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Ce la Vie

 

Samt Assistent und seiner Freundin, die auch schon diverse Erfahrungen mit der Videokamera gemacht hatten, gingen wir in den Louvre, hängten den Hintergrund auf, takelten und scotchen ihn in einem Pavillon an und waren auf eine harte Woche gefasst.

Den harten Flash der Schönheit und all dem was Neid, Intrigen, Stolz und Eifersucht aus Menschen machen kann zu dokumentieren.

Ich organisierte die Kameras, hatte noch genügend Geld um die Assistenten zu bezahlen, zwei andere Apparate, mit denen ich Bilder machte, hingen mir um den Hals, und so war auch dem letzten klar, das das hier eine Folge, meiner schon als erfolgreich beschriebenen und ausgestellten Serie war.

Wir erwarteten das Heer der Stöckelschuhe, das unüberhörbar auf uns zu kam. Rochen das Parfüm das jedem Augen und Ohren öffnete, sprachen in deutsch, englisch und französisch, belichteten Filme und Kassetten, trafen uns wieder mit alten Bekannten, und Besuchern, die ich schon mehrmals aufgenommen hatte. Baten ehrfürchtig Prominente sich für unser Projekt zu interessieren, und wir waren voll in Fahrt und fühlten uns unschlagbar.

Was für ein Platz, der Louvre und wir wählten einen seiner Bögen, decoriert vor seinem Eingang mit Statuen, nackten Frauen in Stein gemeißelt und als Fresken in das Dekor integriert.

Ging man durch diesen Bogen, und es gab wenig Möglichkeiten das nicht zu tun, denn natürlich nur aus Sicherheitsgründen, waren alle anderen Eingänge gut abgeriegelt und bewacht, so musste man an uns vorbei kommen.

Die bekanntesten und tollsten, hübschesten und einfach alles was man sich unter dem Namen feminin vorstellen kann, lief an uns vorbei. Alle Farben und Nationalitäten in ihrem Besten, um sich zu zeigen. Aus der ganz nazistischen Ambition aufzufallen und mit dabei zu sein, wenn für das nächste halbe Jahr die Schönheit der zweiten Haut und ihre Ideale festgelegt und gezeigt werden.

Dank der Video Kamera konnte ich tatsächlich auch einmal den Aufbau des Studios mit filmen Dieses mal waren wir ja zu dritt, und als Anfang der Dokumentation, den Aufbau mit zu verfolgen schon mal gut ist. Ein guter Grund auch einmal im Bild zu sein.

Im langen grauen Mantel, jung, schlank, kurzem Haarschnitt, schwarzen Hosen und bei der sinnvollen Arbeit den Hintergrund auf zu hängen. Zusammen mit meinen zwei Assistenten, beide in schwarz. Ein junger, Filmschüler und seine Freundin. Nachdem wir den Hintergrund endlich fest getakelt hatten und schon wieder aus dem Bild gehen wollten, riss ein kräftiger Windstoß alles noch einmal ab,

Dann leuchteten wir den Hintergrund aus und stellten alle Kameras auf die Stative.Sie waren geladen und wir erwarteten alle die, die genau wie wir dachten eine Woche lang gute Portraits zu machen. Als erstes, wie konnte es anders sein, nahm ich eine Gruppe von Amerikanern auf, die schon die ganze Zeit um mich gestanden sind und sich natürlich fragten, was diese jungen deutschen, hier in Paris schon wieder vor hatten. Taten schrecklich neugierig, durchlöcherten mich mit ihren Fragen, obwohl wir immer noch mit dem Aufbau beschäftigt waren und uns bemühten alles als Auftakt gut festzuhalten.

Es kam soweit das eine Bekannte von mir zur Hilfe kommen musste, um ein paar Worte in französisch mit mir zu sprechen und zusammen mit diesen neugierigen, trés á la Mode Amerikanern das Anfangsbild mit zu gestalten.

Zufrieden, zusammen auf dem ersten Bild zu sein, der Gruppe der neugierigen mit der Bekannten die mit dabei war. Dann ging es richtig professionell zu.

Ein Model angekleidet von dem Haus für das meine Bekannte, die mir freundlicher Weise beistand arbeitete. Ein Coiffeur führte seinen Mantel vor, von allen Seiten natürlich, in orange, er Holländer aus New York, und um dem Unfug noch ein Häubchen aufzusetzen, sprang ein viel zu Gay aussehender Typ, den man sonst weniger beachten würde auf den Hintergrund des Studios, lehnte sich an die Wand auf dem linken Bein stehend und versuchte krampfhaft eine Film Szene dazustellen.

Hey, dann kam Nadine mit Heimo und Jazzek, und es sah aus, als hätte Sie mal wieder das große Los gezogen. Hier einzuziehen, zu grinsen, die jungen Artisten, mit polnischem Künstlerfreund und deutschem Anhang. Alles lachte charmant und es blieb natürlich die Frage offen, wie sie hier überhaupt hereingekommen waren, denn der Sicherheit Service präsentierte sich auch gleich von allen Seiten auf dem Hintergrund, posierend inspizierte die Kameras und demonstrierte seine Präsenz

Dann wieder Model Freunde, dieses mal nicht mehr in Jeans, denn auch Sie hatten sich der Größe und Verantwortung angepasst, hier im Louvre zu stehen, und einmal auch für mein Ereignis ein gutes Bild abzugeben.

Stepp war wieder in seinem Element als Fotograf, der seine Augen auf die neusten Kreationen richtete und Seitenweise  dieses Ereignis festhielt.Relaxt, und nicht wie ich ihn das letzte mal in meinem Studio sah, mit Freundinnen und einer großen Leiter mit der er alle übersah. Einen Pulli umgebunden, in Jeans Hemd, einer Tasse Kaffee in der Hand, und einem Magazin unter den Arm geklemmt. Gefolgt von einer chicen Dame in schwarzen engen Hosen und Pullover. Zigarette rauchend mit Umhängetasche und der Sonnenbrille, zurückgeklappt, um mir in die Augen zu sehen. Dann kam eine der ganz lieben, netten und ganz braven, blonden, großen Fräuleins. Nicht zum anfassen mit Sack Viton dem kleinen, einem Jackett das über die rechte Schulter, gelegt war, und mit Blick nach rechts, und wie sie so dastand in ihrem Cardin Kleid, das kurz über ihr Knie ging mussten auch wir, wie die ganze Welt einsehen, das Sie unschuldig sein musste.

Soviel Schönheit und Sie unantastbar, fast schon naiv aber trotzdem schön .

Meine Mutter hätte sich auch gefreut wenn ich endlich einmal so jemanden kennengelernt hätte. Gefolgt von einer Gruppe von Mädchen die bestens en maquillage und frisiert waren, und wie es schien ihren Müttern den Kleiderschrank ausgeräumt hatten.Der Altersunterschied ihrer Zusammenstellungen an Röcken und Blusen, Jacketts, den langen Ohrringen und dicken Armreifen, deutete unmissverständlich darauf hin. Frech, und hatten ihren Spaß ein Gruppenbild zu machen. Dann kam Benjamin, dieses mal mit neuer Freundin mit Schirm Mütze, in schwarz, chinesisch angehaucht, weiten Hosen und scheinbar nicht so ganz glücklich hier die tibetanische Fundgrube zu repräsentieren. Sie biss in einen Apfel, ungeniert vor der laufenden Kamera, den grünen natürlich und frisch vom Markt. In der Hoffnung das sie sich nicht auf dem falschen befand denn hier im Louvre ging es ja um Leute, Kleider, Bilder und Konfektion.

 

Wenn man sich das ansehen möchte so war es hier vorhanden, und alle fühlten sich noch sicherer größer und wichtiger als in den Hallen. Geschützt und animiert von all den historischen Figuren, Bögen und Flügeln, geschnittenen Rasenflächen und dekorierenden Hecken. Ein Platz der den Selbstwert steigerte, und diese Manifestation in eine andere Ebene hob.

In klassischen Formen und Eingebungen, und sich dementsprechend zu kleiden, um nicht zu sehr aus dem Rahmen zu fallen.Auch das zeichnete sich deutlich auf meinen Bildern ab. Nicht wie in den Hallen, mit einem Hang zum rockabilly, um zur inn Crew zu gehören die hier überall durchkam. Jetzt hieß es richtig Farbe zu bekennen. Erst einmal an dem eisernen Toren des Louvres eingelassen zu werden, diese Spitzen zu passieren um dann freien Lauf zu haben. Hinter den Kulissen der Geschichte und dieses Bauwerks, das zweifellos seinen Einfluss auf das was wir heute tragen und an Kombinationen für richtig empfinden, hat.

Wer würde schon als Micky Maus und mit einer Tüte Popkorn durch diese heiligen Hallen laufen, und nicht richtig angezogen zu sein, hier besonders auffiel.

Sich so anzustrengen das man farblich mit zum Dekor gehören kann in aller Interesse gewesen ist.

Also erschien ein größer Teil in schwarz, einer Farbe mit der in diesen Gemäuern nicht viel schief gehen konnte.

Wieder eine Gruppe von fünf jungen Mädchen ,eines in schwarzem Mini Rock, die anderen in weiten Hosen, die die länge bis auf die Waden hatten und sie zusätzlich mit Schals und Stola dekoriert waren.

Ihr Look in diesem Umfeld, einfach aber auch nicht auffallend.

Dann in Piloten Jacke und Jeans gefolgt von Amerikanern deren Einfallsreichtum am zusammenstellen der Jeans und T-Shirt Generation keine Grenzen gesetzt ist, und sie hatten sich für ein Bild entschlossen.

Sie waren nicht so romantisch klassisch mit dabei, wie eine Dame die in einem weiten Spitzenrock auf mich zu kam,

mit durchsichtigem Oberteil von Chantal Thomas und einer weiten Jacke , als Reptil mit einem Kranz.

 

 

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: Thomas Brandau
Bildmaterialien: Thomas Brandau
Cover: Thomas Brandau
Tag der Veröffentlichung: 27.08.2019
ISBN: 978-3-7487-1392-0

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Ein neuer Beitrag aus dem Portfolio tobieBred von Thomas Brandau, der seine Arbeiten aus Paris präsentiert. Als Ce La Vie beschrieben und mit Bildern dokumentiert zeigt er die Generation der 80iger.

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