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Gesellschaftsspiele mit Onkel Wolfgang



Oder vielmehr, mein Lieber, möcht ich das Element, woraus des Menschen Seele gebildet ist, und worin sie lebt, ein Fegefeuer nennen, worin alle höllisch und himmlischen Kräfte durcheinander gehn und wirken.

Johann Wolfgang von Goethe




Sie sah ihn wieder so an, so wie man einen Bauarbeiter ansah, der, gerade frisch vom mobilen Klo einem die Hand reichte. Sie fegte ihren Treppenabsatz. Die kleinen Splitkiesel und Staubansammlungen landeten direkt vor seinen Fuessen.
„Guten Tag!“, sagte er höflich, griff an seinen Stoffbeutel, drueckte ihn sich an die Huefte.
„Aus ihrer Wohnung stinkts!“, die Frau kehrte demonstrativ um seinen Abtreter, „Sie haben nächste Woche Treppendienst!“
Er nickte, zog den Bauch ein, manövrierte sich an ihrer Kittelschuerze vorbei.
„Jemanden, wie sie, hier in unserem Haus“, hörte er durch die geschlossene Wohnungstuer hindurch im Ruecken.
Er schlich durch seinen eigenen Flur, legte den Beutel in der Kueche ab, sank auf den einzigen Stuhl darin und starrte auf seine Fuesse. Schwarze Lederschuhe, vom Treppenstaub jetzt angegraut, ordentlich gebundene Schleifen, beigefarbene Socken.
Die Kueche karg, aber sauber, ein alter Toaster, Zwiebeln in einer Schale mit aufgedruckten Sonnenblumen, ein benutztes Glas verloren in der Spuele. Er ging zurueck in den Flur, man hörte noch immer den Besen kratzen, und hängte seine Jacke an den einzelnen Plastikhaken.
Den halben Tag hatte er nun hinter sich gebracht. Jetzt war es Zeit fuer sein Bier. Er nahm es aus dem Beutel und legte die Flasche ins Dunkel des summenden Kuehlschranks, drueckte kräftig gegen die Tuer, bis der Dichtungsgummi seinen Zweck erfuellte.
All das Mobiliar geschenkt oder gefunden, und doch nicht gegönnt.
Bevor die junge Frau aus dem Dritten mit der Matschulak gesprochen hatte, hatte sie ihm ein Lächeln zugeworfen. Jetzt gruesste sie ihn nicht mal mehr, presste ihren Fuenfjährigen an sich, als wäre im Keller ein Brand ausgebrochen.
Die Matschulak wusste alles. Sie wusste, wann er die Fenster aufmachte, wann und wie er seinen Muell entsorgte. Sie pflegte und bepflanzte die Hofrabatten, fuetterte die Meisen, hielt ehemalige Sexualstraftäter auf Abstand.
Er nahm ihr nichts uebel.
Was konnte er verlangen? Was wuerde er von einem wie ihm halten, wenn er an Matschulaks Stelle wäre?
Unten auf dem Hof feierte man ein Grillfest. Die Mietparteien hatten sich zusammengefunden, Kinder spielten im Sandkasten. Die junge Frau aus dem Dritten schaukelte ihren Sohn auf dem Schoss, Matschulak fegte die Einfahrt, bekam etwas angeboten und stellte den Besen zur Seite.
Er spuerte keinen Neid. Wenn er in den Spiegel sah, senkte er das Gesicht kurz darauf zum Waschbecken und klappte die Tueren des Schrankes nach hinten. So fiel sein Blick nur noch auf die Flasche Mundwasser und die Trommel Wattestäbchen. Bevor er unter Menschen ging musste er es jedoch wagen und die Haare kämmen, sonst beschlich ihn das Gefuehl, in den Gesichtern seine Wahrheit zu lesen.

„Haben sie sich eingelebt?“, fragte die Ärztin. Er hatte den Stoffbeutel auf dem Schoss, seine Knie zitterten ganz leicht darunter. Die blonde Frau machte Notizen in seiner Akte. Dort stand all das, das er nicht hören wollte, irgendwelche Amtsdeutschsätze, sachliches Medizinerlatein, einen Zustand zu beschreiben, den er selbst nicht in Worte fassen konnte. Die Ärztin bot ihm ein Glas Wasser an, blätterte, blickte ihm ueber den Rand ihrer Brille entgegen, wie man jemanden ansah, dessen Anwesenheit einem die Zeit raubte. „Ich habe noch immer keine Stelle“, sagte er.
„Das wird auch noch dauern! Sie wissen selbst, dass sie schwer zu vermitteln sind, Herr Bloeser.“
Er nickte treu. Hatte er sich heute morgen die Haare gekämmt?
„Lassen Sie sich Zeit, Herr Bloeser! Ueberstuerzen sie nichts! Ihre Medikamente sind ja noch nicht mal richtig eingestellt.“
„Ich brauche eine Aufgabe!“, stellte er fest.Das Regal neben ihrem Schreibtisch war vollgestopft mit Buechern. Wie lange es wohl dauern wuerde, bis man sie alle gelesen hatte?
„Haben sie Schwierigkeiten mit den Nachbarn?“, unterbrach sie ihn.
Er schuettelte den Kopf. Ein paar Schuppen rieselten auf seinen Beutel.
„Eine Frau Matschulak hat sich negativ ueber sie geäussert!“
„Ich glaube, dass sie es weiss! Sie will mich nicht dort haben! Aber ich will nicht zurueck in die Beobachtung!“ Diese Männer dort, die waren so wie die Stimme, so wie der Drang, den die Tabletten dumpf legten.
Ein Fuenfzehnjähriger, der seine Schwester beruehrt hatte. Die eigene Schwester!
„Herr Bloeser, hoeren sie mir ueberhaupt zu?“
Er klopfte die Schuppen vom Stoff. „Ich bin nicht so wie die!“
Die Ärztin lächelte. Er wusste nicht, ob ihr Lächeln gezwungen war. Er sah nur noch selten Leute lächeln. Sogar die halb zahnlose Verkäuferin im Kiosk schien zu wissen, was er unterm biederen Hemd versteckte.
„Kommen sie zu den Sitzungen, nehmen sie ihre Medikamente, alles andere wird sich dann von selbst einstellen! Ich rede mit dem Vermieter und werde die Lage klar erläutern. Gehen Sie dieser Frau aus dem Weg und lassen sie sich nichts zu Schulden kommen!“
Er stand auf, sie reichte ihm die Hand. Ihr Finger fuehlten sich an wie Gummi, spröde und leblos.

Die Matschulak blieb ihm erspart. Freitags fuhr sie auf ihr Pachtgrundstueck. Freitags durften die Kinder länger im Hof bleiben. Er stellte sich ans Fenster und beobachtete die Zwillinge aus dem Nachbarhaus, das Mädchen aus der Sechsten, höchstens zehn, jungenhaft und bockbeinig, einen Lutscher im rechten Mundwinkel. Die Zwillinge tanzten um sie herum. Der Vater der Beiden bastelte an einem Fahrrad.
Ein Bild von Lebensschoenheit, eine Essenz des Gluecks.
Das Lachen und Kreichen drang bis zu ihm nach oben, bis in seine Brust, in der das Herz laut und stuermisch pochte.
Er liebte Kinder. Sie waren die einzigen Menschen, unter denen er sich wohl fuehlte. Sie interessierten sich nicht fuer Ausserlichkeiten und Statussymbole. Eine witzige Grimasse, ein ungelenker Tanz oder ein paar einfache Worte reichten ihnen aus, sich vertrauend zu binden. Nur ein wenig Aufmerksamkeit und man wohnte in ihren Herzen.
So anspruchslos waren Frauen keineswegs.
Sie verlangten und forderten Dinge, denen er nicht gewachsen war. Sie spielten Spiele, die ihm nie jemand beigebracht hatte. Er hatte immer nur verloren und vor genau sechs Jahren war die Scheidung und rechtskräftige Abwendung Sabines klanglos an ihm vorbei gegangen.
Erst als Luzie sich von ihm abwandte, wusste er, was es bedeutete, die Liebe zu verlieren.

Luzie, ihr Name war fest verknuepft mit dem Bild ihrer blauen, erwartungsvollen Augen.
Luzie, wie sie sich in seine Arme fallen lassen hatte. Ein arbeitsreisender Vater, eine alkoholabhängige Mutter. Ein Mädchen, das nach der Liebe suchte, seine kleine Hand in seine legte und ihm das Gefuehl gab etwas zu sein, einen Platz im Leben zu haben, endlich wertgeschätzt zu werden.
Luzie!
Er musste sie verdrängen! Er hatte sie nicht vergessen. Niemals könnte er vergessen, was sie beide geteilt hatten. Auch wenn er der Ärztin artig beipflichtete, nur er und Luzie wussten, was sie einander bedeutet hatten.
Sie war jetzt zehn, so alt, wie das Mädchen da unten, nur viel zerbrechlicher. In der Sonne roetete sich ihre Haut, stets kämpfte sie mit einer Enge in ihrer Brust.
Er hatte ihr Potenzial erkannt, es herausgekitzelt, den Platz der Eltern eingenommen, die Luzie unverdient ihr eigen nannten. Bei ihm war sie aufgeblueht. Er hatte sie endlich gepflegt.
Eine ausschließliche oder überwiegende sexuelle Ansprechbarkeit durch vorpubertäre Kinderkörper

hatten sie seine Bemuehungen genannt.
Vorpubertäre Kinderkörper

, ihm wurde uebel, wenn er ueber dieses Wort nachdachte.
Sie meinten Luzie, sie bezeichneten ihren Zauber als vorpubertären Kinderkörper

, seine Liebe zu ihr als psychische Störung

. Es war nichts als Neid!
Sie waren neidisch auf das, was er und Luzie hatten, etwas das sie nie haben wuerden.
Wahre und echte Liebe, aufgehoben sein im Anderen.
Sie hatten alles zerstört, sie hatten Luzie zerstört, indem sie sie in die Lieblosigkeit ihrer Familie zurueckschickten.
Er wollte nicht glauben, dass sie geweint hatte, nicht weil man ihn ihr genommen, sondern weil sie unter ihm gelitten hatte. Man hatte ihm ein Video gezeigt: Luzie mit roten Augen, zitternd, schwach, ein Schatten ihrer Bluete, sass dort in sich versunken, antwortete auf Fragen. Bestätigte den Verdacht.
Sah sie ihn wirklich als Peiniger? Hatte er sich tatsächlich etwas vorgemacht?
Er zerbrach an diesen Fragen, konnte nicht mehr in den Spiegel sehen, versuchte Luzie zu vergessen.
Die Kinder dort unten waren gluecklich in der Harmonie ihrer Familien. Diese Harmonie hatte Luzie erst bei ihm gefunden. Doch man legte ihm seine Liebe als Krankheit aus, Luzies Rettung als Gefangennahme.
Er durfte nicht mehr mit Kindern arbeiten, sich nicht mal in deren Naehe begeben, als hätten alle diesen Zauber auf ihn. Sie hatten ihn zermuerbt und die Schuld in ihm Gestalt werden lassen. Er sah sich nun mit ihren Augen, mit den Augen einer Ulrike Matschulak, doch das war einzig und allein Verdienst der lieblosen Vernunft, die alles Gefuehl in ihm getötet hatte.
Er setzte sich vor den Fernseher und ergab sich dem Wahn der Menschen.

Donnerstags ging er jetzt im Park spazieren. Hier war er einer von Vielen, jemand, der sich am Gruen erfreute. Er beobachtete die Menschen wie von einer Wolke aus. Die Eiligen, die gespielt Freien, die pflichtbewussten Familienoberhäupter, die einsamen Alten, alleingelassene Kinder, deren Kleidung schmutzig und rissig war, weil Niemand sich ihrer Kostbarkeit bewusst werden wollte. Deren Muetter und Väter im nahegelegenen Imbiss sassen, um ihr Leid zu ertränken.
Kinder, wie Luzie.
Er beobachtete sie beim Spiel, beim Betteln um Aufmerksamkeit; und wie sie dann Geld in die Hand bekamen, anstatt der erwuenschten Liebe, ein Eis, statt einer Umarmung.
Und er fuehlte wieder die Wut. Seinen Hass auf die Ungerechtigkeit. Er, der so viel mehr zu geben hatte, als das kalte Metall eines Euro Stueckes, der so viel mehr Anteilnahme, als diese stumpfen Erzeuger hatte, durfte nicht handeln.
Er war seines Inhalts beraubt, seiner Aufgabe. Jeder Mensch brauchte eine Bestimmung.
Er machte einen Termin ausser der Reihe bei der Ärztin und bekam eine höhere Dosis.

Eine neue Familie war in das Nebenhaus gezogen, vierköpfig, die Eltern kaum zu sehen. Beschäftigte Eltern, ein vierjähriger, pausbäckiger Junge mit hellrotem Haar, ein duennes, leises Mädchen, das den Bruder stets an sich hängen hatte. Es war seine kaum drei Köpfe grössere Ersatzmutter.
Er beobachtete sie aus der Ferne, von seinem Fenster aus. Wenn sie zum Einkaufen ging, den Bruder abholte oder brachte. Wie sie auf dem Hof auf ihn aufpasste, ohne selbst auch Kind sein zu duerfen. Die anderen Kinder schienen sie nicht zu interessieren.
Einmal war er ihr beim Muellhaus begegnet und ihre Augen hatten ihn tief bestuerzt.
Sie spiegelten schon das Erwachsene, die Vernunft, der kindliche Glanz hatte sich fast verfluechtigt.
Das hatte ihn so traurig gemacht, dass er eine Träne weinte, während er ihr nachsah, ihrem gebeugtem Gang, den strähnigen Haaren. Eine Blume, kurz vorm Verdorren.
Er hatte sich zurueckgenommen, sich gezwungen, den Blick von ihr zu nehmen.
Der Ärztin erzählte er trotzdem nichts von ihr.
Er bekam eine Halbtagsstelle in der Wäscherei. Seine Hände falteten mechanisch Hemden und Hosen. Das Mädchen sah er nun nur noch selten. Die Gedanken an sie wurden von Fleckentfernern und Weischspuehlern verdrängt. Er fuehlte sich wohl in der Arbeit, machte sich gut unter den Kollegen, blieb aber stets fuer sich. Sie lebten nicht in seiner Welt. Er wuerde nie zu ihnen gehoeren. Trotzdem wahrte er den Schein so gut, dass selbst Ulrike Matschulak von ihm abliess, ihm mit peinlich beruehrter Miene ein Päckchen Kaffe ueberreichte, weil er doch so vorbildlich den Treppendienst erledigte, den Split von ganz oben, bis zu den Briefkästen fegte.
Er schien integriert, ein Teil der Gesellschaft, doch konnte man Liebe heilen?

Es war sein Parkdonnerstag, als er dem Mädchen erneut begegnete, zum ersten Mal ein Wort mit ihr sprach.
Er war angespannt von den vorhergehenden Erlebnissen, sie setzte nun allem einen I-Punkt.
Sie hockte da auf der Treppe im Hof und schuettelte sich vor Schluchzen. Ihr Bruder malte mit einem Stock unsichtbare Linien auf dem Asphalt.
Er wollte an ihr vorbeigehen, zwang sich, keinen Blick uebrig zu haben. Doch ihr Weinen ging ihm mitten ins Herz und brannte darin wie ein vergeblich ersticktes, sich selbst entfachendes Feuer. Er spuerte den Schweiss ausbrechen, die trockene Zunge, die Angst, die von lang vermissten Gefuehlen genährt wurde.
Sie nahm ihn gar nicht wahr. Sie hatte sich schon in tranceartige Verzweiflung geweint, hicktse und atmete in kurz aufeinander folgenden Seufzern, wie nur Kinder es taten, wenn man ihre Seelen bis ins Mark erschuettert hatte. Selbst der Bruder, der vor ihr mit dem Stock wedelte, konnte sie nicht mehr erreichen. Er durfte sie nicht zulassen! Sie musste ihm gleichgueltig bleiben.
„ Onkel, die Luisa weint so doll!“, sagte der kleine Bruder hilfesuchend.
Doch das sah er doch, das hörte er doch, das spuerte er in jeder seiner Fasern.
„Warum weint sie denn?“,fragte er mit einer Stimme, die tief aus seinem Inneren hervorzitterte.
„ Die Mama schimpft.“
„Was ist passiert?“ Die Wörter kamen langsam, gedehnt, als wären sie aus fluessigem Kautschuk.
Das Mädchen blickte auf. Zum ersten Mal sah er ihre Augen, und sie waren blau wie der Himmel, schön, wie die Erinnerung an Luzie. Er musste dem Blick ausweichen, so sehr ergriff ihn die Sehnsucht.
„Henry, du sollst nicht mit Fremden sprechen!“, sagte sie. Er staunte ueber diese Selbstlosigkeit, war voller Wärme fuer das Mädchen, ein unbekanntes Mädchen, das ihm doch so vertraut schien, als wäre sie ein Teil von ihm selbst.
„Deine Schwester hat recht, Fremden gegenueber muss man immer vorsichtig sein.“
Sie musterte ihn abschätzig, ihre Augen und Wangen rot vom Weinen. Der Ausdruck war noch immer skeptisch, aber er bemerkte einen kaum wahrnehmbaren Vertrauensfunken, sie weinte nicht mehr. Sie hatte sich gefasst und das war ihm zu verdanken.
„Was ist denn passiert?“, fragte er noch einmal, diesmal reger.
„Sie hat den Schluessel hebummelt“, antwortete ihr Bruder fuer sie.
Der Junge war ihm egal. Er war so gefesselt von diesen blauen Augen, von der fein geschwungenen Nase, dem kleinen, rosafarbenen Mund, dass er wieder besseren Wissens alles um sich herum vergass.
„Du hast deinen Schluessel verloren?“
Sie nickte, er spuerte, wie gern sie sich jemandem anvertraut hätte, wie sie gegen den Drang ankämpfte einen Fehler zu begehen, den ihr die Erwachsenen als Solchen eingebleut hatten.
„Aber das ist doch kein Beinbruch! Der findet sich bestimmt wieder an!“
In ihren Augen konnte er lesen, dass zu Hause eine wuetende Mutter wartete, der der Anschaffungswert eines neuen Schluessels ueber die Tochter ging. Er schenkte ihr einen verstehenden Blick. „Du traust Dich nicht nach Hause deswegen!“
Sie nickte und zog die Nase hoch, wischte mit der Hand den Rotz von der Spitze.
„Komm, ich werde Deinen Eltern das erklären!“
Als sich ihre kleine Hand in seine schob, vertrauend, warm und dankbar, da brannte das Feuer in ihm, als könnte es nie wieder erlöschen.

Eine dickliche Frau mit fleckiger Haut und blonden Strähnen im aschefarbenen Haar öffnete.
Das Mädchen drueckte seine Hand, schon jetzt waren sie Verbuendete.
Abgestandener Zigarettengeruch kam aus der Wohung. Die Frau nahm den ganzen Rahmen ein.
Sie trug eine enge Legging, die das gedrungene Aussehen ihrer Schenkel noch verstärkte, und ein weites, ausgewaschenes T-Shirt. Eine Zigarette hing im rechten Mundwinkel. „Wer sind sie

denn?“, fragte sie und wechselte den Stummel zu Zeige- und Ringfinger.
Er räusperte sich, fuehlte die kleine Hand bestätigend in der seinen, und sagte: „Ihre Tochter hat ihren Schluessel verloren.“ Im Gesicht der Frau, braute sich etwas zusammen, das sie versuchte zu unterdruecken. Er wusste schon jetzt genau, was geschehen wuerde, wenn die sich die Tuer hinter den Kindern schloss. „Ich wollte helfen“, sagte er. Die Frau lehnte sich salopp an den Rahmen und gab den Blick auf den Flur frei: Pappkartons, Muellsäcke, ein leerer Bierkasten, die Wände auf der linken Seite gemalert, die auf der rechten noch geschmueckt mit blanker Tapete.
„Ja...dann danke Ihnen!“, unterbrach die Frau seine Beobachtungen. Sie griff nach dem Arm der Kleinen. Er bemerkte die unterdrueckte Gegenwehr im starren Körper, der sich dann aber der Ueberlegenheit und dem Respekt ergab. Das Mädchen schälte die Hand aus seiner und trat folgsam in den Flur. Der Bruder hopste hinterdrein. Er hatte wohl nichts zu befuerchten.
„Also noch mal danke und einen schönen Tag noch!“, meinte die Frau mit offensichtlicher Ungeduld, dann knallte sie die Tuer zu.
Er stand unschluessig da, hörte wuetenes Geschrei, seine Augen bohrten sich in das dunkelgruen lackierte Holz, nach weiteren fuenf Minuten trollte er sich nach Hause.


Drei Tage später traf er sie am Muellhaus. Seine Gedanken waren angefuellt von ihr. Er sorgte sich in jeder Minute.
Sie jetzt wieder neben sich zu haben, loeste einen Sturm in ihm aus, den er versuchte hinter einem milden Lächeln zu verbergen. Sie trug einen halblangen, gestreiften Rock und ein hellblaues Top, das sie sich im Nacken gebunden hatte. Ihr Körper war der eines Kindes, schmal mit knochigen Schultern und duennen Beinen. Sie schleifte einen Plastikmuellsack knapp ueber der Erde. Er sah, dass dessen Gewicht ihrem zarten Körper nicht zuträglich war.
„Hallo“, sagte sie verschuechtert.
Ihre Stimme summte wie ein beruhigendes Lied in seinen Ohren.
„Na? Wie geht es Dir? Gab es grossen Ärger?“ Er kämpfte um Fassung, sprach, als wuerde ihn ihre Antwort nur bedingt interessieren.
Sie zog stumm die Schultern hoch. Er nahm ihr den Sack ab, klappte den schweren Metalldeckel der Tonne nach hinten. Es klirrte, als er ihn fallen liess. Sie zuckte leicht zusammen. Er klopfte sich die Hände an der Hose ab, schweifte wieder den Blick ueber ihre Gestalt. Blaue Flecke auf ihrem rechten Oberarm, die teilweise schon in gelb uebergingen.
Sie schien höflich zu warten, dass er sie verabschiedete.
„Wenn du jemanden zum Reden brauchst, ich wohne da drueben!“, er zeigte Richtung Nachbarhaus, „ In der vierten Etage bei Bloeser!“
Sie nickte, wandte sich zum Gehen und drehte ihm auf halbem Wege nocheinmal das Gesicht entgegen. Sein Herz schien aus der Brust heraus in die Freiheit zu schlagen.


Es war ein Freitag, als es zaghaft an der Tuer klopfte. Er hatte seinen Monatssold von der Bank geholt, war ein paar Dinge einkaufen gewesen. Ohne es gesehen zu haben, wusste er, dass nur sie es sein konnte. Durch den Spion war niemand zu erkennen. Er öffnete, sie stand, die Hände auf dem Ruecken, die Schultern nach vorn gezogen.
„Ja?“, fragte er.
Sie quietschte auf ihren Sohlen herum. „Mein Bruder ist im Krankenhaus!“, sagte sie unvermittelt nach einer fuer ihn endlosen Pause.
„Das tut mir leid! Was hat er denn?“
„Er muss operiert werden!“ Sie musterte ihn wieder so, wie an dem Tag auf der Treppe, abwartend, leise fragend. Ihre blauen Augen schwirrten unsicher ueber sein Hemd zu seinen Schuhen.
„Und wo sind deine Eltern?“
„Im Caseler Eck!“
„Und du bist ganz alleine?“ Die Frage war eigentlich schon beantwortet, er musste sie trotzdem stellen.
Sie nickte, ihre Hände wanderten vom Ruecken in die Taschen ihrer kurzen Turnhose.
„Möchtest Du ein Eis essen gehen?“, noch während er das Angebot aussprach, war er sich ueber die Depression bewusst, die ein Nein in ihm ausloesen könnte.
Aber sie nickte, ein zartes Lächeln umspielte den rosafarbenen Mund. Das warme Gefuehl in ihm drang vor bis in seine Fingerspitzen.

Sie leckte ihr Eis wie Jemand, der eine schmerzhafte Zunge hatte. Schoko und Vanille, und es tropfte schon an der Waffel herunter. Er sass ihr gegenueber, versank in ihren blauen, unschuldigen Augen und wuenschte sich, dieser Moment könnte ewig währen.
Sie sprachen kaum ein Wort. Er wollte sie nicht ueberfordern, auch bei Luzie hatte es gedauert, bis sie ihm ihr Vertrauen geschenkt hatte. Er zahlte das Eis, sie liefen nebeneinander durch den Park. Vater und Tochter. Er könnte ihr ein liebender Vater sein.
„Machen sich deine Eltern keine Sorgen um Dich?“
Wieder zuckte sie nur die Schultern. An ihrem Kinn klebte ein Streifen Schokoeis, etwas davon war auch auf die Turnhose getropft. Sie machte kleine, tippelnde Schritte. Er pegelte sich auf ihr Tempo herunter, hätte gern ihre Hand genommen, wusste aber, dass ihre Beziehung noch nicht so weit war, sich zu viel heruaszunehmen.
Sie entdeckte die Flecken auf ihrer Hose.
„Mama schreit immer, wenn ich mich schmutzig mache!“
Er hatte die hässliche Mitvierzigerin sofort vor Augen. Luisas Zuege zeigten keine Ähnlichkeit mit dem verlebten Gesicht der Mutter.
Kinder hatten eine ganz eigene Magie. Das Leben hatte sich noch nicht in ihnen festgesetzt. Luisa war wie die ersten, feinen Linien in einer Bleistiftzeichnung, bevor der Urheber ihnen mit Radiergummi und Fingern zu Leibe gerueckt war.
Er beobachtete sie von der Seite, sog jedes Detail in sich auf, als wäre ihre Gesellschaft ein Glas, aus dem er gierig trinken wuerde.
So unverstanden, so zerbrechlich, so beschutzenswert.
Er brachte sie nach Hause, verabschiedete sich schon vor seinem Haus, sah ihr durch den Flur hinterher, preschte den ersten Treppenabsatz hoch zum Flurfenster, um zu sehen, wie sie den Hof ueberquerte, langsam, träumend, wie nur Kinder der Welt begegneten, dann schloss er sich in seiner Wohnung ein und legte Hand an. Danach weinte er, still und lange.

Es vergingen drei qualvolle Wochen, bis Luisa ihn wieder besuchte.
Er hatte sich von der Ärztin krankschreiben lassen, begründete es mit einer akuten Depression, die ihn überfallen hatte. Menschen konnte er derzeit nicht ertragen. Auf die Frage der Ärztin, ob er seinen Trieb wieder verspürt hätte, reagierte er mit einem vehementen Nein.
Er durfte ihr nichts von Luisa sagen. Man wuerde ihn umquartieren, ihn vielleicht wieder in die Betreuung schicken, wenn er auch nur den kleinsten Hinweis darauf preisgab.
Er wiegte sich selbst in Sicherheit. Es wuerde anders werden als bei Luzie. Er wuerde vorsichtig sein, keine Handlungen zulassen, die dem Mädchen schaden wuerde, seine Liebe zu ihr im Stillen, ganz für sich allein zelebrieren. Sie brauchte ihn so wie Luzie in gebraucht hatte. Diesmal würde er alles richtig machen.
Er richtete seine Wohnung kinderfreundlich her, besorgte ein paar Gesellschaftspiele, mit denen sie sich die Zeit vertreiben könnten, Disney Filme auf Video, einen Vorrat an Suessigkeiten, und harrte aus, bis zu dem Tag, an dem das eigentümliche Klopfen wieder ertönte.
Die Tueren des Spiegelschrankes waren zugeklappt. Er strich sich die Haare davor glatt, den Staub von seiner Hose, bevor er öffnete. Sie hatte den Bruder dabei. Im ersten Moment machte ihm diese Erkenntnis zu schaffen. Er fing sich schnell, traute sich diesmal, die Beiden hereinzubitten.
Der Junge stuermte durch den Flur, Luisa blickte zögerlich ins Wohnzimmer.
Er machte Kakao und legte Muerbekekse auf einem Teller aus. Der Bube erkundete, einen Keks in der Hand die Wohung und verteilte Kruemel. Luisa sass auf dem Kuechenstuhl. Sie ruehrte nichts an. „Wohnen sie ganz alleine hier?“ Er gab gerade Milch in seinen Kaffee und horschte auf das Poltern, dass ihr Bruder im Bad verursachte. Die plötzliche, ungewohnt forsche Frage ueberraschte und freute ihn zugleich.
„Henry, komm her!“, rief sie. Der Junge erschien in der Tuer, sagte: „Mir ist langweilig! Ich will runter zum Spielplatz!“
„Wir gehen gleich!“
„Wie geht es Dir?“, beeilte er sich zu fragen. Sie warf ihm einen Blick zu, den er nicht deuten konnte.
„Henry fährt in vier Wochen zu Oma und Opa“, sagte sie, suchte in seinem Gesicht nach Verstehen.
Er verstand nicht. Sie dreuckte ihrem Bruder einen zweiten Keks in die Faust und nahm ihn an die Hand. „Wir muessen gehen!“
Er nickte, lief voraus,öffnete. Der Bruder sprang die Treppe runter, Schritte im Hausflur, unten klappte die Tuer. Luisa stand noch immer vor ihm. Eine Aura aus Unausgesprochenem umgab sie, dann hielt sie ihm die hängende Hand hin, fast so, als erwarte sie einen Kuss darauf.. Und als er die kleinen Finger in seiner Handfläche spuerte, sah er etwas Seltsames in ihrem Gesicht, etwas, das die Unschuld darin ueberlagerte.

Er ging wieder arbeiten. Das Hemden falten und buegeln lenkte ihn ab von dem Kindergesicht, das in fast jeder denkenden Minute vor seinen Augen auftauchte.
Luisa kam nicht mehr. Manchmal entdeckte er sie im Hof, beim Bruderhueten. Einmal traf er sie wieder am Muellhaus, aber die Matschulak fegte den Hof. Er tat, als hätte er es eilig. Er sah auch die ganze Familie. Die Mutter hatte sich die Haare kurz geschnitten und war feminin gekleidet. Sie schob den Jungen im Kinderwagengestell vor sich her. Der Vater, ein glatzköpfiger Mann mit weit abgewinkelten Oberarmen hatte Luisa an der Seite. Die körperliche Verbindung schien gespannt, wie die Leine an einem wilden Hund. Matschulak, mit den Rabatten beschäftigt, hängte sich an die Mutter und man redete, wuenschte sich einen schönen Tag. Er sah, wie Luisa einen verstohlenen Blick hoch zu seinem Fenster warf.

Drei Tage später klopfte es eindringlich. Er glaubte nicht an einen Besuch von ihr, umso erstaunter war er, als er sie, in sich zusammengesunken, auf dem Fussabtreter hockend fand. Sie fiel ihm in die Arme. Aus Angst schob er sie von sich in den Flur. Luisa ging wie selbstverständlich in die Kueche und setzte sich, sah zu wie er Kakao machte.
„Was ist passiert?“, fragte er.
„Ich bin weggelaufen!“ Im Schmutz auf ihren Wangen sah er helle Streifen.
Eine Pause entstand.
„Er hat mich wieder geschlagen!“
Er stellte den Becher vor ihr hin. Als sie das T-Shirt hochzog und ihm eine rötliche Strieme auf dem Ruecken zeigte, wusste er nicht, welche Empfindung schwerer wog.
„Dein Vater?“
„Er ist nicht mein Vater!“, schrie sie fast.
Eine Wut packte ihn, eine, die seinen, sonst so milden Geist verstörte.
„Ich will nicht nach Hause!“
Er erwiderte nichts. Seine Gedanken schweiften davon. Er sah sich ihren zierlichen Koerper zudecken, wie er sich neben sie legte. Er fluechtete sich zur Toilette. Als er zurueckkam, stand sie am Fenster.
„Wissen deine Eltern, dass Du hier bist?“
Sie blieb vor der Scheibe, er sah nur das Schulterzucken.
„Er schlägt dich öfter nicht wahr?“
Jetzt drehte sie sich um. In ihrem Gesicht lag wieder der wissende Ausdruck. Es waren die berechnenden Augen eines Erwachsenen, die ihn durchbohrten.
„Er sagt immer, dass er mich liebt, so wie eine eigene Tochter! Aber, wenn ich nicht mache, was er sagt, dann nimmt er den Guertel, oder er schuettelt mich. Und ich darf niemandem etwas sagen, sonst tut er Henry oder Mama was!“
„Und deine Mutter?“
Nur ein Schulterzucken.
„Kann ich bei Dir bleiben?“ Wieder die Kinderaugen, gross und blau.
Er sank auf den leeren Stuhl, wusste nicht, was zu tun war. Er hatte Angst vor den Konsequenzen, die das Mädchen auslösen könnte, dem Monster, dass sich befreite, wenn sie im Dunkel der Nacht bei ihm blieb und tief schlafen wuerde.
Sie trat an ihn heran, legte die kleine Hand auf seinen Oberschenkel, dicht, sehr dicht in die Nähe seines Schosses.
„Du wuerdest mich nicht schlagen, oder? Du könntest mich vor ihm beschutzen!“
All die Unschuld, die er an ihr verehrte war plötzlich gewichen. Sie beängstigte ihn, wie Sabine ihn beängstigt hatte. Er stand ruckartig auf, stiefelte zum Fenster, dann krachte es gegen die Tuer.
„Aufmachen, wir wissen, dass sie bei Dir ist, verdammter Hurensohn!“ Die Fäuste hämmerten, als schluegen sie sich durch das Holz.
„Bitte! Du musst mich vor ihm beschuetzen!“, wisperte sie. Er hatte Angst, vor ihr und vor sich selbst, auch vor dem wuentenden Vater. Das Krachen und Haemmern regierte in seinem Kopf. Er ging wie befehligt zur Tuer, ignorierte ihren flehenden Blick.
Ihr Vater sprang ihm sofort an den Hals.
„Nimm deine dreckigen Finger von ihr! Hast Du sie angefasst? Sag schon, hast Du sie angefasst? Gnade Dir Gott, ich werde Dir alle Knochen brechen!“
„Beruhigen Sie sich doch!“, sagte Ulrike Matschulak, die hinter dem breiten Ruecken hervortrat und ihre Hand auf die Armbeuge legte.
„Luisa, bist da drin?“, rief der Vater in den Flur. Sie erschien, blieb an ihrem Platz stehen, beobachtete die Szene seltsam teilnahmslos.
„Komm her Schätzchen, er kann Dir nichts mehr tun. Komm her, es kommt alles wieder in Ordnung.“, gurrte ihr Vater, wie jemand, der ein scheues Tier anlocken wollte. Er liess von ihm ab, streckte die Arme nach ihr aus. Folgsam tippelte sie ihm entgegen.
„Ich wusste von Anfang an, was sie fuer einer sind! Von Anfang an! Leute wie sie gehoeren fuer immer weggesperrt!“, ereiferte sich die Matschulak mit gewinnender Miene.
Er sagte nichts. Seine Augen ruhten auf ihr, auf ihrem Kindergesicht, dass ihm zugewandt war, ihn tadelte, ihn glauben machte, er ganz allein wäre an all dem Schuld.
„Er schlägt sie!“
Die Matschulak schien in Lachen ausbrechen zu wollen: „Das wird ja immer schöner, Sie wiederwärtiger Mensch! Jetzt auch noch Luegen in die Welt setzen. Ich habe gesehen, wie sie sie angesehen haben! Ich habe die Behörden verständig, aber keiner wollte mir glauben. Stecken einen Kinderschänder in eine familiäre Wohngegend. Ich habe genau gesehen, wie sie die Kinder angegegeifert haben! Das hat jetzt ein Ende! Ich rufe die Polizei!“, schrie sie durchs Haus, als bräuchte sie Publikum.
Kinderschänder

, dieses Wort ätzte in seinen Glauben. Kinderschänder

, eine ausschließliche oder überwiegende sexuelle Ansprechbarkeit durch vorpubertäre Kinderkörper.


Er begann zu weinen. Der wuetende Vater verpasste ihm eine Ohrfeige. „ Du wirst sie nie wieder anfassen, hoerst Du, nie wieder!“
Als die Polizei ihn abfuehrte, sah er Luisas, Luzies blaue Augen, tief wie zwei Brunnen, feucht wie das Meer.

Am 13.September erhängte sich Wolfgang B., ein vorbestrafter, ehemals rehabilitierter Kinderschänder mit einem Laken in seiner Zelle, nachdem er wegen erneutem Missbrauchs einer Elfjährigen inhaftiert worden war. Er soll sich Luisa S. ueber einen längeren Zeitraum angenähert und ihr Vertrauen errungen haben. Bei der Zeugenaussage bestätigte die Elfjährige die Tatvorwuerfe. Unterschriftensammlungen richten sich nun gegen die Behörde, die B. auf freien Fuss gesetzt und fuer rehabiliert erklährt hatte. Die zuständige Ärztin gab an, dass keine bedrohlichen Anzeichen auf einen Rueckfall bei dem Vierzigjährigen festzustellen und seine therapeutische Mitarbeit beispielhaft gewesen
seien.
Der Lebensgefährte der Mutter von Luisa S. forderte öffentlich die Todesstrafe fuer Kinderschänder.
Eine Anwohnerin sagte aus, die Behörde mehrfach ueber B. In Kenntnis gesetzt zu haben, ohne, dass etwas unternommen wurde.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes werden in Deutschland jährlich etwa 30 000 Kindesmisshandlungen erfasst. Nach Expertenschätzungen liegt die tatsächliche Zahl verübter Kindesmisshandlungen jedoch bis zu zehn Mal höher. Der Deutsche Kinderschutzbund geht davon aus, „dass über 10% aller Kinder in Deutschland koerperlich missbraucht werden, ohne dass es je zu einer Anzeige kommt.


Impressum

Texte: Diana Frank
Bildmaterialien: Diana Frank
Tag der Veröffentlichung: 03.06.2012

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