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Tagebuch einer Depression

 

the self embracing tree

 

on arid ground has grown a tree

itself embracing passionately

 

the trunk embraced by its own branches

standing barren and pale with all its strangeness

 

in the blazing sun of noon it’s swaying

accompanied just by a clay wind

 

no leaves rustling sounds disturb the idyll

there's no position they might fill

 

by itself it is from harm protected

in it I wished to be reflected

 

great pity that the enviable tree

probably never coheres with me

 

Autorin: Ruth

Datum: 15.01.2003

 

Die Gefährten

 

tiefe Ruhe herrscht im Raum

man hört die Uhr, das Ticken kaum

 

ein Schleier schwarz den Blick verhüllt

bedeckt das Bild mit dunklem Tüll

 

der kalte Wind durchweht das Zimmer

zieht mit sich fort den letzten Schimmer

 

und Regen spült den letzten Rest

der übrig war aus diesem Nest

 

wo man ihn fand blüht alles bunt

die Uhr schlägt noch zu jeder Stund‘

 

das Haus scheint noch in seinem Bann

das Haus gehört dem alten Mann,

 

der bis zum letzten Tropfen Blut

kein Stündlein sich hat ausgeruht

 

es warn’ die eigenen Gefährten

die sich von seinem Fleische nährten

 

im Garten lag er müd’ und schwach

und niemand rüttelte ihn wach

 

das einzig Klare sein Verstand

das einzig Warme war der Sand

 

vom Blut getränkt – so feucht und rot

am nächsten Morgen war er tot

 

man fand ihn erst nach langer Zeit

der Garten war längst zugeschneit

 

die Gefährten war‘n selbst am hölznern’ Sarg

in Taten und auch Worten karg

 

Autorin: Ruth

Datum: 05.12.2002

 

Die Rose

 

tiefrot, wie Blut, erblüht

die Rose lebhaft, niemals müd’

 

umhüllt vom warmen Sonnenschein

schimmert sie dunkelrot, wie Wein

 

 

sie wiegt sich sanft im Sommer Winde

im Schatten einer alten Linde

 

und in der lauen Sommerluft

betört so süß ihr Rosenduft

 

 

Sie wäre längst verdörrt und matt,

mit ihrem Purpur rotem Blatt,

 

wenn nicht am Tag die alte Linde

schattig an ihrer Seite stünde.

 

Autorin:Ruth

Datum:12.12.2002

 

 

Begräbnis der Zeit

 

Wie ein poröser Nylonfaden im Schattenlicht zerfällt die Zeit zu Staub

Ihre Uhrwerke detonieren laut

 

Die Uhrzeiger gestoppt, sie drehn’ sich nicht

Zeit blickt ins Todes-Angesicht

 

Ein Zifferblatt zeigt keine Zahl

kein Spot mehr auf das Zeit-Mahnmal

 

Sonnenuhren die keine Schatten werfen

nur blecherner Klang aus Zeit-Konserven

 

kein Trauergast weint am Zeiten-Grab

nur Nichts hat zeitlos Zeit gehabt

 

Autorin:Ruth

Datum:16.04.2003

 

Prepared to die

 

in my rooms quietude I am lying

my head’s rife with my average grief

 

cold and alone as if I ‘m dying

sure no-one cares if I would leave

 

my fragile eyes are witnesses

of thousand hours I used to waste

 

it ever was and it still is

a life with bloody battle taste

 

erstellt am 25.07.2003 um 13:58 Uhr

 

Done

 

it’s silent now where we once laughed

and frozen tears like glaciers shoved

 

the time we spent into the mud

a change of scene, the final cut

 

it’s cold now where we used to bask

stillness of silent questions blasts

 

and dies in the mortuary away

like stillborn child have to decay

 

it’s wasteland where flowers did thrive

in this place will be no more life

 

set up the restricted area sign

freshwater fish won’t live in brine

 

Autorin: Ruth

Datum: 04.04.2003

 

 

Moonlight

 

you’re lying in my arms tonight

our skin is covered by moonlight

 

in softly shades of grey and blue

just me and you, just me and you

 

the deepest blue that catches my sight

the dreadful fear gets me that night

 

and how long will this night now last?

tomorrow it just might be the past

I hold you close to hear you breath

and kiss you once again so deep

 

the moonlight already seems to fade

my dearest hope will start to bate

 

the deepest blue that catches my sight

the dreadful fear gets me that night

 

I won't be always able to embrace

or just to watch your sleeping face

 

was it a dream or was that true

just me and you, just me and you

 

Autorin: Ruth

Datum: 12.11.2002

 

Chaeromaniac

 

ich lache allein und in Gesellschaft

lache selbst, wenn die Wunde klafft

 

lache über dich oder über mich

lache über Fleisch und über Fisch

 

ich lache draußen und auch drinnen

bin auch lachend, wenn Blutbäche über mich rinnen

 

lache selbst auf Beerdigungen

lache über Füße oder Zungen

 

ich lache ohne Grund, oft ohne Anstand,

lache weit hinaus übers Land

 

lache laut oder leise,

über Getränk, über Speise

 

selbst in der Kirche muss ich lachen

kann nichts professioneller machen

 

lache den ein oder anderen aus

lache sogar über’n brennendes Haus

 

hysterisch oder im Stillen

ohne den Zusatz von Pillen

 

oder Kräutern, ungehemmt

bis das Lachen mir das Resthirn wegschwemmt

 

lache beim Gehen oder Sitzen

gerate beim Lachen oft ins Schwitzen

 

sogar im Schlaf lache ich vor mich hin

lache mit O’Saft oder Gin

 

chäromanisch

glaube, das bin ich

 

lache unaufhörlich

so selbstzerstörerisch

 

keine Kontrolle über die Lachmuskulatur

auch lachend, wenn vom Scherz keine Spur

 

lache ohne Spaß und im Regen,

lachend beim Nehmen und auch Geben

laut lachend beim Anblick der Farbe rot

und irgendwann lach ich mich einfach tot

 

Autorin: Ruth

Datum: 16.01.2003

 

 

Harassment

 

I beg the Grim Reaper: give me short shrift

to close my policy of drift

 

my wretched emotions won’t fade away

with my sick body they will stay

 

I beg the Grim Reaper: terminate my life

sign the conclusion of my strife

 

I’m binding wreaths for my own grave

all hopes placed in the relieve I crave

 

I beg the Grim Reaper: make use of your scythe

for evermore let end the fight

 

the wreaths are shrivelling in the sun of noon

on your account, you treacherous prune

 

Autorin: Ruth

Datum: 23.03.2003

 

Hässlich sein

 

ich möchte hässlich sein

hässlich wie ein Geschwür

dass ich keine Sünde spür

 

ich möchte hässlich sein

möchte so sein, dass mich niemand mag

seht ihr nicht, dass ich das nicht ertrag?

 

ich möchte hässlich sein

schlecht aussehen, vernarbt, verbaut

dass niemand sich an mich ran traut

 

ich möchte hässlich sein

einfach hässlich und allein

ich mag einfach nicht mehr schön sein

 

ich möchte hässlich sein

niemand darf mich toll finden

vor Schreck sollten sie erblinden

 

ich möchte hässlich sein

nie mehr die hübsche und die Süße

merkt niemand, dass ich dafür büße?

 

ich möchte hässlich sein

ich möchte nur die wahre Liebe

was ich jetzt krieg’, nur Lust und Triebe

 

ich möchte hässlich sein

das wäre herrlich

die schöne Liebe ist unehrlich

 

ich möchte hässlich sein

Schönheit ist arg

ich leg sie ab, mich in den Sarg

 

Ich möchte hässlich sein

Autorin: Ruth

Datum: 08.02.2003

 

angel

 

be along and spread your wings

you angel of my dearest dreams

 

I bow my thanks and fall to knees

it’s obvious that you do please

 

be along and spread your wings

show me the beauty future brings

 

I bow my thanks and fall to knees

crossing foreign skies and seas

 

be along and spread your wings

all over my head that always spins

 

I bow my thanks and fall to knees

infected with your way of deeds

 

Autorin: Ruth

Datum: 17.01.2003

 

 

dignified life

 

with more than a million words trashed to death

destroyed with more than a million idle deeds

the dog-tired body of life in distress bleeds

 

all the more re/assessing the extinction of the values in life

the less finding to be left since the day of birth

that’s my opinion for what it may be worth

 

just some few left over to maintain the rules

carrying out lifes direction into the land

by taking the from the dead rosen almost cold got hand

 

there may be some that aren’t caring

even some others will be at strife

about my trying and aspiring to living a dignified life

 

Autorin: Ruth

Datum: 08.01.2003

 

monochrome

 

Monochrome

in black and white

no lights and colours shining bright

 

the smile seems to be lost in shades

the dark side hides it as it fades

 

monochrome

in black and white

no shades and colours and no light

the day is dawning without sun

you move your legs but you can’t run

 

monochrome

in black and white

can’t clear off from the darkened side

there is no shift to switch to colour

no chance to emphasize and holler

 

Autorin: Ruth

Datum: 05.12.2002

 

 

thank you

 

I spelled a word no one could hear

just one of all lent me his ear

 

you took my hand in this lone days

to lead me home on your own ways

 

on one day you gave more to me

than others in a life, maybe

 

every of them should take my advice

to be like you so pure and nice

 

Thank you for being you

 

Autorin: Ruth

Datum: 09.11.2002

 

Sinn/los

 

Noch immer auf der Suche nach dem Sinn des Liebens,

dem Sinn des Lebens?

ich suchte ihn bisher vergebens

 

und fand nur diesen einen Sinn

„es zieht sich bis zum Ende hin“

 

vertane Zeit und doch Genuss?!

vergessen ist ein jeder Kuss

 

man erfreut sich dieser neuen Pracht

die dann des Lebens Sinn ausmacht

 

doch wenn man hinter Kulissen blickt

erkennt man schnell des Schicksals Fick’

 

man kann sich drehen, kann sich wenden

was immer bleibt, die Gier der Lenden

 

und jeder der das nicht gesteht

dem ist der letzte Sinn entweht

 

wie in den Wehen liegen wir

ein Schrei vor Schmerz, nur Angst und Gier

 

und was uns allen vorgelebt

eine Perversion unangestrebt

 

aus Qual und Angst und letzter Hoffnung

die Saat versiegt und stirbt im Dung

 

der eigenen Phantasie, die nie verwirklicht würde

zu schwach selbst für die kleinste Hürde

 

und dieser Kampf zwar ohne Blutvergießen

ist wie ein Frühling ohne Blumen-Sprießen

 

verblühte Schönheit der Gefühle

verdammt für des Lebens’ Zwickmühle

 

Niemand liebt und niemand lebt

im bekannten Sinne

Jeden Tag Niederlagen und Gewinne

 

Autorin: Ruth

Datum: 14.10.2002

 

Hinterhalt

 

Die Sonne, einst leuchtend am Horizont, verschwand

Die Sinne ganz welk, verlor den Verstand

 

Die Tage gezählt, zu kurz um zu leben

Der Lauf der Zeit, zu schnell um zu geben

 

Tatsachen unklar und Weisheit erfunden

sitz ich im Dunklen und zähle die Stunden

 

Ein Tag wird zur Nacht, die Stunde zur Qual

Erlösung fern, keine Schuld, keine Wahl

 

Die letzte Chance vertan um zu retten

zerbrochene Träume, die sich auf spröden Hoffnungen betten

 

Das Leben, dass mich einst durchflossen

Hat mich aus dem Hinterhalt erschossen

 

Autorin: Ruth

Datum: 25.01.2002

 

 

re/pain/ted

 

repaint the sky

with all its colours bright and clear

shortly before so dark to fear

 

is it reflecting soul and mind

sometimes it’s nice and then unkind

 

and like the clouds are spilling rain

my head is pouring fear and pain

 

in the crowd of thousand men

the sadness increases again

 

I am drifting and grabbing for your hand

for me you’ve got no ear to lend

 

and while I am suffering and fearing

no single cry gets any hearing

 

Autorin: Ruth

Datum: 26.09.2002

 

Allein

 

wer tausend Mal das gleiche hört

sich tausend Mal im Spiegel sieht

und tausend Mal ganz sinnentleert

sich tausend Wege sucht und flieht

ist

genauso einsam

 

Autorin: Ruth

Datum: 05.12.2002

 

leave me for ever

 

you left my place without goodbye

the door got slammed with tender sigh

 

your body left this stupid place

and I forgot your fucking face

 

since you are gone my life’s much better

forgot each and every of your name’s letter

 

I can’t tell how much I do detest

every reminder of this pest

 

you’re not even worth this lines

you’ll always be where no sun shines

 

I’d like to give you all my hate

for everything else it’s much too late

 

sometimes you call and I ignore

your talk is crap, the purest bore

 

I wish you'd never speak again

I hope you'll rest in deepest pain

 

in my thoughts I hear you silent

I know my words are madly violent

 

The fear you gave I won't forget

the times we spend I do regret

 

I thank you for feeling this deepest hate

Thank you for closing every gate

 

This is the last from me to you

please notice that my hate is true

 

Leave me for ever

 

Autorin: Ruth

Datum: 01.11.2003

 

 

to the lord god

 

I am lying in your arms, am dying in your arms

you won’t protect me from all harms

 

the bad world offers me a grave

and everybody is life’s slave

 

my way is already destined

just drawn by following the hint

 

and if it’s wrong, I could not know

no matter where, I will be blowed

 

the death certificate issued with birth

tell me what’s my life really worth

 

time after time you lead me home

console me when I’m sad and lone

 

some other time you leave me bleeding

and talk to me till I’m conceding

 

no matter how I am naively praying

for my salvation you’re delaying

 

and maybe nothing shifts the fate

divinity lets last hopes bate

 

commandments that I should observe

tell me the straight line is a curve

 

whoever missed the sacred aims

whose life will be from the death claimed

 

what’s worth any of your rules

when your grace’s turning into coolness

 

you will not save the godless men

by reaching almost rotten hands

 

and everyday I see you leave

the child you rose that comes to grief

 

I can’t believe in a destiny

that’s sealed by someone I can’t see

 

sad tears I cried - for you I died

the birth is just another death

no matter if I’m from god blessed

 

Autorin: Ruth

Datum: 23.02.2003

 

the love I hate

 

some clouds are painting grey and white

wisps like cotton wool onto the sky

 

on a lush green meadow colourful flowers

spreading round about the wooden bower

 

offering a sea of blossom, so beautiful

and a bird call’s fading in the still

 

in sunlight white washed soft and warm

pretending places without harm

 

casting shadowgraphs on the stream

let never end tremendous dreams

 

but love’s like a delusion

like haven in the desert

sometimes a desert in the haven

 

it takes one step to far

form paradise into infirmity

I hate the love

 

the love I hate

it is not the true

eternal bliss

and always blue

 

the love I hate

really ain’t truth

it dogged me

since my earliest youth

 

Autorin:Ruth

Datum:03.02.2003

 

 

 

 kindred spirits

 

Undress my thoughts

peel off my skin

to more than words you won’t give in

 

 

we’re kindred spirits – attached deep

and when you’re gone I am sad and weep

 

 

Undress my thoughts

strip my leaves in a light wind like fall’s roses

shut the window before the main door closes

 

 

we’re kindred spirits – attached deep

and when you’re gone I am sad and weep

 

Autorin:Ruth

Datum:19.11.2002

 

any but you

 

the moon was full

and shadows depicted on the street

where we once walked

 

the leaves were blowing across the city

scattered by a cold wind

which swept everything away

 

even us

I felt so muted in everything I did

I wondered if I could ever lo

 

 

abandon my self to someone again

never again?!

 

I was only given to the drugs they gave me

I knew it would find an end

 

but I couldn’t take any look at the clock of fate

because there was a big wall between me and my own body

 

I said I would sometime

do something

to find somehow somewhere someone

 

any but you

 

Autorin:Ruth

Datum:12.12.2002

 

once friends

 

The things we shared are lost and gone

The remembrances almost none

 

The woods once walked are nearly rotten

The life we lived is soon forgotten

 

What once was is left back in the past

Transitoriness will overtake fast

 

there was nothing you ever gave

not even a farewell flower into my grave

 

Autorin:Ruth

Datum:25.11.2001

 

Einsamkeit

 

mit tausend Worten erklärt

mit tausend Blicken zerpflückt

 

mit tausend Gedanken reanimiert

mit tausend Hoffnungen bestückt

 

Angst

 

eintausend Hände helfen nicht

eintausend Schreie nicht gehört

 

eintausend Schatten im Gesicht

eintausend Male neu zerstört

 

Hoffnung

 

nicht tausend Momente voller Glück

nicht tausend Stunden überlebt

 

nicht tausend Andere so verrückt

nicht tausend Gefühle so verwebt

 

Allein

 

wer tausend Mal das gleiche hört

sich tausend Mal im Spiegel sieht

 

und tausend Mal ganz sinnentleert

sich tausend Wege sucht und flieht

ist

genau so einsam

 

Autorin:Ruth

Datum:05.12.2002

 

leave me for ever

 

nothing

 

no sob stuff of the human creature

no repining bleat a voice will feature

 

no gash remains in glowing red

no blood drop’s left for them to shed

 

an aemicleft behind oblivions fences

the scars are mere reminiscences

 

obsessed- obscured

just mashed, injured

 

just trash, not pure

just gashed, no cure

 

nothing

 

Autorin:Ruth

Datum:11.03.2003

 

 

above-ground

 

salty transparent liquid forces its way over a pale face – until noteardrop’s left to blaze

 

without a sound

above-ground!

 

viscid crimson liquid forces its way over pale skin – until there’s no blood drop left within

 

without a sound

above-ground?

 

Autorin:Ruth

Datum:12.03.2003

 

final

 

sitting in the wing chair sleepy

the burning candles on the windowsill

 

providing background for my weeping

my craving for the final hill

 

 

I want no light to illuminate my route

on the way into my fate

 

out of a life not worth a hoot

escaping through the final gate

 

 

daylight's too strong for weary eyes

I prefered the darkness instead

 

and when the day’s dawning with sunrise

my body's cold and dead

 

Autorin:Ruth

Datum:04.01.2003

 

Impressum

Texte: Ruth Dellhofen
Bildmaterialien: Ruth Dellhofen
Cover: Ruth Dellhofen
Tag der Veröffentlichung: 14.11.2019

Alle Rechte vorbehalten

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