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Wandlung

 

Der Jäger hatte den Nachtwandler an die Häuserwand gedrängt und drückte ihm mit dem Unterarm die Kehle zu. In der anderen Hand hielt er ein langes Messer, dessen Spitze er ihm langsam zwischen die Rippen schob, gerade tief genug um an seinem Herzen zu kratzen. Der Blutsauger wimmerte vor Schmerz.

»Wenn du aufhörst zu Wimmern, mach´ ich es kurz und schmerzlos. Es liegt ganz bei dir.« Emotionslos kamen die Worte über seine Lippen.

Mit angstvoll geweiteten Augen blickte der Blutsauger ihn an. Er wusste dass seine Existenz ein Ende hatte. Einem Jäger konnte man nicht entkommen, schon gar nicht einem Ursprünglichen – keine Chance. Er konnte flehen, bitten und betteln, es würde nichts nützen. Aber er konnte sein Leiden verkürzen. Er gab den Widerstand auf und wurde ganz still. Der Druck auf seine Kehle ließ ein wenig nach, aber die Messerspitze steckte immer noch in seiner Seite. Direkt an seinem Herzen fühlte er die Klinge, spitz und kalt. Ergeben schaute er in den Nachthimmel hinauf. Unzählige Sterne glitzerten dort oben. Ein Mond, so hell und klar wie diese Sommernacht, schien auf ihn hinab. Es war das Letzte, was er in seinem Dasein sehen würde. Er schloss die Augen und wartete dass es vorbei war. Er betete nicht. Er dachte nicht. Sah nur das Bild dieses wunderschönen Nachthimmels vor seinem geistigen Auge. Ein stechender Schmerz als die Klinge in sein Herz stieß. Er zuckte kurz auf, der Sternenhimmel wurde dunkel, dann schwarz.

 

Mark zog die Klinge aus dem Blutsauger, der daraufhin zu Boden sackte. Mit dem Stich ins Herz war er erst einmal außer Gefecht gesetzt. Wenn er ihm jetzt nicht den Kopf abschlug, würde er in ein paar Stunden wieder munter durch die Straßen Dublins spazieren, als ob nichts gewesen wäre. Mark tat, was getan werden musste und verbrannte die Überreste dann noch zu einem Häuflein Asche.

Plötzlich liefen ihm kleine Schauer den Rücken hinab. Er drehte sich um und erblickte sie. In den Schatten der Bäume stand Naoise, ihr unglaublich langes, hellgoldenes Haar wehte im Wind der lauen Sommernacht. Ihre Erscheinung war leuchtend, engelsgleich - wie eine Göttin.

Mark musste schlucken. Sehnsucht befiel ihn wie eine lästige Krankheit, der er nicht Herr werden konnte. Er wollte zu ihr eilen, sie mit seinen Armen umschlingen, sich in ihrem Duft nach Butter und Honig verlieren. Er bebte innerlich vor Verlangen. Wie schön sie war, zu schön, um menschlich zu sein und doch hatte sie menschliche Regungen. Gefühle, die sie auf ihn übertrug.

Er schluckte wieder und riss seinen Blick mit aller Kraft von ihr los. Wann würde sein Wille brechen und er aufgeben? Es konnte nicht mehr allzu lange dauern, das wusste er, denn sie wollte ihn – den Slayer.

Er setzte sich in Bewegung, doch nicht schnell genug. Ein unsichtbares Band legte sich um ihn, das ihn aufhalten wollte, seine Füße kamen nur langsam voran, viel zu langsam. Sie wollte ihn nicht gehen lassen. Selbst seine speziellen Kräfte konnten ihr wenig Widerstand bieten, obwohl er alles gab. Er ging weiter, keuchend vor Anstrengung, versuchte das Band zu durchtrennen, und je weiter er sich entfernte desto schwächer wurde es. Plötzlich war es weg, sie hatte ihn freigegeben.

Mark atmete erleichtert auf und rannte jetzt, was das Zeug hielt. Als er endlich vor dem alten Theater ankam, stützte er seine Hände auf die Oberschenkel und versuchte wieder zu Atem zu kommen. Er brauchte eine ganze Weile, bis er soweit war, dass er hineingehen konnte.

 

~*~

 

Er durchquerte das frisch renovierte Foyer in dem es noch leicht nach Farbe roch, ging durch die Garderobe, dann die Treppen hinauf bis er endlich in der großen Anliegerwohnung war.

Das Gefühl, welches die Fee in seinem Inneren ausgelöst hatte, hallte noch in ihm nach. Es war ein nicht enden wollendes Echo von dem, was sie von ihm wollte.

»Da bist du ja.« hörte er auf einmal Kayla. Sie kam auf ihn zu und umarmte ihn zur Begrüßung. »Du warst die ganze Nacht fort. Wir haben uns schon Sorgen gemacht.«

Mark schaute auf seine Uhr und erschrak. Es war schon früher Morgen. »Ich habe versucht, alle zu erwischen, die etwas wissen könnten.« antwortete er, während er seine Boots auszog und in bequeme Puschen schlüpfte. »Ich hoffe, das waren jetzt alle. Ich habe fünf dieser Viecher erledigt, Kayla.«

»Du meine Güte«, rief sie aus, »fünf in einer Nacht! Ich würde das nie schaffen.«

Mark legte ihr den Arm um die Schultern und sie gingen in die Küche. »Das kannst du auch Darling, du bist schließlich auch eine Ursprüngliche.«

»Aber ich bin nicht so stark wie du, Mark. Beide deine Eltern waren Slayer. Du und Davids Sohn, ihr seid die stärksten Jäger, die es gibt.«

»Nur, dass er davon noch nichts weiß«, murmelte Mark, holte Cornflakes und Schüsseln aus einem Regal und Milch aus dem Kühlschrank. Sie setzten sich an den Tisch und er gab alles in eine Schüssel, die er zu Kayla schob. Dann füllte er sich auch etwas ein und fing an, gierig zu Essen. »Stell doch dein Licht nicht unter den Scheffel, mein Herz«, zwinkerte er ihr dann mit grasgrünen, funkelnden Augen zu. »Habe ich einen Kohldampf …«, meinte er noch, während er einen Löffel nach dem anderen in sich hinein schaufelte. »Ich bin erledigt und werde mich gleich aufs Ohr hauen. Morgen Nacht ist es soweit.«

Bei diesen Worten schossen Kayla Tränen in die Augen.

Mark neigte den Kopf zur Seite, und wurde auf einmal ebenfalls schwermütig, doch er versuchte sie aufzuheitern. »Nicht doch«, sagte er leise und nahm ihr Kinn sanft zwischen seine Finger.

Sie sah ihn mit ihren wunderschönen, dunkelblauen Augen traurig an. »Du wirst nicht mehr derselbe sein. Mark O´Brian wird es nicht mehr geben.« Sie presste die Worte hervor und wischte sich die Tränen aus den Augen. Sie schob die Cornflakes von sich, keinen Bissen würde sie hinunter bekommen.

»Doch, Kayla«, sagte er mit Bestimmtheit. Mark hob ihr Kinn, damit sie ihn ansehen musste. »Ich werde immer noch der gute, alte Mark sein, nur mit ein paar Einschränkungen.« Er wollte sie davon überzeugen, dass es so war, auch wenn er selbst zutiefst daran zweifelte.

Sie umfasste ganz sacht seine Finger und hielt sie fest. Tränen liefen ihr jetzt die Wangen hinab.

Mark wollte sie nicht loslassen, nahm die andere Hand und wischte ihre Tränen mit dem Daumen fort. »Schhh …«, versuchte er sie zu beruhigen und schluckte schwer. »Ich habe gewaltige Angst, Kayla. Glaube nicht, dass es mir leicht fällt. Ich bin wie du ein Jäger, geboren um das Übernatürliche zu bekämpfen. In meinem Herzen werde ich das immer sein, egal was kommt.«

Sie nickte und versuchte zu lächeln, es gelang ihr nicht.

Er beugte sich zu ihr und gab ihr einen Kuss, so zart wie Schmetterlingsflügel. »Lass mich heute nicht alleine, mein Herz«, wisperte er an ihren Lippen.

 

Am späten Nachmittag erwachte er. Kayla war nicht mehr bei ihm. Die Sonne schien durch die Ritzen der Jalousien und legte helle Streifen auf den Boden und die Bettdecke. In ihrem Schein sah er Staubflocken tanzen.

Sein Traum kam ihm in Erinnerung. Vielleicht war es auch kein Traum gewesen, sondern sie hatte ihm wieder eine dieser Visionen geschickt, in denen sie ihm mitteilte, was sie mit ihm machen würde, wenn er endlich nachgab und zu ihr kam.

Naoise quälte ihn damit, ließ ihn nicht in Ruhe, seit er ihr damals, in seiner Heimatstadt Kilkee, zum ersten mal begegnet war. Kurz bevor er zu David Hughes nach Dublin gegangen war, der versuchte, so viele ursprüngliche Slayer wie möglich ausfindig zu machen und um sich zu scharen.

Naoise war ihm gefolgt, hatte ihn gefunden und es nahm kein Ende. Egal wohin er ging, sie würde ihn immer finden. Sie wollte einen Slayer, der stark genug war. Nur von einem Ursprünglichen wie ihm konnte sie bekommen, was sie so sehr wollte.

Seine Gegenwehr wurde immer schwächer. Noch vor ein paar Monaten konnte er sie mental dazu bringen, ihn in Ruhe zu lassen, aber jetzt war er fasziniert von ihrem Anblick. Die Gefühle, die sie in ihm auslöste, gewannen mehr und mehr die Oberhand. Sie war wie eine Geliebte, zu der er sich unwiderstehlich hingezogen fühlte. Heute Nacht jedoch, hatte es ein Ende. Er würde verlieren, was sie von ihm am meisten wollte und er war endlich frei. Doch der Preis war sehr hoch, fast schon zu hoch.

Kaylas Küsse konnte er noch auf seinen Lippen schmecken, ihre Berührungen und ihre Hitze noch spüren. Was würde er danach noch für sie empfinden? Wäre er wirklich noch derselbe, wie er es ihr immer versprach? Verdammt noch mal, ja, sagte er zu sich selbst, schwang die Beine aus dem Bett und ging duschen.

 

~*~

 

In den tiefen Kellergewölben des Theaters roch es muffig und leicht nach Kalk. Die bloßen Steinwände schlossen sich grau um ihn, als er an das Gitter herantrat. Ein uralter Nachtwandler hing angekettet und mit verbundenen Augen an der Wand. Mark ließ seine Kräfte in Wellen emporsteigen und nahm Verbindung auf.

»Nein … nein …«, begehrte der Blutsauger auf als er merkte, wie Mark ihn wieder schwächte, seine Magie aus ihm heraus saugte und in sich aufnahm.

Plötzlich stand Kayla neben ihm, nahm seine Hand und half ihm. Der Nachtwandler wand sich hin und her und heulte und stöhnte, doch er hatte keine Chance. Sie nahmen seine Kräfte in sich auf und vergruben sie in ihrem Inneren.

»Bist du bereit?« fragte Kayla leise.

Mark nickte. Dann spürte er die Anwesenheit von ihm und eine Gänsehaut legte sich über ihn. Solch ein Wesen zu spüren war immer noch irritierend für Mark. Naoise war jung, doch dieser hier war alt und mächtig. Der Erste. Seine Kraft vibrierte förmlich durch Marks Körper, die Verbundenheit war fast schmerzlich zu fühlen. Der Raum füllte sich mit dem Duft nach Butter und Honig. Mark senkte den Blick, er konnte dieses Wesen nicht direkt ansehen.

»Aidan«, grüßte Kayla. Mark konnte nicht verstehen, wie sie das aushielt. Er ertrug es jedenfalls kaum, hielt den Blick gesenkt und lief schnell die Treppen hinauf, raus aus diesem muffigen Gewölbe. Aidans perliges Lachen folgte ihm, als ob er ihn verhöhnte.

 

~*~

 

Dunkelheit umhüllte Mark wie ein samtener Mantel und er fühlte … nichts. Die Übelkeit war fort, das brennen in seinen Adern war einer angenehmen Kühle gewichen. Mark bewegte seinen Kopf hin und her bis die Wirbel knackten. Die panische Angst, die er vor kurzem noch wie eine Feuersbrunst in seinem Innern verspürt hatte, war von einer tiefen Ruhe ersetzt worden.

Er bewegte seine Glieder – sie waren kraftvoll und geschmeidig. Er sprang auf die Füße und war erstaunt, mit welcher Leichtigkeit er das bewerkstelligen konnte, es machte kaum ein Geräusch. Mark sah sich um, doch der Raum war zu dunkel um etwas zu erkennen. Es gab kein Fenster, durch das auch nur das kleinste bisschen Licht dringen konnte.

Seine Nase sog die Luft ein und er nahm Gerüche wahr, die er nicht kannte. Es war eine fremde Welt die sich ihm da auftat, faszinierend, unbekannt und neu, welche er unbedingt erkunden wollte. Geräusche drangen an sein Ohr, weit entfernt von ihm und doch hörbar. Er konzentrierte sich darauf. Schritte irgendwo weit über ihm und Stimmen, die leise miteinander sprachen. Jedes Wort konnte er verstehen.

»Ist das denn normal? Es dauert jetzt schon drei Tage.« Das war Kaylas besorgte Stimme.

»Es geht ihm gut, seine Schmerzen haben nachgelassen. Ich bin mir sicher, dass er es geschafft hat. Mach dir keine Sorgen, Kayla.« Davids tiefer Bariton versuchte sie zu beruhigen.

Marks Herz krampfte sich zusammen, als er Kaylas Stimme hörte, und er wünschte sich sehnlichst jetzt bei ihr zu sein, sie im Arm zu halten und ihr zu versichern, dass es ihm gut ging.

Dann hörte er Schritte auf der Treppe und witterte einen Geruch. Die Tür wurde geöffnet und ein schwacher Lichtschein drang nach Innen. Er sah eine Gestalt. Der Lichtschalter wurde betätigt und die Leuchtstoffröhren an der Decke sprangen mit einem Surren an. Der Raum in dem er sich befand, wurde in kaltes, grelles Licht getaucht. Mark kniff die Augen vor der plötzlichen Helligkeit zusammen und hielt dann schützend eine Hand darüber, um zu sehen, wer da kam. Es war Kayla. Ihr Duft umgab sie wie eine unsichtbare Wolke und würde für Mark von nun an untrennbar zu ihr gehören. Anhand dieses Geruches würde er sie überall wieder erkennen.

Sie schaute ihn erleichtert an. »Du hast es geschafft.«

Mark ließ langsam die Hand sinken, denn seine Augen hatten sich an die Helligkeit gewöhnt, obwohl das Licht immer noch viel zu grell war. Er sah Kayla an, als ob er sie vorher noch nie richtig gesehen hatte. Ihre dunkelblauen Augen hatten auf einmal einen silbernen Glanz und ihr Haar sah aus, wie flüssige Schokolade. Er konnte jede Faser ihres roten Tops überdeutlich erkennen und er hörte ihren Herzschlag, leise und regelmäßig.

Sie kam näher und ihr Herz fing an, schneller zu schlagen. Ein anderer Duft drang plötzlich noch in seine Nase und Mark blähte die Nasenflügel, als er ihn witterte. Er wusste nicht genau was das für ein Duft war, aber er übte eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf ihn aus. Er wollte Kayla am liebsten packen und – es war Angst. Sie hatte Angst vor ihm. Mark keuchte, als ihm die Erkenntnis kam, er war froh, dass er hinter Gittern stand, sonst wäre sie nicht vor ihm sicher.

Kayla stellte eine Plastikflasche mit einer dunkelroten Flüssigkeit zwischen die Gitterstäbe und entfernte sich schnell wieder ein Stück.

»Oh ja«, sagte sie leicht nickend, »du bist immer noch ein Jäger, nur machst du jetzt Jagd auf Blut. Dein Blick eben hat Bände gesprochen.« Sie ging schnell zur Tür und drehte sich noch einmal um. »Trink das, du brauchst Nahrung. Frag lieber nicht, woher wir es haben«, sagte sie mit erstickter Stimme dann schloss sie die Tür hinter sich.

Mark hörte ihre Schritte und sah ihr nach als ob er tatsächlich sehen könnte, wohin sie ging. Er war verzweifelt, Kayla hatte Angst vor ihm. Sie war regelrecht geflüchtet. Der traurige Blick, mit dem sie ihn bedacht hatte bevor sie ging, hatte sich für immer in sein Gehirn gebrannt. Sein Herz schmerzte in seiner Brust und er bereute zutieftst, was er getan hatte.

Dann fiel sein Blick auf die Flasche vor ihm auf dem Boden. Er hob sie auf und betrachtete sie. Sie war lauwarm und Mark wusste, das es Blut war. Er öffnete den Schraubverschluss und sofort machte sich ein durchdringender metallischer Geruch breit. Er stieg ihm in die Nase und ihm lief buchstäblich das Wasser im Munde zusammen. Seine Zunge leckte genüsslich über seine Lippen. Der unwiderstehliche Drang, das Blut zu schlucken, durch seine Kehle rinnen zu lassen, den tiefroten Geschmack in sich aufzunehmen, ließ ihn beinahe erzittern.

Seine neuen Reißzähne pochten schmerzhaft. Er schraubte die Flasche wieder zu, hob sie dann zu seinem Mund und schlug die Zähne durch das Plastik. Der pulsierende Schmerz wurde gelindert und er biss noch einmal zu. Das warme Blut lief in seinen Mund. Mark schluckte es gierig, biss wieder zu, sog und schluckte bis die Flasche leer war. Das schmerzende pochen seiner Fangzähne war gelindert, sein Hunger jedoch noch lange nicht. Er wollte hier raus, und zwar sofort.

Achtlos warf er die leere Flasche in eine Ecke und ging zur Gittertür. Ein ziemlich großes Vorhängeschloss hing daran. Er rüttelte, aber natürlich tat sich nichts. Er rüttelte fester, dann griff er mit der Hand durch die Gitterstäbe und zog am Schloss aber es gab nicht nach. Mark fing an, mit aller Kraft an der Tür zu rütteln und zu ziehen. Der Riegel brach unter der Kraft, die Mark jetzt besaß, aber das Vorhängeschloss hielt stand.

Er wurde ärgerlich und ungeduldig. Wie konnten sie es wagen, ihn hier wie ein Tier einzusperren. Er hatte das doch nur getan, um ihnen zu helfen. Warum sonst hätte er sich wandeln lassen? Er war ein Jäger, verdammt noch mal. »Hey!« rief Mark so laut er konnte. »Lasst mich raus hier!« Erneut rüttelte er an der Tür und auch am Schloss, zog und zerrte mit aller Kraft daran, stemmte sich gegen die Tür doch das Vorhängeschloss verbog sich nicht einmal. »David! Kayla!«, rief er so laut er konnte.

Auf einmal stieg ihm ein vertrauter Geruch in die Nase und ihm wurde fast schlecht davon, so stark war er. Es war der Butter-Honig-Geruch von Aidan O'Leary. Mark hörte seine leisen Schritte, die näher kamen und trat von dem Gitter zurück, bis er die Wand in seinem Rücken spürte. Aidan war der Letzte, den er jetzt sehen wollte.

 

~*~

 

Aidan kam zur Tür herein und blieb ein paar Schritte vor dem Gitter stehen. Mark spürte die Macht, welche von ihm ausging, fühlte wieder diese Verbundenheit. Er wollte ihn nicht ansehen und hielt seinen Blick gesenkt. Das Blut, das er eben getrunken hatte, wollte geradewegs wieder heraus, so übel wurde ihm von diesem Geruch.

»Sieh mich an, mein Jäger.« hörte er Aidans tiefe Stimme, die wie Musik in seinen Ohren klang.

Wie hatte er ihn eben genannt? Mein Jäger? Er war nicht mehr sein Jäger, würde es nie mehr sein.

Eine Kraft, der Mark nicht widerstehen konnte, ließ ihn seinen Kopf heben und Aidan geradewegs ins Gesicht schauen. Es war, als würde jemand ihn mit unsichtbaren Fäden lenken.

Was er sah, verschlug ihm den Atem. Dort stand ein Engel, groß und mit einer Haut, die schillerte wie Perlmutt. Sein blauschwarzes Haar floss bis über die Hüften. Helle, illuminierende Augen, mit einer geschlitzten Pupille, sahen ihn an. Jetzt fehlten nur noch Flügel, dann wäre das Bild eines Engels komplett, doch Aidan hatte keine Flügel. Er war kein Engel, sondern eine tödliche Fee. Ein Wesen der Anderswelt. »Hast du wirklich Angst vor mir?«

Aidans tiefe, sanfte Stimme ging Mark durch und durch. Er nickte und brachte kein Wort hervor.

Aidan kam näher und stand dann direkt vor der Gittertür. Er nahm das Vorhängeschloss in die Hand und zog ruckartig daran. Die Stahlteile, an denen es befestigt war, brachen ab und die Tür schwang ein Stück auf, Mark staunte. Er hatte das vorhin nicht zustande gebracht, obwohl er es mit aller Kraft versucht hatte.

Aidan ließ das Schloss einfach zu Boden fallen und trat ein paar Schritte zurück.

Mark starrte die geöffnete Tür an. Die Freiheit war endlich greifbar, er musste nur durch die Tür und dann raus aus diesem Keller. Er ging die paar Schritte, stieß die Tür ein Stück auf und trat hindurch, blickte zu Aidan auf, der mindestens zehn Zentimeter größer war als er. Mark war schon ziemlich groß geraten, wie die meisten Slayer, es schien eine Besonderheit der Ursprünglichen zu sein. Doch die Feen waren anscheinend allesamt riesig.

»Du weißt was zu tun ist.« Es war eine Feststellung von Aidan.

Mark nickte.

Die Fee hob die Hand und legte sie auf Marks Brust, genau auf die kleine Triskele dort, sein Jägermal, welches er seit seiner Geburt besaß. Es prickelte und pochte leicht bei der Berührung und eine angenehme Wärme breitete sich in ihm aus.

»Du bist immer noch mein Jäger, nur deine Hülle wurde verändert. Und ich schwöre dir, du wirst wieder sein, wie du geboren wurdest.« Aidans Stimme war leise, doch er sprach mit einer Inbrunst, als ob es ihm unendlich leid täte, was mit Mark geschehen war.

Marks Körper durchströmte bei Aidans Berührung eine fremde Kraft, die sich in jede seiner Zellen setzte. Aidan nahm seine Hand wieder fort, und Mark fühlte sich kraftvoller, als je zuvor. Aidan schien einen Teil seiner Kraft auf ihn übertragen zu haben.

Dann sah er ihm zum ersten mal direkt in die Augen. Glitzernde Kristalltränen flossen daraus hervor, fielen auf den harten Steinboden und zersprangen zu glitzerndem Staub. Mark betrachtete dies fasziniert, das Glitzern und Funkeln hielt ihn im Bann. Mit der neuen Kraft seiner Augen konnte er die Dinge schärfer wahrnehmen, sehen, was er vorher nicht einmal erahnen konnte. Er wollte in die Nacht hinaus um diese Welt endlich mit seinen neuen Sinnen zu entdecken.

Aidan schienen die Jäger wirklich am Herzen zu liegen. Trotzdem konnte Mark ihm immer noch nicht trauen. Es war ein inneres Gefühl, welches er einfach nicht los wurde, aber er erkannte etwas in Fee, ein Gefühl. Aidan war unglücklich – schon solange er existierte. Er empfand jene Art von Schmerz, den nur jemand kannte, dessen Herz gebrochen worden war. Konnte es sein, dass auch Aidan einmal geliebt hatte? Für Mark war das fast unvorstellbar. Er wusste um die Mythen und Legenden der Feen und der Anderswelt. Diesen Wesen war nicht zu trauen, und dass sie Gefühle hatten war ihm neu.

Er dachte an Kayla, seine Liebe. War sie jetzt für ihn verloren? Konnte er noch ganz normal auf sie zugehen ohne gleich über sie herfallen zu wollen, ihr Blut zu wollen?

Eine Frage drängte sich ihm auf, denn vorhin hatte etwas in Kaylas Blick gelegen, als sie ihm das Blut gebracht hatte. Etwas, das ihn auf einmal zutiefst beunruhigte.

Mark wandte sich wieder an Aidan. »Wessen Blut habe ich da vorhin getrunken?« Er brachte nur ein Flüstern hervor.

»Es war Kaylas.«

»Verdammte Scheiße«, fluchte Mark. »Wie konnte sie das nur tun?«

»Es war ihr Wunsch.« Aidan blickte ihn fest an. »Sonst hätten sie dir jemanden bringen müssen, einen lebenden Menschen. Dazu waren sie nicht bereit.«

Das konnte Mark verstehen, aber hatte es unbedingt Kaylas Blut sein müssen? Er kam sich richtig schäbig vor, als er daran dachte, wie gierig er es getrunken hatte. Mark würde ihr nie wieder in die Augen sehen können ohne Scham, ohne Schuldbewusstsein.

»Ich muss raus hier«, stöhnte er und rannte an Aidan vorbei, die Treppe hinauf. Im Foyer machte er abrupt Halt, als er Kayla aus der Garderobe kommen sah. Sie hatte wieder eine Flasche mit Blut in der Hand.

»Woher hast du das Blut?« Seine Stimme war leise, beherrscht. Er kannte die Antwort und versuchte seinen Zorn in den Griff zu bekommen,

Aidan tauchte auf der Treppe auf und beobachtete alles genau.

»Wessen Blut ist das, Kayla?«, fragte Mark jetzt laut und fordernd.

Völlig verunsichert schaute sie von ihm zu Aidan und wieder zurück. Sie ahnte, dass Mark die Antwort wusste.

Dieser stand mit geballten Fäusten da. Kayla antwortete nicht, was ihm schon Antwort genug war. Wie konnte sie ihm bloß ihr eigenes Blut zu trinken geben? War sie wirklich so dumm?

Mark hörte ihr Herz schneller klopfen, wilde Trommelschläge in ihrer Brust. Witterte ihre Angst und das stachelte seinen Jagdtrieb an. Sein Blick wurde stechend und gefährlich, er bemerkte nicht, wie er die Zähne bleckte. Seine Reißzähne fingen wieder quälend an zu pochen. Es gab nur eine Möglichkeit diesen Schmerz zu lindern – er musste sie in ihre Haut graben, zubeißen, tief und fest, bis der rote Saft hervorquoll, sich in seine Kehle ergoss und er trinken konnte, bis –

»Slayer!« Aidans lauter Ruf riss ihn jäh aus dieser Trance. Er stand plötzlich direkt vor Mark und sah ihn mit eisigem Blick an. Kayla weinte schluchzend.

Mark trat entsetzt einige Schritte zurück, seine Augen auf sie fixiert. »Es tut mir so leid«, stieß er keuchend hervor, als er realisierte, was er im Begriff gewesen war, zu tun. »Kayla, verzeih' mir«, flehte er verzweifelt. »Du weißt, dass ich dich liebe. Du bist mein Herz.«

Aidan stellte sich vor Kayla um sie zu schützen. Sie hielt die Flasche umklammert und Tränen rannen ihr in Strömen über das Gesicht. Doch nicht einen Moment nahm sie den Blick von Mark. »Ich liebe dich auch. Für immer, Mark O'Brian.« flüsterte sie.

Mark hörte ihre Worte, als ob Kayla sie direkt in sein Ohr geraunt hätte. Er schloss die Augen und ließ ihre Stimme bis in seine Seele wandern, um sie dort festzuhalten, damit er sich immer daran erinnern konnte. Ohne die Augen zu öffnen drehte er sich um und lief durch das Foyer. Dann erst öffnete er die Augen wieder, ging schnurstracks zum Hinterausgang und trat in die laue Sommernacht Dublins hinaus.

 

Feenblut

 

Mark entfernte sich so schnell er konnte vom Theater, von Kayla und von seinem alten Leben. Er wusste nicht, was auf ihn zukommen würde, wann er Kayla endlich wieder unter die Augen treten konnte, ohne sie in Gefahr zu bringen. Wäre Aidan nicht gewesen, dann hätte er wahrscheinlich versucht, sie zu töten. Dieser Gedanke brachte ihn fast um den Verstand und er rannte, schneller und schneller, ohne darauf zu achten, wohin.

Durch Straßen, über eine Brücke, vorbei an Häusern, durch den Temple-Bar-Bezirk mit seinen vielen Passanten, welche er teilweise anrempelte, weil er nicht darauf achtete, wo er lang lief. Markl wollte soweit weg vom Theater, wie er nur konnte, lief und rannte immer weiter und kam nicht einmal außer Puste. Erst als er diesen Geruch wahrnahm machte er halt. Es war der Butter-Honig-Geruch einer Fee.

Mark schloss die Augen und nahm Witterung auf. Dieser Duft wollte Übelkeit in ihm erregen, trotzdem folgte er ihm und hoffte, dass es nicht Aidan war, sondern die andere, Sie – die ihn schon so lange verfolgt hatte.

Dem Duft folgend, lief er durch die Straßen eines heruntergekommenen Stadtviertels. Der Duft wurde stärker, die Fee war nicht mehr weit entfernt. Das Szenario änderte sich, als er um die Ecke bog, aus der dieser Geruch kam. Plötzlich befand er sich in einem schäbigen Stadtviertel. Die Häuser sahen sanierungsbedürftig aus und die wenigen Straßenlaternen, die es gab, spendeten kaum Licht. Hier gab es jede Menge billige Pubs und Bars, aus denen Stimmen, Rauch und Musik zu hören war. Einige Leute standen herum und unterhielten sich, oder gingen schnell die Straße entlang. Ein Betrunkener torkelte auf die Fahrbahn und schimpfte lautstark mit einem Autofahrer, der ihn beinahe angefahren hätte.

Mark lief langsam weiter, sein Blick schweifte suchend umher, und dann sah er sie. Sie stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite vor einer Piano-Bar. Leise Klaviermusik drang auf die Straße, eine Frauenstimme sang ein melancholisches Lied dazu. Die Fee stand einfach nur da und lauschte gebannt der Musik.

Mark überquerte die Straße und behielt sie genau im Auge während er sich ihr näherte. Naoise schien ihn überhaupt nicht zu bemerken, sondern war ganz versunken in die Musik.

Vorsichtig ging er weiter auf sie zu, reglos stand sie da und wirkte wie ein versteinerter Engel. Ihre Haut hatte denselben Schimmer wie Aidans, doch im Gegensatzt zu ihm war sie jung. Mark verspürte nicht dieses innerliche vibrieren einer tausendjährigen, mächtigen Fee.

Ohne dass seine Füße ein Geräusch machten schlich er sich weiter an sie heran. Die Musik drang in sein Ohr, sie war nichts Besonderes, nur eine schöne Melodie. Doch die Fee wirkte wie selbstvergessen, während sie zuhörte.

Konnte das eine Schwäche von ihr sein? Wenn ja, dann war es vielleicht eine Schwäche aller Feen.

Naoise schien ihn immer noch nicht zu bemerken, obwohl er jetzt direkt neben ihr stand. Am liebsten hätte er seine Jägerkräfte aktiviert um sie zu schwächen und sie dann zu vernichten, aber das ging nun nicht mehr. Er war ein Nachtwandler.

Trotzdem verspürte er immer noch diese Anziehungskraft, die von ihr ausging wenn er in ihrer Nähe war. Schwächer zwar, aber sie war immer noch vorhanden. Mark berührte ihren Arm, sie reagierte immer noch nicht, lauschte nur weiter der Musik. Seine Hand glitt ihren Arm hinab zu ihrer Hand. Naoises Haut fühlte sich kühl und samtweich an. Seine Finger schoben sich in ihre Hand, er verschränkte sie mit ihren und drückte fest zu. Sie regte sich immer noch nicht. Mark fand das äußerst interessant. Dann war das Lied zu Ende und aus der Bar kam nur noch Stimmengewirr.

»Du wagst es mich zu berühren, Nachtwandler?« Ihre Stimme klang rauchig und der eiskalte Unterton darin war nicht zu überhören. »Deine Anwesenheit beleidigt mich. Deine Berührung beschmutzt mich.« Jetzt erst sah sie ihn an und erschrak, als sie Mark erkannte. Ihre Augen weiteten sich und ihr Mund stand vor Überraschung offen. »Was hast du getan?«, flüsterte sie sichtlich erschüttert darüber, das Mark jetzt ein Nachtwandler war.

Mark lächelte nur, »Ich bin jetzt frei. Kein Slayer mehr, und du wirst mich nicht mehr quälen können.«

Sie wollte ihre Hand wegziehen doch Mark dachte gar nicht daran, sie los zu lassen. Er hielt sie, so fest er konnte. Ganz dicht trat er an die Fee heran, bis sein Gesicht direkt vor ihrem war. »Willst du mich immer noch?«, raunte er so verführerisch, wie er nur konnte. Sah ihr direkt in die Augen. Die geschlitzte Pupille, das irisierende Weiß, es machte ihm keine Angst mehr. Er konnte sogar einen Herzschlag vernehmen, langsamer als bei einem Menschen, aber er war da. Mark ergriff ihre andere Hand und fing leise an, ein Lied zu summen.

Sie neigte den Kopf zur Seite und lauschte. Ja, das gefiel ihr. Mark summte weiter, ein altes irisches Kinderlied, legte einen Arm um ihre Hüfte und zog sie an sich. Sein Mund hauchte ihr einen Kuss auf die Lippen.

Ihr Herz schlug nicht einen Takt schneller, es blieb im gleichen Rhythmus. Mark summte weiter und wieder verspürte er dieses schmerzhafte Pochen in seinen Fängen. Seine Lippen glitten über ihre Wange bis hinunter zu ihrem Hals. Er öffnete den Mund und die spitzen Fangzähne ritzten ihre Haut auf, nur ein bisschen. Ihr typischer Butter-Honig-Geruch verstärkte sich, als ein winziger Tropfen ihres schwarzen Blutes aus der Wunde quoll.

Mark summte weiter und die Fee ließ sich seine Berührungen gefallen. Ihr Blut hatte einen süßen Geruch, nicht diesen metallischen, den Menschenblut hatte. Nein, ihr Blut erinnerte ihn an frischen Nektar, der nach Sonne roch. Sein Verlangen wuchs und der pochende Schmerz in seinen Zähnen verstärkte sich. Mark biss zu.

Seine Arme umschlangen Naoise so fest, wie eine Python, die ihr Opfer in die Mangel nahm, um es dann zu verspeisen. Ihr Nektar floss in seinen Mund und er schluckte gierig, biss erneut zu, damit noch mehr kam. Sein Summen verebbte, Mark kannte nur noch den Hunger nach ihr. Endlich musste er nicht mehr gegen sie ankämpfen.

Die Fee löste sich aus ihrer Starre und fing an sich zu wehren. Doch Mark hielt sie fest umklammert, seine Finger griffen in ihr langes Haar und er riss ihren Kopf nach hinten. Ihr Hals reckte sich ihm schutzlos entgegen und er biss noch einmal zu. Sie schrie auf und wand sich in seinem Griff, um sich los zu machen. Mark stöhnte während ihre Kraft in ihn floss, sich heiß durch seinen Körper fraß . Er wollte mehr, wollte alles. Er war ein neugeborener Nachtwandler, hungrig und wütend.

Sie schaffte es, einen Arm zu befreien und drückte seinen Kopf von ihrem Hals weg. Mark biss in ihre Hand und ließ nicht mehr los. Auch von dort floss ihr Blut in ihn. Naoise schrie auf und versuchte ihre Hand aus seinem Biss zu befreien.

Mark drängte sie gegen die Wand der Bar, riss wieder an ihrem Haar, damit ihr Hals bloß lag, und biss wieder zu.

Sie versuchte ihn mit ihrer freien Hand weg zu stoßen, doch Mark war unerbittlich. Sein Körper drückte sie gegen die Wand, Mark gab keinen Zentimeter nach. Alles was er im Moment kannte, war sein Hunger, ihr Blut in ihm. Fast schon zärtlich strich er ihr übers Haar, nur um dann wieder ihren Kopf zurück zu reißen. Mark wollte das, was unter der zarten Haut dort war, und er würde es sich nehmen. Egal wie.

Naoise trat ihm auf die Füße, kratzte ihn, biss ihn, doch es half nichts. Mark war im Rausch, und er würde seine Beute nicht aufgeben.

In dem Moment erklang wieder Musik aus der Bar, leise Klaviertöne, die durch das Fenster drangen. Sie hörte auf sich zu wehren, wurde wieder von der Melodie verzaubert. Trotzdem schob sie langsam ihre Hand an Marks Brust, direkt an die Stelle seines Jägermals.

Auf einmal wurde er schwach, als ob sie ihm seine Kräfte raubte. Seine Knie gaben nach und er hielt sich klammernd an ihr fest. Von ihrer Hand breitete sich eine Wärme aus, die direkt durch sein Herz ging und von dort in jede Faser seines Körpers.

Er sah in ihr Gesicht und kristallene Tränen traten aus ihren Augen. Er ließ sie los und stolperte ein paar Schritte zurück.

»Du bist immer noch ein wahrer Jäger«, hörte er ihre leise Stimme, während sie nur dastand und der Musik zuhörte.

Ihr Blut wallte in ihm und seine Kraft kehrte zurück. Er fühlte sich stärker wie zuvor und am liebsten wollte er sie gleich wieder nehmen. Doch Naoises Anblick berührte ihn auf eine seltsame Art. Allerdings wusste Mark auch, dass er diese Chance nie wieder bekam. Würde er ihr jetzt zu Nahe kommen, würde sie ihn töten.

Er machte auf dem Absatz kehrt und rannte davon. Ein Gutes hatte die Sache jedoch, Mark kannte jetzt ihre Schwachstelle – Musik.

Mark rannte weiter, bis er nur noch Wald und Felder sah. Auf einer großen Wiese machte er halt und schaute in den sternenklaren Nachthimmel. Er setzte sich ins Gras und dachte an Kayla.

»Ich werde wieder zu dir zurückkehren. Verdammt noch mal, das schwöre ich dir, mein Herz.« sprach er in die Nacht hinaus.

Doch vorher hatte er noch etwas zu erledigen. Er musste Ennis MacKenna finden und ihm zu seiner wahren Stärke verhelfen. Ennis war Davids Sohn und ebenfalls ein Ursprünglicher, ein Slayer der MacKenna-Linie. Jetzt da Mark ein Nachtwandler war, würde Naoise es auf Ennis abgesehen haben. Es konnte nicht lange dauern, bis sie ihn fand, den stärksten von ihnen allen, den wahren Slayer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Impressum

Texte: Aileana Blair (Alle Rechte am Text liegen ausschließlich bei mir - Diebstahl geistigen Eigentums ist Strafbar!)
Bildmaterialien: Aileana Blair
Tag der Veröffentlichung: 01.05.2013

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Widmung:
Für meinen kleinen Colin

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