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Heiße Hexen suchen harten Besen

REDLIGHT STREET #18

von A. F. Morland

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 104 Taschenbuchseiten.

 

Olivia hält es nicht mehr aus. Der Mann, den sie einmal geliebt hat, nimmt ihr die Luft zum Atmen. Also trennt sie sich von ihm. Ihre Freundin Jenny muntert sie auf und macht ihr einen verrückten Vorschlag. Um nette und gut aussehende Männer kennenzulernen, will sie eine Annonce aufgeben: »Heiße Hexen suchen widerstandsfähige Besen zum Reiten.« Olivia ist skeptisch, willigt aber ein. Und dann treffen sie sich mit zwei Männern. Ihre anfängliche Begeisterung wird für beide Frauen zu einem Höllentrip, aus dem es kein Entrinnen für sie gibt ...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

© by Author

© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

Alle Rechte vorbehalten.

www.AlfredBekker.de

postmaster@alfredbekker.de



Die Hauptpersonen:

Olivia Kammdorf hat soeben mit ihrem Freund Schluss gemacht und befindet sich in einem seelischen Tief.

Jenny Kajetan, ihre Freundin, kommt auf eine verrückte Idee.

Michael Werupp, Zuhälter, auf der Suche nach neuer Ware, geht einen ungewöhnlichen Weg.

Ilona Voss, alternde Dirne mit einem Geheimnis, das keines bleibt.



1

Olivia Kammdorf blickte sich um. Diese Leere, diese Stille ... Es war zum Heulen. Sie hatte sich das anders vorgestellt. Schwer seufzend fuhr sie sich mit gespreizten Fingern durch das lange, dunkelbraune Haar, dessen seidig glänzende Fülle in sanften Wellen auf ihre wohlgerundeten Schultern floss. Sie hatte mit Jubel und Heiterkeit gerechnet - mit grenzenloser Erleichterung nach diesem Albtraum. Aber sie war einsam und deprimiert.

Bis vor kurzem hatte Hans ihr Leben bestimmt. Dieser Mann hatte sie erdrückt, erstickt. Er hatte ihr keinen Platz zum Atmen gelassen, alles hatte sich immer nur um ihn drehen müssen. Wie sie sich dabei fühlte, war ihm egal gewesen. Er hatte immer nur an sich gedacht. Ein schrecklicher Egoist war er gewesen, und eifersüchtig, so furchtbar eifersüchtig.

Olivia war ein sehr hübsches Mädchen. Ihr schauten nun mal fremde Männer nach. Manche pfiffen ihr hinterher, oder sie wurde auf der Straße angesprochen. Das hatte jedes Mal eine entnervende Szene gegeben, wenn Hans es mitbekam. Olivia hatte gespürt, dass sie das auf die Dauer nicht aushalten würde, deshalb hatte sie mit Hans Schluss gemacht. Er hatte es nicht glauben wollen. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel hatte es ihn getroffen. Vor Olivias geistigen Augen lief die Szene wie ein Film ab: »Aber ... aber das ist doch nicht möglich«, stammelte Hans. »Du machst einen schlechten Scherz.«

»Es ist mein vollster Ernst«, erwiderte sie heiser.

»Aber ... aber wir lieben uns doch.«

»Ich halte diese Liebe nicht aus, Hans. Sie ist zu gnadenlos, lässt mir keinen Freiraum. Sie bringt mich um.«

»Aber wir sind doch glücklich miteinander.«

»Nein«, erwiderte Olivia kopfschüttelnd. »Nein, Hans, das sind wir schon lange nicht mehr - ich wenigstens nicht. Ich kann dich nicht mehr ertragen.«

»Aber ich möchte dich doch heiraten.«

»Ich würde in dieser Ehe kaputtgehen. Wenn du mich wirklich liebst, darfst du sie mir nicht aufzwingen, Hans.«

Er presste die Lippen zusammen, und seine dunklen Augen verschossen Blitze.

»Ich weiß, was los ist«, knurrte er. »Dahinter steckt ein anderer Mann. Wer ist der Kerl?«

»Es gibt keinen«, antwortete Olivia aufrichtig. »Es wird wohl eine ganze Weile keinen anderen Mann in meinem Leben geben, weil ich mich von dir erst erholen muss.«

»Du lügst! Du sagst mir nicht die Wahrheit!«, schrie er sie an. Sie befanden sich in seiner Wohnung. Er schrie so laut, dass es die Nachbarn hören konnten. »Denkst du, ich spüre nicht, dass du nicht aufrichtig bist? Das hast du dir so vorgestellt: Aus dem einen Bett steigst du raus, ins andere hüpfst du rein. Aber da spiele ich nicht mit, meine Liebe. Ich habe ein Recht auf dich!«

»Wieso? Erklär mir das mal! Wieso?« Jetzt war auch Olivia lauter geworden. »Weil wir miteinander geschlafen haben? Damit denkst du wohl, von mir Besitz ergriffen zu haben. Manche Männer sind der Ansicht, ein Mädchen gehöre ihnen mit Haut und Haaren, sobald sie mit ihm intim waren. Ach ja, und die Seele, denken sie, gehöre ihnen auch. Aber das ist ein Irrtum. Wir bleiben eigenständig, sind nicht von euch abhängig und ohne euch weiterhin lebensfähig. Das hört ihr nicht gern, aber es ist so. Ich komme sehr gut ohne dich zurecht. Ohne dich und ohne einen anderen Mann.«

Er lachte gallig. »Natürlich. Es gibt ja diese hübschen Dinger aus Gummi ...«

»Du bist geschmacklos.«

»Und es gibt batteriebetriebene Vibratoren.«

»Ich begreife euch Männer nicht«, erwiderte Olivia. »Wieso bildet ihr euch auf dieses lächerliche Ding in eurer Hose so viel ein?«

Hans grinste. »Es ist ein Zauberstab. Damit können wir alle Frauen verzaubern.«

»So? Denkst du? Nun, dann will ich dir mal etwas verraten, was dich sicherlich schmerzhaft treffen wird. Ich habe die Nase voll von deinem lächerlichen, unterentwickelten Zauberstab!«

Hans blieb die Luft weg. Er starrte Olivia entgeistert an.

»Wie war das? Sag das noch mal!«

Sie wiederholte nichts.

»Unterentwickelt? Du nennst meinen ... Du nennst ihn unterentwickelt? Ich habe dir damit höchste Wonnen gespendet.«

»Das, was du bringst, kann jeder.«

»Oho, die Dame hat ja so viel Erfahrung! Ich bin potent. Ich kann jederzeit. Ich habe dich noch nie enttäuscht. Stets kamst du auf deine Kosten. Mein Ding steht immer!«, rief er stolz.

»Ja, aber nur deshalb, weil es zu kurz zum Hängen ist«, konterte Olivia. Das war ein verbaler Schlag tief unter die Gürtellinie. Hans krümmte sich, als hätte sie ihn mit der Faust getroffen. Als er sich einigermaßen erholt hatte, starrte er sie mit blutunterlaufenen Augen an.

»Duuu ...! Das hättest du nicht sagen dürfen!«, keuchte er. »Das war gemein.«

»Es tut mir leid. Du hast es herausgefordert. Ich wollte dich nicht kränken, Hans, wirklich nicht. Lass uns in Freundschaft auseinandergehen, ja? Wenn wir einander zufällig irgendwo in der Stadt begegnen, brauchen wir uns nicht auszuweichen. Wir können vielleicht auch was trinken gehen oder essen, können uns freundschaftlich unterhalten. Es muss nicht wie ein gnadenloser Krieg enden, bei dem es nur einen Sieger geben darf.«

»Ich bin dir nicht mehr gut genug.«

»Lass uns einen glatten Schnitt machen, Hans! Ich bitte dich.«

»Die anderen können es besser, nicht wahr? «

»Vergiss das doch - und vergiss mich.«

»O nein. Ich kann und werde dich nicht vergessen. Ich weiß nicht, was oder wer sich hinter dieser Entscheidung verbirgt. Ich weiß nur, dass ich ohne dich nicht leben kann.«

»Das ist doch Unsinn.«

»So hört es sich möglicherweise an, aber es ist eine Tatsache. Ich kann ohne dich nicht leben, Olivia.«

»Du meinst, du willst es nicht.«

»Das auch«, gab Hans zu. »Und ich werde dir jetzt gleich beweisen, dass ich nicht schlechter bin als all die Männer, mit denen du vor mir geschlafen hast. Zieh dich aus!«

»Du bist verrückt!«, sagte Olivia entrüstet. »Hast du nicht begriffen? Es ist aus zwischen uns beiden. Da spielt sich doch nichts mehr ab.«

»Zieh dich aus!«, knurrte Hans.

Sie wollte aufstehen, er stieß sie zurück.

»He!«, protestierte sie. »Was soll das? Bist du übergeschnappt? Glaubst du, du kannst mich auf diese Weise umstimmen? Zurückgewinnen? So viel bedeutet mir Sex nicht. Es mag Mädchen geben, die einem Mann wegen dieser Nichtigkeit hörig sind. Ich gehöre nicht zu dieser Sorte. Du müsstest mich besser kennen.«

Er griff nach ihrem Kleid und riss es auf. Ihre hübschen, großen Brüste sprangen ihm förmlich entgegen. Das hätte er nicht tun sollen, denn das machte sie wütend.

»Legst du’s auf eine Vergewaltigung an?«, schrie sie, und dann schlug sie zu. Zweimal traf sie sein Gesicht. Es klatschte laut, aber Hans lachte nur rau, war über sie gebeugt und ließ nicht von ihr ab. Olivia sah sich gezwungen, die »Notbremse« zu ziehen. Sie riss das rechte Bein hoch. Volltreffer!

Hans brüllte auf. Sein Gesicht zerfiel förmlich, wurde grün. Er krümmte sich und japste nach Luft.

»Verdammt, bist du wahnsinnig?«, gurgelte er.

»Du hast es so gewollt«, erwiderte Olivia.

Es tat ihr leid, ihm diesen Schmerz zugefügt zu haben, aber sie hatte keine andere Wahl gehabt. Hätte sie sich von ihm vergewaltigen lassen sollen?

Jetzt konnte sie aufstehen, ohne dass er sie daran hinderte. Er schien jegliches Interesse an ihr verloren zu haben.

»Hans, ich bedaure ehrlich, dass es dazu gekommen ist«, sagte sie und versuchte das Kleid über ihrem üppigen Busen wieder in Ordnung zu bringen, aber es waren zwei Knöpfe abgerissen. Wenn sie den Stoff nicht mit den Fingern zusammenhielt, drängten die nackten Äpfel dazwischen immer wieder hervor.

Sie öffnete ihre Handtasche und half sich mit zwei Sicherheitsnadeln. Hans ließ sich stöhnend in den Sessel fallen, in dem sie gesessen hatte. Sie musterte ihn traurig. Wie ein Häufchen Elend sah er aus, mitleiderregend. Zögernd fragte sie: »Kann ich ... Kann ich irgendetwas für dich tun?«

»Geh!«, röchelte er.

»Möchtest du vielleicht ein Glas Wasser?«

»Bitte geh! Ich möchte nicht, dass du mich so siehst. Ich gönne dir diesen Triumph nicht.«

»Mach’s gut, Hans. Ich wünsche dir für deinen weiteren Lebensweg viel Glück. Vielleicht findest du bald ein Mädchen, das stark genug ist, deine Liebe zu ertragen.«

»Verdammt, spar dir die netten Reden!«, schrie er mit wutverzerrtem Gesicht. »Hau endlich ab!«

Sie hatte ihm den Gefallen getan. Und nun war sie allein - traurig, leer und einsam.

Sie hatte einige Freunde angerufen. Freunde war eigentlich übertrieben - gute Bekannte. Niemand hatte für sie Zeit gehabt. Noras Stimme war nur vom automatischen Anrufbeantworter gekommen. Herbert, ein eifriger Gewerkschaftsfunktionär, hatte ausgerechnet heute eine wichtige Sitzung, die wichtigste vom ganzen Jahr. Lizzy war gerade beim Kofferpacken. Sie musste sich beeilen, um den Zug nach Stuttgart nicht zu versäumen. Lizzy war Vertreterin für Staubsauger, die man im freien Handel nicht bekam. Die Firma hatte ihren Sitz in Stuttgart, und der Chef, mit dem sie ein Verhältnis hatte, hatte sie übers verlängerte Wochenende zu sich beordert. Ihm war mal wieder nach ihr. Er hatte angeblich mit allen seinen Vertreterinnen was, aber das störte Lizzy nicht. Wenn sie an der Reihe war, packte sie ihren Koffer und stand dem Chef für eine Zeit, deren Länge er bestimmte, »zur Verfügung«.

Auch Jenny Kajetan hatte sie angerufen. Die zuallererst. Aber Jenny hatte nicht abgehoben.

Mit Jenny war Olivia eng befreundet, die kannte ihre ganze Leidensgeschichte, und sie hatte ihr auch geraten, mit Hans Schluss zu machen.

»Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende«, hatte Jenny gesagt.

»Ich trau’ mich nicht so recht«, hatte Olivia erwidert. »Wer weiß, wie er es aufnimmt.«

»Du meinst, weil er so schrecklich eifersüchtig ist? Er könnte zum Othello werden. Er ist kein Mohr, und du bist nicht Desdemona.«

Nun, es lag hinter ihr, und sie hätte gern mit Jenny darüber gesprochen. Olivia hätte jetzt dringend jemanden gebraucht, bei dem sie alles abladen konnte, der ein guter Zuhörer war.

Sie schielte zum Telefon hinüber. Ob ich es noch einmal versuche?, fragte sie sich. Vielleicht ist Jenny inzwischen nach Hause gekommen.

Olivia ging zum Apparat und nahm den Hörer ab. Als sie zu wählen begann, läutete es an ihrer Wohnungstür. Sie zuckte zusammen und legte den Hörer zurück. Unsicher drehte sie sich um. Wer mochte das sein? Hans? Sie war an keiner Fortsetzung des Dramas interessiert. Vielleicht war Hans inzwischen völlig durchgedreht, dann war alles möglich.

Aus verschmähter Liebe waren schon viele furchtbare Dinge entstanden. Mord. Selbstmord ... Nein, Olivia wollte Hans nicht mehr sehen. Weder heute noch morgen, noch übermorgen. Am besten lief er ihr nie mehr über den Weg. Auf keinen Fall aber wollte sie ihn heute noch einmal ertragen. Es läutete wieder, und Olivia zuckte abermals zusammen. Verschwinde!, rief sie im Geist. Ich bin nicht zu Hause! Ich sitze in irgendeiner Bar und lasse es mir gutgehen.

Beim dritten Läuten wurde Olivia unsicher. Es kann auch jemand anderes sein, überlegte sie. Es muss nicht unbedingt Hans vor meiner Tür stehen. Würde Hans nicht anders läuten? Länger! Ungestümer! Fordernder!

Sollte sie sich still verhalten, sich nicht von der Stelle rühren und warten, bis der Person dort draußen die Lust am Läuten verging? Oder sollte sie in die Diele schleichen und einen Blick durch den Spion werfen? Olivia entschloss sich zu Letzterem, schlüpfte aus ihren Hausschuhen und verließ in Strümpfen das Wohnzimmer.

Ihr Herz schlug schneller. Sie klemmte die Zungenspitze zwischen die Schneidezähne. Wenn es Hans war, würde sie keinen Laut von sich geben. Sie würde nicht einmal an der Tür stehenbleiben, sondern sofort ins Wohnzimmer zurückkehren und ihn läuten lassen, solange es ihm Spaß machte.

Olivia erreichte die Tür. Sie legte die Hand vorsichtig auf das glatte Holz und näherte sich langsam dem Guckloch. Sie sah eine rotgelockte Mähne. Die Haarfarbe war nicht echt, das wusste sie. Jenny Kajetan gehörte dem großen Heer der »handcolorierten« Frauen an.

Olivia stieß einen Freudenschrei aus: »Jenny!« Sie riss die Tür auf und umarmte die Freundin.

»Ich wusste, dass du zu Hause bist«, sagte Jenny Kajetan lachend.

»Du weißt nicht, wie glücklich ich über deinen Besuch bin.«

»Hast du mit Hans Schluss gemacht?«

»Ja.«

»Und nun ... der große Katzenjammer.«

»Ja. Komm herein, so komm doch rein!«, sagte Olivia. »Ich habe dich angerufen, aber du warst nicht zu Hause. Eben wollte ich es noch einmal versuchen.«

»Ich bin gespannt wie ein Regenschirm. Du musst mir alles haarklein erzählen. Du darfst nichts auslassen. Du weißt, wie wahnsinnig neugierig ich bin.« Jenny hob eine kleine Sporttasche. »Rat mal, was ich mitgebracht habe.«

»Keine Ahnung. Wie soll ich das denn wissen?«

»Drei Flaschen Moselwein.«

»Du bist nicht dicht. Ich brauche mich nicht zu betrinken, um darüber hinwegzukommen.«

»Wir müssen deine wiedergewonnene Freiheit doch begießen«, sagte Jenny. »Außerdem ... Es steht nirgendwo geschrieben, dass wir alle drei Flaschen leeren müssen. Wir trinken, solange uns der Wein schmeckt. Den Rest hebst du für meinen nächsten Besuch auf.« Sie wies auf Olivias Füße. »Keine Pantoffel? Du hast wohl Indianer gespielt.«

»Ich befürchtete, es könnte Hans sein«, entgegnete Olivia.

Die beiden Mädchen begaben sich ins Wohnzimmer, und Jenny ließ sich in ihren Lieblingssessel fallen. Sie streckte die langen, makellosen Beine weit von sich und seufzte wohlig. Sie trug eine kornblumenblaue Bluse zu den stramm sitzenden Jeans, und eine lange Perlenkette, dreimal um den Hals geschlungen, rasselte bei jeder Bewegung.

»Ist es Rotwein oder Weißwein?«, fragte Olivia. »Wegen der Gläser ...«

»Welchen hättest du lieber?«

»Weißen.«

»Hab’ ich’s doch gewusst«, sagte Jenny schmunzelnd. »Wer kennt dich besser als ich?«

Olivia holte zwei Weißweingläser. Sie hob sie prüfend vor ihre Augen.

»Bei dir sind alle Gläser sauber«, sagte Jenny. »Wozu tust du das?«

»Reine Gewohnheit«, antwortete Olivia und stellte die Gläser auf den Tisch. Auf einem kleinen Beisteiltischchen lagen mehrere Illustrierte. Jenny schob sie ein Stück beiseite und stellte die Weinflaschen auf die Glasplatte.

»Ist ein ganz edler Tropfen«, sagte Jenny. »Den darf man nicht einfach trinken, den muss man genießen, das sagte mir der Mann, der ihn mir verkaufte. Ich verlangte einen Wein für einen ganz besonderen Anlass.«

Olivia holte einen Korkenzieher.

»Lass mich das machen!«, verlangte Jenny und nahm der Freundin den Korkenzieher aus der Hand. »Setz dich! Mach es dir bequem! Lass es dir gutgehen! Lass dich von mir, deiner besten Freundin, verwöhnen!«

Olivia schob ihren Sessel näher heran und nahm Platz.

»Du tust das alles natürlich nicht ohne Hintergedanken.«

»Selbstverständlich nicht. Ich möchte dich in Stimmung bringen und von dir die ganze Abschiedsszene hören. Wenn möglich,

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: (C) ALFRED BEKKER CASSIOPEIAPRESS
Bildmaterialien: Firuz Askin
Tag der Veröffentlichung: 16.10.2017
ISBN: 978-3-7438-3653-2

Alle Rechte vorbehalten

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