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Caroline Jäger

DER MODELMÖRDER

Kriminalroman
Leseprobe freie edition
© 2011 AAVAA Verlag UG(haftungsbeschränkt)
Alle Rechte vorbehalten


Dieser Roman wurde bewusst so belassen, wie ihn die Autorin geschaffen hat, und spiegelt deren originale Ausdruckskraft und Fantasie wider.


Alle Personen und Namen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.


Ich wachte in einem dunklen Raum auf.
Es roch modrig und mir war kalt, es war kein Geräusch zu hören.
Mein Kopf schmerzte und ich hatte einen trockenen Mund.
Ich versuchte etwas zu sagen und bemerkte, dass meine Lippen stark angeschwollen waren.
Jetzt geriet ich in Panik, mein Atem ging schneller und mein Herz raste.
Ich versuchte mich zu erinnern, wie ich hier hergekommen war, und fasste an meinen Bauch.
Dann fiel mir plötzlich alles wieder ein ...


Ich war jetzt 25 Jahre alt, arbeitete als Innenarchitektin in einem erfolgreichen Unternehmen.
Seit drei Jahren hatte ich einen lieben Freund, Tom, eine tolle Wohnung in der Innenstadt und war mit meinem Leben sehr zufrieden.
Eines Tages sprach mich in meinem Lieblingscafé eine Frau an. Ich besuchte das kleine Café jeden Montag und Donnerstag in meiner Mittagspause.
An den beiden Tagen hatte ich eine längere Pause als an den restlichen Tagen.
Meistens kam meine Kollegin Nena mit ins Café, heute war sie nicht dabei.
Die Frau war recht hübsch.
Ich schätzte sie auf etwa 45 Jahre, sie war gut gekleidet
und hatte eine braune
Aktentasche dabei.
An diesem Tag veränderte sich mein Leben.
„Guten Tag, mein Name ist Francis Magazini und ich bin auf der Suche nach neuen Gesichtern, ich suche Models für unsere Agentur.“
„Hallo, ich heiße Anna und bin jetzt etwas überrascht“, sagte ich und lächelte die Frau an. „Du bist mir sofort aufgefallen, genau, was wir suchen: Schlank, groß, dunkelbraune lange Haare und eine weiche Ausstrahlung, perfekt!“ „Vielen Dank, ich fühle mich geschmeichelt.“
„Ich werde Dir meine Visitenkarte geben und hoffe, dass Du Dich bald bei uns meldest.“ Nach diesen Worten verschwand die Frau auch schon wieder.
Ich hielt die Visitenkarte in der Hand und für einen kurzen Moment überlegte ich sogar, ob ich da anrufen
sollte, verwarf diesen Gedanken zwar schnell wieder, erwischte mich aber dabei, wie ich die Karte beim Hinausgehen in die Jackentasche steckte.
Abends erzählte ich Tom, meinem Freund, von der Begegnung mit Francis Magazini. „Ich wundere mich nicht, dass Dich jemand anspricht, Du bist eine sehr hübsche Frau.
Ich würde anrufen, was hast Du zu verlieren.“ „Eigentlich hast Du recht, ich kann es mir ja mal ansehen und dann entscheiden.“ Gesagt, getan.
Am nächsten Tag rief ich in der Agentur an und ließ mir Francis geben. „Ich bin froh, dass Du angerufen hast, es wäre schade, so ein tolles Gesicht wie das deine nicht in eine
Agentur zu bringen.“ Francis Magazini lud mich zu einem Gespräch für den nächsten Tag ein.
Darauf rief ich bei meiner Freundin Emilie an und erzählte ihr alles.
Emilie kannte ich jetzt seit sechs Jahren, wir lernten uns in der Schule kennen, sie studierte damals genau wie
ich Innenarchitektur. Sie war begeistert und holte mich eine Stunde später zu einer Shoppingtour ab. Ich suchte mir ein langes schwarzes Kleid aus, das meine Figur betonte und meinen Busen größer wirken ließ.
Nicht, dass ich das nötig hatte, denn ich fand meinen Busen perfekt.
Ich hatte eine 75b und sie waren fest und straff, aber Emilie meinte, dass es nicht schaden könnte.
Am Abend erzählte ich Tom von meinem Tag und zeigte ihm das Kleid, indem ich es anzog und mich an den
Türrahmen stellte. „Hm, heiß“, waren Toms Worte und er kam auf mich zu und zog mir das Kleid aus.
Wir liebten uns die ganze Nacht.
Tom war ein sehr guter Liebhaber und wir ergänzten einander sehr gut.
Ich kam in der Agentur an und wurde von der Empfangsdame herzlich begrüßt.
„Ah, Sie müssen Anna Kern sein, Francis hat nicht zu viel versprochen, Sie sind ja wirklich sehr hübsch.
Gehen Sie bitte den Flur entlang, die zweite Tür auf der rechten Seite wartet Francis auf Sie.“
Ich brachte ein „Vielen Dank“ heraus und lief den Flur entlang. Ich klopfte an und Francis bat mich herein. „Bitte setz Dich doch, Anna“, sagte Francis zu mir und zeigte auf einen freien Stuhl. „Also Anna, ich werde gleich mit der Tür ins Haus fallen, ich denke, dass Du am Modeln interessiert bist,
sonst wärst du ja nicht hier.
Wir werden jetzt Deine Formalitäten aufnehmen.
Und ich hätte nächste Woche ein Fotoshooting für Dich.
Es geht um glamouröse Abendmode. “
„Wow, das geht ja schnell, damit hätte ich nicht gerechnet“, meinte ich zu Francis und war total perplex über die Schnelligkeit, die sie an den Tag legte.
„Ja, wenn ich etwas mache, dann richtig.
Und Du warst genau das Gesicht, das ich gesucht habe, Dir wird es bei uns gefallen, wir sind wie eine große Familie“, erwidert Francis mit einem breiten Lächeln im Gesicht.
Ich willigte ein, schrieb meine Daten auf und nahm einen Vertrag mit.
Tom sollte ihn erst für mich prüfen, als Rechtsanwalt hatte er ja genug Erfahrung mit so etwas; ich hätte mit Sicherheit das eine oder andere überlesen. „Schatz, es ist alles in Ordnung mit diesem Vertrag, du kannst ihn ohne Bedenken unterschreiben“, meinte
Tom zu mir, nachdem er ihn gelesen hatte. „Okay, der Termin für die Fotos ist nächsten Samstag, möchtest Du mich begleiten, Tom? „
„Ja, sehr gern, aber ich muss Dich warnen.
Wenn alle Abendkleider so sexy sind, wie dein neues schwarzes, dann muss ich Dich gleich am Set vernaschen. “
Die Woche verging sehr langsam, ich war sehr nervös und freute mich auf das Shooting.
Auf meine Arbeit konnte ich mich nicht richtig konzentrieren und nachts fiel mir das Schlafen schwer.
Ich fühlte mich wie ein Kind, das bald den ersten Schultag vor sich hatte.
Zur Ablenkung traf ich mich oft mit Emilie.
Sie konnte mich schon immer sehr gut ablenken.
Als der Tag endlich kam, musste Tom mich ständig beruhigen. Ich war so nervös, dass ich nicht mal frühstücken konnte,
bis wir am Set ankamen.
Ich stieg aus und wurde immer ruhiger.
Tom meinte, dass ich ein merkwürdiger Mensch sei.
Die Abendkleider waren atemberaubend, eines schöner als das andere und ich blühte während des Fotografierens richtig auf.
Irgendwann fragte mich der Fotograf, der sich bei mir als Kevin Maus vorstellt hatte, interessiert: „Anna, Du bist Dir sicher, dass du noch nie gemodelt hast, denn du machst das wie ein Profi, nur, dass Du nicht so rumzickst. “ „Ja, ich bin mir sicher, ich mache das zum ersten Mal. „ entgegnete ich. „Erstaunlich, Du hast Potenzial, weiter so.“ Tom zwinkerte mir zu und ich musste lächeln.
Ich wusste sofort, dass ich öfter modeln wollte, es machte mir Spaß und die Komplimente taten meiner Seele gut.
Nach dem Shooting war ich ziemlich fertig und legte mich schlafen.
Modeln war sehr anstrengend, machte aber unheimlichen Spaß. Ich schlief zwei Stunden, dann klingelte das Telefon.
Tom nahm ab und kurz darauf kam er zu mir ins Schlafzimmer. „Anna, Telefon, es ist Francis.“
„Hallo Francis“, sagte ich noch etwas verschlafen.
„Hallo Naturtalent, ich hoffe Du hast jetzt Zeit, hier ist jemand, der Dich kennenlernen will. Er ist ein hohes Tier in der Modelbranche und hat Deine Fotos gesehen.“
Francis war sehr aufgeregt und sprach sehr schnell. „Klar hab ich Zeit, wo soll ich hinkommen? „ „Ein Wagen wird Dich in einer halben Stunde abholen und zu einer großen Agentur fahren, der Fahrer heißt
Magnus und ist mein Bruder.“ Genau eine halbe Stunde später stand Magnus vor der Tür.
Ich machte die Wagentür auf und stieg ein.
„Hallo, Du musst Magnus sein, ich heiße Anna.“ „Ja, ich weiß, du bist die Neue, wir werden wohl jetzt öfter miteinander zu tun haben“, sagte Magnus etwas unfreundlich und fuhr los.
Mir fiel sofort eine große Narbe über seinem rechten Auge auf. Sie war dick und ging von der rechten Augenbraune bis zu seinem Wangenknochen.
Ohne diese Narbe, vielleicht mit einem neuen Haarschnitt und ohne diese dicke Brille würde Magnus gar
nicht mal so schlecht aussehen, dachte ich mir.
Wir kamen nach 15 Minuten in der Agentur an.
Wir sprachen die ganze Zeit kein Wort, sein Blick war so grimmig, dass ich auch nichts zu ihm sagte.
Mit einem kurzen „Tschüss“ stieg ich aus dem Auto aus und Magnus fuhr ohne ein Wort weiter.
Ich wollte gerade hineingehen, da kam mir auch schon Francis entgegen. „Hallo Anna, komm mit rein, wir warten schon auf Dich. Schön, dass Du Zeit hast.“ Francis führte mich in ein großes Büro, auf einem schwarzen Sessel saß ein älterer Mann und blätterte in einer Zeitschrift. „Ah, das muss Ihr Naturtalent sein, Francis, Ausstrahlung hat sie auf jeden Fall“, sagte der Mann, stand auf und gab mir die Hand. „Wenn ich mich vorstellen darf: Ich heiße Wolfgang Klotz und bin Ihre Zukunft- natürlich nur, wenn Sie wollen.“ Wir sprachen noch eine Stunde miteinander, bis ich mich verabschiedete.
Wolfgang Klotz wollte einmal die Woche Fotos von mir machen, und Aufträge hatte er auch schon genug für mich, von einfacher Werbung bis hin zu Laufstegarbeiten.
Natürlich musste ich das Laufen erst noch erlernen, aber damit hatte ich keine Probleme; ich nahm mir vor, in meinem jetzigen Beruf etwas kürzerzutreten, um alles unter einen Hut zu bekommen.
Magnus holte mich wieder ab und fuhr mich nach Hause. Auch auf dem Heimweg sagte er kein Wort und sein Blick war noch grimmiger. Ich stieg aus dem Auto und sagte zu mir:
„Was für ein seltsamer Typ ist das denn?“ Tom empfing mich mit Sekt und einem Kerzenmeer.
Wir verbrachten einen wundervollen Abend.

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Tag der Veröffentlichung: 18.05.2011

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