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Tardelli und das Killer-Kommando

Ein Roberto Tardelli Thriller #39

von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 95 Taschenbuchseiten.

 

Delmer MacDonald hatte COUNTER CRIME – einer geheimen Abteilung des US-Justizministeriums gegen das organisierte Verbrechen – wertvolle Dienste geleistet, woraufhin der berüchtigte Mafioso Riccardo Bassolla ins Zuchthaus kam. Danach war der Geschäftsmann mithilfe von COUNTER CRIME abgetaucht. Doch der Mafia-Gangster hat einen langen Arm über die Gefängnismauern hinaus und setzt ein Killer-Kommando auf ihn an. Roberto Tardelli, Colonel Myers bester Mafiajäger, soll MacDonald in Sicherheit bringen, doch das gefährliche Killer-Quartett ist ihm bereits auf der Spur ...

 

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Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

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© dieser Ausgabe 2018 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Delmer MacDonald — Er hilft COUNTER CRIME, einen gefährlichen Mafioso hinter Schloss und Riegel zu bringen, und dafür präsentiert man ihm die Rechnung.

Piero Cilli, Romeo Capucci, Giacomo Tazzo, Maurizio Morte — Ein Killer-Kommando, vor dem die ganze Ostküste zittert und das es auch auf Roberto Tardelli abgesehen hat.

Henry Gibbons — Ein Pilot COUNTER CRIMEs, der Roberto Tardelli hilft und dabei fast selber ins Gras beißen muss.

Roberto Tardelli — Der Mann, der in seinem Kampf gegen die Mafia niemals aufgibt und ihr immer wieder schwere Niederlagen zufügt.



1

Als Roberto Tardelli die Frau schreien hörte, wusste er, dass er zu spät kommen würde. Es war ein furchtbarer Schrei. Markerschütternd.

Und dann riss er jäh ab.

Das beunruhigte den Mafiajäger noch mehr. Seine Hand zuckte zum Schulterholster. Er zog die Luger und entsicherte sie.

Es war ein Tag wie jeder andere. Kaum Sonne, kühl. Ein Herbsttag. Roberto Tardelli befand sich am Rand von Charlottesville, einer Kleinstadt 150 Kilometer südwestlich von Washington.

Sein Besuch hätte Tina Terrena gelten sollen.

Er hatte seinen Wagen vor wenigen Augenblicken vor ihrem Haus gestoppt und hatte gehofft, Tina allein in ihrem Haus anzutreffen. Doch seine Hoffnungen erfüllten sich nicht.

Tina Terrena hatte schon Besuch.

Besuch von vier brutalen Teufeln, die kein Mitleid kannten. Auch Frauen gegenüber nicht!

Nachdem der Schrei der Frau verstummt war, folgte eine bedrückende Stille. Sie zerrte an Robertos Nerven.

Jemand zeigte sich am Fenster. Ein Mann mit milchkaffeebrauner Haut. So schien es. Aber der Schein trog.

Der Mann trug eine Nylonstrumpfmaske. Daher hatte er die Gesichtsfarbe eines Mulatten.

Roberto sprang hinter seinen Wagen in Deckung. Keine Sekunde zu früh. Denn im selben Augenblick schlug der Kerl im Haus die Fensterscheibe ein und eröffnete das Feuer auf den Mafiajäger.

Zwei Geschosse schwirrten knapp über Robertos Kopf hinweg.

Die dritte Kugel schrammte über das Blech der Motorhaube und fegte mit einem schwirrenden Geräusch durch die Luft.

Roberto erwiderte das Feuer, ohne einen Blick zu riskieren. Er schob lediglich die Luger an den Scheinwerfern vorbei und zog zweimal kurz hintereinander den Stecher durch.

Dann wechselte er schnell die Position.

Aufgeregte, wütende Rufe vom Haus her waren zu hören.

Roberto tauchte am Wagenheck auf. Der Maskierte sah ihn nicht sofort. Roberto zielte mit beiden Händen.

Er hätte den Mann getroffen, wenn dieser nicht im selben Augenblick seinen Platz am Fenster verlassen hätte.

Roberto Tardelli rannte mit langen Sätzen auf das Haus zu. Er erreichte den toten Winkel.

Vorläufig konnte ihm nicht mehr allzu viel passieren. Keuchend ließ er sich gegen die weiß gestrichene Wand des Holzhauses fallen.

Er gönnte sich keine Verschnaufpause. Hastig tauchte er unter dem Fenster vorbei, neben dem er kurz Atem geholt hatte.

Dann strebte er auf die Haustür zu.

Sie war abgeschlossen. Roberto richtete die Pistole auf das Schloss. Zwei Schüsse. Die Kugeln zerfetzten das Holz.

Roberto versetzte der Tür einen Fußtritt. Sie schwang zur Seite. Der Mafiajäger hechtete sich in das Haus.

Gestreckt flog er durch die Luft. Erst im letzten Moment krümmte er geschmeidig den Rücken, rollte ab, kam auf die Beine und schnellte sich nach links.

Die Killer empfingen ihn mit einem gefährlichen Kugelhagel.

Aber der Mafiajäger blieb ihnen nichts schuldig.

Die Dielenwand diente ihm als Deckung. Mehrere Projektile hackten hinein.

Roberto gab den Mafiosi gehörig Zunder. Als keine Kugel mehr im Luger-Magazin war, wechselte er es eilig gegen ein Ersatzmagazin aus.

Die Killer zogen sich zurück.

Roberto wollte sie nicht entkommen lassen. Er setzte alles ein, um die Flucht der Gangster zu verhindern. Aber das Kräfteverhältnis war zu ungleich verteilt.

Roberto war allein.

Allein gegen vier Männer, die weder Tod noch Teufel fürchteten. Sie bildeten ein gefürchtetes Killer-Kommando, vor dem die gesamte Ostküste zitterte.

Der Mafiajäger hörte polternde Schritte.

Die Gangster hatten die Veranda erreicht!

Ihr Wagen stand hinter dem Haus. Wenn sie erst einmal eingestiegen waren, würde es schwierig sein, ihre Flucht zu verhindern.

Deshalb wollte Roberto Tardelli die Männer des Mobs noch vorher stoppen.

Blitzschnell verließ er seine Deckung.

In der nächsten Sekunde zog sich seine Kopfhaut zusammen. Die Killer hatten die Sache clever eingefädelt. Während sich drei von ihnen abgesetzt hatten, war der vierte im Haus geblieben, um ihnen den Rücken zu decken und auf Roberto Tardelli zu warten.

Der Mann stand mitten im Wohnzimmer.

Mit gegrätschten Beinen. Er war maskiert und hielt einen schweren 45er Colt in der Faust. Er hatte auf den Moment gewartet, wo Roberto Tardelli seine Deckung verlassen würde.

Jetzt war es passiert.

Und der eiskalte Mafioso handelte!

Es war eine gefährliche Situation für den Mafiajäger, die er nur überleben konnte, wenn er schneller abdrückte als sein gnadenloser Gegner.

Er hatte keine Zeit zu zielen. Die Entscheidung musste innerhalb eines Sekundenbruchteils fallen.

Roberto warf sich nach rechts, schoss aus der Hüfte.

Im selben Augenblick drückte auch der andere ab. Doch Robertos Kugel war um einen Lidschlag schneller.

Dieser Umstand rettete dem Mafiajäger das Leben, während der Killer sein Leben verlor. Roberto hasste diese Notwehrsituationen. Aber es kam immer wieder dazu.

Und dann musste er sich blitzschnell entscheiden: er oder ich?

Der Mann wurde herumgerissen und gegen die Wand geschleudert. Er riss die Augen auf.

Kraftlos ließ er den 45er sinken. Sein Blick richtete sich noch einmal hasserfüllt auf den Mafiajäger, während er langsam an der Wand nach unten rutschte.

Draußen heulte ein Wagenmotor auf. Der Fahrer schlug mehrmals nervös auf die Hupe. Als der Komplize daraufhin nicht sofort aus dem Haus kam, wussten die Gangster, was die Stunde geschlagen hatte.

Sie konnten ihren vierten Mann abschreiben.

Es hatte keinen Sinn mehr, auf ihn zu warten. Der Fahrer gab Gas. Roberto Tardelli rannte auf die Veranda hinaus.

Das Killerfahrzeug bog mit kreischenden Reifen um die Ecke. Einer der Maskierten feuerte blind auf den Mafiajäger.

Roberto machte auf den Hacken kehrt.

Er stürmte durch das Haus, hatte die Absicht, sich in seinen Wagen zu schwingen und die Verfolgung aufzunehmen.

Doch diese Möglichkeit verdarben ihm die Gangster gründlich. Als Roberto Tina Terrenas Haus verlassen wollte, passierte es.

Der maskierte Beifahrer schleuderte einen eiförmigen Gegenstand zum Seitenfenster hinaus.

Eine Handgranate!

Das Höllending fiel auf den Boden und rollte genau unter Roberto Tardellis Wagen. Der Mafiajäger brachte sich mit einem rasanten Sprung zurück in Sicherheit.

Und dann krachte es ohrenbetäubend.

Das Haus erzitterte. Es wurde von unzähligen Stahlsplittern und Autoteilen getroffen. Eine Sekunde später explodierte der Benzintank.

Die Druckwelle nahm Roberto Tardelli den Atem. Eine rote Feuersäule schoss zum bewölkten Himmel empor.

Was danach von Roberto Tardellis Wagen noch übrig war, war kaum noch als Fahrzeug zu erkennen ...



2

„Los, Romeo!“, knurrte der Beifahrer. Sein Name war Maurizio Morte. „Drück mehr auf die Tube!“

Romeo Capucci nickte und gab mehr Gas. Er blickte in den Rückspiegel und sah die hohe Flammensäule vor dem Haus von Tina Terrena.

„Verdammt, wir hätten nicht ohne Piero abfahren sollen“, sagte der Mafioso. der im Fond des Wagens saß. Er hieß Giacomo Tazzo.

„Piero lebt nicht mehr!“, behauptete Maurizio Morte.

„Das kannst du doch nicht wissen“, widersprach ihm Tazzo.

„Du weißt wohl nicht, wer der Kerl war, der den Mut hatte, uns vier ganz allein anzugreifen.“

„Kanntest du ihn denn?“

„Klar. Das war Roberto Tardelli, der erbittertste Feind der Mafia.“

„Das war Tardelli?“, stieß Tazzo überrascht hervor.

„Yeah“, dehnte Maurizio Morte. „Der Bursche ist gefährlicher als ein Sack voll Giftschlangen. Er hat der Cosa Nostra schon enormen Schaden zugefügt. Der Mob hat eine Kopfprämie auf ihn ausgesetzt, doch bislang ist es noch keinem noch so cleveren Prämienjäger gelungen, sich das Geld, das ständig erhöht wird, zu verdienen.“

„Hört sich an, als wäre dieser Tardelli ein Supermann.“

„Das ist er nicht. Aber er ist hart gegen sich selbst, und er ist ein Meister im Nützen kleinster Chancen. Dadurch gelingt es ihm immer wieder, dem Totengräber von der Schippe zu rutschen.“

„Du meinst, er hat Piero umgelegt?“

„Er hatte keine andere Wahl“, sagte Maurizio Morte. „Stell dir die Situation vor: Piero Cilli wartet auf den Bullen. Es kommt zur Konfrontation. Sie stehen einander gegenüber und wissen, dass diese Begegnung nur einer überleben kann. Wir haben zwei Schüsse gehört. Als Romeo auf die Hupe schlug, kam Piero nicht aus dem Haus.“

„Das bedeutet doch noch nicht, dass er tot ist“, sagte Giacomo Tazzo.

„Er hätte uns etwas zugerufen, wenn er dazu noch in der Lage gewesen wäre“, sagte Morte. „Nein, Giacomo. Du kannst sicher sein: Roberto Tardellis Kugel saß mitten im Leben unseres Freundes Piero.“

„Dafür sollte man ihn in Stücke schießen!“, knirschte Romeo Capucci.

„Vielleicht bietet sich noch mal die Gelegenheit dazu“, sagte Maurizio Morte. „Im Moment ist die andere Sache aber wichtiger. Bieg dort vorn rechts ab, Romeo. Und dann immer geradeaus. Aber fahr nicht zu langsam. Wir haben keine Zeit zu verlieren!“



3

Roberto Tardelli steckte die Luger in das Schulterholster und entspannte sich. Vor dem Haus fraßen die Flammen prasselnd den Wagen.

Das Killer-Kommando hatte sich einen effektvollen Abgang verschafft. Mit Paukenschlag. Aber einer von ihnen war auf der Strecke geblieben.

Roberto Tardelli wollte wissen, wen es erwischt hatte. Er eilte zurück ins Wohnzimmer und zog dem Toten die Nylonstrumpfmaske vom Kopf.

Der Mafiajäger erkannte den Gangster sofort an seiner großen Hakennase. Das war Piero Cilli. Ein Mann aus Los Angeles.

Er war erst vor einem Jahr an die Ostküste gekommen und hatte sich da mit Romeo Capucci, Maurizio Morte und Giacomo Tazzo zu einem gefährlichen Killer-Quartett zusammengetan.

Sie waren so etwas wie freie Mitarbeiter des Mobs.

Jeder konnte sie beschäftigen.

Aus dem Quartett war nun ein Trio geworden. Doch das war kein Grund, erleichtert aufzuatmen. Auch zu dritt war das Killerteam noch verdammt tödlich.

COUNTER CRIME - der geheimen Abteilung des Justizministeriums, die das organisierte Verbrechen in den Staaten bekämpfte - war zu Ohren gekommen, dass dieses Killer-Kommando aktiv werden sollte.

Daraufhin hatte Colonel Myer, der Chef von COUNTER CRIME, und Robertos unmittelbarer Vorgesetzter, seinen besten Mann in Marsch gesetzt.

Roberto Tardelli hätte verhindern sollen, dass Tina Terrena in die Hände der Gangster fiel und dass ihr dabei etwas zustieß.

Doch das Killer-Kommando war schneller als Roberto hier gewesen. Der Mafiajäger hatte der Frau nicht mehr helfen können.

Roberto hatte die Tote noch nicht gesehen. Er wusste dennoch, dass Tina Terrena nicht mehr lebte.

Männer wie Cilli, Capucci, Morte und Tazzo machten nicht viel Federlesens. Für die hatte ein Menschenleben nicht den geringsten Wert.

Es war ihr Job, Menschen zu töten. Sie taten dies eiskalt und vollkommen emotionslos. Es war nichts weiter als Arbeit für sie.

Roberto Tardelli ließ die Nylonstrumpfmaske zu Boden flattern. Dann begab er sich auf die Suche nach Tina Terrena.

Er rechnete mit einem schlimmen Anblick.

Als er die Tote dann im Schlafzimmer entdeckte, krampfte sich unwillkürlich sein Magen zusammen. Was er sah, übertraf seine Befürchtungen bei Weitem.

Die Killer hatten etwas von Tina Terrena wissen wollen, und sie hatten nichts ausgelassen, um die junge hübsche Frau zum Reden zu bringen.

Roberto drehte sich langsam um. Er konnte den Anblick nicht ertragen. Seine Züge waren blass, und Capucci, Morte und Tazzo hatten Glück, dass sie jetzt für Roberto nicht greifbar waren.

Roberto hatte Mühe, die aufwallende Wut unter Kontrolle zu bringen.

Er wusste, dass es nicht gut war, einen Kampf mit Rachegedanken zu bestreiten. Wenn man siegen wollte, musste man dafür sorgen, dass man in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahrte.

Das war nicht leicht, verdammt.

Dort drinnen im Schlafzimmer lag Tina Terrena. Von ihrer einstigen Schönheit war kaum noch etwas übrig geblieben ...

Roberto begab sich zum Telefon. Er nahm den Hörer ab und wählte eine sechsstellige Nummer. Ein Mann meldete sich am anderen Ende des Drahtes.

Roberto nannte seinen Code und verlangte Colonel Myer zu sprechen. Es knackte in der Leitung.

Dann kam die metallische Stimme des COUNTER-CRIME-Chefs aus dem Hörer. „Wie läuft es, Roberto?“, fragte der Colonel seinen besten Mann.

„Mies, Sir. Ganz mies“, gab der Mafiajäger zurück.

„Was wollen Sie damit andeuten?“

„Dass ich den Vorsprung des Killer-Kommandos nicht wettmachen konnte.“

„Ach du liebe Güte. Ist Tina Terrena noch am Leben?“

„Leider nein, Sir. Ich erreichte ihr Haus in dem Augenblick, wo ihr die Killer den Todesstoß versetzten.“ Roberto berichtete, was sich ereignet hatte, dass er Piero Cilli in Notwehr töten musste, und wie er Tina Terrena vorgefunden hatte.

Colonel Myer stockte bei diesem Bericht der Atem. Das kam nicht oft vor, denn der Chef von COUNTER CRIME konnte einiges vertragen.

„Glauben Sie, dass die Mafiosi aus der Frau herausgekriegt haben, was sie wissen wollten?“, erkundigte sich der Colonel.

„Davon bin ich überzeugt. Diese verfluchten Kerle haben alle Register gezogen, um Tina zum Sprechen zu bringen.“

„Schrecklich!“

„Ich bin ganz Ihrer

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: (C) ALFRED BEKKER CASSIOPEIAPRESS
Bildmaterialien: Firuz ASkin
Tag der Veröffentlichung: 15.01.2018
ISBN: 978-3-7438-5075-0

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