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Die Herbstfee

Manfred Basedow

 

 

Es war einmal am Ende des Sommers, da erschien ein engelsgleiches Wesen von beraubender Schönheit, auf der großen Waldlichtung hernieder.

 

Mit ihrem besonderen Zauberstab berührte sie die Blätter der Bäume, die sich unmittelbar bunt verfärbten.

 

Die Früchte daran bekamen ihre Farben, die jedem bedeuteten, dass sie reif waren, um geerntet und in die Winterspeicher gebracht zu werden.

 

Zwischen den Farnwedeln schwebten die jungen Spinnen an ihren Spinnfäden hinaus in die Welt.

 

Nach regnerischen Nächten, ließ die Fee die Pilze aus dem Boden schießen, nach denen auch die Kinder Jonas und Antonia gern her waren, um ihre Körbe zu füllen, damit ihre Mama eine leckere Pilzpfanne kochen konnte.

 

Regnerische Tage und Sonnenreiche sorgten für die besondere Stimmung dieser bunten Jahreszeit, dem Herbst.

 

Eines Morgens waren beide Geschwister im Wald unterwegs, jedes mit je einem Korb unter dem Arm. Sie hatten schon etliche Hallimaschs und Maronen entdeckt und in ihre Behälter gelegt, als sie an jener Waldlichtung ankamen. Wie immer bewegten sie sich leise und vorsichtig, weil ihr Vater ihnen erklärt hatte, dass sie die Tiere im Wald nicht erschrecken durften.

 

Gerade als sie dort an der Wiese erschienen, funkelten ziemlich in der Mitte bunte Sterne, begleitet von einem gleißenden Licht, dann stand eine schöne Frau in einem herbstbunten Kleid gewandet, vor den Kindern.

 

Vor Staunen blieb ihnen der Mund offen stehen, wollten gar nicht glauben, so ein Wunder zu sehen.

 

In einer bezaubernden Stimme sprach die Herbstfee zu den Beiden: „Wenn ich mich richtig informiert habe, seid ihr die Geschwister Jonas und Antonia.“ Völlig überrascht, woher sie das wissen konnte, fragte der Junge nach: „Das stimmt, doch woher kommt es, dass Sie unsere Namen kennen?“

 

„Ich beobachte euch schon, seit ihr das erste Mal vor drei Jahren in diesen Wald kamt, um Pilze und Reisig zu sammeln. Nicht einmal fiel mir auf, dass ihr durch Streits auffällig wurdet. Deshalb bin ich euch heute erschienen, denn ich bin die Herbstfee. Ich lege die Tautropfen auf die Spinnweben, die in der Morgensonne glitzern, lasse das Eichhörnchen genügend Vorräte für den Winter anlegen und färbe die Blätter am Baum bunt.

 

Euch wird heute ein besonderes Feen -Wunder zuteil. Seht euch eure Körbe an. Sie sind schon bis an den Rand gefüllt, mit den besten genießbaren Pilzen. Entnehmt den gesamten Inhalt der Pilzkörbe, dann füllt er sich erneut. Damit ihr nun nicht vor lauter Pilzen, den Küchenherd nicht mehr findet, prägt euch folgenden Spruch ein: „Liebes Körblein bleibe stehn, lass uns deinen Boden sehn.“ Dann bleiben sie leer, wie gewünscht. Schickt euch eure Mutter wieder in den Wald, lauft ein Stück weit in ihn hinein, damit sie euch nicht mehr erblicken kann. Sagt dann den Spruch auf: „Liebes Körblein sammle fein, die guten Pilze in dich hinein.“ Schon füllen sie sich wieder. Aber außer euch darf niemand davon erfahren, auch nicht eure Eltern.“

 

Gerade wollten die Kinder danke sagen, als die Fee schon wieder verschwunden war.

 

Freudig machten sie sich auf den Weg nach Hause, denn mit den vollen Körben musste ihre Mutter zufrieden sein. Dann bliebe den Kindern mehr Zeit zum Spielen auf dem Hof.

 

Als sie die Küche betraten, stand die Hausfrau gerade am Herd, um für die Familie das spärliche Mittagessen zu kochen, denn sie waren arme, einfache Leute.

 

Jonas rief stolz: „Sieh mal Mama, wie viele Pilze wir gefunden haben! Die reichen für eine Pilzpfanne, und zum Trocknen bleiben auch genügend übrig.“

 

Als sie die Körbe geleert hatten, flüsterten die Kinder das gelernte Sprüchlein auf. Tatsächlich blieben sie leer.

 

Die Mutter war wirklich gerührt vom Fleiß ihres Nachwuchses, drückte jedes an sich und sagte: „Ihr wart wirklich emsig. Am Wochenende kommt der Jahrmarkt in die nahe Stadt. Da könnten wir die frischen Pilze verkaufen. Für das Geld kaufen wir dann andere notwendige Lebensmittel, wie Mehl, Zucker und für euch ein kleines Spielzeug.“

 

Jonas antwortete: „Ja, einverstanden, wir gehen gleich morgen in der Früh in den Wald und suchen neue frische Pilze.“

 

Genauso geschah es und, noch bevor die Sonne sich am östlichen Horizont zeigte, waren die Geschwister mit ihren Körben unterwegs in das grüne Gehölz.

 

An einer Lichtung, die weit genug von ihrer Hütte entfernt war, dass weder Vater noch Mutter sie sehen konnten, sagten sie den gelernten Spruch auf. Es dauerte keine zwei Minuten, da waren sie wieder randvoll gefüllt. Jonas und Antonia saßen auf einem Baumstumpf und beobachteten, was im Wald alles vor sich ging. An der großen Fichte befand sich ein großer Ameisenhaufen, wo unzählige Waldameisen ein- und auskrabbelten.

 

Ein Eichelhäher saß auf einem Zweig und gab mit seinem Gezeter den anderen Tieren zu verstehen, dass jemand in der Umgebung war, der es vielleicht nicht gut mit ihnen meinte. Das Eichhörnchen, mit seinem buschigen Schwanz, traute sich ganz nah an die Kinder heran, sammelte eine Eichel ein und war ruckzuck wieder auf einer großen Buche verschwunden, wo es sich gekonnt von Ast zu Ast bewegte, als könnte es fliegen.

 

Sogar eine Ricke mit ihrem niedlichen Kitz betrat die kleine Lichtung, schien sich unbeobachtet zu fühlen.

Dieses Mal kehrten Jonas und Antonia absichtlich etwas später wieder nach Hause, erzählten, sie müssten diesen Morgen noch tiefer in den Wald, um genügend Pilze zu finden.

 

Mit der frischen Ernte des Waldes machte sich die Mutter mit ihren Kindern auf den Weg in die Stadt.

 

Auf dem Jahrmarkt fanden sie einen guten Stand, wo sie die frischen Pilze rasch verkauften. Die Qualität kam auch dem Hofkoch des Königs zu Ohren, der sich höchst persönlich davon überzeugen wollte.

 

Als er den Platz gefunden hatte, musterte er die Pfifferlinge und Steinpilze, die wirklich appetitlich frisch dufteten.

„Gnädige Frau, lassen sie zwei Körbe voll in die Schlossküche bringen, ich bin der Hofkoch des Königs.“

 

Die Bäuerin machte einen Hofknicks, bedankte sich für das gute Geschäft, das ihr zwei Taler einbrachte.

„Kinder, bringt bitte beide Körbe voll Pilze in das königliche Schloss zur Hofküche. Der Koch persönlich, kaufte gerade bei uns für zwei Taler ein.“

 

So begleiteten Jonas und Antonia den Hofdiener zu dessen Ort, wo er für den verwöhnten König immer neue Speisen kreieren musste, um ihn zufrieden zu stellen. In den letzten sieben Jahren war dieser Posten fünfmal neu besetzt worden.

 

In der Schlossküche packten die Geschwister ihre Körbe aus und sagten dann den Spruch auf: „Liebes Körblein bleibe stehn, lass uns deinen Boden sehn.“

 

Die Körbe blieben nun leer, wie es die Herbstfee versprochen hatte.

 

Zur Belohnung gab ihnen der Hofkoch je einen Teller seiner selbst ersonnenen Pilzsuppe zum Probieren.

Die schmeckte wirklich lecker, was bei seinen, ihm zur Verfügung stehenden Gewürzen, kein Wunder war.

 

Zum Abschied sagte der Starkoch des Königs: „Von Stund an, ist eure Mutter Hoflieferantin für die Schlossküche. Alle vier Wochen erwarte ich euch mit zwei neuen Körben voller Pilze. Sagt ihr das.“

 

Freudestrahlend kehrten die Kinder auf den Markt zurück, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurden. „Erzählt schon, wie es euch ergangen ist“, fragte ihre Mama, die vor Neugierde fast platzte.

 

„Dem Koch gefielen unsere Pfifferlinge und Steinpilze so gut, dass er nur noch von uns beliefert werden möchte. Du wurdest höchstpersönlich von ihm zur Hoflieferantin ernannt“, antwortete ihr Sohn.

 

An diesem Tag nahm die Familie so viel Geld ein, wie sonst an mehreren Markttagen zusammen. Die Mutter kaufte die Lebensmittel, die sie zum Kochen und Backen brauchte. Für die Kinder gab es zwei Spielzeuge, dabei war ja noch kein Weihnachten.

 

So vergingen die Jahre im Fluge. Aus den Kindern von einst waren längst ein junger Bursche und eine junge Frau herangewachsen.

 

Mittlerweile brachte nur noch Jonas die monatliche Pilzlieferung aufs königliche Schloss. Eines Tages, als es wieder einmal soweit war, erreichte der junge Mann fast zeitgleich die Zugbrücke, wie die Tochter des Königs, die Prinzessin Hannelore, in ihrer vornehmen Kutsche.

 

Sie warteten nebeneinander, während die Stadtwache die Brücke herunter ließ. Dabei begegneten sich die Blicke der Beiden wie zufällig. Ihr gefiel das Aussehen des Burschen und ließ die Kutsche anschließend dem Mann folgen. Sie wollte unbedingt in Erfahrung bringen, wer da zu wem in das Schloss wollte.

 

Jonas sah sehr gut aus, schien auch sonst ein gewitztes Kerlchen zu sein, der sich nicht so schnell die Butter vom Brot stehlen ließ.

Auch ihm war das Interesse der Prinzessin aufgefallen, tat aber so, als würde er sie nicht bemerken.

 

Er klingelte an der Türglocke zur Hofküche, wo ihm der inzwischen alt gewordene Hofkoch persönlich hinein bat. „Guten Morgen, da seid Ihr ja wieder mit euren unverwechselbaren frischen Pilzen.“

 

Hannelore hatte heimlich gelauscht. Als der junge Mann nun wieder aufbrechen wollte, stießen sie zusammen.

 

 

Er fühlte sich erstmal, wie vom Blitz getroffen, weil die junge Frau eine atemberaubende Schönheit ausstrahlte. Ihr gelocktes blondes Haar war perfekt frisiert und umschmeichelte ihr noch schöneres Antlitz.

 

Galant schickte er sich an, sich zu entschuldigen, doch sie war schneller. „Wer bist du und was machst du hier auf dem Schloss meines Vaters?“, wurde Jonas von Prinzessin Hannelore gefragt.

 

„Ihre königliche Hoheit, Prinzessin …..“ Doch sie entgegnete: „Lass die umständlichen Anreden, wie im Thronsaal. Nenn mich einfach Hannelore.“

 

„Danke, für Ihr, Verzeihung dein Entgegenkommen. Ich bin der Sohn der königlichen Hoflieferantin, die seit Jahren dem Hofkoch monatlich frische Pilze aus dem Wald liefert, um die Speisekarte zu bereichern.“

 

„Ich frage mich, wie und wo du mit deiner Familie lebst.“ „Von mir aus gerne, das ist kein großes Geheimnis.“ „Kommst du morgen am frühen Abend zum Eingang am Marsstall, wo unsere Pferde in ihren Boxen stehen?“ „Ja, ich werde da sein“, gab ihr Jonas zur Antwort.

 

Eilig kehrte er zum Marktstand seiner Mutter zurück und erzählte ihr, was er gerade erlebt hatte.

 

„Dann geht bitte gleich nach unserer Heimkehr zu Hause in den Wald und sammelt frische Pilze, damit wir für die Prinzessin ein schmackhaftes Essen kochen können.“

 

Wieder bewaffneten sich die beiden Geschwister Jonas und Antonia mit ihren Körben, um im Wald Pilze zu suchen. Dieses Mal gingen sie wieder zu der Lichtung, wo sie einst auf die Herbstfee trafen.

 

 

Wieder sagten sie den Spruch auf: „Liebes Körblein sammle fein, die guten Pilze in dich hinein.“ Während sie dem Wunder mit den Augen folgten, nahmen sie gar nicht war, dass an diesem Morgen wieder die Herbstfee erschien.

 

„Wie ich sehe, geht es euch gut, die Wunderkörbe haben euch in eurem Leben bisher viel Glück gebracht. Aber Jonas, morgen kommt die Prinzessin Hannelore zu euch. Nehmt euch vor ihr in Acht, denn egal, wie freundlich sie ist, nie darf sie hinter das Geheimnis mit den Pilzkörben kommen. Sie würde alles daran setzen, um diese Wunderdinge zu besitzen. Das ist ihr größtes Steckenpferd.“ „Das mag ich gar nicht richtig glauben. Als sie mich heute Morgen auf dem Schloss angerempelt hat, machte sie eigentlich einen Vertrauens erweckenden Eindruck auf mich. Sie bat mich gleich, sie mit Du anzureden, weil sie keine förmliche Anrede wünschte.“

 

Die Herbstfee gab Jonas einen besonderen Ring. Der hatte die Eigenschaft, wenn sich jemand in seiner Nähe aufhielt und die Unwahrheit sagte, sich zu verfärben. Damit sollte er feststellen, ob Prinzessin Hannelore es ernst mit ihm meinte.

 

Am Abend fand sich der junge Bursche am genannten Treffpunkt ein, wo sie schon auf ihn wartete. Zur Begrüßung fiel sie ihm um den Hals, als würden sie sich schon sehr lange lieben.

 

„Guten Abend, Hannelore, wohin gedachtest du denn nun mit mir zu gehen?“, fragte der junge Pilze Sammler.

 

„Guten Abend, sehr gern folge ich dir zu deinem Zuhause, weil ich mich dafür interessiere, wie du und deine Familie lebst.“

Also begaben sie sich beritten in das Dorf, das in der unmittelbaren Umgebung zur königlichen Hauptstadt lag. Dichte Wälder umschlossen den kleinen Ort.

 

Jonas war sehr stolz, als er seiner Mutter und Schwester die Prinzessin persönlich vorstellen konnte.

 

Nach der herzlichen Begrüßung bat die Bäuerin den Gast und die Familie am Tisch Platz zu nehmen. Sie servierte ihnen ihre Pilzsuppe nach einem alten Familienrezept, die auch Hannelore sehr mundete.

 

Nun ließ die junge Frau die Blicke schweifen. Die kleine, bescheidene Hütte war spärlich eingerichtet. Neben der windschiefen Tür auf der rechten Seite befand sich an der langen Wand der Herd, um den herum das Familienleben stattfand. Andere Räume gab es nicht, außer der Speisekammer und draußen ein Stall mit einem Schwein und vier Hühnern. Eine typische gestreifte Hauskatze umschmeichelte die Beine der Prinzessin, die so ein paar Streicheleinheiten erhoffte.

 

 

„Lass uns nun in den Wald gehen, wo du und deine Schwester immer die frischen, schmackhaften Pilze herholt, die unserer königlichen Familie so gut munden.“

 

Antonia tänzelte voran, während Jonas und das gekrönte Mädchen wie turtelnde Verliebte wirkten, die hinter der Schwester folgten.

 

Im Wald erklärte er ihr, was für Pilze sie sammelten und welche da bleiben sollten, weil sie giftig waren.

 

 

Sie machten sich getrennt an die Arbeit. Als die Geschwister meinten, dass die Prinzessin weit genug weg war, sagten sie ihre Sprüchlein auf und ihre Körbe begannen sich wieder wie von selbst zu füllen.

 

Hannelore war aber sehr listig, witterte geradezu, wenn irgendwo in ihrer Nähe magische Wunder passierten. Deshalb schlich sie sich heimlich wieder an Jonas und Antonia heran und prägte sich den Zauberspruch ein, der die Körbe füllen ließ.

 

Doch, dank des Ringes von der Herbstfee, erkannte er was sie vorhatte. Scheinbar ließ er sie gewähren.

 

In einem vermeintlich unbeobachteten Moment tauschte sie ihren eigenen einfachen Korb gegen den von Jonas aus, verschwand mit ihrer magischen Beute in ihrem Zimmer auf dem Schloss.

 

Während dessen wuchs der Pilzberg immer weiter an, folgte ihr, wie eine verräterische Spur. Bald bekam sie in ihrem Gemach kaum noch Luft, weil sie ja den anderen Spruch nicht kannte, der die Körbe mit dem Sammeln anhielt.

 

Mittlerweile waren die Straßen und Pfade der Hauptstadt mit den Schwammerln bedeckt.

 

Als letzten Ausweg sah sie nur noch, dass sie ihrem Vater, dem König ihren Fehler beichtete. Der sandte einen berittenen Diener zu Jonas: „Ihr müsst uns unbedingt von dieser Pilzflut befreien. Sie nehmen uns bereits die Luft zum Atmen!“

 

Vergnügt folgte der junge Mann dem Reiter auf das Schloss, wo er in den Thronsaal geführt wurde, wo der Vater der Prinzessin Hannelore, König Johann II. auf dem Thron saß.

 

Jonas, der eine gute Erziehung genossen hatte, verbeugte sich mit dem Hofdiener und wartete seelenruhig, was der König von ihm wollte. Ringsumher wuchsen derweil die Berge der Pilze ohne Unterlass.

 

„Sie kommen uns wie gerufen. Es tut mir sehr leid, aber meine Tochter Prinzessin Hannelore besitzt die Eigenschaft, dass magische Dinge sie wie ein Magnet anziehen. Deshalb wurde sie auf das Wunder eurer Pilzkörbe aufmerksam, wollte sie unbedingt ihrer Sammlung der magischen Gegenstände hinzufügen.

 

Wenn ihr es schafft, die Körbe anzuhalten, dass sie keine neuen Pilze mehr hervorbringen, gebe ich euch meine Tochter zur Frau und das halbe Königreich als Mitgift.“

 

Jonas entgegnete jedoch: „Die Körbe werde ich stoppen, damit es in Ihrem Reich nicht schimmlig zu riechen beginnt. Die Pilze müssen sofort abtransportiert werden. Aber Ihre Tochter heirate ich niemals, denn sie hat sich mir gegenüber sehr schändlich betragen, mein Vertrauen missbraucht.“

 

Dann kämpfte er sich bis zum Gemach der Hannelore durch, wo nach wie vor Pilze aus dem Korb kamen.

 

Er stopfte ihr dicke Steinpilze in die Ohren, dass sie nichts hören konnte und sagte den Spruch auf: „Liebes Körbchen bleibe stehn, lasse uns deinen Boden sehn.“ In dem Moment hörten die Körbe auf ihr Wunderwerk zu vollbringen. Es zuckten ein paar Blitze, dann stand die Herbstfee im Gemach.

 

„Jonas, du hast weise gehandelt, indem du die Warnungen ernst nahmst. Dir zu Ehren wird auf dem großen Marktplatz ein großer Bauernball stattfinden, wo das ganze Volk feiert und sich amüsiert.

 

Dort lernte Jonas das Bauernmädchen Luise kennen, mit dem er die ganze Nacht hindurch tanzte. Ein halbes Jahr später führte er sie als seine Braut in die Kirche.

 

Die Körbe versahen auch weiter ihre Dienste für Jonas und Antonia, die dadurch nie Hunger litten und ein glückliches Leben führten.

 

 

 

 

® Manfred Basedow, 26.09.2019, Rostock

 

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 26.09.2019

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