und überhaupt hatte die Begegnung keine zwei Minuten gedauert. Trotzdem ging er mir nicht aus dem Kopf.

Warum hatte er bei dem Wetter eine Sonnenbrille getragen? Und wo war er hergekommen? Die Straße führte zum Wald, und unser Haus, zu dem man aber auch nur gelangte, wenn man eine kleine Abzweigung nahm, war das einzige in dieser Richtung.

Ich zerbrach mir immer noch den Kopf über ihn, als ich die Haustür aufschloss.

„Ich bin wieder da“, rief ich und trat mir die Schuhe von den Füßen.

„Hi!“, hörte ich meine Mutter aus der Küche rufen und kurz darauf stand sie vor mir.

„Zieh dir was Trockenes an, dann können wir essen“, sagte sie belustigt, als sie mich sah, und ich verdrehte grinsend die Augen.

Ich mochte meine Mum. Sie war immer gut gelaunt, voller Elan und offen für Neues. Sie war Schriftstellerin und schrieb hauptsächlich Buchkritiken für Zeitschriften. Deshalb war sie immer am Lesen oder am Schreiben.

Ich schälte mich aus meiner Jacke und hängte sie an einen Haken. Dann ging ich so vorsichtig wie möglich nach oben ins Bad und versuchte, nicht zu tropfen.

Nachdem ich meine nassen Sachen über den Badewannenrand gelegt hatte, ging ich in Unterwäsche in mein Zimmer und holte mir einen langen Pullover und Leggins aus meinem Schrank.

Im Wohnzimmer war schon gedeckt, und ich hockte mich mit angezogenen Knien auf die Bank. Meine Mutter kam kurz darauf herein und stellte einen Topf mit Nudelsuppe auf einen Untersetzer.

„So …“, murmelte sie, während sie mir rausschöpfte. „Lass es dir schmecken.“

„Danke.“

Wir aßen schweigend, bis ich meinen Teller halb geleert hatte. Dann fiel mir etwas ein.

„Mum, war vorhin jemand hier?“

„Was? Nein. Erwartest du denn jemanden?“, fragte meine Mutter verwundert.

„Nein, nur so …“

Ich schüttelte den Kopf. Was hätte der Fremde denn auch hier tun sollen? Wahrscheinlich hatte er einen Spaziergang gemacht und war vom Wetter überrascht worden … Gut, wie ein Spaziergänger hatte er nicht ausgesehen, aber es konnte mir ja auch egal sein, was er im Wald getrieben hatte. Es erschien mir auf einmal sogar lächerlich, dass ich überhaupt so lange darüber nachgedacht hatte.

 

Pünktlich um sechs Uhr klingelte es an der Tür.

Ich lief die Treppe runter, um Ginny schnell aufzumachen.

„Hi!“, rief sie fröhlich und kam in die Wohnung. Ihr Wagen stand in der Auffahrt, und sie war kaum nass geworden. Ihre roten Haare hingen ihr wie immer in wilden Locken ins Gesicht, und sie strahlte.

Wir gingen in die Küche und halfen meiner Mutter beim Tisch decken.

„Ich freue mich so, dass du mal wieder bei uns bist, Ginny“, erklärte meine Mum.

Sie und Ginny verstanden sich sehr gut, obwohl Ginnys anspruchsvolle Eltern nicht sehr viel von Mums Arbeit hielten. Ginny selbst war ein Sonnenschein und zu jedem und allem nett. Sie war der unvoreingenommenste Mensch, den ich kannte, und deshalb mochte ich sie so sehr. Außerdem konnte sie sich für so gut wie alles begeistern. Von unserer traditionellen Freitagabend-Lasagne verschlang Ginny vier Portionen, was meine Mutter unheimlich freute.

Als mein Vater nachhause kam, war der Film, den wir gesehen hatten, gerade vorbei, und Ginny und ich verzogen uns nach oben in mein Zimmer.

„Ich möchte später auch mal so sein wie deine Eltern! Die sind wie ein Paar aus einem Liebesroman. Ich wünschte, ich hätte auch so jemanden ...“, seufzte Ginny, und ich verdrehte die Augen.

„Manchmal ist es aber total peinlich. Wenn die in der Öffentlichkeit Händchen halten und … Gott, da vergeht dir alles.“

Ginny kicherte, dann nahmen ihre Augen einen verträumten Ausdruck an.

„Ich wette Mr. Newman wäre auch so ein toller Ehemann …“

„Meine Güte, Ginny! Der Typ ist doch der totale Freak.“

„Was?!“

„Na überleg doch mal. Der redet, als wäre er unser erleuchteter Guru, und welcher verantwortungsbewusste Lehrer lässt es denn zu, dass ihn seine Schüler so anhimmeln?“ Ich hob skeptisch eine Augenbraue und Ginny zog einen Flunsch.

„Du bist gemein. Mr. Newman ist total toll und nett. Was ist eigentlich mit dir, schwärmst du immer noch für diesen Schauspieler … Christian Bale?“

Ich lief feuerrot an.

„Ich schwärme nicht für ihn! Ich bin nur ein Batman-Fan. Und in Ein Sommernachtstraum war er auch ganz gut …“

Plötzlich musste ich wieder an meine seltsame Begegnung mit dem Fremden denken. Ich erzählte Ginny davon und ihre Augen wurden mit jedem Wort größer.

„O mein Gott, ist das romantisch! Ein geheimnisvoller Fremder … Oh Mann, sah er gut aus? Glaubst du, du siehst ihn wieder? Du musst ihn einfach wiedersehen!“

„Stopp, Ginny! Ganz ruhig. Ich hab keine Ahnung, wie er aussah. Und ich denke auch nicht, dass ich ihn wiedersehe“, lachte ich und sah durch Zufall aus dem Fenster.

Ein Schrei entwischte mir, bevor ich ihn aufhalten konnte. Ginny erschreckte sich so sehr, dass sie ebenfalls aufschrie.

„Verdammt, was ist denn?“, quietschte sie.

„Ich … Ich dachte, ich hätte da jemanden vor dem Fenster gesehen“, stammelte ich.

„Im ersten Stock? O Gott, denkst du es war …“

„Ginny, sag nicht so was Absurdes“, fuhr ich sie fast etwas zu heftig an.

Der schwarze Schemen, der auf meinem Sims gehockt hatte … Ich hatte ihn nur ganz kurz gesehen, aber ich hätte schwören können, dass es ein Mann gewesen war. Nein, das war albern.

Ich schüttelte den Kopf und verwickelte Ginny schnell in ein Gespräch über ihren heiß geliebten Mr. Newman.

Als wir später im Bett lagen, also ich im Bett und Ginny auf der Luftmatratze, war mir immer noch mulmig zu mute. Es war lächerlich, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Begegnung mit dem Fremden etwas zu bedeuten hatte. Oder aber ich steigerte mich da in etwas hinein und sollte jetzt in erster Linie schlafen.

 

Am nächsten Morgen war ich ziemlich müde, da ich in der Nacht kaum ein Auge zu getan und die ganze Zeit das Fenster angestarrt hatte. Ginny musste nach dem Frühstück schon wieder gehen, da sie mit ihren Eltern übers Wochenende wegfuhr.

„Viel Spaß, und bring mir einen heißen Typen mit“, rief ich ihr gähnend nach, als sie lachend in ihr Auto stieg.

Nachdem ich geduscht hatte, war ich schon etwas wacher und beschloss, einen Spaziergang im Wald zu machen um den Kopf frei zu bekommen. Außerdem hatte es aufgehört zu regnen, und weil auch kein Wind wehte, war es für Anfang November nicht allzu kalt.

„Cara, warte noch kurz“, rief mein Dad aus der Küche, und ich kam zu ihm, während ich meine Jacke schloss.

„Deine Mutter und ich fahren in die Stadt zu einer Vernissage. Da willst du ja nicht mit, oder?“

„Nein danke“, lachte ich.

„Tja dann … Wir gehen danach noch etwas essen und kommen erst am Nachmittag wieder.“

„Alles klar.“

Ich steckte meinen Schlüssel ein, dann ging ich durch die Hintertür raus und überquerte die Wiese hinter dem Haus. Ich musste nur zwei Schritte durchs Gebüsch machen und schon war ich auf einem kleinen Weg. Im Sommer ging ich hier manchmal joggen, wenn Ginny und ich unsere Anfälle von wegen Bikinifigur bekamen. Eigentlich hatten wir das nicht nötig, aber Sport war ja bekanntlich gesund.

Ich vergrub die Hände in meinen Jackentaschen und schlenderte den Weg entlang. Die schwachen Sonnenstrahlen, die gedämpft durch die Baumkronen drangen, tauchten alles in ein grünliches, schummriges Licht. Zweige raschelten im sanften Wind und Regenwasser tropfte von den bunten Blättern. Ich hörte einen einzelnen Vogel zwitschern, doch als ich den Blick durch die Bäume schweifen ließ, konnte ich ihn nirgends ausmachen. Ich verlangsamte meine Schritte und blieb schließlich stehen, den Blick weiter auf das Geäst über mir gerichtet.

„Wo hast du dich versteckt?“, murmelte ich leise.

Ein Tropfen Wasser fiel mir direkt zwischen die Augen, und ich zuckte erschrocken zusammen. Kopfschüttelnd setzte ich meinen Weg fort. Der Vogel war inzwischen verstummt.

Schon bald führte der Weg aus dem Wald heraus und nur noch an dessen Rand entlang. Rechts von mir erstreckte sich eine Wiese.

Erneut blieb ich stehen und ließ meinen Blick über das Gras schweifen. Es war absolut still. Nicht ein Zweig raschelte, und es waren auch keine Vögel mehr zu hören. Sogar der Wind war verstummt. Ich schloss die Augen und versuchte irgendeinen Ton auszumachen, doch da war nichts. Ich war absolut allein …

„Hallo.“

Ein Schrei entwich mir und ich fuhr herum. Fünf Meter von mir entfernt stand der Fremde von gestern. Er hatte seine Kapuze absetzt, und auch die Sonnenbrille trug er nicht mehr. Jetzt konnte ich seine markanten Züge sehen, die wie gemeißelt wirkten. Seine dunklen Augen und tiefschwarzen Haare hoben sich stark von seiner hellen Haut ab. Er hatte den Kopf leicht schief gelegt und fixierte mich wie ein interessantes Ausstellungsobjekt im Museum. Dabei war er es, der seltsam fehl am Platz wirkte.

Ich lachte nervös und legte eine Hand auf meine Brust unter der mein Herz wie verrückt raste.

Er sagte nichts und sah mich einfach nur so an. Ich räusperte mich und machte einen Schritt nach hinten, woraufhin er zwei auf mich zukam. Seine Bewegungen waren elegant, fast raubkatzenartig, und in seinem Lächeln lag eine Arroganz, als wüsste er genau, wie er auf mich wirkte.

„Was willst du von mir?“, fragte ich, und meine Stimme klang rauer als ich es erwartet hatte.

Er kam noch einen Schritt auf mich zu, und automatisch wich ich zurück. Sein Lächeln wurde breiter.

„Warum so verängstigt? Ich habe dir doch nichts getan.“ Seine dunkle Stimme ging mir durch Mark und Bein. „Noch nicht.“

„Ich bin nicht verängstigt“, krächzte ich, meinen zitternden Händen zum Trotz. „Lass mich in Ruhe!“

Mein Fuß verfing sich in einer Wurzel, und ich fiel nach hinten, doch bevor ich auf dem Boden aufschlug, stand der Mann schon vor mir und packte mich an den Hüften. Ich schrie erschrocken auf und versuchte, mich von ihm loszumachen, doch sein Griff war eisern.

„Hilfe!“, schrie ich so laut ich konnte, doch er lachte nur.

„Schrei so viel du willst. Niemand wird dich hören.“

Er hob mich hoch, und noch bevor ich nach Luft schnappen konnte, fand ich mich mit dem Rücken an einen Baum gepresst.

„Nein, bitte …“, keuchte ich und versuchte verzweifelt mich zu befreien, doch der Mann hielt mich mit seinem gesamten Körper fest. Meine Füße baumelten nutzlos in der Luft herum, und mein Kopf stieß schmerzhaft gegen den Baumstamm, als ich dem Fremden ausweichen wollte. Sein kühler Atem streifte meine Haut. Er lächelte immer noch und es schien ihn nicht mal im Entferntesten anzustrengen, mich festzuhalten.

„Keine Sorge, es wird nicht wehtun. Zumindest nicht sehr“, sagte er sanft und öffnete mit einer Hand den Reisverschluss meiner Jacke.

„Bitte nicht“, wimmerte ich verzweifelt.

Seine Lippen wanderten über meinen Hals und ich hörte ihn tief einatmen.

„Dein Geruch hat mich schon gestern fasziniert“, murmelte er.

Dann versenkte er die Zähne in meinen Hals.

Ein stechender Schmerz fuhr durch meinen Körper. Es war, als würde mir jemand eine in Wespengift getauchte Klinge in den Hals rammen. Ich schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen, während das Blut meine Adern verließ. Der Mann, oder was immer er war, presste sich noch fester an mich und legte eine Hand auf meinen Mund. Adrenalin rauschte durch meinen Körper, und ich konnte deutlich meinen Puls an der Stelle spüren, an der seine Zähne in meinem Hals steckten. Ich stöhnte in seine Hand, als ein Schwindelgefühl mich packte, als wäre ich auf Drogen. Mein Körper wurde taub und vor meinen Augen tanzten schwarze Punkte.

Alles in mir schrie, doch ich konnte nichts tun, ich konnte mich nicht wehren, und wenn er nicht sofort von mir abließ, würde ich sterben, das wusste ich …

Mit einem Schmatzen, bei dem sich mir der Magen umdrehte, lösten sich seine Zähne aus meinem Fleisch. Der Mann leckte über die Wunde, und sie prickelte, als würde das Blut augenblicklich gerinnen.

Er nahm die Hand von meinem Mund, hielt mich aber weiterhin an den Baum gedrückt. Ich wusste, dass ich zum Boden gehen würde, sobald er mich losließ. Mein Atem ging schwer und mein Herz pochte, als wäre ich eben einen Marathon gelaufen.

An den Lippen des Mannes klebte noch mein Blut und in seinen Augen lag ein Ausdruck, als wäre ihm mindestens halb so schwindelig wie mir.

„Interessant“, sagte er leise.

Einen Augenblick lang sah er mir einfach nur in die Augen. Gefesselt von seinem Blick und völlig entkräftet, erschien es mir unmöglich wegzusehen. Oder sonst irgendetwas zu tun.

Dann grinste er plötzlich und trat einen Schritt zurück. Ich fiel zu Boden wie ein Sack Kartoffeln.

„Siehst du, war doch gar nicht so schlimm.“

„Fahr zur Hölle“, keuchte ich und versuchte, mich aufzurichten, doch meine Arme und Beine waren bleischwer.

„Vielleicht sollte ich dich nachhause bringen. Du kannst ja kaum noch stehen.“

Er sagte das, als wäre ich betrunken.

„Fass mich nicht an“, ächzte ich.

Er ging vor mir in die Knie und streckte eine Hand aus.

„Nein!“ Mein Schrei hallte von den Bäumen wieder, und der Mann erhob sich schulterzuckend.

„Also dann … Wir sehen uns wieder, meine Kleine.“

Er verschwand innerhalb eines Wimpernschlags, als hätte ich ihn mir nur eingebildet.

Ein hysterisches Schluchzen brach aus mir heraus, und ich rollte mich zusammen, während die Tränen in Strömen über meine Wangen flossen.

„Nein“, wisperte ich. „Nein, nein, nein.“

 

Nach einer halben Ewigkeit hatte ich es endlich geschafft, aufzustehen, und war langsam nachhause gewankt. Dort hatte ich mich in die Badewanne gelegt und alle Gedanken aus meinem Kopf verbannt. Jetzt saß ich in Jeans und Rollkragenpullover auf der Couch und sah fern. Ich würde den Vorfall aus meinen Gedanken verbannen. Schließlich hatte ich ihn mir nur eingebildet. Er war nichts anderes als eine Halluzination, die meinen Gedanken entsprungen war, nachdem ich mir den Kopf gestoßen hatte.

Bei dem Gedanken nickte ich bekräftigend.

An meiner Halsbeuge befand sich ein halbmondförmiger Riss, der schon mit Schorf überzogen war. Den ich mir vermutlich bei meinem Ohnmachtsanfall zugezogen hatte.

Ich schlief vor dem Fernseher ein, und als ich kurz aufwachte, schaffte ich es kaum in mein Bett, wo ich sofort wieder in tiefen Schlaf fiel. Am Abend wachte ich davon auf, dass meine Eltern nachhause kamen. Ich war zu schwach um aufzustehen, und als meine Mutter in mein Zimmer kam, brachte ich es nicht einmal fertig, meinen Hals zu bedecken.

„Was ist denn mit dir los?“, fragte sie erschrocken und setzte sich auf meine Bettkannte.

„Mir geht’s super“, murmelte ich.

„Was hast du denn da am Hals?!“

Sie fuhr mit den Fingern über die Wunde und ich unterdrückte einen Aufschrei. Dort wo sie den Schorf berührte, brannte er wie Feuer. Auch andere Berührungen fühlten sich nicht gut an.

„Bin an einem Ast hängen geblieben. Im Wald ...“

„Um Himmels Willen, es war doch nichts Giftiges?“

„Weiß nicht, kann sein.“

Das war die Erklärung! Ich war im Wald gestürzt, hatte irgendetwas Giftiges durch die Wunde aufgenommen und dann halluziniert.

„Soll ich einen Arzt holen? Brauchst du Antibiotika?“, fragte meine Mutter leicht hysterisch.

Ich rang mit mir. Etwas in mir wollte nicht zulassen, dass ein Arzt mich untersuchte. Außerdem wollte ich nicht berührt werden. Das war ja auch ganz unnötig. So schwach und kränklich war ich auch wieder nicht! Ein bisschen Ruhe, und dann würde es mir wieder gut gehen.

Später brachte mir meine Mutter noch etwas zu essen hoch, dann schlief ich auch schon wieder ein.

 

Am nächsten Tag schlief ich lang aus, und als ich erst mal aufgestanden war, fühlte ich mich schon viel besser. Das Fernsehprogramm langweilte mich, und da es schon Nachmittag war, beschloss ich, in meinem Lieblingsbistro einen Kaffee trinken zu gehen.

Die Sonne schimmerte schwach zwischen den Wolken hindurch, und da ich nicht zu Fuß gehen wollte, nahm ich mein Fahrrad. So war ich auch sehr schnell in der Stadt und bald fand ich mich vor dem Bistro wieder. Ich schloss mein Fahrrad ab und öffnete meine Jacke beim Hineingehen. Es war kaum eine Menschenseele hier, und ich setzte mich auf meinen Lieblingsplatz in der Ecke an einem Fenster.

Als Gewohnheitstier bestellte ich wie immer einen Cappuccino mit aufgeschäumter Milch und ein Stück Erdbeertorte. Während ich wartete, starrte ich aus dem Fenster und beobachtete die Menschen, die vorbei kamen.

Vampir. Das Wort tauchte unvermittelt in meinem Kopf auf, und ich blinzelte überrascht. Ich hatte mir das alles nicht eingebildet. Ich hatte unter Schock gestanden und war nicht fähig gewesen, es zu verarbeiten. Aber jetzt war mir klar, dass ich weder verrückt noch wahrnehmungsgestört war. Der Vampir war da gewesen und er hatte mein Blut getrunken. Verdammt, das war krank!

Ich zuckte überrascht zusammen, als der Kellner den Kaffee und das Tortenstück vor mir abstellte.

„Danke“, murmelte ich und riss das Zuckertütchen auf.

Er hatte gesagt, dass er wiederkommen würde, also musste ich mich darauf vorbereiten. Als kleine Mädchen hatten Ginny und ich für alles Übernatürliche geschwärmt und mit unseren Puppen sogar einen Vampirfilm gedreht. Ich ging im Kopf durch, was ich über Vampire wusste.

Sie waren tagsüber so gut wie tot. Na gut, das war schon mal falsch. Was noch …? Sie hatten keine Spiegelbilder oder Schatten. Das konnte stimmen, zumindest war mir bei dem Fremden keiner aufgefallen, aber den hätte ich auch übersehen können. Sie waren schneller, stärker und eleganter als Menschen. Auch das war anscheinend richtig. Aber wie konnte man sich vor ihnen schützen? Kruzifixe und Weihwasser halfen nur in wenigen Geschichten, Holzpflöcke und Kopfabtrennen waren meistens effektiv, aber dazu war ich sicher zu schwach. Und ich wollte den Mann auch nicht töten, ich war ja kein van Helsing Junior. Ich wollte ihn nur von mir fernhalten.

Je länger ich darüber nachdachte, umso absurder erschien mir das alles. Ich lachte leise auf und aß meine Torte. Woher kam dieser plötzliche Sinneswandel?

Nachdem ich gezahlt hatte, ging ich in die Bibliothek, die zum Glück auch sonntags offen war, und lieh alle Bücher über Vampire aus, die ich fand. Der verwunderten Bibliothekarin an der Theke erzählte ich etwas von einem Schulreferat, dann packte ich die Bücher in einer Plastiktüte auf meinen Gepäckträger und radelte zurück nachhause.

In meinem Zimmer breitete ich meine Beute auf meinem Bett aus und begann zu lesen. Als mein Vater später in mein Zimmer kam, war ich völlig in die Welt der Friedhöfe und Fledermäuse abgetaucht.

„Na, geht es dir wieder besser?“, fragte mein Vater und musterte mit gerunzelter Stirn meine Lektüre.

„Ja“, gähnte ich und merkte, wie erschöpft ich war.

„Du bist ganz blass. Geht es dir wirklich gut?“

„Ja, natürlich“, lachte ich und unterdrückte die Hysterie. „Ich hab ein neues Make-Up, es ist wohl einen Ton zu hell.“

Mein Vater runzelte belustigt die Stirn.

„Das ist natürlich … tragisch. Kommst du dann runter? Das Abendessen ist gleich fertig.“    

Meine Eltern wollten nach dem Essen noch Kartenspielen, so wie jeden Sonntagabend, doch ich entschuldigte mich, da ich so müde war, dass ich fast im Stehen einschlief. Doch als ich dann im Bett lag, war ich hellwach. Ich starrte das Fenster an. Noch immer hatte ich keine sichere Abwehr gegen Vampire gefunden. Schließlich hielt ich es nicht mehr aus und sprang auf. Vorsichtig öffnete ich das Fenster und starrte nach draußen in die Dunkelheit. Natürlich war nichts zu sehen.

Der Himmel war wolkenverhangen, und ich konnte keinen einzigen Stern erkennen. Ich streckte die Hand aus und etwas Kaltes fiel darauf. Eine Schneeflocke.

Ein kalter Windstoß fuhr herein, und die Vorhänge bauschten sich auf. Erschrocken zog ich meine Hand zurück und schlug das Fenster zu.

 

Irgendwie hatte ich es geschafft einzuschlafen. Beim Piepsen meines Weckers fuhr ich erschrocken zusammen, bis mir klar wurde, dass das kleine leuchtende Kästchen mir nicht das Blut aussaugen würde.

Ich trat zum Fenster. Die Wiese und die Bäume waren mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt und es war eisigkalt.

Mein Vater meinte beim Frühstück, dass die Straßen übergefroren seien und es vermutlich die ganze Woche so bleiben werde.

„Der Kälteeinfall kam so plötzlich, dass es viele Leute gibt, die noch keine Winterreifen drauf haben“, verkündete er. „Die ganzen Nachzügler, die sonst bis Dezember warten … Es wird sicher viele Unfälle geben. Sei froh, dass du nicht Auto fahren musst, Cara.“

Wegen der vereisten Straßen kamen viele Schüler in den nächsten Tagen zu spät oder gar nicht zur Schule. Es schneite weiterhin, aber nur so schwach, dass der Schnee nicht liegen blieb.

Am Freitag war das Wetter immer noch nicht besser, aber dafür war die Woche so ereignislos verlaufen, dass ich den Vorfall vom Samstag aus meinen Gedanken verdrängt hatte. Meine Eltern waren draußen im Vorgarten und versuchten, das zu retten, was von den Pflanzen noch übrig war. Ich lag auf meinem Bett und hörte Musik. The White Stripes war so laut aufgedreht, dass ich das Klopfen fast nicht gehört hätte. Verwirrt sah ich zum Fenster.

Ich schlug die Hand vor den Mund und unterdrückte einen Schrei. Da saß er und grinste mich lässig an. Er hockte auf dem Sims und hielt sich mit einer Hand am Fensterrahmen fest.

Mein Hirn war wie gelähmt. Mein Körper gehorchte mir nicht mehr und ich bewegte mich auf das Fenster zu. Wie in Trance streckte ich die Hand aus und öffnete es.

„Hallo“, sagte er. „Ich habe mich das letzte Mal gar nicht vorgestellt. Mein Name ist Ian.“

Der Bann fiel von mir ab, und Ians Augen funkelten belustigt, als ich einen Satz zurück machte.

„Verschwinde!“, krächzte ich.

„Das ist aber nicht gerade gastfreundlich. Willst du mich nicht herein bitten?“

„Lass mich in Ruhe“, fiepte ich und stolperte gegen mein Bett. Ich hatte panische Angst.

„Na gut. Ich hab da vorne im Garten zwei reizende Menschen gesehen. Die sind bestimmt auch ganz lecker …“

„Nein!“, unterbrach ich ihn. „Wenn du ihnen etwas tust …“

„Was dann?“, fragte er gedehnt. Es schien ihn unheimlich zu amüsieren, wie ich mit mir rang.

„Mir wird schon etwas einfallen“, sagte ich fest und richtete mich auf.

Ian sah mich abwartend an und warf einen Blick auf das Fenstersims.

„Du kannst nicht rein, ohne dass ich es dir erlaube, stimmt’s?“, ging es mir auf.

„Du bist wohl eine ganz Schlaue“, meinte er. Dann wurde sein Blick ernst. Mir war klar, dass er keine leeren Drohungen aussprach. Der Vampir wartete einige Sekunden, dann zuckte er mit den Schultern und wollte sich zu meinen Eltern aufmachen.

„Nein! Komm rein“, sagte ich hektisch und wich auf mein Bett zurück, während er elegant nach drinnen sprang.

„Na also“, sagte er leise und schloss das Fenster. „Du musst keine Angst haben. Ich bin nur zum Reden hier. Vorläufig.“

Seine Mundwinkel zuckten als ich die Arme um die Beine schlang und ihn entgeistert anstarrte.

„Ich dachte, du hättest vielleicht gerne eine Erklärung für das alles.“ Er machte eine wage Handbewegung, drehte die Musikanlage leiser und setzte sich auf mein Bett, als wäre er schon tausendmal hier gewesen.

„Also … Was willst du wissen?“ Er beobachtete mich spöttisch, aber auch mit einem interessierten Glanz in den Augen.

„Ich will keine Erklärung von dir. Ich will, dass du dorthin verschwindest, wo du warst, bevor wir uns getroffen haben!“ Meine Stimme zitterte etwas bei den mutigen Worten, doch Ian schnaubte nur unbeeindruckt.

„Natürlich willst du eine Erklärung. Ihr Menschen zerbrecht euch über alles solange den Kopf, bis ihr es versteht. Gut, meistens zerstört ihr es vorher noch. Also, frag mich etwas, Cara. Stille deinen Hunger nach Wissen“, sagte er spöttisch.

„Woher weißt du meinen Namen?“, fragte ich wie aus der Pistole geschossen.

„Er steht auf deinem Block da.“ Er deutete auf meinen Notizblock, der auf dem Boden lag.

„Oh“, machte ich und fügte nach einer kurzen Pause hinzu: „Was willst du von mir? Wer bist du überhaupt? Gibt es noch mehr von deiner Sorte?“

„Du kannst ja doch ganz gesprächig sein“, sagte Ian. „Du warst zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich war auf der Jagd und deinen Geruch kannte ich schon, weil wir uns auf der Straße begegnet sind. Dein Blut … schmeckt anders als alles, was ich zuvor getrunken habe. Und der Geschmack macht süchtig, deshalb bin ich zurückgekommen.“

Heiliger Scheißhaufen. Es gefiel mir gar nicht, wie Ian meine Kehle ansah. Hastig zog ich den Kopf ein.

„Es gibt noch viele andere Vampire. Aber die meisten sind nicht gerade zivilisiert. Sie leben unter Brücken oder krepieren in dunklen Gassen vor sich hin. Nur wenige sind stark und besitzen genug Selbstbeherrschung, um sich unter Menschen aufzuhalten.“

Das hörte sich richtig schaurig an. Ich traute mich kaum, mich zu bewegen. Dieser Typ konnte mich innerhalb von Sekunden auseinandernehmen, und hypnotisieren konnte er auch noch.

„Ich war schon länger nicht mehr in dieser Stadt. Eigentlich komme ich aus Europa“, meinte Ian nachdenklich.

„Und warum bist du dann hier?“

„Wenn du ein paar Jahrhunderte auf einem Kontinent verbracht hättest, wäre dir auch nach Abwechslung zu Mute.“

„Ein paar Jahrhunderte?!“, rief ich geschockt, und Ian grinste schief.

„Die meisten von uns sind so schwach, dass sie kaum ein Jahrzehnt überdauern. Aber mit der richtigen Ernährung … lebt man ewig.“

Ich schluckte. Da saß ein leibhaftiger Vampir auf meinem Bett und musterte mich, als wollte er mich auffressen. Und dann sah er auch noch heiß aus! Halt, wo war der Gedanke jetzt hergekommen? Wie konnte ich in so einer Situation nur an etwas so Oberflächliches denken?

„Vampire, die Menschenblut trinken, haben übrigens auch besondere Fähigkeiten. Wir können Menschen mit schwachem Willen kontrollieren oder zumindest beeinflussen. Wir können Gedanken lesen oder übertragen, obwohl wir das eigentlich nie machen. Ist ziemlich anstrengend.“

„Und wie tötet man einen Vampir?“, fragte ich, kaum dass er den Mund geschlossen hatte.

„Cara, also wirklich“, kicherte er. „Kopfabreißen ist aber sehr effektiv“, sagte er im gleichen Atemzug.

„Und was ist mit Holzpflöcken?“

„Holz ist so viel weicher als das hier.“ Er tippte auf seine Brust. „Entweder trennst du meinen Kopf ab, oder du verbrennst mich, wenn du mich dazu bringen kannst, stillzustehen. Beides ist bei einem mächtigen Vampir eigentlich unmöglich – zumindest für einen Menschen.“

Feuer und Kopf waren also die Schwachpunkte eines Vampirs. Na super.

„Und jetzt habe ich eine Frage an dich, Cara. Was hast du mit deinem Blut angestellt, dass es eine solche Wirkung auf mich hat?“ Seine Augen klebten immer noch an meinem Hals, und ich bereute es zutiefst, heute meine Haare zusammengebunden zu tragen.

„Ich habe gar nichts gemacht!“, stammelte ich. „Ich bin ganz normal. Du bist hier der Blutexperte.“

Ian schmunzelte, dann packte er mein Handgelenk und zog mich zu sich heran.

„Hey!“, rief ich erschrocken und konnte mich gerade noch an seinen Schultern abfangen.

Ich zog meine Beine nach, weil ich es, im Gegensatz zu Ian, nicht gerade toll fand, meinen Hintern in die Höhe gestreckt zu wissen. Etwas zittrig kniete ich neben ihm, während er mein Handgelenk untersuchte. Besser gesagt fuhr er über die blauen Venen, die sich von meiner hellen Haut abhoben, und roch daran.

„Hast du schon mal Drogen genommen?“, fragte er nachdenklich.

„Nein, natürlich nicht!“, meinte ich empört und versuchte, meine Nervosität zu überspielen.

„Dein Blut … ich frage mich, ob andere Vampire genauso darauf reagieren würden.“

„Wie bitte?“ Meine Stimme überschlug sich fast. Ein Vampir, der mich aussaugen wollte, reichte für den Anfang. Für immer. Was nicht bedeutete, dass ich Ian für immer am Hals haben wollte, aber ich wollte auf gar keinen Fall noch mehr von seiner Sorte.

„Keine Angst, ich würde niemals jemand anderen an dein Blut lassen“, schnurrte Ian und zog mich auf seinen Schoß, was mich nicht unbedingt beruhigte.

Ich gab mir Mühe flach zu atmen und nicht wie ein verängstigtes Reh zu schauen. Ians Gesichtsausdruck zufolge gelang es mir nicht wirklich.

„Du musst keine Angst haben“, hauchte er und legte eine Hand in meinen Nacken. „Ich würde dich nicht töten, das wäre eine unverzeihliche Verschwendung.“

Er spielte mit mir und meiner Angst. Und er fand das auch noch lustig. Am liebsten hätte ich ihn geschlagen, aber ich konnte mich nicht rühren.

Ians Lippen näherten sich meinem Hals, doch dann drehte er unvermittelt den Kopf und küsste mich. Ich konnte gar nicht anders, als unterdrückt aufzustöhnen, denn er küsste wie ein Gott … oder eben wie ein Vampir.

Erst als er grinsend von mir abließ, fand ich meine Fassung wieder. Ich hob die Hand und scheuerte ihm eine, so fest ich konnte. Meine Hand brannte, und Ians Augen waren leicht geweitet und er hob überrascht eine Augenbraue.

Verdammt, was hatte ich da gemacht? Jetzt würde er mir den Kopf abreißen … Ich biss mir auf die Unterlippe und spürte, wie sie aufriss.

„Hm“, machte Ian. Dann packte er meine Handgelenke mit einer Hand. Seine andere lag noch in meinem Nacken. Er zog leicht an meinen Haaren, sodass ich den Kopf etwas zurücklehnen musste.

„Du solltest mich besser nicht schlagen. Obwohl es interessant ist, wie mutig du bist.“

„Bitte …“, begann ich, doch er schüttelte nur leicht den Kopf.

„Keine Angst, Kleine.“ Ian beugte sich vor und leckte sanft das Blut von meiner Lippe.

Von unten ertönte ein Ruf und Ian ließ mich los.

„Erzähle niemandem hiervon.“ Die unausgesprochene Drohung schwang in seinem Tonfall mit. „Ich komme heute Abend wieder.“

 

„Cara, kannst du mir schnell … Ist alles in Ordnung?“, fragte meine Mutter und sah mich verwundert an.

„Ja. Ja, ich bin nur … Ich glaube, ich hab Fieber oder so“, murmelte ich und ging langsam die letzten Stufen der Treppe hinunter.

Ich hasste Ian dafür, dass ich plötzlich ständig log. Ich hasste mich dafür, dass ich mich in diese Situation gebracht hatte und nicht wieder herausfand. Gut, Ian hasste ich noch für ein paar andere Dinge …

„Kannst du mir schnell den Garagenschlüssel holen? Ich will mit den dreckigen Sachen nicht durchs Haus laufen.“

„Ja, klar.“ Ich holte meiner Mutter den Schlüssel.

„Danke, Schatz. Und jetzt leg dich am besten ein bisschen hin. Ich bring dir nachher eine Suppe.“

„Danke, Mum“, murmelte ich und wankte wieder nach oben.

Die Nachwirkungen des Adrenalins und meiner Angst laugten mich so aus, dass ich, kaum, dass ich meinen Schlafanzug angezogen hatte, einschlief.

 

Meine Mum weckte mich etwas später, und ich fühlte mich total müde, aber auch entspannt. Sie fütterte mich mit der Suppe, die sie mir gemacht hatte. Dann lehnte sie mein Fenster an, um frische Luft hereinzulassen, machte das Deckenlicht aus und wünschte mir eine erholsame Nacht.

Ich döste vor mich hin, konnte aber nicht richtig einschlafen. Draußen war es bereits dunkel und die Zimmertemperatur sank mit jeder Minute. Trotzdem konnte ich mich nicht dazu aufraffen, aufzustehen und das Fenster zu schließen.

Ian und die Tatsache, dass er heute nochmal wiederkommen wollte, hatte ich komplett verdrängt, bis ich ihn plötzlich auf dem Fenstersims sitzen sah.

Er lächelte nicht, er beobachtete mich nur. Und da fühlte ich es zum ersten Mal: Den tiefen Drang, ihn zu berühren, bei ihm zu sein, sicher geschützt in seinen Armen. Instinktiv wusste ich, dass das mein Wille war und er mich nicht beeinflusste.

„Komm rein“, sagte ich leise.

Ian schloss das Fenster hinter sich und setzte sich auf meine Bettkante.

„Bist du krank?“, fragte er, und ich zuckte mit dem Schultern.

„Da du hier bist, geht’s mir schon viel besser“, murmelte ich sarkastisch.

Ian fasste sich theatralisch ans Herz.

„Autsch. Du verletzt meine Gefühle!“

„Autsch, du trinkst mein Blut?“ Ich hob eine Augenbraue, und Ian lachte leise.

„Ich habe etwas herausgefunden.“

„Dass du eine Fantasy-Figur aus einem schlechten Schauerroman bist?“ Woher nahm ich plötzlich den Mut, so mit ihm zu reden? Wahrscheinlich kam es vom Fieber.

„Nein … Ich weiß jetzt, warum dein Blut so berauschend ist.“

Er strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht, und ich schlug reflexartig nach seiner Hand.

„Früher, vor ein paar Jahrhunderten, als ich noch ein Mensch war, hatten die starken Vampire eine Methode entwickelt, um unbemerkt unter Menschen leben zu können und nicht jagen zu müssen. Sie nahmen sich einen menschlichen Gefährten, den sie in ihr Geheimnis einweihten und von dem sie tranken.“

„Woher weißt du das, wenn du damals noch ein Mensch warst? Und warum erzählst du es mir?“, fragte ich misstrauisch.

„Ich weiß es, weil ich selbst ein solcher Gefährte war.“

Ach du Schande. Ich konnte mir richtig vorstellen, wie der heiße Ian eines vergangenen Zeitalters der Geliebte einer noch heißeren Vampirbraut gewesen war. Jeder Pornoregisseur würde sich um so ein Drehbuch reißen.

Ich schnaubte.

„Die meisten Vampire ernährten sich jahrelang von nur einem Menschen, bis dieser entweder starb oder sie ihn umbrachten, weil er sie langweilte.“

Meine Augen weiteten sich, doch Ian sprach bereits weiter.

„Nelia hat mich damals allerdings verwandelt. Sie versprach mir Macht, ewiges Leben und ewige Jugend. Ich schätze, sie hatte sich in mich verliebt und wollte nicht, dass ich starb wie ihre früheren Gefährten. Wir hielten uns eine Zeit lang in den schottischen Highlands auf und lebten unsere Natur ungezügelt aus.“

Ich sag‘s ja: Porno! Gott, ich wollte das alles eigentlich nicht so ausführlich wissen …

„Aber dann war Nelia es, die mich langweilte, und ich tötete sie.“

„Was?! Hättest du sie nicht einfach verlassen können, wie normale Leute das so machen?“

Inzwischen hatte ich mich aufgesetzt. Ian starrte gedankenverloren auf meine Bettdecke.

„Nein … Sie war zwar lange nicht so stark wie ich, aber sie hätte mich trotzdem nicht gehen lassen.“

„Okay. Also warum erzählst du mir das jetzt nochmal?“

„In meinem ganzen Vampirdasein hatte ich keine Gefährtin. Als ich aus den Highlands zurückkam, waren viele Vampire durch die Inquisition umgekommen und die, die es noch gab, lebten nicht mehr unter Menschen. Deshalb habe ich auch lange nicht mehr darüber nachgedacht, und erst vorhin ist es mir wieder eingefallen. Man kann einen Gefährten zwar willkürlich wählen, aber einige Menschen sind dazu bestimmt. Und du gehörst zu diesen Menschen.“

„Na halleluja. Du behauptest also, ich sei so was wie eine Edelprostituierte für Vampire“, sagte ich wütend.

Es gefiel mir gar nicht, wie Ian darüber sprach. Als hätte ich kein Recht, mich dagegen zu wehren. Ian war ein blutrünstiger Freak, der mich und meine Eltern bedrohte. Mehr noch, er war ein rücksichtsloser Mörder. Und trotzdem saß ich ziemlich ruhig neben ihm und versuchte, bei seinem Anblick nicht zu sabbern. Wie erbärmlich kann man sein?

„So würde ich es jetzt nicht nennen. Prostituierte schlafen mit jedem, der sie bezahlt. Dein Blut werde nur ich trinken, und solange du meine Gefährtin bist, werde ich nicht zulassen, dass ein anderer Vampir … oder Mensch Hand an dich legt.“ So wie er das sagte, klang es richtig sexy, und ich brauchte einige Sekunde, um zu verstehen, was er eben gesagt hatte. Dann brach ich in empörtes Gelächter aus.

„Du bist einmalig“, schnaubte ich, doch als ich mir mit einer Hand durchs Haar strich, zitterte diese. „Du hast kein Recht, über mich zu bestimmen. Und ich werde ganz sicher nicht deine Gefährtin sein.“

Nicht, dass ich ihn von irgendetwas hätte abhalten können. Doch ich konnte das Ausmaß der Gefahr, die von ihm ausging, nicht realisieren. Es war, als würde eine unsinnige Stimme in meinem Kopf flüstern, dass er mich zu nichts zwingen würde.

„Ich kann natürlich auch durch die Stadt ziehen, wild morden und meine überlebenden Opfer traumatisieren …“

„Das … Nein! Was willst du überhaupt von mir?“

„Dein Blut.“

Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Die Angst schnürte mir die Kehle zu, und doch verspürte ich ein dunkles Ziehen in meinem Innersten.

„Aber ich glaube, ich muss dich erst davon überzeugen, was ich bin … Wie gefährlich ich bin. Schlaf gut, Cara Bennet.“

Er strich mir mit zwei Fingern über die Wange, dann öffnete er das Fenster und sprang hinaus in die Nacht.

 

Natürlich schlief ich nicht gut. Am Wochenende fühlte ich mich todkrank und glaubte, sterben zu müssen. Und als wäre eine Erkältung nicht schon schlimm genug, plagte mich mein Gewissen. Zu Recht, denn immerhin hatte ich durch meinen Widerstand möglicherweise einen Killervampir auf die Stadt losgelassen.

Hatte ich falsch gehandelt? Wenn man mit einer Gefahr konfrontiert wird, denkt jeder Mensch zu allererst an sich selbst und die eigene Sicherheit, obwohl das kaum einer zugeben würde. Und wer sagte, dass Ian tatsächlich Amoklaufen würde? Klar, es lag schon irgendwie in seiner Natur, aber er kam mir nicht wirklich so böse vor.

Okay, wenn das Wohl der Menschheit von meinem Einschätzungsvermögen abhing, dann waren wir so was von verloren.

Verzweifelt wälzte ich mich im Bett umher und versuchte, mich davon zu überzeugen, dass niemand wegen meines Verhaltens sterben musste.

 

Am Sonntagnachmittag kam Ginny vorbei. Draußen war es immer noch eisig kalt. Der Schnee blieb jetzt liegen und bedeckte die Straßen und Gehwege.

„Mein Dad hat mir Schneeketten über die Reifen gezogen, aber man muss trotzdem wahnsinnig aufpassen … Mathew hatte gestern einen Unfall.“

„Was ist passiert?“, fragte ich geschockt. „Geht es ihm gut?“

Wir saßen im Wohnzimmer auf der Couch und tranken Tee. Ich trug über meinem Schlafanzug nur einen Morgenmantel. Ganz im Gegensatz zu Ginny, die einen coolen Pulli aus dem letzten Winterschlussverkauf anhatte.

„Er ist rausgefahren mit ein paar Kumpels, da hinter den Friedhof zur Scheune. Das Dach war so mit Schnee bedeckt, dass es an einer Stelle eingebrochen ist, und dann auf dem Rückweg ist irgendein Tier vor das Auto gelaufen, und er konnte nicht mehr bremsen. Die Motorhaube ist total eingedrückt, zum Glück ist ihnen nichts passiert, von dem kleinen Schock abgesehen“, berichtete Ginny.

„Und das Tier?“

„Von dem war keine Spur! Obwohl es ja mindestens verletzt sein müsste. Ist schon seltsam oder?“

„Ja …“ Entweder sah ich Gespenster oder Ian ging auf meine Freunde los.

Wir redeten noch so über dies und das, bis Ginny wieder losfuhr.

„Bei dem Wetter will ich nicht im Dunkeln unterwegs sein“, sagte sie, während sie ihre Schuhe anzog.

„Ja, sei vorsichtig. Schreib mir, wenn du daheim bist“, meinte ich nachdenklich.

„Na klar. Mach’s gut. Tschüss Mrs. Bennet“, rief Ginny, stieg in ihr Auto und fuhr davon.

Ginnys SMS kam verspätet, fünf Stunden nachdem sie losgefahren war.

 

Sorry, hab es ganz vergessen. Mir geht’s gut. Bis dann, Ginny.

 

Seufzend legte ich mein Handy auf den Nachttisch. Ich hatte ein paar Mal bei ihr angerufen, aber niemand war rangegangen. Wahrscheinlich waren Ginnys Eltern mal wieder nicht da und sie hatte laut Musik gehört oder so etwas. Ich war einfach nur überängstlich.

Trotzdem bekam ich am nächsten Morgen einen riesigen Schreck, als meine Mum meinte, Ginnys Mutter hätte angerufen.

„Was?! Ist etwas passiert?“, fragte ich und sprang auf. Dabei stieß ich mein Glas um und der Orangensaft lief über den Tisch.

„Entschuldigung“, murmelte ich und wischte die klebrige Flüssigkeit auf.

„Nein, nein. Sie wollte nur wissen, ob du heute wieder zur Schule gehst und für Ginny mitschreiben könntest.“

„Was ist denn mit Ginny?“ Mein Pulsschlag dachte nicht daran, sich zu beruhigen.

„Sie hat sich wohl bei dir angesteckt, als sie gestern da war. Geht es dir wirklich wieder besser? Du siehst ganz fiebrig aus.“

„Hm? Nein, mir geht’s gut. Ich muss jetzt los.“

Zerstreut machte ich mich auf den Schulweg. Der Gehweg in der Stadt war geräumt, aber bis ich erst mal soweit durch den Schnee gestapft war, waren meine Hosenbeine unten ziemlich aufgeweicht. Meine schwarzen Boots hielten dem Wetter zum Glück stand.

In der Schule waren die Heizungen ausgefallen und die Reparatur dauerte bis zwölf Uhr mittags. Wirklich warm wurde mir aber auch dann nicht. Auch nicht, als Mathew in der Kantine beim Essen dicht neben mir saß und mir einen Arm um die Schultern legte.

„Wie kann es nur so kalt sein?“, fragte Sally, eine von Ginnys Freunden, die bei uns am Tisch saßen.

„Keine Ahnung. Ich hoff mal, dass Tanisha die Party deshalb nicht absagt“, meinte George.

„Was für eine Party?“, fragte ich und lehnte mich gegen Mathew.

„Tanishas Eltern sind übers Wochenende weg, deshalb schmeißt sie am Freitag eine Party. Komm doch auch“, schlug Mathew mit leuchtenden Augen vor.

„Ich weiß nicht …“

Partys waren nicht so mein Ding. Weil ich eher eine Außenseiterin war, wurde ich nur selten eingeladen. Manchmal schleifte Ginny mich auch mit, aber es gefiel mir nie wirklich gut. Die ganzen betrunkenen Schüler, die laute, schlechte Musik … Das war nicht meine Welt.

„Bitte! Als Geburtstagsgeschenk für mich“, sagte Mathew und grinste mich an.

Sein Grinsen war nicht mal annähernd halb so unwiderstehlich wie das von Ian.

„Du hast doch erst in ein paar Monaten Geburtstag“, sagte ich belustigt.

„Dann musst du mir da nichts mehr schenken.“

Ich seufzte. Tanisha war so was wie die Queen der Schule. Ich mochte sie nicht sehr und sie … naja, sie wusste vermutlich nicht einmal, dass ich existierte.

„Na los, Cara. Mathew geht gleich auf die Knie“, lachte Sally, und ich verdrehte belustigt die Augen.

„Also gut.“

Mathew gab mir einen Schmatz auf die Wange, dann läutete es, und bevor ich überhaupt genauer darüber nachdenken konnte, waren alle zu den Unterrichtsräumen aufgebrochen.

Nach einer langweiligen Stunde bei Mr. Newman war ich ziemlich geplättet und verstand absolut nicht, warum ich zugesagt hatte, zu der Party zu gehen. Und was wollte Mathew in letzter Zeit überhaupt von mir?

Ich hatte meine Sachen zu langsam eingepackt und so lange gedankenverloren auf meinem Stuhl gesessen, dass sogar Mr. Newmans aufdringlichsten Verehrerinnen schon draußen waren.

„Gibt es noch etwas, Cara?“, fragte er, und ich sprang hektisch auf.

„Nein, tut mir leid.“

Ich verließ das Zimmer so fluchtartig, dass ich mir die Hüfte am Türrahmen stieß.

„Verdammt“, fluchte ich und rieb mit der Hand über die schmerzende Stelle.

Der Parkplatz war schon ziemlich leer, aber rechts von mir entdeckte ich einen eleganten schwarzen Sportwagen. An der Motorhaube lehnte Ian und unterhielt sich charmant lächelnd mit ein paar Mädchen. Unter ihnen war auch Tanisha.

Wut stieg in mir hoch. Und das war keine Eifersucht! Nein, ich war wütend, dass er es wagte, hier zur Schule zu kommen und meine Mitschüler zu gefährden, wo er sich doch schon genug in mein Leben einmischte. Kochend lief ich zu ihm hinüber. Ian hob den Blick und grinste mich ironisch an.

„Was machst du hier?“, zischte ich.

Ian verschränkte lässig die Arme und sagte zu den anderen Mädchen: „Tut mir leid, Ladys, aber ich muss jetzt wohl los. War nett, mit euch zu reden.“

Er öffnete die Beifahrertür, schob mich mehr oder weniger sanft auf den Sitz und schlug die Tür zu. Ich sah, wie Tanisha sich seine Hand schnappte und ihre Nummer drauf schrieb. Sie zwinkerte ihm zu, dann verzog sie sich samt Hofstaat.

Ian stieg ein.

„Was machst du hier?“, wiederholte ich wütend.

„Ich dachte, ich hole dich von der Schule ab … Bei dem Wetter kann man es ja niemandem zumuten …“

„Warum grinst du so bescheuert?“, unterbrach ich ihn scharf. „Hat das Wetter mit dir zu tun?“

Und weil er immer noch dumm grinste und die Belustigung in seinen Augen nur so funkelte, fügte ich noch hinzu: „Gib einfach mal eine einfache, ehrliche Antwort.“

„Na gut“, seufzte er theatralisch. „Ich habe das Wetter beeinflusst. Sei beeindruckt, dass können nur die stärksten Vampire.“

„Ich bin höchstens wütend. Es gibt viele Unfälle wegen dir!“

„Die gibt es auch ohne mich!“

Ich zuckte erschrocken zusammen. Ians Laune war plötzlich umgeschlagen. Er sah richtig wütend aus. Nervös biss ich mir auf die Unterlippe.

Ian schloss kurz die Augen, was mich noch nervöser machte,

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: Clara Schilling
Bildmaterialien: Joan Darque
Tag der Veröffentlichung: 02.06.2013
ISBN: 978-3-7368-8767-1

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Für die echte Cara

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