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Durch den Sarek-

und den Stora Sjöfallet

Nationalpark

Berthold Kogge

Copyright © 2016 Berthold Kogge

Verlag: BookRix GmbH & Co. Kg, München

Berthold Kogge

 

Durch den Sarek-

und den Stora Sjöfallet

Nationalpark

 

Ritsem, Padjelantaleden, Sjnjuvtjudisjåhkå, Suottasjjåhkå, Tjievravárásj,

Tjårok, Oarjep Atjek, Vuosskelvágge, Pietsaure, Saltoluokta

 

August 2015

 

08. - 09. August

 

Tja, eigentlich ist es jedes Jahr das Gleiche. Rucksack schultern, Tagesrucksack mit der Reisenahrung in die eine Hand, aus der Wohnung raus, einmal über den Hügel der Altstadt zum Bahnhof, und wie immer Gleis 5.

 

Als kleine Vorgeschichte wäre noch zu erwähnen, dass man mir, als ich mir das Ticket, für die Strecke Lübeck-Kopenhagen, am Bahnhof gekauft habe, die Auskunft gab, dass der Zug nur bis nach Rødby fahren würde. Dort müsste ich in den Regionalzug umsteigen, da der ICE von Rødby wieder zurück nach Deutschland fahren würde.

 

Nun, solange ich rechtzeitig in Kopenhagen ankommen würde, war es mir ja egal. Trotzdem fragte ich gleich nach, ob der ICE denn wirklich bis nach Rødby fahren würde, da es doch eigentlich unsinnig sei, den Zug in Puttgarden auf die Fähre zu schicken, in Rødby ihn von der Fähre fahren zu lassen, nur damit wir am dortigen Bahnhof, knapp 100 m hinter der Fähre, aussteigen können, und danach der Zug gleich wieder mit der Fähre zurück geschickt wird. Man bestätigte mir aber, dass der Zug wirklich noch mit der Fähre bis nach Rødby fahren würde.

 

Der Zug kam auch pünktlich, und so ging es ohne Probleme in Richtung Puttgarden. Auch im Zug bestätigte man uns noch einmal allgemein, über die Lautsprecher, dass der Zug bis Rødby fahren würde. Man wies sogar noch einmal explizit darauf hin, dass der Aufenthalt im Zug während der Fährfahrt verboten ist, und man sich, sobald der Zug auf der Fähre eingetroffen ist, auf die Besucherdecks des Schiffes zu begeben habe.

 

Auf der Höhe von Oldenburg/H wurde uns dann aber mitgeteilt, dass wir doch schon in Puttgarden den Zug zu verlassen hätten, zu Fuß auf die Fähre zu gehen haben, und dann in Rødby in den entsprechenden Regionalzug steigen müssen.

 

Der Zug bremste bereits ab, um in Puttgarden zu halten, da wurde noch schnell durchgegeben, dass in Rødby kein Regionalzug auf uns warten würde, sondern Busse bereitgestellt sind.

 

Einige Reisende, die wohl in Kopenhagen den Anschlusszug gebucht hatten, wurden merklich nervös. Nun, ich war da etwas vorsichtiger gewesen und hatte mir in Kopenhagen zwei Stunden Aufenthalt gesichert. Das dürfte wohl als Zeitpuffer genügen.

 

Eine Frau mit einem kleinen Mädchen, die wohl beide das erste Mal diese Strecke fuhren, fragte mich völlig nervös, wie weit es denn vom Bahnhof zur Fähre – und in Rødby von der Fähre zu den Bushaltestellen sei, und wie sie denn dort das alles finden kann. Ich sah wohl so rustikal gekleidet aus, dass die Frau annahm, ich würde des Öfteren in den Norden fahren und hätte somit einen gewissen Wissensvorsprung.

 

Auch wenn ich selbst noch nie in Puttgarden und Rødby umgestiegen bin, da der Zug aus Lübeck es bis jetzt jedes Jahr geschafft hat, bis Kopenhagen durchzuhalten, nahm ich die beiden an die Leine. Von Puttgarden wusste ich immerhin, dass die Fähre gleich hinter dem Bahnhof liegen würde, und vom Bahnsteig aus ist so eine Fähre ja nicht zu übersehen. Und für Rødby nahm ich an, dass die Busse gleich am Bahnhof stehen würden, der auch kurz nach der Anlegestelle sich befindet. Außerdem, wenn man nicht gleich als Erster aus der Fähre läuft, braucht man eigentlich nur der Masse zu folgen; und sollte das falsch sein, haben sich eben alle geirrt, und leer würden die Busse sicher nicht losfahren. Immer der Herde hinterherzulaufen, mag zwar oft falsch sein, aber hier war ich mir ziemlich sicher, dass das kein großer Fehler sein würde. Ich brachte also die beiden wohlbehalten auf die Fähre, und dort machten wir als Treffpunkt den Passagierinformationsstand aus, wo ich sie, als wir in Rødby einliefen, auch wieder abholte, und sie zur Bushaltestelle brachte, wo schon Busse, mit einem Zug-Logo und den Hinweis „Kopenhagen“, auf uns warteten.

 

Rucksack in den Gepäckteil eines der Busse packen, und ab in den Bus.

 

Ohne Aufenthalt zwischendurch, ging es direkt zum Kopenhagener Hauptbahnhof, sodass wir sogar vor der Zeit ankamen, zu der der Regionalzug, den ich ja schon in Lübeck gebucht hatte, dort hätte eintreffen sollen.

 

Der Rest der Fahrt ging dann völlig normal nach Plan weiter. Von Kopenhagen nach Stockholm, und von dort mit dem Nachtzug nach Gällivare.

 

 

10. August

 

Von Gällivare ging es mit dem Bus nach Ritsem zur Fjällstation, und von dort mit dem Boot der Fjällstation über den Akkajaure, an die Südseite des Sees, wo ich mich auf dem Padjelantaleden auf den Weg nach Süden machte.

 

 

Die Hoffnung, dass ich mich so ziemlich alleine auf den Weg machen würde, zerschlug sich leider sehr schnell. Nicht, dass die anderen Wanderer, die auch mit der Fähre über den See gekommen waren, mir ständig vor den Füßen herumtrampelten; nein, das war es nicht. Aber ich war noch keine fünf Minuten unterwegs, da hatte ich schon mehr Mückenstiche, als ich vor zwei Jahren während der ganzen Wanderung bekommen hatte, als ich auch von hier gestartet war. Die Viecher waren einfach überall. Und das in Massen.

 

Ich war also noch gar nicht richtig los gewandert, da hieß es schon gleich erst einmal anhalten und sich ordentlich mit Mückenschutz einschmieren. Und das gründlich, auch die Haare komplett, da bei meinem kurzen Haarschnitt die Mücken auch dort voller Begeisterung auf mich einstachen. Diesen Wink mit dem chemischen Zaunpfahl verstanden auch die Mücken und hielten sich, zumindest etwas, auf Abstand.

 

Ich ging an den Akka-Fjällhütten vorbei und genoss es wieder hier zu sein. Der Padjelantaleden ist gut ausgetreten, teilweise könnte man schon sagen, zu gut ausgetreten, da es direkt auf dem Weg überhaupt keine Pflanzen mehr gibt, und die nackte Erde, bei jedem Sturzregen, weiter weg geschwemmt wird. Wo es etwas sumpfig oder sonst schwierig wurde, waren Holzbohlen ausgelegt, sodass es hier überhaupt keine Schwierigkeiten gab. Meine erste größere Pause machte ich an der Brücke, die über den „Vuojatädno“ führt. Keks- Wasser- und Fotopause.

 

 

Der „Áhkká“, links von mir, hatte dieses Jahr eindeutig mehr Restschnee als in sonstigen Jahren im August. Der Frühling war dieses Jahr hier im Norden unterdurchschnittlich warm gewesen, regelrecht kalt, und jetzt im August war es auch noch viel zu kalt für die Jahreszeit, was auch mir gleich aufgefallen war.

 

 

Aber die Kälte hielt die Mücken nicht davon ab, sich sofort, als ich stehen blieb, auf mich zu stürzen. Bevor ich also mit meiner Pause anfing, schmierte ich mich noch einmal ausgiebig mit Mückenschutz ein.

 

 

Nach der Pause ging es dann über die Brücke (hier ein Blick zurück),…

 

 

… und dahinter gleich an den folgenden steilen Anstieg. Der einzige größere Höhenunterschied am heutigen Tag. (Von da oben schoss ich das nächste Foto, zu dem Fluss, über den ich gerade gekommen war, weiter in Richtung Fluss aufwärts.)

 

 

Ach, es war fantastisch wieder hier zu sein. Ich genoss das gute, wenn auch kalte Wetter, auch wenn die Mücken weiterhin fleißig versuchten an mein Blut zu kommen. Zum Glück hatte ich ausreichend Mückenschutz mit, sodass ich mir die Blutsauger, sollte es nicht besser mit ihnen werden, auch während der ganzen Wanderung einigermaßen auf Abstand halten konnte.

 

Dann machte ich mich auf den Weg über die Brücke.

 

Der Weg ging mal oberhalb der Baumgrenze längs, sodass ich eine weite Fernsicht hatte, mal lag er unterhalb der Baumgrenze, sodass ich dann durch einen lockeren Birkenwald ging. Hier auf der Strecke kannte ich den Weg schon, erst ungefähr in zwei Tagen würde ich Neuland betreten, und so ging ich gemütlich in Richtung Süden.

 

Gegen 15:30 Uhr kam ich, nachdem ich über die Brücke, die über den „Sjnjuvtjudisjåhkå” gespannt ist, gegangen war, an den Platz, wo die drei Nationalparks (Padjelanta, Strora-Sjöfället und Sarek) zusammenstoßen.

 

 

Ich schoss noch schnell von der Brücke aus ein Foto in Richtung des Sareks, ...

 

 

... und suchte mir dann in diesem Dreieck, das zwischen den beiden Flüssen „Sjnjuvtjudisjåhkå” und „Sjpietjavjåhkå” liegt, an dem zweitgenannten Fluss, der klares Wasser mit sich führt (der andere hat Gletscherwasser), einen schönen Übernachtungsplatz, machte es mir dort gemütlich und ließ den Rest des Tages, meist sitzend gegen meinen Rucksack gelehnt, ruhig ausklingen, während ich es einfach innerlich genoss, wieder hier zu sein.

 

 

11. August

 

Über Nacht bin ich einmal kurz wach geworden, da meine Nase dicht war, was bei mir auch gleich immer mit leichten Kopfschmerzen verbunden ist. Ich bin aber schnell wieder eingeschlafen, und erst gegen 7:30 Uhr endgültig, mit dichter Nase und leicht geschwollenen Augen, wach geworden, und bin dann auch gleich aufgestanden.

 

 

Ich holte mir Wasser vom Fluss, kochte Frühstück, packte in aller Ruhe meine Sachen, mit vielen Pausen, um mir einfach

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Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 16.10.2016
ISBN: 978-3-7396-7889-4

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