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Robinie liebt Lotusbaum

Lou, neuer Weg nach harter Prüfung Von:
Robinie liebt Lotusbaum
„Wenn ich einen Lotusbaum so gut fände, warum ich denn dann selbst kein Baum sei.“ hat Bella mich auch gefragt. „Und deine Antwort?“ wollte Leonard wissen. „Du willst nur, dass ich auch ein Baum bin, nicht war, und wir dann miteinander ins Bett gehen können.“ warf ich ihm vor, so dass er vor Lachen gar nicht mehr antworten konnte. „Dass Bäume sich dadurch vermehren, dass sie gemeinsam im Bett miteinander kopulieren, ist mir neu, aber du als Biologin kennst dich da sicher besser aus.“ erklärte Leonard schließlich. Ich fragte ihn, ob es ihm denn ein Anliegen sei, sich zu vermehren? „Aber, Lou,“ reagierte Leonard, „das ist doch die Bestimmung aller Lebewesen, ihre Art zu erhalten und sich deshalb so viel wie möglich zu vermehren.“ „Oh Schreck, Leonard, in dir steckt doch noch sehr viel Mann. Die Bestimmung des Lotusbaums ist es, anderen seine süßen Früchte anzubieten, sich an ihnen laben zu lassen und sie dadurch zu erfreuen.“ erwiderte ich. Ganz dicht beieinander saßen wir. Ich kniete neben Leonard auf der Couch. Unsere lachenden Gesichter sprachen direkt voreinander. „Das würde dir eher gefallen?“ erkundigte sich Leonard. „Probieren, könnt ich mal probieren?“ fragte ich, bevor sich unsere Lippen direkt aufeinander zubewegten. Das bewegendste und intensivste Erlebnis haptischer Wahrnehmung ist es, wenn Lippen und Zunge die eines anderen Menschen berühren. Natürlich ist das soziale und allgemein emotionale Befinden entscheidend, aber haben sie schon mal einen Lotusbaum geküsst? Einmal, das reicht nicht. Sie wollen es perpetuieren, zum dauerhaften Erlebnishintergrund machen. Nach unser dritten Kussszenerie erklärte ich: „Leonard, ich habe mich entschieden. Eine Robinie bin ich. Kennst du, oder? Hast du meine bitteren, giftigen Früchte nicht geschmeckt?“ „Nein, nur deine Zunge und deine Lippen haben mich beglückt.“ antwortete er fast selig, verträumt. „Stimmt, ich stehe ja auch noch voll in der Blüte, da kannst nur die Trauben meiner geöffneten weißen Blütenlippen erkennen. Die tiefen Furchen in meiner Rinde, haben deine Finger die denn erspürt?“ fragte ich ihn. Wir hatten nämlich einige Kleidungsstücke geöffnet oder ausgezogen, um uns auch taktil näher erfahren zu können.

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