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Isabella und der reißende Fluss

Inhaltsverzeichnis

 

  1. Isabella und der reißende Fluss
  2. Lisa und die Fee
  3. Ein Katzenmärchen
  4. Emma und die Puppe
  5. Der goldene Umhang

 

 

In jeder Nacht

flieg ich zu dir hin

weil ich deine

Traumfee bin

 

Egal ob Regen oder Schnee

Ich sitz auf deinem

großen Zeh

 

Deine Sorgen

nehm ich mit

bin immer bei dir

Schritt für Schritt

 

Wünsch dir was

und es wird wahr

Morgen siehst du wieder klar

 

 

 

Isabella und der reißende Fluss

 

 

Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin. Sie hieß Isabella und lebte mit ihrem Vater, einem mächtigen König, in einem großen prächtigen Schloss, das auf einem riesigen Berg erbaut war und von dessen Türmen man über das ganze Land blicken konnte.

Isabella war nun schon vierzehn Jahre alt. Sie kämmte wie jeden Tag ihr langes, schwarzes Haar. Wehmütig stand sie dabei an einem der vielen Fenster und blickte hinaus auf das Land.

Sie war einsam und allein. Ihre Mutter war bereits bei ihrer Geburt gestorben und unzählige Zofen und Diener hatten die junge Prinzessin aufgezogen. Ihr Vater war oft verreist und trieb sich in der Welt umher. Von jeder Reise brachte er ihr eine Kostbarkeit mit und Isabella konnte es dann immer kaum abwarten, bis er endlich wieder zurück war.

 

Doch Jahr um Jahr wurde sie trauriger. Ihr fehlten Spielkameraden. Nur ihr treues Pony Samtweich war ihr steter Begleiter. Mit ihm ritt sie durch die Wälder ihres Vaters. Das Pony war so klug, dass es jedes Wort verstand. Es war das klügste Pony auf der ganzen Welt.

 

Jeder Holzfäller kannte die Prinzessin gut und die Menschen unten im Dorf mochten sie.

Isabella durfte nur bis zu dem wilden Fluss reiten, der die Ländereien des Königs von dem wilden Umland trennte.

„Überquere niemals den Fluss!“, hatte ihr der Vater von klein auf eingeschärft.

„Aber warum denn nicht?“, hatte Isabella immer und immer wieder gefragt.

Ihr Vater hatte sie traurig angesehen und geantwortet: „Es ist ein Gesetz und du musst dich daran halten.“

Er verschwieg ihr, dass eine Fee ihm einst vorausgesagt hatte, dass Isabella auf der anderen Seite des Flusses ihr großes Glück aber auch ihre schwerste Prüfung finden würde.

 

 

 Eine böse Zauberin war die Herrscherin der verwilderten Landschaft und noch niemand hatte sie besiegt. Die Leute erzählten sich, dass die Zauberin Menschen in Tiere verwandeln konnte und diese zu ihren Dienern machen würde.

 

 

Isabella kannte mittlerweile jeden Stock und Stein in den Wäldern ihres Vaters und fühlte eine tiefe Sehnsucht in sich. Eine magische Kraft schien sie hinausziehen zu wollen und nahm von ihr Besitz, sobald sie in die Nähe des wilden Flusses kam.

So war es auch an diesem Morgen. Isabella hatte ihr Pony gesattelt und wollte ausreiten. Die Sonne war gerade aufgegangen und es schien ein heißer Tag zu werden. Die Vögel zwitscherten in der Luft, die Bienen surrten und bunte Schmetterlinge flogen ihr um die Nase. In der Ferne sah sie ein Rehkitz. Sie winkte ihm zu und das Tier schien zurückzuwinken. Isabella seufzte. Sie konnte doch so glücklich sein, aber sie war sie es nicht.

„Guten Morgen, Prinzessin!“, rief einer der Holzfäller ihr zu.

„Guten Morgen, Johann!“, grüßte die Prinzessin zurück und warf ihm ein frisches Weißbrot zu, das sie vor ihrem Ausritt aus der königlichen Küche stibitzt hatte.

„Vielen Dank!“, rief der Holzfäller und machte sich fröhlich wieder an die Arbeit.

Isabella ritt weiter. Plötzlich hörte sie das Rauschen des wilden Flusses und ihr Herz wurde schwer. Wehmütig blickte sie auf die andere Seite und seufzte.

„Wenn ich nur wüsste, was mit mir los ist!“, dachte sie verzweifelt. „Ich muss herausfinden, was auf der anderen Seite des Flusses ist!“, kam es

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: Dörte Müller
Bildmaterialien: Dörte Müller
Tag der Veröffentlichung: 24.01.2017
ISBN: 978-3-7438-3730-0

Alle Rechte vorbehalten

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