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Bount Reiniger und der Raubmörder: N. Y. D. - New York Detectives

Krimi von Wolf G. Rahn

 

Der Umfang dieses Buchs entspricht 111 Taschenbuchseiten.

 

Kelvin Garrett hatte mit zwei Komplizen Frederic Randolphs Privatbank in New York ausgeraubt, wobei ein Angestellter ermordet worden war. Zwar hatte die Polizei die Täter erwischt, worauf sie verurteilt wurden, doch Garrett konnte fliehen. Darauf heuert der Banker den bekannten Privatdetektiv Bount Reiniger an, den Entflohenen aufzuspüren und die Beute – eine knappe Viertelmillion Dollar –, die noch nicht gefunden wurde, wiederzubeschaffen. Der Detektiv nimmt Garretts Spur auf, der sich als Trucker tarnt. Aber nicht nur Reiniger ist hinter dem Flüchtigen und der versteckten Beute her – auch andere Gangster wollen sie sich unter den Nagel reißen ...

 

Copyright

Ein CassiopeiaPress Buch: CASSIOPEIAPRESS, UKSAK E-Books und BEKKERpublishing sind Imprints von Alfred Bekker

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© dieser Ausgabe 2017 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen in Arrangement mit der Edition Bärenklau, herausgegeben von Jörg Martin Munsonius.

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Die Hauptpersonen des Romans:

Kelvin Garrett - Als er den Kugeln seiner Verfolger entgeht, glaubt er, den Tod überlistet zu haben.

Ned Diller - Er fühlt sich einem Freund verpflichtet und erntet blutigen Dank.

Buster Hall - Auch er hat einen Freund, für den er durch dick und dünn geht.

Roy Connors - Aus Geldgier entwickelt er einen verhängnisvollen Plan.

Kitty - Das Mädchen merkt zu spät, dass es den falschen Mann liebt.

June March - unterstützt Bount Reiniger bei seinen Ermittlungen.

Bount Reiniger – ist Privatdetektiv.


1

Der Mann hing an den Felsen und starrte in die Tiefe. Schweiß rann ihm von der Stirn in die Augen und brannte dort wie Säure. Er konnte sich den Schweiß nicht weg wischen. Dazu hätte er eine Hand loslassen müssen. Aber dann wäre er abgestürzt. Schätzungsweise zweihundert Yards tief.

Da unten rannten sie wie aufgescheuchte Hühner durcheinander. Ihre wütenden Schreie und Befehle klangen bis zu Kelvin Garrett herauf. Er gab sich keiner Illusion hin. Wenn sie ihn erwischten, machten sie ihn fertig. Für immer.

Aber sie würden ihn nicht kriegen. Es durfte nicht geschehen. Kopf und Kragen hatte er riskiert und wochenlang auf einen günstigen Moment gelauert. Vor einer halben Stunde hatte es dann endlich geklappt. Er hatte die Breitseite der Spitzhacke einem der verhassten Aufpasser gegen den Rücken geknallt und dem anderen, der sofort schießen wollte, das Werkzeug entgegengeworfen, sodass der Typ sich ducken musste. Dann war Garrett nur noch gerannt ...

Jetzt war Kelvin Garrett außer Atem. Er brauchte dringend eine kurze Verschnaufpause. Noch hatten sie ihn nicht entdeckt. Sie kamen nicht auf die Idee, er könnte nach oben getürmt sein, wo sich die provisorische Zufahrtsstraße zu dem Steinbruch mit der beidseitigen dichten Böschung für eine Flucht geradezu angeboten hatte.

Blut sickerte von seinen zerschundenen Fingern. Verfluchte Bande! Das hatte er den Bullen zu verdanken.

Der Sträfling gönnte sich nur eine kurze Rast. Dann suchte sein Fuß einen neuen Halt.

Er musste aufpassen, dass sich kein Geröll löste und hinunterpolterte. Das hätte ihn verraten.

Kelvin Garrett dachte an die Kumpels im Staatsgefängnis von Kingston. Keiner von ihnen hatte etwas geahnt. Er hatte sie nicht gut genug gekannt, um ihnen zu trauen. Seine Freunde befanden sich draußen. Sie mussten ihm jetzt helfen.

Vorsichtig schob er sich weiter. Sein Körper schmerzte. Die graue Arbeitshose war zerschlissen. Er brauchte unbedingt neue Klamotten.

Plötzlich trat er ins Leere. Er erschrak so heftig, dass er sich mit beiden Händen ins Gestein krallte. Prompt prasselte Gestein in die Tiefe.

„Da ist das Schwein“, hörte er die Aufseher brüllen.

Bevor er die Schüsse vernahm, schlugen die Kugeln schon neben und unter ihm ein.

Jetzt war er dran.

Die nächste Garbe saß schon dichter. Sie schossen sich auf den Geflohenen ein.

Kelvin Garrett kauerte sich zusammen, um ein möglichst kleines Ziel zu bieten.

Dann sah er den Felsvorsprung. Er musste es riskieren.

Er biss die Zähne zusammen und stieß sich mit aller Gewalt ab. Wie eine gekrümmte Katze flog er zur Seite und landete auf allen vieren.

Durch den Schwung überschlug er sich.

Unten johlten sie begeistert. Offensichtlich bildeten sie sich ein, ihn erwischt zu haben.

Im Augenblick konnten sie ihn nicht sehen. Aber sie würden kommen, um ihn zu holen.

Der Gangster robbte wie ein Indianer über den Fels. Er erreichte eine Stelle, an der er sich aufrichten konnte. Es handelte sich um einen selten benutzten Pfad.

Jetzt verfiel er in Laufschritt. Noch befand er sich nicht in Sicherheit, aber er fühlte sich schon wesentlich besser.

Die gebrüllten Kommandos wurden leiser und verstummten schließlich ganz. Aus der Ferne war die Sirene eines Polizeiwagens zu hören. Die Wachmannschaft des Gefängnisses hatte offenbar über Funk Meldung gemacht.

Kelvin Garrett blieb gelassen. Er glaubte nicht mehr daran, dass noch etwas schiefgehen konnte.

Nach ungefähr einer Meile sah er den klapprigen Ford, dessen Tür offen stand. Er hielt nach dem Besitzer der alten Mühle Ausschau und entdeckte im Gebüsch etwas Helles, das sich bewegte.

Nackte Haut!

Eine junge Frauenstimme kicherte. Ein Mann nannte sie „heiße Motte“.

Der Gangster grinste böse und leckte sich über die Lippen. Lautlos kam er näher. Sein Entschluss stand fest.



2

Ned Diller gähnte und schaute auf die Uhr im Armaturenbrett seines tiefblauen Mack Conventional RS 600. Wenn nichts Unvorhergesehenes mehr passierte, konnte er es an diesem Nachmittag noch bis sechs Uhr zum Truck-Stopp von Albany schaffen. Dort wollte er tanken und eins von diesen lappigen Steaks essen, für die Albany berüchtigt war. Er würde sich ein paar Stunden aufs Ohr legen und gegen neun die letzte Etappe bis Portland in Angriff nehmen.

Verfluchte Schinderei! Gab es einen verrückteren Job, als Tag und Nacht auf den Highways rumzuhängen und sich von den Frachtagenturen und den Smokeys schikanieren zu lassen?

Andere waren da erheblich schlauer. Die langten einmal tief in eine Kasse, die ihnen nicht gehörte, und hatten für lange Zeit ausgesorgt. Denen gehörten Weiber wie die Samantha Fox und diese scharfe Puppe, die im Fernsehen ständig versuchte, den J. R. aufs Kreuz zu legen.

Und er?

Der Trucker grinste gequält. Na ja, er wollte sich nicht beklagen. Seine Judith war schon in Ordnung. Sie besaß zwar nicht die Idealmaße, dafür aber eine Menge Geduld. Die brauchte eine Frau schon, wenn sie mit einem Trucker verheiratet war.

Ned Dillers Kopf ruckte zur Seite. Im Außenspiegel tauchte ein gebrechlicher Ford auf. Ein jämmerliches Fahrzeug. Aber der Typ hinterm Lenkrad, den kannte er doch!

Aber nein, da musste er sich irren. Seines Wissens hatten sie Kelvin eingelocht. Soll ’ne ganz dicke Sache gewesen sein. Banküberfall oder so. Genaueres wusste er nicht. Kelvin saß jetzt bestimmt in irgendeinem Zuchthaus seine Jährchen ab. So gesehen lohnte sich der Griff in eine fremde Kasse vielleicht doch nicht.

Der vierzigjährige Trucker fuhr sich mit der Rechten durchs aschblonde Haar, während er mit der linken Hand das Lenkrad festhielt. Er verrenkte sich fast den Kopf, als ihn der Ford nun überholte. Der fuhr mindestens siebzig. Ein Wahnsinn mit dieser Schrottlaube.

Schade, dass er den Kerl von hier oben nicht mehr erkennen konnte. Der Karren klapperte vorbei und setzte sich allmählich ab.

Ned Diller ließ sich seufzend zurücksinken und riss erneut seinen Mund auf. Ein Shotgun wäre schon praktisch, so ein Kumpel, mit dem man sich die Route teilen konnte.

Aber dummerweise musste man dann auch den Gewinn teilen. Der war bei einem selbständigen Trucker ohnehin mager genug. Also würde er allein weiterfahren, bis eines Tages die Bandscheiben nicht mehr mitmachten. Truckerschicksal!

Ned Diller achtete darauf, dass die Tachonadel nie über fünfundfünfzig Stundenmeilen anzeigte. Er hatte eine schlechte Woche hinter sich. Zweimal hatten ihn die Bullen erwischt, als er zu schnell dran war. Ein drittes Mal wollte er nicht riskieren.

Eine Viertelstunde lang ging alles gut. Dann trat er auf die Bremse, dass die Ventile nur so zischten. Argwöhnisch kniff er die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen. Nach einem Unfall sah das da vorne nicht aus.

Als er näher kam, erkannte er, dass es sich um den alten Ford handelte, der mit hochgeklappter Motorhaube halb auf der rechten Fahrspur stand.

Er ließ den Mack in gedrosseltem Tempo vorbeirollen. Jetzt würde es sich ja zeigen, ob es Kelvin war, oder ob er, Ned Diller, sich geirrt hatte.

Erstaunlicherweise beugte sich niemand über den kochenden Motor, und im Wagen saß der Fahrer auch nicht mehr. Er war wie vom Erdboden verschwunden.

Kelvin Garrett zögerte nur kurz, bevor er das Lenkrad ein wenig nach rechts einschlug und gleich darauf wieder gegenlenkte. Ungefähr zweihundert Yards hinter der Limousine kam der Sattelzug zum Stehen.

Der Trucker sprang ins Freie, nachdem er vorsichtshalber den Zündschlüssel abgezogen und in die Tasche seiner Jeans gesteckt hatte. Es passierten die tollsten Dinger. Er war doch nicht so blöd, sich seinen Bluebird klauen zu lassen.

Er stiefelte zurück. Seine Gelenke krachten bei den ersten Schritten. Ein bisschen Bewegung konnte ihnen nur guttun.

Tatsächlich! Der Ford stand verlassen da. Sein Besitzer war verschwunden.

Kelvin Garrett schüttelte den Kopf. Er hatte es ja gleich gewusst. Diese Karre vertrug eben kein 70-Meilen-Tempo mehr. Jetzt war sie reif für die Schrottpresse.

Er zuckte zusammen, als er ein Geräusch hinter sich hörte. Unwillkürlich ballte er die Hände zu Fäusten. Er wusste aber, dass er mit seiner Reaktion zu spät kommen würde, falls der Kerl hinter ihm Böses im Schilde führte.

Langsam drehte er sich um. Ein erkennendes Grinsen huschte über sein vom Wetter gegerbtes Gesicht.

„Kelvin, alter Dieselschlucker, du bist es also doch! Ich glaube, mich knutscht Sue Ellen.“

Der andere hielt einen riesigen Kreuzschlüssel in der Hand und grinste zurück.

„Ned Diller!“, stellte er erleichtert fest und stieß die angehaltene Luft aus den Lungen. „Dich schickt mir der Himmel.“

Der Trucker schmunzelte. „Bist du sicher, Kelvin? Mit dem Himmel hattest du doch noch nie besonders viel im Sinn. Haben sie dir im Bau etwa das Beten beigebracht? Wieso bist du eigentlich schon wieder draußen? Ich dachte ...“

„Denken kannst du später“, unterbrach ihn der Gangster und zog ihn hinter das Gebüsch, hinter dem er sich zuvor versteckt hatte. „Beten meinetwegen auch. Vorher aber musst du mir helfen. Die Mistkarre hat mich im Stich gelassen.“

„Selber schuld“, fand Ned Diller und ließ den Kreuzschlüssel nicht aus den Augen. „Hast du mit dem Ding etwas Besonderes vor?“

Kelvin Garrett verneinte hastig. „Ist nicht mehr nötig. Einem Kumpel von früher kann ich schließlich vertrauen. Haben sie nichts im Radio durchgegeben?“

„Was meinst du?“

„Ich habe ihnen eine Nase gedreht, verstehst du? Ich bin doch nicht beknackt und lasse mich zwölf Jahre lang schikanieren. Zwölf Wochen waren lang genug. Mir hat es gereicht.“

„Du bist ausgebrochen?“, fragte Ned ungläubig. „Aus dem Knast?“

„Hast du gedacht, aus dem Puff? Ich sage dir, in dieser Beziehung läuft in Kingston überhaupt nichts. Drecksladen! Aber das ist ja jetzt vorbei. Ich muss nur für ’ne Weile untertauchen. Kann ich auf dich zählen?“

Der Trucker kratzte sich am Kopf. „Na klar helfe ich einem Kumpel“, versicherte er. „Aber wie stellst du dir das vor? Willst du bei Judith wohnen? Nimm’s mir nicht übel, aber dieser Gedanke schmeckt mir nicht. Zwölf Wochen im Bunker, da bist du ausgehungert.“

Der Gangster lachte amüsiert.

„Du bist noch ein genauso verrücktes Huhn wie früher“, stellte er fest. „Ich bin an deiner Mieze nicht interessiert. Da suche ich mir schon eher eine, die nur halb so alt ist. Ich will nicht bei euch wohnen. Ich will mit dir fahren.“

„Im Bluebird?“

„Hast du die Kiste so genannt? Ist mir egal, wie sie heißt. Auf jeden Fall werden sie mich überall suchen, nur nicht auf dem Bock eines Trucks. Da bin ich sicherer, als wenn ich mich in irgendeinem Motel verkriechen oder versuchen würde, über die Grenze zu gehen. Ohne Lappen läuft da sowieso nichts.“

„Aber wenn du mit mir fährst, brauchst du erst recht Papiere. Du weißt selbst, wie oft unsereins kontrolliert wird. Du bist doch vom Fach.“

„Ein paar Tage wird es auch so gehen. Und dann besorge ich mir eben welche. Ich kenne da ein paar Jungs, die beschaffen dir ’ne Fahrlizenz schon für einen halben Riesen.“

Ned Diller schwankte noch. Er deutete auf den Ford, dessen Motor inzwischen das Qualmen aufgegeben hatte.

„Sag mir die Wahrheit, Kelvin. Die Karre dort hat man dir doch nicht freiwillig gegeben.“

„Ne, die habe ich mir freiwillig genommen. War ganz einfach. Sogar der Schlüssel hat gesteckt.“

„Und der Besitzer? Hast du ihn ...“

„Umgelegt?“, ergänzte der Gangster entrüstet. „Hältst du mich etwa für einen Killer? Der Besitzer lag gerade auf einer Maid und hatte seinen Spaß. Der hatte bestimmt einen tollen Höhepunkt, als er seine Kiste wegfahren hörte. Hat er nur mir zu verdanken.“

„Und im Gefängnis?“, bohrte der Trucker weiter. „Kam es da zu keiner Schießerei?“

„Junge, ich erzähle dir alles unterwegs“, versprach Kelvin Garrett mit wachsender Ungeduld. „Ich kann es mir nicht erlauben, hier Wurzeln zu schlagen. Sie sind hinter mir her. Ist doch klar, Aber ich schwöre dir, dass ich keinem von diesem Pack auch nur ein Härchen gekrümmt habe. Zufrieden?“

Was blieb Ned Diller anderes übrig? Er war kein Kameradenschwein. Er half einem Kumpel, der Pech gehabt hatte, schon mal aus der Patsche. Bei Kelvin kam noch hinzu, dass dieser ihm vor einiger Zeit ein paar tolle Aufträge verschafft hatte. Das würde er ihm nie vergessen.

Nur mit einem Mord wollte er nichts zu tun haben. Da hörte selbst die dickste Freundschaft auf.

Aber Kelvin besaß bestimmt keine Waffe. Der Kreuzschlüssel stammte aus dem Ford. Womit hätte er also einen Menschen töten sollen?

„Geht in Ordnung“, willigte er ein. „Das Fahren wirst du ja hoffentlich nicht verlernt haben. Ich kann einen Shotgun durchaus gebrauchen. Aber außer deiner Verpflegung ist nichts drin.“

„Wenn du mir für den Anfang mit fünfzig Bucks aushilfst“, bat der Gangster, „ist mir fürs Erste geholfen. Danach organisiere ich schon etwas. Und mein Essen brauchst du dann auch nicht zu Finanzieren.“

„Umso besser! Dann sind wir uns also einig. Für diesmal geht es nach Portland.“

„Das liegt oben in Maine“, wusste Kelvin Garrett. „Nicht schlecht für den Anfang. Ich schätze, damit habe ich das Schlimmste geschafft.“



3

Bount Reiniger ließ das eiskalte Wasser auf seinen vom Schlaf wie betäubten Körper prasseln. Er hielt den Atem an und spürte, wie seine Haut zu glühen begann. Das tat gut.

Er brauchte an diesem Morgen eine Rosskur. Die gestrige Fete mit Toby hatte bis tief in die Nacht gedauert. Das rächte sich jetzt.

Bount freute sich auf einen starken, heißen Kaffee, doch da summte in seinem Büro bereits das Telefon.

„Verdammt!“, schimpfte er. „Kann man sich in diesem Land nicht einmal in Ruhe vom Staub der Nacht befreien?“

Er dreht das Wasser ab, schlang ein Handtuch um seine Hüften und verließ tropfnass die Dusche.

Während er nach dem Hörer griff, schloss June March, seine blonde Mitarbeiterin und rechte Hand, von draußen die Tür auf. Ihre veilchenblauen Augen begannen zu leuchten, als sie ihren Boss in so gewagtem Aufzug am Schreibtisch sah.

„Ist das ab heute unsere neue Berufskleidung?“, erkundigte sie sich strahlend. „Dann hoffe ich, dass du mir ein zweites Tuch für den oberen Bereich zubilligst. Vielleicht aus grünem Frottee. Das würde mir bestimmt gut stehen.“

„Wieso kommst du so früh?“, wollte Bount wissen. Er presste seinen linken Arm gegen die Hüfte, da sich das Handtuch zu lösen begann.

„Viel zu tun“, war Junes knappe Antwort. „Du wolltest doch gestern Abend noch den Bericht für Stoneway auf Band sprechen. Ich vermute, dass er recht umfangreich geworden ist.“

Bount grinste schuldbewusst. „Es ist nicht so arg. Weißt du, Toby rief an. Du warst kaum gegangen. In der 46th hat ein neues Steakhouse eröffnet. Das wollte er unbedingt ausprobieren.“

„Und dann ist es sehr spät geworden“, vermutete June.

„Du hast ja so recht, Schatz. Und wenn du schon mal hier bist, kannst du auch das Gespräch entgegennehmen.“ Er deutete auf den Apparat, der noch immer nicht verstummt war. „Ich fürchte, ich bin noch nicht in der Lage, mit Leuten freundlich umzugehen, die mich beim Duschen

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Texte: (C) ALFRED BEKKER CASSIOPEIAPRESS
Bildmaterialien: Firuz Askin
Tag der Veröffentlichung: 28.07.2017
ISBN: 978-3-7438-2524-6

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