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Elenas Angst und Glück

Schicksale im Haus an der Ecke #4

von G. S. Friebel

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 105 Taschenbuchseiten.

 

Dass Elena schwanger ist, will sie noch nicht verraten. Im Haus an der Ecke in Hamburgs Sündenviertel, wo sich die Dirnen wohl und sicher fühlen, darf schließlich nicht ohne Kondom gearbeitet werden. Zumal diese seuchenartige Krankheit Aids nun überall grassierte. Aber Elena hat sich in ihren Freier verliebt und sie will das Kind behalten, auch ohne seine Unterstützung. Ihre Freundin Eva-Maria hat ganz andere Probleme - einer ihrer Stammkunden kam zu ihr, weil er am Boden zerstört war und nur ihr sein qualvolles Geheimnis anvertrauen konnte … Aber nicht nur die beiden Tüllen sorgen für Aufruhr im Bordell, auch Ida, ihres Zeichens Köchin und Hausdrache, bringt das Eckhaus ins Schwanken ...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Die ausgedachten Personen haben nichts mit tatsächlich lebenden Personen zu tun. Namensgleichheiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten.

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postmaster@alfredbekker.de



Die Hauptpersonen:

Josua - Stammfreier vom Eckhaus, der sich plötzlich merkwürdig benimmt.

Johannes - noch ein Stammfreier; für ihn ändert sich das Leben schlagartig.

Elena - Dirne im Haus an der Ecke, hat ein süßes Geheimnis.

Dazu die Personen vom Haus an der Ecke:

Deike - Bordellmutter mit Herz und Verstand

Ida - Köchin vom Eckhaus, bärbeißig, aber sie hat das Herz auf dem rechten Fleck

Hanna - kümmert sich um die neuen Dirnen

Marek - der sentimentale Ludenkönig und Besitzer vom Haus an der Ecke

und lauter hübsche Tüllen



1

Elena schimpfte vor sich hin. »Ausgerechnet jetzt muss mir das passieren«, zeterte und jammerte sie. Eva-Maria, die sie begleitete, kicherte schadenfroh.

»Nimm es doch nicht so tragisch!«, tröstete sie die Freundin. Denn Elena lag am Boden, mitten in der Stadt war sie gefallen.

»Blöde Ziege«, räsonierte sie ärgerlich. »Sieh doch mal, der ist hin!« Elena zeigte auf ihren Schuh.

»Es trifft doch keinen Armen«, sagte Eva-Maria lachend.

Elena zerrte wie verrückt an ihrem Absatz. Er hatte sich so gründlich eingeklemmt, dass sie ihn nicht losbekam.

»Verdammt noch mal, so ein Mist!«, schimpfte Elena weiter.

Eva-Maria stand unbeteiligt daneben und sah sich neugierig um. Mittlerweile hatte sich eine ziemliche Menschenmenge angesammelt. »Schau mal, du bist die Sensation des Tages!«, sagte Eva lachend. Damit machte sie Elena nur noch wütender.

»Kannst du mir nicht helfen?«, zischte Elena sie an. »Hör bloß auf, mir Moralpredigten zu halten! Hilf mir lieber!«

»Darf ich Ihnen vielleicht helfen?«, erklang eine angenehme Männerstimme.

Ein Mann war herbeigeeilt und versuchte das Mädchen aufzurichten.

»Haben Sie sich den Knöchel verstaucht?«, fragte er.

Elena starrte ihn an.

»Nein, mein Absatz ist nur eingeklemmt«, antwortete sie endlich. »Das ist wirklich bedauerlich. Immer wieder passiert so was. Die haben aber auch ein unmögliches Pflaster hier verlegt. Man sollte die Stadt für solche Schäden haftbar machen.«

Er zog an Elenas Fuß. Es gab einen spürbaren Ruck. Elena war jetzt frei, stand aber ein wenig windschief auf ihren Füßen. Der eine Absatz steckte noch immer im Straßenpflaster.

Der fremde Mann blickte Elena erschrocken an.

»Das habe ich nicht gewollt!«, sagte er entschuldigend.

Elena sah in zwei dunkle Augen und lächelte. »Na ja, Sie haben wenigstens versucht, mir zu helfen.«

Eva-Maria begann jetzt, die Menschenmenge zu zerstreuen. »Es ist kein Blut geflossen! Alles ist wieder in Ordnung! Sie können jetzt heimgehen! Sie versäumen nichts!«, rief sie laut.

Elena lehnte nun an der Hauswand und war noch immer wütend. Der Mann glaubte, sie sei auf ihn ärgerlich und bemühte sich verzweifelt, den Absatz aus dem Bodenbelag herauszuziehen oder zu lockern. Das klappte schließlich auch. Aber das gute Stück war leider nur noch Schrott.

Elena nahm ihn gedankenverloren entgegen und sah Eva-Maria düster an.

Eva hatte ein schlechtes Gewissen und sagte zu dem Helfer: »Gehen Sie lieber, bevor meine Freundin ganz ausflippt! Sie ist verdammt pingelig.«

»Ich habe ihr doch nur helfen wollen«, sagte der Mann.

»Klar, ich weiß das auch! Aber Elena? Nun gehen Sie lieber schon!«

Er zögerte noch immer.

Als er dann endlich ging, giftete Elena sie an: »Wieso stellt du mich als ein solches Monster dar? Du bist wirklich das Letzte! Und so etwas nennt sich Freundin! Du bist das Allerletzte!«

»Ach, sei doch still! Du bist nur ärgerlich, weil du die teuren Schuhe fortwerfen musst.«

»Die haben über zweihundert Mark gekostet! Ich glaube, an meiner Stelle wärst du auch sauer!«

Eva-Maria war ein gutmütiges Mädchen, deshalb brummte sie jetzt: »Wenn es dich wieder fröhlich macht, kaufe ich dir neue Latschen, Elena!«

Die Freundin blickte sie erstaunt an.

»Das sagst Du doch bloß so dahin! Die Geschäfte sind zu, und ich kann dich nicht gleich beim Wort nehmen.«

»Du kannst dich darauf berufen! Aber wenn du jetzt noch länger hier herumstehst, kommen wir zu spät. Dann sind die anderen Mädchen wieder sauer, von Ida gar nicht zu reden! Ich habe Hunger und will jetzt heim!«

Bei jeder anderen Dirne hätte es reichlich komisch geklungen, dass sie von einem Bordell als von ihrem Heim sprach. Bei den Eckhausmädchen war es aber ganz natürlich, dass sie so empfanden. Das Eckhaus war ihr Heim geworden in den letzten Jahren. Und das wollten sie nicht verlieren. Vor allen Dingen wollten sie keinen Ärger mit Ida, der Köchin vom Eckhaus haben, denn die machte reichlich Ärger, wenn sie nicht pünktlich zum Essen erschienen.

Elena humpelte hinter Eva-Maria her.

»Ein Jammer ist das! Ich werde bestimmt Kreuzschmerzen bekommen. Kannst du mir mal sagen, wie ich die Nacht überstehen soll?«

Eva blieb stehen und sah Elena an. »Wieso? Hast du so wenig Stammkundschaft?«

»Was soll das denn schon wieder heißen?«

»Meine Güte, sei doch nicht so empfindsam! Du legst ja heute wirklich jedes Wort auf die Goldwaage. Wenn du Stammkunden hast, kannst du doch dauernd liegen. Wenn du keine hast, stehst du auf der Rampe. Dann kannst du über Rückenschmerzen klagen, Mädchen, aber nur dann!«

Elena biss sich auf die Lippen.

Im Augenblick hatte sie nicht sehr viele Stammkunden. Woran das lag, konnte sie nicht sagen. Seit Wochen rätselte sie darüber. Hatte sie sich wirklich so verändert? War sie älter geworden? War sie nicht nett genug zu den Männern? Verdammt, was war denn nur los?

Eva-Maria hatte inzwischen ein Taxi entdeckt und es herangewunken. Sie schubste die Freundin in den Fond und setzte sich neben den Fahrer. Es war Willibald. »Fein, dich wiederzusehen, alter Knabe! Na, wie geht es denn so? Was machen Frau und Kinder?«

Elena dachte neidisch, sie findet immer Kontakt. Alle mögen Eva sofort, sogar der alte Bock von Taxifahrer grinst sie blöde an. Sie tun beide so als würden sie sich schon hundert Jahre kennen.

»Meine Kinder sind schon aus dem Haus. Die haben einen Job bekommen. Jetzt kann ich mal wieder auf den Putz hauen. Ich muss nicht mehr für sie blechen!«

»Toll für dich, Willibald! Damit fängt also ein ganz neues Leben für dich an?«

»Das kann man wohl sagen«, brummte er und war auf einmal nicht mehr ganz so fröhlich.

Eva-Maria sah ihn besorgt an.

»Was ist denn los? Hast du was?«, fragte sie.

»Ich muss jetzt den Krempel ganz alleine machen. Meine Alte hat mich nämlich verlassen.«

Eva klopfte ihm tröstend auf die Schulter. »Mensch, das ist doch eine Freude, Willibald! Dann bist du doch wirklich frei und kannst uns sogar besuchen kommen, ganz ohne Ausreden.«

»Das ist ja auch was Feines«, grinste er schon wieder fröhlich. »Aber meine Bude muss mal geputzt werden. Das ist wirklich ein Hammer. Kaum hat man alles in Ordnung, geht die ganze Schrubberei wieder von vorne los.«

Eva lachte herzlich.

»Kannste dir denn kein Ata-Girl leisten?«, fragte sie.

Der Taxifahrer blickte sie an und sagte: »Mädchen, du hast wirklich einen Preis verdient! Auf die Idee bin ich ja noch gar nicht gekommen! Das ist wirklich die Lösung! Ehrlich, das werde ich machen.«

»Na siehste! Pass aber auf, dass sie nicht Haare auf den Zähnen hat, sonst hast du nichts zu lachen.«

»Angestellte müssen doch kuschen«, sagte Willibald großartig. »Wenn ich jemand bezahle, dann muss er auch tun, was ich sage!«

»Sag das mal unserer Ida«, riet ihm Eva-Maria fröhlich.

Sie waren angekommen, und Eva bezahlte die Rechnung.

Der Mann grinste Eva an: »Lebt die alte Fregatte auch noch?«

»Du, wenn sie das gehört hätte, würdest du uns heute Abend als Gulasch vorgesetzt werden.«

Er brach in schallendes Gelächter aus.

»Grüß mir das alte Mädchen! Frag sie doch mal, ob sie nicht zu mir kommen will? So drei vier Stunden in der Woche!«

Über dieses Angebot musste Eva Maria so herzlich lachen, dass sie sich fast an ihrer eigenen Spucke verschluckt hätte. Ida und einen Nebenjob annehmen! Das war wirklich der Klopfer. Willibald blickte sie noch immer ganz treuherzig an. »Ich habe es doch erlebt: Wenn die mit mir fährt, feilscht sie wie verrückt. Und dann ihre ärmlichen Klamotten! Ich dachte, sie sei vielleicht froh, wenn jemand ihr eine Arbeit anbietet!«

Eva lachte glucksend vor sich hin.

Jetzt musste auch Elena auflachen: »Das gehört doch dazu, Willibald. Das kannst du nicht verstehen. Das ist doch ihr Lebenselixier!«

»Was? Soll das vielleicht heißen, das Luder ist nur zu geizig, den vollen Preis zu bezahlen?«

»Ida ist doch nicht geizig! Das verstehst du falsch, Willibald. Sie muss in ihrem Vorleben Orientalin gewesen sein. Anders können wir uns das nämlich auch nicht erklären. Sie muss einfach feilschen, verstehst du das denn nicht?«

Bei Willibald fiel endlich der Groschen, und er grinste die beiden Dirnen an.

»So ist das also! Das muss einem ja auch gesagt werden, nicht? Wenn das so ist, das kann sie haben!«

»Verrate uns aber nicht«, bat Eva Maria besorgt.

»Keine Sorge«, sagte Willibald fröhlich. »Ihr sollt keinen Ärger durch mich bekommen. Ich bin verschwiegen wie ein Grab.«

Wieder kicherte Eva-Maria. »Um mich mache ich mir keine Sorgen, nur um dich, Willibaldchen!«

Dann stieg sie aus, gab ihm einen Kuss auf die Stirn und winkte ihm fröhlich zu. Elena stand an ihrer Seite und hielt den kaputten Absatz noch immer in der Hand.

»Bist du bescheuert?«, fragte Elena.

Eva wandte sich zu ihr um.

»Wieso?«, fragte sie.

»Ich habe manchmal das Gefühl, als wärst du erst gestern zu uns gestoßen, Eva-Maria! Mensch, man küsst doch keine Kunden. Wir sind ehrbare Dirnen, vergiss das nicht!«

»Ach so«, sagte Eva nur. »Willibald ist aber nicht mein Kunde!«

»Warum hast du ihn überhaupt geküsst? Warum warst du so nett zu ihm?«

»Du wirst es nicht glauben, Elena, einfach weil es mir Spaß gemacht hat. Und jetzt komm endlich!«

Elena hielt Eva noch einmal fest. Bevor sie den Torbogen durchschritten, um in den Hof des Eckhauses zu gelangen, musste sie noch wissen: »Gehen wir wieder zusammen?«

Die Dirne blieb stehen.

»Du meinst zu deinem Kunden?«

»Ja!«

Sie hatte einen ehrenvollen Auftrag erhalten. Ein stinkreicher Kunde von Elena hatte ein Duo bestellt, und zwar in seine Villa. Er hatte eine ganze Menge dafür springen lassen. Für gewöhnlich gingen die Mädchen nämlich nicht zu dem Kunden, sondern der Kunde kam zu ihnen, schon aus Sicherheitsgründen. Elena hatte alle Dirnen im Eckhaus gefragt. Entweder hatten sie keine Zeit oder keine Lust gehabt. Eva-Maria, die gutmütig wie ein Pferd war, hatte einfach nicht nein sagen können, als sie die flehenden Augen Elenas sah.

»Glaubst du, er will bald wieder Gesellschaft haben?«

»Er war doch richtig glücklich, nicht?«

»Wir werden sehen«, sagte Eva.

»Ich muss es aber wissen!«

»Meine Güte, du raubst mir heute noch den letzten Nerv, Elena! Das kann ich doch jetzt noch nicht sagen. Ich habe schließlich viele Stammkunden. Dazwischen brauche ich auch meine Ruhe!«

Eva ging weiter.

Die Rampe war leer. Ein paar Lüstlinge lümmelten im Kontakthof herum. Als sie die beiden schönen Dirnen sahen, wollten sie sich sofort an sie heranmachen. Eva warf ihnen einen kurzen Blick zu. Sie sah sofort, nicht einer von ihnen konnte sich nur ein Viertelstündchen mit ihr leisten.

»Auf der Straße stehen genug nette Mädchen! Wie wäre es mit denen? Freunde, nur nicht so hochgreifen!«

»Wieso steht hier denn heute nichts?«, fragten die Männer.

»Habt ihr schon mal davon gehört, dass auch Dirnen mal essen müssen?«

Die Kerle wollten frech werden: »Ich denke, sie leben nur von Luft und Liebe!«

Elena humpelte hinter Eva her.

Die Männer lachten über Elena und bemerkten gar nicht, dass sie nur wegen ihres Schuhs hinkte. »Schaut mal, lahmes Geflügel haben die hier anzubieten! Jetzt weiß ich auch, warum niemand auf der Rampe steht. Die können sie wohl nur in der Nacht zeigen, wenn alles dunkel ist.«

»Das soll also das berühmte Eckhaus sein? Dass ich nicht kichere! Freunde, wir haben den richtigen Durchblick. Das ist ja ein Mausoleum! Mensch Meier, das ist ja zum Schießen! Komm, wir machen ein wenig Stunk! Wir machen den beiden Mädchen ein wenig Feuer unter dem Hintern!«

Da die beiden Tüllen hatten in die Stadt gehen müssen, um zu dem Kunden zu kommen, hatten sie sich sehr dezent gekleidet. Auch geschminkt waren sie nur ganz wenig. Man konnte sie wirklich nicht als aufreizend empfinden. Als Dirnen hätte man sie schon gar nicht angesehen.

Männer fühlen sich in Gruppen oder im Rudel immer stark. Dann riskieren sie leicht eine dicke Lippe, selbst Dirnen gegenüber. Doch waren sie allein mit den Tüllen, waren sie so klein mit Hut. Sie glaubten tatsächlich, die zwei Mädchen bekämen es ihretwegen mit der Angst zu tun.

Eva blieb bei der Pöbelei gelassen und sagte ruhig: »Wollt ihr Ärger?«

»Du wirst selber gleich Ärger mit uns bekommen, Tüllchen! Wir fühlen uns nämlich betrogen! Hörst du? Wir sind eigens nach Hamburg gefahren, um das berühmte Eckhaus kennenzulernen. Und was kriegen wir geboten? Einen Scheiß kriegen wir hier geboten! Wir wollen auf unsere Kosten kommen!«

Sie wollten eine Art Kesseltreiben veranstalten, wunderten sich aber, dass die Dirnen so ruhig blieben.

»Hört ihr?« Man wollte sie jetzt noch mehr provozieren.

»Wir sind nicht taub«, sagte nun auch Elena. »Aber nur zu! Worauf wartet ihr denn noch?«

»Ihr traut es uns vielleicht nicht zu?«, fragte einer der Männer.

»Nein!«, gab Elena patzig zurück.

Jetzt wurden die Männer ärgerlich. Sie kamen vom Dorf, waren eine Stammtischrunde. Dass man sie für Feiglinge hielt, das konnten sie nicht durchgehen lassen. Und schon gar nicht von käuflichen Mädchen. Sie stürmten also los und wunderten sich, dass sie wenig später alle am Boden lagen und sich vor Schmerzen krümmten.

Wie war das passiert?

Noch immer standen die Mädchen ruhig da. Nur ihr Atem ging etwas schneller. Elena hielt nun nicht mehr ihren lädierten Absatz in der Hand, das war aber auch alles.

Vielleicht waren sie ausgerutscht?

Noch einmal stürmten sie los und wollten den Mädchen ans Leder. Aber ehe sie sichs versahen, lagen sie schon wieder auf der Rampe. Das ging natürlich nicht ohne Lärm ab.

Die Burschen konnten nicht wissen, dass die beiden Dirnen sich in Selbstverteidigung hatten ausbilden lassen.

»Verfluchte Weiber!«, schimpften die Kerle lauthals.

»Sollen wir weitermachen, oder sollen wir sie ihrem Schicksal überlassen?«, fragte Eva-Maria fröhlich. Jetzt sah sie, dass auch Elena wieder Farbe im Gesicht bekommen hatte.

»Warum eigentlich? Wir haben doch nicht angefangen!«

»Na, dann reizen wir sie noch ein wenig!«

»Was ist denn jetzt? Seid ihr schon müde? Wieso liegt ihr denn am Boden? Also, meine Herren! Worauf warten Sie denn noch?«

Vielleicht wäre es zu einer zünftigen Schlägerei gekommen, doch die Keilerei wurde durch Ida unterbrochen. Der Lärm hatte sie aus ihrer Küche gelockt. Als sie den Haufen Kerle im Kontakthof liegen sah, brauchte ihr keiner zu erzählen, was sich hier zugetragen hatte. Wenn es nämlich darauf ankam, konnte Ida wieselflink sein, obwohl sie hin und wieder jammerte, sie habe alte, morsche Knochen, und man solle sie gefälligst in Ruhe lassen und nicht ständig plagen.

»Eine kleine Dusche gefällig?«, fragte Ida tückisch.

Ein Eimer Wasser ergoss sich auf die

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: (C) ALFRED BEKKER CASSIOPEIAPRESS
Tag der Veröffentlichung: 24.05.2018
ISBN: 978-3-7438-6993-6

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