Was ist das eigentlich, Toleranz, und warum ist es nicht leicht, sich tolerant zu verhalten, tolerant zu sein? Oder ist es vielleicht garnicht nötig im Zusammenspiel von uns Menschen? Was veranlasst "uns", mich, dich ... z.B. zu Rückzug, Gegenrede, Überredungswille, Überstülpungen, Ächtungen ... Intoleranz? ... Wie wichtig ist Toleranz? ...
Kurze Definition aus Wikipedia zum Einstieg:
Toleranz, auch Duldsamkeit,[1] ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten.[2] Gemeint ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung unterschiedlicher Individuen.[3] Das zugrundeliegende Verb tolerieren wurde im 16. Jahrhundert aus dem lateinischen tolerare („erdulden“) entlehnt.[4] Das Adjektiv tolerant in der Bedeutung „duldsam, nachsichtig, großzügig, weitherzig“ ist seit dem 18. Jahrhundert belegt.[5] Ebenso die Gegenbildung intolerant, als „unduldsam, keine andere Meinung oder Weltanschauung gelten lassend als die eigene“.[5] Der Gegenbegriff zu Toleranz ist die Intoleranz, in der Bedeutung „Unduldsamkeit“ im 18. Jahrhundert aus dem französischen intolérance entlehnt.
... In der Philosophie ist das Problem der Toleranz mit der Frage nach Wahrheit und Freiheit verbunden: Gibt es „die Wahrheit“ im Besitz von Einzelnen bzw. Gruppen und inwiefern verhält es sich mit Freiheit gegenüber dem als „Wahrheit“ angesehenen?[
lieben Gruß wollfrau
Erstellt: am 22.10.2010 um 22:40:27
Letzte Änderung: am 22.10.2010 um 22:51:33
Kaum, dass man sich in das eine Thema eingedacht hat, kommt schon das Nächste. Wie kommst Du auf diese Idee, auf dieses Thema. Empfindest Du irgendetwas aus der bis hierhin geführten Diskussion als untolerant? Ich bin sogar sehr überrascht darüber, wie gut wir uns unterhalten?
Der unterlerant aussehende Zwist mit engrin hat sich von selbst erledigt und wir können uns heute rühmen ganz moderat miteinander zu diskutieren. Oder?
Lieber Kario, gerade wollte ich noch eine Erklärung hinzufügen - zeitgleich mit deiner Frage - weil mir das selbst "wie auf den Tisch geknallt" erschien, nachträglich.
Ich muss sagen: nix für ungut, bitte ...
Empfindest Du irgendetwas aus der bis hierhin geführten Diskussion als untolerant?
Nein.
Der unterlerant aussehende Zwist mit engrin hat sich von selbst erledigt und wir können uns heute rühmen ganz moderat miteinander zu diskutieren. Oder?
Ja, finde ich auch.
Ich kam auf das Thema, weil ich las, dass engrin in einer anderen Gruppe kurz darüber sinnierte und ich dadurch selbst begonnen habe, darüber nachzudenken. Ich selbst finde es spannend, es zu beleuchten. Deshalb habe ich es "auf den Tisch geknallt". Ich habe begonnen, mich zu fragen, wann es wohl aus meiner Sicht richtig ist, eine andere Meinung einfach stehen zu lassen und wann es aus meiner Sicht falsch wäre, nichts entgegenzusetzen. Also die Fragen: kann Toleranz auch falsch sein? Ist Intoleranz immer falsch? ... usw.
Also, noch einmal ausdrücklich: ich finde die Diskussionen in dieser Gruppe wunderbar und habe das Thema nicht gewählt, weil ich etwas auszusetzen hätte. (Wenn das so wäre, würde ich es direkt tun).
Herzlichen Gruß für dich wöllschen :-)))
Erstellt: am 22.10.2010 um 23:22:43
Letzte Änderung: am 22.10.2010 um 23:25:01
Das ist ein nachvollziehbarer Ansatz und so werden wir mit diesem Thema schwanger gehen und mal schauen, was in dieser Diskussion passiert, zu welcher Erkenntnis die Hobbyphilosophen kommen.
Einen herzlichen Gruß zurück Kario
Erstellt: am 22.10.2010 um 23:28:06
Letzte Änderung: am 22.10.2010 um 23:28:47
Bedeutet sie, die Vereinigung der Akzeptanz und Liebe gegenüber seines Nächsten, ohne den Egoismus ausser acht zu lassen? Oder beinhaltet der Begriff ebenso die Toleranz gegenüber sich selbst?
Lassen wir die Tolleranz mit zwei "l" in unsere Gehirnwindungen Einzug halten.
Welche Gründe stecken hinter dem Ausserachtlassen von Toleranz?
Wir sind verschieden und dennoch EINS.
Das Spielfeld der Toleranzen ist groß. Lasst uns damit spielen. Tolerant natürlich.
wollfrau, dass Du mich auf diesen Thread aufmerksam machst. Zum Thema "Meinungen stehen lassen": Wenn da eine Meinung steht, kann ich sie löschen können oder nicht. Oder löschen wollen und nicht können. Ich bin gut im Aushalten; das macht mich tolerant. Etwas dagegenhalten kann ich nämlich immer. Obs stehen bleibt, habe ich oft nicht unter Kontrolle.
Die Kommentare unter Bx-Büchern machen mir oft Angst. So ging es mir auch, als ich anfing, Kommentare unter YouTube-Videos zu lesen. Ich bin froh, dass die Leute sich im Internet unterhalten statt politisch aktiv zu werden. Klingt zynisch, ich weiß. Ich mache mir aber wirklich Sorgen um Kultur, um Pluralismus. Jede Kultur ist erhaltenswert. Die Kulturen müssen sich aber aufeinander einrichten. Dazu braucht es Kompetenz und Selbstbewusstsein. Die Tendenzen gehen in keine bestimmte Richtung. Toleranz hat es schwerer als ich erwartet hatte. Angstmacherei und Anspruchsdenken haben Vorrang.
Es muss immer zum Praktischen hin philosophiert werden. Da fließt Blut nebenan und meine Lebenszeit ist begrenzt. Alles zu einer schöngeistigen Herzensangelegenheit ("Meinung") zu degradieren, die Pflege des "gute Tons", ist ein Herrschaftsinstrument. Jede Denke hat Folgen. Und ein Stück weit können wir aussuchen, welche Denke wir pflegen. Man kann sich in andere hineindenken/-fühlen. Manche denken vor allem in sich selbst hinein. Das zeigt sich dann auch in ihrer Schreibe. Wenn ich mich in jemanden hineindenke/-fühle, dann werde ich nicht diese Person. Ich verstehe sie dann nicht ganz. Das ist Spekulation. Und man ist vorurteilsbelastet.
Wenn ich meine Vorurteile spielen lasse, meine einstweilige Einschätzung, und dann in meinen Vorurteilen bestätigt werde, dann kann ich getrost davon ausgehen, es mit einer Person zu tun zu haben, die sich lediglich inszeniert, auf eine Rolle reduziert. Ob sie es nur vor sich selbst tut oder auch vor der Welt (mir), geht mich nichts an. Mich interessieren echte Leute. Auf T-Shirts (in Gothisch/Fraktur): "Toleranz ist heilbar". Ich bin nicht der/die Erste, die hier geht. Die Anderen fehlen mir. Ihr werdet ohne mich zurechtkommen.
"The trouble with fiction ... is that it makes too much sense. Reality never makes sense." (A. Huxley)
Talking Heads, Stop Making Sense:
P.S. Habe gestern tanzend die Welt schöner gemacht. Man fängt klein an.
Erstellt: am 23.10.2010 um 07:27:07
Letzte Änderung: am 23.10.2010 um 07:34:13
lemmy1211: Was ist Toleranz? Bedeutet sie, die Vereinigung der Akzeptanz und Liebe gegenüber seines Nächsten, ohne den Egoismus außer acht zu lassen? Oder beinhaltet der Begriff ebenso die Toleranz gegenüber sich selbst?
Geht es nur noch darum das rechte Maß der Toleranz zu bestimmen? Eine Feinabstimmung? So wie es Geschmackssache sein kann wie viel Zucker man in seinem Kaffee haben möchte? Ist die Dosis entscheidend?
Gemäß Art. 2 des Grundgesetzes ist alles das erlaubt, was nicht verboten ist - um es salopp zu formulieren.
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt. (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.
Es wird enger auf unserem Planeten. Früher als die Menschengruppen einander seltener begegneten und jeder sein eigenes Riesen-Revier hatte, da war Toleranz nicht so akut. Drängender wird das Problem heutzutage, wo wir dicht beieinander hocken und das Internet uns zusätzlich miteinander verbindet - was an sich ja ganz nett ist. Einsamkeit hat auch seine Schattenseiten. Doch welchen Preis sind wir bereit zu bezahlen für die Geselligkeit?
Ohne Frage sind wir alle toleranter, wenn es uns gut geht. Dann ist heiter sein und tolerant sein klaglos möglich. Schwieriger wird es, wenn das Gedrängel, die Nähe zunimmt, kaum Ellenbogenfreiheit bleibt, man einander auf die Zehen tritt. Zu viel Enge macht aggressiv und intolerant. Mal kann man Nähe gut ab, mal wieder wird sie einem lästig.
Der Nähe zu sich selbst allerdings, der entkommt man nie. Seinen eigenen Fehlern gegenüber toleranter zu sein, wie lernt man das? Sie dulden und letztlich sogar akzeptieren, die eigenen Schwächen resignierend oder achselzuckend ertragen? Was wäre die Alternative? Die Psychotherapeuten empfehlen die Toleranz als wunderbares Allheilmittel. Kuriert sowohl die Gesellschaft als auch den Einzelnen.
Wenn Intoleranz solch ein Gift ist, wieso hat sie sich gehalten in der evolutionären harten Selektion? Wenn man intolerant ist gegenüber dem, was man partout an sich nicht ausstehen kann und es einem gelingt, dieses zu verbessern - sich Methoden, Tricks auszudenken, mit denen man die eigenen Schwächen in Stärken verwandelt - ist dann diese praktizierte Intoleranz nicht ein Segen?
Was wäre, wenn lethargische Gleichgültigkeit vorherrsche - wenn man mit müdem, desinteressiertem Blick die eigenen Schwächen betrachtet? Etwas Aggressivität und Angriffslust, etwas Unternehmungsgeist gegenüber den eigenen Schwächen erscheint mir durchaus angebracht zu sein.
Sein eigener Coach sein, sich selber zu Höchstleistungen motivieren können, auch wenn es hartes Training bedeutet. Das in der Erziehung den Kindern beizubringen: dass sie ihr eigener Coach sind und es sein müssen, um wirklich dauerhaften Erfolg haben zu können in ihrem Leben - das erscheint mir eines der wichtigsten Erziehungs-Ziele zu sein.
Zu viel Toleranz gegenüber sich selbst, einfach alles akzeptieren, das kann unmöglich zur Charakterbildung beitragen. Ich behaupte Charakter ist erlernbar - ebenso wie Humor. Man muss es üben, praktizieren - wird scheitern, wird es erneut versuchen mit neuen Hinweisen und neuen Erfahrungen.
Genauso halte ich ein zu hohes Maß an Toleranz für gesellschaftsschädlich: es verdirbt den Charakter der Gesellschaft. Klare, erstrebenswerte Ideale - und sei es nur der kleinste gemeinsame Nenner - das halte ich für wichtig, damit eine Gesellschaft gesund ist.
Sonst ist Orientierungslosigkeit die Folge und keiner weiß genau, um was es eigentlich geht. Es ist so, als wolle man ein Spiel spielen, bei dem keiner die Regeln vorher festgelegt hat. Man fragt während des Spieles andauernd die anderen Spielteilnehmer, was denn nun gespielt wird. Das Ergebnis : man kommt nicht zum Spiel, man zieht sich zurück, das Miteinander stagniert.
Gesellschaft - gerade in unserer hochzivilisierten Zeit - bietet die Möglichkeit sich auszutauschen mit den klügsten Köpfen: Denn jeder ist auf seinem Gebiet ein Fachmann - ein jeder ist Spezialist erstens für die Bewältigung seines eigenen Lebens und zweitens für das, was ihm mitgeteilt wurde an Wissenswertem - sei es von seinen speziellen Lehren oder seinen Verwandten und Freunden.
Doch wenn jeder ein Fachmann ist, dann redet auch jeder eine Fachsprache, jeder redet ein Idiom, was abweicht von dem eines jeden anderen. Verständigung ist nunmehr nur möglich, wenn die Brücke stabil ist, die die Gesellschaft zur Verfügung zu stellen hat. Die einzelnen Brücken, die die Gesellschaftsmitglieder untereinander verbinden, und die Straßen auf denen sie zueinander finden - die müssen vorhanden sein.
Doch zu große Toleranz zerstört eben dieses Kommunikations- und Verkehrswegenetz. Die gemeinsame Basis erodiert, wird abgebaut. Ein intaktes System ermöglicht die Verbindung, den Gedankenaustausch, das Sprechen miteinander.
Ich nenne es das gemeinsame Spiel - was Spielregeln benötigt. Elementare Regeln. Man kann sich später darauf einigen von diesen teilweise abzuweichen, so wie ein guter Filmregisseur jederzeit von dem vorgegebenen Drehbuch abweichen kann oder ein guter Schauspieler: das Improvisieren belebt einen Film.
Doch das Drehbuch muss vorhanden sein. Es ist die Grundlage. Beliebigkeit und völlige Gleichgültigkeit, den anderen machen lassen, weil er einem sehr egal ist - das alles ist falsch verstandene Toleranz.
Ich plädiere also für ein Minimum an Intoleranz, damit das Spiel stattfinden kann. In diesem Sinne verstehe ich auch das Grundgesetz. Es war ein langer Weg zu solchen Freiheiten und solchen Rechten. Zerstören wir es nicht durch zu viel Toleranz. Es gibt Bewahrenswertes. Notwendiges. Das Grundgerüst sollte erhalten bleiben. Das ist dann die Basis für wirkliche Toleranz: den freien Gedankenaustausch mit Andersdenkenden, der nicht im Chaos endet und nicht im völligen Streit.
Sich einig sein über einige Spielregeln und bereit sein diese einzuhalten - das verschafft nicht nur der Gesellschaft neue wissenschaftliche Erkenntnisse, technischen Fortschritt, sondern es befähigt uns allgemein Probleme lösen zu können miteinander. Im Gegeneinander behindern wir uns, stoppen uns, blockieren uns. Ein gesellschaftliches Spiel bei dem ein Miteinander möglich ist - das könnte uns wappnen für das, was die Zukunft bringt.
Dasselbe gilt im Inneren des Menschen: sich selber sein eigenes Grundgesetz geben und sich freiwillig daran halten, aus Überzeugung und nicht, weil es einem so gesagt wurde und eingepaukt wurde. Sich selber ein gewisses Maß an Intoleranz bewahren: das gibt einem Stabilität.
Nicht dulden, dass die Sucht stärker ist als man selbst; nicht dulden, dass die Angst einen besiegt. Wege ersinnen wie man eigene Schwächen nicht länger erdulden muss, sondern sie verwandeln kann in Stärken. In etwas, worauf man stolz ist.
Wenn man gerungen hat mit seiner Angst und sie besiegt hat - wenn man eine Sucht niedergerungenen hat - wenn man Lethargie, Trägheit, Seelenschlaffheit überwunden hat - wieder einmal und tagtäglich - dann sind das kleine und größere Siege, die das Selbst stärken.
Den freien Willen kann man ebenso erlernen, üben. Genau auf diese Art: Das Selbst stärken, es ihm ermöglichen, dass es dazulernt durch Konflikte, Probleme, Krisen. Diesen gegenüber intolerant zu sein, das erachte ich für wichtig.
LG Phil Humor
Erstellt: am 23.10.2010 um 08:27:47
Dank Philosophie und Humor kommt mir das Leben lebenswert vor.
8.
Von: helgas. High Society Mitglied
4323 Gruppenforen-Beiträge
Ohne Frage sind wir alle toleranter, wenn es uns gut geht. Dann ist heiter sein und tolerant sein klaglos möglich. Schwieriger wird es, wenn das Gedrängel, die Nähe zunimmt, kaum Ellenbogenfreiheit bleibt, man einander auf die Zehen tritt. Zu viel Enge macht aggressiv und intolerant. Mal kann man Nähe gut ab, mal wieder wird sie einem lästig.
philhumor
Ich habe mir einmal diesen Passus herausgenommen.
Man kann dem Gedankengang folgen und sagen, ja die Menschen müssen um ihre Existenz fürchten und kämpfen, sie werden vielleicht deshalb intoleranter. Es kann aber auch ganz anders sein, nämlich, dass gerade die Nähe mehr Toleranz bewirkt, weil man sich quasi auf Augenhöhe befindet, das gleiche Los zu ertragen hat. Man hilft sich eher und gibt ab. Es ist selbstverständlich. Zuviel Enge muss nicht intolerant machen...ganz im Gegenteil, man wird zur Kompromissbereitschaft erzogen, auch gezwungen. Ohne zwei Geschwister in einem Kinderzimmer zu tolerieren, nur mit Intoleranz oder gar Aggression funktioniert das nicht.Ich habe in einem Internat gelebt, mit sieben weitren Zimmerinsassinnen und es ging wirklich gut. Wollte man allein sein, ging man halt in den Park. Das funktioniert, wenn man es von Kindheit an gewohnt ist. Das ist nur ein Gesichtspunkt, wie z.B. das Elternhaus, die Erziehung, die Schule auf das Toleranzverhalten einwirken kann....
Ich plädiere also für ein Minimum an Intoleranz, damit das Spiel stattfinden kann. In diesem Sinne verstehe ich auch das Grundgesetz. Es war ein langer Weg zu solchen Freiheiten und solchen Rechten. Zerstören wir es nicht durch zu viel Toleranz. Es gibt Bewahrenswertes. Notwendiges. Das Grundgerüst sollte erhalten bleiben. Das ist dann die Basis für wirkliche Toleranz: den freien Gedankenaustausch mit Andersdenkenden, der nicht im Chaos endet und nicht im völligen Streit.
philhumor
Dem möchte ich mich auch anschließen. Toleranz hat manchmal auch etwas mit Akzeptanz zu tun, mit Regeln einhalten....dennoch ist ein Hinterfragen aller von Menschen getroffenen Festlegungen angebracht....das Verfassungsgericht hat immer zu tun.
Ich muss noch etwas hinterherschicken: kann man von armen, benachteiligten Menschen erwarten, dass sie Toleranz für die Sorgen ungleich reicherer, privilegierter Menschen aufbringen?
Erstellt: am 23.10.2010 um 12:32:04
Letzte Änderung: am 23.10.2010 um 12:41:25
kann man von armen, benachteiligten Menschen erwarten, dass sie Toleranz für die Sorgen ungleich reicherer, privilegierter Menschen aufbringen?
Warum nicht? Mal abgesehen davon, dass es wahrscheinlich sowieso nicht klug ist, Erwartungen an andere zu haben, denke ich dass es natürlich möglich ist, tolerant gegenüber den Lebensumständen und Problemen anderer zu sein, auch wenn sie ungleich zu meinen sind. Ob sich jemand als arm und benachteiligt beurteilt (Ausnahme aus meiner Sicht, Menschen, die tatsächlich nicht genug zu Essen haben und kein Dach über dem Kopf - das gibt es aber aus meiner Sicht z.B. in Deutschland nicht), ist ja seine Einschätzung - im Vergleich zu anderen. Und das Leben findet ja nicht im Vergleich statt.
Dasselbe gilt im Inneren des Menschen: sich selber sein eigenes Grundgesetz geben und sich freiwillig daran halten, aus Überzeugung und nicht, weil es einem so gesagt wurde und eingepaukt wurde. Sich selber ein gewisses Maß an Intoleranz bewahren: das gibt einem Stabilität.
philhumor Das und diie Herausarbeitung der Notwendigkeit der Intoleranz gegenüber den eigenen Schwächen zur Bildung des eigenen Charakters gefällt mir persönlich ausgesprochen gut. (neben vieler Ansätze in seinem/deinem Beitrag)
Es muss immer zum Praktischen hin philosophiert werden.
engrin Ich bin auch an der lebendigen praktischen Auswirkung des Gedachten, Durchdachten und miteinander Gedachten interessiert. Ob das ein MUSS ist, weiß ich nicht. Jeder philosophiert, wie er möchte und kann. Ich picke mir das für mich Wertvolle heraus, bewege es in mir und schwupps, haben meine Gedanken vielleicht eine andere Richtung genommen - und empfinde das dann als Glück.
Schonmal Danke für Eure Gedanken zu dem von mir aufgeworfenen Thema.
Die Toleranz beginnt in mir wieviel gestehe ich mir zu um bemessen zu können was ich anderen zu stehen kann. Dient die Toleranz meinen Wohl oder Gemeinenwohl. Was ich einem Zugestehe muss ich auch anderen zugestehen. Ist mein Horizont gross genug um Tolerant zu sein oder ist der Himmel aller, der Zollstock der Toleranz.
Durch Denken zu kleinen und großen Erkenntnissen kommen. Sich Zeit nehmen fürs genaue Betrachten - um nicht nur das Äußere und nur eine Seite zu sehen. Das ist Philosophie.
Entdecke den Philosophen in Dir! Hier hast Du die Chance dazu. Diskutiere mit. Philosophiere über BX-Bücher und über das, was Dir wichtig ist.