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An der Bar

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An der Bar
Er sah kurz zu mir her, als ich mich auf den Barhocker rechts neben ihn hievte. Ich nickte ihm kurz zu und bestellte bei der müde aussehenden Bardame einen Wodka soure.
Da saßen wir beide, nippten an unseren Gläsern und sahen uns in den Spiegeln über der Bar. Er hob sein Glas und prostete mir zu. Ich erwiderte die Geste.
„Ich wäre heute um Haaresbreite gestorben“, sagte er mit dieser leicht verwaschenen Stimme, bei der gestorben wie „geschdor’m“ klang.
„Ich hatte auch ’nen miesen Tag“, stellte ich fest. Es stimmte, wenn ich es recht besah. Ich schaute ihm zwischen Bestürzung und Verwunderung ins Spiegelgesicht. Er nickte unsicher.
„Das kannst du laut sagen, Kumpel!“, sagte er, wischte sich mit einer unendlich müde wirkenden Geste mit beiden Händen übers Gesicht als verscheuchte er die Bilder von Dämonen vor seinen Augen. Etwas begann, mich an ihm zu fesseln...

Diese Geschichte belegte den 2. Platz im Oktober-Wettbewerb der Gruppe "Anthologie" bei Bookrix
Thema: "Um Haaresbreite"

Beiträge und Kommentare
Wichtiger Beitrag
Zora Zorn

Lieber Andreas,

auch hier ergänze ich (leicht verspätet *räusper*) die noch nicht nachgereichten Kommentare aus der anonymen Wettbewerbsrunde:

sissi136
Eine Bar, eine Menge Alkohol, ein gelangweilter Außendienstler.
Da wurde aber eine Menge Seemansgarn gesponnen oder hatte der Protagonist doch diese alles erlebt? Der Leser fühlt sich genau wie der Barbesucher unterhalten und dann ... das schreckliche Ende.... vorbei mit um... mehr anzeigen

Wichtiger Beitrag
pinball

Starke Geschichte, sehr dicht und mitreißend geschrieben und ein Ende, das nicht zu erwarten war.

LG Michael

Wichtiger Beitrag
Gabriele Jarosch

Der bildhafte Schreibstil lässt den Leser
am Geschehen teilhaben und mitfühlen ...
der überraschende Schluss gefällt mir besonders gut.

4 Kommentare
Simon_Zero

Vielen Dank, Gabi. Bin auch sehr stolz, dass die Geschichte auf Platz 2 gelandet ist und in die Anthologie aufgenommen wurde.

LG Andreas

Gabriele Jarosch

Ich habe die anderen Beiträge nicht gelesen, aber diese Geschichte
kam sicher verdient auf einen vorderen Platz.

Simon_Zero

Lies mal http://www.bookrix.de/_ebook-andreas-jurat-gregor/
Ist auch 2. geworden. Für mich persönlich die bessere von beiden.

Gregor http://www.bookrix.de/_ebook-andreas-jurat-gregor/ "Er saß schon in der Bahn, als sie zustieg. Der Platz ihm gegenüber war noch frei und sie setzte sich. Die graue, regenschwere Stadt huschte an den Fenstern vorbei. Ein Anblick, der ihr aufs G...
Gabriele Jarosch

Vielen Dank, ich habe es vorgemerkt für die nächste Lesestunde.

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hanafubuki

Faszinierend. Mir gefallen die Beschreibungen und die Art, wie die wörtliche Rede den Unglückspilz charakterisieren. Hinzu kommt, wie er den Fuß einige Male andersrum abrollte beim Laufen. Ich habe es sogar ausprobiert, es ist eigenartig, aber es funktioniert (so etwas finde ich halt interessant).

2 Kommentare
Simon_Zero

Ganz lieben Dank,
ich gebe zu, dass ich beim Erzählen etwas detailverrückt bin. Für mich lebt eine solche Geschichte von solchen Details und Beobachtungen.
Die Sache mit dem etwas wackeligen Gang ist eine Erfahrung, die wahrscheinlich jeder schon einmal gemacht hat, wenn er ein... mehr anzeigen

hanafubuki

He, ich hatte ganz vergessen, dir für deinen zweiten Platz zu gratulieren.

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philhumor

Ist Manfred ein Lügenbold, jemand, dem es Spaß bringt, in der Fantasie seiner Zuhörer die unglücklichsten Schreckens-Szenarien zu entwerfen, und das möglichst glaubwürdig rüberzubringen?

Wäre interessant, ihn dabei mit einem Biofeedbackgerät auf Wahrheitsgehalt zu checken.

Aber der Barbesucher will wohl unterhalten sein - man lässt sich auf das Abstruseste ein, nur um den eigenen Problemen für eine Weile zu entkommen. Michael... mehr anzeigen

1 Kommentar
Simon_Zero

Hi Phil und vielen Dank für deinen Kommentar. Nur eins verstehe ich auch nach dem xten Mal lesen nicht: warum sollte man Michael die Daumen drücken und was hat das mit Talent zu tun?

LG Andreas

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Zora Zorn

Lieber Andreas,

herzlichen Glückwunsch zu deinem tollen 2. Platz im Oktober-Wettbewerb!
Da hast du ja quasi einen Hattrick hingelegt - in den letzten 3 Monaten auch direkt dreimal unter den ersten Drei gelandet. *g* Respekt!

Hier neben dem Herzchen mein Kommentar aus der anonymen Runde:

Das Motiv hat mich stark an die "Final Destination"-Reihe erinnert. Man kann dem Schicksal eben kein Schnippchen schlagen ...
Toller Schreibstil,... mehr anzeigen

1 Kommentar
Simon_Zero

Danke Saskia,
du hast schon Recht, irgendwie ist mir das im Nachhinein auch aufgefallen, dass ich dieses Motiv wiederholt habe.
Schön, dass dir die Geschichte gefällt. Ich selbst war mir gar nicht sicher, ob es reichen könnte.

LG Andreas

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June F. Duncan

"Ich wäre heute um Haaresbreite gestorben"
Ein harmloses Geplänkel an der Bar, denkt man, schöner Spannungsaufbau und ein irgendwie "gemeines" Ende.

Eine Geschichte, die ich gerne gelesen habe, aber der Klappentext würde mich auch hier nicht dazu bringen, in die Story reinzusehen.
Ich würde auch hier direkt aus dem Text zitieren, vielleicht die ersten Sätze, dann die anderen überspringen und "Ich wäre heute um Haaresbreite... mehr anzeigen

4 Kommentare
Simon_Zero

Danke June,
ich fand das Ende irgendwie folgerichtig. Wie Saskia schon geschrieben hat, es erinnert an "Final Destination". War nicht unbedingt beabsichtigt.
Klappentexte sind meine Sache nicht. Ob ich allzu viel vom eigentlichen Inhalt preisgeben möchte, weiß ich nicht.
Ich lasse... mehr anzeigen

June F. Duncan

Hallo Andreas,
das Ende ist perfekt. Mit "gemein" meinte ich, dass mir der Mann an der Bar leid tat in dem Moment des Lesens.

Vom Inhalt würde ich im Klappentext auch nicht zu viel preisgeben, aber den Leser neugierig machen. Das gelingt am besten, indem man den Konflikt oder das... mehr anzeigen

Simon_Zero

Hallo June,
ich habe über deinen Vorschlag nachgedacht und wie du sicher bemerkt hast, den Klappentext geändert. Dabei habe ich diesen Kommentar von dir jetzt erst gesehen. Das mit dem Titel ist mir tatsächlich so gar nicht aufgefallen. Danke für diesen Hinweis.

LG Andreas

June F. Duncan

Hallo Andreas,
der neue Klappentext ist gut! Jetzt würde ich die Geschichte auch lesen, wenn ich sie nicht schon gelesen hätte :) .
Ja, bei den eigenen Texten ist man gerne mal "betriebsblind" :) .
VG June

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ceciliatroncho

Diese joviale, in ihrem Dialog fast lustige, Geschichte endet grausam; sie erzählt, dass man seinem Schicksal nicht entkommt, zumal dann, wenn man selbst auch einiges dazu beigetragen hat. Sie ist so gut aufgebaut, dass der Leser während der Erzählung immer mehr vom Glauben abfällt, der Gebeutelte könne die Wahrheit sagen. Am Schluss kommt sie eiskalt durch die Tür.
Cecilia

1 Kommentar
Simon_Zero

Hallo Cecilia,
lieben Dank für deinen Kommentar. Ich persönlich glaube nicht an Prädestination, aber für eine solche Geschichte kann man mit dem Gedanken mal spielen.
Übrigens ist ja nicht gesagt, das Manfred wirklich schwer verletzt wurde oder dass er tatsächlich der Mann war,... mehr anzeigen

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