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Bount Reiniger und der Höllenflug: N.Y.D. – New York Detectives

Krimi von Wolf G. Rahn

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 115 Taschenbuchseiten.

 

Bei der Jagd nach einem flüchtigen Verbrecher erwischt eine Kugel statt den Privatdetektiv Bount Reiniger einen Unbeteiligten. Dessen Sohn ist von Rachedurst erfüllt, muss aber zunächst einen fest zugesagten Job in Oman übernehmen. Er ist nur zu gern bereit, aus Hass den wahren Adressaten der verirrten Kugel, also Reiniger, umzulegen. Ohne davon zu wissen, sitzt auch Bount Reiniger in der Maschine, ebenso wie eine junge Frau, die zwangsweise zur Prostituierten gemacht werden soll. Und dann ist da noch ein Flugzeugentführer … Eine hochbrisante Mischung, deren Explosionspunkt ausgerechnet hoch in den Wolken erreicht wird.

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

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© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Linda Rogers – Sie taumelt von einer tödlichen Falle in die nächste.

Bob Randy – Der Tod seines Vaters erfüllt ihn mit unversöhnlichem Hass gegen dessen Mörder.

Jil Fernay – Wegen seiner Skrupellosigkeit fühlt er sich seinen Verfolgern überlegen.

Bark, Jeff, Hugh und Boiler – Sie haben zwar nicht gesät, doch auf die Ernte sind sie mächtig scharf.

June March – unterstützt Bount Reiniger bei seinen Ermittlungen.

Bount Reiniger – ist Privatdetektiv.




1

Jil Fernay unterdrückte ein böses Lachen. So schnell gab er sich nicht geschlagen. Der Dreckskerl sollte sich noch die Zähne an ihm ausbeißen. Und bei den Zähnen würde es nicht bleiben.

Er schob ein neues Magazin in die Luger und blieb geduckt hinter dem seegrünen Pontiac stehen.

Von der Einfahrt zur Tiefgarage erklangen zögernde Schritte. Das musste er sein. Jeden Moment konnte er hinter dem Pfeiler auftauchen.

„Hoffentlich hast du deinen Nachlass geregelt, Bount Reiniger“, murmelte der Gangster und hob die Pistole. „Ich gebe dir noch genau fünf Sekunden.“



2

Bount Reiniger war sicher, dass sich der flüchtige Verbrecher hier unten verkrochen hatte. Er ärgerte sich, dass er es noch so weit hatte kommen lassen. Eigentlich hätte er ihn schon draußen auf der Straße erwischen müssen, doch dann war die Frau mit den beiden Kindern dazwischen gelaufen, und er hatte unmöglich schießen können.

Skrupellos hatte Jil Fernay diesen sekundenlangen Vorteil genutzt und war in dem gähnenden Schlund der Tiefgarage verschwunden.

Das hilft dir nichts, dachte Bount. Ich habe dich nicht wochenlang gehetzt, zweimal schon fast gehabt, wieder aus den Augen verloren und nach nervenaufreibender Suche doch erneut aufgespürt, um dich jetzt sang und klanglos untertauchen zu lassen.

Die Automatic lag kühl in der Hand. Sein scharf geschnittenes Gesicht wirkte hart und entschlossen.

Er war nicht gewillt, dem Gegner eine Chance einzuräumen.

Er musste sich beeilen. Die Tiefgarage bot nicht nur glänzende Verstecke, sondern auch verschiedene Ausgänge, die er nicht gleichzeitig im Auge behalten konnte. Er war allein.

Um Hilfe anzufordern, war es zu spät. Er musste das Äußerste wagen.

Von irgendwo klangen Schritte. Er konnte die Richtung nicht genau bestimmen.

Hier unten hallte jedes Geräusch und wurde von den Wänden zurückgeworfen. Bount glaubte nicht, dass Jil Fernay solchen Lärm verursachte.

Oder wollte er ihn zu einer Unvorsichtigkeit verleiten? Wollte er ihn in eine Falle locken?

Der Gangster war bewaffnet. Er hatte bereits eindringliche Kostproben seiner Schießkunst bekommen.

Bount Reiniger hastete vorwärts. Das Labyrinth von Gängen, Auffahrten und Stellplätzen nahm ihn auf. Alles war in ein trübes Halbdunkel getaucht.

Hinter jeder Biegung, hinter jedem lackglänzenden Wagen konnte der zu Allem entschlossene Gangster lauern.

Wieder die Schritte. Jetzt war deutlich zu hören, dass sie sich unmittelbar vor ihm befanden.

Bount durchzuckte es eiskalt. Das war nicht Jil Fernay. Irgendein Ahnungsloser ging zu seinem Auto.

Wenn der Verbrecher ihn mit seinem Verfolger verwechselte, musste es zu einer schrecklichen Bluttat kommen.

„Schieß nicht, Jil Fernay!“ schrie er. „Du hast einen Unschuldigen vor dir.“

In der gleichen Sekunde füllte eine Detonation die weiträumige Etage.

Unmittelbar darauf folgte eine zweite.

Der Schrei war nur ganz kurz. Dann hörte Bount ein Gurgeln und endlich das Aufklatschen eines Körpers.

Bount Reiniger nahm keine Rücksicht mehr auf sich und auf die tödliche Gefahr, in die er hineinrannte. Irgendwo schlug eine Tür zu.

Jemand stöhnte. Bount raste um die Biegung, prallte um ein Haar gegen einen massiven Pfeiler, schlug gerade noch rechtzeitig einen Haken und stürzte der Länge nach über den Körper, der auf dem Boden lag.

Im Nu raffte er sich wieder auf.

In der gleichen Sekunde wusste Bount Reiniger, dass er die Partie zum dritten Mal verloren hatte. Der Angeschossene lebte noch. Sein Röcheln ging stoßweise. Er musste sich unbedingt um ihn kümmern. Alles andere war jetzt von untergeordneter Bedeutung.

Er beugte sich herab und legte die Automatic neben den Verletzten, damit er sie notfalls sofort zur Hand hatte. Doch er glaubte nicht, dass Jil Fernay noch einmal auftauchen würde. Der war längst über alle Berge.

Der Atem des Mannes ging schwach. Seine Augen waren geschlossen, doch die Lider flatterten. Er war um die fünfzig. Familienvater vermutlich.

Bount stieg ein bitterer Geschmack in den Hals.

Diese Bestie! Für solche Lumpen spielte es keine Rolle, ob ihre Kugel einen Unschuldigen traf, wenn sie dadurch ihre Haut retten konnten.

Der Privatdetektiv suchte die beiden Einschüsse, ohne den Mann zu bewegen. Er fand nur einen, doch dieser befand sich in der Brust, in gefährlicher Nähe des Herzens.

„Ich besorge einen Arzt“, sagte er, aber er glaubte nicht, dass der Mann ihn überhaupt hörte.

Er steckte die Pistole im Aufspringen zu sich und rannte zu einem der Aufzüge, der sich gerade in diesem Stockwerk befand.

Er drückte auf irgendeinen Knopf und wartete ungeduldig, dass sich der Lift endlich in Bewegung setzte.

Als der Aufzug nach nur kurzer Zeit hielt, hatte Bount keine Ahnung, wo er sich befand. Er sah sich in einem langen Gang mit vielen gleich aussehenden Türen. Er wählte die nächst erreichbare und riss sie ungestüm auf.

Eine schrille Stimme kreischte.

Ein rothaariges Girl rutschte vom Schoß eines fetten Glatzköpfigen, der Lippenstiftspuren auf der Wange hatte. Es zog sich den knappen Rock zurecht, der etwas in Unordnung geraten war.

„Was fällt Ihnen ein, Sie Flegel?“, tobte der Glatzkopf. „Können Sie nicht anklopfen? Wer sind Sie überhaupt?“

Das Mädchen kicherte albern.

Bount Reiniger kümmerte sich um beide nicht. Er hatte das Telefon auf dem Schreibtisch entdeckt und war mit zwei Schritten zur Stelle.

Während er den Hörer abhob, fragte er knapp: „Was ist das für ein Büro?“

Der Dicke zeigte sich nicht gewillt, Rede und Antwort zu stehen. Er brachte seine verschobene Krawatte in Ordnung und strich sich über das nicht vorhandene Haar.

„Sag Lendley Bescheid, Karmin!“, keuchte er. „Er soll sicherheitshalber Brooks mitbringen.“

Bount sah Schwierigkeiten auf sich zukommen. Seine Wut war durchaus geeignet, um sie bei einer handfesten Schlägerei abzubauen. Doch er durfte keine Zeit verlieren. Hier ging es um ein Menschenleben.

Er riss die Automatic aus der Halfter und befahl unfreundlich: „Hiergeblieben!“

Der Dicke wurde kreidebleich und begann zu schwitzen.

Das Mädchen hielt einen hysterischen Aufschrei für angemessen. Doch es gehorchte.

Bount wählte die Nummer und sah sich suchend in dem Büro um. Mühelos entdeckte er, was er wissen wollte.

Als die Verbindung hergestellt war, sagte er hastig in die Muschel: „Wir brauchen hier sofort einen Arzt. Aber beeilen Sie sich! Es geht um Leben und Tod. Wo? Ich erwarte Sie Achtundneunzigste Ost Nummer hundertzweiunddreißig im Büro der Willington Agentur.“

Er warf den Hörer auf die Gabel zurück und atmete erst mal aus.

„Ma ... machen Sie sich nicht unglücklich, Mister Potter“, stammelte der Glatzkopf weinerlich. „Ich kann Ihnen alles erklären. Es ist nicht, was Sie vielleicht glauben.“

Jetzt lachte die Rothaarige.

„Hör auf, Arthur!“, sagte sie. „Das ist doch nicht mein Mann. Der will ganz was anderes als uns eine Eifersuchtsszene machen.“

„A ... aber wenn Sie Geld wollen. Die Kasse ist nicht hier.“ Der Mann war total aufgelöst.

„Mein Name ist Reiniger“, stellte sich Bount Reiniger nun endlich vor. „Ich bin Privatdetektiv.“

„Also steckt doch dein Mann dahinter, Karmin“, keuchte der Dicke. „Er lässt dich beobachten. Aber Sie können uns nichts ...“

„Ihre Sorge ist völlig unbegründet“, beruhigte ihn Bount. „Alles, was ich von Ihnen wollte, habe ich bereits erledigt. Entschuldigen Sie meinen Überfall, aber unten in der Garage wurde geschossen. Jetzt kann nur noch ein Arzt helfen. Hoffentlich.“

Arthur Willington schluckte. „Geschossen? Haben Sie etwa ...?“

Bount Reiniger winkte ab. Er erzählte genau soviel, wie er glaubte, den beiden Erschreckten schuldig zu sein.

Dann wartete er auf den Arzt und informierte in der Zwischenzeit die Polizei.



3

Bob Randy blickte beunruhigt auf die Uhr. Schon nach zwei! Bereits vor einer Stunde hatte sich sein Vater bei ihm melden wollen. Er konnte doch unmöglich diesen Termin vergessen haben.

Lange hatten sie sich nicht gesehen. Vier Jahre hatte das Studium gedauert. Vier harte, entbehrungsreiche Jahre. Für ihn, vor allem aber für seinen Vater, denn er hatte schließlich das Studium finanziert.

Das war ihm bestimmt nicht leicht gefallen. Die Randys gehörten nicht zu den begüterten Leuten in New York. Doch sein Vater hatte nie darüber geklagt. Er, Bob, sollte es einmal besser haben.

Sein Vater war ein verschlossener, eigensinniger, aber herzensguter Mann. Er hatte seinem Sohn strikt untersagt, sich neben dem Studium einen Job zu suchen, um zu der Finanzierung ein wenig beizutragen.

„Du sollst deine ganze Kraft dem einen Ziel widmen“, hatte er betont. „Durch das Jobben leiden deine Noten. Ich will, dass du mit sehr gut abschließt. Nach einem sehr guten Geologen zerreißen sich die finanzkräftigen Bosse. Später, wenn du es geschafft hast, kannst du mir nach und nach alles wieder zurückzahlen. Vielleicht bezahlst du mir einen Urlaub. Irgendwo, wo es schön warm ist und wo du mit deiner Mannschaft nach Öl bohrst.“

Bob Randy hatte nicht mit „sehr gut“, sondern mit Auszeichnung bestanden, und er hatte keinen sehr guten, sondern einen hervorragenden Posten angeboten bekommen. Drüben in Oman.

Jetzt war er nach New York gekommen, um sich bei seinem Vater zu bedanken und sich gleich wieder bei ihm zu verabschieden.

Nach einem Jahr, vielleicht auch schon früher, wollte er ihn nachkommen lassen. Genauso, wie der alte Herr es sich immer vorgestellt hatte.

Der frischgebackene Geologe reckte sich stolz und blinzelte seinem Spiegelbild zu. Er durfte zufrieden sein. In jeder Hinsicht. Die mageren Jahre waren vorbei, er fühlte sich gesund und topfit. Dass er vier Jahre lang kaum ein Mädchen angesehen hatte, um seine Finanzen nicht zu strapazieren und sich nicht vom Studium ablenken zu lassen, dass er genauso lange nicht mehr in seiner Heimatstadt New York war, weil er wusste, dass sein Vater für jeden Dollar, den er unnötig ausgab, schwer schuften musste, war nun endgültig vergessen. Jetzt konnte sein Leben richtig beginnen, und er war entschlossen, seinen Vater daran teilhaben zu lassen.

Warum kam er nur nicht? Er hatte ihn doch extra vom Flughafen aus angerufen und sich hier im Hotel mit ihm verabredet.

Bob Randy lächelte schmerzlich. Er hatte das Ticket nach Oman bereits besorgt. Übermorgen ging es schon los. Nur fünfzig Stunden in Manhattan. Fünfzig Stunden, um seinem Vater zu danken, und eine war davon schon nutzlos verstrichen.

Er hatte schon in Vaters Büro angerufen, doch dort war er gleich nach ihrem Telefonat fortgegangen. Er hatte sich für den Rest des Tages freigeben lassen.

Gerade wollte er es trotzdem nochmals versuchen, als das Telefon läutete.

Na endlich! Offenbar steckte der alte Herr irgendwo in einem Verkehrsstau und kam nicht mehr weiter.

Erleichtert hob er den Hörer ab und meldete sich:

„Hallo Dad? Wo bist du jetzt?“

Über das Gesicht des jungen Mannes lief eine Welle der Enttäuschung und ließ es verärgert erstarren.

„Was für ein Doktor Palmer? Ich kenne keinen Doktor Palmer. Wieso Metropolitan Hospital? Wer? Mister Randy? Mein Vater? Um Gottes Willen! Wie konnte das geschehen? Ja, natürlich, ich komme sofort.“

Er ließ den Hörer sinken. Der Ärger war aus seinem Gesicht verschwunden und hatte panischer Angst Platz gemacht.

Sein Vater war ins Krankenhaus eingeliefert worden. Jemand hatte auf ihn geschossen. Es sah schlimm für ihn aus.

Einen Augenblick lang musste sich Bob Randy am Tisch festhalten, um nicht niederzustürzen. Der Schock saß zu tief.

Dann nahm er alle Energie zusammen und sagte sich, dass sein Vater ihn jetzt dringend brauchte. Er wollte ihn sehen. Falls sie ihn operieren mussten, würde er einige Stunden nicht ansprechbar sein.

Der junge Mann verließ überstürzt sein Hotelzimmer. Ungeduldig wartete er auf den Lift.

Als er endlich erhitzt auf der Straße stand, hielt er nach einem Taxi Ausschau. Bis das Yellow Cab neben ihm hielt, dauerte ihm ebenfalls zu lange.

Der farbige Driver ärgerte sich über die schlechte Laune seines Fahrgastes, doch als dieser ihm das Ziel nannte, wuchs sein Verständnis.

Vor dem Hospital sprang Bob Randy aus dem Wagen, ohne auf das Wechselgeld zu warten. Er nahm drei Stufen auf einmal und fragte sich zu Doc Palmer durch.

Der Mediziner, der ihn im dritten Stockwerk empfing, hatte viele Lachfalten im Gesicht. Jetzt blickte er jedoch ernst.

„Mister Randy?“, vergewisserte er sich.

„Der bin ich. Sie haben mich angerufen. Wie geht es meinem Vater? Darf ich mit ihm sprechen?“

„Sie dürfen zu ihm“, entgegnete der Arzt. „Sprechen können Sie nicht mit ihm. Wir konnten ihm nicht mehr helfen. Er ist vor wenigen Minuten gestorben.“

Bob Randy sah den Doktor wie ein Gespenst an. „Das ... das ist nicht wahr“, stammelte er. „Mein Vater kann nicht tot sein. Er darf es nicht.“

Doc Palmer biss sich auf die Lippen. „Ich weiß, dass es für Sie furchtbar ist. Vielleicht tröstet es Sie, dass er nicht zu leiden brauchte. Nachdem ihn die Kugel traf, hat er das Bewusstsein nicht wiedererlangt. Wir fanden in seiner Jacke einen Zettel, auf dem er Ihre Hotelanschrift notiert hatte. Deshalb war es uns möglich, Sie zu benachrichtigen. Es tut mir wirklich sehr leid.“

„Er ist tot“, murmelte der junge Mann fassungslos. Er sagte es, als würde er den Sinn dieses Wortes jetzt schon begreifen, doch die eigentliche Bedeutung würde ihm erst viel später zum Bewusstsein kommen.

„Ich bringe Sie zu ihm“, sagte der Arzt.

Bob Randy nickte stumm. Vor seinen Augen verschwamm der große Mann mit den lustigen Augen.

Er folgte ihm automatisch, und als er schließlich vor dem Leichnam jenes Mannes stand, dem zu danken er zu spät gekommen war, flössen die Tränen ungehindert.

Doch dann versteinerte sich sein Gesicht.

„Wer hat es getan, Doktor?“, flüsterte er. „Wer hat meinen Vater ermordet?“

Der Arzt schüttelte den Kopf. „Das weiß ich nicht. Doch Sie können sicher sein, dass die Polizei den Schuldigen finden wird, damit er seine Strafe erhält.“

„Gewiss!“, murmelte Bob Randy. Insgeheim aber dachte er an den niedrigen Prozentsatz aufgeklärter Gewalttaten in Manhattan, und sein ohnmächtiger Zorn drohte ihn fast zu ersticken.



4

Linda Rogers stieß ihre Freundin verstohlen mit dem Fuß an.

Hazy McLorne reagierte erst beim zweiten Mal. „Was hast du denn, Lindababy? Ist es nicht himmlisch hier?“ Sie nahm einen großen Schluck Champagner.

„Was ist los mit dir? Du trinkst ja gar nicht?“

„Ich möchte nach Hause, Hazy.“

„Nach Hause?“ Hazys schwarze Augen wurden kugelrund. Dann lachte sie gluckernd. „Zu wem? Zu Mickey oder lieber zu René?“

Die Brünette wurde ungehalten. „Lass das!“, erwiderte sie scharf. „Du weißt, dass ich diese Späße nicht mag.“

Hazy McLorne sah die Freundin verwundert an. „Aber was ist denn schon dabei? Die Jungs sind doch einfach süß. Mir gefällt René ja am Besten, aber im Grunde ist es mir egal, wer mir seinen Pyjama leiht.“

Linda Rogers wandte sich ärgerlich ab. „Das ist mir auch egal“, erklärte sie. „Ich jedenfalls habe die Absicht, in meinem eigenen Nachthemd zu schlafen. Und vor allem in meinem eigenen Bett.“

„Du bist fad“, stellte Hazy fest. „Und außerdem unfair. Was meinst du, was die Jungs der ganze Kram hier gekostet hat?“

„Das ist mir egal“, entgegnete Linda schnippisch. „Ich habe sie weder um Sekt, noch um Languste gebeten.“

„Aber gegessen hast du das Biest doch, oder?“

„Wenn die Burschen das vor dem Ruin rettet, werde ich meine Portion bezahlen. Jedenfalls denke ich nicht daran, sie abzuarbeiten.“

„Pfui! Wie prosaisch! Du tust ja geradeso, als könntest du keinen Spaß dabei haben.“

„Mit Mickey oder René bestimmt nicht. Wenn du noch bleiben willst, ist das deine Sache. Ich fahre jedenfalls jetzt nach Hause.“

„Also gut!“, seufzte Hazy McLorne. „Ich sage Mickey Bescheid. Wir

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: (C) ALFRED BEKKER CASSIOPEIAPRESS
Tag der Veröffentlichung: 23.04.2018
ISBN: 978-3-7438-6639-3

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