Cover

Papa, die Ölbonzen und die Politik


Ach Opa, Du ich weiß nicht, was mit Papa wieder Mal los ist. Es ist nicht zum Aushalten. Er schimpft und ist immer schlecht gelaunt. Ich weiß auch nicht weiter. Ich kann nicht mit ihm reden. Dann sagt er immer: „Davon verstehst Du nichts. Punktum."

Dann bin ich schon aus Eigennutz still. Ich kenne ja Papa, er ist stur. Wenn ich noch weiter frage gibt es meist was hinter die Ohren. Nein, eigentlich in die Ohren, denn er holt zu großen Reden aus.

Jetzt ärgert er sich über die Ölbonzen, die Benzinpreise und den Staat. Ich kenne mich da doch nicht aus. In seiner langen Rede sagt er, dass das Benzin immer teurer wird. „Die können nicht genug kriegen“; sagt er und fragt, wer denn das bezahlen soll, aber wir brauchen es doch, das Benzin.

Er will aber auch nicht eine Zigarette weniger rauchen. "Das wird ja auch immer teurer", sagt er. „Immer diese Blutsauger“, schimpft er und ich denke an Vampire. Stattdessen lässt er sich über die Ölkonzerne mit ihrer Monopolstellung aus. „Die würfeln drei Mal am Tag die Preise und wir stehen machtlos davor. Wir können ja nicht anders, Benzin braucht jedes Auto. Aber wir haben es ja.“ Ich frage nicht, was wir haben, denn Geld kann es nicht sein. Er sagt immer, dass er knapp bei Kasse ist.

Wenn er die Konzerne abgearbeitet hat ist die Politik wieder dran. „Die nehmen ja auch nur am Sprit ein. Tun tun die doch auch nichts. Jetzt auch noch der neue Supersprit. Mein alter Benziner hat sich doch gerade an das Superbenzin mit Zusatz gewöhnt. Und jetzt die Bioölbeimischung. Ob das mein Wagen überhaupt verträgt. Ich konnte doch meinen Wagen nicht abwracken, für ein neues Auto ist kein Geld da.“

Da war es wieder. Erst sagt er: "Wir haben es ja“ und dann „dafür ist kein Geld da“. Papa wiederspricht sich doch. Aber was soll ich tun? Gegen Papa etwas sagen? Es geht ja noch weiter. „Die kassieren jede Menge Steuern bei jedem Liter. Und dann wollen sie auch noch eine PKW-Maut. Das ist unverschämt. Das darf man gar nicht weiter denken. Eben doch korrupt, die Politiker.“

Nun, dazu habe ich Dir ja schon bei meinem Berufswunsch etwas gesagt. Aber das Papa mir so etwas zutraut. Ich bin doch erhlich. Eigentlich bin ich enttäuscht von Papa, schließlich bin ich das Produkt seiner Erziehung. Das sagt er zumindest immer stolz bei Nachbarn und Freunden, und so.

Ja also, red mal mit Papa, bitte. Vielleicht nimmt er mich dann ja als das, was ich bin, seinen noch nicht erwachsenen Sohn. Danke, lieber Opa, auf Dich hört er ja, - manchmal.


Alles Liebe,
Dein Lieblingsenkel


x-x-x-x-x-x-x-x-x-x

Impressum

Texte: alle Rechte beim Autor Titelfoto: bookrix-edition
Tag der Veröffentlichung: 28.01.2011

Alle Rechte vorbehalten

Nächste Seite
Seite 1 /