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Kapitel für sich

TWITTLER DENKLER

Der Hauptstadtkorrespondent von Süddeutsche.de Thorsten Denkler gibt aufgrund einer Fernsehreportage ("denglisch: feature") ordentlich zu denken. Nach eigenen Worten besteht also die Wahrnehmung eines Termins in einem ganz einfachen Arbeitsablauf. Er hockt sich also typischerweise in den Bundestag, um sich eine Debatte reinzuziehen, die man als die durch das Bundesdorf Berlin getriebene "Sau des Tages" bezeichnen könnte. Nach eigenen Worten benötigt Denkler fuer seine Arbeit eine ausgeprägte "Einschätzungskompetenz". Hiernach wird er vor allem einschätzen müssen, was die "Sau des Tages" sein könnte. Auf diese und den damit einhergehenden Recherche-Termin, weiß sich Denkler also bestens zu verwenden. Er kapriziert sich also zum einen auf das Erlauschen dieser Debatte, schnappt irgendein Informationsschnitzel auf, was sodann zum anderen einer Twitterprozedur unterzogen wird. Diese besteht bekanntlich in einer simplen Aussendung von zu verbreitenden Kurznachrichten. Der in der Folge auftretende Informationswiderhall an Retweets - von wem auch immer - darf sodann auch schon als das Gros seiner Recherche-Grundlage betrachtet werden. Das funktioniert wirklich genial primitiv.

Sodann aber gilt es für diesen "Twittler" aus eben diesem Informationswust nach seinen eigenen Worten etwas herauszufiltern, was für Denkler "eine gewisse Wahrheit" enthalten könnte. Eine gewisse Wahrheit für Denkler, den "Twittler" eben. Vielleicht eine für ihn lukrative Wahrheit, wohl diejenige, die auch seinen Retweetern behagen könnte, in deren Abhängigkeit er sich beruflich begeben hat. Das sind eben Politiker und deren Konsorten.  Solche Wahrheiten strickt Denkler in seine "Online-Features" ein.

"Wir haben zu danken" lautet eine dieser von Denkler ertwitterten Wahrheiten, wenn es um den ungebremsten Zustrom von Rumänen und Bulgaren in die deutsche Sozialsphäre im allgemeinen und in den wie auch immer gearteten deutschen Arbeitsmarkt im speziellen geht.

"Wir haben zu danken" so titelt man ein Feature über die "Zuwanderungsdebatte über Rumänen und Bulgaren". Eben dieses Feature endet textlich abschließend mit der folgenden "Wahrheit":

"Ohne Zuwanderung geht es Deutschland schlecht."

Und:

"Das Land braucht dringend Fachkräfte in fast allen Bereichen. Ohne die Hilfe von Rumänen und Bulgaren würde mancher deutsche Unternehmer seine Aufträge nicht abarbeiten können."

Und:

" Das verdient Dank, Anerkennung und zumindest gerechte Bezahlung. Aber keine Herabwürdigung durch Debatten über eine angeblich grassierende Armutszuwanderung."

Alles wahr oder was? - Nun, Denklers "ertwitterte" Wahrheit eben:  Das könnte die aus seinem Sammelsurium von Retweets abgeleitete und die auf seiner "Einschätzungskompetenz" beruhende Wahrheit sein. Das könnte auch die Wahrheit sein, die nach seiner "Einschätzungskompetenz" von seiner Leserschaft noch ganz gut geglaubt werden könnte. - Sagenhaft einschätzungskompetent, dieser tagtäglich  unermüdlich vor sich hin twitternde Thorsten Denkler. Die Online-Kommentare zu seinen "Features" nehmen sich zwar im Haupttenor  ganz anders aus. Aber das scheint diesem Wahrheitsexperten "Denkler" schon gleich gar nicht das Genick brechen zu können.  

Dieser hier geschilderten Denklerschen Online-Wahrheiten aus Berlin wird sich womöglich auch noch der im "virtuellen Off" arbeitende Teil der Süddeutschen Redaktion  bis zum Azubi hinunter recherchemäßig bedienen.  Die Informationswurst, die dabei jedoch herauskommt, kann man sich denken, dürfte aber dem virtuell weniger versierten Leser , also dem "Gros" der Leserschaft der "Süddeutschen", problemlos zur informationellen Hauptkost gereichen.

Wer sich ein wenig mit dem Arbeitstil des in Westfalen gebürtigen Thorsten Denkler befassen möchte, kann gerne mal den folgenden Link von Videoreporter.abzv.de (s. u.) anklicken. Die frühere Tätigkeit bei der vor sich hin darbenden "taz" scheint für ihn das Sprungbrett zu seiner jetzigen Tätigkeit als Hauptstadt-Online-Korrespondent der Süddeutschen gewesen zu sein. Das Sprungbrett also zum wirklich besonders einschätzungskompetenten Wahrheitsexperten dieser Tageszeitung . Nämlich einem virtuellen Online-Redakteur,  der den Spagat zwischen "Getwitter" und dem irgendwie gearteten Wahrheitsquantum so richtig schön hinkriegen muß, um die unglaublichen SZ-Features seines Schlages auf die Reihe twittern zu können.



http://www.sueddeutsche.de/politik/zuwanderungsdebatte-ueber-rumaenen-und-bulgaren-wir-haben-zu-danken-1.1906079?commentspage=all:3:#comments

http://videoreporter.abzv.de/2013/thorsten-denkler-sueddeutsche-de/


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Tag der Veröffentlichung: 03.10.2014

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