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Leseprobe

Ich bin Dylan

Annie Stone

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Epilog

Nachwort

Danksagung

1

Seraphine

Hab ich ihn richtig verstanden? Das kann doch nicht sein, oder?

»Äh, wie bitte?«, frage ich.

Lukes Finger streichen sanft über Dylans Busen. »Du bist heiß, und ich kann sehen, dass es dich anmacht, was wir hier machen.«

Dylan sieht mich an, irgendwie nicht überrascht, was ich merkwürdig finde. Sie kann das ja nicht geplant haben. Oder?

Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Aber es ist da eindeutig etwas in ihrem Blick. Ich bin mir nicht ganz sicher, was es ist, glaube aber, Einverständnis zu erkennen, damit, dass Luke diesen Vorschlag gemacht hat. Vielleicht, weil sie sich das auch gewünscht hat?

Sie nickt jetzt, unmerklich zuerst, aber es ist da. Sie will es. Sie will, dass ich zu ihnen aufs Bett klettere. Um es noch deutlicher zu machen, streckt sie die Hand nach mir aus.

Ihre Hand.

Nach mir.

Eine solche Einladung kann ich einfach nicht ausschlagen, selbst wenn ich es gewollt hätte, was ich aber nicht tue. Vielleicht ist das die schlechteste Idee der Welt, ganz bestimmt sogar, aber ich lege meine Kamera weg, trete zu ihnen und lege meine Hand in ihre. Lächelnd zieht sie mich näher, bis ich vor ihr auf dem Bett knie.

Lukes Hand streicht über meinen Arm, bis zu meiner Schulter, legt sich in meinen Nacken und zieht mich an sich. Seine Lippen finden meine, und dieser Kuss ist spektakulär. Er weiß ganz genau, was er tut. Es ist neckend, spielerisch, aber auch leidenschaftlich, sodass kein Zweifel daran aufkommen kann, dass es hier um Erotik geht. Ich seufze leicht, halte noch immer Dylans Hand und erschrecke mich beinahe, als ich ihre Lippen an meinem Hals spüre.

Dylan

O Gott, das hat Luke doch nicht wirklich gefragt? Wie kann er Seraphine einfach so fragen, ob sie mitmachen will? Was sie wohl dazu sagt?

Gleichzeitig spüre ich aber auch, dass ich es genauso will. Und das überrascht mich vielleicht am meisten. Das ganze Shooting über, vor allem während des Teils mit Luke, war ich mir ständig bewusst, dass sie im Raum war, dass sie in der Nähe stand, gesehen hat, wie wir uns geküsst, gestreichelt und angeheizt haben. Das hat mir gefallen. Ich habe mich bisher nie für eine Exhibitionistin gehalten, aber in jenem Moment war ich es. Ich wollte, dass sie das sieht, wollte sie anturnen. Wobei ich nicht darüber nachgedacht habe, dass Heterosex sie vielleicht gar nicht anturnt. Wieso ich es überhaupt wollte, ist mir schleierhaft. Aber ich wollte es, nein, ich will es. Unbedingt.

Als sie meine Hand nimmt, fühle ich mich glücklich. Pure Freude strömt durch meine Adern, etwas, was ich sonst nur spüre, wenn ich Musik mache.

Luke küsst sie, was mal wieder so typisch ist. Er darf als Erster.

Der Gedanke erschreckt mich. Will ich Seraphine küssen?

Als ich die goldene Haut ihres Halses vor mir sehe, beantworte ich mir diese Frage selbst, indem ich mich vorbeuge und ihren Hals küsse. Sie schmeckt unglaublich gut. Ich küsse mich ihren Hals hinauf bis zu ihrem Ohr, das ich liebkose, so wie ich es mag, wenn Luke es bei mir tut. Sie stöhnt leise. Ich bin mir sicher, weil ich sie küsse, nicht weil Luke es tut.

Das ist völlig verrückt.

Ich erkenne mich gerade selbst nicht wieder.

Luke drängt sein Becken gegen meinen Hintern. Er ist schon die ganze Zeit semi-hart, aber jetzt ist er steinhart. Kein Wunder. Er ist ja auch mit zwei Frauen in einem Bett, seiner ultimativen Fantasie.

Luke hatte bisher einen Arm um meinen Bauch geschlungen, jetzt lässt er mich los, greift nach Seraphines T-Shirt und zieht es nach oben. Ich bin ein bisschen ungehalten, weil ich deswegen aufhören muss, sie zu küssen, aber als ich ihren Busen sehe, bin ich dankbar, dass er sie ausgezogen hat. Meine Finger suchen nach dem Verschluss des BHs auf ihrem Rücken.

Ich bin so forsch, dass ich mich selbst nicht mehr erkenne. Aber ich mag es, habe nicht vor, mit dem aufzuhören, was wir hier tun.

Langsam ziehe ich ihr den BH aus und streife dabei ihre Brüste, was sie stöhnen lässt. Als sie nackt sind, habe ich gar keine Zeit, sie ausgiebig zu betrachten, weil Luke seine Hände auf sie legt und beginnt, sie zu kneten, vorsichtig zuerst, aber dann immer kräftiger. Sie lehnt sich in seine Berührungen, mag es offenbar, wenn es heftiger ist.

Auf einmal erstarrt Luke, und ich bin vollkommen überrumpelt. Ich schaue hoch, drehe mich zu ihm um. »Was?«, frage ich.

Luke starrt auf Seraphines Bauch, ihre Oberschenkel. Er hat ihre Narben entdeckt. Er schluckt, und ich bete, dass er nichts Dummes sagt. Sonst müsste ich ihn töten. Ganz eindeutig.

»Was … hm … was ist da passiert?«, fragt er heiser.

»Ein Feuer«, sagt sie leise und so unsicher, wie ich sie selten erlebt habe.

Luke schluckt erneut, lässt dann seine Finger über die Narben gleiten, sicher, ohne irgendwelche Scheu. »Du bist so wunderschön, Seraphine.«

Ich bin wahnsinnig erleichtert und sehe die gleiche Regung in ihrem Gesicht. Es kann nicht leicht für sie sein, sich vor anderen zu entblößen, umso dankbarer bin ich Luke in diesem Augenblick, weil er ihr kein blödes Gefühl gibt, sondern sie bestärkt. Wie hatte ich etwas anderes erwarten können? Schließlich ist er doch einer von den Guten.

»Danke«, haucht sie und lässt sich wieder küssen. Lukes Hände finden erneut ihre Brüste, streicheln sie, kneten sie. Plötzlich lässt er eine Brust los, greift mir in die Haare und dirigiert meinen Mund zu ihren Nippeln. »Saug an ihren Brüsten, Babe.«

Wenn ich nachdenken würde, würden mir wahrscheinlich tausend Gründe einfallen, warum ich es nicht tun sollte, aber jetzt tue ich es einfach. Als meine Zunge ihren Nippel berührt, wirft sie den Kopf in den Nacken, umarmt mich, als wollte sie mich nicht mehr weglassen und stöhnt so leidenschaftlich auf, dass ich allein davon feucht werde. Lukes Hand schiebt sich von hinten zwischen meine Beine, die ich weiter öffne. Dann tauchen zwei Finger in mich, ficken mich. Seine andere Hand liegt in Seraphines Nacken, und zieht sie wieder zu ihm für einen weiteren Kuss. Ich schiele nach oben, um zu sehen, wie er sie hart küsst. So wie seine eine Hand mich fickt, fickt seine Zunge Seraphines Mund.

Es macht mich wahnsinnig an, was wir hier gerade machen. Ich habe Sex schon immer gemocht, aber das hier ist hochgradig erotisch, dass ich schon allein vom Zugucken kommen könnte.

Je geiler ich werde, desto mehr Hemmungen verliere ich. Habe ich anfangs nur zögerlich an ihren Nippeln gesaugt, tue ich es nun immer heftiger, suche mit den Fingern nach dem Knopf ihrer Jeansshorts, ziehe sie herunter.

Luke löst sich von ihr und mir, wechselt seine Position und befindet sich nun seitlich von uns. Er greift mir in die Haare und drückt dann unsere Gesichter aneinander. Wir sehen uns an, ich erkenne Verlangen in ihrem Blick und weiß, dass meiner dasselbe aussagt. Ich atme die Luft, die aus ihrem Mund strömt, und sie teilt meinen Atem.

Aber es fühlt sich falsch an. So falsch.

Luke tut so, als wäre das hier sein Vergnügen, aber es sollte doch unser aller Vergnügen sein. Oder?

Bevor er mich an ihre Lippen drücken kann, sage ich: »Nicht. Luke, lass mich los.«

Seraphine sieht verletzt aus, sagt aber nichts. Luke lässt mich los und fragt: »Was denn, Babe?«

»So geht das nicht.«

»Was meinst du?« Er sieht mich verwirrt an. Klar, sein vor Lust vernebelter Blick zeigt schon, dass sein Gehirn kaum noch durchblutet ist, aber es ist wichtig, dass er das jetzt versteht.

»Das hier ist nicht dein persönlicher Porno, wo du Seraphine und mich hin- und herschieben kannst, wie es dir passt. Wir sind drei gleichberechtigte Partner und jeder von uns soll hier Vergnügen finden. Wenn du das nicht willst, brech ich das jetzt ab.«

Ich sehe ihn an, fest, sodass er weiß, dass ich es ernst meine.

»Sorry«, sagt er zerknirscht und nimmt seine Hand auch von Seraphines Nacken.

Weil sie immer noch so unsicher aussieht, lege ich meine Hände an ihr Gesicht, streichele mit den Daumen ihre Wangen. Wie merkwürdig, schießt es mir durch den Kopf, dass sie doch schon Erfahrung mit Frauen hat, aber ich diejenige bin, die ihr Sicherheit geben muss.

Langsam beuge ich mich vor, fange ihren Blick mit meinem ein, teile erneut ihren Atem und berühre dann leicht ihre Lippen mit meinen. Sanft bewege ich meinen Mund auf ihrem, liebe es, dass sie mir entgegen kommt. Ich höre Lukes schneller werdenden Atem, aber in diesem Augenblick interessiert mich nur sie. Sanft lasse ich meine Zungenspitze gegen die Stelle flattern, an der ihre Lippen aufeinander liegen. Langsam öffnet sie ihren Mund, lässt meine Zunge hinein. Ihre Hände schlingen sich um meine Handgelenke, streicheln über den Punkt, an dem mein Puls viel zu schnell hämmert.

Als meine Zunge auf ihre trifft, ist es wie ein Paukenschlag, als wäre alles plötzlich genau so, wie es sein soll. Genau richtig.

Seraphine

Lukes Küsse waren schon grandios, aber die Art und Weise, wie Dylan mich küsst, raubt mir den Atem. Sie ist zärtlich und vorsichtig, aber auch gleichzeitig forsch und fordernd. Sie neckt mich, verwickelt meine Zunge in einen wilden Tanz, auch hier erst sanft, bevor der Kuss immer leidenschaftlicher wird. Dazu ihre Hände an meinen Wangen.

Ich bin überrascht, hätte nicht gedacht, dass sie so in unserem Spiel aufgehen würde. Wo nimmt sie den Mut her? Wenn ich da an meine ungeübten Anfänge denke, kann ich sie nur bewundern.

Und wie sie Luke in die Schranken gewiesen hat. Mir selbst ist es nicht so störend vorgekommen, weil ich nur begeistert davon bin, dass sie mich angefasst und angesehen hat, aber sie hat recht. Luke hat einfach das Kommando übernommen, ohne zu fragen, ob uns das recht ist. Und so ist es viel schöner, weil jetzt sie es ist, die mich zu ihren eigenen Bedingungen anfasst und nicht, weil er sie dazu bringt.

Ich löse eine Hand von ihren Handgelenken, suche nach Lukes Hand und lege sie auf meine Brust. Er keucht leise. Wenn ich nach unten schaue, sehe ich seinen Ständer. Klar, habe ich schon erigierte Penisse gesehen, aber irgendwie kommt mir dieser so … groß vor. Er sieht schon reichlich reizvoll aus. Persönlich bevorzuge ich weibliche Formen, aber ich kann durchaus verstehen, was daran faszinierend ist.

»Das ist so verdammt heiß«, raspelt er, bevor er Dylans Schulter küsst.

Und das ist es.

Ich streichele über Lukes Brust. Meine sexuelle Erfahrung mit Männern ist nicht so ausgedehnt, weil ich schon recht früh gemerkt habe, dass ich sie nicht wollte, aber Brustmuskeln fühlen sich sexy an. Und Bauchmuskeln erst. Meine Finger erforschen ihn, und ihm scheint das nichts auszumachen.

»Du kannst ihn anfassen«, sagt er irgendwann, wahrscheinlich hat er mein Zögern bemerkt.

Mit seiner Erlaubnis greife ich nach unten, umfasse ihn, bin fasziniert davon, wie er sich anfühlt. Hart von innen und mit Samt überzogen. Ich höre Lukes Stöhnen, sehe Dylans Erregung und fühle meine eigene. Es ist eine Mischung, die mir schnell zu Kopf steigt. Es ist so wahnsinnig erotisch.

»Hattest du schon mal Sex mit einem Mann?«, fragt Luke leise, während seine Hand über meinen Hintern fährt.

Dylan hört auf, mich zu küssen, sieht mich ebenfalls an.

Ich nicke mit dem Kopf. »Aber schon ewig nicht mehr.«

»Wir müssen nicht«, sagt er sofort. »Das ist ganz allein deine Entscheidung, wenn du nicht möchtest, weil du eigentlich nur wegen Dylan mitmachst, dann ist das vollkommen okay. Ich komm bereits voll auf meine Kosten.« Er lächelt und es sieht aufrichtig, ehrlich und lieb aus, und in dem Moment weiß ich, wieso Dylan in ihn verliebt ist. Er ist tatsächlich einer von den Guten.

Dylan sieht mich erwartungsvoll an.

Ich schlucke, hatte nicht geglaubt, jemals wieder mit einem Mann Sex zu haben, aber jetzt … es ist irgendwie reizvoll, also nicke ich.

»Du möchtest?«

»Ich möchte.«

»Wenn du an irgendeinem Punkt doch lieber nicht willst, dann ist das okay. Egal wann. Ich hör sofort auf, versprochen.«

»Danke.«

Dylan sieht ihn an, küsst ihn und dreht mir den Rücken zu, sodass ich ihren Nacken liebkosen, ihren perfekten Körper erkunden und ihren kleinen Hintern umfassen kann. Sie ist so wunderschön.

Über irgendwelche emotionalen Konsequenzen machen ich mir keine Gedanken. Ich weiß, dass wir mit dem Feuer spielen, aber das ist dann eben so, auch wenn im Grunde nur mein Herz in dieser Konstellation brechen kann. Aber ich kann nicht aufhören.

Luke lässt sich aufs Bett sinken und zieht Dylan mit sich. Sie kniet über seiner Hüfte und ich kann ihre feuchten Schamlippen sehen. Sanft fahre ich mit meinen Fingern an ihnen entlang. Sie keucht auf, was mich mutiger werden lässt. Bisher war eher ich die treibende Kraft in meinen sexuellen Erfahrungen, aber mit Dylan habe ich das Gefühl, dass eine falsche Bewegung dafür sorgen könnte, dass sie sich in ihr Schneckenhaus zurückzieht und ich diese wahrscheinlich einmalige Chance vermassele.

»Bitte mehr«, haucht sie.

Ich beuge mich vor, lasse meinen Atem über ihre Mitte gleiten, sehe, wie sich Gänsehaut bildet, sie sanft zuckt vor lauter Vorfreude. Kaum etwas finde ich aufregender als die erste Erfahrung mit einer neuen Person. Und damit meine ich nicht nur das erste Mal, sondern die erste Zeit, wenn alles noch neu ist, wenn man einander entdecken kann. Später ist es auch gut, wenn man sich schon so gut kennt, dass man weiß, mit dieser kleinen Bewegung kann ich sie in den Wahnsinn treiben, aber der Anfang … Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, wie Hermann Hesse so weise geschrieben hat.

Als ich meine Zunge gegen ihre Haut presse, zuckt sie zusammen, bevor sie mir ihren Hintern entgegen streckt und mehr will. Nur zu gerne gebe ich es ihr, umfasse ihren wirklich schönen Po und verwöhne sie mit Zunge und Lippen und mit so vielen Gefühlen für sie, dass mein Herz beinahe überzulaufen droht.

Und dann sehe ich Lukes Schwanz, wie er hart und groß auf seinem Bauch liegt. Ich weiß nicht wieso, aber plötzlich habe ich das Bedürfnis, das mal auszuprobieren. Also, an einem Penis zu lecken. Denn das habe ich tatsächlich noch nie gemacht, konnte mich damals nicht überwinden.

Ich bringe Dylan dazu, ihre Beine weiter zu spreizen, sodass ihre Muschi seinen Schwanz berührt und dann lecke ich über seinen Schaft bis zu ihrem Schamlippen.

»Fuck ja«, knurrt Luke. Er schiebt eine Hand zwischen sie, massiert ihre Klit, und als ich das nächste Mal über seinen Schwanz lecke, um an ihr saugen zu können, berühren meine Lippen seine Finger. Erst stutze ich, aber dann lecke ich ebenso an ihnen, was ihn erneut zum Stöhnen bringt.

»Babe, ich will deine Pussy«, höre ich leise.

Dylan kichert und ich wünschte, sie würde diese Geräusche für mich machen, weil es nicht nervig klingt, sondern unglaublich schön.

Sie dreht sich auf ihm um, sodass ihre Muschi an seinem Mund ist, während sie sich zu mir beugt, um mich zu küssen. Und dann lecken wir beide seinen Schwanz, wobei wir uns immer und immer wieder küssen. Sie zeigt mir, wie sie nicht nur an ihm leckt, sondern ihn in den Mund nimmt, und ich tue es ihr nach. Aber das Beste ist, wenn sich unsere Zungen treffen.

»Tauschen wir die Plätze«, sagt Dylan irgendwann.

»Oh, ja, bitte«, kommt es von Luke, was mich zum Grinsen bringt.

Dylan und ich wechseln die Position, aber bevor ich mich auf Luke platzieren kann, sagt er: »Küss mich noch mal.«

Seine Lippen schmecken nach Dylan und seinem eigenen Geschmack und es macht mich ganz wahnsinnig, diese Mischung zu probieren.

»Du bist so fucking heiß«, murmelt er gegen meinen Mund.

Ich spüre Dylans Atem an meiner Mitte. O Gott, sie wird doch nicht … Und dann spüre ich ihren Mund, der mich zaghaft liebkost.

Als ich gerade das erste Mal an einem Penis geleckt habe, war das aufregend, genauso wie damals, als ich das erste Mal eine Frau oral befriedigt habe, daher denke ich, dass es Dylan auch Überwindung kostet, vor allem, wenn sie doch eigentlich auf Männer steht.

Als Luke meinen Mund entlässt, um meinen Hals zu liebkosen, murmele ich: »Du musst das nicht tun, Dylan.«

»Ich will aber.«

Und dann spüre ich ihre Zunge mutiger und mutiger werden.

Ich reibe mich an Lukes Becken und seinem Schwanz, was Luke zum Stöhnen bringt. Er umfasst meine Schultern, bringt mich dazu, mich aufzusetzen, sodass meine Schamlippen seinen Penis umschließen.

»Fuck, ihr zwei seid so scheißheiß. Ich muss euch unbedingt ficken, ich kann nicht mehr warten.«

Er dreht mich auf den Rücken, und meine Aufregung steigt. Luke streichelt meine Beine entlang.

»Ganz ruhig, ich mach nur, was du auch willst, okay?«

Ich nicke.

»Sag es.«

»Okay.«

»Gut, du kannst jederzeit abbrechen. Jederzeit. Es ist vollkommen egal wann.«

»Danke.« Ich lecke mir die Lippen.

Dylan krabbelt auf allen vieren zu mir, hebt meinen Kopf an und legt ihn sich in den Schoß. Sie streichelt mein Gesicht, lächelt mich so lieb an, dass ich beinahe glaube, dass es Liebe ist, die mir da entgegen schaut, weiß es aber natürlich besser.

Und dann spüre ich plötzlich seine Eichel an meiner Muschi, die langsam eintaucht.

»Bist du bereit?«

Bin ich das? Ich glaube nicht, dass überhaupt jemand jemals bereit ist, aber ich nicke, verkrampfe die Finger ins Laken.

Luke streichelt mein Bein entlang. »Ganz ruhig. Entspann dich.«

Dylan streichelt meine Schultern und Arme entlang, berührt meine Brüste, fährt über meinen Hals zu meinem Gesicht und lächelt mich an. Sie verbindet meinen Blick mit ihrem, lässt ihn nicht los, und ich spüre, wie ich anfange zu relaxen. Langsam schiebt sich Luke in mich, aber ich habe nur Augen für sie. So verdammt perfekt ist sie, dass es mir das Herz bricht, wenn ich sie nur ansehe.

Ich spüre ihn in mir, aber erst als sie meine Klit mit der Hand stimuliert, beginne ich zu stöhnen.

»Fuck ja«, keucht Luke, der mir ein wenig leidtut, weil ich ihn keines Blickes würdige, aber es ist Dylan, die ich liebe.

Sie rutscht ein wenig zurück, beugt sich dann zu mir herunter und küsst mich. Lange, leidenschaftlich und ohne jedes Zögern. Mir treten Tränen in die Augen, weil ich das jeden Tag will, jede Stunde und Sekunde. Ich will sie. Für immer und nur für mich.

»Tu ich dir weh?«, fragt Luke, als er sieht, wie ich mir eine Träne wegwische.

»Nein«, antworte ich. »Es ist gut.«

Mit einem letzten Keuchen kommt er, zieht aus mir raus, und gemeinsam mit Dylan stimuliert er mich mit der Hand, bis ich ebenfalls komme. Als ich wieder zu Atem gekommen bin, drehe ich mich auf den Bauch und lecke Dylan so lange, bis sie ebenfalls einen Orgasmus hat.

Eine ganze Weile liegen wir verknotet gemeinsam im Bett, versuchen alle irgendwie zu verarbeiten, was gerade passiert ist. Was war das eigentlich? So genau kann ich es nicht sagen. Aber ich weiß, dass es das nicht wert war, denn nachdem ich erlebt habe, wie Sex mit ihr ist, will ich sie nur noch mehr. Viel mehr.

2

Dylan

Seraphine ist so still. Luke kann dagegen gar nicht aufhören zu schwärmen, wie toll es war, mit uns beiden zu schlafen. Sein Gerede geht mir auf den Geist, während ich mir Sorgen um Seraphine mache, weil sie nichts sagt. Hat es ihr nicht gefallen? Weswegen sind ihr die Tränen gekommen? Hat es ihr nicht gefallen?

Ich habe nicht erwartet, dass es mir so gut gefallen würde, aber das hat es. Es war neu und aufregend und einfach wunderbar. Es war für mich die perfekte Symbiose, auch wenn Luke es nicht erwarten konnte, Seraphine zu vögeln. Wahrscheinlich hatte er das Gefühl, sie erneut zu entjungfern. Männer sind eben komisch, wenn es in irgendeiner Weise um Jungfräulichkeit geht, selbst wenn sie sich die nur einbilden.

Ich weiß nicht, ob ich mich all das getraut hätte, wenn Luke nicht dabei gewesen wäre. Denn irgendwie hat er mir auch Sicherheit gegeben, vielleicht auch weil ich wusste, dass er drauf stehen würde, egal, was ich mache.

Jetzt bei Tageslicht betrachtet, bin ich allerdings ein wenig von mir selbst erschrocken. Diese Dylan kannte ich bisher noch nicht. Die Enthemmte, die sich beim Sex nimmt, was sie will, und jede Sekunde davon genießt.

Luke zieht mich in seinen Arm. »Alles okay, Babe?«

»Ja, alles okay.«

»Das war Wahnsinn.«

»Fand ich auch.« Allerdings bin ich mir gerade nicht so sicher, ob wir die gleiche Definition des Wortes kennen.

Seraphine sagt noch immer nichts, liegt nur mit geschlossenen Augen und dem Arm über dem Gesicht da. Ist das …? Weint sie? Ich schaue genauer hin und sehe eine Träne, die ihren Augenwinkel verlässt.

Wollte sie es doch nicht? War ihr das zu viel? Bereut sie es, dass sie ja gesagt hat?

Ich rutsche von Luke weg, zu ihr, bin aber auch plötzlich zu schüchtern, um sie zu fragen, was sie hat. Ob alles okay ist. Ich könnte es nicht ertragen, wenn sie mich nun hassen würde. Oder mich mit anderen Augen sehen würde. Das wäre beinahe genauso schlimm.

Ich will ihre Hand nehmen, sie in meine Arme ziehen, ihr sagen, dass es keinen Grund für Tränen gibt. Bevor ich mich noch entscheiden kann, was ich tun will, richtet Luke sich auf. Er beugt sich über mich, legt ihr die Hand auf die Schulter.

»Hey, Kleines, alles okay?«

Sie nickt, bewegt sich aber nicht weiter. Ohne auf ihre Antwort zu achten, steht er auf, geht um das Bett herum und legt sich auf ihre andere Seite. Er zieht sie in seine Arme, und aus welchem Grund auch immer schmiegt sie sich an ihn. Mir wird klar, dass sie einfach nur eine Umarmung gebraucht hat, weil sie all das überwältigt hat, und ich komme mir so dumm vor, weil ich das nicht erkannt habe, aber Luke schon.

Ich lege ihr die Hand auf den Rücken, streichele sie sanft. Sie greift nach meiner Hand, zieht mich an sich, und ich schmiege mich an ihren Rücken. Ich lege meinen Arm um sie, meine Hand auf ihren nackten Bauch mit dieser unglaublich weichen Haut, die ich noch bei keiner anderen Person jemals gefühlt habe.

»Danke«, murmelt sie.

»Wenn du in den Arm genommen werden musst, dann kannst du das einfach sagen, Kleines. Ich steh auch auf Kuscheln«, meint Luke grinsend und küsst ihre Stirn. »Oder, Babe?«

»Tust du.«

»Ich wusste nicht, wie die Etikette nach einem Dreier ist, wenn man die andere Frau ist.«

»Ist doch egal. Wir machen unsere eigenen Regeln. Was immer du brauchst, bekommst du. Das gilt auch für dich, Dylan.«

»Ich bin gerade wunschlos glücklich.«

Seraphines Finger schließen sich fester um meine.

»Ich auch«, sagt Luke. »Aber ich hatte gerade Sex mit den beiden heißesten Frauen der Welt, also ist das nur verständlich.«

Seraphine lacht leise, was ihren Körper zum Beben bringt. »Du bist so ein Mann.«

»Siehst du, Dylan? Seraphine macht das genau richtig. Du kommst mir immer mit süß.«

Ich grinse, richte mich auf den Ellenbogen auf und schlage Luke gegen die Schulter. »Kann ich doch nichts für, wenn du es bist.«

Bevor ich mich wieder hinlege, drücke ich Seraphine einen Kuss auf die Wange.

Wir müssen eingeschlafen sein, denn als ich aufwache, ist es dunkel. Die beiden anderen schlafen und wir liegen noch genau in derselben Position wie zuvor. Seraphine als Sandwichbelag zwischen uns. Ich hatte befürchtet, dass sie es bereut, und ich weiß auch nicht, aber das hätte ich nicht ertragen. Stattdessen hätte ich einfach nur meiner Freundin zuhören müssen. Nicht mit den Ohren, sondern mit meinem Gespür für sie. Dann hätte ich auch gemerkt, dass sie nur ein bisschen Zuneigung brauchte. Aber meine eigenen Zweifel, meine Angst vor Zurückweisung, so fehlgeleitet sie auch ist, hat verhindert, dass ich für sie da sein konnte. Aber Luke war es. Das beweist nur wieder einmal, was ich damals für ein falsches Bild von ihm hatte. Er ist einfach toll.

Ich drehe mich auf die andere Seite und stehe dann aus dem Bett auf. Ich suche auf dem Boden, der vom Mondlicht beschienen ist, nach etwas zum Anziehen, und finde nur Seraphines Top. Also ziehe ich es über und gehe dann die Treppe hinunter in die Küche. Ich lasse ein Glas Wasser ein, trinke es in gierigen Schlucken.

Ich nehme mir eine Decke von der Couch, bevor ich mich in den Schaukelstuhl auf der Veranda setze. Die Decke wickele ich um mich, genieße die kühle Brise nach dem heißen Tag. Wer hätte gedacht, dass wir heute hier enden? Als ich das Shooting vorgeschlagen habe, habe ich gewiss nicht damit gerechnet, dass wir gemeinsam im Bett liegen. Noch bin ich mir auch gar nicht sicher, ob das eine gute oder eine schlechte Idee gewesen ist. Es war wunderschön, Seraphine fühlt sich so ganz anders an als Luke oder andere Männer. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass sie eine Frau ist oder weil sie sie ist. Vielleicht ist sie noch mal extra besonders. Ganz sicher sogar.

Meine erste Erfahrung mit einer Frau. Es treibt mir die Hitze in die Wangen, wenn ich daran denke, was ich alles gemacht habe. Aber es hat mir gefallen. Irgendwie. Es war in keiner Weise unangenehm, und als ich erst mal den ersten Schritt gemacht hatte, war der Rest leicht.

Sie ist so sexy. Wo ich sehr schlank bin, ist sie kurvig, vielleicht sogar ein wenig drall, auf eine Art, die mir sehr gut gefällt. Und sie fühlt sich unheimlich gut an.

Komischerweise fand ich es sehr leicht, sie zu befriedigen, weil ich einfach das getan habe, was ich selbst auch mag. Nicht, dass alle Frauen gleich sind, das denke ich nicht, aber es hat geholfen, dass ich wusste, was mir gefällt. Als ich das erste Mal mit einem Mann geschlafen habe, war ich so gehemmt, weil ich nicht wusste, was ihm gefällt, oder zumindest nicht, wie vorsichtig man mit seinen Körperteilen umgehen muss.

Hier fiel es mir leichter. Komisch, oder?

Vielleicht auch, weil keine störenden Gefühle im Spiel waren?

Dabei fällt mir ein, was Luke am Anfang zu Seraphine gesagt hat. Dass sie nur wegen mir mitmachen würde. Heißt das, das sie Gefühle für mich hat?

Ich hoffe nicht. Ich will sie nicht verletzen, aber ich stehe nun einmal auf Männer. Das war schon immer so und wird auch immer so sein. Dieses kleine Abenteuer, so sehr ich es auch genossen habe, ändert daran nichts.

Morgens wache ich auf der Veranda auf, wie schon so häufig, aber zum ersten Mal nicht, weil ich eine Panikattacke hatte.

Seraphine

Ich strecke mich, als ich aufwache. Die Sonne scheint durch das Fenster herein. Neben mir liegt Luke, sein Arm liegt über meinem Bauch. Ich drehe mich um, suche nach Dylan, aber sie ist nicht da. Behutsam löse ich mich von Luke und stehe auf. Ich suche nach meiner Kleidung, finde aber mein Top nicht, weswegen ich Lukes Shirt anziehe. Das wird er mir schon verzeihen und wenn nicht, auch egal.

Langsam tapse ich nach unten. Ob es eine gute Idee ist, einfach so zu verschwinden? Aber eigentlich tue ich ja so, als wäre ich erwachsen. Manchmal zumindest. Und Dylan ist mir wichtig. Einfach zu gehen, würde unserer Beziehung vielleicht nicht gut tun.

Ich mache einen ersten Stopp in der Küche, trinke etwas, bevor ich nach ihr suche. Sie geht oft spazieren, vielleicht ist sie gerade unterwegs? Ich trete auf die Veranda und bin überrascht, sie dort im Schaukelstuhl schlafen zu sehen.

Vielleicht ist es creepy, aber ich betrachte sie. Sie sieht so friedlich aus, wenn sie schläft. Wunderschön. Ihre Finger liegen auf der Armlehne, dass es aussieht, als würde sie einen Akkord spielen. Ich habe keine Ahnung welchen, aber es wirkt auf mich, als würde sie auch in ihren Träumen noch Musik machen.

Sie muss einfach weiter Musik machen, ganz ohne Frage, und ich denke, sie sollte ihre Musik auch performen. Nicht nur, weil sie unglaublich schön singt, sondern weil ihre Seele gestrahlt hat, als sie das neue Lied von diesem Songwriter gesungen hat. Sie ist für die Bühne geboren.

Ihre Nase zuckt, langsam flattern ihre Wimpern und ich wünschte, ich könnte ihr immer beim Aufwachen zusehen. Es ist einfach nur phänomenal süß.

»Hey«, sage ich leise, um sie nicht zu erschrecken.

Sie sieht mich verschlafen an, aber ein hinreißendes Lächeln ziert ihren Mund. »Morgen.«

»Gut geschlafen?«

Sie reckt sich. »Sehr, obwohl ich hier im Stuhl geschlafen hab.«

»Wieso eigentlich?«

»Ich wollte nur ein bisschen Luft schnappen.«

»Und dann bist du eingeschlafen?«

»Ganz genau. Hast du gut geschlafen? Ist Luke auch schon wach?«

»Er hat gerade noch geschlafen.«

»Tut mir leid, dass ich dich mit ihm allein gelassen habe.«

»Ach, das macht nichts.« Aber es fühlt sich trotzdem nicht richtig an.

»Wollen wir Frühstück machen?«

»Gerne.«

Sie schüttelt die Decke ab, und ich sehe, wo mein Top geblieben ist. Vielleicht ist das albern, aber es macht mich irgendwie glücklich, sie in meinem Oberteil zu sehen.

Sie drückt mir einen Kuss auf die Wange, bevor sie die Tür aufstößt und in die Küche geht. Sie durchsucht den Kühlschrank und holt alles Mögliche fürs Frühstück heraus.

»Ich bin keine gute Köchin, aber ich kann Eier mit Speck und verdammt gute Pancakes. Was hättest du gerne?«

»Verdammt gute Pancakes.«

Sie grinst. »Dein Wunsch ist mir Befehl.«

»Geht es dir eigentlich gut?«

»Ja, sicher, wieso?« Sie schaut mich erstaunt an.

»Na, weil es doch dein erstes Mal mit einer Frau war. War das für dich nicht komisch?«

»Es war nicht mit einer Frau, sondern mit dir. Wie kann es da komisch sein? Für dich war es das erste Mal seit langem mit einem Mann. Das muss als lesbische Frau doch komisch sein.«

»War es auch, aber irgendwie auch gut. Ach, keine Ahnung.«

»Wie fandest du es denn? Also, ich mein, der Sex ist doch anders als mit einer Frau. Ich mein, ich weiß jetzt genau, dass es so ist.«

»Klar, es ist anders, und es hat mir auch wenig gegeben, als er in mir war. Viel mehr mochte ich das Lecken und Streicheln und Fingern und so.«

»Das mag ich auch, aber Penetration find ich auch gut.«

»Ich denke, es ist okay, wenn man verschieden ist.«

»Das auf jeden Fall.«

»Aber ich verstehe auf jeden Fall den Reiz eines Penis.«

Sie lacht. »Echt? Ich muss ja sagen, dass das nicht unbedingt die hübschesten Körperteile sind.«

»Schlaff sehen sie einfach nur albern aus, aber so in ganzer Pracht kann man sich die schon ansehen.«

Ihr Lachen schallt durch die Küche. »Lass das bloß Luke nicht hören.«

»Lass Luke was nicht hören?«, kommt seine Stimme aus Richtung Treppe.

Ich drehe mich um und sehe ihn. Er trägt eine Jogginghose und sonst nichts. Auch heute sieht er reichlich sexy aus.

»Dass sie findet, dass schlaffe Penisse albern aussehen«, verrät mich Dylan amüsiert.

Er drückt mir einen Kuss auf die Wange, bevor er zu ihr geht und sie auf den Mund küsst. »Ich muss auch sagen, dass ich den weiblichen Körper bei Weitem reizvoller finde.«

»Das hab ich gemerkt.«

Er grinst Dylan an. »Bist du vielleicht ein klein wenig eifersüchtig?«

Siedend heiß kommt mir der Gedanke, dass es stimmen könnte. Schließlich ist er ihr Freund und der hat mit einer anderen geschlafen. O Gott, wieso habe ich das nicht bedacht? Ich habe nur daran gedacht, wie es wäre, mit ihr zu schlafen, aber nicht, wie es sich für sie anfühlen würde, ihren Freund zu teilen. Was bin ich nur für eine schlechte Freundin!

»Kein bisschen.«

Er schlingt seinen Arm um ihren Hals. »Du weißt, dass ich dich liebe.«

Sie lächelt. »Ich liebe dich auch.«

Und dann komme ich mir plötzlich wie das berühmte fünfte Rad am Wagen vor.

»Ich geh mal duschen«, murmele ich, während die beiden sich beinahe auffressen.

Ich eile die Treppe hinauf und hüpfe dort unter die Dusche. Als das warme Wasser auf mich niederprasselt, geht es mir besser. Es ist, als könnte ich alles abwaschen. Nicht, dass ich mich dafür schäme. Es ist auf keinen Fall so, wie es vor ein paar Monaten nach meinem kurzen Intermezzo als Prostituierte war, aber sie lieben sich. Ich werde niemals dazwischen kommen. Niemals.

Plötzlich spüre ich Hände auf meinem Körper. Irritiert öffne ich die Augen und sehe Luke, der mich anlächelt.

»Darf ich mit duschen?«

»Ich denke nicht, dass es Dylan recht ist.«

»Doch ist es«, kommt ihre Stimme von außerhalb der Duschkabine, ein wenig undeutlich, als würde sie sich gerade die Zähne putzen.

»Wenn es dir nicht recht ist, dann lass ich dich allein.«

Ich wische die beschlagene Scheibe ab, schaue zu Dylan, die mich mit Schaum im Mund anlächelt.

»Kommst du auch rein?«

»Ich muss mich um die Pancakes kümmern.«

»Bist du sicher?«

»Ganz sicher. Ich hab noch ein paar Minuten und hab gestern gelernt, dass ich gerne zugucke.« Sie grinst.

»Wirklich?«

Aber bevor ich ihre Antwort hören kann, legt Luke seine Hand unter mein Kinn und hebt es an, sodass ich ihm in die Augen schaue. »Dylan ist egal. Wichtig ist, was du willst. Willst du, dass ich hier mit dir in der Dusche bin oder nicht?«

Ich schlucke. »Ich will.«

Mit einem schmutzigen Lächeln sinkt er auf die Knie, umfasst meine Hüften und leckt über meine Mitte. Er hebt ein Bein an, legt es sich über die Schulter und dringt mit einem Finger in mich ein, während er mit dem Mund meine Klit verwöhnt.

Ich schaue zu Dylan, die näher an die Kabine getreten ist. Unsere Augen finden einander und in ihren liegt so viel, was ich nicht verstehe, was mir aber wohlige Schauer über den Rücken laufen lässt.

Nachmittags fahre ich zurück zu Anita, die angerufen hatte, weil sie sich Sorgen gemacht hat. Als ich zur Tür hereinkomme, sage ich sofort: »Es tut mir leid. Ich hätte dich anrufen sollen oder dir eine Nachricht schreiben sollen oder so.«

»Ja, wäre schön gewesen, aber du bist erwachsen, du musst dich nicht abmelden.«

»Aber es wäre nur fair gewesen.«

»Schwamm drüber. Ich bin froh, dass es dir gut geht. Hast du bei deiner Freundin übernachtet?«

»Ja, genau. Es ist spät geworden, da hatte ich keine Lust mehr zu fahren.«

»Verstehe ich gut. Hast du Lust, etwas essen zu gehen?«

»Sehr gerne.«

»Jims Klient hat heute einen Auftritt, wir können uns den ansehen und da auch etwas essen, wenn du magst.«

»Cool. Ich ziehe mir nur was anderes an. Ist das okay?«

»Klar. Jim ist schon vor Ort.«

»Ich beeile mich.«

Ich husche in mein Zimmer, oder besser: ins Gästezimmer, aber nach den Wochen hier, kommt es mir so vor, als wäre es meins. Ich suche den schwarzen Jumpsuit raus, schlüpfe hinein und betrachte mich im Spiegel. Wo ist denn der dazu passende BH? Diesen hier sieht man im Ausschnitt. Da ich ihn nicht finden kann, suche ich das Tape aus meinem Koffer, das ich manchmal benutze, um meine Brüste festzukleben. Es

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 04.10.2019
ISBN: 978-3-7487-1707-2

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