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I

Begreife dieses Schicksal, junges Herz, -
beinahe lieber noch: begreif es nicht!
Denn wenn du es begriffst, dich ließe Scham
vielleicht nicht weiter leben, - und du hast
so liebe Augen, - nein, begreif es nie;
nur ahn' es, ahn' es, wenn du still einmal
an Menschengröß' und -schicksal schaudernd denkst
und dir gelobst, in deiner guten Brust,
ein Bildner deiner selbst zu sein wie Er.


II

Vor einem Flußbett stand ich, das den Berg, vereist,
hinuntersank, und lauscht', ergriffen hingewandt,
des Felsgewässers unterirdischem Geroll,
das dort, unsichtbar, mächtig murmelnd, seine Bahn
zur Tiefe zog ... ein Bild von Dir mir, hoher Geist,
der du, verschüttet in winterkalte Einsamkeit,
Verborgenheit, Vergessenheit, den stürmenden Gang,
den eingebornen, Deines Schicksals ruhlos wallst,
den unbekümmerten, der nur nach seiner Tiefe strebt.


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