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Im Schatten von Paris

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Im Schatten von Paris

Und auf einmal waren die Straßen, die sie so sehr liebte, die ihr normalerweise ein Gefühl von Geborgenheit und Ruhe vermitteln, erfüllt von Angst und Schatten. In jede Ritze im alten Gemäuer krochen sie, zogen sich von Fenstersims zu Fenstersims, füllten die Türrahmen und sprangen über die Dächer. Ihre Schreie übertönten den Verkehrslärm, die Sicherheit der mit Touristen gefüllten Straßen wurde unerreichbar. Sophie rannte obwohl sie wusste, dass sie ihnen nicht entkommen konnte. Sie waren überall, sperrten das Licht der Sonne aus, bis es stockfinster wurde in den Straßen.

Sie hatten keine Augen, aber Sophie spürte, wie sie sie ansahen. Die Schatten sprangen aus ihren Verstecken, aus dem Gestein und sausten durch die Luft auf sie zu. Sophie schloss die Augen. Sie spürte, wie etwas an ihren Klamotten zog, an ihren Haaren. Spürte, wie eine scharfe Klaue über ihren Arm fuhr. Spürte die Kälte, die die Schatten mit sich brachten. Dann eine sanfte, hauchzarte Berührung auf ihren Lippen. Sophie wusste nicht, ob sie real war. So wenig wie sie wusste, ob die Schatten real waren.

 

Dann sah sie ihn.

 

 

-- abgeschlossen --


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